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Dokumentenidentifikation DE3887673T2 19.05.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0323007
Titel Verfahren zur Herstellung einer elektrochromen Schicht und elektrochrome Vorrichtung.
Anmelder Ford-Werke AG, 50735 Köln, DE
Erfinder Demiryont, Hulya, Dearborn Michigan 48126, US
Vertreter Ritzkowsky, H., Dipl.-Ing., 50769 Köln
DE-Aktenzeichen 3887673
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 06.10.1988
EP-Aktenzeichen 883093106
EP-Offenlegungsdatum 05.07.1989
EP date of grant 02.02.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1994
IPC-Hauptklasse G02F 1/15

Beschreibung[de]

Diese Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung elektrochromer Schichten und eines neuen elektrochromen Gerätes.

Die Elektrochromie ist eine Färbungserscheinung, welche an manchen Materialien beabachtet werden kann, wenn diese in die Nähe eines elektrischen Feldes gebracht werden. Solche Materialien sind normalerweise farblos wenn kein elektrisches Feld vorhanden ist, wechseln jedoch in einen farbigen Zustand über, wenn sie mit einem elektrischen Feld umgeben werden.

Solch ein Material, das reversible Farbveränderungen aufweist, ist als elektrochromes Material (ECM) bekannt. Diese von einem elektrischen Feld abhängige Übergangserscheinung von einem farblosen Zustand in einen farbigen Zustand wird optisches Umschalten genannt. Wenn eine dünne Schicht eines solchen ECM auf eine Glasunterlage angebracht wird, so ist die ganze Vorrichtung als umschaltbares Fenster bekannt. Wird kein elektrisches Feld auf dem ECM angelegt, so ist dieses farblos und durchsichtig, so daß man durch das Fenster durchsehen kann. Wenn allerdings ein elektrisches Feld auf dem ECM angelegt wird, verfärbt dieses sich und reduziert dabei die Lichtmenge, die durch das Fenster durchgelassen wird. Die Reduktion der Lichtdurchlässigkeit kann teilweise oder ganz sein, wobei die Lichtmenge, die durch das Fenster scheint, entweder vermindert, oder ganz eliminiert wird.

Bestimmte Übergangs-Metalloxide sind dafür bekannt, daß sie elektrochrom sind. Materialien wie zum Beispiel Wolframoxid, Molybdänoxid und Vanadiumoxid, sind als elektrochrome Materialien bekannt.

Elektrochrome Materialien können in zwei Kategorien eingeteilt werden, die von der Funktionsweise des ECM abhängen. Das ECM kann entweder ein kathodisches ECM sein, oder ein anodisches ECM. Die Funktion dieser beiden ECM-Typen läßt sich anhand der Figuren 1 und 2 nachvollziehen.

Figur 1 ist eine schematische Darstellung eines kathodischen ECM. Tn dem kathodischen Fall wird ein elektrochromes Material des kathodischen Typs physikalisch neben einer Kathode positioniert, die, beispielsweise, auf einem Glassubstrat angebracht wurde. Ein schnelles Ionen-leitendes Material, welches positiv geladene Lichtionen, wie zum Beispiel Lithiumionen, produziert, wird zwischen dem elektrochromen Material und einer Anode plaziert, die ebenfalls auf einem Glassubstrat angebracht werden kann.

In dem kathodischen Fall erfährt das elektrochrome Naterial eine Reduktion oder eine Zunahme von Elektronen, wenn ein elektrisches Feld daran angeiegt wird. Das Anlegen des elektrischen Feldes wird von der Vielzahl von Plus-Zeichen, die auf der Anode erscheinen, und der Vielzahl von Negativ-Zeichen, die auf der Kathode erscheinen, bestimmt. Als Ergebnis des Anlegens eines elektrischen Feldes mit der entsprechenden Stärke und dem entsprechenden Zeichen zwischen Anode und Kathode, werden positive Lichtionen von dem schnellen Ionenleiter in das elektrochrome Material geleitet, und Elektronen werden dem elektrochromen Material von der Kathode zugeführt.

