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Dokumentenidentifikation DE4219830A1 23.12.1993
Titel Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug
Anmelder ABS International SA, St.Blaise, CH
Erfinder Blum, Albert, St. Blaise, CH;
Stiegler, Hartmut, 4050 Mönchengladbach, DE
Vertreter Lippert, H., Dipl.-Ing., 51427 Bergisch Gladbach; Stachow, E., Prof. Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., 42651 Solingen; Solms, J., Dipl.-Ing., 51427 Bergisch Gladbach; Schmidt, U., Dipl.-Ing.(FH); Adler, P., Dipl.-Ing. Faching.f.Schutzrechtswesen; Hudler, F., Dipl.-Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anwälte, 01309 Dresden
DE-Anmeldedatum 17.06.1992
DE-Aktenzeichen 4219830
Offenlegungstag 23.12.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.12.1993
IPC-Hauptklasse B60V 1/11
IPC-Nebenklasse B60V 1/16   
IPC additional class // B60V 3/06  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug, das wenigstens ein Kompressortriebwerk zur Erzeugung eines Luftkissens unterhalb des Luftkissenfahrzeuges aufweist und bei dem das Luftkissen seitlich durch eine umlaufende elastische Schürze, bestehend aus einem Back Skirt und einem Finger Skirt, begrenzt wird.
Durch die Erfindung soll eine statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug geschaffen werden, mit der eine wirksame Trimmung bzw. Lageregelung des Luftkissenfahrzeuges möglich ist und mit der das Luftkissenfahrzeug auch im Stand manövriert werden kann.
Gemäß der Erfindung wird der Auftriebsschwerpunkt des Luftkissens gegenüber dem Massenschwerpunkt des Luftkissenfahrzeuges dadurch verschoben, daß die elastische Schürze (2) in unabhängig voneinander verlagerbare Abschnitte eingeteilt ist und daß Steuerelemente mit den seitlich verlagerbaren Abschnitten (6, 7, 8, 9) der elastischen Schürze (2) zusammenwirken. Diese Steuerelemente bestehen aus Seilwinden (14), wobei für einen seitlich verlagerbaren Abschnitt (6, 7, 8, 9) zwei Zugseile (15, 16) vorgesehen sind. Die Zugseile (15, 16) werden im Abstand zueinander über Umlenkerollen (17, 18) geführt und greifen jeweils an einem Schürzen-Segment (5) des Finger Skirts (4) an.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug, das wenigstens ein Kompressortriebwerk zur Erzeugung eines Luftkissens unterhalb des Luftkissenfahrzeuges aufweist und bei dem das Luftkissen seitlich durch eine umlaufende elastische Schürze, bestehend aus einem Back Skirt und einem Finger Skirt, begrenzt wird.

Luftkissenfahrzeuge sind üblicherweise mit einem Kompressor zur Erzeugung des benötigten Luftkissens innerhalb einer Gummischürze und mit wenigstens einem Triebwerk für die Geradeaus- und/oder Kurvenfahrt versehen. Die Gummischürze besteht aus einem schlauchartig umlaufenden Back Skirt und einem sich unterhalb dessen anschließenden Finger Skirt. Der Finger Skirt ist seitlich elastisch bewegbar und dient als Abdichtungsmanschette gegenüber dem Boden bzw. der Wasseroberfläche. Die Steuerung der Kurvenfahrt erfolgt in der Regel durch seitliche Ablenkung des Luftstrahles, beispielsweise mit einem aus dem Flugzeugbau bekannten Seitenruder.

Bei diesen Luftkissenfahrzeugen entsteht bei einer Verlagerung des Massenschwerpunktes, beispielsweise durch unterschiedliche oder ungleichmäßige Belastung durch Passagiere oder Beladung, eine Neigung der Karosserie um die Längsstabilitätsachse, die Querstabilitätsachse oder um beide Achsen gleichzeitig.

