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Dokumentenidentifikation DE3832890C2 28.10.1993
Titel Vorrichtung zum Heben und Senken einer Last
Anmelder D B Industries, Inc., Red Wing, Minn., US
Vertreter Grünecker, A., Dipl.-Ing.; Kinkeldey, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Stockmair, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Ae.E. Cal Tech; Schumann, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Jakob, P., Dipl.-Ing.; Bezold, G., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Meister, W., Dipl.-Ing.; Hilgers, H., Dipl.-Ing.; Meyer-Plath, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Ehnold, A., Dipl.-Ing.; Schuster, T., Dipl.-Phys., Pat.-Anwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 28.09.1988
DE-Aktenzeichen 3832890
Offenlegungstag 20.04.1989
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.10.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.10.1993
IPC-Hauptklasse B66D 3/10

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Heben und Senken einer Last der im Oberbegriff von Anspruch 1 erläuterten Art.

Eine derartige Vorrichtung ist aus der US-PS16 36 273 bekannt. Die bekannte Vorrichtung enthält ein keilförmiges Bremsteil, das mit Hilfe zweier Laschen frei drehbar auf der Drehachse der Riemenscheibe gelagert ist. Das Bremsteil kann aus einer bremswirksamen Stellung durch die Bewegung der Riemenscheibe in eine bremswirksame Stellung verdreht werden. Zu diesem Zweck ist eine Bremsbetätigungseinrichtung in Form zweier Klinken vorgesehen, die an den Laschen schwenkbar gelagert sind, über die Laschen vorstehen und durch eine Feder in Richtung auf die Riemenscheibe belastet werden. Im Kontaktbereich der Klinken mit der Riemenscheibe ist diese mit einem Kranz von Sperrzähnen versehen, die das übliche sägezahnähnliche Aussehen haben, d. h. mit einer relativ steil verlaufenden Anschlagfläche und mit einer flacheren Fläche versehen sind, über die die Klinke wirkungslos gleiten kann. Beim Bewegen der Riemenscheibe in einer Richtung zum Anheben der Last dreht sich der Kranz der Sperrzähne unter der Klinke durch, wobei durch die Reibung der Klinken auf den flacheren Seiten der Sperrzähne das Bremsteil zwar in Anlage an das Seil gezogen wird, dort jedoch keine Bremswirkung entfalten kann. Bewegt sich jedoch die Riemenscheibe infolge eines nachlassenden Zugs am Seil in eine Richtung, in der die Last absinken würde, so kommt sofort eine der steilen Anschlagflächen mit der Klinke in Eingriff und verschwenkt das Bremsteil zur anderen Seite der Riemenschiebe, wo es das Seil zwischen sich und einer am Gehäuse angeordneten Bremsfläche einklemmt. Damit mit der bekannten Vorrichtung die Last auch abgesenkt werden kann, ist eine weitere, starke Blattfeder notwendig, mit der die Klinken aus ihrem Eingriff mit dem Sperrzahnkranz herausgehoben und in dieser Stellung gehalten werden können. Damit wird jedoch das gesamte Bremssystem unwirksam gemacht und muß erst wieder reaktiviert werden, bevor erneut eine Last angehoben wird. Wird die Reaktivierung vergessen, so wird die Vorrrichtung nachfolgend ohne Bremse verwendet, was insbesondere bei Rettungseinrichtungen oder bei Verwendung der Vorrichtung bei Hochhäusern od. dgl. zu schweren Unfällen führen kann.

Die DE-PS 8 27 244 zeigt eine Vorrichtung zum Anheben einer Last, bei der die Seilscheibe gegen Drehung blockiert wird, sobald die Last anfängt abzusinken. Auch bei dieser Vorrichtung muß manipuliert werden, bevor eine Last absichtlich abgesetzt werden kann. Eine Bremse für das Seil ist nicht vorgesehen.