Die positiv geladenen Lichtionen und die negativ geladenen Elektronen verbinden sich mit dem elektrochromen Material, um dieses zu reduzieren, und dabei das elektrochrome Material aus einem Grundzustand in einen reduzierten Zustand zu versetzen. In dem Grundzustand ist das elektrochrome Material farblos, doch in seinem reduzierten Zustand ist es farbig.

Wenn das elektrische Feld entfernt wird, kehrt das elektrochrome Material in seinen Grundzustand, d.h. in den farblosen Zustand, zurück. Die Zeit, die das Material benötigt, um in seinen farblosen Zustand zurückzukehren, ist von Material zu Material verschieden, und wird im allgemeinen als "Gedächtnis" des ECM bezeichnet. Manche Materialien haben ein relativ kurzes "Gedächtnis", andere haben ein längeres "Gedächtnis".

Während die Funktion des kathodischen Materials mittels Einschluß von positiven Lichtionen und negativen Elektronen in das elektrochrome Material beschrieben wurde, kann die kathodische Funktion auch mittels Extraktion negativer Lichtionen und Elektronenlücken aus dem elektrochromen Material zum schnellen Ionenleiter bzw. der Kathode vonstatten gehen

Die Funktion eines anodischen ECM ist in Figur 2 schematisch dargestellt. In diesem Fall ist das elektrochrome Material neben der Anode plaziert, und der schnelle Ionenleiter befindet sich zwischen dem elektrochromen Material und der Kathode. In der anodischen Funktionsweise findet eine Oxidation des ECM statt, d.h. die Elektrochromie findet statt, wenn das ECM Elektronen verliert. Der Elektronenverlust ist in diesem Fall mittels einer Vielzahl von Pluszeichen an der Anode und einer Vielzahl von Minuszeichen an der Kathode dargestellt.

Im Falle eines anodischen ECM bewegen sich negative Lichtionen, wie zum Beispiel Hydroxylionen, aus dem schnellen Ionenleiter in das ECM, wenn zwischen Anode und Kathode ein elektrisches Feld von angemessener Stärke und mit dem entsprechenden Zeichen angelegt wird, und die Elektronenlücken bewegen sich van der Anode in das ECM. Als Ergebnis dieser Bewegung verliert das ECM Elektronen, und wird dabei von seinem Grund- oder farblosen Zustand zu einem farbigen Zustand wegoxidiert. Das anodische Material kehrt wieder in seinen Grundzustand zurück, wenn das elektronische Feld entfernt wird. Die Dauer der Rückkehr in den farblosen Zustand hängt wiederum vom "Gedächtnis" des ECM ab.

Das anodische ECM kann auch mittels Extraktion positiver Lichtionen und negativer Elektronen vom ECM hin zum schnellen Ionenleiter, bzw. der Anode funktionieren. In diesem Fall wird das ECM auch in einen farbigen Zustand oxidiert.

Im allgemeinen ist, entweder beim kathodischen ECM oder beim anodischen ECM, die an dem Material beobachtete Färbung ein elektrochromes Phänomen, welches durch das Anlegen eines elektrischen Feldes an das ECM hervorgerufen wird, um dieses aus einem Grundzustand in einen Nicht-Grundzustand zu bewegen. Durch Anlegen eines Feldes, welches die notwendige Stärke und Richtung hat, um eine Aktivierung des ECM hervorzurufen, findet innerhalb der gesamten elektrochromen Vorrichtung eine Polarisation statt. Bei einer solchen Polarisation kommt es zu einer Loslösung von Ionen in dem schnellen Ionenleiter, wobei Lichtionen mit der erforderlichen Ladung freigesetzt werden. Diese Lichtionen bewegen sich aufgrund des elektrischen Feldes in das ECM. Sobald sie im ECM angelangt sind, verbinden sie sich mit den Molekülen des ECM.

