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Dokumentenidentifikation DE3879786T2 28.10.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0299793
Titel Packungsmaterial zur Analyse von Enantiomer-Gemischen durch Flüssig-Chromatographie.
Anmelder Sumitomo Chemical Co., Ltd., Osaka, JP;
Sumika Chemical Analysis Service, Ltd., Osaka, JP
Erfinder Oi, Naobumi, Kyoto-shi Kyoto, JP;
Kitahara, Hajimu, Toyonaka-shi Osaka, JP;
Doi, Tadashi, Toyonaka-shi Osaka, JP
Vertreter Tauchner, P., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Heunemann, D., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Rauh, P., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Hermann, G., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Schmidt, J., Dipl.-Ing.; Jaenichen, H., Dipl.-Biol. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte; Tremmel, H., Rechtsanw., 81675 München
DE-Aktenzeichen 3879786
Vertragsstaaten CH, DE, FR, GB, IT, LI, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 15.07.1988
EP-Aktenzeichen 883065179
EP-Offenlegungsdatum 18.01.1989
EP date of grant 31.03.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.10.1993
IPC-Hauptklasse G01N 30/48
IPC-Nebenklasse G01N 30/00   B01J 20/22   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft Füllmaterialien zur chromatographischen Verwendung, ein flüssigchromatographisches Verfahren unter Verwendung des Materials und ein Verfahren zu deren Herstellung.

Hintergrund der Erfindung

Bekannte Verfahren zur Trennung und zur Analyse eines Gemisches enantiomerer Verbindungen, die ein asymmetrisches Kohlenstoffatom enthalten, durch Flüssigchromatographie unter Verwendung eines Füllmaterials, auf das eine optisch aktive Verbindung gepfropft wurde, umfassen ein Ligandenaustauschverfahren, beschrieben von V. Davankov et al., bei dem ein Füllmaterial, auf das optisch aktives Prolin gepfropft wurde, verwendet wird (vgl. J. Chromatogr. 141, 313 (1977)); ein Charge-Transfer-Komplex-Verfahren, beschrieben Von F. Mikes et al., bei dem ein Füllmaterial verwendet wird, auf das eine optisch aktive π-Elektronenmangelverbindung gepfropft wurde (vgl. J. Chromatogr., 122, 205 (1976)); ein Verfahren zur Trennung von N-acylierten Aminosäureestern oder N-acylierten Dipeptidestern unter Verwendung eines Füllmaterials, auf das optisch aktive N-acylierte Aminosäuren gepfropft wurden, beschrieben von Hara et al.; (vgl. J. Liquid Chromatogr., 2, 883 (1979) und J. Chromatogr., 186, 543 (1979)) und ein Verfahren zur Trennung von 3,5-dinitrobenzoylierten Aminosäuren, Aminen, Hydroxysäuren oder Sulfoxiden unter Verwendung eines Füllmaterials, auf das optisch aktives 1-(9-Anthryl)-trifluorethanol gepfropft wurde, sowie ein Verfahren zur Trennung aromatischer Alkohole unter Verwendung eines Füllmaterials auf das 3,5 dinitrobenzoyliertes optisch aktives Phenylglycin gepfropft wurde, beschrieben von W. Pirkle et al. (vgl. J. Org. Chem., 44, 1957 (1979)).

Es gibt jedoch kein wirksames Füllmaterial zur direkten Trennung und Analyse eines Enantiomergemisches, z.B. eines Esters oder eines Alkohols, ausgenommen jenes, über das W. Prikle et al. berichteten. Des weiteren gibt es eine Reihe von Enantiomergemischen, die auch nach der Pirkle-Methode nicht getrennt werden können. Darüber hinaus ist die Trennung eines Enantionergemisches mit diesem Verfahren manchmal unzureichend. Das Pirkle-Verfahren kann somit lediglich in eingeschränkten Fällen angewendet werden. Folglich gibt es einen Bedarf für ein neues Füllmaterial mit verbesserter Leistung, um die vorstehend genannten Probleme zu überwinden.

