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Dokumentenidentifikation DE2752140C2 10.02.1994
Titel Insektenvertreibender Komplex
Anmelder S.E.R.T.O.G. Société d'Etudes, de Recherches, de Travaux d'Organisation et de Gestion, Neuilly-sur-Seine, FR
Erfinder Juvin, Pierre, Neuilly-sur-Seine, FR;
Moreau, Pierre, Limoges, FR
Vertreter Manitz, G., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Finsterwald, M., Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing., Pat.-Anwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 22.11.1977
DE-Aktenzeichen 2752140
Offenlegungstag 24.05.1978
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.02.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.02.1994
IPC-Hauptklasse A01N 37/00
IPC-Nebenklasse A01N 65/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen insektenvertreibenden, in Form einer Haarwäsche anwendbaren Komplex, enthaltend ein Netzmittel und Essigsäure, mit einem pH-Wert unterhalb von 3,5.

Aus der US-PS 36 50 964 sind saure, anionische Tenside enthaltende Zusammensetzungen mit geringer Schaumkraft bekannt, wobei das Tensid in einer Menge von 3 bis 15 Gew.-% eingesetzt wird. Als anionische Tenside sind jedoch nur ganz bestimmte Alkylsulfate genannt. Salze von Laurylsulfat sind hier jedoch nicht aufgeführt. Die aus dieser US-PS 36 50 964 bekannten Zusammensetzungen können noch 12 bis 60 Gew.-% einer Säure, u. a. Essigsäure, enthalten.

Weiterhin sind aus der DE-OS 25 39 016 Desinfektionsmittel mit einem pH-Wert von maximal 3,5 bekannt, welche u. a. Essigsäure als organische Säure und ein antimikrobiell wirkendes, anionisches Tensid oder Tensidgemisch enthalten können. Zwangsweise müssen die aus dieser DE-OS 25 39 016 vorbekannten Desinfektionsmittel jedoch noch spezifische Alkohole als Bestandteil, sowie Verbindungen eines mehrwertigen Metalls enthalten. Die gemäß dieser DE-OS 25 39 016 verwendeten Desinfektionsmittel umfassen keine Laurylsulfate, sondern als anionische Tenside spezielle und komplex aufgebaute Verbindungen. Aus der US-PS 27 88 308 sind örtlich aufzutragende Mittel, welche jedoch nicht wäßrig sind, bekannt, wobei diese Mittel Eisessig oder Essigsäureanhydrid als sauren Bestandteil enthalten sowie nichtwäßrige Lösungsmittelträger, u. a. Glyceridöle, Propylenglykole, Polyethylenglykole und Petrolatum. Die aus der US-PS 27 88 308 vorbekannten Mittel enthalten jedoch keine anionischen Tenside.

Ferner sind bereits verschiedene Bestandteile bekannt, welche Insekten wie Läuse und Flöhe zerstören können, z. B. DDT, Hexachlorcyclohexan oder Lindan. Jedoch liegen diese Produkte im allgemeinen in Form von Pudern vor, und ihre erhöhte Toxizität macht ihre Anwendung durch direkten Kontakt mit der Haut von Säugetieren gefährlich.

Jedoch befallen Plagetiere wie beispielsweise Läuse und Flöhe vorzugsweise junge Lebewesen (Kinder, junge Hunde, junge Katzen), wobei diese Lebewesen gegenüber toxischen Substanzen besonders empfindlich sind.

Andererseits ist bekannt, daß bestimmte saure Bestandteile in Form von Flüssigkeiten wie Essigsäure gegen Insekten und Parasiten aktiv sind, insbesondere wenn diese Produkte in konzentrierter Lösung mit einem pH-Wert in der Nähe von 2 angewandt werden.

Jedoch greifen bei solchen pH-Werten flüssige Produkte die Haut der Lebewesen in empfindlicher Weise an, so daß man gezwungen ist, sie in verdünnter Lösung anzuwenden, wodurch ihre Wirksamkeit beträchtlich herabgesetzt wird.

