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Dokumentenidentifikation DE4224308A1 27.01.1994
Titel Entkeimungsbehälter
Anmelder Brück, Gernot K., 50858 Köln, DE
Vertreter Lippert, H., Dipl.-Ing., 51427 Bergisch Gladbach; Stachow, E., Prof. Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., 42651 Solingen; Solms, J., Dipl.-Ing., 51427 Bergisch Gladbach; Schmidt, U., Dipl.-Ing.(FH); Adler, P., Dipl.-Ing. Faching.f.Schutzrechtswesen; Hudler, F., Dipl.-Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anwälte, 01309 Dresden
DE-Anmeldedatum 23.07.1992
DE-Aktenzeichen 4224308
Offenlegungstag 27.01.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.01.1994
IPC-Hauptklasse B65B 55/08
IPC-Nebenklasse B65D 81/24   A61L 2/10   A61L 9/20   

Beschreibung[de]
Problem

Nicht nur in tropischen Klimazonen geschieht es tagtäglich, daß wertvolle Lebensmittel verderben. Immer sind es verschiedene Mikroorganismen, die hierfür verantwortlich sind, wobei es gleichgültig ist, ob es sich um Bakterien oder um Schimmelpilze unterschiedlicher Art handeln. Je nach Temperatur und Umgebung benötigt es nur Stunden in denen Lebensmittel ungenießbar werden.

Problemlösungen als Stand der Technik

Schon heute stehen diverse Möglichkeiten zur Verfügung um Lebensmittel haltbarer zu machen. Der Kühlschrank ist hier an dominanter Stelle zu nennen, da die Temperaturabsenkung eine starke Vermehrung der Keime verhindert; aber auch andere Lösungen werden angeboten. Allen derzeitigen Verfahren ist gemeinsam, daß durch entweder Temperaturabsenkung, durch chemische Konservierungsstoffe oder auch durch Evakuierung eine rasche Ausbreitung der Keime vermieden wird. Häufig ist hiermit auch eine Geschmacksveränderung der Lebensmittel verbunden oder es ist ein deutlicher Aufwand notwendig.

Gegenstand dieser Anmeldung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, die es ermöglicht in allen Klimazonen der Welt mit einem minimalem Aufwand Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen, ohne daß damit die geringste geschmackliche Veränderung der Lebensmittel einhergeht.

Der Entkeimungsbehälter

Obwohl schon seit langem die keimvernichtende Wirkung der UV-C-Strahlung und hier insbesondere die Strahlung der Wellenlänge von 253 nm, bekannt ist, wird diese im Zusammenhang mit Lebensmittel nur im großtechnischen Bereich eingesetzt. In der Bundesrepublik Deutschland steht einem großflächigen Einsatz noch die Strahlenschutzverordnung von 1959 entgegen. Aber auch in anderen Staaten wird nur in begrenztem Umfang von der effektiven Wirkung der UV-C- Strahlung Gebrauch gemacht.

Geht man davon aus, daß täglich mehr Lebensmittel durch Mikroorganismen vernichtet werden, als für der Ernährung der Menschen benötigt werden, so wird deutlich, wie wichtig eine solche Vorrichtung sein wird.

Die Vorrichtung gemäß der Anmeldung kann sowohl für die Entkeimung von Obst in der BRD, als auch zur Entkeimung von allen anderen Lebensmitteln, einschließlich Brot verwendet werden. Aber auch der Einsatz zur Entkeimung von Geräten die in der medizinischen Praxis verwendet werden, ist hiermit möglich.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist ein lichtdichter Behälter, ausgerüstet mit einer Niederdruckquecksilberdampflampe geringer Leistung (z. B. 9W), der innen total verspiegelt ist und einen undurchlässigen, eingezogenen Boden mit ebenfalls undurchlässigen Sockeln aufweist.

