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Dokumentenidentifikation DE3884213T2 05.05.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0386102
Titel AMPHIBIENFAHRZEUG.
Anmelder Lindberg, Ebbe, Söderala, SE
Erfinder LINDBERG, Björn, S-826 06 Söderala, SE
Vertreter Hoormann, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., 28209 Bremen; Goddar, H., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Liesegang, R., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., 80801 München; Winkler, A., Dr.rer.nat., 28209 Bremen; Tönhardt, M., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 40593 Düsseldorf; Stahlberg, W.; Kuntze, W.; Kouker, L., Dr., 28209 Bremen; Huth, M., 6228 Eltville; Ebert-Weidenfeller, A., Dr. jur., 28209 Bremen; Nordemann, W., Prof. Dr., 10719 Berlin; Nordemann, A., Dr.jur., 28717 Bremen; Vinck, K., Dr.; Hertin, P., Prof. Dr.; vom Brocke, K., 10719 Berlin; Omsels, H., 80801 München; Titz, G., 04103 Leipzig; Pasetti, M., Dr., Rechtsanwälte, 10719 Berlin
DE-Aktenzeichen 3884213
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, FR, GB, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 04.11.1988
EP-Aktenzeichen 889101622
WO-Anmeldetag 04.11.1988
PCT-Aktenzeichen SE8800597
WO-Veröffentlichungsnummer 8904261
WO-Veröffentlichungsdatum 18.05.1989
EP-Offenlegungsdatum 12.09.1990
EP date of grant 15.09.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.05.1994
IPC-Hauptklasse B60F 3/00

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Amphibienfahrzeug mit zwei getrennten, endlosen und flexiblen Antriebsbändern, die vorzugsweise parallel laufen und mit Antriebsvorsprüngen versehen sind, wobei die Antriebsbänder in bekannter Weise zwischen getrennten, umlaufenden Rad- oder Walzenpaaren angeordnet und einzeln durch getrennte Antriebsquellen mit variablen Geschwindigkeiten angetrieben werden können, so daß nicht nur der Vortrieb des Fahrzeugs auf einer Wasserfläche, sondern auch gleichzeitig dessen Lenkung ohne Hilfe tief in das Wasser hineintauchender Hilfsmittel erleichtert wird.

Stand der Technik

Ein Amphibienfahrzeug der oben beschriebenen Bauart, welches hauptsächlich für den Betrieb auf festem Boden bestimmt ist, wird in der US-Patentbeschreibung 3 469 553 offenbart. Bei diesem bekannten Aufbau sind allerdings die beiden Antriebsbänder - die einzeln und auch rückwärts antreibbar sind, um die Lenkung des Fahrzeugs zu erleichtern - auf der Außenseite einer Anzahl von federbelasteten, beweglichen Stützrädern angeordnet, die dazu dienen, das Band richtig zu spannen und von denen die, die mit dem unteren Teil des Bandes zusammenwirken, um einen Abstand unterhalb einer Öffnung vorstehen, die im Rahmen des Fahrzeugs ausgebildet ist und durch die sich der untere Teil des Bandes erstreckt.

Genauer gesagt erstrecken sich die unteren Stützräder deutlich unterhalb der Ebene, in der sich die Öffnung befindet, wobei der untere Abschnitt des Antriebsbandes auf einer Höhe liegt, die sich beträchtlich unterhalb der Öffnung im Rahmen befindet. Diese Anordnung kann zweckmäßig sein, wenn das Fahrzeug über sumpfigen Boden oder in lockerem Schnee gefahren wird und die Antriebsbänder die Antriebsfunktion zweier hinterer Antriebsräder übernehmen müssen, die normalerweise zum Antreiben des Fahrzeugs auf festem Boden verwendet werden. Die Anordnung ist allerdings sehr ungünstig, um das Fahrzeug über eine Wasserfläche zu fahren. Bereits bei ziemlich geringen Bandgeschwindigkeiten strömt Wasser in den Zwischenraum zwischen den oberen und unteren Abschnitten der Antriebsbänder, d. h. durch die Spalte zwischen den oberen Abschnitten der Bänder und den Öffnungen im Fahrzeugrahmen, und bewirkt dann eine turbulente Strömung, die den Antrieb des Fahrzeugs beträchtlich behindert und die Geschwindigkeit vermindert. Selbstverständlich verstärkt sich die turbulente Strömung mit steigender Bandgeschwindigkeit. Darüberhinaus dringt Wasser zwischen Band und Antriebs rollen und kann dann eine extreme Dehnung des Bandes verursachen und den korrekten Eingriff von Band und Antriebsrolle gefährden.