Aufgabe der Erfindung ist ein insektenvertreibender Komplex bzw. ein insektenvertreibendes Mittel, der/das diese Nachteile nicht aufweist und dessen Wirkung einerseits die wirksame Unterdrückung der Insekten und Parasiten und andererseits die Verhütung ihrer Rückkehr zu den behandelten Stellen bzw. Körperteilen ermöglicht.

Zur Lösung dieser Aufgabe dient der insektenvertreibende Komplex der zuvorgenannten Art, welcher dadurch gekennzeichnet ist, daß er enthält:

  • a) Natrium-, Ammonium- oder Triethanolamin-laurylsulfat,
  • b) 2 bis 12 Vol.-% Essigsäure und
  • c) 0,5 bis 3 Vol.-% natürliche oder synthetische, als Insektizide oder Parasitenvertilgungsmittel wirkende Substanzen in Form von Extrakten oder Essenzen von Gewürznelken, Lavendel, Pfefferminze, Majoran, Rosmarin, Lindenblüten, Wacholder, Zitronen, Zitronenkraut, Thymian, Datura stramonium, Fichte, Pyrethrum, Pyrethrin oder den ätherischen Ölen aus der Rinde oder den Blättern von Ceylonzimt.


Darüber hinaus können die erfindungsgemäßen Komplexe vorteilhafterweise eine insektizide oder narbenbildende Substanz enthalten wie beispielsweise natürlichen oder synthetischen Kampfer, und zwar in Volumenanteilen zwischen 1,5 und 5% und vorzugsweise zwischen 0,5 und 1,5%.

Um die Vorteile der erfindungsgemäßen Komplexe besser aufzuzeigen und den Wert ihrer Anwendungsweise zu zeigen, sind im folgenden Beispiele für Formulierungen gegeben, welche den Hauptanwendungen der Komplexe entsprechen, weiterhin sind Beispiele für durchgeführte Behandlungen aufgeführt.

Für jede Formulierung ist festzustellen, daß der Anteil an Netzmittel bzw. grenzflächenaktivem Mittel wesentlich ist.

Tatsächlich wurde in überraschender Weise gefunden, daß der insektizide Effekt von Essigsäure beträchtlich durch Zugabe von Netzmitteln wie Natrium-, Ammonium- oder Triäthanolamin- laurylsulfat erhöht wird.

Diese Feststellung kann mit Hilfe des folgenden Tests gezeigt werden, der mit Rüsselkäfern, Ameisen, Ohrwürmern, Läusen und Flöhen durchgeführt wurde:

Das in den folgenden Beispielen hergestellte Produkt wurde auf ein Drittel seines Volumens verdünnt, anschließend wurden einige Tropfen auf jedes Insekt gebracht, das zwischen Lamellen derart gehalten war, daß der Körper des Insekts beinahe zu drei Vierteln imprägniert war.

Anschließend wurde die erforderliche Zeit gemessen, nach welcher das Insekt keine Bewegung mehr zeigte. Diese Zeiten wurden mit den Zeiten verglichen, die mit Hilfe einer wäßrigen Essigsäurelösung von gleichem pH-Wert erzielt wurden.

Die festgestellten Ergebnisse zeigten, daß die Zeiten im Mittel um das Zweifache bis Fünffache im Fall der Shampoobehandlung geringer sind als im Fall der reinen Essigsäure, nämlich 20 bis 50 Sekunden statt 1 bis 3 Minuten.

Beispiel 1

Hygieneshampoo, wirksam gegen Läuse bei Erwachsenen und Kindern; die Verhältnisse sind in Volumina angegeben.

- Netzmittel (Texapant N 40, Henkel) verdünnt auf 30% 75 bis 95% - Synthetischer Kampfer 0,5 bis 1,5% - Zitronenkraut 0,5 bis 1,5% - Essigsäure 5 bis 10% - pH-Wert 1,8 bis 2,3

Fall 1

Es wurden zwei Kinder im Alter von 11 bzw. 13 Jahren, deren Haare eine große Kolonie von ausgewachsenen Läusen und Nissen trug, mit Hilfe eines Shampoos behandelt, welches 1% synthetischen Kampfer, 1% Zitronenkrautöl, 5% Essigsäure und 93% Netzmittel (Texapant, verdünnt auf 30%) (pH eingestellt auf 2,1) enthielt.

