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Dokumentenidentifikation DE3312239C2 28.10.1993
Titel Süll zum Anschluß von Isolierverkleidungen
Anmelder Rheinhold & Mahla AG, 8000 München, DE
Erfinder Koschorreck, Manfred, 2104 Hamburg, DE
Vertreter Michelis, T., Dipl.-Ing., 80538 München; Petra, E., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 85598 Baldham; Seibert, H., Rechtsanw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 05.04.1983
DE-Aktenzeichen 3312239
Offenlegungstag 11.10.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.10.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.10.1993
IPC-Hauptklasse B63B 3/68
IPC-Nebenklasse F16L 59/12   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Süll zum Anschluß von Isolierverkleidungen an Stahldecks auf Schiffen, bestehend aus einem den freien Spalt zwischen Isolierverkleidung und Stahldeck überbrückenden, wasserdicht angeschlossenen Blech.

Bei Isolierverkleidungen oder ähnlichen Anbauten auf Schiffen ist es üblich, daß solche niedergehenden oder zumindest im rechten Winkel zu den Umfassungsflächen verlaufenden Verkleidungen nicht unmittelbar bis an die nicht verkleideten metallischen Umfangsflächen reichen, sondern mit einem mehr oder weniger großen Spalt davor enden. Um diese Spalte zu überbrücken, war es bisher üblich, entsprechende Verkleidungsanschlüsse aus einem Flachstahl von 3 bis 5 mm Dicke zu fertigen, auf die nicht verkleideten Umfangsflächen hochkant aufzusetzen und dort einseitig voll zu verschweißen. Ein solcher Anschluß ist beispielsweise aus der US-PS 1 950 277 bekannt. Ein solcher Anschluß hat jedoch erhebliche Nachteile, und zwar einmal bedingt durch das hohe Materialgewicht und zum anderen durch das erforderliche Anschweißen, da die Schweißwärme zu Spannungen und Verformungen führen kann und ein anschließender Ausgleich dieser Verformungen einen hohen Aufwand erfordert. Da solche Anschlüsse im allgemeinen wegen der Unzulänglichkeit der Schweißstellen von der Rückseite her nur einseitig angeschweißt werden können, bleibt der Auflagebereich auf der Umfassungsfläche von hinten offen und unkonserviert und ist somit stark korrosionsanfällig. Darüber hinaus sind nachträgliche Änderungen einer solchen Konstruktion nur unter großem Aufwand möglich.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein vom Schiffskörper getrennt konstruierbares Süll zum Anschluß von Isolierverkleidungen zu schaffen, das einmal den vorhandenen Spalt sicher überdeckt und das auf unebenem Untergrund einfach zu montieren bzw. zu demontieren ist und das darüber hinaus im kritischen Anschlußbereich wasserdicht sowie korrosionsfest ist, wobei keinerlei Materialveränderungen der Unterkonstruktion bei der Befestigung hervorgerufen werden. Außerdem soll dieses Süll keine direkte Schwingungs- sowie Körperschallkopplung besitzen und darüber hinaus keine Kräfte aus dem Schiffskörper übernehmen.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß das Süll aus einem ungleichschenkeligen Winkelprofil besteht, an dessen längeren Schenkel die Isolierverkleidung befestigt wird und dessen kürzerer Schenkel unter Zwischenfügen einer elastischen Dichtungsmasse auf dem Stahldeck mittels Schrauben befestigt ist.

Die Vorteile dieser Lösung bestehen darin, daß keine Schweißarbeiten nötig sind und somit keine Wärmespannungen am Baukörper entstehen sowie daß die Einbaugewichte erheblich verringert werden und insbesondere eine absolute Dichtheit der Anschlußstelle mit ggf. leichten Reparaturmöglichkeiten gewährleistet sind.

Zweckmäßig ist es dabei, wenn das Winkelprofil am Übergang von längeren Schenkel zum kürzeren Schenkel ein abgeschrägtes oder abgerundetes Teil aufweist.

Darüber hinaus kann das Winkelprofil am Übergang vom längeren Schenkel zum kürzeren Schenkel eine zusammendrückbare Ausbiegung aufweisen.

Auch ist es von Vorteil, wenn das freie Ende des kürzeren Schenkels des Blechprofils vom Stahldeck schräg abgebogen ist.

