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Dokumentenidentifikation DE4218336C2 24.03.1994
Titel Vorrichtung zum Sammeln und geordneten Bündeln von langgestrecktem Walzgut
Anmelder Mannesmann AG, 40213 Düsseldorf, DE
Erfinder Rohde, Johann-Heinrich, 4030 Ratingen, DE;
Adamitzki, Eberhard, 4050 Mönchengladbach, DE;
Derix, Rainer, 5138 Heinsberg, DE
Vertreter Meissner, P., Dipl.-Ing.; Presting, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 14199 Berlin
DE-Anmeldedatum 29.05.1992
DE-Aktenzeichen 4218336
Offenlegungstag 09.12.1993
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.03.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.03.1994
IPC-Hauptklasse B21B 39/00
IPC-Nebenklasse B65G 61/00   B65B 27/10   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Sammeln und geordneten Bündeln von langgestrecktem Walzgut, insbesondere Stangen und Rohren, bestehend aus einer Sammelstation für jeweils eine Lage nebeneinander liegendem Walzgutes, einer vorzugsweise aus Magnetschuhen bestehenden Aufnahmevorrichtung für die Walzgutlage und Vorrichtungen zum Transportieren der Walzgutlage in die Ablegeposition in einer seitlich neben der Sammelstation angeordneten Bundbildestation sowie Fördermitteln zum Abtransportieren des gebündelten Walzgutes.

Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist aus der DE 34 38 707 A1 bekannt. Derartige Vorrichtungen haben den Zweck, langgestrecktes Walzgut in Bündeln zusammenzufassen, um diese Bündel transportfähig zu machen. Bei Rohren erhält man die größte Packungsdichte, wenn man die Rohre in sogenannten Sechskantbündeln zusammenfaßt, deren Längsseiten von 3 oder mehr Rohren gebildet sind. Derartige Sechskantbündel lassen sich beim weiteren Transport günstig stapeln.

Die bekannte Vorrichtung besteht aus zwei gelenkig miteinander sowie gelenkig mit einem Magnetschuh und der Standplatte verbundenen Trägerpaaren sowie zwischengeschalteten Arbeitszylindern, wobei die Trägerpaare korrespondierend geschaltet im annähernd der Rohrlänge entsprechenden Abstand zueinander angeordnet und rechtwinklig zum Vereinzeler schwenkbar gelagert sind. Die Vorrichtung ist aufwendig und bedarf einer komplizierten Steuerung der Bewegungsabläufe zum Übernehmen der Walzgutlagen und übergeben an die Bundbildestation. Aufgrund der Vielzahl bewegter Teile ist die bekannte Vorrichtung verschleißanfällig und wartungsintensiv.

Der vorliegenden Erfindung liegt, ausgehend von dem geschilderten Stand der Technik, die Rufgabe zugrunde, eine besonders einfache und funktionssichere Vorrichtung zum Sammeln und geordneten Bündeln von langgestrecktem Walzgut zu schaffen, die darüber hinaus in kurzer Zeit das Bilden der gewünschten Bündel ermöglicht.

Zur Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die Vorrichtung aus zwei im Abstand nebeneinander stehenden, jeweils mindestens die Sammelstation und die Bundbildestation überspannenden Portalen besteht, die durch eine parallel zum Walzgut verfahrbare, die Aufnahmevorrichtung für die Walzgutlage tragende Traverse miteinander verbunden sind, wobei zum Verfahren der Traverse dieselbe beidendig in Wagen, die auf Fahrbahnen oder aber Schienen an den Portalen im Gleichlauf bewegbar sind, derart gelagert ist, daß die Aufnahmevorrichttung in jeder Stellung der Wagen in der horizontalen Ebene verbleibt und wobei die horizontal verlaufenden Fahrbahnen oder aber Schienen in vertikale Richtungen in den Bereich der Bundbildestation umgeführt sind.

Die vorgeschlagene Anlage wird der Forderung nach schnellen Bundfolgezeiten mit einer kostengünstigen Anlage gerecht. Das in den Bereich der Aufnahmevorrichtung gehobene Walzgut kann von den Magnetschuhen festgehalten einfach und präzise in die Bundbildestation überführt werden. Durch bloßes Verfahren der Traverse mit Hilfe der Wagen auf Fahrbahnen wird die Walzgutlage in die Bundbildestation transportiert, ohne daß sich überlagernde Bewegungen an der Aufnahmevorrichtung eingestellt werden müssen. Die Fahrbahnen (Schienen) sind dazu einfach in Richtung der Bundbildestation geführt, d. h. in die Vertikale umgelenkt, so daß mit einem einzigen Fahrantrieb die Lage Walzgut dorthin transportiert wird, wo sie zu Bündeln geformt werden soll.