Ein Waschen mit Hilfe des Shampoos wurde am Morgen gegen 9.00 Uhr durchgeführt. Das Shampoo wurde aktiv während 15 Minuten einwirken gelassen, anschließend wurde ein Waschvorgang mit Wasser durchgeführt.

Eine Überprüfung des Kopfes zeigte, daß überhaupt keine ausgewachsene Laus mehr vorlag und daß der Anteil von Nissen herabgesetzt war.

Eine neue Shampoobehandlung wurde 2, 4 und dann 6 Tage später durchgeführt, wobei überhaupt keine ausgewachsene Laus festgestellt wurde. Die Anzahl der Nissen befand sich in regelmäßiger Abnahme.

Neue Waschbehandlungen wurden jede Woche durchgeführt, am Ende von 3 Wochen waren die Nissen vollständig verschwunden.

Fall 2

Bei einem jungen Mädchen von 15 Jahren wurde beobachtet, daß beim Baden Läuse um sie herumschwammen. Sie wurde jeden Abend mit einem Pulver mit 0,5% Lindan behandelt, jede Nacht mit einer Haube ihr Kopf bedeckt und dann mit einem gewöhnlichen Shampoo jeden Morgen gewaschen und mit einem Staubkamm gekämmt. Nach 5 Tagen fanden sich in den Haaren immer noch Nissen.

Eine einzige Shampoobehandlung mit dem im Fall 1 angegebenen Produkt reichte aus, um die Haare von allen Parasiten zu befreien und die widerliche und unangenehme Behandlung zu beenden.

Fall 3

Ein kleines Mädchen von 5 Jahren hatte seit 3 Wochen Nissen und war jeden Abend mit einem Pulver auf Basis von 0,4% Lindan und 10% DDT behandelt worden. Es behielt die ganze Nacht diese Insektizide in den Haaren unter einer Haarhaube, und am Morgen wurde eine gewöhnliche Shampoowäsche mit anschließendem Kämmen mit einem Staubkamm durchgeführt.

Dieses kleine, blonde Mädchen besaß besonders feine Haare und zahlreiche Nissen hatten sich auf den Haaren in extremer Weise festgesetzt.

Eine erste Behandlung mit dem erfindungsgemäßen Produkt gemäß Fall 1 ergab nur ein teilweises Ergebnis. Es war noch erforderlich, zwei Anwendungen des Produktes durchzuführen, um eine restlose Entfernung der Nissen zu erreichen.

Beispiel 2 Behandlung von Flöhen, Läusen und Zecken bei Hunden

Es wurde ein Shampoo verwendet, das 6% Essigsäure, 1,5% Zitronenkraut und 1,5% Gewürznelkenessenz sowie 91% Netzmittel (Texapant), verdünnt auf 30%, enthielt (pH eingestellt auf 2).

Es wurde ein von Flöhen befallener, ausgewachsener Dackel behandelt.

Ein Waschen mit einem Shampoo der zuvorgenannten Tierformulierung wurde am Morgen gegen 8 Uhr durchgeführt. Gegen 12 Uhr wies der Hund keine Flöhe mehr auf, und er war während 3 Tagen trotz einer ungünstigen Umgebung nicht mehr befallen.

Eine Behandlung, die darin bestand, eine Lotion zu zerstäuben, die aus einer Lösung eines Thymianabsuds zu 25%, aus Apfelweinessig zu 75% und zu 2% aus Zitronenkraut bestand, ermöglichte es, jede Rückkehr von Parasiten bis zur vollständigen Desinfektion der Umgebung (Ort und Textilien) mit Hilfe von Produkten des Beispiels 3 zu vermeiden.

