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Dokumentenidentifikation DE3486285T2 04.08.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0242888
Titel Stabilisierte, flüssige, herbizide Zusammensetzung und Verfahren zu deren Herstellung.
Anmelder Hoechst Schering AgrEvo GmbH, 13347 Berlin, DE
Erfinder Nielsen, Erik, DK-2620 Greve Strand, DK
Vertreter Grünecker, A., Dipl.-Ing.; Kinkeldey, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Stockmair, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Ae.E. Cal Tech; Schumann, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Jakob, P., Dipl.-Ing.; Bezold, G., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Meister, W., Dipl.-Ing.; Hilgers, H., Dipl.-Ing.; Meyer-Plath, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Ehnold, A., Dipl.-Ing.; Schuster, T., Dipl.-Phys.; Vogelsang-Wenke, H., Dipl.-Chem. Dipl.-Biol.Univ. Dr.rer.nat.; Goldbach, K., Dipl.-Ing.Dr.-Ing.; Aufenanger, M., Dipl.-Ing.; Klitzsch, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 3486285
Vertragsstaaten AT, BE, DE, FR, GB, IT, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 20.09.1984
EP-Aktenzeichen 871082137
EP-Offenlegungsdatum 28.10.1987
EP date of grant 02.03.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.08.1994
IPC-Hauptklasse A01N 25/22
IPC-Nebenklasse A01N 47/22   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft stabilisierte, flüssige Herbizidzusammensetzungen, die Phenmedipham und/oder Desmedipham (nachstehend "die Phenylcarbamate" genannt) und wahlweise Metamitron, Chloridazon und Ethafumesat umfassen.

Technischer Hintergrund

Die GB Patentschrift 1 127 050 (in welcher die Priorität aus der deutschen Patentanmeldung Nr. Sch. 36854 IVb/120 vom 9. April 1965 (von Schering) beansprucht ist) offenbart substituierte Phenylcarbamate der allgemeinen Formel A

in der R&sub1; eine Alkylgruppe, eine Cycloalkylgruppe oder eine Arylgruppe darstellt, wobei die Arylgruppe durch ein Halogenatom und/oder eine Alkylgruppe und/oder eine Trifluormethylgruppe substituiert sein kann, R&sub2; ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe darstellt oder R&sub1; und R&sub2; zusammen mit dem Stickstoffatom einen heterozyklischen Ring bilden können, der weitere Stickstoff- und/oder Sauerstoffatome enthalten kann und R&sub3; eine Alkyl-, Alkenyl- oder Alkynylgruppe darstellt, die durch ein endständiges Halogenatom substituiert sein kann, wobei diese Verbindungen nützlich bei der selektiven Bekämpfung von Unkraut auf Feldern sind. Die herbizide Aktivität wird sowohl bei Vorauflauf- als auch bei Nachauflaufbehandlungen beobachtet, was es gestattet, daß diese die Verbindung A enthaltenden Zubereitungen durch jegliche gewünschte Methode aufgebracht werden können. Die herbizide Aktivität wird auch beobachtet, wenn Verbindungen A auf die Blätter von vorhandenem Unkraut aufgebracht werden, und die Verbindungen sind besonders nützlich bei der Bekämpfung von Unkraut in Rübenfeldern, insbesondere als Nachauflaufherbizide in Zuckerrübenfeldern.

Eine besonders bevorzugte Verbindung der allgemeinen Formel A ist Methyl-(3-(3-tolylcarbamoyloxy)-phenyl)-carbamat, welches später den Gattungsnamen Phenmedipham erhalten hat. Eine weitere besonders bevorzugte Verbindung ist Ethyl-(3-phenylcarbamoyloxyphenyl)-carbamat, das später den Gattungsnamen Desmedipham erhalten hat. Methyl-(3-(3-tolylcarbamoyloxy)phenyl)-carbamat ist im Handel erhältlich unter dem Warenzeichen Betanal und wird insbesondere als Nachauflaufherbizid für das Unkrautvernichten bei Rüben, insbesondere Zuckerrüben, mit einer Auftragungsrate von 1 kg Wirkbestandteil/200 bis 300 Liter/ha verwendet. Es wurde berichtet (Pesticide Manual. A World Compendium, The British Crop Protection Council, 6. Auflage, 1979), daß die Verbindung durch die Blätter mit wenig Wirkung über den Boden und die Wurzeln wirkt. In dem Boden gab es nach drei Monaten eine 71-86%-ige Zersetzung des Wirkbestandteils, die einen Tag nach der Behandlung entdeckt wurde.

Phenmedipham und Desmedipham können hergestellt werden durch die Umsetzung des entsprechenden N-Hydroxyphenylcarbamats und Isocyanat, entweder in einem Lösungsmittel wie in der vorstehend erwähnten britischen Patentschrift beschrieben, oder in Wasser wie in der gleichzeitig anhängigen europäischen Anmeldung 84 111 244.4 der Anmelderin beschrieben.

Nach Beendigung der Umsetzung, kann das Reaktionsprodukt, das in Wasser sehr schwer löslich ist, entweder auf eine herkömmliche Weise abgetrennt und gereinigt werden, beispielsweise durch Filtration und Waschen mit Wasser, wahlweise gefolgt von Trocknen oder aus der wäßrigen Phase durch Extraktion mit einem organischen Lösungsmittel (oder Lösungsmittelgemisch) entfernt werden, das im wesentlichen mit Wasser nicht mischbar oder mit Wasser nur in einem geringen Umfang mischbar ist.

Die substituierten Phenylcarbamate können entweder allein oder in Mischung mit einen anderen und/oder mit anderen Herbiziden und/oder anderen Substanzen, beispielsweise Düngemitteln, zur Bekämpfung von Unkraut verwendet werden.