Wie vorstehend beschrieben, findet eine Oxidation oder Reduktion des ECM statt, die von der Ladung des sich bindenden Ions und dem damit verbundenen Elektron oder der Elektronenlücke abhängt. Diese ECM-Materialien sind normalerweise Materialien in einem polyvalenten Zustand, die unterschiedliche optische Absorptions - oder Dispersionsspektren, entsprechend den verschiedenen Oxidationszuständen, aufweisen. Die verschiedenen Oxidations- und Reduktionszustände dieser ECMs sind bei angemessenen Bedingungen des elektrischen Feldes alle stabil.

In dem Grund-ECM erreichen die Metall-Valenzstufen im allgemeinen ihr Maximum, wobei solche Metalloxide in ihrem Grundzustand die niedrigste optische Absorption aufweisen. Sie sind in solch einem Zustand im allgemeinen gute Isolatoren mit hohen Energielücken, und sind optisch transparent und farblos. Andererseits weisen sauerstoffarme Oxide sowie reduzierte Oxide, die als Ergebnis des Anlegens eines elektrischen Feldes entstehen, eine höhere optische Absorption auf als Grundoxide. Sauerstoffarme ECMs weisen eine selektive Absorption auf, wenn sie sich in einem ihrer anderen Oxidationsstadien befinden. Verschiedene ECMs weisen verschiedene Farben auf, die von dem spektralen Standort der selektiven Absorptionsbande des jeweiligen sauerstoffarmen Metalloxids abhängen.

Die bisherige Erklärung kathodischer und anodischer ECMs ist meine beste Erklärung. Es ist möglich, meine Theorie auf elektrochrome Gleichungen zu reduzieren, in denen ein Grund-ECM, welches als kathodisches Material fungiert, eine Reduktion mittels Einschließung positiver Lichtionen und negativer Elektronen in das ECM oder mittels Extraktion negativer Lichtionen und Elektronenlücken zum schnellen Ionenleiter, bzw. der Kathode erfährt, um das kathodische ECM in seinen farbigen Zustand zu reduzieren.

In ähnlicher Weise könnte auch eine elektrochrome Gleichung für ein ähnliches anodisches ECM aufgestellt werden. In diesem Fall reicht der Einschluß negativer Lichtionen und Elektronenlücken in das ECM oder die Extraktion positiver Lichtionen und negativer Elektronen zum schnellen Ionenleiter, bzw. der Anode, aus, um das anodische Material in einen farbigen Zustand zu oxidieren.

Das am 3. November 1981 veröffentlichte US-Patent 4.298.448 über eine "Elektrophoretische Darstellung". Dieses Patent erläutert eine elektrophoretische Darstellung, einschließlich einer Zelle mit zwei mit Abstand zueinander angeordneten Platten, welche zumindest regional mit Elektroden versehen ist. Mindestens eine der Platten und eine dazugehörige Elektrode, die einem Beobachter gegenüberliegt, sind transparent. Die Zelle beinhaltet eine Suspension, welche aus einer trägen dielektrischen Flüssigphase und einer dispergierten Festphase, die zumindest teilweise optisch unterscheidbare elektrophoretische Partikel sind, besteht. Die einzelnen elektrophoretischen Partikel haben alle praktisch die gleiche Dichte wie die Flüssigphase. Zumindest einige der elektrophoretischen Partikel sind mit einer Schicht organischen Materials versehen, die bei Betriebstemperatur der Zelle fest ist, bei höheren Temperaturen jedoch schmilzt. Die Beschichtung beinhaltet mindestens ein Ladungskontrollmittel, vorzugsweise ein Salz eines zwei- oder höherwertigen Metalls und einer organischen Säure, welches den Partikeln eine genau definierte, gleichmäßige oberflächenladung und ein genau definiertes, gleichmäßiges Oberflächenpotential erteilt. Im wesentlichen erläutert dieses Patent eine elektrophoretische Darstellungsvorrichtung, deren Herstellung sehr schwierig ist.

