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Dokumentenidentifikation DE3786297T2 28.10.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0244393
Titel Flammhemmende Polyphenylenetherformmassen.
Anmelder FMC Corp., Philadelphia, Pa., US
Erfinder Green, Joseph, East Brunswick, NJ 08816, US
Vertreter Zumstein, F., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Klingseisen, F., Dipl.-Ing.; Assmann, E., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 80331 München
DE-Aktenzeichen 3786297
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 30.03.1987
EP-Aktenzeichen 878900620
EP-Offenlegungsdatum 04.11.1987
EP date of grant 23.06.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.10.1993
IPC-Hauptklasse C08K 5/52
IPC-Nebenklasse C08L 71/12   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf flammhemmende thermoplastische Formmassen. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf flammhemmende thermoplastische Formmassen, die ein Polyphenylenetherharz und ein Polybromtriphenylphosphat umfassen.

Polyphenylenether sind wohlbekannte lineare thermoplastische Harzwerkstoffe, deren Beschreibung und Herstellung im Detail in der technischen Literatur und in der Patentliteratur beschrieben ist, siehe Hay, US-A-3 306 874 und 3 306 875 und Stamatoff, US-A-3 257 357 und 3 257 358, die Polyphenylenether in Mischung mit anderen Polymeren, wie einem Polystyrol, offenbaren, und US-A-3 586 736, 3 929 931, 3 660 531 und andere, in welchen ein Phenylenether mit Styrol pfropfcopolymerisiert wird, um modifizierte Polyphenylenetherharze vorzusehen. Ein technischer Polyphenylenether-Kunststoff von wichtiger kommerzieller Qualität ist eine Mischung von etwa 35 bis 85 Gew.% Polyphenylenether und etwa 65 bis 15 Gew.% eines Polystyrolharzes. Solche styrolmodifizierte Polyphenylenetherharze, auf die sich die vorliegende Erfindung besonders bezieht, werden in Bauteilen von elektrischen/elektronischen Anlagen und Apparaten, wie Computer- und Schreibmaschinengehäusen, Fernsehstudios und dgl., verwendet. Solche Verwendungen erfordern Harze, die flammfest sind, eine hohe Schlagfestigkeit aufweisen, keiner Spannungsrißbildung unterliegen, eine hohe Temperaturformstabilität aufweisen und leicht geformt werden.

Styrolmodifizierte Polyphenylenetherharze brennen, wenn sie Flammen ausgesetzt sind. Um ihre Brennbarkeit herabzusetzen, werden solche Harze mit einem Flammschutzadditiv formuliert, wovon eine große Zahl beschrieben wurde. Ein für diese Harze kommerziell verwendetes Flammschutzmittel ist ein isopropyliertes Triphenylphosphat, das im Handel von FMC Corporation unter dem Markennamen Kronitex® erhältlich ist. Es wurden auch Triarylphosphate mit anderen flammhemmenden Bestandteilen gemischt, beispielsweise mit aromatischen Halogenverbindungen, wie in US- A-3 639 506 geoffenbart. Eine bevorzugte Zusammensetzung gemäß den Lehren dieses Patentes umfaßt 20 bis 80 Gew.% Poly-(2,6- dimethyl-1,4-phenylen)-ether, 80 bis 20 Gew.% hochschlagfestes Polystyrol (kautschukmodifiziertes Styrol) und 3 bis 25 Gew.Teile pro 100 Gew.Teile der Polyphenylenethermasse einer flammhemmenden Kombination von l Teil Triphenylphosphat und 3 bis 4 Teilen eines hochchlorierten Biphenyls. US-A-4 154 775 gibt an, daß cyclische Phosphate wirksame, nicht-plastifizierende Flammschutzadditive für Polyphenylenetherharze sind. Es wurden zahlreiche andere organische Phosphate, Phosphonate und Phosphinoxide als Flammschutzmittel für Polyphenylenetherharze vorgeschlagen.