Sie können in der Form von konzentrierten Zusammensetzungen zur Verdünnung mit Wasser am Gebrauchsort verwendet werden.

Bei der Zubereitung bekannter, handelsüblicher, flüssiger Herbizidkonzentrate der substituierten Phenylcarbamate ist es üblich, ein Lösungsmittel einzuverleiben, das imstande ist, das Phenylcarbamat zu lösen, und das die spätere Verdünnung der Zusammensetzung an dem Ort, an dem die Zusammensetzung zu verwenden ist, erleichtert. Wie bereits vorstehend angegeben wird, Isophoron normalerweise als Lösungsmittel bei der Zubereitung solcher Zusammensetzungen verwendet, da Isophoron ein ziemlich gutes Lösungsmittel für die Phenylcarbamate ist und die Phenylcarbamate chemisch relativ stabil in Lösung in Isophoron sind, insbesondere wenn die Phenylcarbamate gewaschen oder mit Säure mit einem pH-Wert von etwa 2 bis 4 vor ihrer Lösung in Isophoron behandelt worden sind. Ein weiterer Vorteil der Verwendung von Isophoron ist, daß es in Wasser nur geringfügig löslich ist (falls ein wasserlösliches Lösungsmittel in dem Konzentrat verwendet werden würde, würde es dazu neigen, sich in der wäßrigen Phase zu lösen, wenn die auftragungsbereite, flüssige Zubereitung am Ort durch Zugabe von Wasser hergestellt wird, was dazu führen würde, daß das Phenylcarbamat mit einer nachfolgenden Verringerung seiner biologischen Aktivität und Blockierung der Sprühvorrichtung ausfällt).

Es ist üblich, ionische Emulgatoren wie Calciumdodecylbenzolsulfonat handelsüblichen Lösungen von Phenmedipham in Isophoron einzuverleiben. Es wurde auch vorgeschlagen, Salze von Phosphorsäureestern als Emulgatoren zu verwenden.

Als interessante Alternative zu den Lösungen der Phenylcarbamate (Phenmedipham und/oder Desmedipham) in Isosphoron wurde erfindungsgemäß gefunden, daß die biologische Aktivität der substituierten Phenylcarbamate vorteilhaft hoch ist, wenn die Phenylcarbamate "aktiviert werden" indem sie in der Form von Suspensionen der Verbindungen in feinvermahlenem Zustand in flüssigen Phasen vorliegen, die einen oder mehrere ölige Bestandteile und einen oder mehrere oberflächenaktive Mittel umfassen, wobei die flüssige Phase imstande ist, eine Öl-in- Wasser-Emulsion oder eine Microemulsion zu bilden, wenn sie mit Wasser am Gebrauchsort zur Herstellung der endgültigen gebrauchsfähigen Zubereitung gemischt wird.

Zahlreiche Patentschriften und Literaturstellen bilden ein Mosaik, die zu zwei Kategorien gehören, d. h. (1) Literaturstellen, die die Wirkverbindungen gelöst in einem organischen Lösungsmittel und danach mittels einer großen Vielfalt von oberflächenaktiven Mitteln mit Wasser zur Herstellung von auf Felder zu sprühenden, gebrauchsfertigen Zubereitungen emulgiert beschreiben und (2) Literaturstellen, die die Wirkverbindungen dispergiert in Wasser mittels verschiedener Arten von oberflächenaktiven Mitteln beschreiben.

Die DE 33 25 444 A1 offenbart stabile Herbizidzusammensetzungen, die Phenmedipham und Desmedipham gelöst in organischen Lösungsmitteln wie Cyclohexanon, Isophoron und Xylen enthalten.

Das EP 0 102 003 offenbart stabilisierte Herbizidzusammensetzungen auf der Grundlage von Metabiscarbamaten, die als flüssige wäßrige Lösungen zubereitet sind, die Stabilisatoren umfassen, die auch als Emulgatoren und Suspensionsmittel, Verdickungsmittel und Bakterienschutzmittel oder fungizide Mittel dienen. Die Mischung wird vermahlen, um eine flüssige Suspension feiner Feststoffteilchen zu bilden, oder, wenn eine konzentrierte wäßrige Emulsion durch Mischen mit Wasser hergestellt wird, werden stabilisierende Lösungsmittel zugegeben. Keine der in der Literaturstelle angegebenen Zubereitungen enthält Mineralöl oder Pflanzenöl.

Das US Patent 4 452 630 offenbart stabile, wärmebeständige Lösungen pestizider Carbamate, gelöst in organischen Lösungsmitteln wie Xylen, Xylol und Dimethylformamid.

Das DE Patent 3 040 299 A1 offenbart stabilisierte, flüssige, herbizide Zusammensetzungen, die Desmedipham und organische Lösungsmittel wie Cyclohexanon, Xylol, Isophoron und Shellsol R umfassen.

Die Erfindung betrifft eine stabilisierte, flüssige, herbizide Zusammensetzung, die Phenmedipham oder Desmedipham umfaßt, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Zusammensetzung eine Emulsion umfassend Phenmedipham und/oder Desmedipham, dispergiert in einer kontinuierlichen Phase eines öligen Bestandteils ist, und

a) 5 bis 40 Gew.-% Phenmedipham und/oder Desmedipham einer Teilchengröße von weniger als 10 um,

b) 15 bis 65 Gew.-% eines öligen Bestandteils, bestehend aus einem oder mehreren Mineral- und/oder Pflanzenölen,

c) 10 bis 40 Gew.-% eines oberflächenaktiven Bestandteils, umfassend ein oder mehrere oberflächenaktive Mittel, und

d) bis zu 40% Wasser umfaßt,

wobei die Zusammensetzung so angepaßt ist, daß eine stabile gebrauchsfertige Öl-in-Wasser-Emulsion oder Microemulsion durch Verdünnen mit Wasser in einem Verhältnis von einem Teil der Zusammensetzung zu 1 bis 10 Teilen Wasser, bezogen auf das Volumen, gebildet wird.

