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Dokumentenidentifikation DE4339041A1 16.06.1994
Titel Abrichtwerkzeug zum Abrichten zweigängiger, zylindrischer Schleifschnecken
Anmelder Reishauer AG, Wallisellen, CH
Erfinder Thyssen, Wolfgang, Dr., 79713 Bad Säckingen, DE
Vertreter Buse, K., Dipl.-Phys.; Mentzel, N., Dipl.-Phys.; Ludewig, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 42283 Wuppertal
DE-Anmeldedatum 16.11.1993
DE-Aktenzeichen 4339041
Offenlegungstag 16.06.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.06.1994
IPC-Hauptklasse B24B 53/085
Zusammenfassung Das Werkzeug (1) besteht aus einer Einprofilrolle (5) und zwei durch Distanzscheiben (13) getrennten Halbprofilrollen (10, 11). Die beiden Flanken (31, 33) des einen Schleifschneckenganges (32) der Schleifschnecke (30) werden durch die beiden Flanken (6, 7) der Einprofilrolle (5) und die beiden anderen Flanken (35, 38) des anderen Ganges (36) durch die beiden Flanken (14, 16) der Halbprofilrollen (10, 11) abgerichtet. Dadurch wird ein rasches Abrichten bei hohen Einsatzzeiten und geringem Abrichthub erreicht.

Beschreibung[de]

Für das Abrichten zweigängiger Schleifschnecken sind bisher folgende Lösungen bekannt:

  • - Abrichten beider Schleifschneckengänge nacheinander mit dem Vorteil unkomplizierter, einprofiliger Abrichtwerkzeuge und dem Nachteil höherer Abrichtzeiten und größerer Abricht-Teilungsabweichungen.
  • - Abrichten beider Schleifschneckengänge gleichzeitig mit mehrprofiligen Kompakt-Abrichtrollen mit dem Vorteil kurzer Abrichtzeiten und den Nachteilen einer aus Platzgründen fehlenden Nachbearbeitungsmöglichkeit zur Kompensation von Herstellungsungenauigkeiten bzw. des Verschleißes der Abrichtrollen, so daß diese lediglich eine Standzeitperiode als Einsatzzeit besitzen und damit hohe Abrichtwerkzeugkosten verursachen.
  • - Abrichten beider Schleifschneckengänge mit zwei getrennten Diamantscheibenpaaren für Links- und Rechtsflanken, die mittels Distanzscheiben auf die Teilung der Verzahnung ausgerichtet sind und somit die Möglichkeit des gleichzeitigen Abrichtens beider Schleifschneckengänge mider der Nachbearbeitbarkeit verbinden. Zur Nachbearbeitung ist lediglich durch Austausch bzw. Einpassen einer Distanzscheibe pro Diamantscheibensatz die Teilung zwischen beiden Diamantscheiben neu zu erzeugen. Als Nachteil dieser Lösung ergibt sich die große Einbaulänge beider nebeneinander angeordneter Diamantscheibensätze, die zu großen Abrichthublängen und somit zu erhöhten Abrichtzeiten führt.


Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Abrichtwerkzeug zu schaffen, das die Vorteile der obigen drei bekannten Abrichtwerkzeuge in sich vereinigt, ohne deren Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Das Abrichtwerkzeug soll das gleichzeitige Abrichten beider Schleifschneckengänge mit einem Abrichtwerkzeug möglichst geringer Baulänge, das weiterhin nachbearbeitbar und somit über mehrere Standzeitperioden einsetzbar ist, ermöglichen. Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombination gemäß Anspruch 1 gelöst.

Bei der erfindungsgemäßen Lösung greifen die drei Abrichtrollen in drei benachbarte Schleifschneckengänge ein, so daß zwar gegenüber der zweigängigen Kompaktrolle, die in zwei benachbarte Schleifschneckengänge eingreift, eine geringe Vergrößerung des Abrichthubes zu verzeichnen ist, jedoch gegenüber dem doppelten Diamantscheibensatz bestehend aus jeweils zwei gekoppelten Einkegelscheiben, die in fünf bis sechs benachbarte Schleifschneckengänge eingreifen, eine wesentliche Hubverkürzung erreicht wird. Die Nacharbeit der Ein- und Halbprofilrollen erfolgt in bekannter Weise, indem nach dem Touchieren der Diamantbeläge die Teilung durch Austausch bzw. Nacharbeit der Distanzscheiben erneut erzeugt wird.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert. Fig. 1 zeigt einen Axialschnitt durch ein erfindungsgemäßes Abrichtwerkzeug und einen Teil einer Schleifschnecke, und Fig. 2 zeigt eine Variante des Abrichtwerkzeuges nach Fig. 1.

