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Dokumentenidentifikation DE3505981C2 14.07.1994
Titel Perlstreugerät
Anmelder WALTER HOFMANN GmbH Maschinenfabrik und Vertrieb, 25462 Rellingen, DE
Erfinder Hofmann, Frank, Dipl.-Ing., 2000 Hamburg, DE
Vertreter Struck, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 25421 Pinneberg
DE-Anmeldedatum 21.02.1985
DE-Aktenzeichen 3505981
Offenlegungstag 21.08.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.07.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.07.1994
IPC-Hauptklasse B65D 83/06
IPC-Nebenklasse E01C 23/16   B05C 5/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Perlstreugerät, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

Derartige Perlstreugeräte, bei denen das durch die Drehung des Zellenrades geförderte körnige Gut dem druckluftbetriebenen Austragungssystem durch freien Fall zugeführt wird, sind bekannt (DE-GM 79 02 264).

In der Ejektionsdüse wird das Gut durch den Luftstrom beschleunigt und gelangt über einen Verteiler als breiter Fächer auf die zu beschichtende Fläche.

Die bekannten Perlstreugeräte dieser Art weisen zwei schwerwiegende Nachteile auf. Erstens den zu großen zeitlichen Abstand zwischen Förderbeginn des Zellenrades und der Erfassung des Streugutes durch das Austragungssystem, verbunden mit einer bei größeren Fördermengen eintretenden Staubbildung vor dem Austragungssystem infolge nicht vorhandener oder zu geringer Ansaugwirkung.

Zweitens die Notwendigkeit von zuverlässigen Abdichtungen für das Zellenrad, da andernfalls durch den von dem Austragungssystem erzeugten Unterdruck Streugut aus dem Streugutreservoir an dem Zellenrad vorbei nachgesaugt und die Dosierung durch das Zellenrad verfälscht würde. Für die Abdichtung haben sich in der Vergangenheit in ähnlichen Geräten hauptsächlich Filzwerkstoffe bewährt, die jedoch wasserziehend und -speichernd sind und damit auch Feuchtigkeit an das Streugut abgeben. Diese führt leicht zu Verklumpungen und zum Zusetzen von Zellenradtaschen, die sich dann nicht mehr ordnungsgemäß entleeren.

Durch die vorliegende Erfindung sollen diese Nachteile vermieden und insbesondere die Aufgabe gelöst werden, ein Perlstreugerät zu schaffen, bei dem das Streugut dem Austragungssystem wesentlich schneller und zuverlässiger zugeführt wird und darüber hinaus der Wirkungsgrad des Austragungssystems erheblich erhöht wird.

Zur Lösung dieser Aufgabe dienen erfindungsgemäß die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1. Auf diese Weise wird statt des auf Grund einer Ejektorwirkung in dem Raum zwischen Düse und Dosiervorrichtung erzeugten starken Unterdruckes ohne Luftströmung eine starke Luftströmung ohne nennenswerten Unterdruck erzeugt. Natürlich kann dieser Raum zwischen Dosiervorrichtung und Düsensystem auch mit einer externen Druckluftquelle geringen Überdruckes verbunden werden.

Durch die Vermeidung von nennenswertem Unterdruck im Raum zwischen Zellenrad und Düsensystem ist eine unterdrucksichere Abdichtung des Zellenrades zum Streugutvorrat hin nicht mehr erforderlich. Die Raumteiler können deshalb an ihren dem Zellenrad zugewandten Enden als berührungsfreie Spaltdichtungen gegenüber dem Umfang des Zellenrades ausgebildet sein, wobei die Dichtspalte im wesentlichen horizontal gewölbt verlaufen sollen. Eine derartige Abdichtung ist reibungs- und verschleißarm, einfach in der Gestaltung, erfordert keine Wartung und Nachstellung und hat nicht die eingangs erwähnten Nachteile bei Anwesenheit von Feuchtigkeit.

