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Dokumentenidentifikation DE68912735T2 11.05.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0371773
Titel Fenster für Kraftfahrzeuge und deren Herstellungsverfahren.
Anmelder Hashimoto Forming Industry Co. Ltd., Yokohama, Kanagawa, JP
Erfinder Ohtake, Shinichi Hashimoto Forming Ind. Co.Ltd., Yokohama City Kanagawa Pref., JP;
Tamura, Tatsuya Hashimoto Forming Ind. Co. Ltd., Yokohama City Kanagawa Pref., JP
Vertreter Louis, D., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., 83700 Rottach-Egern; Pöhlau, C., Dipl.-Phys., 90489 Nürnberg; Lohrentz, F., Dipl.-Ing., 82319 Starnberg; Segeth, W., Dipl.-Phys., Pat.-Anwälte, 90489 Nürnberg
DE-Aktenzeichen 68912735
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 29.11.1989
EP-Aktenzeichen 893123927
EP-Offenlegungsdatum 06.06.1990
EP date of grant 26.01.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.05.1994
IPC-Hauptklasse B60J 1/02
IPC-Nebenklasse B29C 67/18   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fenster für ein Kraftfahrzeug oder dergleichen, mit einer Fensterscheibe und einem Rahmenelement, das aus einem thermoplastischen Kunstharzmaterial besteht und einteilig mit der Fensterscheibe ausgebildet ist, und außerdem ein Verfahren zur Herstellung solcher Fenster.

Kraftfahrzeugfenster, bei denen eine Fensterscheibe einteilig mit einem aus einem thermoplastischen Kunstharzmaterial bestehenden Rahmenelement ausgebildet ist, sind insoweit von Vorteil, als es nicht erforderlich ist, ein Fenster-Gießelement als separate Komponente getrennt von der Fensterscheibe bereitzustellen, wodurch die Anzahl der Komponenten und der Montageschritte verringert werden kann, um eine verbesserte Herstellungsproduktivität in den Montagelinien von Kraftfahrzeugfabriken zu realisieren.

Es ist z.B. in dem US-Patent US-A-4.139.234 und den japanischen Offenlegungsschriften JP-A-99817/81 und JP-A- 1737/82 ein Verfahren zur Herstellung solcher Kraftfahrzeugfenster gemäß den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 8 offenbart, bei dem die Umfangskante einer Fensterscheibe in einer Druckgußform angeordnet wird, die eine obere und untere Gießformhälfte umfaßt; dabei wird ein geschmolzenes thermoplastisches Kunstharzmaterial in den Hohlraum zwischen der oberen und der unteren Gießformhälfte durch mindestens einen Einlauf eingespritzt. Während das obenerwähnte Verfahren die Bildung eines einteiligen Rahmenelementes entlang der Kante der Fensterscheibe erlaubt, bestehen weiterhin eine Reihe ungelöster Probleme die im folgenden aufgeführt sind.

Zunächst kann das thermoplastische Kunstharzmaterial in Abhängigkeit von den physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften des Materials während des Einspritzens in den Gießhohlraum eine relativ hohe Viskosität besitzen. Dann muß das Einspritzen bei einer erhöhten Temperatur der Gießform erfolgen, um die Viskosität des Kunstharzmaterials zu verringern und ein vorzeitiges Abkühlen des Kunstharzmaterials vor der vollständigen Verteilung im Gießhohlraum zu verhindern; außerdem muß ein relativ hoher Einspritzdruck verwendet werden, um eine gleichmäßige Verteilung des Kunstharzmaterials innerhalb des gesamten Gießhohlraumes zu erzielen. Die erhöhte Temperatur, auf die die Gießform aufgeheizt werden muß, erfordert notwendigerweise eine längere Zeit bis zur Beendigung des Einspritzens und Abkühlens des Kunstharzmaterials, wodurch es schwierig ist, eine verbesserte Herstellungsproduktivität zu erreichen. Außerdem verursacht der relativ hohe Einspritzdruck oft die unerwünschte Bildung von Graten oder Abquetschrändern entlang der Grenzfläche der Gießformhälften oder führt zur Beschädigung der Fensterscheibe aufgrund einer höheren Spannkraft, die von beiden Seiten durch die Gießformhälften aufgebracht wird, um dem Einspritzdruck zu widerstehen. Wenn das Rahmenelement mit einem einteiligen, streifenähnlichen Zierelement, das auf seiner Außenfläche aufgebracht ist, oder mit Laschen oder ähnlichen Montageelementen versehen werden soll, die teilweise durch einen sogenannten Einpreß-Gießprozeß im Kunstharz eingebettet sind, könnten diese Elemente durch den Einspritzdruck verformt oder verschoben werden.