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der genannten Art bereitzustellen, mit der eine Last angehoben und abgesenkt werden kann, ohne daß die obengenannten Sicherheitsprobleme auftreten können.

Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Durch die intermittierende Beaufschlagung der Bremse beim Anheben der Last verbleibt zwischen den einzelnen Beaufschlagungszuständen ein Zwischenraum, in dem die Last abgesenkt werden kann, ohne daß das gesamte Bremssystem völlig unwirksam gemacht werden muß. Durch die Anzeige des Betriebszustandes der Bremse wird dem Bedienpersonal eine konkrete Information vermittelt, ob ein Absenken der Last möglich ist oder nicht, wobei entweder der Zustand der Bremsbeaufschlagung oder der Zustand zwischen zwei Bremsbeaufschlagungen angezeigt werden kann.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Ansprüchen 2 bis 13 zu entnehmen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine Seitenansicht einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung mit einer daran befestigten Last,

Fig. 2 eine vergrößerte Seitenansicht eines Teils einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung,

Fig. 3 einen Querschnitt in der Ebene III-III von Fig. 2,

Fig. 4 eine perspektivische Exposionsdarstellung von Nocken und Riemenscheibe der Ausführungsform von Fig. 2,

Fig. 5 eine Schnittansicht der Ebene V-V aus Fig. 3 zur Verdeutlichung eines Bremssystems der Ausführungsform in bremsunwirksamer Stellung.

Fig. 6 eine Schnittansicht der Ebene V-V aus Fig. 3, in der das Bremssystem in dieser Ausführungsform in bremsbereitem Zustand gezeigt ist,

Fig. 7 eine Schnittansicht der Ebene V-V aus Fig. 3 zur Verdeutlichung der Funktion eines Bremssystems beim Absenken einer Last mit einer über einem Geschwindigkeitschwellwert liegenden Absenkgeschwindigkeit,

Fig. 8 eine Detaildarstellung einer Einweg-Riemenscheibe der bevorzugten Ausführungsform,

Fig. 9 einen Querschnitt in der Ebene IX-IX von Fig. 8,

Fig. 10 eine Seitenansicht eines Bremsanzeigesystems der bevorzugten Ausführungsform, bei dem eine Bremsanzeigeflagge in einer bestimmten Position anzeigt, daß das Bremssystem bremsunwirksam ist, und

Fig. 11 eine Seitenansicht eines Bremsanzeigesystems der bevorzugten Ausführungsform, bei dem eine Bremsanzeigeflagge in einer bestimmten Position anzeigt, daß das Bremssystem bremsbereit ist.

In den Fig. 1 bis 3 wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung gezeigt. Eine Vorrichtung 2 zum Heben und Senken weist ein Gehäuse 4, eine Haupt-Riemenscheibe 6, einen Nocken 16, einen Nockenfolger 20, ein Bremsteil 30 und eine Einweg-Riemenscheibe 40 auf. Das Gehäuse 4 besteht zweckmäßigerweise aus Aluminium und ist mit einer Bremsfläche 5 versehen. Mit dem Gehäuse 4 ist einstückig eine Befestigungsverlängerung 3 verbunden, die eine Öffnung 11 aufweist. Eine Befestigungsvorrichtung 15, wie ein Haken oder ein Seil, greift an der Befestigungsverlängerung 3 durch die Öffnung 11 an. Auf diese Weise läßt sich die Vorrichtung zum Heben und Senken einer Last an verschiedenen Orten anbringen.