Als Beispiele von Mineralölen können Spindelöl, aromatische Verbindungen wie Propylbenzol und Dodecylbenzol, Paraffinöle usw. erwähnt werden, als Beispiele von Pflanzenölen können Sojaöl, Rapsöl, Olivenöl usw. erwähnt werden. Ölige Bestandteile sind weiterhin Verbindungen, die jede der Bedingungen erfüllen, daß sie bei normalen Temperaturen flüssig sind, mit Wasser in einem Verhältnis von 1 : 10 bis 10 : 1, bezogen auf das Gewicht, nicht mischbar sind, mindestens 67 Gew.-% Hydrocarbyl oder Hydrocarbylen und wahlweise Halogen aufweisen, berechnet auf ihrer gesamten chemischen Zusammensetzung und einer sein, bei dem die Löslichkeit der substituierten Phenylcarbamate weniger als 1 Gew.-% ist.

Die Suspensionen der Phenylcarbamate in öligen Bestandteilen und oberflächenaktiven Mitteln können einen Gehalt an öliger Substanz von etwa 15 bis 65 Gew.-%, berechnet auf die Zusammensetzung, aufweisen. Das (die) oberflächenaktive(n) Mittel, das (die) ausgewählt werden kann (können) aus der Gruppe bestehend aus nichtionischen, anionischen, ampholytischen und kationischen oberflächenaktiven Mitteln und Mischungen davon, ist (sind) normalerweise mit 10 bis 40 Gew.-%, berechnet auf die Zusammensetzung, vorhanden. Die Menge der Phenylcarbamate kann 5 bis 40 Gew.-%, berechnet auf die Zusammensetzung betragen. Zusätzlich zu der Wirkverbindung, dem öligen Bestandteil und dem oberflächenaktiven Mittel, kann die flüssige Phase dieser konzentrierten Zusammensetzungen einen oder mehrere Bestandteile enthalten, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Glycolen, Glycolethern und Kombinationen davon, normalerweise in Konzentrationen von 0,1 bis 15%, insbesondere 2 bis 10%, berechnet auf das Gewicht der Zusammensetzung. Weiterhin kann Wasser in einer Menge von bis zu 40 Gew.-% einverleibt werden. In der Praxis gibt es Erwägungen bezüglich der chemischen Stabilität des Phenylcarbamats in der individuellen Zusammensetzung, die die Höchstmenge an Wasser diktieren, die zugegeben werden kann. Falls Wasser der Öl/Detergensmischung einverleibt wird, sollte der pH-Wert in den sauren Bereich gesteuert werden, vorzugsweise in den optimalen Bereich von 2 bis 4, um eine optimale chemische Stabilität des Phenylcarbamats sicherzustellen.

Der ölige Bestandteil und das oberflächenaktive Mittel können so ausgewählt sein, daß sie gegenseitig löslich sind, um eine stabile Lösung zu bilden, die imstande ist, fein verteilte Phenylcarbamate wirksam zu suspendieren und so daß das oberflächenaktive Mittel das Öl wirksam emulgiert, wenn Wasser zur Bildung der endgültigen gebrauchsfertigen Zubereitung zugegeben wird. Das oberflächenaktive Mittel kann auch dazu beitragen, die besprühte Oberfläche wirksam mit der Zubereitung zu benetzen. Der ölige Bestandteil und das Detergens und deren relative Mengen können auch so ausgewählt werden, daß sie imstande sind, eine Microemulsion zu bilden, wenn sie mit der gleichen Menge Wasser oder einer bis zu zehnfachen Menge Wasser gemischt werden (eine Microemulsion ist dadurch gekennzeichnet, daß sie Öl, Emulgator (oberflächenaktives Mittel) und Wasser in einem fein verteilten Zustand enthält und klar und durchsichtig ist). Eine Microemulsion ist stabil und kann normalerweise nicht durch Zentrifugieren getrennt werden. Der Vorteil des Ausfällen des öligen Bestandteils und des oberflächenaktiven Mittels auf eine solche Weise, daß sie eine Microemulsion bilden ist unter anderem, daß die Phenylcarbamate in nassem Zustand dem öligen Bestandteil/oberflächenaktiven Mittel zugegeben werden können, d. h. daß es nicht notwendig ist, das in dem Syntheseverfahren erhaltene Phenylcarbamat vollständig zu trocknen, welches in Wasser durchgeführt wurde, bevor es mit dem öligen Bestandteil/oberflächenaktiven Mittel kombiniert wird. Ein weiterer Vorteil des Auswählens des öligen Bestandteils und des oberflächenaktiven Mittels in einer solchen Weise, daß sie imstande sind, eine Microemulsion zu bilden, ist, daß die Microemulsion aufgrund ihrer ihr innewohnenden Stabilität dazu neigt, die Suspension des Phenylcarbamats während des Transports und der Handhabung der Zusammensetzung stabil zu halten, wodurch Ablagerungsprobleme vermieden werden. Ein weiterer mit Zusammensetzungen in Microemulsionsform verbundener Vorteil ist, daß die Verdünnung mit Wasser für die Zubereitung von gebrauchsfertigen Lösungen ohne Probleme wie Klumpenbildung usw. stattfindet.