Polybromtriphenylphosphate und ihre Verwendung als Flammschutzmittel in solchen Anwendungen wie Folien, Fasern, Textilien, und bestimmte Harzen, jedoch nicht modifizierte Polyphenylenoxidharze, sind in der technischen Literatur und der Patentliteratur ebenfalls angegeben. Beispielsweise offenbart US-A-4 033 927 die Verwendung von bromierten Arylphosphaten als Flammschutzmittel für Polyester und US-A-2 773 046 offenbart Vinylharze (PVC), die mit einem Polyhalogenphenylphosphat plastifiziert wurden. Außerdem offenbaren US-A-3 537 952, 3 549 479 und 3 549 480 ähnlich die Verwendung einer großen Klasse von polyhalogenierten Triphenylphosphaten als Flammschutzmittel in für Laminate verwendeten phenolischen wärmehärtenden Resolharzen. Andererseits offenbaren US-A-3 912 792 und 4 021 406, daß der Flammschutz verbessert wird, wenn ein Tris(halogenphenyl)phosphat mit mindestens 3 Halogenatomen pro Phenylgruppe in synthetischen organischen Polymeren in Kombination mit Antimontrioxid verwendet wird.

Herkömmliche Flammschutzmittel, wie Arylphosphate, und Mischungen hievon mit anderen Flammschutzmitteln, wie halogenierten Kohlenwasserstoffverbindungen, mit oder ohne Synergisten, wie Antimonverbindungen, ergaben im allgemeinen in modifizierten Polyphenylenetherharzen zufriedenstellende Flammschutzeigenschaft, aber nur auf Kosten einer oder mehrerer erwünschter Eigenschaften, beispielsweise Verminderung der Verarbeitbarkeit, Verminderung der Beständigkeit gegen Spannungsrißbildung, Verminderung der Wärmestabilität, der der Temperaturformstabilität und/oder der Schlagfestigkeit.

Die vorliegende Erfindung sieht Polyphenylenethermassen vor, in welchen die Menge an Flammschutz- bzw. -verzögerungsmittel, die zum Erzielen einer UL-94 Flammschutzbewertung von V-O benötigt wird, im allgemeinen wesentlich unterhalb jener liegt, die für herkömmliche Tris-alkylphenylphosphate, wie Kronitex 50-Triarylphosphat, ohne den Zusatz von Antimon oder anderen Synergisten, benötigt wird. Überraschenderweise wurde gefunden, daß diese Massen eine minimale Tendenz aufweisen, beim Formen Spannungsrißbildung zu unterliegen, eine ausgezeichnete Schlagfestigkeit aufweisen und eine wesentlich verbesserte Verarbeitbarkeit und Temperaturformstabilität im Vergleich mit Harzen aufweisen, die mit herkömmlichen Triarylphosphaten flammhemmend gemacht wurden.

Diese und andere Vorteile werden in den thermoplastischen Formmassen verwirklicht, die

(a) eine normalerweise entflammbare Zusammensetzung umfassend ein Polyphenylenetherharz und ein Styrolharz und

(b) eine flammhemmende Menge eines Polybromtriphenylphosphats der Formel

worin n eine ganze Zahl mit einem Wert von Null bis 5 ist, die die Zahl von Bromatomen an jedem Phenylring darstellt, und das Verhältnis von Bromatomen zu Phosphoratomen (Br/P) 3 bis 10 ist. Die bevorzugten Verbindungen sind mit Brom in Stellung 4 (para), in den Stellungen 2 und 4 (ortho und para) oder in den Stellungen 2, 4 und 6 des Phenylringes substituiert, umfassen. Spezifische Beispiele dieser bevorzugten Verbindungen sind Tris-(2,4- dibromphenyl)-phosphat, Phenyl-bis-(2,4-dibromphenyl)-phosphat und Tris-(4-bromphenyl)-phosphat. Tris-(2,4-dibromphenyl)phosphat wird am meisten bevorzugt.

Somit kann die vorliegende Erfindung eine flammschützende Menge eines Tris-(monobromphenyl)-phosphats, Tris-(dibromphenyl)-phosphats, Tris-(tribromphenyl)-phosphats, Phenyl-bis- (dibromphenyl)-phosphats, Phenyl-bis-(tribromphenyl)-phosphats, Phenyl-bis-(pentabromphenyl)-phosphats, Diphenyltribromphenylphosphats, Diphenylpentabromphenylphosphats oder einer Kombination hievon anwenden.

