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Dokumentenidentifikation DE3216691C2 28.10.1993
Titel Zweidimensionale Schubdüsenanordnung
Anmelder United Technologies Corp., Hartford, Conn., US
Erfinder Madden, William Marvin, Palm Springs, Fla., US
Vertreter Menges, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 80469 München
DE-Anmeldedatum 04.05.1982
DE-Aktenzeichen 3216691
Offenlegungstag 05.01.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.10.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.10.1993
IPC-Hauptklasse F02K 1/12
IPC-Nebenklasse F02K 1/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine zweidimensionale Schubdüsenanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine derartige Schubdüsenanordnung ist aus der US 39 79 067 bekannt. Diese bekannte zweidimensionale Schubdüsenanordnung hat einen veränderlichen Düsenhalsquerschnitt mit einer Schwenkklappenverlängerung für größere Schubkraft und bessere Steuereigenschaften während des Vorwärtsflugs sowie eine haubenartige Ablenkeinrichtung zum Umlenken der Abgase nach unten bei kurzem oder vertikalem Start. Ein Abgasströmungsweg für Vorwärtsschub ist zwischen einem oberen Klappenpaar und einer unteren Bauchklappe gebildet. Das obere Klappenpaar umfaßt eine stromaufwärtige Klappe, die an ihrem stromaufwärtigen Ende um eine feste Achse schwenkbar gelagert ist, sowie eine stromabwärtige Klappe, die an ihrem stromaufwärtigen Ende um eine feste Achse schwenkbar gelagert ist. Das stromabwärtige Ende der stromaufwärtigen Klappe ist am stromaufwärtigen Ende der stromabwärtigen Klappe über eine Kurven- und Rollenverbindung angelenkt, welche eine Bewegung dieser Verbindung in Richtung zu der Triebwerksachse hin oder von derselben weg gestattet, zur Veränderung des Düsenhalsquerschnittes. Ein Nachteil dieser bekannten Schubdüsenanordnung liegt darin, daß der Divergenzwinkel der stromabwärtigen Klappe bei kleiner werdendem Düsenhalsquerschnitt stetig steiler wird. Dies kann das mögliche Drosselverhältnis (Verhältnis des maximalen Düsenhalsquerschnittes zu dem minimalen Düsenhalsquerschnitt) infolge eines drohenden Strömungsabrisses an der stromabwärtigen Klappe beschränken. Die Bauchklappe steuert bei dieser bekannten Schubdüsenanordnung den Düsenhalsquerschnitt sowohl bei Vorwärtsschubbetrieb als auch bei Schubablenkung. Da jedoch die Ablenkeinrichtung und die Bauchklappe um die gleiche Achse schwenkbar sind, begrenzt die Bauchklappe zusammen mit der Ablenkeinrichtung für alle Stellungen der Ablenkeinrichtung während der Schubablenkung einen im wesentlichen konstanten, d. h. unveränderlichen Düsenhalsquerschnitt. Dies ist eine unerwünschte Einschränkung.

Zum allgemeinen Stand der Technik können noch andere Patentschriften erwähnt werden, wie zum Beispiel die US 29 69 641, welche verschiebbare und schwenkbare Klappen für eine dreidimensionale Schubdüse für eine äußere, ringförmige Sekundärluftströmung beschreibt, die US 33 67 579, welche frei beweglich gelagerte verschiebbare und drehbare divergente Klappen für eine dreidimensionale konvergente/divergente Schubdüse beschreibt, sowie die US 40 00 854, die sich auf eine zweidimensionale konvergente/divergente Schubdüse mit veränderlichem Düsenhalsquerschnitt bezieht, welche eine obere stromabwärtige Klappe aufweist, die an ihrem stromaufwärtigen Ende schwenkbar am stromabwärtigen Ende einer konvergenten, stromaufwärtigen Klappe angelenkt ist und welche mit ihrem stromabwärtigen Ende schwenkbar am stromabwärtigen Ende einer äußeren Flugzeugklappe angelenkt ist, deren Bewegung die Winkellage der stromabwärtigen Klappe einstellt. Eine Bauchklappe, welche zum Verändern des Querschnittes einer zweidimensionalen Schubdüse sowohl verschiebbar als auch drehbar ist, ist in der US 40 13 226 beschrieben.

