PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3512289C2 10.02.1994
Titel Schüttgutsilo mit entlüfteter Misch- oder Homogenisierkammer
Anmelder Claudius Peters AG, 22297 Hamburg, DE
Erfinder Krauß, Werner, 2000 Hamburg, DE
Vertreter Moll, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., 80538 München; Delfs, K., Dipl.-Ing.; Mengdehl, U., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Niebuhr, H., Dipl.-Phys. Dr.phil.habil., 20148 Hamburg; Glawe, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 03.04.1985
DE-Aktenzeichen 3512289
Offenlegungstag 16.10.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.02.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.02.1994
IPC-Hauptklasse B65D 88/72
IPC-Nebenklasse E04H 7/22   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Schüttgutsilo mit zentrisch oder nicht zentrisch angeordneter, entlüfteter Misch- oder Homogenisierkammer, deren Wand eine Mehrzahl ständig offener Durchtrittsöffnungen für das Gut aus dem Hauptsiloraum enthält und die mit einem Inspektionsraum verbunden ist.

Es ist bekannt, bei einem Silo der genannten Art (DE-AS 27 27 499) die Betriebssicherheit bei empfindlichem und zu Fließstörungen neigendem Gut dadurch zu verbessern, daß um die Kammer herum, also innerhalb des Hauptsiloraums, ein ringförmiger Beobachtungsgang geschaffen wird, dessen Wand Inspektionsöffnungen sowohl zur Beobachtung der Durchtrittsöffnungen als auch des leeren Kammerbodens enthält. Jedoch ist ein solcher Gang höchst aufwendig, weil er eine dem Umfang der Kammer entsprechende große Länge besitzt, weil seine Wand im Hinblick auf den im Hauptsiloraum herrschenden Druck ausreichend bemessen sein muß und weil ein Zugangskanal von der Außenseite her zu dem Gang geschaffen werden muß.

Bekannt ist es ferner (DE-AS 21 33 189), einen vom Silozentrum zum Siloumfang führenden Auslaufkanal mit einem gesonderten Beobachtungskanal, der Inspektionsöffnungen zum Auslaufkanal enthält und von außen zugänglich ist, so zu verbinden, daß der Beobachtungskanal den Auslaufkanal über dessen gesamte Länge begleitet. Diese Anordnung ist nicht verwendbar, wenn eine zentrische Auslaufkammer im Silo vorgesehen ist; sie entspricht jedoch der zuvor erläuterten Anordnung bei zentrischer Kammer, bei der ein Kanal von außen zu dem Kammerumfang führt, der über seine Länge von einem Beobachtungsgang umgeben ist. Insbesondere geht auch nicht daraus hervor, wie man bei einem Silo mit zentraler Auslaufkammer den Aufwand für die Inspektion derselben mindern könnte.

Aus IT-PS 657 158 ist ein nicht gattungsgemäßes Schüttgutsilo ohne entlüftete Misch- oder Homogenisierkammer bekannt, das im Inneren des Siloraums eine zentrisch angeordnete Säule aufweist. Der Innenraum der Säule ist begehbar, auf ihrer Oberseite ist eine begehbare Plattform angeordnet, von der aus der Innenraum des Silos einsehbar ist.

Ein Nachteil der bekannten Anordnungen ist es ferner, daß während des Betriebs eine Beobachtung nur beschränkt, eine Wartung überhaupt nicht möglich ist; für letztere muß der Siloabzug vielmehr stillgelegt und die Kammer entleert werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schüttgutsilo der eingangs genannten Art zu schaffen, das bei geringem Aufwand eine bessere Beobachtungs- und Wartungsmöglichkeit der Kammer und der zugehörigen Entleerungseinrichtungen ermöglicht.

Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß der Inspektionsraum aus einer von unten begehbaren Hohlsäule innerhalb der Misch- oder Homogenisierkammer besteht, die Beobachtungsöffnungen zur Misch- oder Homogenisierkammer aufweist sowie die Entlüftungsleitung im Inneren der Hohlsäule enthält.