Zusammenfassung der Erfindung

Die Erfinder führten Untersuchungen durch, um ein Füllmaterial zu entwickeln, das bei der Analyse enantiomerer Gemische, z.B. von Estern oder Alkoholen, breit anwendbar ist und das eine verbesserte Leistung aufweist. Als Ergebnis wurde gefunden, daß ein Füllmaterial zur chromatographischen Verwendung, das durch Pfropfen einer Organosilanverbindung der Formel (I))

in der R&sub1;, R&sub2; und R&sub3;, die gleich oder verschieden sein können, jeweils einen Alkyl- oder Alkoxyrest oder eine Hydroxylgruppe oder ein Halogenatom bedeuten, mit der Maßgabe, daß mindestens einer der Reste einen Alkoxyrest oder ein Halogenatom darstellt; X eine -NHCO- oder -NH&sub3;&spplus;&supmin;OCO-Gruppe darstellt; n eine ganze Zahl von 2 bis 4 bedeutet und *C ein asymmetrisches Kohlenstoffatom darstellt, auf einen anorganischen Träger mit Hydroxylgruppen auf seiner Oberfläche erhalten wird, sehr brauchbar ist, da es verglichen mit jenem, das bei dem vorstehend beschriebenen Pirkle-Verfahren verwendet wird, eine verbesserte Wirkung bei der Trennung eines Gemisches enantiomerer Verbindungen aufweist, die -OH oder -OCO-Gruppen an ein asymmetrisches Kohlenstoffatom gebunden enthalten.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Figuren 1 und 2 sind Chromatogramme von (RS)-3-Allyl- 2-methyl-4-oxo-2-cyclopentenyl-(2,2,3,3-tetramethylcyclopropancarboxylat), erhalten gemäß Beispiel 1 bzw. Vergleichsbeispiel 1. In jeder Figur entspricht (1) dem Peak von Chloroform, das als Lösungsmittel verwendet wird, (2) entspricht dem Peak von (S)-3-Allyl-2-methyl-4-oxo-2- cyclopentenyl-(2,2,3,3-tetramethylcyclopropancarboxylat) und (3) entspricht dem Peak von (R)-3-Allyl-2-methyl-4-oxo-2- cyclopentenyl-(2,2,3,3-tetramethylcyclopropancarboxylat).

In Fig. 1 beträgt die Elutionszeit für Peak (3) etwa 30 Minuten und sein Trennfaktor beträgt 1,13, während das Peakflächenverhältnis von Peak (2) zu (3) 50:50 beträgt.

Beschreibung der Erfindung im einzelnen

In Formel (I) kann x entweder eine -NHCO-Gruppe oder eine -NH&sub3;&spplus;&supmin;OCO-Gruppe bedeuten. Diese kann somit frei in Abhängigkeit von Zweck und Verwendung ausgewählt werden.

Als Aminoalkylsilanbestandteil sind ω-Aminoalkylalkoxysilan und ein ω-Aminoalkylhalogensilan bevorzugt. Beispiele davon schließen ω-Aminopropyltriethoxysilan und ω-Aminopropyltrichlorsilan ein.

Beispiele des anorganischen Trägers mit Hydroxylgruppen auf seiner Oberfläche, der in der vorliegenden Erfindung zur Anwendung kommt, schließen siliciumdioxidhaltige Träger, wie Silicagel, ein. Obwohl der Träger in beliebiger Form, z.B. kugelförmig oder in vermahlener Form, vorliegen kann, ist er für eine chromatographische Säule hoher Leistung in Form feiner Körnchen mit möglichst gleichmäßiger Teilchengröße bevorzugt.

Bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Füllmaterials können verschiedene Pfropfverfahren angewendet werden. Zum Beispiel kann das Aufpfropfen durch Umsetzen eines anorganischen Trägers mit Hydroxylgruppen auf seiner Oberfläche mit einem Aminoalkylsilan ausgeführt werden, wodurch Aminoalkylsilylreste auf der Oberfläche des anorganischen Trägers eingeführt werden, und anschließend durch Behandeln desselben mit optisch aktivem 3,5-dinitrobenzoylierten (α- Naphthyl)glycin zum Herbeiführen einer Dehydratisierung/Kondensation oder Ionenbindung.