Die styrolmodifizierten Polyphenylenether, die durch diese polybromierten Triphenylphosphate flammhemmend gemacht wurden, und ihre Herstellung sind den Fachleuten wohlbekannt, wie oben angegeben. Die bevorzugten Polyphenylenethermassen sind jene, die etwa 35 bis etwa 65 Gew.Teile Polyphenylenether und etwa 65 bis etwa 35 Gew.Teile kautschukmodifiziertes hochschlagfestes Polystyrol enthalten.

Die Polybromtriphenylphosphat-Flammschutzmittel gemäß der Erfindung können durch den Fachleuten wohlbekannte Verfahren hergestellt werden. Die folgenden Beispiele illustrieren diese Verfahren.

B e i s p i e l I:

Tris-(2,4-dibromphenyl)-phosphat In einen 2 l-Vierhalskolben, ausgestattet mit Stickstoffzerstäuber, Luftrührwerk, Thermometer, Zusatztrichter und Kühler mit einem Stickstoffauslaß, wurden 1011 g (4,01 Mol) 2,4-Dibromphenol und 18,0 g AlCl&sub3; (1,8 %, bezogen auf das Phenol) eingebracht. Die feste Mischung wurde auf 60ºC erhitzt, um das Dibromphenol zu schmelzen, und während 1S h wurden 208 g (1,36 Mol) POCl&sub3; zugesetzt, wobei die Topftemperatur auf 85ºC stieg. Dabei erfolgte Schäumen und HCl wurde mit rascher Rate abgegeben. Die Säure wurde in einer wässerigen NaOH-Falle neutralisiert. Das Erhitzen wurde fortgesetzt und es wurde 1 h bei 97 bis 100ºC und 4 S h bei 112 bis 117ºC gehalten. GLC-Analyse zeigte, daß noch eine geringe Menge an Phenolkomponenten vorhanden war. Weitere 4,5 g (0,029 Mol) POCl&sub3; wurden zugesetzt und die Mischung weitere 2 h auf 122 bis 137ºC erhitzt. Während die Topfmischung im geschmolzenen Zustand war, wurde sie in ein Becherglas gegossen und das verfestigte Produkt wurde mit Methanol zerrieben. Das Methanol entfernte 54,0 g lösliches Material. Die übrigen Feststoffe wurden in heißem Toluol gelöst und unlösliche Aluminiumsalze wurden abfiltriert. Dann wurde das Filtrat zweimal mit 100 ml 2 % NaOH und einmal mit Wasser gewaschen. Die Toluollösung ergab bei Konzentrieren insgesamt 629 g (60 % Ausbeute) Rohprodukt, Fp. 95-100ºC.

486 g des rohen Phosphats wurden durch Umkristallisation aus Toluol gereinigt, wobei 440 g farblose kristalline Feststoffe erhalten wurden, Fp. 103-106ºC.

Analyse: Berechnet für C&sub1;&sub8;H&sub9;Br &sub6;O&sub4;P: C 27,03 H 1,13 Br 60,00

gefunden: C 27,08 H 1,37 Br 60,06.

B e i s p i e l II:

Phenyl-bis-(2,4-dibromphenyl)-phosphat Eine Lösung enthaltend 278 g (1,10 Mol) 2,4-Dibromphenol (destilliert), 115 g (1,14 Mol) Triethylamin und 350 ml CH&sub2;Cl&sub2; wurde mit 115,8 g (0,55 Mol) Phenyldichlorphosphat 3 h bei 10 bis 15ºC und dann 1 h bei 20 bis 23ºC umgesetzt. Nach dem Abtrennen des Aminhydrochloridsalzes wurde die CH&sub2;Cl&sub2;-Lösung mit jeweils 100 ml H&sub2;O, 2 %igem wässerigen NaOH, gesättigter Nacl- Lösung und H&sub2;O gewaschen. Die gewaschene CH&sub2;Cl&sub2;-Lösung wurde konzentriert und das feste Produkt nach Waschen mit Methanol in 200 ml Toluol gelöst. Die Toluollösung wurde dann mit 1 %iger HCl-Lösung gewaschen, um eine Spurenmenge von Amin zu entfernen. Überschüssiges Toluol wurde entfernt und der ölige Rückstand verfestigte sich zu einer wachsartigen Masse, die als der gemischte Ester gesammelt wurde.