Dabei können nach einem Merkmal der Erfindung zwei Bundbildestationen von einem Wagenpaar versorgt werden, in dem beidseitig eines horizontal verlaufenden Fahrbahnabschnittes die Fahrbahnen in die vertikale Richtung umgelenkt werden, und zwar jeweils zu einer Bundbildestation.

Nach einem anderen Merkmal der Erfindung können auch mit Hilfe von Weichen die Fahrbahnen aus mehreren horizontalen Abschnitten in vertikale Richtungen umgeführt werden, so daß mit entsprechend verzweigten Fahrbahnen mehrere Bundbildestationen bedient werden können.

Durch eine Zwangsbewegung der Wagen wird sichergestellt, daß beim Umlenken des Wagens aus der horizontalen in die vertikale Ebene die Aufnahmevorrichtung für die Lage in horizontaler Richtung verbleibt.

Günstigerweise erfolgt der Antrieb der Wagen über an den Fahrbahnen angeordnete Zahnstangen über Zahnräder oder nach einem anderen Merkmal der Erfindung über Ketten und Kettenräder. Dabei ist für den Gleichlauf der beiden Wagen an den Portalen zu sorgen.

Für das Abtransportieren des gebündelten Walzgutes sind in Längsrichtung des Walzgutes neben den Bundsammelstationen Übergabewagen für das gebündelte Walzgut positioniert, die auf quer zum Walzgut verlaufenden Fahrbahnen aus dem Bereich der Vorrichtungen zum Sammeln und Bündeln herausfahrbar sind. Diese Übergabewagen übernehmen das gebündelte Walzgut und transportieren es aus dem Bereich der Vorrichtung heraus dorthin, wo es nach dem Umreifen beispielsweise von einem Kran übernommen werden kann.

Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß mit nur einem Antrieb (Fahrantrieb der Wagen) die Bewegungsrichtungen des Walzgutes horizontal und vertikal bewerkstelligt werden können, wodurch die Vorrichtung insgesamt einfach, schnell und sicher arbeitet.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigt:

Fig. 1 die erfindungsgemäße Vorrichtung in stark vereinfachter Darstellung,

Fig. 2 eine Ansicht und Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß Fig. 1,

Fig. 3 eine Alternative der erfindungsgemäßen Vorrichtung nach Anspruch 1 und

Fig. 4 eine weitere Alternative der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

In Fig. 1 ist mit P ein Portal der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt, das aus der Säule S und der Fahrbahn F gebildet wird. Das Portal P überspannt die bei 1 angedeutete Sammelstation und die mit 8 bezeichnete Bundbildestation. Die Fahrbahn F des Portals P besteht aus Schienen 6, die zu dem horizontalen Abschnitt 6a und dem vertikalen Abschnitt 6b zusammengesetzt sind. Die Umführung aus der Horizontalen in die Vertikale erfolgt kontinuierlich. An jeder Schiene 6 ist der mit 5 bezeichnete Wagen auf Rollen und über nicht dargestellte Zahnstangentriebe angetrieben geführt. Die Wagen 5 sind an den Enden einer die beiden Portale P verbindenden Traverse 4 befestigt, wie sich aus Fig. 2 ergibt. An der Traverse 4 sind mehrere Aufnahmevorrichtungen 3 in Abständen voneinander angeordnet, die aus Magnetschuhen bestehen, mit denen das Walzgut, im vorliegenden Beispiel Rohre 2, von der Sammelstation aufgenommen werden kann.

Eine Vorrichtung 7 sorgt dafür, daß die Aufnahmevorrichtung 3 während der Verfahrbewegung des Wagens 5 an der Schiene 6 stets in horizontaler Lage verbleibt, wie bei 5&min; in dünneren Linien angedeutet. Auf diese Weise ist ein geordnetes übergeben der Lage von Rohren 2 an die Bundbildestation 8 möglich.