Die Haupt-Riemenscheibe 6 besteht zweckmäßigerweise aus Aluminium und ist am Gehäuse 4 mittels einer Welle 8 und einem Gleitlager 21 drehbar gelagert, das sich durch eine Bohrung 7 (Fig. 4) erstreckt. Die Haupt-Riemenscheibe 6 weist eine bohrungsartige Vertiefung 10 auf, in der Übergeschwindigkeitsklinken 12 und eine Ratschen-Klinke 14 schwenkbar angebracht sind. Zweckmäßigerweise bestehen die Übergeschwindigkeits-Klinken 12 und die Ratschen-Klinke 14 aus Bronze. Wie am besten aus Fig. 5 zu entnehmen ist, beaufschlagen Torsionsdrahtfedern 9 die Übergeschwindigkeits-Klinken 12 radial nach innen in Richtung auf das Zentrum der Haupt-Riemenscheibe 6. Eine Torsionsdrahtfeder 13 beaufschlagt die Ratschen-Klinke 14 radial nach außen in Richtung auf die innere Oberfläche der bohrungsartigen Vertiefung 10. Ein Nocken 16 mit als Vorsprünge 18 ausgebildeten Anschlägen ist mit einer Bohrung 19 auf der Haupt-Riemenscheibenwelle 8 so positioniert, daß die Vorsprünge 18 sich in die Vertiefung 10 erstrecken. Wie am besten den Fig. 10 und 11 zu entnehmen ist, besitzt der Nocken 16 eine Rippe 17. Zweckmäßigerweise sind der Nocken 16, seine Vorsprünge 18 und die Rippe 17 als eine Baueinheit aus Stahl geschmiedet.

Gemäß den Fig. 5, 6 und 7 ist ein Nockenfolger 20 schwenkbar an einem Schwenkarm 22 angebracht, der drehbar am Gehäuse 4 mittels einer Schwenkwelle 24 angelenkt ist. Der Nockenfolger 20 kann kreisförmig und aus Messing hergestellt sein. Eine Torsionsdrahtfeder 23 beaufschlagt den Schwenkarm 22 in Richtung auf die Haupt-Riemenscheibe 6. Eine Verlängerung 26 des Schwenkarmes 23 ist mit diesem schwenkbar verbunden, und zwar mittels einer Schwenkwelle 28. Ein Bremsteil 30, zweckmäßigerweise in keilförmiger Form, ist an der Verlängerung 26 angebracht. Vorteilhafterweise bestehen der Schwenkarm 22, die Verlängerung 26 und das Bremsteil 30 aus Stahl, wobei das Bremsteil 30 mit der Verlängerung 26 des Schwenkarmes 22 durch eine Schraube 31 verbunden ist. Eine Torsionsdrahtfeder 29 beaufschlagt die Verlängerung 26 des Schwenkarmes 22 in Richtung auf die Haupt-Riemenscheibe 6.

Gemäß den Fig. 10 und 11 ist am Gehäuse 4 an einem Lagerbock 34 ein Bremsindikator 32, zweckmäßigerweise aus Aluminium, schwenkbar befestigt. Der Lagerbock 34 ist mit dem Gehäuse 4 einstückig und nimmt eine Schwenkwelle 24 auf. Der Bremsindikator 32 besitzt eine farbige Flaggenzone 36, eine nicht-farbige Zone 37 und einen Hebel 33. Das Gehäuse 4 weist ein Flaggenfenster 38 auf, durch das ein Ausschnitt des Bremsindikators 32 zu sehen ist. Eine Zugfeder 35 beaufschlagt den Bremsindikator 32 entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil 39).