Während Streugeräte, die lediglich aus einer Dosiervorrichtung in Gestalt eines Zellenrades bestehen, und bei denen das Streugut nach dem Entleeren der Zellenradtaschen durch freien Fall auf die zu beschichtende Fläche gelangt, in der Breite fast unbegrenzt ausgedehnt sein können, ist dies bei Streugeräten mit Ejektordüsen nicht möglich, weil der Einzugsbereich eines Ejektordüsensystems nur begrenzt ist und sich das Streugut nach der Beschleunigung in der Düse mit Hilfe eines Verteilers nicht auf eine unbegrenzt große Streubreite verteilen läßt. Im Gegensatz zu den Möglichkeiten bezüglich der Streubreite eines nur aus einer Dosiervorrichtung bestehenden Streuers ist die Streubreite bei der Erfindung zugrundeliegenden Geräten sehr begrenzt. Um Streubreiten zu erzielen, die über die maximale Streubreite eines einzelnen Gerätes hinausgehen, müssen zwei oder noch mehr Geräte nebeneinander angeordnet werden. Als ein weiteres Merkmal der Erfindung soll dazu die Welle des Zellenrades als Hohlwelle ausgeführt sein, so daß sich die Möglichkeit ergibt, mehrere Streugeräte nebeneinander auf einer gemeinsamen antreibenden Welle anzuordnen. Die Welle kann eine Nut aufweisen, in die ein in die Zellenradwellenbohrung hineintragender Stift zwecks Mitnahme eingreift oder die gemeinsame Welle ist durchgehend mit einem Außengewinde versehen, so daß die einzelnen Streugeräte mit Hilfe von Muttern axial fixiert und geklemmt werden können.

In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Dabei zeigt

Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Perlstreugerät mit vertikal angeordnetem Injektor und

Fig. 2 ein Perlstreugerät mit horizontalem Injektor.

In den Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Bei beiden Geräteausführungen wird das Streugut, das über die Zuführung 22 aus einem Reservoir in die Kammer 11 gelangt, von dem Zellenrad 13 je nach Drehrichtung an dem Raumteiler 14 bzw. 15 vorbei in die Kammer 12 gefördert. Dort entleeren sich die Taschen des Zellenrades und das Streugut wird von der Luft erfaßt, die von der ins Freie führenden oder mit einer Druckluftquelle verbundenen Öffnung 20 zum Düsensystem 18, 19 strömt und das Streugut diesem Düsensystem zuführt. In den nach dem bekannten Prinzip einer Strahlpumpe arbeitenden Düsensystem wird der mit dem Streumittel angereicherte Luftstrom durch einen aus einer Düse 18 austretenden und expandierenden Druckluftstrom beschleunigt. Das Steumittel wird danach an einem Verteiler 21 abgelenkt und als breiter Fächer auf die zu beschichtende Fläche ausgetragen. Die Welle 16 des Zellenrades 13 weist in axialer Richtung eine Bohrung 17 auf, die es gestattet, mehrere Streugeräte nebeneinander auf einer gemeinsamen antreibenden Welle anzuordnen.


Anspruch[de]
  1. 1. Perlstreugerät, insbes. zum Aufbringen von körnigem Material auf Flächen, vorzugsweise von Glasperlen auf Fahrbahnmarkierungen oder dergl., bei dem eine luftbetriebene Austragungsvorrichtung und eine mechanische, vorzugsweise als Zellenrad ausgebildete Dosiervorrichtung zu einer Baueinheit verbunden sind, wobei die in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnete Kammer für die zugeführten Glasperlen von der Kammer mit dem Düsensystem zum Austragen der Glasperlen durch ein Zellenrad sowie als Dichtleisten ausgebildete Raumteiler getrennt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammer mit dem Düsensystem (18, 19) zum Austragen der Glasperlen mit einer Öffnung (20) im Gehäuse für die Einströmung von Luft in die Kammer (12) versehen ist.
  2. 2. Perlstreugerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung (20) im Gehäuse (10) mit einer Druckluftquelle verbunden ist.
  3. 3. Perlstreugerät nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Raumteiler (14, 15) an ihren dem Zellenrad (13) zugewandten Enden als berührungsfreie Spaltdichtungen gegenüber dem Umfang des Zellenrades ausgebildet sind.
  4. 4. Perlstreugerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtspalte (s) im wesentlichen in horizontaler gewölbter Richtung verlaufen.
  5. 5. Perlstreugerät nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsensystem (18, 19) für die Ausbringung der Glasperlen aus der Kammer (12) vertikal in der Kammer angebracht ist.
  6. 6. Perlstreugerät nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsensystem (18, 19) horizontal am unteren Teil der Kammer (12) angeordnet ist.
  7. 7. Perlstreugerät nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (16) für den Antrieb des Zellenrades (13) als Hohlwelle für die Aufnahme einer für mehrere nebeneinander angeordnete Perlstreugeräte gemeinsamen Antriebswelle (17) ausgebildet ist.






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