Durch diese erfindungsgemäße Anordnung, nämlich uv-durchlässiger Boden und die allseitige Verspiegelung des Innenraums, wird sicher gestellt, daß jeder Gegenstand, der sich im Inneren des Entkeimungsbehälters befindet von allen Seiten mit UV-C-Licht bestrahlt wird. Auf diese Weise werden alle äußeren Keime vernichtet und die im Behälter befindlichen Gegenstände vor Verkeimung und Lebensmittel vor dem damit einhergehenden Verderben geschützt.

Sowohl eine Reihe von Mikroschaltern, als auch eine entsprechende Anordnung der Lampe und letztlich noch eine elektronische Zeitsteuerung, die die Lampe jeweils nachdem der Behälter wieder geschlossen wird, nur für eine bestimmte Zeit einschaltet, bieten ein Höchstmaß an Sicherheit und garantieren, daß zu keiner Zeit UV-C-Strahlung aus dem Behälter treten kann.

Beschreibung

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Fig. 1 und 2 erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Aufsicht des Entkeimungsbehälters, partiell mit der Darstellung der eingebauten Systemteile und Fig. 2 stellt einen Schnitt durch den Entkeimungsbehälter dar.

In den Fig. 1 und 2 sind die folgenden Einzeldarstellungen ersichtlich:

An einem hochglanzverspiegelten Gehäuse 1 ist eine um die Achse 4 drehbare Verschlußklappe 2 mit einem Griff 3 angebracht, die den Behälter nach vorne lichtdicht abschließt und innen ebenfalls verspiegelt ist. Diese in Verbindung mit der Dichtleiste 14 stellt sicher, daß bei geschlossenem Behälter kein UV-C Licht nach außen treten kann.

Im Inneren des Behälters ist eine UV-C Lampe 6 im Lampenraum 5 angebracht, die komplett von undurchlässigen Fenstern 10 aus Quarzglas oder einem speziellen Teflon bestehen, umgeben ist.

Die Lampe steckt mit ihrem Sockel 7 in einer passenden Fassung 8, die ihrerseits am Gehäuse 9 der Elektronik angebracht ist über diese Elektronik erfolgt die Spannungsversorgung der Lampe, die Zeitregelung und die Überwachung der Mikroschalter 13.

Sobald die Verschlußklappe angehoben wird, öffnen sich die Mikroschalter, die zur Sicherheit in Serie geschaltet sind. Sobald auch nur ein Mikroschalter geöffnet ist, erlischt die UV-Lampe.

Bei geöffneter Verschlußklappe ist der Lampenraum 5 und die Fenster 10 geschützt, da hier vor die Verschlußklappe geschwenkt ist.

Ein im Behälter eingezogener Boden 11 ist ebenso wie die Sockel 12 aus undurchlässigem Material, so daß die im Behälter aufbewahrten Gegenstände komplett von UV-C-Licht umflutet sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Entkeimungsbehälter mit einer UV-C-Lampe zur Aufbewahrung von keimgefährdeten Gegenständen, insbesondere Lebensmitteln.
  2. 2. Entkeimungsbehälter nach Anspruch 1 mit einer allseitigen Innenverspiegelung.
  3. 3. Entkeimungsbehälter nach Ansprüchen 1 und 2 mit einem undurchlässigen, eingezogenem Boden.
  4. 4. Entkeimungsbehälter nach Ansprüchen 1 bis 3 mit einer Zeitschaltelektronik zu Begrenzung der Leuchtdauer nach Schließung des Behälters.
  5. 5. Entkeimungsbehälter nach Ansprüchen 1 bis 4 mit mindestens zwei in Serie geschalteten Mikroschaltern, die sich öffnen beim Anheben der Verschlußklappe.
  6. 6. Entkeimungsbehälter nach Ansprüchen 1 bis 5 mit undurchlässigen Teflon-Folienbeuteln zur Erhaltung der Feuchtigkeit in Lebensmitteln und Obst.






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