Insbesondere wird ein anorganischer Träger mit Hydroxylgruppen auf seiner Oberfläche mit einem Aminoalkylsilan der Formel (II)

wobei R&sub1;, R&sub2;, R&sub3; und n wie vorstehend definiert sind, mittels eines bekannten Verfahren behandelt, wodurch Aminoalkylsilylreste auf der Oberfläche des anorganischen Trägers eingeführt werden, anschließend wird das Produkt mit N-3,5- Dinitrobenzoyl-(R) oder (S)-(α-naphthyl)glycin der Formel (III) behandelt:

wodurch eine Dehydratisierung/Kondensation oder Ionenbindung herbeigeführt wird. Auf diese Weise kann das gewünschte Füllmaterial erhalten werden.

Das N-3,5-Dinitrobenzoyl-(R) oder (S)-(α-naphthyl)glycin der Formel (III) kann nach einem üblichen Verfahren hergestellt werden. Zum Beispiel wird handelsübliches α- Naphthylacetonitril mit Chlorwasserstoff in Methanol zu Methyl-(α-naphthyl)acetimidoester umgesetzt. Dann wird das erhaltene Produkt mit Natriumhypochlorit und Natriummethylat zu (α-Naphthyl)glycinmethylester umgesetzt. Dieses Produkt wird dann mit 3,5-Dinitrobenzoylchlorid behandelt. Der so erhaltene N-3,5-Dinitrobenzoyl-(RS)-(α-naphthyl)glycinmethylester wird zu N-3,5-Dinitrobenzoyl-(RS)-(α-naphthyl)glycin hydrolysiert, das dann optisch aufgetrennt wird. Die gewünschte Verbindung kann so erhalten werden.

Das erfindungsgemäß erhaltene Füllmaterial, das optisch aktive N-3,5-Dinitrobenzoyl-(α-naphthyl)glycingruppen enthält, kann in üblicher Weise in eine chromatographische Säule gefüllt werden und als stationäre Phase bei der Flüssigchromatographie verwendet werden. Ein Gemisch enantiomerer Verbindungen, die eine an ein asymmetrisches Kohlenstoffatom gebundene -OH oder -OCO-Gruppe enthalten, kann wirksam getrennt und innerhalb eines kurzen Zeitraums flüssigchromatographisch analysiert werden, wobei die vorstehend genannte stationäre Phase unter geeignet ausgewählten Bedingungen verwendet wird.

Um die vorliegende Erfindung weiter, jedoch nicht in einschränkender Weise, zu erläutern, werden die nachstehenden Beispiele angeführt.

Beispiel 1

10 g Kieselgel (durchschnittliche Teilchengröße: 5 um, durchschnittliche Porengröße: 60 Å, Oberfläche: 500 m²/g) wurden bei 130ºC unter vermindertem Druck 4 Stunden getrocknet und dann zu 20 g 3-Aminopropyltriethoxysilan, gelöst in 200 ml trockenem Toluol, gegeben. Das erhaltene Gemisch wurde bei 60ºC 6 Stunden gerührt. Das Reaktionsprodukt wurde dann filtriert, mit 200 ml Aceton gewaschen und getrocknet. 3-Aminopropyl-silyliertes Kieselgel, im weiteren als APS abgekürzt, wurde auf diese Weise erhalten. Die Elementaranalyse dieses Produkts zeigte N: 1,20 % und C: 3,40 %, was vermuten läßt, daß etwa 0,90 mMol 3-Aminopropylgruppen pro g APS aufgepfropft wurden.