Brauchbare oberflächenaktive Mittel sind nicht ionische Verbindungen wie polyethoxylierte Alkylphenole, höhere polyethoxylierte Alkanole, polyethoxylierte Fettsäuren, polyethoxylierte Amine und Amide, Monoglyceride und deren Derivate. Alkylarylsulphonsäuren und Phosphorsäureester und deren Salze sind auch brauchbare oberflächenaktive Mittel. Phosphorsäureester können Mono- und Diester von höheren polyethoxylierten Alkanolen, polyethoxylierten Alkylphenolen, polyethoxylierten Distyryl- und Tristyrylphenolen und nichtethoxylierten Alkoholen sein. Weiterhin sind Ampholyte brauchbare oberflächenaktive Mittel. Andere oberflächenaktive Mittel sind beispielsweise in der McCutcheons Veröffentlichung, Detergent & Emulsifiers, International Edition, 1983, Glen Rock, New Jersey 07452, USA, beschrieben. Entsprechende oberflächenaktive Mittel von anderen Lieferanten können selbstverständlich auch verwendet werden.

Es wird angenommen, daß es vorteilhaft ist, Mischungen von ethoxylierten oberflächenaktiven Mitteln und anionischen oberflächenaktiven Mitteln, vorzugsweise eine nichtionische/anionische Mischung zu verwenden, wenn die nichtionischen Komponenten eine Mischung von oberflächenaktiven Mitteln mit HLB-Werten von etwa 9 (Emulgator) bzw. 12 bis 13 (Benetzungsmittel und Dispersionsmittel) darstellt.

Bei der Zubereitung der substituierten Phenylcarbamatzusammensetzung können die oberflächenaktiven Mittel mit der öligen Komponente gemischt werden, was eine durchsichtige Lösung ergibt. Bei dieser Lösung wird grob vermahlenes, trockenes, substituiertes Phenylcarbamat aufgeschlämmt. Die Mischung kann weiter beispielsweise in einer Kugelmühle gemahlen werden, was mindestens 99% des substituierten Phenylcarbamats mit einer Teilchengröße von weniger als 10 um und 50% mit einer Teilchengröße von kleiner als 3 bis 5 um ergibt.

Wenn das in wäßriger Lösung zubereitete, substituierte Phenylcarbamat als nasse Paste abgetrennt wird, beträgt der Gehalt an trockenem Material normalerweise etwa 65 bis 70% nach dem Zentrifugieren. Es ist möglich, dieses Material aufgeschlämmt in der Öl-/Detergensmischung zu verwenden, wodurch das Wasser der Mischung einverleibt wird, so daß die flüssige Phase eine stabile Microemulsion umfaßt, die weiter in der Kugelmühle gemahlen werden kann. Bei einer weiteren Ausführungsform, kann (können) die herbizid wirksame(n) Verbindung oder Verbindungen in der Form einer wäßrigen Aufschlämmung gemahlen werden, um die Verbindung oder Verbindungen zu einer zur Einverleibung in die endgültige Zusammensetzung geeigneten Größe wahlweise unter Zugabe eines oberflächenaktiven Mittels zu zerkleinern, wonach die Flüssigkeit, die eine oder mehrere ölige Bestandteile und eines oder mehrere oberflächenaktive Mittel enthält, zugegeben wird oder die Komponenten, die, wenn gemischt, die Flüssigkeit darstellen, werden getrennt zugegeben. In beiden Fällen, formt die sich ergebende flüssige Phase dadurch eine Emulsion oder Microemulsion. Dies wird als ein vorteilhaftes Verfahren der Verwendung der wäßrigen Aufschlämmung erachtet, die in der vorstehend beschriebenen Wasserphasensynthese erhalten wird.

Geringere Mengen an Glycolethern, beispielsweise Butylglycol, haben wahrscheinlich eine vorteilhafte Wirkung auf die Viskosität und bieten gleichzeitig die Möglichkeit eines breiteren Mischungsverhältnisses zwischen der Microemulsion und Wasser, wenn die Zusammensetzung an den Ort, an dem die Zusammensetzung zu verwenden ist, verdünnt wird. Kleine Mengen Wasser in der Zusammensetzung haben oft eine viskositätssteuernde Wirkung, und Glycole wie Propylenglycol stabilisieren Mischungen, die begrenzte Mengen Wasser enthalten. Die Dispersion muß eine angemessene Viskosität aufweisen. Einerseits muß sie so leicht fließend sein, daß das Mischverfahren mit dem bei der Verdünnung verwendeten Wasser schnell fortschreitet, aber, andererseits muß sie ausreichend hochviskos sein, um die Sedimentation der Wirkbestandteile zu verhindern.

Ölenthaltende Phenmediphamdispersionen zeigen eine biologische Wirkung, die mit der von Zubereitungen vergleichbar ist, die mit Isophoron gebildet sind.

Es wurde gefunden, daß Auftragungsbereiche in der Größenordnung von etwa 0,3 kg der Wirksubstanz pro Hektar für die selektive Bekämpfung von Unkraut ausreichend sind, wenn während der Wachstumssaison zwei oder mehr Auftragungen durchgeführt werden oder wenn die Wirksubstanz über ein Bandsprühvorichtung versprüht wird. In anderen Fällen ist eine Auftragungsrate von etwa 1 kg der Wirksubstanz pro Hektar normalerweise ausreichend.

Das vorstehend beschriebene Verfahren für die Herstellung von Zusammensetzungen auf der Basis von Öl ist nicht nur auf Zusammensetzungen anwendbar, die substituierte Phenylcarbamate umfassen, sondern kann auch bei der Zubereitung von Zusammensetzungen verwendet werden, die andere Arten von Herbiziden umfassen wie 4-Amino-4,5-dihydro-3-methyl-6-phenyl-1,2,4- triazin-5-on (Metamitron) umfassen.

