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Dokumentenidentifikation DE4303012A1 04.08.1994
Titel Mittel zum Schutz technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe
Anmelder Desowag Materialschutz GmbH, 4000 Düsseldorf, DE
Erfinder Metzner, wolfgang, 4150 Krefeld, DE;
Wegen, Hans-Werner, 4150 Krefeld, DE;
Pallaske, Michael, 4152 Kempen, DE;
Simonin, Jean-Brice, Paris, FR;
Stiefbold, Maurice, Bassussarry, FR
DE-Anmeldedatum 03.02.1993
DE-Aktenzeichen 4303012
Offenlegungstag 04.08.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.08.1994
IPC-Hauptklasse A01N 47/34
IPC-Nebenklasse C09D 5/14   C09D 7/12   C09D 7/02   C09D 5/02   B27K 3/50   
IPC additional class // (A01N 47/34,43:653)A01N 25/02,25/30,C09D 17/00,7/06,133/04,131/04,167/00,175/04,183/04,191/00,193/00,195/00  
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Mittel zum Schutz technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe, vor Schädigung oder Zerstörung durch biologische Schädlinge, insbesondere holzfressende Insekten, auf Basis mindestens eines insektiziden Wirkstoffes neben mindestens einem Verdünnungs- und/oder Lösungsmittel sowie gegebenenfalls mindestens einem organisch-chemischen Bindemittel, gegebenenfalls mindestens einem weiteren Wirkstoff sowie gegebenenfalls weiteren Verarbeitungshilfs- und Zusatzmitteln, wobei das Mittel dadurch gekennzeichnet ist, daß der insektizide Wirkstoff (Komponente I) mindestens eine Benzoylharnstoffverbindung der allgemeinen Formel
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ist und im Gemisch mit einer eine synergistische Wirkung erzeugenden Menge mindestens eines Triazol-Fungizides (Komponente II) in dem Mittel enthalten ist.
Die vorliegende Erfindung betrifft des weiteren ein Verfahren zum Schutz technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe, vor Schädigung oder Zerstörung durch biologische Schädlinge, insbesondere holzfressende Insekten, sowie die Verwendung des erfindungsgemäßen Holzschutzmittels.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft Mittel zum Schutz technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe, vor Schädigung oder Zerstörung durch biologische Schädlinge, insbesondere holzfressende Insekten, auf Basis mindestens eines insektiziden Wirkstoffes neben mindestens einem Verdünnungs- und/oder Lösungsmittel sowie gegebenenfalls mindestens einem organisch-chemischen Bindemittel, gegebenenfalls mindestens einem weiteren Wirkstoff sowie gegebenenfalls weiteren Verarbeitungshilfs- und Zusatzmitteln. Die vorliegende Erfindung betrifft des weiteren ein Verfahren zum Schutz technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe, vor Schädigung oder Zerstörung durch biologische Schädlinge, insbesondere holzfressende Insekten, sowie die Verwendung des erfindungsgemäßen Holzschutzmittels.

Im Pflanzenschutz wird seit längerem erfolgreich eine neue Wirkstoffgruppe, die sogenannten Chitinsynthesehemmer, zur Bekämpfung saugender und beißender Insekten eingesetzt. Es handelt sich dabei um insektizid wirkende substituierte Benzoylharnstoffverbindungen, insbesondere auch substituierte N-Aroyl-N&min;-phenyl-harnstoffverbindungen.

Der spezifische Wirkungsmechanismus dieser Verbindungsklasse liegt darin, daß die vorgenannten substituierten Benzoylharnstoffverbindungen als Chitinsynthesehemmer in die Entwicklung, d. h. insbesondere in die larvalen Stadien von Insekten eingreifen. Dabei sind nicht nur die Häutungsstadien der Larve eines Schadinsekts betroffen, sondern auch die Metamorphose mit der Ausbildung einer Puppe bzw. eines fertigen Insekts wird beeinflußt, wobei die morphologischen Veränderungen in diesem Entwicklungsstadium ebenfalls zur Abtötung des Insekts führen. Aufgrund dieses Wirkungsmechanismus zeigen die Chitinsynthesehemmer im allgemeinen keinen Einfluß auf adulte Tiere.