Weiter ist aus der US 37 92 815 eine dreidimensionale Schubdüsenanordnung bekannt, bei der durch zahlreiche schwenkbar angelenkte Klappen eine Verstellung des Schubdüsenhalsquerschnittes erreicht wird. Bei Verstellung der bekannten Schubdüsenanordnung springt der engste Düsenhalsquerschnitt in einem bestimmten Verstellbereich schlagartig in eine andere axialen Lage, was zwangsläufig Druckstöße verursacht, welche die Schubdüsenanordnung belasten.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine zweidimensionale Schubdüsenanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 so zu verbessern, daß mit einfachen Mitteln ein hohes Drosselverhältnis erreicht werden kann, ohne daß der Divergenzwinkel der stromabwärtigen Klappe zu steil werden und einen Strömungsabriß an der stromabwärtigen Klappe bewirken kann.

Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung schafft eine verbesserte zweidimensionale konvergente/divergente Schubdüsenanordnung mit veränderlichem Querschnitt sowie mit hohem Drosselverhältnis.

Bei der Schubdüsenanordnung nach der Erfindung kann die konvergente, stromaufwärtige Klappe ausgehend von einer großen Düsenhalsquerschnittsstellung in eine wesentlich kleinere Düsenhalsquerschnittsstellung bewegt werden, wobei die divergente, stromabwärtige Klappe einen verhältnismäßig flachen Divergenzwinkel während dieser Bewegung beibehält und einen Strömungsabriß wirksam vermeidet.

Der Kern der Erfindung besteht also darin, bei einer zweidimensionalen Schubdüsenanordnung die obere Klappenanordnung stromabwärts und näher zur Triebwerksachse hin zu verfahren, wenn die Düse zugefahren wird.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung bilden die Gegenstände der Unteransprüche.

Die erfindungsgemäßen Merkmale können in jeder zweidimensionalen, konvergenten/divergenten Schubdüse mit veränderlichem Düsenhalsquerschnitt benutzt werden, oder auch, entsprechend dem anschließend beschriebenen Ausführungsbeispiel, in Zusammenhang mit einer Ablenkeinrichtung und einer Schwenkklappenverlängerung in vertikal oder kurz startenden Flugzeugen benutzt werden. Die Kombination der konvergenten divergenten Schubdüse, Ablenkhaube und Schwenkklappe ist in der nicht vorveröffentlichten DE-OS 32 16 670 beschrieben.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun in bezug auf die Zeichnungen ausführlicher beschrieben. Es zeigt

Fig. 1 eine schematische Querschnittsansicht der Schubdüsenanordnung nach der Erfindung in Vorwärtsschubstellung,

Fig. 2 eine perspektivische Ansicht mit zum Teil aufgeschnittener Schubdüsenanordnung nach Fig. 1,

Fig. 3 eine schematische Querschnittsansicht der Schubdüsenanordnung nach Fig. 1 in Vertikalschubstellung und

Fig. 4 eine perspektivische Darstellung mit zum Teil aufgeschnittener Schubdüsenanordnung in Vertikalschubstellung.

In den Fig. 1 und 2 ist eine Schubdüsenanordnung für ein Gasturbinentriebwerk insgesamt mit 2 bezeichnet. Sie umfaßt einen Abgaskanal 4 für Triebwerksabgase mit einer oberen Wand 6 und einer gegenüberliegenden, unteren Wand 8 sowie gegenüberliegenden Seitenwänden 10, 12 und oberen und unteren Kanalauskleidungen 25, 26. Eine Schubdüseneinrichtung 14 ist im Abgaskanal 4 angeordnet und in diesem befestigt. Die Schubdüseneinrichtung 14 hat eine konvergente/ divergente Schubdüse 16 mit veränderlichem Düsenhalsquerschnitt, eine äußere Expansionseinrichtung 18 und eine haubenförmige Ablenkeinrichtung 20, um die Abgase für den Vertikal- und Kurzstartbetrieb nach unten abzulenken. Die Schubdüsenanordnung 2 ist in Fig. 1 in der Stellung mit maximalem Düsenhalsquerschnitt (voll ausgezogene Linien) und in einer Stellung mit minimalem Düsenhalsquerschnitt (gestrichelte Linien) für den Vorwärtsschubbetrieb dargestellt. Fig. 2 zeigt in Perspektive die Schubdüsenanordnung 2 in ihrer Stellung mit maximalem Düsenhalsquerschnitt für den Vorwärtsschubbetrieb.