So sind Zusammensetzungen, die sowohl Phenylcarbamate als auch Metamitron umfassen, vorteilhaft, da der Gehalt des Wirkbestandteils niedriger gehalten werden kann, da die bevorzugten Phenylcarbamate pro Gewichtseinheit wirksamer sind als der andere vorstehend erwähnte, herbizid wirksame Bestandteil.

Die vorstehend erwähnte Verbindung Metamitron wird als Herbizid für Rüben normalerweise in einer Dosis von etwa 3 bis 4 kg/ha verwendet. Wenn Metamitron in einigen Fällen statt der Phenylcarbamate bevorzugt wird, die nur in einer Dosis von etwa 1 kg/ha verwendet werden, ist dies auf die Tatsache zurückzuführen, daß Metamitron eine bessere biologische Wirkung gegen Klettenlabkraut (Galium aparine), Hasenkohl (Lapsana communis) und schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum) hat. Eine viel bessere biologische Wirkung wird bei der Bekämpfung der gelben Wucherblume (Chrysanthemum segetum), der wilden Kamille (Matricaria chamomilla), der kleinen Brennessel (Urtica urens) und des einjährigen Wiesengrases (Poa annua) erzielt. Die anderen 15 bis 20 Unkrautarten bei Rüben, die in Dänemark üblich sind, werden gleich gut mit Phenmedipham und Metamitron bekämpft.

Es sollte hinzugefügt werden, daß Metamitron in einer Dosierung von 3 bis 4 kg/ha weniger aggressiv (phytotoxisch) für Rübenpflanzen ist als in einer Dosis von 1 kg/ha verwendetes Phenmedipham.

Bauern bevorzugen häufig eine Mischung von Metamitron und Phenmedipham, bei der jede der Zubereitungen in einer Dosierung verwendet wird, die halb so groß wie die übliche Dosierung ist. Auf diese Weise wird eine biologische Wirkung erzielt, die vollständig der entspricht, die erhalten werden kann, wenn Metamitron allein verwendet wird. Die herbizide Mischung ist auch nicht phytotoxischer als wenn Metamitron allein verwendet wird.

Metamitron ist normalerweise im Handel als ein 70% benetzbares Pulver erhältlich und Phenmedipham ist als eine 16%-ige Emulsionszusammensetzung, die Isophoron enthält, erhältlich. Bis jetzt haben die Bauern selbst die Zusammensetzung in Verbindung mit dem Versprühen gemischt. Es ist für den Benutzer jedoch nicht praktisch, zwei Arten von Zusammensetzungen, die so unterschiedlich sind, zu mischen. Das Mischen wird am besten durch Verdünnen jeder Zusammensetzung getrennt in einem Teil des Verdünnungswassers durchgeführt und dann wird das Mischen durchgeführt. Um das Metamitron biologisch zu aktivieren, wird oft Mineralöl zugegeben, wobei das Öl in die Sprühlösung emulgiert wird. So besteht die Gefahr von Sprühproblemen (Düsenblockierungen), wenn das Mischen nicht sorgfältig durchgeführt wird. Wenn mehrere Produkte verwendet werden, besteht eine größere Gefahr, daß die Produkte falsch zudosiert werden. Schließlich wird bei Verwendung des vorliegenden Produkts, das dadurch gekennzeichnet ist, daß sowohl Phenmedipham als auch Metamitron in einer Mischung aus Öl und oberflächenaktivem Mittel dispergiert sind, erreicht, daß der Benutzer - im Gegensatz zur bis jetzt bestehenden Praxis - Staub von dem benetzbaren Pulver vollständig vermeidet und daß Isophoron nicht als Lösungsmittel verwendet wird.

So ist eine interessanter Aspekt der Erfindung eine Zusammensetzung, die Phenmedipham oder Desmedipham in einer Menge von etwa 6 Gew.-%, Metamitron in einer Menge von 5 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 30 Gew.-%, beispielsweise etwa 17 Gew.-%, die mit einer öligen Komponente wie einem Mineralöl, beispielsweise Spindelöl, in einer Menge von etwa 30 Gew.-% konfektioniert ist, ein oberflächenaktives Mittel oder eine Mischung oberflächenaktiver Mittel, die ethoxyliertes Nonylphenol (3 bis 9 Ethyloxideinheiten pro Molekül) und wahlweise eine Phosphorsäureestersalz wie BerolTM 724, Monoethanolaminsalz und/oder ein Alkyl- oder Aryl- oder Alkylarylsulphonsäuresalz wie Dodecylbenzolsulphonsäuretriethanolaminsalz oder ein lineares Alkyl-(C&sub1;&sub0;-C&sub2;&sub2;) -Sulphonsäuresalz (LAS), wobei die Gesamtmenge des oberflächenaktiven Mittels oder der Mischung der oberflächenaktiven Mittel etwa 40 Gew.-% beträgt, Butylglycol in einer Menge von 0 bis 10 Gew.-%, beispielsweise etwa 7,5 Gew.-%, und wahlweise Wasser umfaßt, wobei alle Mengen auf die Gesamtzusammensetzung berechnet sind. Eine gemischte Zusammensetzung kann hergestellt werden durch Mischen einer Dispersion, die Phenmedipham enthält, und einer Dispersion, die Metamitron enthält, wobei die Dispersion einzeln in flüssigen Phasen hergestellt werden kann, die eine ölige Komponente wie Spindelöl in einer Menge von etwa 30 bis 35%, eine Mischung oberflächenaktiver Mittel, bestehend aus einem Alkyl- oder Aryl- oder einem Alkylarylsulphonsäuresalz wie Dodecylbenzolsulphonsäuretriethanolaminsalz, ethoxyliertem Nonylphenol und Butylglycol, umfassen.