Analyse: Berechnen für C&sub1;&sub8;H&sub1;&sub1;B r&sub4;0&sub4;P: C 33,66 H 1,73 Br 49,82

gefunden: C 33,69 H 1,56 Br 49,77.

B e i s p i e l III:

Tris-(4-bromphenyl)-phosphat In einen 500 ml-Dreihalskolben, ausgestattet mit Luftrührwerk, Stickstoffzerstäuber, Thermometer und Kühler mit Stickstoffauslaß, wurden 100 g (0,578 Mol) 4-Bromphenol (Fp. 65ºC), 30 g (0,196 Mol) POCl&sub3; und 5,0 g AlCl&sub3; (5 %, bezogen auf das Gewicht des 4-Bromphenols) eingebracht. Unter Rühren wurde die Mischung innerhalb von 45 min auf 70ºC erhitzt. HCl-Bildung wurde zuerst festgestellt, als die Topftemperatur 40ºC erreichte, blieb dann 30 min bei 70ºC bei gleichbleibender Rate und hörte dann auf. Das Erhitzen wurde insgesamt 5 h auf 100ºC fortgesetzt. Zum Aufarbeiten wurde die Mischung auf 5ºC abgekühlt und 150 ml Methanol wurden zugesetzt. Der weiße Niederschlag wurde filtriert und in einem gemischten Lösungsmittel enthaltend 400 ml Aceton und 100 ml Toluol gelöst. Eine kleine Menge von unlöslichen Feststoffen (Aluminiumsalze) wurde abfiltriert und das Filtrat auf 100 ml eingeengt. Nach dem Zusatz von 50 ml Methanol zum Filtrat schieden sich farblose kristalline Feststoffe ab, die als Triester gesammelt wurden. Er schmolz bei 117 bis 110ºC mit einer klaren Schmelze.

B e i s p i e l IV:

Diphenyl-2,4,6-tribromphenylphosphat In einen 3 l-Dreihalskolben wurden 400 g (1,21 Mol) 2,4,6- Tribromphenol, 600 ml Methylenchlorid (über Nacht über Molekularsieben getrocknet) und 123 g (1,21 Mol) Triethylamin (über KOH getrocknet) eingebracht. Das Amin sollte mit einem Teil der 600 ml CH&sub2;Cl&sub2; zugegeben und langsam durch einen zusätzlichen Trichter zugesetzt werden, um örtliche Hitze beim Mischen zu vermeiden. Unter leichtem Erhitzen wurden etwa 50 ml CH&sub2;Cl&sub2; abdestilliert, um eine Spurenmenge Wasser zu entfernen. Beim Kühlen der Lösung auf 10ºC wurden 324,9 g (1,21 Mol) Diphenylchlorphosphat unter einer Stickstoffatomsphäre während 2 h zugesetzt. Die Topftemperatur wurde während dieses Zeitraumes bei 15 bis 20ºC gehalten. Nach dem Zusatz des Dichlorphosphats wurde das Bad entfernt und die Mischung auf Raumtemperatur erwärmen gelassen und weitere 1 h gemischt. Die Mischung wurde filtriert, um Triethylaminhydrochloridsalz zu entfernen, und das Filtrat wurde einmal mit 150 ml in HCl-Lösung und dann mit Wasser gewaschen, bis die Waschflüssigkeit neutral war. Die CH&sub2;Cl&sub2;-Lösung wurde mit wasserfreiem MgSO&sub4; getrocknet, filtriert und unter Vakuum gesetzt, um CH&sub2;Cl&sub2; zu entfernen. Der bräunliche ölige Rückstand (618 g, Ausbeute 91 %) wurde als Produkt gesammelt.