Durch ihren Eingriff in die Chitinbildung unterscheidet sich diese neue Wirkstoffgruppe wesentlich von konventionellen Insektiziden, wie beispielsweise Cholinesterasehemmern oder den das Nervensystem von Insekten schädigenden Pyrethroiden, wobei die betreffenden substituierten Benzoylharnstoffverbindungen gegenüber diesen konventionellen Insektiziden entscheidende Vorteile aufweisen, da sie meist toxikologisch unbedenklich, hoch selektiv und nützlingsschonend sind.

Die vorgenannten Benzoylharnstoffverbindungen sind vorwiegend Fraßinsektizide, d. h. ihre Aufnahme erfolgt über den Resorptionsweg eines Insekts. Eine kontaktinsektizide Wirksamkeit konnte bei den üblichen Anwendungskonzentrationen nur in sehr geringem Maße festgestellt werden, weshalb eine schädigende Wirkstoffaufnahme durch Nutzinsekten, die lediglich mit dem Insektizid in Berührung kommen, weitgehend ausgeschlossen werden kann. Diese nutzinsektenschonende Eigenschaft und die wesentliche Einengung der biologischen Wirkung der Chitinsynthesehemmer auf Organismen, die über ein chitinhaltiges Außenskelett verfügen, sind die besonderen Vorteile der neuen Wirkstoffgruppe.

Insbesondere wegen dieser hohen Selektivität und keiner nachweisbaren Warmblütertoxizität wurde bereits vorgeschlagen, die Anwendung von Chitinsynthesehemmern über den reinen Pflanzenschutz hinaus auszudehnen. Es wurden beispielsweise als Wirkstoffe aus der Verbindungsklasse der substituierten Benzoylharnstoffverbindungen die Pflanzenschutzinsektizide Dimilin (Diflubenzuron) und Alsystin (Triflumuron) in ihrer Wirkung auf verschiedene Holzschädlinge getestet, wobei jedoch keine zufriedenstellenden Ergebnisse hinsichtlich wirksamer Anwendungskonzentrationen und Wirkungsbreite der getesteten Benzoylharnstoffe erhalten werden konnten.

Weiterhin ist aus der europäischen Patentanmeldung 0 275 132 bekannt, die insektizide Benzoylharnstoffverbindung Flufenoxuron als Chitinsynthesehemmer gegen holzzerstörende Termiten einzusetzen.

Ein Holzschutzmittel auf Basis der bekannten Benzoylharnstoffverbindungen mit einem breiten Anwendungsbereich ist jedoch bisher nicht aus dem Stand der Technik bekannt. Dies hat insbesondere folgende Gründe: Die Eindringtiefe von Holzschutzmitteln beträgt üblicherweise im Streich-, Sprüh- und Tauchverfahren nur wenige Millimeter. Ein insektizider Wirkstoff muß daher in der Lage sein, eindringende Holzzerstörer innerhalb dieses Tränkbereiches des Holzes abzutöten. Herkömmliche Insektizide wie die häufig im Holzschutz verwendeten Pyrethroide sind hoch- und schnellwirksame Verbindungen, die in korrekter Dosierung einen sicheren Schutz bieten. Chitinsynthesehemmer wie Flufenoxuron sind langsam wirkende Fraßgifte, die nur auf das noch nicht vollentwickelte Insekt und nur unter der Voraussetzung, daß vom Schadorganismus eine hinreichend hohe Wirkstoffmenge aufgenommen wird, wirken. Diese Eigenschaften der Chitinsynthesehemmer machten ihren Einsatz im Holzschutz bislang unmöglich. Tiere, die ohne Häutung bzw. Metamorphose, d. h. ohne ein Entwicklungsstadium mit Ausbildung einer neuen Chitincuticula, die dünne Schutzzone durchfressen, werden nicht abgetötet und setzen im Inneren des Holzes ihren Schadfraß ungehindert fort.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein Mittel zum Schutz von Holz und Holzwerkstoffen bereitzustellen, in dem die vorgenannten substituierten Benzoylharnstoffverbindungen, insbesondere substituierte N-Aroyl-N&min;-phenyl-harnstoffverbindungen, als wirksame Insektizide mit den beschriebenen vorteilhaften Wirkungen eingesetzt werden können. Es sollte dabei außerdem eine Formulierung gefunden werden, die zu einer Verbesserung der Wirksamkeit der neuen Wirkstoffe gegen holzschädigende und -zerstörende Insekten führt, wobei die Anwendungskonzentrationen der Chitinsynthesehemmer möglichst gering sein sollten.