Die Löslichkeit von Phenmedipham und Metamitron in Mineralöl beträgt etwa 0,1% in Abhängigkeit von dem Gehalt an Aromaten in dem Öl. Bei den vorstehend beschriebenen wasseremulgierbaren Flüssigkeiten, die Lösungen sind, die Öl und ein oberflächenaktives Mittel umfassen, beträgt die Löslichkeit von Phenmedipham und Metamitron etwa 3% wenn der Gehalt des oberflächenaktiven Mittels in der Flüssigkeit in der gleichen Größenordnung liegt wie der Gehalt des Öls. Bei solch einer hohen Löslichkeit kann jedoch eine Neigung zu einem langsamen Kristallwachstum von Phenmedipham und/oder Metamitron in den Dispersionen während der Lagerung unter variierenden Temperaturbedingungen bestehen, was bedeutet, daß die Zusammensetzungen unter solchen Bedingungen weniger stabil sind. Bei Microemulsionen mit einem Gehalt von etwa 25% Wasser, ist die Löslichkeit von Phenmedipham um einen Faktor 10 auf etwa 0,3% verringert. Eine ähnliche Verringerung findet bei Metamitron nicht statt. Außerdem ist es zeitraubender, Metamitrondispersionen in Wasser zu verdünnen als Phenmediphamdispersionen, wahrscheinlich aufgrund des gelösten Anteils von Metamitron. Wenn die Emulsionen oder Microemulsionen jedoch in der Verdünnung gebildet worden sind, sind sie sehr stabil.

Um die Löslichkeit von Phenmedipham und Metamitron in der Flüssigkeit zu verringern und der Neigung der Metamitronzusammensetzungen entgegenzuwirken, daß sie zeitraubender mit Wasser zu lösen sind, kann der Anteil von Öl in der Flüssigkeit hoch gehalten werden und der Anteil des oberflächenaktiven Mittels entsprechend niedrig gehalten werden, und ein Öl kann verwendet werden, daß einen begrenzten Gehalt an Aromaten aufweist, d. h. einen Gehalt von weniger als 30 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 10 Gew.-%. (Als Beispiel eines bevorzugten Öls für diesen Zweck kann ein Mineralöl mit einem Siedepunkt von mehr als 200ºC und einer Viskosität von weniger als 100 cSt bei 40ºC erwähnt werden, und wie vorstehend erwähnt, einem Gehalt an Aromaten von weniger als 30 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 10 Gew.-%.) Es wurde jedoch gefunden, daß falls die Menge an Öl auf etwa 60% erhöht wird und die Menge an oberflächenaktivem Mittel auf etwa 10 bis 15% verringert wird, eine ausgeprägte Tendenz besteht, daß die Zusammensetzung klebrige Sedimente von Öl und feinkörnigem Herbizid abscheidet, wenn die Zusammensetzung mit Wasser verdünnt wird. Außerdem neigt der Anteil an Öl, das in die Wasserphase emulgiert wird, dazu, sich wieder als obere Phase abzutrennen.

So gibt es bei Zusammensetzungen mit einer großen Menge an Öl, das einen niedrigen Gehalt an Aromaten aufweist, eine ausgeprägte Notwendigkeit zur Verwendung eines hochwirksamen Emulgatorsystems (Systems oberflächenaktiver Mittel). Ein ausreichend wirksamer Emulgator (ausreichend wirksames oberflächenaktives Mittel), der eine zufriedenstellende Emulgierbarkeit der Mineralöle mit einem relativ geringen Gehalt an Aromaten sicherstellt, kann beispielsweise erhalten werden, indem ein Teil der vorstehend erwähnten ethoxylierten Nonylphenole durch ethoxylierte Dinonylphenole ersetzt wird und diese entweder mit Phosphorsäureestersalzen wie BerolTM 724 Monoethanolaminsalz und/oder einem Alkyl- oder Aryl- oder Alkylarylsulphonsäureestersalz wie Dodecylbenzolsulphonsäuretriethanolaminsalz kombiniert werden, wobei die Gesamtmenge des oberflächenaktiven Mittels etwa 10 bis 15%, berechnet auf die Zusammensetzung, beträgt, und die Menge an Mineralöl mit einem niedrigen Aromatengehalt, beispielsweise lösungsmittelraffiniertes Paraffinmineralöl in einer Menge von etwa 60 Gew.-% beträgt. Ein Teil des Öls kann durch eine niedriger siedende Petroleumfraktion wie Kerosin ersetzt werden. So umfassen interessante Zusammensetzungen gemäß der Erfindung 15 bis 40, vorzugsweise 20 bis 30 Gew.-% von entweder Phenmedipham oder einer Kombination von Phenmedipham und Metamitron dispergiert in einer flüssigen Phase, die ein Mineralöl in einer Menge von etwa 60 Gew.-%, ein oberflächenaktives Mittel oder eine Mischung oberflächenaktiver Mittel, die ethoxyliertes Alkylphenol (das 3 bis 9 Ethylenoxideinheiten enthält)