Kurze Beschreibung des Erfindungskonzepts

Die vorliegende Erfindung - die auf der Verwendung von einzeln antreibbaren, endlosen flexiblen Bändern beruht - zielt darauf ab, die oben erläuterten Nachteile der Bauart der US-3 469 553 zu vermeiden und ein Amphibienfahrzeug zu schaffen, das hauptsächlich dafür geeignet ist, bei hoher Geschwindigkeit auf Wasser gefahren zu werden und einfach mittels der vorhandenen Bänder gesteuert wird, d. h. ohne Hilfe von Rudern oder Propellern, die ins Wasser hineinreichen. Erfindungsgemäß werden diese und weitere Ziele dadurch erreicht, daß das getrennte Antriebsband in einer nach unten offenen Ausnehmung angeordnet wird, die in der Unterseite des Fahrzeugs ausgebildet und gegen das umgebende Wasser abgedichtet ist, und daß ein Ausfüllungskörper im Raum zwischen den oberen und unteren Teilen des Antriebsbandes angeordnet ist, der den von einerseits den beiden rotierbaren Rollen und andererseits den oberen und unteren Teilen des Antriebsbandes abgegrenzten Raum im wesentlichen völlig ausfüllt, wobei die Innenseite des Antriebsbandes stets im Eingriff nicht nur mit den Rollen, sondern auch mit den oberen und unteren Seiten des Ausfüllungskörpers gehalten wird, wodurch verhindert wird, daß Wasser zwischen das Antriebsband und den Ausfüllungskörper strömt.

Die Anordnung eines Ausfüllungskörpers der oben beschriebenen Art zwischen den oberen und unteren Teilen des Bandes gewährleistet, daß keine nennenswerten Wassermengen auf der Oberseite der unteren Teile der Antriebsbänder eintreten, wobei die beiden Antriebsbänder als Tragflächen wirken, die das Fahrzeug in einem Gleitzustand tragen, in dem es hoch im Vergleich zur Wasseroberfläche liegt, d. h. im wesentlichen sind nur die Antriebsbänder und ihre Vorsprünge im Kontakt mit dem Wasser. Im Gegensatz zu herkömmlichen flossen- oder flügelförmigen Tragflächen üben die Antriebsbänder nach der Erfindung auch eine Kraft aus, die das Fahrzeug wirksam vorwärts treibt und ermöglicht, das Fahrzeug bei extrem hoher Geschwindigkeit auf der Wasseroberfläche anzutreiben. Die beiden Antriebsbänder, deren Laufrichtung umkehrbar ist und die auch bei jeweils verschiedenen Geschwindigkeiten laufen können, ermöglichen es dem Fahrzeug, auch bei hohen Geschwindigkeiten in eine gewünschte Richtung gelenkt zu werden, ohne daß Ruder oder Propeller erforderlich sind, die ins Wasser hineinreichen, wie dies normalerweise zur Steuerung eines Wasserfahrzeugs notwendig ist.