Die konvergente/divergente Schubdüse 16 hat eine obere Klappeneinrichtung 22 und eine untere Klappeneinrichtung 24. Die obere und untere Klappeneinrichtung 22 und 24 in Verbindung mit der oberen und unteren Kanalauskleidung 25, 26 und den Seitenwänden 10, 12 bilden einen Abgasströmungsweg 27 der Schubdüse 16. Die obere Klappeneinrichtung 22 umfaßt eine stromaufwärtige Klappe 28 und eine stromabwärtige Klappe 30. Ein stromabwärtiges Ende 32 der stromaufwärtigen Klappe 28 ist um eine Achse 33 drehbar mit einem stromaufwärtigen Ende 34 der stromabwärtigen Klappe 30 verbunden. Die Achse 33 ist mittels Rollen 37 längs eines Kreisbogens 36 beweglich. Diese Rollen 37 befinden sich auf jeder Seite der oberen Klappeneinrichtung 22 und laufen in zweiten Führungsbahnen 38 in den Seitenwänden 10, 12. Ein stromaufwärtiges Ende 40 der stromaufwärtigen Klappe 28 läuft auf Rollen (nicht gezeigt) in bogenförmigen ersten Führungsbahnen 42in den Seitenwänden 10, 12. Ein stromabwärtiges Ende 44 der stromabwärtigen Klappe 30 ist schwenkbar an Enden 46 zweier starrer Lenker 48 angelenkt, die in der Nähe der Seitenwände 10, 12 vorgesehen sind. Die starren Lenker 48 sind an den Seitenwänden 10, 12 schwenkbar angelenkt zur Schwenkbewegung um eine feststehende Achse 50.

Bei diesem Ausführungsbeispiel sind das stromaufwärtige und das stromabwärtige Ende 40, 32 der stromaufwärtigen Klappe 28 infolge der Führungsbahnen 38, 42 zwangsläufig längs Kreisbögen um eine gemeinsame Achse 39 geführt. Dies trägt zum Ausgleichen von auf die Klappe 28 wirkenden Druckbelastungen bei, um Momentenkräfte zu begrenzen. Es ist jedoch auch möglich, andere Führungsformen zu benutzen, wobei, während einer Verstellung der konvergenten/ divergenten Schubdüse 16 von der maximalen zu der minimalen Düsenhalsquerschnittsstellung das stromaufwärtige Ende 40 der stromaufwärtigen Klappe 28 sich stromabwärts bewegt (jedoch nicht notgedrungenerweise parallel zur Triebwerksachse) und sich das stromabwärtige Ende 32 stromabwärts und in Richtung näher zur Triebwerksachse hin in bezug auf seine Ausgangslage bewegt, während die Klappe 30 einen Konvergenzwinkel in bezug auf die Triebwerksachse beibehält.

Die untere Klappeneinrichtung 24 umfaßt eine einzige Bauchklappe 58, welche sich zwischen den Seitenwänden 10, 11 erstreckt und ein stromaufwärtiges Ende 60 sowie ein stromabwärtiges Ende 62 aufweist. Das Ende 60 der Bauchklappe 58 ist stromaufwärts und stromabwärts in geraden Führungen 64 in den Seitenwänden 10, 12 verschiebbar gelagert. Rollen 66 sind an der Bauchklappe 58 zwischen dem stromaufwärtigen und dem stromabwärtigen Ende 60, 62 derselben drehbar gelagert und laufen in gekrümmten Führungen 68 in den Seitenwänden 10, 12.

Die Einstellung der oberen Klappeneinrichtung 22 erfolgt mit Hilfe von zwei ersten Betätigungsvorrichtungen 52. Eine dieser Betätigungsvorrichtungen 52 ist schwenkbar an der Seitenwand 10und die andere (nicht dargestellt) schwenkbar an der Seitenwand 12 angelenkt. Eine Betätigerstange 56 jeder Betätigungsvorrichtung 52 ist am stromaufwärtigen Ende 40 der stromaufwärtigen Klappe 28 angeschlossen, zur Einstellung des stromaufwärtigen Endes 40 in der ersten Führungsbahn 42, um somit die Lage der oberen Klappeneinrichtung 22 festzulegen.