Zweitens wird das zur Kühlung angeordnete Rahmenelement mehr oder weniger von Schrumpfen begleitet, wodurch die Fensterscheibe einer starken Druckbelastung ausgesetzt wird. Deshalb ist es, wenn die Fensterscheibe aus einer spröden Glasscheibe besteht, nicht immer möglich, die Bildung von Sprüngen in der Fensterscheibe zu verhindern. Besonders dann, wenn die Fensterscheibe eine Flächenkrümmung aufweist, wird die Fensterscheibe oft einer beträchtlichen Biegebelastung unterworfen, durch die die gekrümmte Oberfläche der Fensterscheibe einer unerwünschten Deformation unterzogen wird. Diese Probleme sind noch bedeutender, wenn die Fensterscheibe Aus einem lichtdurchlässigen Kunstharzmaterial mit einer relativ geringeren strukturellen Festigkeit als ein anorganisches Glas besteht. Ferner wird das Rahmenelement so geformt, daß die Kante der Fensterscheibe von ihren beiden Seiten umschlossen wird, weshalb es einen im wesentlichen U-förmigen Querschnittsbereich umfaßt, der aus relativ dünnen Lippen- und Stegabschnitten an der äußeren bzw. hinteren Fläche der Fensterscheibe und einem relativ dicken Brückenabschnitt zur Verbindung der Lippen- und Stegabschnitte miteinander gebildet wird. Die Materialdicke des Rahmenelementes mit einem solch plötzlichen Wechsel führt zu einer verlangsamten Abkühlgeschwindigkeit des dicken Brückenabschnittes und einer daraus resultierenden Bildung einer Einfallstelle auf seiner Außenseite.

Zusätzlich zu dem oben Gesagten wird die Fensterscheibe schließlich aufgrund der praktischen Schwierigkeiten in der Bereitstellung von Fensterscheiben einer zufriedenstellend konstanten Form von bestimmten Schwankungen in der Größe begleitet, während das Volumen des Gießhohlraumes immer konstant bleibt. Die optimale Menge an thermoplastischem Kunstharzmaterial, das in den Gießhohlraum eingespritzt werden muß, ändert sich somit für jede Fensterscheibe in Abhängigkeit von der Länge, mit der die Fensterscheibe in den Gießhohlraum eingesetzt ist. Vom praktischen Standpunkt aus ist es jedoch nicht sehr günstig, die Menge an Kunstharzmaterial für jeden Spritzvorgang anzupassen, weshalb es allgemeine Praxis gewesen ist, in den Gießhohlraum eine im wesentlichen konstante Menge Kunstharzmaterial einzuspritzen, ohne die Schwankungen in der Größe der Fensterscheiben überhaupt zu berücksichtigen. Das Einspritzen einer übermäßig großen Menge Kunstharzmaterial in den Gießhohlraum verursacht selbstverständlich auch die Bildung von Graten oder Abquetschrändern entlang den Grenzflächen der Gießformhälften, während ein Mangel an eingespritzter Kunstharzmaterial-Menge die unerwünschte Neigung zur Bildung von Einfallstellen auf der Außenseite des Rahmenelementes erhöht.

Der Erfindung liegt damit die primäre Aufgabe zugrunde, ein neues und verbessertes Fenster für Kraftfahrzeuge oder dergleichen zu schaffen, das ein Rahmenelement umfaßt, das einteilig mit der Fensterscheibe ausgeführt ist und aus einem thermoplastischen Kunstharzmaterial besteht, und das leicht ohne die obenerwähnten Nachteile hergestellt werden kann.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein neues und verbessertes Verfahren zur Herstellung von Fenstern für Kraftfahrzeuge oder dergleichen zu schaffen, das ein Rahmenelement umfaßt, das einteilig mit der Fensterscheibe ausgebildet ist und aus einem thermoplastischen Kunstharzmaterial besteht, und durch das die Fenster leicht ohne die obenerwähnten Nachteile hergestellt werden können.

Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Fenster für ein Kraftfahrzeug oder dergleichen geschaffen, das eine Fensterscheibe und ein Rahmenelement umfaßt, wobei das Rahmenelement ein thermoplastisches Kunstharzmaterial enthält, das mit der Fensterscheibe zu einer einteiligen Struktur ausgebildet ist, indem es wenigstens entlang einer Kante derselben gegossen wird, wobei das Rahmenelement einen im wesentlichen U-förmigen Querschnittsbereich mit Lippen- und Stegabschnitte miteinander verbindet, ein Fenster der Art, wie es z.B. in US-A-4.139.234 oder JP-A-99817/81 oder JP-A-1737/82 offenbart ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Rahmenelement einen in Längsrichtung ununterbrochenen, hohlen Innenraum besitzt.

Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung von Fenstern der obenerwähnten Struktur geschaffen, das folgende Schritte umfaßt:

Vorbereiten einer Gießform mit Oberflächen, die einen Hohlraum mit einem vorgegebenen Volumen definieren, wobei der Hohlraum eine Konfiguration besitzt, die dem Rahmenelement entspricht;

Anordnen wenigstens einer Kante der Fensterscheibe im Gießhohlraum;

Einspritzen einer vorgegebenen Menge eines thermoplastischen Kunstharzmaterials im geschmolzenen Zustand in den Gießhohlraum und Anordnen des Kunstharzmaterials unter Abkühlung und Verfestigung im Gießhohlraum, um so das Rahmenelement zu bilden, das mit der Fensterscheibe einteilig ausgebildet ist, ein Verfahren der Art, wie es z.B. in US-A-4.139.234 oder JP-A-99817/81 oder JP-A- 1737/82 offenbart ist, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgegebene Menge des thermoplastischen Kunstharzmaterials kleiner als das Volumen des Hohlraums ist; und durch den Schritt des Einblasens eines komprimierten Gases in das thermoplastische Kunstharzmaterial im Hohlraum vor der Verfestigung des thermoplastischen Kunstharzmaterials, um das Kunstharzmaterial gegen die Flächen der den Hohraum definierenden Gießform zu pressen, wobei

das Rahmenelement einen in Längsrichtung ununterbrochenen, hohlen Innenraum besitzt.

Weitere Entwicklungen in Fortführung der Ansprüche 1 und 8 werden in den abhängigen Ansprüchen behandelt.

Das Fenster gemäß der vorliegenden Erfindung, das ein Rahmenelement umfaßt, das einteilig mit der Fensterscheibe ausgeführt ist, dessen Brückenabschnitt die Lippen- und Stegabschnitte miteinander verbindet und das einen in Längsrichtung ununterbrochenen, hohlen Innenraum besitzt, dient dazu, die Fensterscheibe wirksam vor Schäden oder Verformungen beim Schrumpfen des Rahmenelementes nach dessen Bildung zu schützen, ohne daß sie einer starken Druck- und/oder Biegebelastung ausgesetzt ist, da sich der hohle Innenraum im Brückenabschnitt des Rahmenelementes verformen kann.

Außerdem wird das Rahmenelement bei dem Verfahren zur Herstellung des Fensters gemäß der vorliegenden Erfindung durch Einspritzen einer verglichen mit dem Volumen des Hohlraumes relativ kleinen Menge thermoplastischen Kunstharzmaterials und durch Einblasen des komprimierten Gases in das Kunstharzmaterlal im Hohlraum gebildet. Dadurch kann selbst ein Kunstharzmaterial mit einer relativ hohen Viskosität gleichmäßig im Hohlraum verteilt werden, ohne daß ein höherer Einspritzdruck verwendet werden muß, wie dies beim herkömmlichen Einspritzverfahren der Fall ist. Zudem kann das Kunstharzmaterial durch das eingeblasene komprimierte Gas im Gießhohlraum ausreichend stark an die Flächen der den Hohlraum definierenden Gießform gepreßt werden, um eine gewünschte Konfiguration des Rahmenelementes ohne unerwünschte Einfallstellen zu erzielen.

Fig. 1 ist eine perspektivische Teilansicht, teilweise im Schnitt, eines Kraftfahrzeugfensters gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;

Fig. 2 ist eine Querschnittansicht des Fensters;

Fig. 3 bis 6 sind Schnittansichten, die die aufeinanderfolgenden Schritte des Verfahrens zur Herstellung des Fensters gemäß der vorliegenden Erfindung zeigen;

Fig. 7 ist eine Schnitt-Teilansicht, die ein weiteres Beispiel der Gießform zeigt, die eine Gaseinblasröhre separat vom Einlauf enthält; und

Fig. 8 ist eine Schnitt-Teilansicht ähnlich zu Fig. 4 und zeigt, daß die vorliegende Erfindung dazu verwendet werden kann, Fenster herzustellen, deren Rahmen mit einem streifenähnlichen Zierelement an der Außenfläche versehen ist.

