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Dokumentenidentifikation DE3603734C2 05.05.1994
Titel Verfahren und Vorrichtung zum SZ-Verseilen von elektrischen und/oder optischen Verseilelementen
Anmelder Siemens AG, 1000 Berlin und 8000 München, DE
Erfinder Oestreich, Ulrich, 81375 München, DE
DE-Anmeldedatum 06.02.1986
DE-Aktenzeichen 3603734
Offenlegungstag 13.08.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.05.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.05.1994
IPC-Hauptklasse H01B 13/02
IPC-Nebenklasse D07B 7/12   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur SZ-Verseilung von elektrischen und/oder optischen Verseilelementen, die einer reversierend angetriebenen Verseilscheibe über einen dieser zugeordneten Rohrspeicher zugeführt werden, auf dessen Oberfläche die noch unverseilten Verseilelemente aufliegen.

Bei der SZ-Verseilung mittels Rohrspeicher rollen die zugeführten Verseilelemente auf der Außenfläche des rotierenden Rohrspeichers ab und übertragen das dabei entstehende Drehmoment von den Stellen des stärksten Abrollens im Bereich der Führungslochscheibe auf Stellen schwächeren Abrollens im Bereich der Verseilscheibe. Da die Verseilscheibe selbst eine Abrollbremse darstellt, werden je nach Verteilung der Reibkräfte Drehmomente vom Einlaufbereich auf den Verseilbereich übertragen, und zwar je nach der Torsionssteifigkeit der jeweiligen Verseilelemente schneller oder langsamer. Im Verseilbereich selbst werden die Bremsmomente an der Verseilscheibe direkt oder verzögert kompensiert, so daß die Verseilung mit geringer oder gar keiner Torsion erfolgt. Störend für die Verteilung der Verseilelemente auf dem Rohrspeicher und den Verseilvorgang selbst sind zu hohe Reibkräfte des Rohrspeichers. Diese können zu einer vom Speicherinhalt abhängigen Modulation der Kräfte am Verseilpunkt führen. Auch kann es zu einer zu starken Konzentration der Beseilung des Rohrspeichers auf der Einlaufseite kommen.

Aus der DE-OS 32 10 611 ist ein Rohrspeicher für die SZ- Verseilung von elektrischen und/oder optischen Verseilelementen bekannt, wobei das Material des Rohrspeichers aus mit ausgehärteten Harzen gebundenem Kohlenstoff-Fasermaterial besteht. Auf diese Weise ist es möglich, die bei z. B. polierten Stahlrohren auftretenden unerwünschten hohen Reibkräfte in gewissem Umfang zu verringern. Es kann dabei aber zu unerwünscht großer Abnutzung der aus Kohlenstoff- Fasern aufgebauten Rohre kommen.

Aus der DE 25 28 307 B2 ist es bekannt, daß ein Gleitmittel in eine Kabelseele eingebracht werden kann, um die Flexibilität des Kabels zu verbessern. Weiterhin ist dort angegeben, daß auch die Adern vor ihrer Verseilung mit einem Gleitmittel überzogen werden können.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Weg aufzuzeigen, auf dem es in einfacher Weise möglich ist, die Reibungsbeiwerte der Rohrspeicher für alle Adermaterialien (auch Gummis) zu verringern.

Gemäß der Erfindung wird dies bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch erreicht, daß dem Rohrspeicher eingangsseitig ein Gleitmittel derart zugeführt wird, daß das Gleitmittel während des Verseilvorgangs durch die Längsbewegung der Verseilelemente fortlaufend gleichmäßig über die Länge des Rohrspeichers verteilt wird.

Eine mit einem derartigen Gleitmittel versehene Rohrspeicher-Außenfläche weist höchstens halb so große Reibungs-Beiwerte auf, wie z. B. ein normales poliertes Stahlrohr. Die µ-Werte, welche auf diese Weise erzielbar sind, liegen zwischen 0,1 und 0,2, auch wenn die Ausgangswerte in der Nähe von 1 liegen (wie z. B. für weichen Gummi, PVC usw.). Die Zuführung des Gleitmittels ist bei der Erfindung in den Verseilvorgang integriert, wobei die Längsverteilung des Gleitmittels in einfacher Weise aus der Längsbewegung der Verseilelemente über die Außenfläche des Rohrspeichers resultiert. Damit tritt überall auf der Rohrspeicher-Oberfläche die erwünschte vorteilhafte Reibungsbeiwertverminderung ein.