Zusätzlich kann der kürzere Schenkel des Winkelprofils eine Nut zum Einfügen eines elastischen Gummistreifens als Toleranzausgleich aufweisen.

Anhand einer schematischen Zeichnung sind Aufbau und Funktionsweise von Ausführungsbeispielen nach der Erfindung näher erläutert. Dabei zeigen:

Fig. 1 ein Süll mit elastischer Dichtmasse und eingefügtem elastischem Gummistreifen als Toleranzausgleich und

Fig. 2 ein Süll mit einem Winkelblech mit Höhenausgleich.

Fig. 1 zeigt das untere Ende einer Isolierverkleidung 2, die mit Abstand oberhalb des Decks 8 endet. Vom unteren Rand dieser Isolierverkleidung 2 geht der längere Schenkel 1 eines Winkelprofils 3 nach unten aus, dessen kürzerer Schenkel 4 über einen abgeschrägten Bereich 5 mit dem längeren Schenkel 1 verbunden ist. Zwischen kürzerem Schenkel 4 und dem Deck 8 ist eine elastische Dichtungsmasse 11 eingefügt. Zusätzlich weist hierbei der kürzere Schenkel 4 eine hochgebogene Nut 6 auf, in die ein elastischer Gummistreifen 10 eingelegt ist. Durch diesen elastischen Streifen 10 kann das Süll auch leicht bei welligen Blechen eingebaut werden, ohne daß die Dichtungsmasse 11 verdrängt wird. Anstelle eines elastischen Gummistreifens 10 als Toleranzausgleich können auch Kunststoff-Schaumstoffstreifen verwendet werden, die zur Verringerung der Korrosionsgefahr mit einem Isoliermittel getränkt sein können.

Die Verbindung des kürzeren Schenkels 4 des Winkelprofils 3 mit dem Deck 8 erfolgt durch einzelne Schrauben 9, wobei der eingelegte Streifen 10 als auch die Dichtungsmasse 11 als Abstandshalter und Dichtung das Winkelprofil 3 standsicher, wasserdicht und korrosionsfest mit dem Deck 8 verbinden.

Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2, das den gleichen Grundaufbau beinhaltet, weist das Winkelprofil 3 am Übergang vom längeren Schenkel 1 zum kürzeren Schenkel 4 eine zusammendrückbare Ausbiegung 12 auf, durch deren Aufweitung oder Zusammendrücken ein Toleranzausgleich zur anzuschließenden Isolierverkleidung 2 sowohl in der Höhe als auch in der Breite möglich ist.

Wie man darüber hinaus aus der Zeichnung ersieht, ist das freie Ende 7 des kürzeren Schenkels 4 des Blechprofils 3 vom Stahldeck 8 schräg nach oben abgebogen, um damit den elastischen Bereich der Dichtungsmasse 11 zu vergrößern, wodurch die Gefahr einer Rissebildung verringert wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Süll zum Anschluß von Isolierverkleidungen auf Schiffen, bestehend aus einem den freien Spalt zwischen Isolierverkleidung und Stahldeck überbrückenden, wasserdicht angeschlossenen Blech, dadurch gekennzeichnet, daß das Süll aus einem ungleichschenkeligen Winkelprofil (3) besteht, an dessen längeren Schenkel (1) die Isolierverkleidung (2) befestigt wird und dessen kürzerer Schenkel (4) unter Zwischenfügen einer elastischen Dichtungsmasse (11) auf dem Stahldeck (8) mittels Schrauben (9) befestigt ist.
  2. 2. Süll nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Winkelprofil (3) am Übergang vom längeren Schenkel (1) zum kürzeren Schenkel (4) ein abgeschrägtes oder abgerundetes Teil (5) aufweist.
  3. 3. Süll nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Winkelprofil (3) am Übergang vom längeren Schenkel (1) zum kürzeren Schenkel (4) eine zusammendrückbare Ausbiegung (12) aufweist.
  4. 4. Süll nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende (7) des kürzeren Schenkels (4) des Blechprofils (3) vom Stahldeck (8) schräg abgebogen ist.
  5. 5. Süll nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der kürzere Schenkel (4) des Winkelprofils (3) eine Nut (6) zum Einfügen eines elastischen Gummistreifens (10) als Toleranzausgleich aufweist.






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