Die vorliegende Erfindung wird nun mit Bezug auf einige bevorzugte, in den beigefügten Zeichnungen gezeigte Ausführungsformen genauer beschrieben.

In den Fig. 1 und 2 ist eine Kraftfahrzeug-Windschutzscheibe gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt, die eine Fensterscheibe 1 und ein Rahmenelement 2 umfaßt, das mit der Fensterscheibe 1 entlang deren oberer und seitlicher Kanten in einer einteiligen Struktur ausgebildet ist. Die Fensterscheibe 1 besteht aus einem anorganischen Glas oder einem lichtdurchlässigen Kunstharzmaterial wie z.B. Acryl-Harz oder Polycarbonat-Harz und kann eine vorgegebene zwei- oder dreidimensionale Flächenkrümmung besitzen, wie aus Fig. 3 ersichtlich ist. Das Rahmenelement 2 wiederum besteht aus einem geeigneten thermoplastischen Kunstharzmaterial, das Allzweckharze wie Polyvinylchlorid-Harz, Polyethylen- Harz, Polystyrol-Harz und ABS-Harz sowie sogenannte technische Kunststoffmaterialien wie Polyamid-Harz oder modifiziertes PPO-Harz umfaßt. Das Rahmenelement 2 ist von einheitlicher Struktur und umfaßt einen ersten und einen zweiten Lippenabschnitt 2a, 2b, einen Brückenabschnitt 2c und einen Stegabschnitt 2d. Der erste Lippenabschnitt 2a ist so beschaffen, daß er mit einer vogegebenen Stelle einer Kraftfahrzeug-Karosseriebeplankung (nicht gezeigt) in Eingriff gelangen kann. Der zweite Lippenabschnitt 2b und der Stegabschnitt 2d sind an den äußeren beziehungsweise hinteren Flächen der Fensterscheibe 1 voneinander beabstandet und liegen einander gegenüber und sind durch den Brückenabschnitt 2c miteinander verbunden. Somit bilden der Lippenabschnitt 2b, der Brückenabschnitt 2c und der Stegabschnitt 2d einen im wesentlichen U-förmigen Querschnittsbereich des Rahmenelementes 2. Der Brückenabschnitt 2c wird gemäß der vorliegenden Erfindung mit einem in Längsrichtung ununterbrochenen, hohlen Innenraum 3 hergestellt.

Mit der obigen Struktur des Fensters gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt das Rahmenelement einen Brückenbereich 2c mit einem in Längsrichtung ununterbrochenen hohlen Innenraum 3, wodurch es die aus der thermischen Schrumpfung des Rahmenelementes 2 nach seiner Herstellung resultierenden Druckkräfte aufgrund der Verformbarkeit des hohlen Innenraumes 3 entsprechend kompensieren kann; damit kann die Fensterscheibe 1 einfach vor Schäden oder Verformung geschützt werden.

Das Fenster der obigen Struktur kann durch ein Verfahren gemäß der der vorliegenden Erfindung hergestellt werden, das die Schritte umfaßt, die hier besonders beschrieben werden sollen.

Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung beginnt mit der Vorbereitung einer Fensterscheibe 1, die die Ober- und Seitenkanten 1a, 1b, 1c umfaßt, welche mit dem Rahmenelement 2 gebildet werden sollen. Das Verfahren benützt ebenfalls eine Gießform mit einer Hohlraumplatte 10 und einer Kernplatte 11, die so aneinander angepaßt sind, daß sie einen Hohlraum 12 mit einer Konfiguration bilden, die im wesentlichen dem zu bildenden Rahmenelement 2 entspricht. Um das thermoplastische Kunstharzmaterial in den Hohlraum 12 in der Gießform zu bringen, ist der Hohlraum 12 vorzugsweise mit einer Mehrzahl von Einläufen 13a, 13b, 13c ausgestattet, die jeweils den Ober- und Seitenkanten 1a, 1b, 1c der Fensterscheibe zugeordnet sind. Wenn andererseits nur eine Kante der Fensterscheibe 1 mit dem Rahmenelement 2 versehen werden soll, kann die Anbringung eines einzigen Einlaufes im Hohlraum 12 ausreichen, um das Einbringen einer erforderlichen Menge thermoplastischen Kunstharzmaterials in den Hohlraum 12 zu ermöglichen. Die Einläufe 13a, 13b, 13c sind an den Bereichen der Gießform angeordnet, die dem Brückenabschnitt 2c des Rahmenelementes 2 entsprechen.