Diese durch die Verschiebung des Massenschwerpunktes bedingte Neigung um eine der Stabilitätsachsen kann im ungünstigsten Fall dazu führen, daß die Gummischürze des Luftkissenfahrzeuges während der Fahrt in das Wasser eintaucht. Die Gummischürze würde in diesem Fall mehr oder weniger stark eingedrückt und der Auftrieb durch das Luftkissen in diesem Bereich verringert. Im Ergebnis taucht das Luftkissenfahrzeug noch tiefer ein und könnte sich sogar überschlagen.

Ein anderer Effekt, der bei einer Verlagerung des Massenschwerpunktes auftritt, ist durchaus mit der Wirkung von Seitenwind zu vergleichen. Dieser Effekt entsteht durch den unterschiedlichen Abstand der Gummischürze zum Boden oder der Wasseroberfläche und dem dadurch bedingten unterschiedlichen Abblasen der Luft aus dem Luftkissen. Die dabei entstehende Kraftkomponente schiebt das Luftkissenfahrzeug in Richtung der Verlagerung des Massenschwerpunktes.

Maßnahmen zum Ausgleich der Verlagerung des Massenschwerpunktes bei Luftkissenfahrzeugen sind beispielsweise durch den Einsatz zusätzlicher Trimmgewichte grundsätzlich möglich. Allerdings würden diese Maßnahmen zu einer zusätzlichen Gewichtsbelastung und damit zu einem erhöhten Energieverbrauch führen.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug zu schaffen, mit der bei einer Verlagerung des Massenschwerpunktes eine wirksame Trimmung bzw. Lageregelung auch im Stand des Luftkissenfahrzeuges möglich ist und mit der das Luftkissenfahrzeug auch im Stand manövriert werden kann.

Die Erfindung bezieht sich auf eine statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug, das wenigstens ein Kompressortriebwerk zur Erzeugung eines Luftkissens unterhalb des Luftkissenfahrzeuges aufweist und bei dem das Luftkissen seitlich durch eine umlaufende elastische Schürze, bestehend aus einem Back Skirt und einem Finger Skirt, begrenzt wird.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Auftriebsschwerpunkt des Luftkissens gegenüber dem Massenschwerpunkt des Luftkissenfahrzeuges verschoben wird.

Durch die Erfindung wird die Möglichkeit geschaffen, auf einfache Weise eine Verlagerung des Massenschwerpunktes ausgleichen zu können. Es ist dabei zweckmäßig, den Auftriebsschwerpunkt so lange gegenüber dem Massenschwerpunkt zu verschieben, bis sich beide Kraftkomponenten im Kräfteparallelogramm aufheben. Dadurch wird eine horizontale Lage des Luftkissenfahrzeuges gegenüber dem Boden oder der Wasseroberfläche hergestellt.

In Fortführung der Erfindung erfolgt die Verschiebung des Auftriebsschwerpunktes durch Verlagerung des Luftkissens unter dem Luftkissenfahrzeug, wobei die Verlagerung des Luftkissens in Richtung der größten Belastung vorgenommen wird.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das Luftkissen durch eine seitliche Auslenkung der das Luftkissen begrenzenden elastischen Schürze verlagert.

Die elastische Schürze ist zweckmäßig in unabhängig voneinander verlagerbare Abschnitte eingeteilt. Dadurch besteht die Möglichkeit, das Luftkissen gegenüber der Karosserie des Luftkissenfahrzeuges innerhalb des Bewegungsbereiches der Gummischürze in beliebige Richtung zu verschieben.

Die Erfindung ist weiterhin dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen parallel zueinander befindlichen Bereiche der elastischen Schürze in unabhängig voneinander verlagerbare Abschnitte eingeteilt sind, wobei die seitlichen parallelen Bereiche in jeweils zwei unabhängig voneinander verlagerbare Abschnitte unterteilt sind. Die somit vier in den Seitenflächen der Gummischürze des Luftkissenfahrzeuges befindlichen Abschnitte erlauben eine ausreichende Verstellung des Luftkissens.

