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Dokumentenidentifikation DE3900627C2 09.06.1994
Titel Panzersperre
Anmelder Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Verteidigung, dieses vertreten durch den Präsidenten des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung, 56068 Koblenz, DE
Erfinder Betzing, Peter, 5013 Elsdorf, DE;
Stübig, Uwe, 5000 Köln, DE
DE-Anmeldedatum 11.01.1989
DE-Aktenzeichen 3900627
Offenlegungstag 26.07.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.06.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.06.1994
Addition 40169200
IPC-Hauptklasse F41H 11/08
IPC-Nebenklasse E01F 13/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Panzersperre zum Einbau in fest in Verkehrswegen eingebauten Fundamenten.

Die AT 146 573 zeigt eine Panzersperre, welche aus einzelnen, miteinander verbundenen Stäben gebildet ist und daher an beliebigen Stellen eines Verkehrsweges aufgestellt werden kann. Die Panzersperre stetzt sich aus zwei Gerüstrampen zusammen, wobei jede Gerüstrampe im Querschnitt ein rechtwinkeliges Dreieck darstellt und wobei die beiden Gerüstrampen mit ihren senkrechten Abschnitten einander zugewandt stehen. Ferner sind beide Gerüstrampen über behelfsmäßig mit dem Boden verankerbare Bodenstäbe miteinander verbunden und stehen somit in einem festen Abstand zueinander. Dieser Abstand ist so gewählt, daß wenn ein Panzer die ihm zugewandte Rampe überquert, er zwischen den senkrechten Abschnitten der beiden Gerüstrampen gefangen ist.

Die US-PS 27 37 740 betrifft eine Parkplatzsperre. Diese Parkplatzsperre besteht zunächst aus einer fest mit dem Boden verbundenen Bodenstrebe. An beiden Enden der Bodenstrebe ist jeweils eine Seitenstrebe angelenkt. In der Sperrstellung sind beide Seitenstreben so angeordnet, daß das untere Ende der einen Seitenstrebe senkrecht und das untere Ende der anderen Seitenstrebe schräg auf die Parkfläche auftrifft. Die Arretierung der beiden Seitenstreben in der Sperrstellung erfolgt über ein Vorhängeschloß. Zur Benutzung des Parkplatzes öffnet man das Vorhängeschloß und legt die beiden Seitenstreben flach auf den Boden, so daß man mit dem Auto über die eingeklappte Parksperre fahren kann.

Eine deutsche Zeitschrift ("Soldat und Technik", 4/1981, S. 192) beschreibt eine Panzersperre zum Einbau in fest in Verkehrswegen eingebauten und mit Deckeln versehenen Fundamenten. Bei dieser Panzersperre ist jedes Sperrelement aus einem einzelnen, ca. 3 m langen Doppel-T-Träger aus Stahl gebildet. Das hierzu vorgesehene Fundament weist senkrechte, ca. 1,5 m tiefe Schächte auf, welche durch die Deckel bündig mit der Fahrbahn verschließbar sind. Zur Verbindung eines Sperrelementes mit dem Fundament wird das durch einen Doppel-T-Träger gebildete Sperrelement in den Schacht des Fundaments geschoben, wobei sich das Sperrelement selbsttätig festklemmt.

Mit Nachteil stellt ein derartiges, durch einen Stahlträger gebildetes Sperrelement nach dem Einbau einen langen Hebelarm dar. Beim Auffahren eines Kettenfahrzeuges verbiegt sich das Sperrelement im Bereich des hierbei auftretenden maximalen Biegemoments, d. h. im Bereich unmittelbar oberhalb des Fundaments. Daher sind mindestens 2 Sperrelementreihen erforderlich, um eine ausreichende Sperrwirkung zu erzielen.

Weiterhin ist das durch einen Stahlträger gebildete Sperrelement unhandlich und schwer, so daß zum Transportieren dieses Teiles entweder ein hoher Personalaufwand oder mechanische Transportmittel erforderlich sind.