Auf die Fensterscheibe 1 werden entlang den Kanten 1a, 1b, 1c, die mit dem Rahmenelement 2 versehen werden sollen, sowohl an äußeren als auch an hinteren Flächenbereichen Schichten aus Haftmaterial aufgebracht, woraufhin die Fensterscheibe 1 auf der Hohlraumplatte 10 angeordnet wird, wobei die konkave Rückseite vorzugsweise, wie in Fig. 3 gezeigt, vertikal nach oben zeigt, um das Anordnen der Fensterscheibe 1 zu vereinfachen. Danach werden die Hohlraumplatte 10 und die Kernplatte 11 eng miteinander verbunden, wobei die Fensterscheibe 1 zwischen die zwei Platten 10, 11 eingeklemmt ist und die Kanten 1a, 1b, 1c in den Hohlraum 12 vorstehen.

Im nächsten Schritt, der besonders in den Fig. 4-6 gezeigt ist, wird durch die Einläufe 13a, 13b, 13c eine vorgegebene Menge geschmolzenen thermoplastischen Kunstharzmaterials 2', in den Hohlraum 12 der Gießform eingespritzt. Die Gesamtmenge des einzuspritzenden Kunstharzmaterials 2' ist kleiner als das Volumen des Hohlraumes 12 und beträgt vorzugsweise ungefähr 80 - 90% des Hohlraumvolumens. Das in den Hohlraum 12 eingespritzte Kunstharzmaterial 2' beginnt entlang der Kanten 1a, 1b, 1c der Fensterscheibe 1 auf beiden Seiten jedes Einlaufes 13a, 13b, 13c zu fließen.

Nach dem Einspritzen des Kunstharzmaterials 2' in den Hohlraum 12 oder je nachdem gleichzeitig wird komprimiertes Gas, das Stickstoff oder ein anderes Inertgas oder Luft sein kann, mit einem Druck in der Größenordnung von mehreren 10 kg/cm² von den Einläufen 13a, 13b, 13c in das Kunstharzmaterial 2' eingeblasen, vorzugsweise unter Verwendung der Einblasdüsen einer Einblasmaschine (nicht gezeigt). Wie in den Fig. 5 und 6 gezeigt, dient das komprimierte Gas dazu, eine gleichmäßige Verteilung des Kunstharzmaterials 2' innerhalb des gesamten Hohlraumes 12 zu erzielen, während gleichzeitig das Kunstharzmaterial 2' gegen die Innenflächen des Hohlraumes 12 gepreßt wird, wodurch der hohle Innenraum 3 in Kunstharzmaterial 2' gebildet wird. Hierbei werden sogenannte Schweißnähte durch Mischen und Verschmelzen zweier Strömungen von Kunstharzmaterial 2' von benachbarten Einläufen 13a, 13b, 13c in den Eckbereichen der Fensterscheibe 1 zwischen der oberen Kante 1a und den Seitenkanten 1b, 1c gebildet. Der Druck des komprimierten Gases wird bis zum Ende der Abkühlung und Verfestigung des Kunstharzmaterial 2' im Hohlraum 12 aufrechterhalten, woraufhin die Hohlraumplatte 10 und die Kernplatte 11 voneinander getrennt werden, um aus dem Hohlraum 12 die Fensterscheibe 1 mit dem einteilig ausgebildeten Rahmenelement 2, welches einen in Längsrichtung ununterbrochenen hohlen Innenraum 3 besitzt, zu entnehmen.

Im obenerwähnten Verfahren gemäß der voliegenden Erfindung wird das thermoplastische Kunstharzmaterial 2' mit dem Druck des komprimierten Gases in der Größenordnung von mehreren 10 kg/cm² beaufschlagt, d.h. mit einem Druckpegel, der beträchtlich tiefer liegt als ein Druck in der Größenordnung von mehreren 100 kg/cm² zum Einspritzen von Kunstharzmaterial in einem Gleßhohlraum in einem herkömmlichen Druckgußverfahren. Der niedrige Druck des Kunstharzmaterials 2' schützt die Fensterscheibe 1 wirksam vor Schäden und verhindert die Bildung von Graten oder Abquetschrändern aufgrund eines Entweichens des Kunstharzmaterials 2' entlang der Grenzfläche der Hohlraumplatte 10 und der Kernplatte 11. Außerdem kann die Gießform in einer billigeren und unkomplizierteren Struktur ausgeführt werden, da sie keinem höheren Innendruck standhalten muß.