Gemäß den Fig. 8 und 9 ist am Gehäuse 4 mit einer Welle 42 und einem Gleitlager 48 eine Einweg-Riemenscheibe 40befestigt. Die Einweg-Riemenscheibe 40 besteht zweckmäßigerweise aus Aluminium und weist eine Bohrung 44 auf, die eine Bremsfläche 49 definiert. Die Bremsfläche 49 besitzt eine Vielzahl von Ratschenzähnen 43. In der Nachbarschaft der Einweg-Riemenscheibe 40 ist eine Hängeplatte 46 fest angebracht, die die Welle 42 der Einweg-Riemenscheibe 40 umgibt. Zweckmäßigerweise sind nicht-gezeigte Lagerböcke am Gehäuse an jeder Seite der Hängeplatte 46 vorgesehen, um die Hängeplatte 46 in ihrer Position festlegen zu können. Die Hängeplatte 46 weist eine Öffnung 47 zum Aufnehmen eines Hakens oder Ringes, z. B. eines Karabiners, auf. Ein Hänge-Stop-Zapfen 50 ist an der Hängeplatte 46 angeschweißt. Der Zapfen 50 erstreckt sich in die Bohrung 44. Ein Blockierelement 51, zweckmäßigerweise von sichelförmiger Gestalt, ist ebenfalls in der Bohrung 44 untergebracht. Eine Torsionsfeder 45 beaufschlagt das Blockierelement 51 in Richtung auf eine Stellung zwischen dem Zapfen 50 und der Bremsfläche 49. Zweckmäßigerweise sind die Hängeplatte 46, der Hänge-Stop-Zapfen 50 und das Blockierelement 51 aus rostfreiem Stahl hergestellt.

Eine Leine 52, die zweckmäßigerweise ein KMIII-statisches Kernmantel-Seil der Firma New England Ropes aus New Bedford, Massachusetts, ist, aber auch ein Kabel oder ein anderes ähnliches Objekt aus flexiblem Material sein kann, läuft durch das Gebäude 4 über die Haupt-Riemenscheibe 6. Eine Last 54 sit mit einem Ende der Leine 52 verbunden. Die Last kann ein lebendiges Wesen oder ein Gegenstand sein, z. B. eine Person, ein Rettungsstuhl, ein Safe oder eine Kiste. Am anderen Ende der Leine 52 wird durch eine Ziehvorrichtung 56 gezogen.

Fig. 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung mit der angehängten Last 54. Eine Hilfs-Riemenscheibe 58 ist in einem Hilfs-Riemenscheibengehäuse 60 enthalten. Das Hilfs-Riemenscheibengehäuse 60 ist an die Last 54 angeschlossen. Die Leine 52 ist fest mit dem Gehäuse 60 der Hilfs-Riemenscheibe 58 verbunden und läuft über die Einweg-Riemenscheibe 40, danach über die Hilfs-Riemenscheibe 58 bevor sie über die Haupt-Riemenscheibe 6 läuft. Zweckmäßigerweise greift die Ziehvorrichtung 56 stets am Teil 66 der Leine 52 an, der sich vom Gehäuse 4 wegerstreckt, in dem das Bremsteil 30 angeordnet ist.

Gemäß Fig. 6 wird die Last 54 in einer nach oben gerichteten Richtung 55 angehoben, wenn die Ziehvorrichtung 56 an der Leine 52 in einer Richtung 53 nach unten zieht. Während die Ziehvorrichtung 56 an der Leine 52 zieht, dreht sich die Haupt-Riemenscheibe 6 entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil 57) um die Welle 8 der Haupt-Riemenscheibe. Sobald sich die Haupt-Riemenscheibe 6 in dieser Weise dreht, greift die Ratschen-Klinke 14 an einem der Vorsprünge 18 an und zwingt den Nocken 16 zur Drehung mit der Haupt-Riemenscheibe 6. Sobald der Nocken 16 sich dreht, greift er intermittierend am Nockenfolger 20. Wie Fig. 5 dies am besten erkennen läßt, zwingt der Nockenfolger 20 den Schwenkarm 22 und dessen Verlängerung 26 um die Schwenkwelle 24 zu einer Schwingbewegung entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil 57). Die Bewegung der Verlängerung 26 des Schwenkarms 22 zieht zusammen mit der Kraft der Torsionsdrahtfeder 29 das Bremsteil 30 aus seiner Bremsstellung. Wenn der Nocken 16 am Nockenfolger 20 angreift, ist somit das Bremssystem, das auch als Leinenrückhaltesystem bezeichnet werden kann, bremsunwirksam.