Besonders zweckmäßig ist es, das Gleitmittel in flüssiger Form auf den Rohrspeicher aufzubringen. Dabei kann es auch vorteilhaft sein, ein durch ein Lösungsmittel zunächst verflüssigtes Gleitmittel aufzubringen, das später nach Verdunsten des Lösungsmittels in der Kabelseele im trockenen (d. h. festen) Zustand vorliegt.

Besonders günstige Eigenschaften als Gleitmittel liefert gelöstes Hartwachs. Als Lösungsmittel ist langkettiges Benzin, insbesondere Testbenzin geeignet.

Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß in Durchlaufrichtung gesehen an der Eingangsseite des Rohrspeichers eine Zuführungseinrichtung für ein Gleitmittel vorgesehen ist.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher erläutert, in welcher der grundsätzliche Aufbau einer erfindungsgemäßen Verseilvorrichtung VV in Seitenansicht dargestellt ist.

Der als eigentlicher Führungs- und Speicherkörper dienende Rohrspeicher ist mit RO bezeichnet. Über eine reversibel arbeitende Antriebseinrichtung (z. B. in Form eines Zahnriemens ZR) wird (wie durch den Pfeil RE angedeutet) der Rohrspeicher RO abwechselnd für eine bestimmte Zeitdauer in der einen bzw. entgegengesetzten Richtung gedreht. Der Antrieb kann beispielsweise über ein auf der Verlängerung des Rohrspeichers RO angebrachtes Zahnrad erfolgen, das von einem Zahnriemen bewegt wird. Die Verseilelemente, von denen im vorliegenden Beispiel nur eines dargestellt und mit VE bezeichnet ist, werden über eine feststehende, eingangsseitige Führungslochscheibe FS geführt, welche eine entsprechende Anzahl von axial verlaufenden Bohrungen zur Aufnahme der Verseilelemente VE aufweist. Diese Führungslochscheibe FS ist an ihrer Außenseite mit einem entsprechenden Rahmen oder Gehäuse fest verbunden. Am Ausgang des Rohrspeichers RO ist eine an ihrer Außenseite über ein Lager LAV drehbar gelagerte, mit dem Rohrspeicher RO fest verbundene (ggf. aber auch getrennt angetriebene) Verseilscheibe VS vorgesehen, die entsprechende axiale Bohrungen zur Aufnahme der Verseilelemente VE aufweist. Die Verseilelemente VE werden am Ausgang der SZ-Verseileinrichtung über einen Verseilnippel VN geführt. Das eingangsseitige Lager ist mit LAE bezeichnet. Die hier geschilderte Antriebsart ist nur als Beispiel zu verstehen und dementsprechend für die Anwendung des Gleitmittels nicht zutreffend.