Es wurde nun ein Mittel zum Schutz technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe, gefunden, mit dem die vorgenannte Aufgabe gelöst wird. Gegenstand der Erfindung ist ein Mittel, das als insektiziden Wirkstoff (Komponente I) mindestens eine Benzoylharnstoffverbindung der allgemeinen Formel



in der die Substituenten folgende Bedeutung haben:

R1 ist ein Halogen- oder Wasserstoffatom,

R2 ist ein Halogenatom,

X ist ein Wasserstoffatom, Halogenatom, eine Alkylgruppe, eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe, eine Alkoxygruppe und/oder eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkoxygruppe,

wobei Halogen jeweils für Fluor, Chlor und/oder Brom steht,

m hat den Wert 1, 2 oder 3, wobei die Substituenten X gleich oder verschieden sind,

Y stellt ein Wasserstoffatom, Halogenatom, eine Alkylgruppe, eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe und/oder eine Alkoxygruppe dar, wobei Halogen für Fluor, Chlor und/oder Brom steht,

n weist den Wert 1, 2, 3 oder 4 auf, wobei die Substituenten Y gleich oder verschieden sind,

R3 steht für ein Halogenatom oder eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe, wobei Halogen für Fluor, Chlor und/oder Brom steht, oder R3 ist eine Gruppe der Formel -OR, in der R eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe darstellt und Halogen für Fluor, Chlor und/oder Brom steht, oder R ist ein substituierter Phenylrest der Formel



worin Z ein Wasserstoffatom, Halogenatom, eine Alkyl-, Halogenalkyl-, Polyhalogenalkyl-, Alkoxy-, Halogenalkoxy- und/oder Polyhalogenalkoxygruppe bedeutet und p den Wert 1, 2, 3 oder 4 hat, wobei die Substituenten Z gleich oder verschieden sind und Halogen für Fluor, Chlor und/oder Brom steht; R4 ist ein Halogenatom oder eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe, wobei Halogen Fluor, Chlor und/oder Brom bedeutet, und Q steht für die Gruppe CH oder ein Stickstoffatom,

enthält, wobei dieser insektizide Wirkstoff (Komponente I) im Gemisch mit einer eine synergistische Wirkung erzeugenden Menge mindestens eines Triazol-Fungizides (Komponente II) in dem Mittel enthalten ist.

Besonders bevorzugt wird als Komponente I mindestens eine Benzoylharnstoffverbindung der allgemeinen Formel



eingesetzt, in der die Substituenten folgende Bedeutung haben:

R1 ist ein Fluor-, Chlor- oder Wasserstoffatom,

R2 bedeutet ein Fluor- oder Chloratom,

X steht für Wasserstoff, wobei m den Wert 3 hat,

Y stellt ein Wasserstoff-, Fluor und/oder Chloratom dar,

n weist den Wert 1, 2, 3 oder 4 auf, wobei die Substituenten Y gleich oder verschieden sind,

R3 steht für ein Fluor- oder Chloratom oder eine Gruppe der Formel -OR, in der R eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe mit bis zu 6 C-Atomen darstellt, oder R ist ein substituierter Phenylrest der Formel



worin Z ein Wasserstoff, Fluor- und/oder Chloratom bedeutet und p den Wert 1, 2, 3 oder 4, wobei die Substituenten Z gleich oder verschieden sind; R4 steht für eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe mit bis zu 6 C-Atomen, wobei die vorgenannten Halogenatome vorzugsweise Fluor und/oder Chlor sind, und Q steht für die Gruppe CH oder ein Stickstoffatom.

Es wurde dabei festgestellt, daß zur Ausrüstung von Holz gegen holzfressende Schadinsekten mit den vorgenannten substituierten Benzoylharnstoffverbindungen allein eine wirksame Auftragsmenge des Insektizids von mindestens 3 g/m2 erforderlich ist, während hingegen durch die erfindungsgemäße synergistische Kombination mit einem Triazol-Fungizid eine überraschende Wirkungssteigerung von mindestens 100% erreicht werden kann, wobei diese Wirkungssteigerung von der Menge an eingesetztem Triazol-Fungizid sowie insbesondere von der ausgewählten fungiziden Triazolverbindung selbst abhängig ist. Das Einfressen der Larven holzzerstörender Insekten kann dadurch in zufriedenstellender Weise verhindert werden. Das Ausmaß des synergistischen Effektes ist dabei im Konzentrationsbereich von 0,6 bis 0,8 Gewichtsprozent bei Azaconazol am stärksten ausgeprägt.