Weitere Beschreibung des Standes der Technik

Zahlreiche unterschiedliche Fahrzeuge sind bekannt, die nach der Art ihres Antriebs in zwei Hauptkategorien unterteilt werden können, eine, in der der Vortrieb durch mit Schaufeln versehene Ketten oder Seile erreicht wird, und eine, in der der Vortrieb durch flexible, mit Vorsprüngen versehene Bänder erreicht wird. Es besteht ein grundsätzlicher Unterschied zwischen diesen Kategorien hinsichtlich der Möglichkeiten, beim Fahren des Fahrzeugs über eine Wasserfläche hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Daher gestatten Antriebsvorrichtungen in Form von mit Schaufeln versehenen Ketten (was in Wirklichkeit nur eine einfachere Form der in Schaufelraddampfern verwendeten Schaufelräder ist) einen Vortrieb bei Geschwindigkeiten, die lediglich einen Bruchteil der Geschwindigkeiten betragen, die mit flexiblen, z. B. aus Gummi, Kunststoff, Stahl oder Kombinationen davon bestehenden Bändern erzielt werden können. Als Beispiele für in die erste Kategorie gehörende Bauweisen können hier die Fahrzeuge genannt werden, die in der US-5 99 050, US-2 894 476, US-3 013 520, US-3 842 785, DE-665 174 und FR-657 551 gezeigt sind, während Beispiele von Bauweisen, die in die zweite Kategorie gehören, in der US-1 565 170, US-3 951 093 und US-3 469 553 (in der Einleitung erwähnt) gefunden werden.

Unter den letztgenannten Patentschriften bezieht sich die US-565 170 auf ein Fahrzeug, bei dem beide Bänder durch Räder angetrieben sind, die auf einer gemeinsamen Achse sitzen, die ihrerseits zum Antrieb durch einen einzigen Motor bestimmt ist. Mit anderen Worten können die beiden Antriebsbänder bei dieser Bausweise nicht wahlweise oder einzeln angetrieben werden, daher kann das Fahrzeug nicht über die Bänder gesteuert werden, was bedeutet, daß ein Ruder verwendet werden muß. Das Fahrzeug nach der US-1 565 170 ist darüberhinaus nicht amphibisch, da die Antriebsbänder auf einer Höhe oberhalb eines zentralen Kiels angeordnet sind, was ein Fahren des Fahrzeugs über festes Land oder eine Eisfläche unmöglich macht. Obwohl das Fahrzeug zwischen den oberen und unteren Teilen des einzelnen Antriebsbandes einen Hohlkörper aufweist, ist dessen Höhe beträchtlich kleiner als der Durchmesser der Bandrollen, wobei die Unterseite des Hohlkörpers beträchtlich oberhalb des unteren Teils des Bandes angeordnet ist. Mit anderen Worten füllt der Körper den Zwischenraum zwischen den beiden Teilen des Bandes nicht aus, was bedeutet, daß Wasser ungehindert in den Zwischenraum zwischen dem unteren Teil des Bandes und der Unterseite des Hohlköpers eindringen kann.

Die US-Patentschrift 3 951 093 offenbart ein Amphibienfahrzeug, das hauptsächlich dafür gedacht ist, an Land betrieben zu werden, aber das im Notfall auch auf Wasser gefahren werden kann, wobei die beiden Antriebsbänder auf der Außenseite des Fahrzeugrahmens angeordnet sind, genauer gesagt auf Hilfsrahmen, die abnehmbar außerhalb des Rahmens gehalten sind. Diese Hilfsrahmen, die zugegebenermaßen Seitenplatten aufweisen, die sich zwischen den oberen und unteren Teilen des einzelnen Bandes erstrecken, haben eine Anzahl von Tragrädern, mit denen das Antriebsband zusammenwirkt. Das bedeutet, daß Wasser zwischen Band und Tragräder eindringen kann und eine turbulente Strömung verursacht, die den Vortrieb stört.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Fig. 1 ist eine schematische Ansicht, teilweise im Längsschnitt, eines erfindungsgemäßen Fahrzeugs,

Fig. 2 ist ein schematischer Querschnitt des Fahrzeugs,

Fig. 3 ist eine teilweise Draufsicht auf die Antriebsbänder des Fahrzeugs einer alternativen Ausführungsform,

Fig. 4 ist eine teilweise perspektivische Ansicht einer Ausführungsform des Fahrzeugs, bei der die Antriebsbänder beweglich aufgehängt sind,