Normalerweise bestehen die Rohrspeicher RO aus einem feinpolierten oberflächengehärteten Stahl oder sonstigen geeigneten Materialien, wobei jedoch trotz allen Aufwandes die Reibungsbeiwerte stets zu hoch sind - üblicherweise liegen sie zwischen 0,3 und 1,0. Gemäß der Erfindung besteht eine einfache Abhilfe für dieses Problem darin, daß in Durchlaufrichtung gesehen (in der Figur von links nach rechts verlaufend) im Eingangsbereich, z. B. nach der Führungslochscheibe FS, eine Zuführungseinrichtung ZG vorgesehen ist, durch welche ein Gleitmittel auf die Oberfläche des Rohrspeichers RO tropfenweise abgegeben wird. Dies kann in einfacher Weise z. B. dadurch erfolgen, daß in einem Behälter BL ein Gleitmittel GM untergebracht ist, das über eine feine Düse auf die Oberfläche des Rohrspeichers RO auftropft. Im Bereich der Düse kann ein Regulierventil oder dergleichen vorgesehen sein, um die Dosierung entsprechend einstellbar zu machen. Besser ist die Anwendung einer Dosierpumpe, die das Gleitmittel GM proportional der Abzuggeschwindigkeit der Verseilelemente VE fördert. Infolge der Längsbewegung der Verseilelemente VE während des Verseilvorganges ist sichergestellt, daß sich das Gleitmittel GM fortlaufend und gleichmäßig über die gesamte Arbeitsfläche des Rohrspeichers RO verteilt, also über den gesamten Bereich, welcher zwischen der Führungslochscheibe FS und der Verseilscheibe VS liegt. Durch die Erfindung ist es möglich, in einfacher Weise die Reibungsbeiwerte der Rohrspeicher-Außenfläche erheblich zu verringern, was eine besonders gleichmäßige Verseilung der Seele, eine geringere Beanspruchung der Verseilelemente und eine gleichmäßigere Verteilung der Umschlingung der Verseilelemente längs des Rohrspeichers RO ergibt. Als Gleitmittel wird bevorzugt ein aufgelöstes Hartwachs verwendet. Als Lösemittel wird bevorzugt ein langkettiges Benzin, z. B. Testbenzin, als Wachs ein PE-Wachs verwendet. Das Gleitmittel GM setzt in flüssigem Zustand die Reibbeiwerte auf unter 0,1 herunter. Im abgetrockneten Zustand sind sie etwas höher, jedoch immer noch viel geringer als normal. Das Abtrocknen erfolgt durch Verdampfen des Lösungsmittels, z. B. des Testbenzins.

Das Gleitmittel GM sollte in seiner chemischen Zusammensetzung so gewählt werden, daß es die Aderisolierung der (elektrischen) Verseilelemente bzw. die Schutzhüllen (der optischen Lichtwellenleiterelemente) möglichst nicht beeinträchtigt bzw. angreift.

Es ist auch möglich, die Zuführung des Gleitmittels GM im Bereich der Führungslochscheibe FS vorzunehmen, beispielsweise in der Art, daß über sie von oben nach unten Gleitmittel abtropft und dabei die Verseilelemente VE benetzt.

Entscheidend für eine gute Benetzung der Oberfläche des Rohrspeichers RO ist lediglich, daß die Zuführung des Gleitmittels möglichst nahe am Eingang, d. h. im Bereich der Führungslochscheibe FS der Rohrspeicher-Verseileinrichtung zugeführt wird, um über die volle Arbeitslänge eine gleichmäßige Verteilung des Gleitmittels GM zu gewährleisten. Dabei soll das Gleitmittel erst abtrocknen, wenn die Adern verseilt sind (d. h. in der Kabelseele).


Anspruch[de]
  1. l. Verfahren zur SZ-Verseilung von elektrischen und/oder optischen Verseilelementen (VE), die einer reversierend angetriebenen Verseilscheibe (VS) über einen dieser zugeordneten Rohrspeicher (RO) zugeführt werden, auf dessen Oberfläche die noch unverseilten Verseilelemente (VE) aufliegen, dadurch gekennzeichnet, daß dem Rohrspeicher (RO) eingangsseitig ein Gleitmittel (GM) derart zugeführt wird, daß das Gleitmittel (GM) während des Verseilvorganges durch die Längsbewegung der Verseilelemente (VE) fortlaufend gleichmäßig über die Länge des Rohrspeichers (RO) verteilt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleitmittel (GM) in flüssiger Form zugeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Gleitmittel (GM) ein gelöstes Gleitmittel, insbesondere Hartwachs zugeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleitmittel (GM) ein langsam verdampfendes Lösungsmittel, insbesondere Testbenzin, enthält, das in der späteren Kabelseele verdampft wird, so daß in der späteren Kabelseele der Gleitmittelrest in fester Form vorliegt.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, das Gleitmittel (GM) über einen Vorratsbehälter (BL) oder eine Dosierpumpe zugeführt wird.
  6. 6. Vorrichtung (VV) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in Durchlaufrichtung gesehen an der Eingangsseite des Rohrspeichers (RO) eine Zuführungseinrichtung (ZG) für ein Gleitmittel (GM) vorgesehen ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleitmittel (GM) in einem Vorratsbehälter (BL) enthalten ist, aus dem es tropfenweise austritt.






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