Das US-Patent 4.652.090, veröffentlicht am 24. März 1987, über eine "Dispergierte komplementäre elektrochrome Vorrichtung auf Iridium-Basis". Dieses Patent erläutert eine elektrochrome Vorrichtung, welche eine Elektrodenschicht, eine kathodisch färbende elektrochrome Schicht, wenn notwendig, eine Ionen-leitende Schicht, eine reversibel oxidierbare Schicht und eine andere Elektrodenschicht umfaßt. Zumindest eine der Elektrodenschichten ist transparent. Zumindest eine der kathodisch färbenden elektrochromen Schichten, der Ionen-leitenden Schichten und der reversibel oxidierbaren Schichten ist so eingerichtet, daß sie Protonen beinhaltet, oder eine Protonenquelle zur Emission von Protonen bei Anlegen von elektrischer Spannung umfaßt. Die reversibel oxidierbare Schicht beinhaltet eine transparente Dispersionsschicht, die mittels Vakuum- Dünnfilmbildungungstechniken eines Dickfilmprozesses hergestellt wird, und welche ein Metalliridium, Iridiumoxid, oder Iridiumhydroxid-Dispersum und ein transparentes, festes Dispersionsmittel beinhaltet. Die reversibel oxidierbare Schicht und die andere Elektrode werden abwechselnd durch eine einzige transparente, leitende Dispersionsmaterialschicht ersetzt, die mittels Vakuum-Dünnfilmbildungstechniken von Dickfilmbildungstechniken des Dickfilmprozesses hergestellt ist und ein Metalliridium, Iridiumoxid oder ein Iridiumhydroxid-Dispersum und ein transparentes, festes Dispersionsmittel beinhaltet.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird eine elektrochrome Vorrichtung erstellt, die eine erste Elektrode, eine zweite Elektrode und eine elektrochrome Schicht zwischen genannten ersten und zweiten Elektroden umfaßt, welche Schicht ein Schüttgut auf anorganischer Basis beinhaltet, welches die elektrochromen Partikel und die Ionen-produzierenden Partikel in festgelegten, doch im allgemeinen darin verteilte Positionen trägt, wobei das genannte Schüttmaterial eine Ionenmigration zuläßt, die bei Wechsel der Spannung zwischen den er sten und zweiten Elektroden durch die genannten Ionenproduzierenden Partikel zu und weg von den genannten elektrochromen Partikeln produziert wird, wobei das genannte Schüttmaterial auch das Passieren von Elektronen durch dieses hindurch verhindert, wenn zwischen der genannten ersten Elektrode und der genannten zweiten Elektrode eine elektrische Spannung angelegt wird, wobei ein elektrisches Feld zwischen den genannten ersten und zweiten Elektroden aufgebaut wird, welches eine Ionenmigration herbeiführt.

Ferner wird gemäß vorliegender Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer elektrochromen Schicht für eine elektrochrome Vorrichtung erstellt, welche die Schritte des Mischens eines anorganischen Schüttmaterials, welches die Migration von Ionen durch dieses zuläßt, das Passieren von Elektronen durch dieses hindurch jedoch verhindert, mit elektrochromen Partikeln und Ionen-produzierenden Partikeln, und des Anbringens der genannten Mischung auf eine Elektrode in einem Vakuum von ca. 10&supmin;&sup4; Torr mittels Thermoverdampfung, wobei die genanne Mischung und die genannnte Elektrode in einem Abstand von ungefähr 10 cm voneinander angeordnet sind, umfaßt.

Ein Vorteil dieser Erfindung besteht darin, daß eine neue elektrochrome Vorrichtung erstellt wird, in der sowohl die elektrochromen Partikel, als auch die Ionen-produzierenden Partikel in der gleichen Matrix getragen werden.