Die durchgeführten Versuche zur Ermittlung der synergistischen Wirksamkeit des erfindungsgemäß eingesetzten Wirkstoffgemisches haben einen weiteren überraschenden Effekt aufgezeigt, der bewirkt, daß die Larven schon im ersten Stadium ihrer Existenz, in dem noch keine Häutung mit Ausbildung einer neuen Chitincuticula erfolgt, geschädigt und abgetötet werden. Eine Untersuchung des Magen-Darm-Traktes der toten und geschädigten Tiere ergab Hinweise auf eine Beeinträchtigung des Chitinnetzes (peritrophische Membran), das den Darminhalt von holzzerstörenden Insekten normalerweise umgibt, um die Darmwand vor Verletzung durch Holzsplitter zu schützen. Durch die synergistische Kombination von Triazol-Fungiziden mit den erfindungsgemäß eingesetzten Benzoylharnstoffverbindungen kommt es also zu einer überadditiven Steigerung der Wirksamkeit der insektiziden Komponente, die überraschenderweise dazu führt, daß - im Gegensatz zur Anwendung von beispielsweise Flufenoxuron allein - die Bildung der peritrophischen Membran bereits im frühen Larvenstadium behindert wird, wodurch eine Vorschädigung des Schadinsekts über den Magen-Darm-Trakt auch ohne Häutung erzielt wird, so daß das Eindringvermögen der Larven in das Holz bzw. ihre Fraßaktivität bereits in dieser Lebensphase deutlich herabgesetzt werden kann.

Diese vorteilhafte Wirkungsteigerung wird vorzugsweise durch ein Wirkstoffgemisch erzielt, in dem das Gewichtsverhältnis von Komponente I zu Komponente II 1 : 2 bis 1 : 20 000 beträgt. Die beanspruchten Werte des Gewichtsverhältnisses von substituierter Benzoylharnstoffverbindung zu dem Triazol-Fungizid variieren in Abhängigkeit von den zu bekämpfenden Insektenarten und ökonomischen Gesichtspunkten hinsichtlich der einzusetzenden insektiziden Wirkstoffkonzentration. Außerdem kann durch einen bestimmten Mindestgehalt an fungizider Komponente in dem Holzschutzmittel zusätzlich eine Wirksamkeit des Mittels gegen holzverfärbende, -schädigende und -zerstörende Pilze erreicht werden. Eine solche Wirkung ist bei den vorgenannten Gewichtsverhältnissen nicht notwendigerweise vorhanden.

Insbesondere wurde gefunden, daß unter diesen Gesichtspunkten ein Gewichtsverhältnis von Komponente I zu Komponente II in dem Mittel von 1 : 10 bis 1 : 15 000 bevorzugt wird.

Durch die synergistische Wirkungssteigerung ergibt sich der zusätzliche Vorteil, daß durch die anzuwendende geringere Menge an Komponente I in einem wirksamen insektiziden Holzschutzmittel gemäß der vorliegenden Erfindung eine wesentliche Kostenersparnis gegenüber der Anwendung der substituierten Benzoylharnstoffverbindung allein erzielt wird.

Es aber auch möglich, daß die Komponente I in einem höheren Gewichtsanteil als die Komponente II in dem erfindungsgemäßen Mittel vorliegt. Der synergistische Effekt geht hierdurch nicht verloren, jedoch wäre eine derartige Kombination der beiden Wirkstoffe in einem Holzschutzmittel zur Zeit unwirtschaftlich, da die erfindungsgemäß eingesetzten insektiziden Benzoylharnstoffverbindungen wesentlich teurer sind als die üblicherweise im Holzschutz verwendeten Triazol-Fungizide.

Erfindungsgemäß enthält das neue Holzschutzmittel mindestens eine Verbindung entsprechend Komponente I und mindestens eine Verbindung entsprechend Komponente II. Es können jedoch auch Gemische verschiedener Benzoylharnstoffverbindungen und/oder Gemische verschiedener Triazol-Fungizide eingesetzt werden.

Besonderes vorteilhafte Wirkungen lassen sich mit einem Mittel erzielen, das als fungizde Komponente II ein Triazol-Fungizid, ausgewählt aus Azaconazol (1-[[2- (2,4-Dichlorphenyl)-1,3-dioxolan-2-yl]-methyl]-1H- 1,2,4-triazol, Tebuconazol (α-[2-(4-Chlorphenyl)ethyl)- α-[1,1-dimethyl-ethyl]-1H-1,2,4-triazol-1-ethanol) und/ oder Propiconazol, (1-[[2-(2,4-Dichlorphenyl)-4-propyl- 1,3-dioxolan-2-yl]-methyl]-1H-1,2,4-triazol), enthält.