bei dem die Alkylgruppe 4 bis 15, insbesondere 6 bis 12 C- Atome enthält, und/oder ethoxyliertes Dialkylphenyl (das 4 bis 14 Ethylenoxideinheiten enthält), bei dem die Alkylgruppe 4 bis 15, insbesondere 6 bis 12 C-Atome enthält, und wahlweise ein Phosphorsäureestersalz und/oder ein Alkyl- oder Aryl- oder Alkylarylsulphonsäuresalz, wobei die Gesamtmenge des oberflächenaktiven Mittels oder der Mischung der oberflächenaktiven Mittel 10 bis 15 Gew.-% beträgt, umfaßt. Das Mineralöl kann beispielsweise ein lösungsmittelraffiniertes Mineralöl in einer Menge von etwa 50% kombiniert mit aromatenfreiem Kerosin (Siedepunkt 190 bis 240ºC) in einer Menge von etwa 10% sein, das ethoxylierte Dinonylphenol (das 9 Ethylenoxideinheiten enthält) kann beispielsweise in einer Menge von etwa 5% vorliegen, das ethoxylierte Nonylphenol (das 4 Ethylenoxideinheiten enthält) kann beispielsweise in einer Menge von etwa 3% vorliegen und das Phosporsäureester-(BerolTM 724)-Monoethanolaminsalz kann beispielsweise in einer Menge von etwa 5% vorliegen. Die Menge des dispergierten Phenmediphams sollte vorzugsweise 20 bis 40%, und mehr bevorzugt 25 bis 35%, der Zusammensetzung ausmachen, und die Menge an dispergiertem Metamitron sollte vorzugsweise 15 bis 35%, mehr bevorzugt 20 bis 30%, der Zusammensetzung ausmachen. Bevorzugte Zusammensetzungen können hergestellt werden durch Mischen von Phenmedipham- und Metamitronzusammensetzungen. Die auf diese Weise hergestellten Dispersionen sind leicht mit Wasser zu verdünnen. Sowohl Phenmedipham als auch Metamitron werden zufriedenstellend dispergiert, und die ölige Phase bildet ausreichend stabile Emulsionen in Wasser. Bei diesen Öl-/Detergensmischungen, beträgt die Löslichkeit von Phenmedipham und Metamitron etwa 0,2%. Die Zusammensetzungen sind vorzugsweise im wesentlichen frei von Wasser, was die chemische Stabilität der Wirksubstanzen erhöht.

Beispiel 1

Phenmediphamdispersionen, die eine auf Öl basierende Microemulsion oder Lösung als flüssige Phase umfassen

Microemulsionen I und III und eine Lösung II wurden ohne Phenmedipham durch Mischen der Bestandteile hergestellt. Dann wurde ein Gewichtsteil Phenmedipham (technische Qualität, 96%) 3 Gewichtsteilen der flüssigen Phase von I, II und 111 einverleibt, und jede der sich ergebenden Mischungen wurde in einer mit Glaskugeln (φ 1 mm) beladenen Kugelmühle gemahlen.

Trübungstemperaturen für die Microemulsionen I und 111 und die Lösung II und das Aussehen der daraus gebildeten Microemulsionen bei Zugabe von Leitungswasser sind in Tabelle 1 angegeben. Es ist zu beachten, daß sie alle als homogene Flüssigkeiten erscheinen, die sich nicht in ihre Bestandteile abtrennen.

Nach Stehen während 3 Wochen bei 45 bis 50ºC waren alle Phenmedipham enthaltenden Dispersionen nach mäßigem Schütteln gleichförmig.

Tabelle 1
Wasser Monoethanolamin Berol TM 724 Triethanolamin Sulfosoft TM Spindelöl Marlophen TM Butyllglycol Propylenglycol Insgesamt Aussehen durchsichtige gelbe Flüssigkeit durchsichtige, gelblichbraune Flüssigkeit pH-Wert (in einer 1 : 10 Verdünnung mit Wasser) Trübungstemperatur Verdünnung 1 : 1 leichte trübe Flüssigkeit durchsichtige, gelbe Flüssigkeit gelatinöse Flüssigkeit leicht opake Flüssigkeit Phenmedipham technischer Qualität, 96% % Phenmedipham in der Zusammensetzung

1) Saurer Phosphorsäureester (Berol Kemi)

2) Dodecylbenzolsulphonsäure (Berol Kemi)

3) Ethoxyliertes Nonylphenol (8 Ethylenoxideinheiten pro Molekül) (Hüls)

4) Ethoxyliertes Nonylphenol (4 Ethylenoxideinheiten pro Molekül) (Berol Kemi)

5) GravexTM 19 (Shell)

Beispiel 2

Phenmedipham- und Metamitrondispersionen, die eine auf Öl basierende Lösung als flüssige Phase enthalten.

Die Dispersionen I und II mit dem wie nachstehend angegebenen Inhalt wurden auf die gleiche Weise wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt.

Bestandteile Dispersion Triethanolamin Sulfosoft TM Spindelöl Marlophen TM 88H Berol TM 26 Butylglycol Metamitron, technische Qualität, Phenmedipham, pH-Wert der Dispersion (in einer 1 : 10 Verdünnung mit Wasser)

Eine kombinierte Zusammensetzung, die aus 75 Gew.-% der Dispersion I und 25 Gew.-% der Dispersion II besteht, wurde durch Mischen der Dispersionen hergestellt. Die gebildete Zusammensetzung war eine viskose Zusammensetzung, die etwa 6% Phenmedipham und etwa 17% Metamitron enthielt, die mit Wasser durch ein etwas verlängertes Mischen verdünnt werden konnte und zu stabilen Dispersionen führte.

Beispiel 3

Metamitrondispersion, die eine auf Öl basierende Lösung als flüssige Phase enthält.

Die Lösungen I und II wurde durch Mischen hergestellt und ein Gewichtsteil des Metamitrons (technische Qualität, 98%) wurde 3 Gewichtsteilen der flüssigen Phase jede von I und II einverleibt, und jede der sich ergebenden Mischungen wurde in einer mit Glaskugeln (φ 1 mm) beladenen Kugelmühle gemahlen.

Trübungstemperaturen für die sich ergebenden Lösungen I und II und das Aussehen der bei Zugabe von Leitungswasser zu den Lösungen gebildeten Microemulsionen sind in Tabelle 2 angegeben. Es ist zu beachten, daß sie alle als homogene Flüssigkeiten erscheinen, die sich nicht in ihre Bestandteile abtrennen.