Die seitliche Verlagerung des Luftkissens erfolgt vorteilhaft durch Steuerelemente, die mit den seitlich verlagerbaren Abschnitten der Gummischürze zusammenwirken.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist für jeden seitlich verlagerbaren Abschnitt ein Steuerelement vorgesehen.

Das Steuerelement besteht aus einer Seilzugvorrichtung, die einerseits am Finger Skirt angreift und andererseits mit einem Antriebselement versehen ist, das aus einer Seilwinde besteht, die ortsfest unterhalb der Karosserie des Luftkissenfahrzeuges befestigt ist. Für einen seitlich verlagerbaren Abschnitt sind zwei Zugseile vorgesehen, die im Abstand zueinander, über Umlenkerollen geführt, jeweils an einem Schürzen-Segment des Finger Skirts angreifen.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung teilt sich jedes Zugseil innerhalb des Schürzen-Segmentes in zwei Teilzugseile auf, von denen ein Teilzugseil am Boden des Schürzen-Segmentes und das andere Teilzugseil an der Verbindungsstelle zwischen dem Back Skirt und dem Finger Skirt angreift. Dadurch wird auch bei einer seitlichen Auslenkung, beispielsweise durch Zugkräfte, gewährleistet, daß die Form des Schürzen-Segmentes nicht verändert und gleichzeitig eine bessere Lastverteilung erreicht wird.

Als Rückstellelement für den Seilzug ist zwischen der Umlenkrolle und dem Haltepunkt des Seilzuges am Schürzen-Segment eine Druckfeder angeordnet.

Zur Vermeidung einer unkontrollierten Bewegung des Finger Skirts im Falle eines Seilrisses ist zwischen dem Befestigungspunkt des Seilzuges und der Umlenkrolle ein Sicherungsseil befestigt.

Zum Ausgleich einer Neigung des Luftkissenfahrzeuges um die Querachse werden die Abschnitte einer Seite in eine Richtung, oder die Abschnitte beider parallelen Bereiche gleichsinnig ausgelenkt.

Bei geringfügigen Verlagerungen ist nur einer der Abschnitte auszulenken.

Zum Ausgleich einer kopf- oder hecklastigen Verlagerung des Massenschwerpunktes werden zwei gegenüber befindliche Abschnitte gleich- oder gegensinnig ausgelenkt.

Werden zwei diagonal gegenüberbefindliche Abschnitte gleichsinnig ausgelenkt, so kann eine Neigung des Luftkissenfahrzeuges um die Längs- und die Querstabilitätsachse ausgeglichen werden.

In einer besonderen Variante der Erfindung werden die Abschnitte beider Seiten gleichzeitig nach innen gezogen. Dadurch wird eine kurzzeitige Erhöhung des Innendruckes des Luftkissens erreicht, so daß beispielsweise die Gefahr eines Wellenschlages, der den Bugbereich der Gummischürze eindrücken könnte, beseitigt werden kann.

Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, daß es bei einer ungleichmäßigen Auslenkung der Abschnitte möglich ist, das Luftkissenfahrzeug beispielsweise zu drehen oder seitlich zu verschieben. Eine Drehung nach links kann dadurch hervorgerufen werden, daß die hinteren Abschnitte beidseitig nach außen und die vorderen Abschnitte beidseitig nach rechts, in Fahrtrichtung gesehen bewegt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf das erfindungsgemäße Luftkissenfahrzeug mit jeweils zwei seitlichen, unabhängig voneinander verlagerbaren Abschnitten des Finger Skirts;

Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie A-A in Fig. 1 mit einer schematischen Darstellung eines Steuerelementes;

Fig. 3, 4 die Trimmung des Luftkissenfahrzeuges bei einer Neigung nach vorn;