Zwei in Abstand voneinander angeordnete Betätigungsvorrichtungen 70 sind an den Seitenwänden 10, 12 befestigt und ihre Betätigerstangen 72 sind an dem stromaufwärigen Ende 60 der Bauchklappe 58 angelenkt, zum Bewegen des Endes 60 in den Führungen 64. Die Führungen 64, 68 bestimmen zusammen mit der Lage der Betätigerstangen 72 die Lage der Bauchklappe 58, welche stromabwärts und stromaufwärts sowie in Richtung zur Triebwerksachse hin und von derselben weg beweglich ist.

Aus obiger Beschreibung ist ersichtlich, daß die obere Klappeneinrichtung 22 und die untere Klappeneinrichtung 24 zur Veränderung des Düsenhalsquerschnittes des Strömungsweges 27 der Schubdüse 16 zusammenwirken. Durch Vergleich des maximalen und des minimalen Düsenhalsquerschnittes in Vorwärtsschubstellung kann man erkennen, daß durch die obere Klappeneinrichtung 22, die ein Gestänge bildet, vorteilhafterweise ein sehr großes Drosselverhältnis erreichbar ist, unter Beibehaltung eines verhältnismäßig flachen Divergenzwinkels der Klappe 30. Auf diese Weise ist keine lange divergente Klappe 30 zur Verringerung des Divergenzwinkels und zum Vermeiden eines Strömungsabrisses vorzusehen.

Mit der veränderlichen konvergenten/divergenten Schubdüse 16 wirkt eine äußere Expansionseinrichtung 18 zusammen. Die Expansionseinrichtung 18 umfaßt eine Schwenkklappe 74 mit einem stromaufwärtigen Ende 76 und einem stromabwärtigen Ende 78 sowie eine Expansionsfläche 80. Das stromaufwärtige Ende 76 ist schwenkbar an einem stromabwärtigen Ende 82 der Ablenkeinrichtung 20 angelenkt und verläuft parallel zum stromabwärtigen Ende 44 der stromabwärtigen Klappe 30.

Zwei weitere Betätigungsvorrichtungen 84 (nur eine ist dargestellt) sind schwenkbar an den Seitenwänden 10 und 12 angelenkt. Betätigerstangen 88 der Betätigungsvorrichtungen 84 sind bei 89 mit den Seitenwänden 90 der Ablenkeinrichtung 20 verbunden. Die Lage des stromaufwärtigen Endes 76 der Schwenkklappe 74 ist dementsprechend bestimmt durch die Lage der Ablenkeinrichtung 20, welche um die Achse 50 durch die weiteren Betätigungsvorrichtungen 84 drehbar ist.

Die Lage des stromabwärtigen Endes 78 der Schwenkklappe 74 und dementsprechend die Winkellage der Expansionsfläche 80 sind unabhängig über ein Gestänge einstellbar, welches eine Flugzeugklappe 91, ein Vierhebelgestänge 92 in der Nähe einer jeden Seitenwand 10, 12 und zwei zusätzliche Betätigungsvorrichtungen 93 (nur eine ist dargestellt) umfaßt, welche schwenkbar an den Seitenwänden 10, 12 angelenkt sind. Jedes Vierhebelgestänge 92 umfaßt, eine untere Antriebskurbel 94, eine obere Antriebskurbel 96 und eine Verbindungsstange 98. Ein stromaufwärtiges Ende 100 der Flugzeugklappe 91 ist schwenkbar um eine Achse 102 an der oberen Antriebskurbel 96 angelenkt und ein stromabwärtiges Ende 104 der Flugzeugklappe 91 ist schwenkbar um eine Achse 105 am stromabwärtigen Ende 78 der Schwenkklappe 74 angelenkt. Die unteren Antriebskurbeln 94 sind um die feste Achse 50 schwenkbar, wogegen die oberen Antriebskurbeln 96 jeweils schwenkbar an dem Abgaskanal 4 über eine freitragende Konsole 108 (Fig. 4) zur Schwenkbewegung um eine feste Achse 99 angelenkt sind. Betätigerstangen 110 der zusätzlichen Betätigungsvorrichtungen 93 sind bei 111 an die unteren Antriebskurbeln 94 angelenkt. Dementsprechend dienen die zusätzlichen Betätigungsvorrichtungen 93 in Verbindung mit den weiteren Betätigungsvorrichtungen 84 der Ablenkeinrichtung 20 zur Einstellung der Lage des stromabwärtigen Endes 78 der Schwenkklappe 74.