Tabelle 2
Monoethanolamin Berol TM 724 Spindelöl Solvesso TM Marlophen TM 60%ige Lösung von Cocoalkyl-β-aminopropionsäure in Diethylenglycol Insgesamt Aussehen durchsichtige, gelbe Flüssigkeit pH-Wert (in einer 1 : 10 Verdünnung mit Wasser) Trübungstemperatur leicht trübe Flüssigkeit opake, aber durchsichtige Flüssigkeit Metamitron technischer Qualität,

* SolvessoTM 150 ist ein 99% aromatischer Kohlenwasserstoff, Flammpunkt 166ºC, Siedepunkt 187 bis 210ºC, erhältlich von Exxon Corporation.

Beispiel 4

Metamitron- und Phenmediphamdispersionen, die eine auf Öl basierende Lösung als flüssige Phase aufweisen.

Dispersionen I und II mit dem in Tabelle 3 angegebenen Gehalt wurden auf die gleiche Weise wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt.

Tabelle 3
Hydro Para Halpasol TM Berol TM Monoethanolamin Phenmedipham technischer Qualität, Metamitron % Phenmedipham in der Zusammensetzung % Metamitron in der Zusammensetzung pH-Wert (in einer 1 : 10 Verdünnung mit Wasser) etwa 3

1) Saurer Phosphorsäureester (Berol Kemi)

4) Ethoxyliertes Nonylphenol (4 Ethylenoxideinheiten pro Molekül (Berol Kemi)

6) Lösungsmittelraffiniertes Paraffinmineralöl (Norsk Hydro) (4% Aromaten, Viskosität 19,7 cSt bei 40ºC)

7) Paraffinkohlenwasserstoff, < 0,1% aromatischer Kohlenwasserstoff, Siedepunkt 190-240ºC, Flammpunkt > 70ºC (Haltermann)

8) Ethoxyliertes Dinonylphenol (9 Ethylenoxideinheiten pro Molekül) (Berol Kemi)

Wenn die ölenthaltenden, flüssigen Phasen mit Wasser gemischt werden, bilden sie keine stabile transparente Microemulsion wie in den vorstehenden Beispielen beschrieben, sondern bilden eher herkömmliche Emulsionen die jedoch Öl nur sehr langsam ausfällen. Die Neigung, Sedimente von Öl abzutrennen, die feinkörniges Metamitron bzw. Phenmedipham enthalten, ist vernachlässigbar.

Eine kombinierte Zusammensetzung von 77,5 Gew.-% der Dispersion I und 22,5 Gew.-% der Dispersion II wurde durch Mischen der Dispersionen hergestellt. Die Zusammensetzung enthielt etwa 19% Metamitron und 6,5% Phenmedipham.

Die Dispersion I (Metamitron) und die vorstehend erwähnte gemischte Dispersion waren beide thixotrop. Obgleich sie etwas viskos erscheinen, sind sie leicht in 98 bis 95% Wasser zu mischen (zu emulgieren und zu dispergieren). Das Mischen wird erleichtert, weil die Dichte der Dispersionen weniger ist als die von Wasser.


Anspruch[de]

1. Stabilisierte, flüssige, herbizide Zusammensetzung, umfassend Phenmedipham oder Desmedipham, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung eine Emulsion, umfassend Phenmedipham und/oder Desmedipham, dispergiert in einer kontinuierlichen Phase eines öligen Bestandteils, ist und

a) 5-40 Gew.-% Phenmedipham und/oder Desmedipham einer Teilchengröße von weniger als 10 um,

b) 15-65 Gew.-% eines öligen Bestandteils, bestehend aus einem oder mehreren Mineral- und/oder Pflanzenölen,

c) 10-40 Gew.-% eines oberflächenaktiven Bestandteils, umfassend ein oder mehrere oberflächenaktive Mittel, und

d) bis zu 40% Wasser,

umfaßt, wobei die Zusammensetzung so angepaßt ist, daß eine stabile, gebrauchsfertige Emulsion vom Öl-in-Wasser-Typ oder Microemulsion durch Verdünnen mit Wasser in einem Verhältnis von einem Teil der Zusammensetzung zu 1-10 Teilen Wasser, bezogen auf das Volumen, gebildet wird.

2. Herbizide Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei mindestens 50% des Phenmedipham und/oder Desmedipham eine Teilchengröße von 3-5 um aufweisen.

3. Herbizide Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, enthaltend Wasser, wobei die flüssige Phase sauer ist.

4. Zusammensetzung nach Anspruch 3, wobei die flüssige Phase einen pH von 2-4 aufweist.

5. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1-4, die weiterhin ein oder mehrere weitere Herbizide, ausgewählt aus Metamitron, Chloridazon und Ethofumesat, umfaßt.

6. Verfahren zur Herstellung einer herbiziden Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1-5, in dem Phenmedipham und/oder Desmedipham mit den anderen Bestandteilen der Zusammensetzung gemischt wird (werden), und das Gemisch zerkleinert oder zermahlen wird, um das Phenmedipham und/oder Desmedipham in eine kontinuierliche Phase des öligen Bestandteils zu dispergieren.

7. Verfahren zur Herstellung einer herbiziden Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1-5, wobei das Phenmedipham und/oder Desmedipham in Form einer wäßrigen Aufschlemmung so verkleinert ist (sind), daß das Phenmedipham und/oder Desmedipham eine Teilchengröße von weniger als 10 um aufweist (aufweisen), und die Aufschlemmung mit den anderen Bestandteilen gemischt wird, um eine Emulsion zu bilden.

8. Verfahren zum Bekämpfen von Unkraut, welches das Aufbringen einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1-5 auf einem Ort, wo Unkraut wächst oder erwartet wird, daß Unkraut wächst, umfaßt.

9. Verfahren zum Kontrollieren von Unkraut in Bete nach Anspruch 8.







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