Dadurch daß die Hohlsäule im Inneren der Misch- oder Homogenisierkammer (nachfolgend auch als "Kammer" bezeichnet) angeordnet ist, ist der für sie erforderliche Bauaufwand wesentlich geringer als derjenige für einen außerhalb der Kammer vorgesehenen und mit einem Zugangskanal ausgerüsteten Inspektionsgangs. Dabei steift die Hohlsäule die Kammerdecke zusätzlich aus, so daß die Kammerwand entlastet wird und daher schwächer ausgeführt werden kann. Schließlich ermöglicht die Hohlsäule auch die Aufnahme der Entlüftungsleitung, deren Führung oftmals Probleme aufwirft. Schließlich bringt die Ausbildung des Inspektionsraums als vertikale Säule die Möglichkeit mit sich, daß der Inspektionsraum bis oberhalb des während des Betriebs in der Kammer sich einstellenden Gutspiegels hochgeführt wird, so daß von dort aus auch während des Betriebs eine Beobachtung der Funktionen der Kammer selbst als auch der Durchtrittsöffnungen vom Hauptsiloraum zur Kammer sowie der in der Kammer vorgesehenen Abzugseinrichtungen möglich wird.

Vergleicht man dies Ergebnis mit dem Stand der Technik, so stellt man fest, daß einerseits die Beobachtungs- und Wartungsmöglichkeiten verbessert werden und andererseits die Ausbildung des Beobachtungsraums als solche unaufwendiger ist und er zudem noch konstruktive Fortbildung hinsichtlich der Ausführung der Kammer und der Entlüftungsleitung mit sich bringt, die gleichfalls zur Senkung des Aufwands geeignet sind.

Diese Vorteile werden am besten von einer zentrisch vertikal in der Kammer angeordneten Hohlsäule erreicht. Jedoch soll eine mehr oder weniger außermittige Anordnung der Hohlsäule in bezug auf die Kammer nicht ausgeschlossen werden.

Außer den oberhalb des Gutspiegels befindlichen Beobachtungsöffnungen der Hohlsäule werden zweckmäßigerweise Wartungsöffnungen in Bodennähe so angeordnet, daß sie den Durchtrittsöffnungen etwa gegenüber liegen. Dies soll eine Wartung der Durchtrittsöffnungen beispielsweise durch Stochern ermöglichen. Das Merkmal, daß die Wartungsöffnungen den Durchtrittsöffnungen etwa gegenüber liegen sollen, ist in diesem Zusammenhang so zu deuten, daß die Durchtrittsöffnungen von den Wartungsöffnungen mittels geeigneter Werkzeuge wie Stocherlanzen zugänglich sind, ohne daß die Kammer als solche betreten zu werden braucht. Dies gibt die Möglichkeit, Wartungsarbeiten auch dann durchzuführen, wenn die Kammer nicht vollständig entleert ist oder sogar (insbesondere auf der der Störungsstelle gegenüberliegenden Seite) noch ggf. gedrosselt betrieben wird.

Jedoch soll die Kammer von der Hohlsäule her auch begehbar sein, damit auch tiefgreifendere Wartungsarbeiten nach Stillsetzung des Abzugsbetriebs im Kammerraum durchgeführt werden können.

Damit die Auslaufeinrichtungen der Kammer auch während des Betriebs gewartet werden können, sind sie zweckmäßigerweise in der Hohlsäule angeordnet, wobei nach einem weiteren Merkmal der Erfindung mehrere, vorzugsweise zwei, über den Umfang der Hohlsäule verteilte Auslaufeinrichtungen vorgesehen sind, damit im Falle einer Störung an einer Auslaufeinrichtung die andere während der Wartung weiterbetrieben werden kann. Es kann auch zweckmäßig sein, Auslaufeinrichtungen vorzusehen, die unmittelbar vom Boden des Hauptsiloraums unter Umgehung der Kammer betrieben werden können, damit der Silobetrieb nicht gänzlich ruhen muß, wenn Wartungsarbeiten in der Kammer durchgeführt werden müssen, die sich nicht während des Betriebs von den Inspektions- oder Wartungsöffnungen her erledigen lassen.