Während des Vorwärtsschubbetriebs wird der Düsenhalsquerschnitt des Abgasströmungsweges 27 der Schubdüse 16 durch die Betätigungsvorrichtungen 52, 70 eingestellt. Die weiteren Betätigungsvorrichtungen 84, welche die Ablenkeinrichtung 20 verschwenken, sind mit den Betätigungsvorrichtungen 52 synchronisiert, damit das stromaufwärtige Ende 76 der Schwenkklappe 74 im Bereich des stromabwärtigen Endes 44 der stromabwärtigen Klappe 30 bleibt. Diese Synchronisation kann durch jede geeignete Regelvorrichtung 112 erreicht werden, welche die beiden Betätigungsvorrichtungen 52 und 84 miteinander verbindet. Gleichzeitig oder zu jedem anderen gewünschten Zeitpunkt dienen die zusätzlichen Betätigungsvorrichtungen 93 zum Einstellen der Lage des stromabwärtigen Endes 78 der Schwenkklappe 74 und zum Trimmen der Lage der Expansionsfläche 80, damit ein maximaler Schub erreicht wird. Während dieser möglichen begrenzten Bewegung der Ablenkeinrichtung 20 bei Vorwärtsschubbetrieb bewegt sich die Ablenkeinrichtung 20 nicht aus ihrer zurückgezogenen Lage heraus, da sie oberhalb der oberen Klappeneinrichtung 22 und außerhalb des Abgasströmungsweges 27 bleibt.

Bei Anwendung der in den Zeichnungen dargestellten konvergenten/ divergenten Schubdüse 16 ohne die Expansionseinrichtung 18 ist es nicht erforderlich, daß das stromabwärtige Ende 44 der stromabwärtigen Klappe 30 sich längs eines Kreisbogens bewegt. In diesem Fall ist jede Bewegung akzeptabel, welche sicherstellt, daß eine konvergente/divergente Schubdüse 16 mit dem Vorteil eines großen Drosselverhältnisses erreicht wird, ohne daß dabei ein Strömungsabriß längs der stromabwärtigen Klappe 30 auftritt. Vorzugsweise erfolgt eine solche Bewegung aus einer ersten Lage, in welcher die stromabwärtige Klappe 30 einen Divergenzwinkel bezüglich der Triebwerksachse bildet, in eine zweite Lage, in welcher sich das stromabwärtige Ende 44 weiter stromabwärts und näher an der Triebwerksachse bezüglich seiner ersten Lage befindet. Es ist dabei besonders vorteilhaft, den Düsenhalsquerschnitt der Schubdüse zu verringern, ohne daß dabei der Divergenzwinkel zu steil wird, falls sich das stromaufwärtige Ende 34 der stromabwärtigen Klappe 30 näher an die Triebswerksachse heranbewegt.

Im folgenden wird nun auf die Schnittansicht nach Fig. 3 und die perspektivische Darstellung nach Fig. 4 Bezug genommen, in der für den Vertikalschubbetrieb die Ablenkeinrichtung 20 im Uhrzeigersinn in ihre ausgefahrene Stellung zum Ablenken der Abgase nach unten geschwenkt ist. Da es unerwünscht ist, eine Überschallströmung innerhalb der Schubdüsenanordnung 2 umzulenken, wird für den Vertikalschubbetrieb die obere Klappeneinrichtung 22 in ihre größte offene Stellung bewegt (siehe Fig. 3), welche nur bei Schubanlenkung benutzt wird, um einen maximalen Querschnitt des Strömungsweges 27 und des Schubdüsenhalses innerhalb der konvergenten/divergenten Schubdüse 16 zu erreichen. In dieser Stellung begrenzt das stromabwärtige Ende 62 der Bauchklappe 58 in Verbindung mit der Ablenkeinrichtung 20 den Schubdüsenhalsquerschnitt, der durch Betätigung der Bauchklappe 58 veränderlich ist. Fig. 3 zeigt den minimalen (voll ausgezogene Linien) und den maximalen (gestrichelte Linien) Schubdüsenhalsquerschnitt für den Vertikalschubbetrieb. In Fig. 4 ist die Bauchklappe 58 vollständig zur Einstellung des maximalen Düsenhalsquerschnittes für den Vertikalschubbetrieb zurückgezogen. In der Vertikalschubstellung bilden die Flugzeugklappe 91 und die Schwenkklappe 74 eine äußere Fläche für ein stromabwärtiges Ende der Schubdüsenanordnung 2.