In Fig. 1 ist mit 11 ein Übergabewagen bezeichnet, der aus seiner dargestellten Endlage in eine zweite Endlage verfahrbar ist, in der der Übergabewagen 11 mit den Bundbildestationen 8 fluchtet. Ruf diese Weise wird es möglich, die in der Bundbildestation 8 gebildeten Walzgutbündel mit Hilfe des auf Schienen 12 verfahrbaren Wagens 11, von denen mehrere hintereinander angeordnet sind, aus der erfindungsgemäßen Vorrichtung herauszufahren, um die Bündel nach dem Umreifen beispielsweise mit einem Kran auszuheben.

In Fig. 2 sind die Übergabewagen 11 erkennbar bei 13 miteinander verbunden. Ansonsten sind gleiche Teile gleich bezeichnet.

In Fig. 3 ist eine alternative Ausbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt. Das Portal trägt hier zwei in vertikale Richtung umgeführte Fahrbahnen F1 und F2, so daß mit ein und derselben Traverse mit Wagen 5 zwei Bundbildestationen 8a, 8b bedient werden können. Die Sammelstation 1 ist dabei in der Mitte des Portales angeordnet. Zum Abtransport dienen auch hier die Übergabewagen 11, die beidseitig des Portales verfahrbar auf Schienen angeordnet sind.

Schließlich ist in Fig. 4 eine weitere Variante der Erfindung dargestellt. Die Fahrbahnen F sind hier mit Weichen 9 versehen, die es ermöglichen, an beliebig vielen Stellen die Wagen 5 mit der Traverse 4 und damit den Walzgutlagen aus der Horizontalen in die Vertikale zu überführen, um entsprechend viele Bundbildestationen zu bedienen.

In diesem Fall erfolgt der Abtransport der Bunde in axialer Richtung durch die in den Bundbildestationen angeordneten Rollen 13.

In allen Fällen wird nur ein Antrieb für die Wagen 5 benötigt, so daß eine Aufteilung in Horizontal-Vertikal-Antriebe entfällt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Sammeln und geordneten Bündeln von langgestrecktem Walzgut, insbesondere Stangen und Rohren, bestehend aus einer Sammelstation für jeweils eine Lage nebeneinander liegendem Walzgutes, einer vorzugsweise aus Magnetschuhen bestehenden Aufnahmevorrichtung für die Walzgutlage und einer Vorrichtung zum Transportieren der Walzgutlage in die Ablegeposition in einer seitlich neben der Sammelstation angeordneten Bundbildestation sowie Fördermitteln zum Abtransportieren des gebündelten Walzgutes, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung aus zwei im Abstand nebeneinander stehenden, jeweils mindestens die Sammelstation (1) und die Bundbildestation (8) überspannenden Portalen (P) besteht, die durch eine parallel zum Walzgut verfahrbare, die Aufnahmevorrichtung (3) für die Walzgutlage (2) tragende Traverse (4) miteinander verbunden sind, wobei zum Verfahren der Traverse (4) dieselbe beidendig in Wagen (5), die auf Fahrbahnen (F, 6) oder aber Schienen an den Portalen (P) im Gleichlauf bewegbar sind derart gelagert ist, daß Aufnahmevorrichtung (3) in jeder Stellung der Wagen (5) in der horizontalen Ebene verbleibt und wobei die horizontal verlaufenden Fahrbahnen (F, 6) oder aber Schienen in vertikale Richtung (6b) in den Bereich der Bundbildestation (8) umgeführt sind.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrbahnen (F, 6) oder aber Schienen beidseitig ihrer horizontalen Abschnitte (6a) in vertikale Richtungen umgeführt sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrbahnen (F, 6) oder aber Schienen über Weichen (9) aus mehreren horizontalen Abschnitten (6a) in vertikale Richtungen umgeführt sind.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb der Wagen (5) über an den Fahrbahnen (F) angeordnete Zahnstangen und Zahnräder erfolgt.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb der Wagen (5) über Ketten und Kettenräder erfolgt.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in Längsrichtung des Walzgutes (2) neben den Bundbildestationen (8) Übergabewagen (11) für das gebündelte Walzgut positionierbar sind, die auf quer zum Walzgut verlaufenden Fahrbahnen (12) aus dem Bereich der Vorrichtung zum Sammeln und Bündeln herausfahrbar sind.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bundbildestationen (8) mit Rollen (13) versehen sind, die einen Abtransport der Bunde in axialer Richtung ermöglichen.






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