Beispiel 3 Behandlung von Orten und Textilien (Geweben)

Es wurde ein Shampoo verwendet, das aus 10% Essigsäure, 2% Zitronenkrautessenz und 2% Kampfer bestand (pH eingestellt auf 1,8).

In einem seit einiger Zeit nicht belegten und schlecht verschlossenen Zimmer, das verschiedene Gegenstände und Textilien enthielt, wurde eine Vermehrung von Flöhen festgestellt.

Nach dem Umräumen wurden Gegenstände und der Teppich, der einen Teil des Bodens und der Fliesen bedeckte, mit dem Shampoo, das in dem Zweifachen seines Volumens Wasser verdünnt worden war, besprüht. Zwei Stunden später gaben die Flöhe kein Lebenszeichen mehr von sich.

In der gleichen Weise wurden mit Erfolg Mäntel, Decken und Körbe für Hunde behandelt, indem sie mit Lösungen von 5 cm³ Shampoo pro Liter Wasser behandelt wurden.

In allgemeiner Weise ist die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Produkte wie folgt: es wird eine Shampoobehandlung der zu behandelnden Teile mit Hilfe der zuvor beschriebenen Komplexe durchgeführt, man läßt die Produkte während einer Dauer, die im allgemeinen zwischen 1 bis 10 Minuten für Lebewesen und zwischen 5 bis 20 Minuten für Gegenstände liegt, einwirken.

Es wird gründlich gespült, wodurch die Essigsäure oder ihre Äquivalente wie auch die Insekten und die Parasiten mitgerissen werden.

Nach dem Waschen wird gefunden, daß die insektenvertreibenden Produkte in ausreichender Menge zurückbleiben, um gegen neue Infektionen zu schützen.

Jedoch beabsichtigt man in zahlreichen Fällen, die Behandlung durch aufeinanderfolgende, getrennte Waschvorgänge bis zum vollständigen Verschwinden von Larven fortzuführen, wie auch eine Pflegebehandlung durchzuführen, welche Zerstäubungen oder Sprühbehandlungen von verschiedenen Essenzen von Insektiziden oder als Parasitenmittel wirkenden, zuvorgenannten Produkten mit oder ohne Kampfer, jedoch vorzugsweise ohne Essigsäure, d. h. mit Zitronenkraut, Gewürznelkenessenz, Lavendel, Pfefferminze, Majoran, Rosmarin, Lindenblüten, Wacholder, Zitrone, Thymian, Datura stramonium, Pyrethrum oder ätherischem Öl von Ceylonzimt umfassen.

Diese Zerstäubungsbehandlungen schützen die Objekte zwischen jeder Shampoobehandlung dauerhaft.

Andererseits wurde die insektizide Wirkung eines Shampoos, das dem im Fall 1 des Beispiels 1 verwendeten entsprach, im Vergleich zu einer Puderpräparation von Lindan mit 15 Gew.-% in folgender Weise verglichen:

1. Versuche an ausgewachsenen Läusen

In einen Becher gibt man 5 cm³ reines Shampoo, anschließend werden hierin fünf Läuse (pediculus humanus) eingesetzt. Der Tod tritt sofort ein. Nachdem das Ergebnis gesichert ist, wurde ein weiterer Versuch durchgeführt, bei welchem die Läuse lediglich 10 Sekunden in dem Shampoo belassen wurden und sie dann mit einem dünnen Holzspatel herausgenommen wurden. Sie wurden unter eine Lupe gebracht und es wurde der Tod der Läuse festgestellt.

In der gleichen Weise wurden die Versuche mit dem Shampoo, verdünnt auf 50%, dann auf 25% wiederholt, um eine Annäherung an die Anwendungskonzentration, die von 25 bis 100% variieren, zu erreichen.

Der Tod der Läuse war langsamer bei diesen beiden Verdünnungen, und der Test der Herausnahme der Läuse zeigte, daß die Läuse nach 30 Sekunden nicht mehr zum Leben kamen.