Testverfahren Probenherstellung

Um Harz und Additive für die im nachstehenden beschriebenen Versuche zu mischen, wurde eine Trockenmischung des pulverförmigen Harzes und des flüssigen oder festen Additivs hergestellt. Die Trockenmischung wurde dann in den Doppelschneckenextruder bei einer vorgewählten Temperatur eingebracht. Das Harz und die Additive wurden im Extruder durch Schmelzen gemischt, in dem die Temperatur und die Mischschnecke die Bestandteile plastifizieren und mischen. Die geschmolzene Mischung trat durch eine Düse aus, gelangte sofort in ein Kühlbad (Wasser) und wurde dann zu Pellets zerkleinert. Die Pellets wurden spritzgegossen, um die Verarbeitbarkeit zu bestimmen und Proben zum Testen auf Entflammbarkeit und für andere Versuche herzustellen, wobei als Kontrolle ein isopropyliertes Tris-(phenyl)-phosphat, auch als Kronitex -Flammschutzmittel bekannt, verwendet wurde. Das in jedem Fall verwendete Harz war Noryl PX844, hergestellt von General Electric Corporation, ein Gemisch von Poly-(2,6-dimethyl-1,2-phenylen)-ether und hochschlagfestem Polystyrol mit einem Erweichungspunkt von ungefähr 137ºC.

Test auf Flammschutz

Die wie oben hergestellten Massen wurden dem vertikalen Brenntest von Underwriters Laboratory, UL-94, unterworfen, in dem eine Probe (12,7·1,27·0,16 cm) [5,0·50,5·0,0625 Zoll] 10 Sekunden vertikal einer Bunsenbrennerflamme ausgesetzt wurde. Die Probe wurde am Boden angezündet und brannte nach oben. Wenn die Probe innerhalb von 30 Sekunden selbst verlöschte, erfolgte eine weitere 10 Sekunden lange Anwendung. Brennende Tröpfchen wurden auf trockene absorbierende chirurgische Watte fallen gelassen, die sich 30,5 cm (12 Zoll) unter der Probe befand. Wenn die durchschnittliche Brennzeit für 10 Proben weniger als 5 Sekunden betrug und die Tröpfchen die Watte nicht entzündeten, wurde das Material mit V-0 bewertet. Wenn die Zeit mehr als 5 Sekunden, aber weniger als 25 Sekunden betrug und die Tröpfchen die Watte nicht entzündeten, wurde das Material mit V-1 eingestuft. Wenn die Probe selbst verlöschend war, aber die Baumwolle entzündet wurde, wurde das Material mit V-2 eingestuft.

Die Ergebnisse der Entflammbarkeitsversuche sind in Tabelle I angegeben. Die in der Tabelle angeführten Daten stellen den Durchschnitt oder Bereich von in jedem Test erhaltenen Daten dar. Römische Ziffern identifizieren die Verbindung durch die in den obigen Herstellungsbeispielen verwendete Zahl.

Im allgemeinen ergaben die Verbindungen der Beispiele I bis III eine UL-94-Bewertung von V-0, wenn sie in einer Menge von 10 bis 12 Teilen Testverbindung pro 100 Teile Harz verwendet wurden, während stets mindestens 15 Teile der Kontrollverbindung erforderlich waren, um eine Grenzbewertung V-0 zu erhalten. Die Verbindung von Beispiel IV, die nur mit 12 Teilen getestet wurde, erhielt die gleiche UL-Bewertung wie die Kontrolle bei 15 Teilen.

Spannungsrißbildungstest

Die im Spannungsrißbildungstest verwendeten Proben waren spritzgegossene Stäbe mit den Abmessungen 6,35·1,27·0,32 cm (2,5·0,5·0,125 Zoll). Der Stab wurde in eine Spannvorrichtung gegeben, um eine Spannung von ungefähr 1 % zu erhalten. Das zu untersuchende flüssige Flammschutzmittel wurde über die Mitte 1,27 cm (0,5 Zoll) des Stabes aufgebürstet. Die Zeit bis zum ersten sichtbaren Riß und bis zum völligen Bruch des Stabes wurde aufgezeichnet. Der Versuch wird bei Raumtemperatur oder bei erhöhter Temperatur durchgeführt.

