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Dokumentenidentifikation DE4131068C2 05.05.1994
Titel Vorrichtung zur Förderung und Drehung von Werkstücken
Anmelder Beierling, Annette, Dipl.-Ing., 80637 München, DE
Vertreter Hanewinkel, L., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 33102 Paderborn
DE-Anmeldedatum 18.09.1991
DE-Aktenzeichen 4131068
Offenlegungstag 01.04.1993
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.05.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.05.1994
IPC-Hauptklasse B65G 17/48
IPC-Nebenklasse B65G 21/22   B65G 47/22   B65G 17/26   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Förderung und Drehung von Werkstücken bei einer allseitigen Oberflächenbehandlung derselben mit einer Förderbahn mit zwei parallelen, synchron angetriebenen, Förderketten, die Aufnahmen für die Werkstücke tragen, womit diese um eine vertikale Achse drehbar gelagert sind, und mit einem separat angetriebenen Antriebsriemen, der sich mindestens über einen Teilabschnitt der Förderbahn parallel zu den Förderketten erstreckt und die Aufnahmen antreibend kontaktiert.

Eine derartige Vorrichtung ist aus DE 38 17 543 A1 bekannt. Bei dieser Vorrichtung sind jeweils auf zwei Förderketten Drehteller gelagert, die seitlich von einer Antriebskette kontaktiert werden. Auf den Drehteller lassen sich Werkstücken befestigen so daß deren Oberflächen insbesondere spritztechnisch allseitig zu bearbeiten sind, wobei die Spritzdüsenstationen ortsfest sind. Eine spritztechnische Bearbeitung der Gegenstände von unten ist dabei jedoch nicht möglich, so daß dazu ein Wenden und ein zweiter Durchlauf oder eine Sonderbehandlung des Werkstückes erforderlich ist.

Weiterhin sind Vorrichtungen bekannt, die zur automatischen Bearbeitung von Serienteilen diese kontinuierlich oder Schritt auf Schritt transportieren und sie dabei kontinuierlich, intermittierend oder mit bestimmten unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten um eine Achse drehen. Diese Vorrichtungen für den Zweck, Teile in einer oder mehreren Bearbeitungsstationen zu drehen, laden entweder mit einer Hilfsvorrichtung drehende Teile in eine drehende Bearbeitungsstation oder nicht drehende Teile in eine drehbeschleunigende und drehverzögernde Bearbeitungsstation. Diese Vorrichtungen lassen entweder keine vollständige Rundumbearbeitung zu oder haben pro Bearbeitungsvorgang viele Nebenzeiten.

Besonders nachteilig ist, daß sich die Be- und Entlade- sowie die Beschleunigungs- und Verzögerungsvorgänge von Bearbeitungsstation zu Bearbeitungsstation wiederholen.

Es ist Aufgabe der Erfindung, die eingangs bezeichnete Vorrichtung dahingehend zu verbessern, daß eine allseitige Oberflächenbehandlung möglich ist.

Die Lösung ist dadurch gegeben, daß die Aufnahmen aus an den Förderketten seitlich angeordneten Wellenlagern besteht, die jeweils eine vertikale Drehachse enthalten, die obenendig eine Formrolle und untenendig eine den Antriebsriemen kontaktierende Antriebsscheibe trägt, und daß jeweils zwei der Aufnahmen paarweise hintereinander an einer der Förderketten und mindestens eine weitere der Aufnahmen an der anderen Förderkette so zu dem anderen Aufnahmenpaar angeordnet sind, so daß ein so gebildetes Tripel oder Quadrupel der Aufnahmen jeweils auf seinen Formrollen eine an seinem unteren Ende rundes Werkstück oder einen runden werkstückaufnehmenden Drehteller axial und radial formschlüssig aufnimmt und um seine vertikale Achse dreht.

Mit der Vorrichtung können zum Beispiel Maschinenteile, Behälter, geformte Teile aus den verschiedensten Materialien zum Beispiel entfettet, eingeölt, konserviert, gesandstrahlt, grundiert, lackiert, getrocknet, erwärmt, geglüht, geschweißt, geklebt oder montiert werden. Darüberhinaus bietet diese Vorrichtung die Möglichkeit, durch Verwendung von geeigneten Antrieben in Verbindung mit Ketten und Zahnrädern eine rundum gleichmäßige oder punktuell bestimmte Behandlungsdauer oder -intensität zu gewährleisten und ist für kleine und große Stückzahlen je Zeiteinheit einsetzbar.

Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Fig. 1A bis 4C dargestellt.