Die gleichen Versuche wurden an der Art phtirius pubis mit dem gleichen Prozentsatz der Mortalität von 100% nach 30 Sekunden durchgeführt. Diese Versuche sind im Vergleich mit einer Lindanpräparation als Pulver von 15% in der folgenden Tabelle zusammengestellt. Tabelle I Versuche an ausgewachsenen Läusen pediculus humanus



Der gleiche Versuch wurde an erwachsenen Läusen phtirius pubis mit gleichen Ergebnissen durchgeführt.

2. Versuche an Nissen von pediculus humanus

Es war sehr schwierig nachzuweisen, ob die Nissen wirklich durch das Produkt getötet wurden, da ein Abwarten von 2 bis 5 Wochen erforderlich war, um über ihren Tod sicher zu sein; die Tatsache der Trennung der Nisse von dem Haar, auf welchem sie festgeklebt war, konnte der Zerstörungsfaktor sein.

Der Versuch wurde wie folgt durchgeführt: Bei einem Nissen tragenden Kind wurden 10 Haare mit den Nissen abgenommen und in Becher mit den Produkten der Versuche oder mit Wasser während einer Dauer von 15 Minuten angeordnet und anschließend bei einer Temperatur von 22°C aufbewahrt.

Bestimmte Nissen wurden im Shampoo vom Haar abgetrennt, andere blieben angeklebt. Die Beobachtungen wurden während 5 Wochen durchgeführt, die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle II zusammengestellt: Tabelle II



Der gleiche Versuch wurde an Nissen von phtirius pubis mit gleichen Ergebnissen durchgeführt.

Das Produkt ist daher aktiver wie eine 15%ige Lindanformulierung.

Die Lindanformulierungen mit 0,4 und 0,8% besitzen eine nicht ausreichende Wirkung, um als Vergleichsprodukt verwendet werden zu können.

Weiterhin wurde die bakteriostatische Wirkung der erfindungsgemäßen Produkte nachgewiesen, und dies obwohl sie keine üblicherweise angewandten Bakterizide wie Methylparaoxybenzoat enthielten, wobei verschiedene Versuche zeigten, daß kein Bakterium sich in dem reinen oder auf 50% verdünnten Produkt entwickelte.

Die Untersuchung zum Nachweis, daß die Präparation frei von Bakterien war, wurde vor den erhaltenen, interessanten Ergebnissen durchgeführt.

Die angewandte Technik war die folgende mit dem Shampoo von Beispiel 1:

  • 1) Impfung auf gewöhnlichem Nährboden,
  • 2) Aufbewahrung im Inkubationsofen bei 37°C während 48 Stunden anschließend während 7 Tagen.


Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle III zusammengestellt: Tabelle III



Andere Anwendungen und Varianten der Erfindung sind für den Fachmann ohne weiteres möglich, insbesondere durch Ersatz von Äquivalenten für die zuvor beschriebenen, unterschiedlichen Produkte, beispielsweise durch Ersatz der Essigsäure durch homologe Säuren, jedoch wurde festgestellt, daß die erhaltenen Ergebnisse etwas schlechter sein können, insbesondere mit Propionsäure und Caprylsäure.

Schließlich können die erhöhten Toxizitäten in starker Weise variieren, was den Vorteil von Essigsäure, synergistisch mit einem Netzmittel verstärkt, erhöht, das ihr eine erhöhte, insektizide Wirkung erteilt, wobei ihre Toxizität immer in Grenzen gehalten wird, die mit ihrer Anwendung vollkommen verträglich sind beim Kontakt mit empfindlicher Epidermis.

Tatsächlich ist die p.o.-Toxizität, die durch Applikation des Shampoos gemäß Beispiel 1 bei männlichen RIVER-Mäusen mit einem mittleren Gewicht von 25 g erhalten wurde, für eine maximale, tolerierte Dosis mit 24 ml/kg und für eine lethale Dosis 100 mit einem Wert von 40 ml/kg angegeben.