Es ist dem Fachmann klar, daß viele Abänderungen der beschriebenen Schubdüsenanordnung 2 vorgenommen werden können. So können zum Beispiel die Führungsbahnen 38, 42, da sie den gleichen Krümmungsmittelpunkt haben, durch einen Lenker ersetzt werden, der fest an der stromaufwärtigen Klappe 28 angeschlossen ist und schwenkbar um die Achse 39 am Abgaskanal 4 angelenkt ist. Auf diese Weise würde man ein Vierhebelgestänge schaffen, das sich aus diesem Lenker (einschließlich der stromaufwärtigen Klappe), dem starren Lenker 48 und der stromabwärtigen Klappe 30 zusammensetzen würde. Durch Verschwenkung dieses Vierhebelgestänges mit Hilfe einer Betätigungsvorrichtung würde man die gleiche Bewegung der oberen Klappeneinrichtung 22 erhalten wie bei dem Ausführungsbeispiel mit den Führungsbahnen 38, 42.

Es ist auch möglich, auf die zusätzlichen Betätigungseinrichtungen 93 durch Anschluß der unteren Antriebskurbel 94 an den Schwenkhebel 48 zu verzichten, damit diese zusammen verschwenkbar sind, zumindest für die Einstellung der oberen Klappeneinrichtungen 22 im Vorwärtsschubbetrieb. Durch geeignete Wahl der Längen der Antriebskurbeln 94, 96, der Verbindungsstange 98 und der Flugzeugklappe 91 kann man die Verstellung der Expansionsfläche 80 festlegen, so daß sie immer im wesentlichen zu der stromabwärtigen Klappe 30 ausgerichtet bleibt. Jedoch erhält man dann nicht die Möglichkeit, die Lage der Expansionsfläche 80 zu trimmen.

Es ist ebenfalls möglich, auf das Vierhebelgestänge 92 zu verzichten, welches sich aus den Antriebskurbeln 94, 96 und der Verbindungsstange 98 zusammensetzt. Anstelle des Vierhebelgestänges 92 kann eine getrennte Betätigungsvorrichtung auf einer Innenseite der oberen Wand 6 des Abgaskanals 4 vorgesehen sein, dessen Betätigerstange unmittelbar an das stromabwärtige Ende 100 der Flugzeugklappe 91 angelenkt sein kann und zum Trimmen der Lage der Schwenkklappe 74 benutzbar ist.