Gemäß den Einzelheiten der bevorzugten Ausführungen dieser Erfindung, sind eine oder beide der Elektroden transparente Elektroden. Vorzugsweise beinhaltet das Schüttmaterial auf anorganischer Basis Aluminiumoxid oder Tantaloxid oder Siliziumoxid, oder eine Mischung aus zwei oder mehreren dieser Bestandteile. Die elektrochromen Partikel können anodische elektrochrome Partikel oder kathodische elektrochrome Partikel, sowie Mischungen der beiden elektrochromen Partikeltypen sein. Vorzugsweise sind alle anodischen oder kathodischen elektrochromen Partikel gleich.

Die Erfindung wird nun anhand von Beispielen näher beschrieben, wobei Bezug genommen wird auf die Begleitzeichnungen, worin:

Figuren 1 und 2, wie vorstehend besprochen, schematische Darstellungen der Funktion einer kathodischen elektrochromen Vorrichtung, bzw. einer anodischen elektrochromen Vorrichtung sind;

Figur 3 eine schematische Darstellung eines Betriebsmodus einer elektrochromen Vorrichtung gemäß dieser Erfindung ist;

Figuren 4 und 5 vergrößerte schematische Darstellungen eines in der elektrochromen Vorrichtung gemäß Figur 3 verwendeten Matrixmaterials ist, wobei in Figur 4 das Matrixmaterial ohne darauf angelegtem elektrischen Feld, und in Figur 5 das Matrixmaterial mit darauf angelegtem elektrischen Feld dargestellt wird;

Figuren 3 bis 5 schematische Darstellungen der elektrochromen Vorrichtung dieser Erfindung sind. Figur 4 ist eine Darstellung des Matrixmaterials ohne elektrisches Feld, und Figur 5 ist eine Darstellung des Matrixmaterials mit elektrischem Feld. Die elektrochrome Vorrichtung kann so hergestellt sein, daß sie - je nach Wunsch - über anodische elektrochrome Eigenschaften, kathodische elektrochrome Eigenschaften, oder uber beide verfügt.

Es wird nun Bezug genommen auf Figur 3. In dieser bevorzugten Ausführung wird ein anodisches ECM erläutert. Eine erste Glastafel ist mit einer Anode darauf versehen und eine zweite Glastafel ist mit einer Kathode darauf versehen. Gemäß der bevorzugten Ausführung dieser Erfindung, sind die Glastafeln in beiden Fällen 0,3 cm (1/8 Inch) dick, und die Elektroden haben eine Dicke von ca. 2000 Angström. Gemäß den Erläuterungen der bevorzugten Ausführung, sind Anode und Kathode aus mit Fluor dotiertem Zinnoxid geformt. Wie dem Fachmann bekannt ist, kann solch eine Beschichtung mittels eines Pyrolyseprozesses auf einer Glastafel angebracht werden. Es ist natürlich offensichtlich, daß andere Elektrodenmaterialien verwendet werden können, und auch die Glastafel durch andere Materialien ersetzt werden kann, wie zum Beispiel durch Quartz, Kunststoff, usw. Im allgemeinen sollte einer der Elektrodenträger - oder beide - transparent sein, so daß die im elektrochromen Material entwickelten Farben sichtbar werden.

Wie in Figur 3 dargestellt, ist bei der bevorzugten Ausführung ein Matrixmaterial vorhanden, das in sich sowohl fein verteiltes Ionen-produzierendes Material, als auch fein verteiltes elektrochromes Material zwischen Kathode und Anode trägt. Ein Beispiel für die Herstellung eines Matrixmaterials, welches in sich sowohl fein verteiltes ionenproduzierendes Material, wie auch fein verteiltes elektrochromes Material trägt, wird nachfolgend erläutert.