Getrennt davon wurden 112,2 g α-Naphthylacetonitril und 26,7 g Methanol zusammen bei 35ºC gerührt, um ersteres in letzterem zu lösen. Dann wurde Chlorwasserstoffgas in die erhaltene Lösung bei Raumtemperatur eingeleitet, bis sich weiße Kristalle bildeten und verfestigten. 200 ml Diethylether wurden dazugegeben und das erhaltene Gemisch wurde sorgfältig gerührt und filtriert. Das so erhaltene Pulver wurde unter vermindertem Druck getrocknet, wobei 62,6 g rohes Methyl-(α-naphthyl)acetimidoester-hydrochlorid erhalten wurden. Zu 30 g dieses Produkts wurden portionsweise 1064 g einer 10,5%igen wäßrigen Natriumhypochloritlösung unter Eiskühlen zugegeben. 140 ml Benzol wurden zusätzlich dazugegeben und das erhaltene Gemisch wurde 30 Minuten gerührt. Nach Filtrieren des Reaktionsgemisches wurde das Filtrat fraktioniert und die Benzolphasen wurden vereinigt. Die wäßrige Phase wurde mit 160 ml Benzol unter Schütteln extrahiert und die so erhaltene Benzolphase wurde mit den vorstehend genannten Benzolphasen vereinigt. Die Benzolphase wurde dann durch Zugabe von 50 g Magnesiumsulfat getrocknet und filtriert. Das Filtrat wurde bei 50ºC unter vermindertem Druck eingeengt. Der Rückstand wurde in 110 ml Benzol gelöst und in einen Tropftrichter eingefüllt. Diese Lösung wurde dann tropfenweise zu einer vorher durch Lösen von 26,9 g einer 28%igen methanolischen Natriummethylatlösung in 73 ml trockenem Methanol hergestellten Lösung gegeben und das erhaltene Gemisch wurde 30 Minuten unter Eiskühlung und dann 2 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wurden 147 ml 2 n Salzsäure zugegeben. Die untere wäßrige Phase wurde gesammelt, während 40 ml 2 n Salzsäure zu der oberen Phase zugegeben wurden, die dann zusätzlich extrahiert wurde. Die gesammelte wäßrige Phase wurde mit der vorstehend genannten wäßrigen Phase vereinigt und bei 45ºC unter verminderten Druck eingeengt. 100 ml 2 n Salzsäure und 50 ml Methanol wurden zu dem Rückstand zugegeben und das Gemisch wurde unter Rückfluß 1 Stunde erhitzt. Dann wurden 200 ml Wasser zugegeben und das Gemisch sorgfältig gerührt. Die wäßrige Phase wurde gesammelt und 5 g Aktivkohle wurden hinzugegeben, gefolgt von Filtrieren des Gemisches. 100 ml Ethanol wurden zu dem Filtrat gegeben und das Gemisch wurde filtriert. Das Filtrat wurde bei 50ºC unter vermindertem Druck eingeengt und der Rückstand in 100 ml Ethanol gelöst. Nach Abfiltrieren des unlöslichen Materials wurde das Filtrat bei 50ºC unter vermindertem Druck eingeengt. Der Rückstand wurde unter vermindertem Druck getrocknet, wobei 5,9 g (RS)-(α- Naphthyl)glycinmethylester-hydrochlorid erhalten wurden. Dieses Produkt wurde in 80 ml trockenem Tetrahydrofuran suspendiert und 5,8 g 3,5-Dinitrobenzoylchlorid wurden unter Rühren zugegeben. Dann wurde N-Methylmorpholin portionsweise dazugegeben, bis kein weißer Schaum mehr beobachtet wurde. Das erhaltene Gemisch wurde einen Tag und eine Nacht gerührt und dann filtriert. Das Filtrat wurde bei 50ºC unter vermindertem Druck eingeengt, wobei 11 g N-3,5-Dinitrobenzoyl- (RS)-(α-naphthyl)glycinmethylester erhalten wurden. Zu diesem so erhaltenen Ester wurden 50 ml Methanol und 70 ml Tetrahydrofuran gegeben. 150 ml einer 1 n wäßrigen Natriumhydroxidlösung wurden zusätzlich dazugegeben und das erhaltene Gemisch wurde bei Raumtemperatur 2 Stunden gerührt und dann bei Raumtemperatur unter vermindertem Druck eingeengt. 200 ml Wasser und 200 ml Chloroform wurden zu dem Rückstand gegeben, wobei Extraktion unter Schütteln durchgeführt wurde. Die wäßrige Phase wurde gesammelt und der pH-Wert derselben wurde durch Zugabe von 6 n Salzsäure auf pH 3 eingestellt. Dann wurde unter Schütteln mit 300 ml Essigsäureethylester extrahiert und die Essigsäureethylesterphase gesammelt. Die Essigsäureethylesterphase wurde durch Zugabe von 50 g wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und filtriert. Das Filtrat wurde bei 50ºC unter vermindertem Druck eingeengt, wobei 10 g N-3,5-Dinitrobenzoyl-(RS)-(α-naphthyl)glycin erhalten wurden. 5 g dieses Produkts wurden aus 5 ml Methanol und 20 ml Chloroform umkristallisiert. Die Kristalle wurden filtriert und unter vermindertem Druck getrocknet, wobei 2,1 g gereinigtes N-3,5-Dinitrobenzoyl-(RS)- (α-naphthyl)glycin erhalten wurden. Dieses Produkt wurde in 5 ml Methanol gelöst und zur optischen Auftrennung des Produkts in eine Edelstahl-HPLC-Säule von 8 mm Innendurchmesser und 25 cm Länge injiziert, die mit einem Füllmaterial, erhalten durch chemische Bindung von N-(S)-1-(α-naphthyl)ethylamincarbonyl-L-valin an APS, gefüllt war. Die erhaltenen Fraktionen wurden unter vermindertem Druck eingeengt, wobei 0,72 g N-3,5-Dinitrobenzoyl-(R)-(α-naphthyl)glycin erhalten wurden.