Fig. 5 ist eine teilweise, schematische Längsansicht einer alternativen Ausführungsform der Antriebsbänder,

Fig. 6 enthält drei schematische Ansichten des erfindungsgemäßen Fahrzeugs in einem halb gleitenden Zustand, wobei Abbildung a ein schematischer Querschnitt, Abbildung b ein schematischer, teilweiser Längsschnitt, und Figur c eine schematische, perspektivische Ansicht ist, und

Fig. 7 zeigt in einer ähnlichen Weise dieses Fahrzeug in einem vollständigen Gleitzustand.

Beschreibung der Erfindung im einzelnen

In Fig. 1-3 ist ein Rumpf eines Fahrzeugs mit 1 bezeichnet und weist eine Unterseite 2 auf, die in diesem Fall eben ist, sowie eine Außenhautbeplankung 3 einer geeigneten Art. Der Boden des Fahrzeugs ist mit zwei Aussparungen 4, 4' ausgebildet, von denen jede ein im Ganzen mit 5, 5' bezeichnetes Antriebsband aufnimmt. Jedes Antriebsband besteht aus einem endlosen Gewebe eines flexiblen Materials wie Gummi, Kunststoff, Stahl oder einer Kombination daraus. Das Band ist in bekannter Weise um ein Paar getrennter, drehbarer Räder oder Walzen 6, 7 herum angeordnet, die im Bereich der gegenüberliegenden, kurzen Endabschnitte der Aussparung 4 angeordnet sind. Auf der Außenseite des flexiblen Bandes 5 ist eine geeignete Anzahl Vorsprünge 8 ausgebildet, die dazu dienen, dem Band Griff zu verleihen oder den Griff im Verhältnis zu dem Medium zu erhöhen, in Richtung auf welches der untere Teil 9 des Bandes arbeitet. Der obere Teil des Bandes ist mit 9' bezeichnet. In der Praxis können die Vorsprünge 8 in an sich bekannter Weise die Form von quer zur Längsrichtung des Bandes gerichteten Wülsten oder Rippen haben, wobei die Länge der Wülste der Breite des Bandes entspricht oder etwas geringer ist.

Ein Motor 10, 10' ist an die hintere Rolle 7 eines jeden Antriebsbandes 5, 5' angeschlossen und bei neutralem Betrieb, wenn sich das Fahrzeug vorwärts bewegt, dazu bestimmt, auf den unteren Teil 9 des Bandes eine Zugkraft nach achtern aufzubringen, wie durch die Pfeile in Fig. 1 erläutert. In der gezeigten Ausführungsform sind die beiden Motoren 10, 10' Hydraulikmotoren, die einzeln mit variablen Geschwindigkeiten antreibbar sind, was mittels Ventilen 11, 11' erreicht werden kann, die den Durchfluß von Pumpen 12, 12' steuern, welche ihrerseits von einem gemeinsamen Verbrennungsmotor 13, etwa einem Dieselmotor, angetrieben werden. Die Motoren 10, 10' können vorzugsweise auch rückwärts laufen, so daß die Antriebsbänder 5, 5' jeweils getrennt von Vortrieb voraus auf Vortrieb achteraus umgekehrt werden können. Die Lenkung des Fahrzeugs wird durch Steuern der Geschwindigkeiten und/oder der Antriebsrichtungen eines jeden Antriebsbandes ausgeführt.

Wie in Fig. 2 dargestellt, sind die Ausnehmungen 4, 4' durch U-förmige Längsprofile 14, 14' festgelegt, wobei die in Längsrichtung liegenden Randabschnitte der Antriebsbänder innerhalb der Flansche der Profile angeordnet sind und ein minimales Spiel zwischen dem Band und den Flanschen aufweisen. In der gezeigten Ausführungsform sind die Walzen 6, 7 auf Wellen 15 gehalten, die in Lagern 16 gelagert sind, welche vorzugsweise auf den U-Profilen 14 montiert sind. Wie ebenfalls in Fig. 2 dargestellt, erstrecken sich die Vorsprünge oder Querrippen 8 der Antriebsbänder wenigstens geringfügig unterhalb des tiefsten Abschnitts der Rumpfunterseite. Als Ergebnis können die Bänder zum Antrieb des Fahrzeugs auch auffestem Boden oder einer Eisoberfläche eingesetzt werden. Mit anderen Worten kann das Fahrzeug auch als Amphibienfahrzeug eingesetzt werden.