Da für die Verankerung der Sperrelemente ca. 1,5 m tiefe Schächte vorgesehen sind, bewegt man sich bei der Erstellung der Fundamente im Bereich der Versorgungsleitungen (Gas, Strom, Wasser), so daß die Fundamente hohe Kosten verursachen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Panzersperre zum Einbau in fest in Verkehrswegen eingebauten und mit Deckeln versehenen Fundamenten derart auszubilden, daß eine hohe Sperrwirkung erreicht wird, daß der Aufbau leicht zu bewerkstelligen ist, und daß man mit einfachen, kostengünstigen Fundamenten zur Verankerung auskommt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen zunächst darin, daß durch die dreieckförmige Ausbildung der Sperrelemente die beim Auffahren eines Kettenfahrzeuges auftretenden Kräfte überwiegend über die Grundkörper in die Fundamente abgeleitet werden, ohne daß die Sperrelemente stark verformt werden. Sollte wirklich ein Panzer eine Sperrelementreihe überwinden können, so wird der unter anderem durch den harten Bodenaufschlag nicht mehr fahr- oder kampffähig sein. Daher erzielt man bereits mit einer Reihe von Sperrelementen eine hohe Sperrwirkung.

Trotz der großen Stabilität der Sperrelemente können die aus einer widerstandsfähigen Leichtmetall-Legierung gefertigten Sperrelemente mit wenigen Arbeitskräften von Hand getragen werden. Die Befestigung der Sperrelemente mit den Fundamenten erfolgt mittelbar über Riegelplatten, wodurch eine einfache Montage erreicht wird.

Die Erstellung der Fundamente ist unproblematisch, da die Grundkörper, welche die Sperrelemente mittelbar über die Riegelplatten aufnehmen, flach ausgebildet sind und keine tiefgründigen Fundamente erfordern. Weiterhin sind bei der Erstellung der Fundamente die Versorgungsleitungen nicht gefährdet.

Die Unteransprüche 2 bis 4 betreffen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine Sperrvorrichtung (quer zum Verkehrsweg) in der Vorderansicht,

Fig. 2 eine Sperrvorrichtung in der Draufsicht,

Fig. 3 die Verankerung eines Sperrelementes mit dem Fundament in der Vorderansicht,

Fig. 4 einen Grundkörper in der Vorderansicht,

Fig. 5 einen Grundkörper in der Draufsicht,

Fig. 6 eine Riegelplatte in der Vorderansicht,

Fig. 7 eine Riegelplatte in der Draufsicht,

Fig. 8-10 die Funktion der Riegelplatte,

Fig. 11 einen Deckel in der Vorderansicht als Schnitt,

Fig. 12 die Befestigung eines Sperrelementes mittelbar über die Riegelplatte mit dem Grundkörper in der Vorderansicht als Schnitt.

Die Fig. 1 und 2 zeigen eine Panzersperre zum Einbau in Verkehrswege. Die Vorrichtung besteht aus mehreren, in Fundamenten verankerbaren Sperrelementen 10. Der seitliche Abstand zwischen den Sperrelementen beträgt etwas weniger als die geringste bekannte Bodenfahrzeugbreite. Ferner erstrecken sich die Sperrelemente über die gesamte Breite eines Verkehrsweges einschließlich der befahrbaren Seitenstreifen. Ein einzelnes Sperrelement 10 wird im wesentlichen nur aus zwei Profilträgern 11 und 12 gebildet. Diese sind jeweils über ein Ende miteinander verbunden und spitzwinkelig zueinander angeordnet. Die Befestigung mit dem Fundament wird über die beiden freien Profilträgerenden hergestellt. Das Sperrelement 10 ist als rechtwinkliges Dreieck ausgebildet, wobei der Profilträger 11, der die Kathete des Dreiecks bildet, senkrecht auf der Fahrbahnoberfläche steht.

Die Fig. 3 zeigt eine konstruktive Lösung zur Verankerung der Sperrelemente 10 mit den Fundamenten. Hierbei bestehen die Fundamente aus einem geschweißten Grundkörper 40 aus Stahl, der in Beton 47 eingegossen ist. Bei nicht aufgebauter Sperrvorrichtung nimmt der Grundkörper 40 zur Abdeckung zwei nicht mit dargestellte Deckel auf. Damit ist gewährleistet, daß zum einen Kraftfahrzeuge ohne Erschütterungen über den Grundkörper 40 fahren können, und zum anderen die Aufnahmeöffnungen 41 und 42 des Grundkörpers 40 geschützt sind vor Verunreinigungen und Beschädigungen. Die Riegelplatten 20 sind notwendig zum Aufbau der Sperrvorrichtung, da sie die Verbindung herstellen zwischen dem Sperrelement 10 und dem Grundkörper 40. Hierbei wird zunächst die Riegelplatte 20 mit dem Grundkörper 40 verriegelt und anschließend wird das Sperrelement 10 mit der Riegelplatte 20 verankert.