Schmelzpunkt (Zersetzung> :138,3ºC

Optische Drehung: [α]20D = -98,5º

(c=1,00 % Tetrahydrofuran).

Elementaranalyse für C&sub1;&sub9;H&sub1;&sub3;N&sub3;O&sub7;:

ber. : C 57,73 %; H 3,31 %; N 10,63 %

gef. : C 56,81 %; H 3,71 %; N 10,18 %.

0,7 g der wie vorstehend erhaltenen Verbindung wurden in 10 ml trockenem Tetrahydrofuran gelöst und 1,7 g APS wurden in der erhaltenen Lösung suspendiert. Nach ausreichendem Entgasen unter vermindertem Druck wurde die Suspension langsam bei Raumtemperatur einen Tag und eine Nacht gerührt. Das Reaktionsprodukt wurde mit 50 ml Tetrahydrofuran, 100 ml Methanol, 100 ml Chloroform und 50 ml Diethylether gewaschen und getrocknet. Das gewünschte mit N-3,5-Dinitrobenzoyl-(R)- (α-naphthyl)glycin gepfropfte Füllmaterial, nachstehend als DNB-NGL-Si abgekürzt, wurde auf diese Weise erhalten. Die Elementaranalyse dieses Produkts zeigte N: 2,28 % und C: 8,14 %, was vermuten läßt, daß etwa 0,35 mMol N-3,5-Dinitrobenzoyl-(R)-(α-naphthyl)glycin pro g Füllmaterial gepfropft wurden. Das so erhaltene Füllmaterial wurde als Aufschlämmung in eine Edelstahlsäule von 4 mm Innendurchmesser und 25 cm Länge gefüllt. (RS)-3-Allyl-2-methyl-4-oxo-2-cyclopentenyl-(2,2,3,3-tetramethylcyclopropancarboxylat) wurde damit unter den nachstehenden Bedingungen analysiert. Fig. 1 zeigt das so erhaltene Chromatogramm.

Temperatur: Raumtemperatur.

Mobile Phase: Hexan/1,2-Dichlorethan/Ethanol (500:30:0,15)

Fließgeschwindigkeit: 1,0 ml/Minute.

Detektor: UV-Photometer (Wellenlänge 230 nm).