Die Ergebnisse sind in Tabelle II angegeben. Für die Verbindung von Beispiel IV erfolgte während eines Zeitraumes von 200 Stunden keine feststellbare Spannungsrißbildung, während bei der Kontrolle Spannungsrißbildung in einer R h erfolgte.

Spiraltest

Die Bewertung des Kunststoffflusses auf Verarbeitbarkeit erfolgte unter Verwendung einer Spritzgußmaschine und einer Spiralfließform. Die Form bestand aus einem Hohlraum in Form einer Spirale, in der Fließ- oder Distanzzahlen in Zoll im Hohlraum eingeschrieben sind. Geschmolzener Kunststoff gelangt in die Form und füllt den Hohlraum der Form. In Abhängigkeit vom Fließmerkmal des Kunststoffharzes füllt sich die Spirale mehr (besserer Fluß) oder weniger (geringerer Fluß). Der Fluß hängt auch vom Formungsprofil (Spritzgußtemperaturen und -drücke, Einspritzvolumen etc.) ab, daher wurde ein Vergleich der verschiedenen Harzmassen unter den gleichen Bedingungen gemacht. Die Ablesung des Flusses erfolgte durch Entfernen der geformten Spirale und Ablesen der Zahl von Zoll des Flusses.

Die Ergebnisse zusammen mit Beobachtungen hinsichtlich der Formungsmerkmale sind in Tabelle III angeführt. In dieser Reihe von Versuchen wurden zwei Kontrollen verwendet, nämlich Kronitex 50 (Kontrolle A) und eine Mischung von bromiertem Polystyrol/Antimonoxid (Kontrolle B). Die Daten illustrieren, daß, während Kontrolle A und die Testverbindungen ausgezeichnete Verarbeitbarkeit zeigen, die Verbindungen der Erfindung beim Formen weder rauchen noch einen Saft bilden, wie dies bei der Kontrolle A der Fall ist. Die Daten zeigen auch, daß, obwohl die Mischung bromiertes Polystyrol/Antimonoxid, Kontrolle B, nicht raucht oder einen Saft bildet, sie eine sehr schlechte Verarbeitbarkeit aufweist.

Schlagfestigkeitsversuch

Die Schlagfestigkeit von erfindungsgemäßen Massen wurde durch die Izod-Kerbschlagzähigkeitsmethode des ASTM-Tests D- 256, Methode A, unter Verwendung von Proben mit den Abmessungen 6,35·1,27·0,32 cm (2,5·0,5·0,125 Zoll) gemessen. In dieser Methode wurde eine als vertikaler Freiträger gehaltene gekerbte Probe durch eine einzige Schwingung eines Pendels gebrochen. Die Kraft, die zum Brechen der Probe erforderlich war, wurde berechnet und in N (Zoll-Pfund) angegeben.

Die Proben wurden auch durch die Gardner-Methode, ASTM D 3029, Methode G, die hier durch Bezugnahme aufgenommen ist, auf Schlagfestigkeit getestet.

Die Ergebnisse sind in Tabelle IV gezeigt. Die Verbindungen I und III ergaben sowohl im Izod- als auch im Gardner-Schlagtest die gleiche oder eine etwas bessere Schlagfestigkeit als die Kontrolle A. Die Verbindung IV ergab bei 12 Teilen eine etwas niedrigere Izod-Schlagfestigkeit als jene, die die Kontrolle A bei 15 Teilen ergab. Alle Testverbindungen ergaben eine wesentlich bessere Gardner-Schlagfestigkeit als Kontrolle B.

Temperaturformstabilitätstest

Die Temperatur, bei der Verformung beim Aussetzen an allmähliches Erhitzen erfolgt, wurde gemäß ASTM D 648-82 bestimmt. Proben mit den Abmessungen 12,7·1,27·0,32 cm (5·0,5·0,125 Zoll), die an beiden Enden gehalten waren, wurden in eine Flüssigkeit eingetaucht und an der Mitte der Probe einem Druck von 1820 kPa (264 psi) ausgesetzt. Messungen der Biegung wurden durchgeführt, wobei die Temperatur des flüssigen Mediums allmählich auf eine Temperatur erhöht wurde, bei der die Mitte der Probe um 0,25 mm gebogen wurde. Diese Temperatur wurde als die Biegungstemperatur aufgezeichnet und ist in Tabelle IV angegeben.