Die Fig. 4 und 5 zeigen den Grundkörper 40. Das unterlegte Styropor 46 verhindert beim Einbau des Grundkörpers 40 das Eindringen von flüssigem Beton in die Aufnahmeöffnungen. Nach dem Abbinden des Betons wird das unterlegte Styropor entfernt. Die Betonanker 45 des Grundkörpers 40 stellen die Verbindung zum Betonfundament sicher.

Die Riegelplatte nach Fig. 6 und 7 weist zwei Handgriffe 25 und 26 für den Transport auf. Der Schaft 24 mit seinen Befestigungsbohrungen 23 dient zur Befestigung der Sperrelemente. Die an der Unterseite angebrachten Verriegelungsbolzen 21 und 22 haben den Zweck, eine sichere Verbindung mit dem Grundkörper herzustellen.

Die Funktion dieser Verriegelungsbolzen 21 und 22 geht aus den Fig. 8-10 hervor. Nach Fig. 8 wird die mit strichpunktierter Linie und in der Draufsicht dargestellte Riegelplatte 20 so in den Grundkörper 40 eingesetzt, daß die Verriegelungsbolzen 21 und 22 genau in den Bohrungen der Aufnahmeöffnungen 43 und 44 des Grundkörpers sitzen. Nach einer kurzen Drehung der Riegelplatte 20 nach rechts ist diese fest mit dem Grundkörper 40 verriegelt, wie aus Fig. 9 hervorgeht.

Fig. 10 zeigt noch eine Schnittdarstellung durch die Ebene der Befestigungsbohrungen der Riegelplatte 20. Mit eingezeichnet ist der Doppel-T-Profilträger 11 des Sperrelementes und eine Schraubverbindung 50.

Aus Fig. 11 geht eine Schnittdarstellung des Deckels hervor, der bei nicht aufgebauter Sperrvorrichtung den Grundkörper abdeckt. Dieser Deckel 30 wird wie bei der Riegelplatte über Verriegelungsbolzen 31 und 32 mit dem Grundkörper verbunden. Zusätzlich sichert eine Verschlußschraube 33 den Deckel 30 gegen Verdrehung. Die Dichtkappe 34 der Verschlußschraube 33 und der Außendichtring 35 verhindern das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit in die Aufnahmeöffnungen 41 und 42. Die kreisringförmige Aussparung des Deckels sowie die Flächen des Grundkörpers werden oberflächengleich mit der Fahrbahn durch Aufbringen von Bitumenasphalt 36 verdeckt und damit getarnt.

Die Fig. 12 zeigt die Vorderansicht der eingebauten Riegelplatte 20 mit dem befestigten Profilträger 11 eines Sperrelementes im Schnitt. Im Übungsfalle werden lösbare Verbindungen in Form von herkömmlichen Schrauben und Muttern verwendet, während im Verteidigungsfalle unlösbare Verbindungen in Form von mit Verdrehsicherungen 52 versehenen Schrauben und Abreißmuttern 53 verwendet werden. Diese Abreißmuttern 53 bestehen, wie links oben als Einzelteil dargestellt, aus einem zylindrischen Teil 54 mit Innengewinde und einem sechskantförmigen Teil 55, dessen Bohrung geringfügig größer ausgebildet ist als der Außendurchmesser des Gewindes. Beim Anziehen der Schraubverbindung über den Außensechskant 55 bricht dieser bei Erreichen eines bestimmten Drehmomentes ab. Nunmehr kann diese Schraubverbindung nur mit hohen Aufwand wieder gelöst werden. Eine zusätzliche Sicherheit könnte man anders als dargestellt noch dadurch erreichen, indem man sowohl den Schraubenkopf als auch den zylindrischen Teil der Abreißmutter 54 versenkt unterbringt, damit man keine Angriffsflächen zum Lösen dieser Schraubverbindung bietet.

Die folgende Aufbauanleitung ergänzt abschließend die Beschreibung der Zeichnung:

Aufbauanleitung

Die Sperrvorrichtung kann von Hand mit 3 Personen ohne Hebezeuge aufgebaut werden.