Fig. 5, 6 die Trimmung des Luftkissenfahrzeuges bei einer Neigung nach hinten;

Fig. 7, 8 die Trimmung des Luftkissenfahrzeuges bei einer Fahrzeugneigung nach rechts;

Fig. 9, 10 die Trimmung des Luftkissenfahrzeuges bei einer Fahrzeugneigung nach links;

Fig. 11, 12, 13 die Stellung der Abschnitte der Seitenschürzen bei einer Neigung des Luftkissenfahrzeuges nach vorn und nach rechts;

Fig. 14, 15, 16 die Stellung der Abschnitte der Seitenschürzen bei einer Neigung des Luftkissenfahrzeuges nach vorn und links;

Fig. 17, 18, 19 die Stellung der Abschnitte der Seitenschürzen bei einer Neigung des Luftkissenfahrzeuges nach hinten und nach rechts; und

Fig. 20, 21, 22 die Stellung der Abschnitte der Seitenschürzen bei einer Neigung des Luftkissenfahrzeuges nach hinten und nach links.

Entsprechend Fig. 1 besteht das Luftkissenfahrzeug aus einer Karosserie 1, die mit einer umlaufenden elastischen Schürze 2 zur Umgrenzung eines Luftkissens versehen ist. Die Erzeugung des Luftkissens erfolgt durch einen nicht dargestellten Kompressor, welcher auf der Oberseite der Karosserie 1, diese durchdringend montiert ist und somit mit dem Raum unter der Karosserie 1, welcher durch die elastische Schürze 2 umgrenzt ist, in Verbindung steht.

Die elastische Schürze 2 ist zweiteilig ausgeführt und besteht aus einem umlaufenden schlauchähnlichen Back Skirt 3, welches unmittelbar mit der Karosserie 1 verbunden ist, sowie einem sich an das Back Skirt 3 anschließenden Finger Skirt 4. Der Finger Skirt 4 besteht aus einzelnen Schürzen-Segmenten 5, die miteinander verbunden sind und seitlich und unter bestimmten Bedingungen (Bodenhindernisse) auch vertikal bewegbar sind.

Gemäß der Erfindung ist der Finger Skirt 4 derart in vier Abschnitte 6, 7, 8, 9 unterteilt, daß die Abschnitte 6, 7, 8, 9 unabhängig voneinander seitlich bewegt werden können. Das heißt, die Schürzen-Segmente 5 eines Abschnittes 6; 7; 8; 9 sind zu einer Gruppe zusammengefaßt, die gemeinsam seitlich bewegbar sind.

Aus Fig. 1 ist ersichtlich, daß auf jeder Längsseite des Luftkissenfahrzeuges zwei unabhängig voneinander seitlich bewegbare Abschnitte 6, 7, 8, 9 vorgesehen sind, die über Seilzugvorrichtungen 10, 11, 12, 13 betätigbar sind. Diese Seilzugvorrichtungen 10, 11, 12, 13 bestehen jeweils aus einer Seilwinde 14 und zwei Zugseilen 15, 16, die durch eine Seilwinde 14 gemeinsam betätigt werden und über Umlenkrollen 17, 18 abstandsweise an einem Abschnitt 6; 7; 8; 9 angreifen.

In Fig. 2 ist eine Anordnung eines der Zugseile 15, 16 in einem Schürzen-Segment 5 dargestellt. Die Zugseile 15, 16 sind an einem oberen inneren Ende des Finger Skirts 4 befestigt. Von diesem Befestigungspunkt 19 führen zwei Teilzugseile 20, 21 zum Boden 22 des Schürzen-Segmentes 5 und zur Verbindungsstelle zwischen dem Back Skirt 3 und dem Finger Skirt 4. Dadurch wird bei einer seitlichen Auslenkung der Abschnitte 6, 7, 8, 9, beispielsweise durch Zugkräfte, gewährleistet, daß die Form der Schürzen-Segmente 5 nicht verändert wird.