Beispiel

Das Matrixmaterial wurde mittels Mischung auf einer Volumengrundlage von 1% LiCl, dem Ionen-produzierenden Material, 60% Al&sub2;O&sub3;, dem Schüttmaterial auf anorganischer Basis, und 39% WO&sub3;, dem elektrochromen Material, hergestellt. Diese Mischung wurde in ein Tantalschiffchen übertragen, welches eine halbe Stunde auf eine Temperatur unterhalb der Verdampfungstemperatur der Mischung erhitzt wurde, um sicherzustellen, daß die Bestandteile der Mischung in ihrem Grundzustand sind. Die Temperatur der Mischung wurde dann auf ihre Verdampfungstemperatur erhitzt, und die Thermoverdampfung wurde bei einem Vakuumdruck von ca. 10&supmin;&sup4; Torr vorgenommen. Die Mischung wurde ca. 10 cm von der zu beschichtenden Elektrode plaziert.

Auf diese Weise wurde das Schüttmaterial auf anorganischer Basis, welches elektrochrome Partikel und Ionenproduzierende Partikel in festgelegten, doch im allgemeinen darin verteilten Positionen, trägt, auf der Elektrode angebracht. Nach dieser Herstellung wurde eine zweite Elektrode auf dem ausgesetzten Schüttmaterial auf anorganischer Basis angebracht, um eine elektrochrome Vorrichtung zu bilden.

Wie vorstehend beschrieben, war das fein verteilte elektrochrome Material, das der Mischung zugegeben wurde, WO&sub3;. Die der Mischung zugegebene Menge WO&sub3; ist die Menge WO&sub3;, die notwendig wäre, um auf einer der Elektroden eine Schicht mit einer Dicke von 4000 Aº zu bilden. Ein Bereich von WO&sub3;-Zusätzen würde genügend WO&sub3; ergeben, um eine Schicht mit einer Dicke im Bereich von 3000 Aº bis 5000 Aº zu bilden. Das elektrochrome WO&sub3; ist ein kathodisches elektrochromes Material.

Das Schütt-Matrixmaterial, welches hierin das fein verteilte Ionen-produzierende Material und das fein verteilte elektrochrome Material in festgelegten, jedoch im allgemeinen verteilten Positionen trägt, wird dann, wie in Figur 3 dargestellt, zwischen die beiden Elektroden plaziert. Die Dicke des Matrixmaterials hängt vom Typ des verwendeten Materials und dem Typ des diesem hinzugefügten Materials ab. In dem bevorzugten Fall hat die Matrix eine Dicke von ca. 6000 Aº. Da WO&sub3; ein kathodisches Material ist, entsteht in der elektrochromen Vorrichtung eine blaue Farbe, wenn eine Negativspannung von fünf Volt zwischen Anode und Kathode angelegt wird.

Die Entstehung der blauen Farbe kann mittels Figuren 4 und 5 erklärt werden. Figur 4 ist eine schematische Darstellung der Matrix, welche das fein verteilte Ionen-produzierende Material und das fein verteilte elektrochrome Material beinhaltet, in einem Zustand, in dem keine elektrische Spannung auf Anode und Kathode der elektrochromen Vorrichtung aus Figur 3 angelegt ist. In diesem Fall sind die elektrochromen Partikel nicht geladen und die Ionen - die positiven und die negativen - sind willkürlich positioniert.

Wenn an die vorstehend beschriebene elektrochrome Vorrichtung elektrische Spannung gelegt wird, darin haben die elektrochromen Partikel eine Ladung (Polarisationserscheinung), welche in Figur 5 durch die mit Plus - und Minuszeichen versehenen Partikel dargestellt ist. Wenn es zu dieser Ladung kommt, werden die aufgrund des Anlegens des Feldes schwebenden positiven Lichtionen zum negativen Ende der elektrochrornen Partikel gezogen, und die negativen Lichtionen werden zum positiven Ende der elektrochromen Partikel gezogen. Dies Geschehen führt zu einer Reduktion des elektrochromen WO&sub3; und bewirkt das Entstehen der blauen Farbe.