Weiterhin wurde gefunden, daß als Komponente I vorzugsweise Flufenoxuron (1-[4-(2-Chlor-α,α,α-trifluor-p- tolyloxy)-2-fluorphenyl]-3-(2,6-difluorbenzoyl)-harnstoff), Hexaflumuron (1-[3,5-Dichlor-4-(1,1,2,2-tetrafluorethoxy)-phenyl]-3-(2,6-di-fluorbenzoyl)-harnstoff) und/oder Trifluron (1-(4-Trifluormethoxy-phenyl)-3-(2- chlorbenzoyl)-harnstoff) als Chitinsynthesehemmer in dem erfindungsgemäßen Mittel eingesetzt werden sollte. Aufgrund der beschriebenen Wirkungseigenschaften werden von den erfindungsgemäß eingesetzten synergistischen Wirkstoffgemischen die häutungsfähigen Entwicklungsstadien holo- und hemimetaboler Holzschadinsekten, insbesondere aus der Ordnung Coleoptera (Käfer), wie beispielsweise Hylotrupes bajulus, Anobium punctatum, Splintholzkäfer (Lyctidae) und Xestobium rufovillosum, und aus der Ordnung Isoptera (Termiten) beeinflußt.

Da die Verbindungsklasse der erfindungsgemäß eingesetzten substituierten Benzoylharnstoffverbindungen eine sehr gute Lichtstabilität und Auswaschstabilität aufweist, treten keine Persistenzprobleme in den behandelten Hölzern auf.

Es ist bereits bekannt, die neuen Chitinsynthesehemmer für anwendungsfertige Formulierungen im Pflanzenschutz mit gebräuchlichen Insektiziden und Fungiziden zu kombinieren, ohne daß hierdurch Beeinträchtigungen in ihrer Wirksamkeit auftreten. Es wurde daher festgestellt, daß das synergistische Wirkstoffgemisch in dem erfindungsgemäßen Holzschutzmittel mit weiteren Wirkstoffen, nämlich im Holzschutz üblichen Insektziden und Fungiziden versetzt werden kann, um das Wirkungsspektrum zu erweitern.

Darüber hinaus enthält das erfindungsgemäßen Holzschutzmittel mindestens ein Verdünnungs- und/oder Lösungsmittel, gegebenenfalls mindestens ein organisch-chemisches Bindemittel sowie gegebenenfalls mindestens ein weiteres Verarbeitungshilfs- und Zusatzmittel.

Vorzugsweise enthält das Mittel bis zu 99,94995 Gew.-% eines Gemisches, bestehend aus mindestens einem organisch-chemischen Bindemittel und mindestens einem Verdünnungsmittel und/oder Lösungsmittel und/oder mindestens einem Emulgator und/oder Netzmittel.

Das Verdünnungs- und/oder Lösungsmittel enthält bevorzugt ein organisch-chemisches Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch, vorzugsweise ein öliges oder ölartiges schwerflüchtiges organisch-chemisches Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch oder ein Gemisch aus Wasser und/oder mindestens einem organisch-chemischen Lösungsmittel, vorzugsweise mindestens einem öligen oder ölartigen, schwerflüchtigen, organisch-chemischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch, und/oder mindestens einem Emulgator und/oder Netzmittel, oder das Verdünnungs- und/oder Lösungsmittel besteht aus einem oder mehreren dieser Bestandteile.

Als Lösungsmittel werden polare oder unpolare organisch-chemische Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemische oder Mischungen aus polaren und unpolaren organisch-chemischen Lösemitteln oder Gemische aus Wasser und einem organisch-chemischen Lösemittel, vorzugsweise einem polaren organisch-chemischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch, und mindestens einem Emulgator bzw. Lösungsvermittler eingesetzt.

Als polare organisch-chemische Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemische werden bevorzugt Hydroxy- und/oder Ethergruppen und/oder Ketogruppen und/oder Estergruppen enthaltende Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemische eingesetzt. Vorzugsweise gelangen Alkohole, Glykole, Glykolether, Diacetonalkohol, wasserlösliche Polyole und deren Ester zum Einsatz.