Wie am besten aus den Fig. 10 und 11 zu entnehmen ist, greift die Rippe 17 des Nockens 16 intermittierend am Bremsanzeige-Hebel 33 an, wenn sich der Nocken 16 entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil 57) dreht. Der Bremsanzeige-Hebel 33 wird annähernd zur selben Zeit beaufschlagt wie der Nockenfolger20. Sobald die Rippe 17 am Nocken 16 den Hebel 33 beaufschlagt, wird der Bremsindikator 32 im Uhrzeigersinn (Pfeil 27) um den Lagerblock 34 verdreht. Sobald der Bremsindikator 32 verdreht wird, wird die hellgefärbte Flaggenzone 36 so positioniert, daß sie durch das Flaggenfenster 38 des Gehäuses 4 sichtbar wird. Es ist deshalb bei bremsunwirksamem Bremssystem die gefärbte Flaggenzone 36 durch das Flaggenfenster 38 sichtbar. Durch Vertauschen der Zonen 36, 37 kann die gefärbte Flaggenzone 36 auch sichtbar gemacht werden, wenn das Bremssystem bremswirksam ist. Auf diese Weise zeigt der Bremsindikator 32 den Arbeitszustand des Bremssystems an.

Gemäß Fig. 6 ist bei in der Bremsstellung befindlichem Bremsteil 30 das Bremssystem bremswirksam und die Leine 52 wird daran gehindert, sich in Richtung eines Pfeiles 68 zu bewegen, in der die Last 54 abgesenkt würde. Solange das Bremsteil 30 in der Bremsstellung steht und die Leine 52 nachgelassen wird, wird das Bremsteil 30 durch die Reibungskraft der Leine 52 am Bremsteil 30 und durch die Kraft der Torsionsfeder 23 zwischen die Leine 52 und die Haupt-Riemenscheibe 6 gezwungen. Durch das zwischen die Leine 52 und die Haupt-Riemenscheibe 6 gedrückte Bremsteil 30 wird die Leine 52 gegen die Bremsfläche 5 angepreßt. Diese Kraft ist ausreichend, die Leine 52 festzuhalten, so daß sie sich nicht in der Lastabsenkrichtung bewegen kann. Auf diese Weise wird die Leine 52 gebremst.

Wie Fig. 5 am deutlichsten zeigt, wird die Last 54 in der Lastabsenkrichtung 68 abgesenkt, wenn sich das Bremsteil 30 nicht in der Bremsstellung befindet, weil es durch den Nocken 16 und durch dessen Angriff am Nockenfolger 20 aus seiner Bremsstellung gebracht wurde. Wenn die Last 54 abgesenkt wird veranlaßt die Leine 52 die Haupt-Riemenscheibe 6 zu einer Drehbewegung im Uhrzeigersinn (Pfeil 59). Bei dieser Drehung der Haupt-Riemenscheibe 6 verharrt der Nocken 16 infolge der Reibungskraft zwischen dem Nocken 16 und dem Nockenfolger 20 und zwischen dem Nocken 16 und der Welle 8 der Haupt-Riemenscheibe 6 stationär. Infolge der Form der Ratschen-Klinke 14 und der Kraft der Torsionsdrahtfeder 13 greift die Ratschen-Klinke 14 nicht an den Vorsprüngen 18 an. Hingegen versetzen die Vorsprünge 18 des Nockens 16 die Ratschen-Klinke 14, wenn sich die Haupt-Riemenscheibe in der vorbeschriebenen Weise dreht. Auf diese Weise bleibt das Bremssystem bremsunwirksam beim Absenken der Last 54.