Als Rückstellelement für die Zugseile 15, 16 dient eine Druckfeder 23, die zwischen der Umlenkrolle 17; 18, bzw. dem Ende des Schlauches 24, der zweckmäßigerweise die Zugseile 15, 16 umhüllt und dem Befestigungspunkt 19 angeordnet ist. Dadurch wird gewährleistet, daß die Zugseile 15, 16 ständig unter Vorspannung gehalten werden können.

Die seitliche Auslenkung der Abschnitte 6, 7, 8, 9, beispielsweise nach außen, kann einfach dadurch erfolgen, daß die Zugseile 15, 16 um den gewünschten Betrag nachgelassen werden. Die eigentliche Auslenkung der Abschnitte 6, 7, 8, 9 erfolgt durch den Überdruck im Luftkissen. Bei einer erforderlichen Auslenkung der Abschnitte 6, 7, 8, 9 nach innen, sind die Zugseile 15, 16 auf der entsprechenden Seilwinde 14 entgegen dem Überdruck des Luftkissens aufzuwickeln.

Auf Grund dessen, daß jedem Abschnitt 6; 7; 8; 9 eine entsprechende Seilzugvorrichtung 10; 11; 12; 13 zugeordnet ist, können die Abschnitte 6, 7, 8, 9 unabhängig voneinander bewegt werden, wie noch darzulegen ist.

Zur Vermeidung einer unkontrollierten Bewegung der Finger Skirts 4 im Falle eines Seilrisses eines der Zugseile 15, 16ist zwischen dem Befestigungspunkt 19 und der Umlenkrolle 15; 16 ein Sicherungsseil 25 befestigt. Dadurch wird die seitliche Auslenkbarkeit der Finger Skirts 4 begrenzt und gewährleistet, daß die Fahrt ohne wesentliche Einschränkungen fortgesetzt werden kann.

In den Fig. 3 bis 22 sind unterschiedliche Trimmöglichkeiten für des Luftkissenfahrzeug veranschaulicht.

In den Fig. 3 und 4 ist die Trimmung des Luftkissenfahrzeuges bei kopflastiger Schwerpunktverschiebung dargestellt. In diesem Fall werden die Abschnitte 6, 7 nach außen und die Abschnitte 8, 9 nach innen abgelenkt. Dadurch wird der Auftriebsschwerpunkt des Luftkissens nach vorn verlagert und die Verschiebung des Massenschwerpunktes nach vorn ausgeglichen. Bei einer nur geringfügigen Verlagerung des Massenschwerpunktes in Richtung zum Fahrzeugbug kann es auch ausreichend sein, nur die zwei vorderen einander gegenüberliegenden Abschnitte 6, 7 nach außen auszulenken.

In den Fig. 5 und 6 ist der analoge Fall dargestellt, bei dem der Massenschwerpunkt in Richtung zum Fahrzeugheck verlagert ist. Die Abschnitte 6, 7, 8, 9 sind entsprechend nach außen und nach innen zu verlagern.

Es ist auch möglich, beispielsweise für die Kurvenfahrt eine gezielte Neigung des Luftkissenfahrzeuges in Richtung der vorgesehenen Kurve hervorzurufen, indem jeweils die Abschnitte (6, 8; 7, 9) beider Seiten in die gleiche Richtung ausgelenkt werden. Soll beispielsweise eine Neigung nach rechts (Rechtskurve) hervorgerufen werden (Fig. 7 und 8), so sind die Abschnitte 7, 9 und 6, 8 nach links (in Fahrtrichtung gesehen) auszulenken. Bei einer gewünschten Neigung nach links (Fig. 9 und 10) sind die Abschnitte (7, 9 und 6, 8) entsprechend nach rechts auszulenken.