Fig. 1A zeigt schematisch eine Hälfte der Förder- und Drehvorrichtung in Aufsicht;

Fig. 1B zeigt eine Seitenansicht geöffnet zu Fig. 1A;

Fig. 2 zeigt einen Querschnitt einer Transportkette mit einer Aufnahme und einem Antriebsriemen;

Fig. 3 zeigt eine geöffnete, abschnittweise perspektivische Darstellung mit einer Transportkette, einem Antriebsriemen und einem Werkstück;

Fig. 4A zeigt eine Aufsicht auf die Vorrichtung;

Fig. 4B zeigt einen Längsschnitt schematisch durch die Vorrichtung zu Fig. 4A;

Fig. 4C zeigt ein Schema der Vorrichtung mit Lade- und Entladeförderern in Seitenansicht geöffnet.

Je Transportvorrichtung sind zwei parallel und synchron laufend angetriebene Förderketten 3 mit gleicher Teilung vorgesehen, die als Trag- und Transportketten in einer Förderbahn gleiten. Diese Transportketten werden mit Kettenrädern 12 von einer gemeinsamen horizontalen Antriebsachse 13, 20 angetrieben und mit Umlenkrädern gespannt. Zur Werkstückaufnahme sind vertikale Drehachsen 8 als gelagerte Wellen vorgesehen, die an einem freien Ende die Aufnahmeelemente, zum Beispiel Formrollen 9 oder Aufnahmeplatten 16 tragen und am anderen freien Ende als Antriebsscheibe 10 ein Ketten-Zahn- oder Reibrad aufweisen.

Die Wellenlager 7 haben je zwei Tragbolzen 6, die im Abstand der Kettenteilung durch die Hohlbolzen 5 der beiden Förderketten 3 geführt sind.

Zum Drehen der vertikalen Drehachse 8 läuft zwischen dem Vorlauf und dem Rücklauf der Förderketten 3 eine geführte und mit Rädern 14 auf vertikalen Wellen angetriebene und umgelenkte Antriebsrollenkette, Zahnkette, ein Zahnriemen oder ein Reib-Antriebsriemen 11.

Dieser Wellenantrieb erfolgt außer in den Bearbeitungsstationen in Stationen vor der Bearbeitung zum Beschleunigen der vertikalen Drehachsen 8 mit den Werkstücken 21. Hinter den Bearbeitungsstationen werden die vertikalen Drehachsen 8 wieder gebremst.

Die Drehrichtung der Wellen ist beliebig wählbar; die Drehgeschwindigkeit kann gleichbleibend intermittierend und schwellend sein. Daraus ergibt sich, daß beide Antriebe, nämlich der Förder- und der Drehantrieb, gleichzeitig, abwechselnd, gleichbleibend, schwellend oder intermittierend arbeiten können, je nach Aufgabenstellung.

Um einen zylindrischen Körper, eine Scheibe oder ein anders geformtes Teil rundum bearbeiten zu können, werden zwei der Vorrichtungen gemäß Fig. 1, gegeneinander und zueinander verstellbar gemäß Fig. 4 angeordnet. Dabei tragen alle Wellenenden, die mit gleicher Drehrichtung drehen, eine Formrolle 9. Dazwischen ist das Werkstück 21 direkt, d. h. nur an Punkten, gehalten, von denen aus es, auch während es von den Förderketten 3 weiter transportiert wird, beschleunigt, gedreht und gebremst wird. Sollen unrunde Teile rundum bearbeitet werden, so kann das ebenfalls zwischen vier Rollen auf einem außen runden Drehteller 22 geschehen. Soll diese Bearbeitung absolut synchron erfolgen, so tragen alle oder einzelne der Formrollen 9 und die Drehteller 22 dazwischen eine Verzahnung.

Die Vorrichtungen sind für allseitige Oberflächenbehandlung oder Montagen von runden oder anders geformten Teilen. Die Vorrichtung weist zwei parallel und synchron laufende Hohlbolzenketten als Förderketten 3 in Führungen 4 gleitend auf, wobei sie jeweils zwei Tragbolzen 6 in ihren Hohlbolzen 5 aufnehmen, an deren freien Enden Wellenlager 7 fest montiert sind, deren Wellen als vertikale Drehachsen 8 einseitig Formrollen 9 tragen und an dem anderen Ende Kettenräder, Zahnräder oder Reibräder tragen, die auf eine geführte und angetriebene Kette, Zahnkette, einen Zahnriemen oder einen Antriebsriemen 11 greifen, der die Wellen im Erstreckungsbereich des Antriebes dreht.