Vergleichsbeispiel 1

10 g (R)-Phenylglycin wurden in 120 ml trockenem Tetrahydrofuran suspendiert. Zu der erhaltenen Suspension wurden 15 g 3,5-Dinitrobenzoylchlorid bei Raumtemperatur unter Rühren zugegeben. Das erhaltene Gemisch wurde bei Raumtemperatur zusätzliche 10 Tage gerührt. Das Reaktionsgemisch wurde filtriert und das Filtrat wurde bei 40ºC unter vermindertem Druck eingeengt. Der Rückstand wurde in 150 ml 5%iger wäßriger Natriumhydrogencarbonatlösung gelöst und 60 ml Essigsäureethylester wurden zugegeben. Nach Schütteln und Waschen des Gemisches wurde die wäßrige Phase gesammelt und der pH-Wert durch Zugabe von 6 n Salzsäure auf pH 4 eingestellt. Die so gebildeten Kristalle wurden filtriert mit 100 ml-Portionen Wasser dreimal gewaschen und aus 160 ml Methanol umkristallisiert. Auf diese Weise wurden 10 g N-3,5-Dinitrobenzoyl-(R)-phenylglycin erhalten.

Schmelzpunkt (Zersetzung): 216,8ºC

Optische Drehung: = [α]20D = -101,5º

(c = 1,10 % Tetrahydrofuran).

Elementaranalyse für C&sub1;&sub5;H&sub1;&sub1;N&sub3;O&sub7;:

ber. : C 52,18 %; H 3,21 %; N 12,17 %

gef.: C 52,01 %; H 3,36 %; N 12,29 %.

2 g der so erhaltenen Verbindung wurden in 30 ml trockenem Tetrahydrofuran gelöst. Zu der erhaltenen Lösung wurden 2,0 g des in Beispiel 1 hergestellten APS zugegeben und das Gemisch wurde in gleicher Weise wie in Beispiel 1 behandelt. Auf diese Weise wurde ein sogenanntes Pirkle- Füllmaterial, mit aufgepfropftem N-3,5-Dinitrobenzoyl-(R)- phenylglycin erhalten, das nachfolgend mit DNB-PHG-Si bezeichnet wird. Die Elementaranalyse dieses Materials zeigte N: 2,93 % und C: 10,07 %, was vermuten läßt, daß 0,50 mMol N-3,5-Dinitrobenzoyl-(R)-phenylglycin pro g Füllmaterial gepfropft wurden. Dann wurde (RS)-3-Allyl-2-methyl-4-oxo-2- cyclopentenyl-(2,2,3,3-tetramethylcyclopropancarboxylat) mit Hilfe des Füllmaterials unter den gleichen Bedingungen, wie in Beispiel 1 definiert, analysiert. Fig. 2 zeigt das so erhaltene chromatogramm.

In Fig. 2 sind die Peaks (2) und (3) fast überlagert, weshalb angenommen wird, daß das Füllmaterial von Beispiel 1 dem vom Vergleichsbeispiel 1 hinsichtlich des Auflösungsvermögens der Enantiomere von (RS)-3-Allyl-2-methyl-4-oxo-2- cyclopentenyl-(2,2,3,3-tetramethylcyclopropancarboxylat) überlegen ist.

Beispiele 2 bis 14 und Vergleichsbeispiele 2 bis 14

Enantiomergemische verschiedener Ester und Alkohole wurden unter Verwendung der Füllmaterialien DNB-NPG-Si und DNB-PHG-Si, hergestellt in Beispiel 1 bzw. Vergleichsbeispiel 1 unter den gleichen Bedingungen, wie in Beispiel 1 definiert, untersucht, mit der Abweichung, daß ein anderes UV-Photometer (Wellenlänge: 254 nm) und andere mobile Phasen, gezeigt in Tabelle 1, verwendet wurden.

Tabelle 1 faßt die Ergebnisse der Beispiele 1 bis 14 und der Vergleichsbeispiele 1 bis 14 zusammen.