Soll eine kopflastige Verlagerung des Massenschwerpunktes ausgeglichen werden und gleichzeitig eine Drehung hinten nach rechts vollführt werden (Fig. 11 bis 13), so sind die vorderen Abschnitte 6, 7 nach außen und die hinteren Abschnitte 8, 9 gleichsinnig nach links zu bewegen. Diese unsymmetrische Verlagerung der Abschnitte 6, 7, 8, 9 führt zu einer gezielten Neigung des Luftkissenfahrzeuges und dadurch zu einem unterschiedlichen Abstand der Finger Skirts zum Boden bzw. der Wasseroberfläche. Dadurch entsteht hinten links ein verstärktes Abblasen der im Luftkissen komprimierten Luft und in der Folge durch diese zusätzliche Kraftkomponente die Drehung hinten nach rechts.

Ist eine Drehung des Luftkissenfahrzeuges bei kopflastiger Verlagerung des Massenschwerpunktes nach links zu vollführen, so sind die vorderen Abschnitte (6, 7), wie vorstehend beschrieben, nach außen und die hinteren Abschnitte 8, 9 nach rechts auszulenken.

Gleichfalls ist es möglich, auf entsprechende Weise, wie vorstehend beschrieben, eine Fahrzeugdrehung vorn nach rechts (Fig. 17 bis 19) oder vorn nach links (Fig. 20 bis 22) zu vollführen. In diesem Fall sind die hinteren Abschnitte 8, 9 nach außen und die vorderen Abschnitte 6, 7 gleichsinnig nach links bzw. rechts zu verschieben.

Durch die vorstehend beschriebenen Trimmvarianten können die unterschiedlichsten Massenverlagerungen ausgeglichen werden, wobei gleichzeitig eine wesentliche Erhöhung der Manövrierfähigkeit sowohl im Stand, als auch bei der Kurvenfahrt erreicht wird. Bei der Einleitung einer Kurvenfahrt ist lediglich eine Verlagerung des Auftriebsschwerpunktes des Luftkissens entgegen der vorgesehenen Kurve notwendig, so daß sich das Luftkissenfahrzeug in die Kurve neigt. Dadurch können bedeutend engere Kurven durchfahren werden, was die Fahrsicherheit bedeutend verbessert.

Weiterhin ist es möglich, alle Abschnitte 6, 7, 8, 9 gleichzeitig nach innen zu ziehen. Dadurch entsteht eine Druckerhöhung im Luftkissen, so daß einem Eindrücken der elastischen Schürze 2 im Bugbereich, wie dies z. B. bei Wellenschlag der Fall sein könnte, vorgebeugt werden kann. Diese Maßnahme kann auch zum leichteren Überwinden von unerwartet aufgetauchten Hindernissen angewendet werden.

