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Dokumentenidentifikation DE68910531T2 31.03.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0446254
Titel VERFAHREN ZUR DURCHFÜHRUNG VON ZÄHLUNGEN MIT FLÜSSIGSZINTILLATIONSZÄHLERN SOWIE DAZU VERWENDETES MATERIAL.
Anmelder Wallac Oy, Turku, FI
Erfinder OIKARI, Timo, SF-20500 Turku, FI;
YRJÖNEN, Tapio, SF-20740 Turku, FI
Vertreter von Bezold, D., Dr.rer.nat.; Schütz, P., Dipl.-Ing.; Heusler, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 80333 München
DE-Aktenzeichen 68910531
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 01.12.1989
EP-Aktenzeichen 899132740
WO-Anmeldetag 01.12.1989
PCT-Aktenzeichen FI8900219
WO-Veröffentlichungsnummer 9006525
WO-Veröffentlichungsdatum 14.06.1990
EP-Offenlegungsdatum 18.09.1991
EP date of grant 03.11.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.03.1994
IPC-Hauptklasse G01T 1/20

Beschreibung[de]

Die Aufgabe der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung von Flüssigszintillationszählungen mittels des Flüssigszintillationszählers, der die auf einem eine darin einassoziierte Probe aufweisenden Messträger, wie z.B. einer Filterplatte oder dgl., sich befindenden radioaktive Proben, misst, nach welchem Verfahren das Erfassungsmaterial, wie z.B ein Szintillator, dem Messträger vor dem Messung zugeführt wird.

Diese Erfindung betrifft Flüssigszintillationszählungen unmittelbar auf einer Filterplatte. Ein Flüssigszintillationszähler dieser Art ist z.B vom Anmelder Wallac Oy mit dem Warenzeichen 1205 Betaplate hergestellt. Mit dieser Vorrichtung werden mit radioaktiven Indikatoren markierte Proben gemessen, wobei die Proben auf einer Filterplatte bzw. einer anderen, dazu entsprechender Platte angeordnet sind. Die Grösse der von dem Anmelder benutzten Platte beträgt etwa 10 cm x 25 cm. Die Proben sind auf der Platte in 16 Zeilen angeordnet, 50 dass jede Zeile 6 Proben beinhaltet. Die Gesamtzahl der Proben ist 96. Jede Probe abdeckt eine Fläche mit einem Durchmesser von 9 mm.

Nach einem bekannten Verfahren wird die die zu messende Proben aufweisende Filterplatte in einen platten Plastikbeutel eingesetzt, wobei 10 ml von einem Szintillator zugeführt wird. Der Beutel wird mittels einer Heisssiegelvorrichtung abgedichtet und in eine Messkassette der 1205 Betaplate eingesetzt Der Flüssigszintillator wandelt einen Teil der von den Proben emittierten, radioaktiven Energie in Licht um, welches Licht von den Sekundärelektronenvervielfacherröhren des Flüssigszintillationszählers gemessen wird.

Nachteilig ist es aber bei diesem bekannten Verfahren, dass es, in einigen Fälle, erschienen hat, dass die Proben auf der Filterplatte sich schrittweise in den Flüssigszintillator auflösen. Wenn die Proben dabei sich vermischen, werden schwere Fehler in die Messung eingeführt.

Die amerikanische Patentbeschreibung US-A-4 562 158 zeigt ein Verfahren zur Flüssigszintillationszählung, bei welchem entweder das Szintillationsmaterial als Lösung einem Träger zugeführt wird, oder das Szintillationsmaterial in eine geschmelzte Trägersubstanz zugemischt wird. Der behandelte Träger wird danach im Festkörperzustand in einem Flüssigszintillationszähler gezählt.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ein neues Verfahren und ein neues Erfassungsmaterial zur Flüssigszintillationszählung zu schaffen. Das erfindungsgemässe Verfahren ist gekennzeichnet durch Zusetzen von Erfassungsmaterial, z.B. Szintillator, in geschmelztem Zustand in den Messträger und durch nach der Verfestigung des Erfassungsmaterials bewirkte Messung.

Das erfindungsgemässe Erfassungsmaterial ist dadurch gekennzeichnet, dass das Erfassungsmaterial aus einem leichtschmelzenden, vor der Messung festwerdenden Material besteht. Eine plattenförmige, feste, in die Filterplatte einzuschmelzende Szintillatorplatte löst das obige Problem, weil die Proben sich nicht in der festgewordenen Szintillatorplatte auflösen.

Die übrigen Merkmale der Erfindung sind in den folgenden Patentansprüchen beschrieben.

Die Erfindung wird nun erläutert anhand der beigefügten Zeichnungen, wobei

FIG. 1 zeigt die Erfassungsmaterialplatte und die Filterplatte, auf welcher die Proben angeordnet sind,

FIG. 2 zeigt die Platten nach Fig. 1, wobei diese aufeinander angeordnet sind,

FIG. 3 zeigt die Filterplatte nach Fig. 2, in welcher die Erfassungsmaterialplatte eingeschmelzt ist.