Der Antrieb der Förderketten 3 erfolgt durch Kettenräder 12 auf einer gemeinsamen horizontalen Antriebsachse 13, 20, gleichbleibend, regelbar, schwellend oder intermittierend. Der Antrieb des Antriebsriemens 11 oder einer Zahnkette, eines Zahnriemens, oder eines Reibriemens erfolgt durch ein entsprechendes Antriebsrad 14 auf einer vertikalen Welle 15 gleichbleibend, regelbar, schwellend oder intermitierend. Die Werkstückaufnahmen bestehen in Sonderfällen aus Aufnahmeplatten 16 mit Werkstückbefestigungen, zum Bespiel Haltemagneten, die das Werkstück 21 positionieren und beim Transport und Drehen halten. Die Ketten ruhen mit ihren Führungen und mit den damit transportierten Wellenlagern 7, die bis auf ein Wellenende rundum gegen Eindringen von Bearbeitungsmittel verkleidet sind, auf Stützen 18. Die Verkleidung 17 dient als ein Tragbalken der gesamten Vorrichtung, die auf den Stützen 18 ruht.

Zwei dieser Kettenfördervorrichtungen sind jeweils spiegelbildlich nebeneinander angeordnet, wobei der Antrieb der Transportketten beider Vorrichtungen von einer Antriebsachse 20 erfolgt. Der Abstand der beiden Vorrichtungen ist zueinander verstellbar. Das runde Werkstück 21, ein Zylinder oder eine Scheibe, ist, zwischen drei oder vier Formrollen 9 aufgenommen und wird von diesen gedreht und transportiert.

Die Formrollen 9 und die Drehteller 22 sind ggf. verzahnt und ermöglichen somit eine exakte Positionierung der Werkstücke 21 bei der jeweiligen Bearbeitung.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Förderung und Drehung von Werkstücken (21) bei einer allseitigen Oberflächenbehandlung derselben mit einer Förderbahn (4) mit zwei parallelen, synchron angetriebenen, Förderketten (3), die Aufnahmen (7, 8, 9) für die Werkstücke (21) tragen, womit diese um eine vertikale Achse drehbar gelagert sind, und mit einem separat angetriebenen Antriebsriemen (11), der sich mindestens über einen Teilabschnitt der Förderbahn (4) parallel zu den Förderketten (3) erstreckt und die Aufnahmen (7, 8, 9) antreibend kontaktiert, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmen (7, 8, 9) aus an den Förderketten (3) seitlich angeordneten Wellenlagern (7) besteht, die jeweils eine vertikale Drehachse (8) enthalten, die obenendig eine Formrolle (9) und untenendig eine den Antriebsriemen (11) kontaktierende Antriebsscheibe (10) trägt, und daß jeweils zwei der Aufnahmen (7, 8, 9) paarweise hintereinander an einer der Förderketten (3) und mindestens eine weiter der Aufnahmen (7, 8, 9) an der anderen Förderkette (3) so zu dem anderen Aufnahmenpaar (7, 8, 9) angeordnet sind, so daß ein so gebildetes Tripel oder Quadrupel der Aufnahmen (7, 8, 9) jeweils auf seinen Formrollen (9) eine an seinem unteren Ende rundes Werkstück (21) oder einen runden werkstückaufnehmender Drehteller (22) axial und radial formschlüssig aufnimmt und um seine vertikale Achse dreht.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderketten (3) Hohlbolzenketten sind, und die Wellenlager (7) jeweils von zwei Tragbolzen (6) gehalten sind, die jeweils zugeordnet in einem Hohlbolzen (5) zweier in Förderrichtung benachbarter Hohlbolzen (5) stecken.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede der Förderketten (3) aus zwei beabstandet nebeneinander in Förderbahnen (4) geführten Hohlbolzenketten (3) besteht und jeder Tragbolzen (6) in jeweils einem Hohlbolzen (5) der beiden Hohlbolzenketten (3) steckt.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderbahnen (4) mit den Hohlbolzenketten (3) und den Antriebsriemen (11) von einer Verkleidung (17) allseitig bis auf einen Schlitz umschlossen sind, durch den die Drehachsen (8) mit den Formrollen (9) hindurchragen.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die parallelen Förderketten (3) jeweils durch umlenkende Kettenräder (12), die auf einer Antriebsachse (13, 20) drehfest angeordnet sind, angetrieben sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine der beiden Förderketten (3) mit den zugehörigen Aufnahmen (7, 8, 9) und mit ihrer Förderbahn (4), dem Antriebsriemen (11) und der Verkleidung (17) seitwärts abstandsveränderbar zu der anderen Förderkette (3) angeordnet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkleidung (17) als ein Tragbalken ausgebildet ist, die die Fördervorrichtung trägt und auf Stützen (18) ruht.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehteller (22) Magnete zur Halterung von Werkstücken tragen.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehteller (22) und die Formrollen (9) ineinandergreifende Verzahnung tragen.






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