Tabelle 1
Kapazitätsfaktor (k') Analysierte Verbindung Füllmaterial Mobile* Phase erster Peak zweiter Peak Trennfaktor (α) (RS)-3-Allyl-2-methyl-4-oxo-2-cyclopentenyl-(2,2-3,3-tetramethylcyclopropancarboxylat (RS)-α-Cyano-3-phenoxybenzyl-2,2,3,3-tetramethylcyclopropancarboxylat 3,4,5,6-Tetraphthalimidomethyl-(1RS)-cis-chrysanthemat 3-Phenoxybenzyl-(1RS)-cis-chrysanthemat 3-Phenoxybenzyl-(1RS)-trans-chrysanthemat 5-Benzyl-3-furylmethyl-(1RS)-cis-chrysanthemat 5-Benzyl-3-furylmethyl-(1RS)-trans-chrysanthemat 3-Phenoxybenzyl-(1RS)-cis-3-(2,2-dichlorvinyl)-2,2-dimethylcyclopropancarboxylat
Tabelle 1 - Fortsetzung
Kapazitätsfaktor (k') Analysierte Verbindung Füllmaterial Mobile* Phase erster Peak zweiter Peak Trennfaktor (α) α-phenylbenzyl-(RS)-2-(4-chlorphenyl)-3-methylbutanat (±)-(2,4-Dichlorphenyl)-4,4-dimethyl-2-(1,2,4-triazol-1-yl)-1-penten-3-ol (±)-(4-Dichlorphenyl)-4,4-dimethyl-2-(1,2,4-triazol-1-yl)-1-penten-3-ol (±)-1-Phenylethanol (±)-1-Naphthylethanol (±)-2-Hydroxy-2-phenylacetophenon[(±)-benzoin] *A: n-Hexan/1,2-Dichlorethan/Ethanol (500:30:0,15) B: n-Hexan/1,2-Dichlorethan (500:1) C: n-Hexan/1,2-Dichlorethan (99:1) D: n-Hexan/1,2-Dichlorethan/Ethanol (100:20:1)

Im allgemeinen weist das Füllmaterial DNB-NPG-Si, gemäß vorliegender Erfindung, höhere Trennfaktoren als das zum Vergleich angeführte Füllmaterial DNB-PHG-Si auf, was zeigt, daß ersteres gegenüber letzterem hinsichtlich der Kapazität bei der Enantiomerenauftrennung überlegen ist.

Wie vorstehend beschrieben kann ein Gemisch enantiomerer Verbindungen, die an ein asymmetrisches Kohlenstoffatom gebundene -OH oder -OCO-Gruppen enthalten, wirksam getrennt und innerhalb eines kurzen Zeitraums flüssigchromatographisch unter Verwendung des Füllmaterials der vorliegenden Erfindung mit optisch aktiven N-3,5-Dinitrobenzoyl-(α- naphthyl)glycingruppen und der geeigneten Auswahl von Elutionsbedingungen analysiert werden.


Anspruch[de]

1. Füllmaterial zur chromatographischen Verwendung, umfassend einen anorganischen Träger mit Hydroxylgruppen auf seiner Oberfläche mit einem darauf gepfropften Organosilan der Formel (I):

in der R&sub1;, R&sub2; und R&sub3; gleich oder verschieden sein können und jeweils einen Alkyl- oder Alkoxyrest oder eine Hydroxylgruppe oder ein Halogenatom darstellen, mit der Maßgabe, daß mindestens einer der Reste einen Alkoxyrest oder ein Halogenatom darstellt; X eine Gruppe -NHCO- oder -NH&sub3;&spplus;&supmin;OCO- darstellt; n eine ganze Zahl von 2 bis 4 bedeutet und *C ein asymmetrisches Kohlenstoffatom darstellt.

2. Flüssigchromatographisches Verfahren, umfassend Trennung und Analyse eines Gemisches enantiomerer Verbindungen, die an ein asymmetrisches Kohlenstoffatom gebundene -OH- oder -OCO-Gruppen enthalten, unter Verwendung eines Füllmaterials gemäß Anspruch 1.

3. Verfahren zur Herstellung eines Materials gemäß Anspruch 1, umfassend die Umsetzung eines anorganischen Trägers mit Hydroxylgruppen auf seiner Oberfläche mit einem Aminoalkylsilan der Formel (II):

in der R&sub1;, R&sub2;, R&sub3; und n wie in Anspruch 1 definiert sind, und Behandlung des Produkts mit 3,5-dinitrobenzoyliertem optisch aktiven (α-Naphthyl)glycin zum Herbeiführen einer Dehydratisierung/Kondensation oder ionischen Bindung.







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