  • - Die Deckel der Sperrvorrichtung werden folgendermaßen entfernt:
    • - Der Außendichtring 35 wird so weit herausgehebelt, bis er von Hand gefaßt und herausgezogen werden kann.
    • - Die Dichtkappe 34 der Verschlußschraube 33 wird ebenfalls gelöst und entfernt.
    • - Die Verschlußschraube 33 wird herausgeschraubt.
    • - Mit einem speziellen Schlüssel, der in den Deckel eingreift, wird dieser durch eine Rechtsdrehung entriegelt und kann aus den Bohrungen der Aufnahmeöffnungen 41 und 42 des Grundkörpers 40 mit einem Spezialwerkzeug herausgehoben werden.
  • - Die Riegelplatten 20 und die Sperrelemente 10 werden folgendermaßen eingebaut:
    • - In die nun frei zugänglichen Bohrungen der Aufnahmeöffnungen 41 und 42 des Grundkörpers 40 werden die Riegelplatten 20 eingesetzt und durch eine kurze Drehbewegung nach rechts verriegelt. Die Riegelplatten 20 verfügen zur besseren Handhabung über zwei Tragegriffe 25 und 26.
    • - Als nächstes werden die Sperrelemente 10 in die Schäfte 24 der Riegelplatten 20 eingesetzt.
    • - Abschließend werden die Sperrelemente 10 mit den Riegelplatten 20 verbunden. Hierzu werden die Schrauben 51 durch die Befestigungsbohrungen 23 und 13 der Riegelplatten 20 und der Profilträger 11 und 12 der Sperrelemente 10 geführt. Die Abreißmuttern 53 werden so weit angezogen, bis der Sechskantteil 55 abreißt. Im Übungsfalle werden lösbare Schrauben und Muttern verwendet.
    • - Im Verteidigungsfalle sind die Sperrelementreihen in Feindesrichtung zu tarnen.


Bezugszeichenliste

10 Sperrelement

11 Profilträger

12 Profilträger

13 Befestigungsbohrungen des Sperrelements

20 Riegelplatte

21 Verriegelungsbolzen der Riegelplatte

22 Verriegelungsbolzen der Riegelplatte

23 Befestigungsbohrungen der Riegelplatte

24 Schaft

25 Handgriff

26 Handgriff

30 Deckel

31 Verriegelungsbolzen des Deckels

32 Verriegelungsbolzen des Deckels

33 Verschlußschraube

34 Dichtkappe

35 Außendichtring

36 Bitumenasphalt

40 Grundkörper

41 Aufnahmeöffnungen

42 Aufnahmeöffnungen

43 Bohrung der Aufnahmeöffnung

44 Bohrung der Aufnahmeöffnung

45 Betonanker

46 Styroporeinlage

47 Betonfundament

50 Schraubverbindung

51 Schraube

52 Verdrehsicherung der Schraube

53 Abreißmutter

54 zylindrischer Teil der Abreißmutter

55 sechskantförmiger Teil der Abreißmutter


Anspruch[de]
  1. 1. Panzersperre zum Einbau in fest in Verkehrswegen eingebauten und mit Deckeln (30) versehenen Fundamenten, bei der jedes Sperrelement (10) aus zwei spitzwinklig miteinander verbundenen Leichtmetallprofilträgern (11, 12) besteht, deren beide untere Enden, wobei das eine Ende senkrecht und das andere Ende schräg auf den Verkehrsweg auftrifft, mittelbar über zwei Riegelplatten (20) mit dem Fundament verbindbar sind, welches entweder die Riegelplatten (20) oder die Deckel (30) aufnehmende, flach ausgebildete Grundkörper (40) aufweist.
  2. 2. Panzersperre nach Anspruch 1, bei der die Riegelplatte (20) an der Unterseite zwei Verriegelungsbolzen (21, 22) aufweist, welche in eingebauter Lage in im Grundkörper (40) angeordnete Aufnahmeöffnungen (41, 42) eingreifen.
  3. 3. Panzersperre nach Anspruch 2, bei der der Deckel (30) an der Unterseite zwei Verriegelungsbolzen (31, 32) aufweist, welche in eingebauter Lage in die Aufnahmeöffnungen (41, 42) des Grundkörpers (40) eingreifen und bei der der Deckel (30) durch eine zentrale Verschlußschraube (33) gegen Verdrehen sicherbar ist.
  4. 4. Panzersperre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der für die Befestigung der Sperrelemente (10) mit den Riegelplatten (20) im Ausbildungs- und Übungsfall lösbare und im Verteidigungsfall unlösbare Verbindungen vorgesehen sind.






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