Die Ergebnisse ermöglichen nicht die Feststellung der lethalen Dosis 50. Im Vergleich sei darauf hingewiesen, daß die lethale Dosis 50 für Lindan, beobachtet bei auf oralem Weg bei Mäusen applizierten, wäßrigen Präparationen ungefähr 300 mg/kg beträgt.

Schließlich ermöglichte es die Untersuchung der lokalen Hauttoleranz, einen Index der lokalen Reizung von 0,3 und damit einen geringen Wert festzustellen, wobei Versuche eines wiederholten Auftrages auf das Ohr von Mäusen den Schluß zuließen, daß das Shampoo nicht reizte, und wiederholte Anwendungen auf enthaarte Stellen von Kaninchen zeigten eine ausgezeichnete Toleranz.

Lediglich Versuche im Bereich der Augen legten den Gedanken nahe, daß das Shampoo eine Reizwirkung besitzen kann, jedoch ist diese Reizwirkung nach einer Verdünnung, welche der Anwendung des Produktes entspricht, nur sehr schwach.

Zum Nachweis des überraschenden Effektes durch die Kombination der im Patentanspruch aufgeführten Bestandteile a) und c) wurden die folgenden Vergleichsversuche durchgeführt:

Vergleichsversuche

Es wurden folgende Haarwaschkomplexe hergestellt und untersucht:

Komplex A Natriumlaurylethersulfat 36,55 g Zitronenkraut 0,76 g Rest gereinigtes Wasser auf 100,00 g Komplex B (erfindungsgemäß) Essigsäure 3,55 g Natriumlaurylsulfat 36,55 g Kampfer 0,76 g etherisches Öl von Zitronenkraut 0,76 g Natriumchlorid 3,85 g Rest mit gereinigtem Wasser auf 100,00 g Komplex C Essigsäure 3,65 g Natriumlaurylethersulfat 36,55 g Rest gereinigtes Wasser auf 100,00 g Kontrollversuch gereinigtes Wasser 100,00 g


3 Petrischalen, A, B und C wurden mit 10 Holzläusen und einem mit kleinen Löchern durchbohrten Deckel präpariert.

In jede wurden 10 Holzläuse und wenige Tropfen der Formulierung eingeführt, so daß die Holzläuse mit dem Produkt zum Zeitpunkt ihrer Einführung in Berührung kamen.

Die Anzahl der lebenden und toten Holzläuse wurde bestimmt, und zwar vor der Einführung der Formulierung, 30 Minuten später, 2 Stunden später und 6 Stunden später.

Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle IV zusammengestellt.

Hieraus ist ersichtlich, daß der Komplex A eine sehr geringe Wirksamkeit im Vergleich zu dem erfindungsgemäßen Komplex B aufweist, wobei letzterer nach 30 Minuten eine Wirksamkeit von 100% zeigte.


Anspruch[de]
  1. 1. Insektenvertreibender, in Form einer Haarwäsche anwendbarer Komplex, enthaltend ein Netzmittel und Essigsäure, mit einem pH-Wert unterhalb von 3,5, dadurch gekennzeichnet, daß er enthält:
    1. a) Natrium-, Ammonium- oder Triethanolamin-laurylsulfat,
    2. b) 2 bis 12 Vol.-% Essigsäure und
    3. c) 0,5 bis 3 Vol.-% natürliche oder synthetische, als Insektizide oder Parasitenvertilgungsmittel wirkende Substanzen in Form von Extrakten oder Essenzen von Gewürznelken, Lavendel, Pfefferminze, Majoran, Rosmarin, Lindenblüten, Wacholder, Zitronen, Zitronenkraut, Thymian, Datura stramonium, Fichte, Pyrethrum, Pyrethrin oder den ätherischen Ölen aus der Rinde oder den Blättern von Ceylonzimt.
  2. 2. Komplex nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er 0,5 bis 3 Vol.-% Zitronenkraut enthält.
  3. 3. Komplex nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß er weiterhin 0,5 bis 1,5 Vol.-% synthetischen oder natürlichen Kampfer enthält.






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