Erfindungsgemäß ist ein Körper 17 im Zwischenraum zwischen den oberen und unteren Teilen 9, 9' des einzelnen Riemens 5 angeordnet und füllt wenigstens den Hauptteil dieses Zwischenraums aus. Der Körper 17 erstreckt sich vorzugsweise über die gesamte Breite der Aussparung 4 oder über die gesamte Breite des Antriebsbandes und ist entlang seiner in Längsrichtung liegenden Seitenkanten an den Längsseitenwänden der Aussparung in geeigneter Weise befestigt. In der Praxis kann der Ausfüllungskörper 17 aus einer Hülle aus Metallblech bestehen, die entweder leer oder mit einem geeigneten, leichten Material wie einem Schaumkunststoff ausgefüllt sein kann. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist die Länge des Ausfüllungskörpers so groß wie der Abstand zwischen den Rollen 6, 7, und seine Höhe ist so groß wie der Durchmesser der Rollen 6, 7. Mit anderen Worten hat der Körper nach der Ausführungsform eine im wesentlichen quaderförmige, flache Form, mit Ausnahme der kurzen Enden des Körpers, die abgerundete, dem kreisförmigen Umfang der Walzen angepaßte Aussparungen 18, 18' aufweisen. Die abgerundeten Endflächen 18, 18' sollten in der Praxis extrem dicht am Umfang der Walzen liegen, z. B. einige Millimeter davon entfernt. Dies bedeutet, daß der Körper 17 den Zwischenraum zwischen den Teilen 9, 9', den Walzen 6, 7 und den Längsseitenwänden einer jeden Aussparung 4 im wesentlichen ausfüllt. Dadurch wird gewährleistet, daß Wasser in diesen Zwischenraum nicht eindringen und durch Turbulenzwirkung die Antriebskraft stören kann, die durch den unteren Teil 9 des Antriebsbandes ausgeübt wird, während das Fahrzeug über Wasser gefahren wird. In der Aussparung 4 können nur geringste Wassermengen in die Zone zwischen der hinteren Antriebswalze 7 und dem hinteren Abschnitt der Aussparung 4 einströmen. Der minimale Wassereinlauf kann außerdem durch die Strömung eines komprimierten Mediums, z. B. durch eine Druckluftströmung, die auf die nach oben gerichtete Strömung des Wassers benachbart zur hinteren Walze gerichtet ist, abgeschwächt oder beseitigt werden. In diesem Zusammenhang sei bemerkt, daß die hinteren und vorderen Endabschnitte der Aussparung 4 eine abgerundete Form aufweisen, die mit der Form der Walzen 6, 7 übereinstimmt, was bedeutet, daß der Spalt zwischen der Innenseite der Aussparung und der Außenseite der Antriebsvorsprünge 8 extrem klein ist.

Die Unterseite und/oder die Oberseite des Ausfüllungskörpers ist zweckmäßigerweise mit einem Material wie Nylon beschichtet, welches einen geringen Reibungskoeffizienten und eine hohe Verschleißbeständigkeit hat, wodurch wenigsten der untere Teil des Bandes beim Fahren im Zusammenwirken mit dem Ausfüllungskörper und in Abstützung dadurch gehalten werden kann, ohne daß er einem beträchtlichen Reibungswiderstand ausgesetzt wäre.