Ferner ist das Einblasen des komprimierten Gases in das Kunstharzmaterial 2' besonders von Vorteil, da nicht nur die Bildung von unerwünschten Einfallstellen vermieden, sondern auch das Kunstharzmaterial 2' durch das komprimierte Gas effizient auch von innen in relativ kurzer Zeit gekühlt werden kann, wodurch die Harstellungsproduktivität beträchtlich verbessert wird.

Um eine zufriedenstellende Verteilung des Kunstharzmaterials 2' gleichmäßig im gesamten Hohlraum 12 innerhalb der Gießform zu erzielen, ist der Hohlraum vorzugsweise so konstruiert, daß das komprimierte Gas den hohlen Innenraum 3 mit einem äquivalenten Querschnittsdurchmesser von 3,5 mm oder mehr bildet. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn ein Kunstharzmaterial mit einem relativ kleinen Schmelzindex und damit einer relativ hohen Viskosität verwendet wird.

In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung, wie sie in Fig. 7 gezeigt ist, wird das komprimierte Gas in ein Kunstharzmaterial 2' innerhalb des Hohlraumes 12 unter Verwendung von wenigstens einem Einblasrohr 14 eingeblasen, das in der Kernplatte 11 vor- und zurückbewegt werden kann. Das Einblasrohr 14 kann in das Kunstharzmaterial 2' hineinbewegt werden, nachdem letzteres eingespritzt wurde.

Die vorliegende Erfindung kann auch auf ein Fenster angewendet werden, dessen Rahmenelement 2 an seiner Außenfläche mit einem Zierelement 4 versehen ist. Das Zierelement 4 kann aus einem Metallstreifen bestehen, der auf der Hohlraumplatte 10 angeordnet ist, wenn die Fensterscheibe 1 in die Gießform gelegt wird, wie in Fig. 8 gezeigt ist. In diesem Fall wird das Zierelement 4 keinem hohen Einspritzdruck ausgesetzt, so daß es leicht mit einfachen Mitteln, z.B. einer Vakuum-Saugvorrichtung, in der richtigen Position gehalten werden kann, ohne daß es hiervon verschoben wird. Das einem niedrigen Druck ausgesetzte Zierelement 4 kann wirksam vor Verformung und Beschädigung geschützt werden.

Aus der obigen Beschreibung ist leicht ersichtlich, daß das Fenster gemäß der vorliegenden Erfindung ein einteilig ausgeführtes Rahmenelement mit einem in Längsrichtung ununterbrochenen hohlen Innenraum umfaßt, welcher zum Schutz der Fensterscheibe vor Beschädigung dient, während er gleichzeitig die Bildung von Einfallstellen an der Außenfläche des Rahmenelementes verhindert. Außerdem stellt das Verfahren zur Herstellung des Fensters gemäß der vorliegenden Erfindung sicher, daß sogar ein Kunstharzmaterial mit einer relativ hohen Viskosität gleichmäßig im Hohlraum verteilt werden kann, ohne daß ein höherer Einspritzdruck verwendet werden muß, und daß das Kunstharzmaterial im Gießformhohlraum durch das komprimierte Gas in ausreichendem Maße an die den Hohlraum definierenden Flächen der Gießform gepreßt wird, um eine erwünschte Konfiguration des Rahmenelementes ohne unerwünschte Einfallstellen zu erzielen.


Anspruch[de]

Ein Fenster für ein Kraftfahrzeug oder dergleichen, mit einer Fensterscheibe (1) und einem Rahmenelement (2), wobei das Rahmenelement (2) ein thermoplastisches Kunstharzmaterial enthält, das mit der Fensterscheibe (1) zu einer einteiligen Struktur ausgebildet ist, indem es wenigstens entlang einer Kante derselben gegossen wird, wobei das Rahmenelement (2) einen im wesentlichen U-förmigen Querschnittsbereich mit Lippen- und Stegabschnitten (2b, 2d), die an den äußeren beziehungsweise hinteren Flächen der Fensterscheibe (1) voneinander beabstandet sind und einander gegenüberliegen, sowie einen Brückenabschnitt (2c) aufweist, der die Lippen- und Stegabschnitte (2b, 2d) miteinander verbindet, dadurch gekennzeichnet, daß das Rahmenelement (2) einen in Längsrichtung ununterbrochenen, hohlen Innenraum (3) besitzt.