Nach einem weiteren Merkmal kann die Hohlsäule wenigstens eine in den Hautpsiloraum führende Inspektionsöffnung enthalten, wobei diese zweckmäßigerweise seitlich an einem über die Kammer hinaus in den Hauptsiloraum führenden Teil der Hohlsäule angeordnet ist.

Sehr zweckmäßig kann auch eine Ausführungsform sein, bei der die Hohlsäule nicht vertikal angeordnet ist, sondern im wesentlichen horizontal vom Siloumfang zum Oberraum der Kammer führt und dort wenigstens eine Inspektionsöffnung besitzt.

Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert, die ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel in einem vertikalen Längsschnitt darstellt.

Der über Fundamente 1 auf dem Boden aufsitzende Silokörper 2 enthält einen Hauptsiloraum 3, unter dessen Boden 4 ein begehbarer Silounterraum 5 gebildet ist. In der Mitte des zylindrischen Silokörpers ist auf dem Siloboden 4 eine Misch- oder Homogenisierkammer 9 bekannter konischer Bauart vorgesehen, deren Wand 6 eine Vielzahl von Durchtrittsöffnungen 7 über dem Boden 4 enthält, durch die das Gut aus dem Hauptsiloraum 3 dann, wenn die bei den Durchtrittsöffnungen befindlichen Belüftungseinrichtungen 8 mit Druckluft beaufschlagt sind, im fluidisierten Zustand in die Kammer 9 einströmen kann. Wird die Druckluftbeaufschlagung der Belüftungseinrichtungen 8 im Hauptsiloraum 3 unterbrochen, so wird auch der Gutfluß durch die Öffnungen 7 unterbrochen, so daß die Kammer 9 entleert werden und betreten werden kann.

Auch die Kammer enthält Belüftungseinrichtungen 10, die das Gut durch zwei Abzugsöffnungen 11 zufließen lassen, die über geeignete Abzugsleitungen 12 an Förderorgane angeschlossen sind, im dargestellten Beispiel an eine pneumatische Förderleitung 13.

Vom Oberraum 14 der Kammer 9, der während des Betriebs von hochsteigendem Material im allgemeinen frei bleibt, ist eine Entlüftungsleitung 15 nach unten geführt zu einer zur Aufnahme der Abluft geeigneten Einrichtung, beispielsweise einem Teil des Fördersystems.

Innerhalb dieser insoweit bekannten Anordnung ist die erfindungsgemäße Hohlsäule 16 zentrisch vertikal vorgesehen, die zylindrisch vom Boden 17 der Kammer aufgeführt ist und deren Wand 6 (bei anderer Ausführung deren Decke) erreicht und sogar darüber hinaus mit ihrem Teil 18 in den Hauptsiloraum 3 vorstößt, wo sie durch eine Decke 19 geschlossen ist. Sie enthält Beobachtungsöffnungen 20 in demjenigen Höhenbereich, der normalerweise oberhalb des Gutspiegels im Kammerraum 9 liegt. In etwa gleicher Höhe wie die Durchtrittsöffnungen 7 sind Wartungsöffnungen 21 vorgesehen. Diese können auch etwas höher als die Durchtrittsöffnungen angeordnet sein. Sie sollen so liegen, daß von dort aus beispielsweise mittels Stocherlanzen die Durchtrittsöffnungen 7 und/oder der Kammerboden 17 erreichbar sind, um beispielsweise Verfestigungen zu beseitigen. Wenn diese Wartungsöffnungen 21 für den Ausstieg in die Kammer 9 zu hoch liegen, können noch gesonderte Ausstiegsöffnungen nahe dem Kammerboden 17 vorgesehen sein. Schließlich sind oberhalb der Kammer 9 im Bereich des Hauptsiloraums 3 Inspektionsöffnungen 22 in der Säulenwand enthalten, durch die der Abfluß am Boden des Hauptsiloraums inspiziert werden kann.