Es seit darauf hingewiesen, daß das einzelne Antriebsband nicht notwendigerweise in seiner Gesamtheit in der Aussparung 4 aufgenommen sein muß. Es ist daher vorstellbar, nur einen Teil des Bandes in der Aussparung aufzunehmen, so daß die Antriebsvorsprünge des oberen Teiles des Bandes in der Aussparung aufgenommen sind, so daß sie keine Vortriebskraft im Wasser bewirken, die der Vortriebskraft durch die Vorsprünge auf dem unteren Teil des Bandes entgegenwirken würde. Die Aussparung kann daher außerordentlich flach sein und durch einfache Mittel, z. B. auf der Außenseite der Rumpfunterseite gehaltene Rippen oder Rahmen, festgelegt werden.

Die beiden Antriebsbänder 4, 4' sollten in der Praxis im wesentlichen gleichförmige Größe, Vortriebswirkungsgrad und Position relativ zu einer zentralen, senkrechten Längsebene durch das Fahrzeug aufweisen, wie am besten aus Fig. 2 ersichtlich ist. Sowohl die Aussparungen 4, 4' als auch die Antriebsbänder 5, 5' sind länglich und erstrecken sich parallel zueinander. Für kleine Fahrzeuge können die Antriebsbänder eine Länge von 2 bis 4 m und eine Breite von etwa 0,5 m haben. Die Antriebswalzen 7 sollten so ausgelegt sein, daß sie bei einer Drehzahl von mehr als 1000 U/min, vorzugsweise mehr als 2000 U/min, betrieben werden können. So hohe Geschwindigkeiten sind dadurch erreichbar, daß die Bänder-im Vergleich mit z. B. Ketten extrem flexibel sind.

Entsprechend einer speziellen Ausführungsform der Erfindung (Fig. 3) können die Antriebsvorsprünge auf der Außenseite des einzelnen Antriebsbandes einerseits aus Querwülsten oder Rippen 8' bestehen, die sich zwischen den gegenüberliegenden Längsseitenkanten des Bandes erstrecken, und andererseits aus Wülsten oder Furchen 8'', die einen Winkel mit den Querwülsten bilden, z. B. unter rechten Winkeln zu den Querwülsten 8' verlaufen, wodurch die Wülste 8', 8'' gemeinsam auf der Außenseite des Antriebsbandes ein Karomuster bilden. In dieser Aufführungsform wirken die Längswülste 8'' der Neigung des Wassers, quer zur Längsrichtung des Bandes abzufließen, entgegen, wodurch sowohl eine bessere Antriebs- als auch eine verbesserte Lenkfähigkeit der Bänder erreicht wird.

Entsprechend einer speziellen Ausführungsform der Erfindung kann das einzelne Antriebsband relativ zum Rumpf des Fahrzeugs schwenkbar sein. Eine solche Ausführungsform ist schematisch in Fig. 4 dargestellt, die zeigt, wie die beiden Antriebsbänder 5, 5' jeweils in einem kastenförmigen Tragkörper 19, 19' gehalten sind, der seinerseits in der jeweiligen Ausnehmung im Rumpf schwenkbar gehalten oder aufgehängt ist. In dieser Ausführungsform ist es denkbar, die beiden nach unten offenen Kästen oder Körper 19, 19' in einer gemeinsamen Ausnehmung in der Unterseite des Rumpf s anzuordnen. Zwischen den oberen und unteren Teilen der Antriebsbänder ist wie oben beschrieben ein Ausfüllungskörper 17 angeordnet, der an den gegenüberliegenden, sich nach unten erstreckenden Längsseitenwänden des jeweiligen Kastens 19, 19' befestigt ist. Die beiden Walzen 6, 7 für das Antriebsband sind in den Längsseitenwänden des Kastens 19 gehalten, wobei der Hydraulikmotor 20 zum Drehen der hinteren Walze in an sich bekannter Weise in der vorhandenen Walze angeordnet ist.

