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Dokumentenidentifikation DE4213177A1 28.10.1993
Titel Luftkissenbahn
Anmelder Bach, Joachim, Dipl.-Phys., O-8060 Dresden, DE
Erfinder Bach, Joachim, Dipl.-Phys., O-8060 Dresden, DE
DE-Anmeldedatum 22.04.1992
DE-Aktenzeichen 4213177
Offenlegungstag 28.10.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.10.1993
IPC-Hauptklasse B60V 3/04
IPC-Nebenklasse E01B 25/08   B61B 13/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Transportsystem mit Fahrzeug und Fahrweg die durch ein Luftkissen getrennt sind.

Dieses Transportsystem ist insbesondere einsetzbar

  • - für die Gestaltung eines Verkehrsnetzes zur Versorgung von Menschen in gering besiedelten Gebieten, Ballungsgebieten und zwischen Ballungsgebieten,
  • - für die Gestaltung von Gütertransportsystemen in Wirtschaft, Verwaltung, Post etc.


Luftkissenfahrzeuge sind als fahrbahnunabhängige Transportmittel Stand der Technik. Geräuschpegel, die Erzeugung von Staub, der Energieverbrauch und andere Gründe verhindern ihren Einsatz als Massentransportmittel.

Ein Luftkissenfahrzeug auf Gleisen wird u. a. in OS 34 06 013 beschrieben, danach können konventionelle Gleise und Räder der Eisenbahn mit Vorrichtungen zur Luftkissenbildung nachgerüstet werden. Die Rollreibung der Eisenbahn, die durch diese Erfindung verringert werden soll, ist schon sehr klein, so daß die Gründe, die den Einsatz der Eisenbahn als universelles Personenverkehrsmittel verhindern, bestehen bleiben; geringe Reisegeschwindigkeit, Fahrplanbindung, eventuelles Umsteigen etc.

Magnetschwebebahnen werden ebenfalls beschrieben und sind Stand der Technik. Für ihren Einsatz werden ausschließlich Hochgeschwindigkeitsstrecken diskutiert, dazu ist der spezifische Energieverbrauch der Elektromagnete für das Schweben ggf. mit anderen Lösungen zu unterbieten.

Daraus abgeleitet ist es Aufgabe der Erfindung, ein universelles Massenverkehrsmittel zu entwickeln, das in seinem Konzept homogen ist, sowie kürzeste Reisezeiten, guten Komfort mit geringstem Energieverbrauch verbindet.

Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben, Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet. Die erfindungsgemäße Lösungsrichtung besteht darin, daß spezielle Betriebsmittel, wie Gleisnetz, Luftkissen, Ein-Personen- bzw. Familienkabinen zu einem neuartigen Bahnsystem und mit einer elektronischen Steuerung ausgerüstet werden.

Das zumindest für das Stadtgebiet unter, auf bzw. über der Straßen- bzw. Verkehrsoberfläche angeordnete Gleisnetz kann das Reisen quasi, zumindest für einen großen Teil der Bewohner des Siedlungsgebietes, von Haustür zu Haustür ermöglichen.

Das Luftkissen bewirkt geringste Reibungsverlust zur Fahrbahn.

Die Kabinenform stellt niedrigsten Luftwiderstand sicher.

Die Kabinengröße (1-4 Personen) entspricht der häufigsten Reisegruppenstärke.

Die elektronische Steuerung ermöglicht durch Zielvorgabe zu Reisebeginn eine automatische Anfahrt des Ziels.

Ein Ausführungsbeispiel, insbesondere für Gleitfuß und Schiene, ist in Fig. 1 dargestellt.