Das dargestellte Abrichtwerkzeug 1 ist auf einer Antriebswelle 2 mit einem Flansch 3 montiert. Am Flansch 3 ist mittels Schrauben 4 eine Einprofilrolle 5 festgeschraubt, die auf den entgegengesetzt konischen beiden Arbeitsflanken 6, 7 und am zylindrischen Außenumfang 8 mit Diamantkörnern 9 oder Körnern aus kubischem Bornitrid beschichtet ist. Die Flanke 6 bearbeitet beim Abrichten einer doppelgängigen Schleifschnecke 30 die eine Flanke 31 des ersten Schneckenganges 32, die Flanke 7 die gegenüberliegende Flanke 33 und der Umfang 8 den Grund 34 dieses Ganges 32.

An die Einprofilrolle 5 sind beidseits je eine Halbprofilrolle 10, 11 mit Schrauben 12 angeschraubt, wobei zwischen den Rollen 5 und 10 bzw. 5 und 11 je ein Distanzring 13 mit planparallelen Stirnflächen eingesetzt ist. Die Rolle 10 bearbeitet mit ihrer konischen Arbeitsflanke 14 die eine Flanke 35 des zweiten Ganges 36 der Schnecke 30 und mit ihrem zylindrischen Außenumfang 15 etwas mehr als die Hälfte des Grundes 37 dieses Ganges 36. Die Rolle 11 bearbeitet mit ihrer konischen, entgegengesetzt zur Flanke 14 gerichteten Arbeitsflanke 16 die andere Flanke 38 und deren zylindrischer Außenumfang 17 den Rest des Grundes 37 des Ganges 36.

Alternativ zum dargestellten Ausführungsbeispiel können die Rollen 5, 10 und 11 sowie die Distanzringe 13 statt direkt auf der Antriebswelle 2 auch auf einer gemeinsamen Büchse montiert sein. Die Rollen 5, 10 und 11 können zusätzlich Prüfbunde aufweisen. Die Arbeitsflanken der Rollen 10 und 11 könnten seitenvertauscht, also der Rolle 5 zugewandt sein.

Fig. 2 zeigt eine Variante des Werkzeuges nach Fig. 1, wobei analoge Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind, so daß sich eine detaillierte Beschreibung dieser Teile erübrigt. Die Variante nach Fig. 2 eignet sich für Werkzeuge mit großem Modul, also relativ breiten Umfangsflächen 8, 15, 17.

Bei der Variante nach Fig. 2 sind die beiden Halbprofilrollen 10, 11 auf der gleichen Seite der Einprofilrolle 5 angeordnet und greifen in den gleichen Schleifschneckengang 36 ein. Damit auf dessen Grund kein Grat entsteht, schneiden die beiden einander zugewandten, zueinander parallelen Stirnflächen 21, 22 der Halbprofilrollen 10, 11 die Achse der Welle 2 unter einem Winkel von weniger als 90°. Die Peripherie des Spaltes 23 zwischen den Stirnflächen 21, 22 taumelt deshalb beim Drehen der Welle 2 derart, daß sie eine Fläche bestreicht, die breiter ist als die doppelte Spaltbreite. Der Tangens des Neigungswinkels der Stirnflächen 21, 22 gegenüber einer Radialebene muß deshalb größer sein als die Spaltbreite dividiert durch den Durchmesser der Umfangsflächen 15, 17.

Die Variante nach Fig. 2 hat den Vorteil, daß sie noch kürzer baut und deshalb geringere Abrichthübe erfordert.


Anspruch[de]
  1. 1. Abrichtwerkzeug zum Abrichten zweigängiger, zylindrischer Schleifschnecken (30) für das Wälzschleifen von Stirnzahnrädern, umfassend:
    1. - eine erste Abrichtrolle (5) mit zwei entgegengesetzt konischen, mit Hartstoffkörnern (9) beschichteten ersten und zweiten Flanken (6, 7) zum gleichzeitigen Abrichten der beiden gegenüberliegenden Flanken (31, 33) des ersten Schleifschneckenganges (32),
    2. - je eine koaxiale zweite und dritte Abrichtrolle (10, 11), wobei die zweite Abrichtrolle (10) eine nach der einen Seite gerichtete konische, mit Hartstoffkörnern beschichtete dritte Flanke (14) zum Abrichten der einen Flanke (35) des zweiten Schleifschneckenganges (36) und die dritte eine nach der entgegengesetzten Seite gerichtete konische vierte Flanke (16) zum Abrichten der anderen Flanke (38) des zweiten Schleifschneckenganges (36) hat.
  2. 2. Werkzeug nach Anspruch 1, wobei die drei Abrichtrollen (5, 10, 11) auf einer gemeinsamen Welle (2) oder Buchse aufgespannt sind.
  3. 3. Werkzeug nach Anspruch 2, wobei die drei Abrichtrollen (5, 10, 11) durch zwei Distanzscheiben (13) getrennt sind.
  4. 4. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Summe der axialen Länge des zylindrischen, mit Hartstoffkörnern (9) beschichteten Außenumfangs (15, 17) der zweiten und dritten Abrichtrolle (10, 11) größer ist als die axiale Länge des zylindrischen Außenumfangs (8) der ersten Rolle (5).






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