Bezugszeichenliste

1 Karosserie

2 elastische Schürze

3 Back Skirt

4 Finger Skirt

5 Schürzen-Segment

6 Abschnitt

7 Abschnitt

8 Abschnitt

9 Abschnitt

10 Seilzugvorrichtung

11 Seilzugvorrichtung

12 Seilzugvorrichtung

13 Seilzugvorrichtung

14 Seilwinde

15 Zugseil

16 Zugseil

17 Umlenkrolle

18 Umlenkrolle

19 Befestigungspunkt

20 Teilzugseil

21 Teilzugseil

22 Boden

23 Druckfeder

24 Schlauch

25 Sicherungsseil


Anspruch[de]
  1. 1. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug, das wenigstens ein Kompressortriebwerk zur Erzeugung eines Luftkissens unterhalb des Luftkissenfahrzeuges aufweist und bei dem das Luftkissen seitlich durch eine umlaufende elastische Schürze, bestehend aus einem Back Skirt und einem Finger Skirt, begrenzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Auftriebsschwerpunkt des Luftkissens gegenüber dem Massenschwerpunkt des Luftkissenfahrzeuges verschoben wird.
  2. 2. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Auftriebsschwerpunkt so lange gegenüber dem Massenschwerpunkt verschoben wird, bis sich beide Kraftkomponenten im Kräfteparallelogramm aufheben.
  3. 3. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebung des Auftriebsschwerpunktes durch Verlagerung des Luftkissens unter dem Luftkissenfahrzeug erfolgt.
  4. 4. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlagerung des Luftkissens in Richtung der größten Belastung erfolgt.
  5. 5. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlagerung des Luftkissens durch eine seitliche Auslenkung der das Luftkissen begrenzenden elastischen Schürze (2) erfolgt.
  6. 6. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Schürze (2) in unabhängig voneinander verlagerbare Abschnitte eingeteilt ist.
  7. 7. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen parallel zueinander befindlichen Bereiche der elastischen Schürze (2) in unabhängig voneinander verlagerbare Abschnitte (6, 7, 8, 9) eingeteilt ist.
  8. 8. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen parallelen Bereiche in jeweils zwei unabhängig voneinander verlagerbare Abschnitte (6, 7; 8, 9) unterteilt sind.
  9. 9. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die seitliche Verlagerung des Luftkissens durch Steuerelemente erfolgt.
  10. 10. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerelemente mit den seitlich verlagerbaren Abschnitten (6, 7, 8, 9) der elastischen Schürze (2) zusammenwirken.
  11. 11. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß für jeden seitlich verlagerbaren Abschnitt (6, 7, 8, 9) ein Steuerelement vorgesehen ist.
  12. 12. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement aus einer Seilzugvorrichtung (10; 11; 12; 13) besteht, die einerseits am Finger Skirt (4) angreift und andererseits mit einem Antriebselement versehen ist.
  13. 13. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach Anspruch 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebselement aus einer Seilwinde (14) besteht, die ortsfest unterhalb der Karosserie (1) des Luftkissenfahrzeuges befestigt ist und daß für einen seitlich verlagerbaren Abschnitt (6; 7; 8; 9) zwei Zugseile (15, 16) vorgesehen sind und daß die Zugseile (15, 16) im Abstand zueinander, über Umlenkerollen (17, 18) geführt, jeweils an einem Schürzen-Segment (5) des Finger Skirts (4) angreifen.
  14. 14. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach den Ansprüchen 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß sich jedes Zugseil (15, 16) innerhalb des Schürzen-Segmentes (5) in zwei Teilzugseile (20, 21) aufteilt, von denen ein Teilzugseil (20) am Boden des Schürzen-Segmentes (5) und das andere Teilzugseil (21) an der Verbindungsstelle zwischen dem Back Skirt (3) und dem Finger Skirt (4) angreift.
  15. 15. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach den Ansprüchen 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Umlenkrolle (17; 18) und dem Befestigungspunkt (19) des Seilzuges am Schürzen- Segment (5) eine Druckfeder (23) angeordnet ist.
  16. 16. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Befestigungspunkt (19) des Seilzuges und der Umlenkrolle (17; 18) ein Sicherungsseil (25) befestigt ist.
  17. 17. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte (6, 7; 8, 9) einer Seite in eine Richtung ausgelenkt sind.
  18. 18. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte (6, 7; 8, 9) beider parallelen Bereiche gleichsinnig ausgelenkt sind.
  19. 19. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß nur einer der Abschnitte (6, 7, 8, 9) ausgelenkt ist.
  20. 20. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß zwei gegenüber befindliche Abschnitte (6, 8; 7, 9) gleichsinnig oder gegensinnig ausgelenkt sind.
  21. 21. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß zwei diagonal gegenüberbefindliche Abschnitte (6, 9; 7, 8) gleichsinnig ausgelenkt sind.
  22. 22. Statische Trimmung für ein Luftkissenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte (6, 7; 8, 9) beider Seiten gleichzeitig nach innen gezogen sind.






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