Jeder der beiden Kästen 19, 19' ist an Hubeinrichtungen in Form von Hydraulikzylindern aufgehängt, entweder in der Weise, daß die Kästen selbst unmittelbar mit den Hubeinrichtungen verbunden sind, oder so, daß die Endabschnitte der Achsen 21, die von den Walzen 6, 7 vorstehen, durch Universalanschlüsse mit den Hubeinrichtungen verbunden sind, wie in Fig. 4 dargestellt. Hier ist ein vorderer Zylinder mit 22 bezeichnet, wogegen drei hintere Hydraulikzylinder mit 23, 24', 24'' bezeichnet sind. Obwohl nur ein Hydraulikzylinder 22 am vorderen Endabschnitt des Antriebsbandes gezeigt ist, können zwei weitere Hydraulikzylinder entsprechend den äußeren, hinteren Zylindern 24', 24'' am vorderen Endabschnitt angeordnet werden, obwohl dieses in den Zeichnungen nicht dargestellt ist. Die Hydraulikzylinder können relativ klein sein und im Rumpf des Fahrzeugs in einer geeigneten Weise befestigt sein.

Nun wird Bezug auf Fig. 6 und 7 genommen, die die Funktion der Hydraulikzylinder erläutern. Fig. 6 zeigt, wie die hinteren, äußeren Hydraulikzylinder 24' und 24'' im eingefahrenen Zustand gehalten sind, wobei die äußeren Längsseitenkanten der Antriebsbänder relativ zu den inneren Längseitenkanten angehoben sind, welche möglichst weit nach unten gehalten werden, indem die beiden mittleren Hydraulikzylinder 23 und 22 im möglichst weit ausgefahrenen Zustand gehalten werden. In dieser Weise befinden sich die beiden Antriebsbänder 5, 5' wie in Fig. 6a dargestellt, in einer V-förmigen Anordnung und veranlassen das sich bewegende Fahrzeug, in einem halben Gleitzustand zu fahren. In diesem Zustand kann das Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit und mit maximaler Lenkfähigkeit angetrieben werden, wobei die beiden inneren Längsseitenkanten der Antriebsbänder ins Wasser eintauchen. Der Zustand des halben Gleitens ist geeignet für rauhes Wetter und bewegte See.

Unter guten Wetterbedingungen mit nur kleinen oder überhaupt keinen Wellen können die Antriebsbänder in den in Fig. 7 gezeigten Zustand eingestellt werden, in dem die beiden Antriebsbänder im wesentlichen in ein und derselben Ebene liegen. Dies wird durch Einstellung der drei hinteren Hydraulikzylinder 23, 24' und 24'' z. B. in eine maximal ausgefahrene Position erreicht. Da die Antriebsbänder nun in seitlicher Richtung horizontal eingestellt sind, liegen sie extrem hoch im Wasser, wenn die Antriebswalzen 7 mit maximaler Geschwindigkeit laufen, und das Fahrzeug kann auf diese Weise mit extrem hoher Geschwindigkeit gefahren werden, wenn auch mit verminderter Lenkfähigkeit im Vergleich zum in Fig. 6 dargestellten halben Gleitzustand. Mit anderen Worten, das Fahrzeug gleitet über das Wasser, wie in Fig. 7 dargestellt.

Durch geeignete Einstellung des vorderen Hydraulikzylinders 22 relativ zu den hinteren Zylindern können die beiden Antriebsbänder unter verschiedenen Winkeln in Längsrichtung relativ zur Horizontalebene eingestellt werden, wie in Fig. 7B dargestellt. Durch Anheben des vorderen Zylinders können die Antriebsbänder in eine nach vorne/nach oben geneigte Stellung gebracht werden, wenn gewünscht. Durch Einstellung der Hydraulikzylinder können die beiden Antriebsbänder daher in bezug auf den Rumpf des Fahrzeugs eingestellt werden, so daß der Fahrzustand unter verschiedenen Wetterbedingungen optimal wird.

Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform, in der die beiden Walzen 6', 7' verschiedene Durchmesser aufweisen. Genauer gesagt hat die hintere Walze 7', die mit der in Rede stehenden Antriebsquelle verbunden ist oder diese enthält, einen größeren Durchmesser als die vordere Walze 6'. Da die hintere Antriebswalze 7' auf diese Weise vergrößert ist, kann eine vergleichsweise hohe Antriebsgeschwindigkeit oder Umfangsgeschwindigkeit des Bandes erhalten werden, selbst wenn die Walze mit mäßiger Geschwindigkeit läuft. Das bedeutet, daß bei mäßigen Drehzahlen arbeitende Motoren eingesetzt werden können und das Band dennoch mit hoher Geschwindigkeit angetrieben werden kann.


Anspruch[de]

1. Amphibienfahrzeug mit zwei getrennten, zweckmäßigerweise parallel laufenden, endlosen und flexiblen sowie mit Antriebsvorsprüngen (8) versehenen Antriebsbändern (5, 5'), die in bekannter Weise zwischen Paaren von getrennten, rotierbaren Rädern oder Rollen (6, 7) angeordnet und mittels getrennter Antriebsquellen (10, 10') mit veränderbaren Geschwindigkeiten getrennt antreibbar sind, um nicht nur Vorwärtstreiben des Fahrzeugs über dem Wasserkörper, sondern gleichzeitig auch Lenkung desselben ohne Hilfe tief in das Wasser hineintauchender Hilfsmittel zu erleichtern, dadurch gekennzeichnet, daß jedes getrennte Antriebsband (5, 5') in einer im Boden des Fahrzeugs ausgeführten, sich nach unten öffnenden und gegenüber umgebendem Wasser dichten Ausnehmung (4, 4') angeordnet ist und daß ein Ausfüllungskörper (17) im Raum zwischen den oberen und unteren Teilen (9, 9') jedes Antriebsbandes vorgesehen ist, welcher den von einerseits den beiden rotierbaren Rollen (6, 7) und andererseits den oberen und unteren Teilen des Antriebsbandes abgegrenzten Raum im wesentlichen völlig ausfüllt, wobei die Innenseite des Antriebsbandes stets im Eingriff nicht nur mit den Rollen sondern auch mit den oberen und unteren Seiten des Ausfüllungskörpers gehalten wird, wodurch es verhindert wird, daß Wasser zwischen dem Antriebsband und dem Ausfüllungskörper fließt.

2. Amphibienfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausfüllungskörper (17) eine im wesentlichen parallelepipedische Form und eine Höhe oder Dicke aufweist, welche gleich groß wie der Durchmesser der rotierbaren Rollen (6, 7) ist.

3. Amphibienfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden rotierbaren Rollen (6', 7') verschiedene Durchmesser aufweisen, und daß die Rolle (7') mit dem größten Durchmesser achteraus gelegenen ist und mit der Antriebsquelle verbunden ist oder diese aufweist.

4. Amphibienfahrzeug nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorsprünge auf dem Band aus einerseits quergerichteten Wülsten oder Rippen (8') und andererseits Wülsten oder Rippen (8'') bestehen, welche mit den quergestellten Wülsten einen Winkel bilden, beispielsweise sich im rechten Winkel zu und zwischen den quergerichteten Wülsten erstrecken, wobei die Wülste (8', 8'') zusammen ein Karomuster bilden.

5. Amphibienfahrzeug nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das getrennte Antriebsband (5, 5') in bezug auf den Rumpf des Fahrzeugs schwenkbar ist.

6. Amphibienfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsband in bezug auf den Rumpf seitlich, d. h. um eine sich in Längs- oder Fahrtrichtung des Bandes erstreckende Achse, schwenkbar ist.

7. Amphibienfahrzeug nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsband in bezug auf den Rumpf in die Längsrichtung, d. h. um eine sich quer zur Längsrichtung des Rumpfes erstreckende Schwenkachse, schwenkbar ist.

8. Amphibienfahrzeug nach einem der Ansprüche 5-7, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsband und die damit verbundenen Rollen auf einem Tragkörper (19) montiert sind, welche seinerseits in der genannten Ausnehmung (4) im Rumpf des Fahrzeugs schwenkbar montiert ist.







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