Es sei auch noch erwähnt, daß die Expansionseinrichtung 18 in Kombination mit der Ablenkeinrichtung 20 in jeder zweidimensionalen konvergenten/divergenten Schubdüse 16 mit veränderlichem Düsenhalsquerschnitt benutzt werden kann, welche eine stromabwärtige obere Klappe 30 aufweist, deren stromabwärtiges Ende 44 längs einer Kreisbahn um die gleiche feststehende Achse wie die Schwenkachse 102 der Ablenkeinrichtung 20 beweglich ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Zweidimensionale Schubdüsenanordnung für ein Gasturbinentriebwerk, mit einem Abgaskanal (4), der gegenüberliegende feste Seitenwände (10, 12) aufweist, mit einer in dem Abgaskanal (4) angeordneten Schubdüse (16) mit veränderlichem Düsenhalsquerschnitt, wobei die Schubdüse (16) eine obere Klappeneinrichtung (22) und eine dieser gegenüberliegende untere Klappeneinrichtung (24) aufweist, die zusammen mit den Seitenwänden (10, 12) einen konvergenten/ divergenten Gasströmungsweg bilden, wobei die obere Klappeneinrichtung (22) eine bewegliche stromaufwärtige Klappe (28) mit einem stromaufwärtigen Ende (40) und einem stromabwärtigen Ende (32) sowie eine bewegliche stromabwärtige Klappe (30) mit einem stromaufwärtigen Ende (34) und einem stromabwärtigen Ende (44) aufweist und wobei das stromaufwärtige Ende (34) der stromabwärtigen Klappe (30) mit dem stromabwärtigen Ende (32) der stromaufwärtigen Klappe (28) schwenkbar verbunden ist, und mit einer Betätigungsvorrichtung (52) für die obere Klappeneinrichtung (22) zur Veränderung des Düsenhalsquerschnittes durch Bewegen der oberen Klappeneinrichtung (22) zwischen
    1. A. einer Stellung bei maximaler Düsenhalsquerschnittsfläche, in welcher
    2. i. die stromaufwärtige Klappe (28) einen Konvergenzwinkel mit der Triebwerksachse bildet, und
    3. ii. die stromabwärtige Klappe (30) einen Divergenzwinkel mit der Triebwerksachse bildet, und
    4. B. einer Stellung bei minimaler Düsenhalsquerschnittsfläche, in welcher
    5. i. die stromaufwärtige Klappe (28) einen Konvergenzwinkel mit der Triebwerksachse bildet, und
    6. ii. das stromaufwärtige Ende (34) der stromabwärtigen Klappe (30) sich näher zur Triebwerksachse als in seiner Stellung bei maximaler Düsenhalsquerschnittsfläche befindet,
  2. dadurch gekennzeichnet, daß die stromaufwärtige Klappe (28) und die stromabwärtige Klappe (30) aus der Stellung bei maximaler Düsenhalsquerschnittsfläche stromab und näher zur Triebwerksachse hin in die Stellung bei minimaler Düsenhalsquerschnittsfläche verschiebbar geführt sind, so daß sich in der Stellung der Schubdüse (16) bei minimaler Düsenhalsquerschnittsfläche das stromaufwärtige Ende (34) der stromabwärtigen Klappe (30) stromab seiner Stellung bei maximaler Düsenhalsquerschnittsfläche und sich das stromabwärtige Ende (44) der stromabwärtigen Klappe (30) näher zur Triebwerksachse und stromab seiner Stellung bei maximaler Düsenhalsquerschnittsfläche befindet.
  3. 2. Schubdüsenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Veränderung des Düsenhalsquerschnittes die untere Klappeneinrichtung (24) zwischen einer ersten und einer zweiten Stellung längs gekrümmten Führungen (68) in den Seitenwänden (10, 12) des Abgaskanals (4) verschiebbar ist.
  4. 3. Schubdüsenanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das stromaufwärtige und das stromabwärtige Ende (40, 32) der stromaufwärtigen Klappe (28) um eine gemeinsame feste Achse (39), welches zu dem stromaufwärtigen Ende (40) der stromaufwärtigen Klappe (28) parallel ist, längs Kreisbögen (36) zwangsgeführt sind.
  5. 4. Schubdüsenanordnung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das stromabwärtige Ende (44) der stromabwärtigen Klappe (30) längs einem Kreisbogen um eine feste Achse (50), welche zu dem stromabwärtigen Ende (44) der stromabwärtigen Klappe (30) parallel ist und näher zur Triebwerksachse sowie stromaufwärts des stromabwärtigen Endes (44) der stromabwärtigen Klappe (30) liegt, zwangsgeführt ist.
  6. 5. Schubdüsenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß am stromaufwärtigen Ende (40) der stromaufwärtigen Klappe (28) Rollen vorgesehen sind, welche in ersten Führungsbahnen (42) laufen, und daß am stromabwärtigen Ende (32) der stromaufwärtigen Klappe (28) weitere Rollen (37) vorgesehen sind, welche in zweiten Führungsbahnen (38) verlaufen, wobei die Führungsbahnen (42, 38) in den Seitenwänden (10, 12) des Abgaskanals (4) vorgesehen sind.
  7. 6. Schubdüsenanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Klappeneinrichtung (22) mittels eines starren Lenkers geführt ist, der fest mit der stromaufwärtigen Klappe (28) verbunden und an dem Abgaskanal (4) schwenkbar um eine feste Achse gelagert ist.
  8. 7. Schubdüsenanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Führung des stromabwärtigen Endes (44) der stromabwärtigen Klappe (30) ein starrer Lenker (48) an seinem einen Ende schwenkbar an dem stromabwärtigen Ende (44) der stromabwärtigen Klappe (30) angelenkt ist und an seinem anderen Ende zur Schwenkbewegung um die feste Achse (50) schwenkbar an dem Abgaskanal (4) festgelegt ist.






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