Unter den Öffnungen sind Arbeitsbühnen vorgesehen.

Die Entlüftungsleitung 15 ist innerhalb der Hohlsäule verlegt und daher zugänglich. Dasselbe gilt für die von den Abzugsöffnungen 11 ausgehenden Abzugseinrichtungen.

Geeignet ist das erfindungsgemäße Silo beispielweise für störungsanfällige Güter wie Flugasche. Seine verbesserten Inspektions- und Wartungseigenschaften gestatten es in vielen Fällen, auf aufwendige mechanische Förderer innerhalb des Silos zu verzichten, die bei solchem Gut sonst oftmals notwendig sind, um es förderbar zu machen.

Die Weite des Begehungsraums in der Hohlsäule soll so groß sein, daß von dort aus auch mit Werkzeugen wie beispielsweise Stocherlanzen gearbeitet werden kann. Beispielsweise soll der Durchmesser in der Größenordnung von 2 bis 3 m liegen.

Vom Boden 4 des Hauptsiloraums 3 gehen Abzugseinrichtungen 23 aus, die gleichfalls zu dem Förderer 13 geführt sind und die Aufrechterhaltung des Betriebs dann gestatten, wenn zur Wartung der Kammer oder einer Durchtrittsöffnung oder eines Abzugsorgans der Siloabzug durch die Kammer kurzzeitig stillgesetzt ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Schüttgutsilo mit zentrisch oder nicht zentrisch angeordneter, entlüfteter Misch- oder Homogenisierkammer, deren Wand eine Mehrzahl ständig offener Durchtrittsöffnungen für das Gut aus dem Hauptsiloraum enthält und die mit einem Inspektionsraum verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Inspektionsraum aus einer von unten begehbaren Hohlsäule (16) innerhalb der Misch- oder Homogenisierkammer (9) besteht, die Beobachtungsöffnungen zur Misch- oder Homogenisierkammer (9) aufweist sowie die Entlüftungsleitung (15) im Innern der Hohlsäule (16) enthält.
  2. 2. Silo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlsäule (16) zentrisch vertikal ausgebildet ist.
  3. 3. Silo nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Beobachtungsöffnungen (20) der Hohlsäule (16) zumindest im Kammeroberraum (14) angeordnet sind und oberhalb des im Betrieb sich einstellenden Gutspiegels, und daß von ihnen sämtliche Durchtrittsöffnungen (7) sichtbar sind.
  4. 4. Silo nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlsäule (16) in Bodennähe den Durchtrittsöffnungen (7) etwa gegenüberliegende Wartungsöffnungen (21) enthält.
  5. 5. Silo nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Misch- oder Homogenisierkammer (9) von der Hohlsäule (16) her begehbar ist.
  6. 6. Silo nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Siloauslaufeinrichtung (12) in der Hohlsäule (16) angeordnet ist.
  7. 7. Silo nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei über den Umfang der Hohlsäule (16) verteilte Auslaufeinrichtungen (23) vorgesehen sind.
  8. 8. Silo nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Auslaufeinrichtung (23) vom Hauptsiloraum (3) außerhalb der Misch- oder Homogenisierkammer (9) vorgesehen ist.
  9. 9. Silo nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlsäule (16) wenigstens eine in den Hauptsiloraum (3) führende Inspektionsöffnung (22) enthält.
  10. 10. Silo nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlsäule (16) über die Misch- oder Homogenisierkammer (9) hinaus in den Hauptsiloraum (3) geführt ist und eine Mehrzahl von seitlich angeordneten Inspektionsöffnungen (22) vorgesehen ist, von denen aus der Siloboden (4) inspizierbar ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com