Gemäß den Erläuterungen dieser Erfindung können verschiedene Materialien zur Bildung des anorganischen Schüttmaterials verwendet werden. Es können zum Beispiel Aluminiumoxid oder Tantaloxid, oder Siliziumoxid, oder andere bekannte feste Ionenleiter, oder eine Mischung aus zwei oder mehreren dieser Bestandteile verwendet werden. Die elektrochromen Partikel können aus jedem geeigneten elektrochromen Material oder Mischungen aus diesen Materialien hergestellt werden. Die Ionen-produzierenden Partikel können aus jedem geeigneten elektrochromen Material ausgewählt werden, das die erwünschten Ionen produziert. Außer der dargestellten Thermoverdampfungstechnik können auch andere Aufbringungstechniken verwendet werden, um die elektrochromen Matrixschichten zu bilden. Es können zum Beispiel Techniken wie Sputtern, Sprayen, Sol-Gel, CVD-Verfahren oder andere bekannte Techniken zur Bildung der elektrochromen Matrix-Materialien verwendet werden.

Während das vorstehende Beispiel die Anwendung in der Matrix eingebetteter kathodischer elektrochromer Partikel aufzeigt, ist es möglich sowohl kathodische, als auch anodische Partikel gleichzeitig in der Matrix einzubetten. Wenn dies getan ist, ist es vorzuziehen, daß beide Partikeltypen ungefähr die gleichen Umschaltzeiten von ihren farblosen zu ihren farbigen Zuständen haben. Wenn nur anodische oder kathodische Partikel benutzt werden sollen, können die Partikel aus verschiedenen Typen anodischer oder kathodischer Typen gemischt werden. Es ist wiederum vorzuziehen, daß die verschiedenen Partikeltypen ungefähr die gleichen Umschaltzeiten von ihrem farblosen zu ihrem farbigen Zustand haben.


Anspruch[de]

1. Elektrochrome Vorrichtung einschließlich einer ersten Elektrode, einer zweiten Elektrode und einer elektrochromen Schicht zwischen genannter ersten und zweiten Elektrode, wobei die genannte Schicht ein Schüttmaterial auf anorganischer Basis umfaßt, welches elektrochrome Partikel und Ionen-produzierende Artikel in darin enthaltenen festgelegten, jedoch im allgemeinen verteilten Positionen trägt, wobei genanntes Schüttmaterial die Migration von Ionen, die durch die genannten Ionen-produzierenden Partikel hin und her zwischen den genannten elektrochromen Partikeln bei Wechsel der elektrischen Spannung zwischen genannter ersten und zweiten Elektrode produziert werden, zuläßt, wobei genanntes Schüttmaterial auch das Passieren von Elektronen durch dieses hindurch bei anlegen einer elektrischen Spannung zwischen genannter ersten Elektrode und genannter zweiten Elektrode verhindert, wobei ein elektrisches Feld zwischen genannter ersten und zweiten Elektrode aufgebaut wird, welches die Migration der genannten Ionen bewirkt.

2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, worin mindesens eine der genannten ersten und zweiten Elektroden eine transparente Elektrode ist.

3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, worin genanntes Schüttmaterial auf anorganischer Basis Aluminiumoxid, Tantaloxid oder Siliziumoxid beinhaltet.

4. Verfahren zur Herstellung einer elektrochromen Schicht für eine elektrochrome Vorrichtung, welches die Schritte des Mischens eines anorganischen Schüttmaterials, das die Migration von Ionen durch dieses hindurch zuläßt, jedoch das Passieren von Elektronen durch dieses hindurch verhindert, umfaßt, mit elektrochromen Partikeln und Ionen-produzierenden Partikeln und Anbringen der genannten Mischung auf eine Elektrode in einem Vakuum von ungefähr 10&supmin;&sup4; Torr mittels Thermoverdampfung, wobei die genannte Mischung und die genannte Elektrode in einem Abstand von ungefähr 10cm voneinander angeordnet sind.

5. Verfahren gemäß Anspruch 4, worin genanntes Schüttmaterial Aluminiumoxid, Tantaloxid oder Siliziumoxid beinhaltet.







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