Die Stelze (1) gleitet mittels des Gleitfußes (2) in der Schiene (3). Der im Hohlraum des Gleitfußes (2) eingetragene Pfeil kennzeichnet den Luftstrom zum Aufbau des Luftkissens. Dieser Prozeß wird durch Strömungswiderstände (4) unterstützt. Vorhandene Schleifkörper dienen zum Abstützen des Gleitfußes (2) gegen die Schiene (3) im Ruhezustand bzw. in Grenzzuständen der Belastung. Hier bedeuten 5.1 den Schleifkörper nach unten, 5.2 den Schleifkörper zur Seite und 5.3 den Schleifkörper nach oben.


Anspruch[de]
  1. 1. Luftkissenbahn zur Beförderung von Personen und oder Gütern, bestehend aus Fahrzeugen und Fahrwegen dadurch gekennzeichnet, daß
    1. - zwischen Fahrzeug und Fahrweg ein Luftkissen vorhanden ist, das das Fahrzeug in der Schwebe hält,
    2. - das Luftkissen das Fahrzeug auch seitlich führt,
    3. - das Fahrzeug ein Grundgerüst zur Lastaufnahme enthält, das mit den Verkleidungsflächen den Fahrzeugrumpf bildet,
    4. - das Fahrzeug mindestens zwei Stelzen (1) mit Gleitfüßen (2) zur Weiterleitung der Last vom Grundgerüst zum Fahrweg besitzt,
    5. - der Fahrweg aus zwei Schienen (3) besteht, die sich unterhalb des Fahrzeuggrundgerüstes befinden,
    6. - sich Luftverdichtervorrichtungen bzw. -maschinen jeweils in oder am Fahrzeugrumpf, den Stelzen (1), den Gleitfüßen (2) befinden, die den Luftkissendruck aufbauen,
    7. - Strömungswiderstände (4) quer zur Bewegungsrichtung auf den Gleitplatten (5) der Schiene und/oder auf den Gleitplatten der Gleitfüße (2), sowie Schleifkörper am Fuß und Schiene für den Havariefall, angebracht sind,
    8. - eine Steuerungseinheit den Luftkissendruck über die Leistung des Verdichtermoduls zur Erreichung des Sollabstandes Gleitfuß-Schienenbodenplatte regelt,
    9. - eine Steuerung die Fahrgeschwindigkeit nach Belastung durch zum Beispiel Wind regelt.
    10. - der Antrieb des Fahrzeugs mittels mechanischer, pneumatische oder elektromagnetische Wechselwirkung erfolgt.
  2. 2. Luftkissenbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. - das Luftkissen durch Überdruck unter den Gleitfüßen (2) entsteht und/oder
    2. - das Luftkissen unter den Gleitfüßen durch Unterdruck über den Gleitfüßen entsteht.
  3. 3. Luftkissenbahn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im oder am Fahrweg Energieleiteinrichtungen angebracht sind.
  4. 4. Luftkissenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß am Fahrzeug Energieabnahmevorrichtungen angebracht sind.
  5. 5. Luftkissenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb des Fahrzeugs mittels mechanischer, pneumatischer oder elektromagnetischer Wechselwirkung erfolgt.
  6. 6. Luftkissenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. - die Schienen (3) einen Abstand von vorzugsweise 1,8 m haben,
    2. - die tragende Breite etwa 0,2 m und die Fahrzeuglänge vorzugsweise 4 m beträgt,
    3. - die Last mit 5000 N angenommen wird, so daß das Luftkissen einen Normüberdruck von etwa 0,03 at haben muß,
    4. - die Kabinen viersitzig mit Gepäckablage ausgestattet sind,
    5. - die Kabinenwandung aus Blech, Glas, Kunststoffen oder Kombinationen dieser Materialien bestehen.
  7. 7. Luftkissenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, daß
    1. - die Gleise (3) unterirdisch, ebenerdig oder geständert positioniert sind,
    2. - die Gleise vollständig, teilweise oder nicht verkleidet sind,
    3. - sich Gleise durch Weichen sowohl verzweigen als auch sich vereinigen.
  8. 8. Luftkissenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegung der Kabine zum Ziel durch eine elektronische Steuerung erfolgt.






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