Die Temperaturformstabilität der Testverbindungen war in allen Fällen gegenüber jener der Kontrolle A wesentlich besser.

Tabelle 1 Entflammbarkeitsdaten für Noryl® PX844
Flammschutzmittel UL-94-Bewertung (Verbindung von Beispiel) Kontrolle a) Gew.Teile Flammschutzmittel pro 100 Gew.Teile Harz
Tabelle II Spannungsrißbildung von Noryl® PX844
Flammschutzmittel Zeit bis zum Reißen Kommentar (Verbindung von Beispiel) fest Kontrolle
Tabelle III Spiralfließ- und Formungsmerkmale
Flammschutzmittel pph a Spirralfluß b Formungsmerkmale c Rauchen Saftbildung nein Kontrolle A d ja Kontrolle B e a) Gew.Teile Flammschutzmittel pro 100 Gew.Teile Harz b) cm (Zoll) c) bei 260ºC (500ºF) Formungstemperatur d) Kronitex® 50 e) 12 pph bromiertes Polystyrol plus 3 pph Antimonoxid
Tabelle IV Schlagfestigkeits- und Temperaturformstabilitätsdaten
Flammschutzmittel pph a Schlagfestigkeit Izod Gardner Biegung Temp. ºC (ºF) N (Zoll-Pfund)Kontrolle A b Kontrole B c a) Gew.Teile Flammschutzmittel pro 100 Gew.Teile Harz b) Kronitex® c) 12 pph bromiertes Polystyrol plus 3 pph Antimonoxid


Anspruch[de]

1. Flammhemmende thermoplastische Formmasse, gekennzeichnet

durch

(a) 100 Gew.Teile eines Polyphenylenetherharzes umfassend ein Polyphenylenetherharz und ein Styrolharz und

(b) 8 bis 15 Gew.Teile eines Polybromtriphenylphosphats der Formel

worin n eine ganze Zahl mit einem Wert von Null bis 5 inklusive ist, die die Zahl von Bromatomen an jedem Phenylring darstellt, und das Verhältnis von Bromatomen zu Phosphoratomen 3 bis 10 ist.

2. Masse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Flammverzögerungsmittel ausgewählt ist aus Tris-(2,4-dibromphenyl)-phosphat, Phenyl-bis-(2,4-dibromphenyl)-phosphat und Tris-(4-brompheny)-phosphat.

3. Masse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Flammverzögerungsmittel Tris-(2,4-dibromphenyl)-phosphat ist.

4. Verfahren zum Hemmen der Entflammbarkeit von modifizierten Polyphenylenetherformmassen, dadurch gekennzeichnet, daß in 100 Gew.Teile eines Polyphenylenetherharzes umfassend ein Polyphenylenetherharz und ein Styrolharz 8 bis 15 Gew.Teile eines Polybromtriphenylphosphats der Formel

worin n eine ganze Zahl mit einem Wert von Null bis b ist, die die Zahl von Bromatomen an jedem Phenylring darstellt, und das Verhältnis von Bromatomen zu Phosphoratomen 3 bis 10 ist, eingearbeitet werden.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Polybromtriphenylphosphat ausgewählt ist aus Tris-(2,4-dibromphenyl)-phosphat, Phenyl-bis-(2,4-dibromphenyl)-phosphat und Tris-(4-brompheny)-phosphat.

6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß 8 bis 15 Gew.Teile Tris-(2,4-dibromphenyl)-phosphat pro 100 Gew.Teile eines styrolmodifizierten Polyphenylenharzes gekennzeichnet durch 35 bis 65 Gew.Teile Polyphenylenether und 65 bis 35 Gew.Teile hochschlagfestes Styrol verwendet werden.







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