Wenn die Last 54 (Fig. 7) rasch abgesenkt wird oder wenn die Ziehvorrichtung 56 die Leine 52 vollständig freigibt, was die Last zu einem raschen Absenken veranlaßt, dreht sich die Haupt-Riemenscheibe 6 im Uhrzeigersinn (Pfeil 59). Sobald die Last 54 mit einer Geschwindigkeit sinkt, die oberhalb einer ausgewählten Geschwindigkeit liegt, z. B. ca. 1 ms, wird sich auch die Haupt-Riemenscheibe 6 mit einer oberhalb einer vorgewählten Drehzahl, z. B. 450 U/min liegender Drehzahl, drehen. Bei dieser Drehzahl der Haupt-Riemenscheibe 6 entsteht eine Zentrifugalkraft, die groß genug ist, die Beaufschlagungskraft der Federn 9 an den Übergeschwindigkeits-Klinken 12 zu überwinden. Die Zentrifugalkraft bringt deshalb die Übergeschwindigkeits-Kliniken 12 dazu, sich nach außen zu schwenken und an wenigstens einem der Vorsprünge 18 anzugreifen. Sobald eine Übergeschwindigkeits-Klinke 12an einem Vorsprung angreift, dreht sich der Nocken 16 mit der Haupt-Riemenscheibe und bringt den Nockenfolger 20 außer Eingriff, so daß das Bremsteil 30 in seine Bremsstellung zurückspringt. Auf Grund dieser Bewegung wird das Ablaufen der Leine 52 in Lastabsenkrichtung (Pfeil 68) und damit das Absenken der Last 54 gestoppt. Dieses Prinzip der Übergeschwindigkeits-Schutzvorrichtung ist ausreichend bekannt.

Die Einweg-Riemenscheibe (Fig. 8 und 9) funktioniert wie folgt: Wenn die Einweg-Riemenscheibe 40 bestrebt ist, sich in Richtung des Uhrzeigersinns (Pfeil 62) zu drehen, wird das Blockierelement 51 zwischen dem Hänge-Stopp-Zapfen 50 und die Bremsfläche 49 der Einweg-Riemenscheibe 40 durch einen der Ratschenzähne 43 und durch die Kraft der Feder 43 gezwängt. Sobald sich die Einweg-Riemenscheibe entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil 64) dreht, bringt die Reibung der Bremsfläche 49 das Bremselement dazu, sich aus der Stellung zwischen dem Hänge-Stopp-Zapfen 50 und der Bremsfläche 49 leicht herausziehen. Dies gestattet es dann der Einweg-Riemenscheibe 40, sich entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil 64) frei zu drehen.