2. Das Fenster gemäß Anspruch 1, bei dem das thermoplastische Kunstharzmaterial des Rahmenelementes (2) ein Polyvinylchlorid-Harz, ein Polyethylen-Harz, ein Polystyrol-Harz, ein ABS-Harz, ein Polyamid-Harz oder ein modifiziertes PPO-Harz ist.

3. Das Fenster gemäß Anspruch 1 oder 2, bei dem die Fensterscheibe (1) eine vorgegebene Flächenkrümmung besitzt.

4. Das Fenster gemäß Anspruch 1, 2 oder 3, bei dem die Fensterscheibe eine Glasscheibe umfaßt.

5. Das Fenster gemäß Anspruch 1, 2 oder 3, bei dem die Fensterscheibe (1) ein lichtdurchlässiges Kunstharzmaterial umfaßt.

6. Ein Fenster gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem sich der in Längsrichtung ununterbrochene, hohle Innenraum (3) im Brückenabschnitt (2c) befindet.

7. Ein Fenster gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem drei in Längsrichtung ununterbrochene, hohle Innenräume (3) vorhanden sind.

8. Ein Verfahren zur Herstellung eines Fensters für ein Kraftfahrzeug oder dergleichen, wobei das Fenster gemäß einem der Ansprüche 1 und 7 beschaffen ist, wobei das Verfahren die Schritte umfaßt:

Vorbereiten einer Gießform (10, 11) mit Oberflächen, die einen Hohlraum (12) mit einem vorgegebenen Volumen definieren, wobei der Hohlraum (12) eine Konfiguration besitzt, die dem Rahmenelement (2) entspricht;

Anordnen wenigsten einer Kante der Fensterscheibe (1) im Gießhohlraum (12);

Einspritzen einer vorgegebenen Menge eines thermoplastischen Kunstharzmaterials im geschmolzenen Zustand in den Gießhohlraum (12) und Anordnen des Kunstharzmaterials unter Abkühlung und Verfestigung im Gießhohlraum (12), wodurch das Rahmenelement (2) gebildet wird, das mit der Fensterscheibe (1) einteilig ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgegebene Menge des thermoplastischen Kunstharzmaterials kleiner als das Volumen des Hohlraums (12) ist;

und durch den Schritt des Einblasens eines komprimierten Gases in das thermoplastische Kunstharzmaterial im Hohlraum (12) vor der Verfestigung des thermoplastischen Kunstharzmaterials, um das Kunstharzmaterial gegen die Flächen der den Hohlraum (12) definierenden Gießform (10, 11) zu pressen, wobei

das Rahmenelement (2) einen in ängsrichtung ununterbrochenen, hohlen Innenraum (3) besitzt.

9. Das Verfahren gemäß Anspruch 8, bei dem die Menge des thermoplastischen Kunstharzmaterials, das in den Gießhohlraum (12) eingespritzt wird, ungefähr 80-90% des Volumens desselben ausmacht.

10. Das Verfahren gemäß Anspruch 8 oder 9, bei dem das Einblasen des komprimierten Gases in das thermoplastische Kunstharzmaterial gleichzeitig zum Einspritzen des Kunstharzmaterials in den Gießhohlraum (12) ausgeführt wird.

11. Das Verfahren gemäß Anspruch 8 oder 9, bei dem das Einblasen des komprimierten Gases in das thermoplastische Kunstharzmaterial nach dem Einspritzen des Kunstharzmaterials in den Gießhohlraum (12) ausgeführt wird.

12. Das Verfahren gemäß Anspruch 8, 9, 10 oder 11, bei dem das komprimierte Gas in das thermoplastische Kunstharzmaterial unter einem Druck in der Größenordnung von mehreren 10 kg/cm² eingeblasen wird.

13. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 8 bis 12, bei dem der Druck des komprimierten Gases bis zum Ende der Abkühlung und der Verfestigung des thermoplastischen Kunstharzmaterials im Gießhohlraum (12) aufrechterhalten wird.







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