Das erfindungsgemässe Erfassungsmaterial wird folgenderweise benutzt:

Die Filterplatte 1, auf welcher die zu bestimmende Proben vorgesehen sind, wird in einen platten Plastikbeutel eingesetzt, in welchen hinein das genannte, feste Erfassungsmaterial, z.B. eine szintillierende Platte, zugeführt wird, wobei die genannte szintillierende Platte von ungefähr derselben Grösse als die der Filterplatte ist. Die Stärke der szintillierenden Platte beträgt z.B.-etwa 1-2 mm. Danach wird die feste szintillierende Platte 3 mittels z.B. einer heissen Metallplatte in die poröse Filterplatte eingeschmelzt. Nach dem Schmelzen dringt die von der szintillierenden Platte gebildete Flüssigkeit so weit gegen die Moleküle der radioaktiven Proben vor, dass die Strahlung und das Szintillatormaterial der szintillierenden Platte sich gegenseitig beeinflussen können. Nach dem Schmelzen wird das System bis zur Zimmertemperatur abgekühlt, wonach das Material der szintillierenden Platte wieder fest ist, wodurch die Proben sich nicht mehr darin auflösen können. Durch das Prozess der gegenseitigen Beeinflussung wird erreicht, dass ein Teil der von den Molekülen emittierten Energie in Licht umgewandelt wird, das mittels des genannten Flüssigszintillationszählers gemessen wird.

In einer vorteilhaften Ausführung der szintillierenden Platte besteht diese aus mindestens zwei Komponenten, von welchen mindestens eine als ein sogenannter Träger dient und von welchen die übrigen Komponenten, wovon es mindestens eine gibt, als tatsächliche Szintillatoren dient, welche in einem Wechselwirkungsprozess zwischen Radiation und Szintillator ein Teil der Energie der radioaktiver Radiation in Licht umwandeln.

Das Trägermaterial ist bei Zimmertemperatur fest, aber schmelzt auf einer ziemlich niedrigen Temperatur von etwa 100º C. Eine Substanz von diesem Typ ist z.B. Paraffin. Die übrigen in die szintillierende Platte eingehenden Komponenten sind bekannt, wie Kunststoffszintillatoren, organische Szintillatoren wie Anthrazen oder inorganische Szintillatoren wie Zinksulfid. Die Kunststoffszintillatoren weist typisch einen aromatischen Grundkunststoff auf, in welchem kleine Mengen von organischen Szintillatoren aufgelöst sind. Übliche Grundkunststoffe sind Polystyrol und Polyvinyltoluol. Die Erfinder haben entdeckt, dass es möglich ist, eine homogene, aus z.B. Kunststoffszintillatoren und Paraffin oder aus Szintillatoren und Paraffin bestehende Mischung durch deren Aufhitzen bis zu einer hinreichend hohen Temperatur und deren Zusammenmischen zu erhalten. Es wird ermöglicht, aus dieser Mischung, z.B. durch Giessen, hinreichend dicke, bei Zimmertemperatur feste und gemäss der obigen Beschreibung benutzte Platten zu verfertigen.

Die Erfindung ist nicht auf die obige Beschreibung begrenzt, aber schliesst alle schmelzenden, szintillierenden Platten ein, welche mindestens zwei Komponenten aufweisen, von welchen mindestens eine ein leichtschmelzendes Material und mindestens eine ein Szintillator ist.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Durchführung von Flüssigszintillationszählungen mit einem Flüssigszintillationszähler, welches die folgenden Schritte beinhaltet: Aufbringen radioaktiver Proben auf einen porösen Messträger, Assoziieren eines aus einer festen, szintillierenden Platte bestehenden Erfassungsmaterials mit einer Oberfläche des Messträgers, auf welcher die Proben aufgebracht sind, Einschmelzen der festen, szintillierenden Platte (bei einer Temperatur, die niedriger als ungefähr 100º ist) in den porösen Messträger hinein, Abkühlen des Messträgers und der szintillierenden Platte, so dass die szintillierende Platte wieder fest wird, und Messen der Radioaktivität der auf dem Messträger sich befindenden Proben mittels eines Flüssigszintillationszählers.

2. Verfahren nach Anspruch 1, in welchem das Erfassungsmaterial aus einer Mischung von leichtschmelzendem Material und Szintillator besteht.

3. Verfahren nach Anspruch 1, in welchem das Erfassungsmaterial aus einer Mischung von Paraffin und Szintillator besteht.

4. Verfahren nach Anspruch 1, in welchem das Erfassungsmaterial mindestens zwei Komponenten aufweist, von welchen mindestens eine leichtschmelzendes Material und eine Szintillator ist.

5. Verfahren nach Anspruch 4, in welchem das leichtschmelzende Material Paraffin ist.

6. Verfahren nach Anspruch 4, in welchem der Szintillator ein Kunststoffszintillator ist.

7. Verfahren nach Anspruch 6, in welchem der Grundkunststoff des Kunststoffszintillators aus Polyvinyltoluol besteht.

8. Verfahren nach Anspruch 6, in welchem der Grundkunststoff des Kunststoffszintillators aus Polystyrol besteht.

9. Verfahren nach Anspruch 4, in welchem der Szintillator ein organischer Szintillator ist.

10. Verfahren nach Anspruch 4, in welchem der Szintillator ein inorganischer Szintillator ist.







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