Die Einweg-Riemenscheibe 40 kann verwendet werden, um Schwierigkeiten zu vermindern, die sich beim Absenken der Last 54 durch einen Menschen ergeben können. Die Einweg-Riemenscheibe 40 ist so angeordnet, wie in Fig. 1 gezeigt, so daß sie sich nur entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil 64) dreht. Beim Anheben der Last 54 dreht sich die Einweg-Riemenscheibe 40 frei und reduziert auf diese Weise die zu Anheben der Last 54 aufzubringende Kraft. Wird hingegen die Last 54 abgesenkt, dreht sich die Einweg-Riemenscheibe 40 nicht mehr und erzeugt eine Reibungskraft, wenn die Leine 52 auf ihr gleitet. Diese Reibungskraft vermindert die nach oben gerichtete Kraft im Leinenabschnitt 66 und erleichtert es für die Ziehvorrichtung (in diesem Fall einen Menschen), die Last 54 leicht und sanft mit einer gleichbleibenden Geschwindigkeit abzusenken.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Heben und Senken einer Last, mit einer mit der Last zu verbindenden Leine, auf die eine Zugkraft aufbringbar ist, einem Gehäuse mit einer darin sowohl zum Heben als auch zum Senken der Last drehbar gelagerten Riemenscheibe mit einer die Leine aufnehmenden Oberfläche, und mit einer eine Bremsbetätigungseinrichtung und ein Bremsteil aufweisenden Bremse, wobei das Bremsteil bei der Drehung der Riemenscheibe in eine bremswirksame und eine bremsunwirksame Stellung bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremsteil (30) durch die Bremsbetätigungseinrichtung (16, 20) beim Aufbringen einer Zugkraft zum Anheben der Last (54) intermittierend beaufschlagt wird, und daß eine von der Bremse betätigte Anzeigeeinrichtung (32) zum Anzeigen eines Betriebszustandes der Bremse vorgesehen ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsbetätigungseinrichtung (16, 20) eine mit der Riemenscheibe (6) selektiv drehbare Rippe (17) und die Anzeigeeinrichtung (32) einen beweglich am Gehäuse (4) gelagerten Bremsindikator mit einem mit der Rippe (17) derart in Eingriff bringbaren Hebel (33) aufweist, daß der Bremsindikator im vorbestimmten Betriebszustand in eine visuell sichtbare Position bewegbar ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsbetätigungseinrichtung einen mit der Riemenscheibe (6) drehbaren Nocken (16) und einen Nockenfolger (20) aufweist, daß das Bremsteil (30) über ein Gestänge (22, 26, 28) mit dem Nockenfolger (20) verbunden ist und mit einer Bremsfläche (5) am Gehäuse (4) zusammenwirkt, wobei der Nocken (16) mit dem Nockenfolger (20) bei jeder Drehung der Riemenscheibe (6) in einer Richtung (57) zum Anheben der Last (54) intermittierend in und außer Eingriff kommt, um das Bremsteil (30) in und aus einer Bremsbereitschaftsstellung zu bewegen.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremsteil (30) über das Gestänge (22, 26, 28) relativ zum Nockenfolger (20) derart bewegbar ist, daß das Bremsteil (30) durch eine von einer Bewegung (Pfeil 68) der Leine (52) beim Absenken der Last (54) bewirkten Reibungskraft aus der Bremsbereitschaftsstellung in die bremswirksame Stellung gezogen wird.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Riemenscheibe (6) und der Nocken (16) über wenigstens einen Anschlag (18) und eine mit dem Anschlag (18) bei einer Drehung der Riemenscheibe (6) in einer Richtung (57) zum Anheben der Last (54) in Eingriff und bei einer Drehung der Riemenscheibe (6) in Gegenrichtung (59) zum Absenken der Last (54) außer Eingriff bringbare Klinke (14) verbunden sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremsteil (30) beim Verdrehen der Riemenscheibe (6) in einer Richtung (59) zum Absenken der Last (54) durch den Nocken (16) und den Nockenfolger (20) in der bremsunwirksamen Stellung gehalten ist.
  7. 7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rippe (17) fest mit dem Nocken (16) verbunden ist, und daß der Bremsindikator (32) eine vorbestimmte Stellung des Nockens (16) relativ zum Nockenfolger (20) anzeigt.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich eine Einweg-Riemenscheibe (40) vorgesehen ist, die bei einer Bewegung (Pfeil 53) der Leine (52) zum Anheben der Last frei drehbar gelagert ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einweg-Riemenscheibe (40) einen mit einer Bremsfläche (49) versehenen Zylinder (40, 44), einen relativ zur Bremsfläche (49) feststehenden Zapfen (50) und ein Blockierelement (51) aufweist, das bei einer Bewegung (Pfeil 68) der Leine (52) zum Absenken der Last (54) zwischen der Bremsfläche (59) und dem Zapfen (50) festklemmbar ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich eine fliehkraftwirksame Bremsbetätigungseinrichtung (9, 12, 18) für das Bremsteil (30) vorgesehen ist.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Nocken (16) als koaxial mit der Riemenscheibe (6) drehbare Scheibe mit einem Bereich mit vergrößertem Radius ausgebildet ist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Bremsteil (30) bei einem Eingriff des Nockens (16) am Nockenfolger (20) in seiner bremsunwirksamen Stellung befindet und seine Bremsbereitschaftsstellung einnimmt, wenn der Nockenfolger (20) außer Eingriff mit dem Nocken (16) steht.
  13. 3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzeigeeinrichtung (32) eine farbige Flaggenzone (36) aufweist, die im vorbestimmten Betriebszustand durch ein Flaggenfenster (38) visuell sichtbar ist.






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