Als unpolare Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemische können aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffe oder ein Lösungsmittelgemisch aus aromatischen und aliphatischen KWS eingesetzt werden.

Es können insbesondere aber auch schwerflüchtige ölige oder ölartige Lösungsmittel mit einer Verdunstungszahl über 35 und einem Flammpunkt oberhalb 30°C, vorzugsweise oberhalb 45°C, eingesetzt werden. Als derartige schwerflüchtige wasserunlösliche, ölige oder ölartige Lösungsmittel werden entsprechende Mineralöle oder deren Aromatenfraktionen oder mineralölhaltige Lösungsmittelgemische, vorzugsweise Testbenzin, Spindelöl, Petroleum, Terpentinöl, Terpenkohlenwasserstoffe, aromatenfreie Petroleumfraktionen und/oder Alkylbenzole usw., verwendet.

Als organisch-chemische Bindemittel werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung die an sich bekannten wasserverdünnbaren und/oder in den eingesetzten organisch- chemischen Lösungsmitteln löslichen oder dispergier- bzw. emulgierbaren Kunstharze und/oder bindende trocknende Öle, insbesondere Bindemittel bestehend aus oder enthaltend Acrylatharz, ein Vinylharz, z. B. Polyvinylacetat, Polyesterharz, Polykondensations- oder Polyadditionsharz, Polyurethanharz, Alkydharz, Siliconharz, trocknende pflanzliche und/oder trocknende Öle und/oder physikalisch trocknende Bindemittel auf der Basis eines Natur- und/oder Kunstharzes verwendet.

Als Bindemittel können insbesondere Kunstharze in Form einer Emulsion, Dispersion oder Lösung, vorzugsweise Alkydharze bzw. modifizierte Alkydharze oder Phenolharze und/oder Kohlenwasserstoffharze, vorzugsweise Inden-Cumaronharze, verwendet werden. Als Bindemittel können aber auch Bitumen oder bituminöse Substanzen bis zu 10 Gew.-% eingesetzt werden.

Das organisch-chemische Bindemittel oder Bindemittelgemisch kann ganz oder teilweise durch mindestens ein Fixierungsmittel und/oder mindestens einen Weichmacher ersetzt sein.

Als Emulgiermittel enthält das erfindungsgemäße Holzschutzmittel anionische oder kationische Emulgatoren oder Emulgatorgemische. Als Beispiele für anionische Emulgatoren seien Alkyl-, Aryl- und/oder Alkylarylsulfonate oder Phosphorsäurepartialester genannt. Als kationische Emulgatoren können quaternäre Ammoniumverbindungen zum Einsatz kommen.

Vorzugsweise werden nichtionische Emulgatoren oder Emulgatorgemische eingesetzt, beispielsweise Alkylpolyglykolether oder -ester und/oder Alkylarylpolyglykolether oder -ester, Alkylphenolpolyglykolether, Polyoxyethylenderivate, Carbonsäurepolyethylenglykolester, Alkylolamide, eine Seitengruppe enthaltende ethoxylierte Phenole, vorzugsweise ethoxyliertes Nonylphenol und/oder eine ethoxylierte Fettsäure, Fettsäurester von Polyhydroxyverbindungen, insbesondere Mono- und Difettsäureester von Glycerin, Polyglycerin oder Glycerinpolyethylen- oder -polypropylenglykolethern.

Die Emulgatoren können auch mit Netzmitteln kombiniert werden, z. B. mit Netzmitteln auf der Basis organischer Phosphoraminverbindungen.

Insbesondere zur Herstellung von Emulsionskonzentraten oder wasserhaltigen Holzschutzmitteln werden die organisch-chemischen Lösungsmittel insbesondere mit Lösungsmitteln, vorzugsweise Hydroxyl- oder Ethergruppen enthaltenden Lösungsmitteln oder Lösungsvermittlern, vermischt.

Als organisch-chemische polare Lösungsmittel werden Hydroxylgruppen und/oder Ethergruppen und/oder Ketogruppen enthaltende organisch-chemische Lösungsmittel verwendet.

Als Hydroxylgruppen und/oder Ethergruppen und/oder Ketogruppen enthaltende organisch-chemische Lösungsmittel werden vorzugsweise Ethylenglykol (2-Hydroxyethanol), Diethylenglykol (2,2-Dihydroxy-diethylether), Ethylglykol (2-Hydroxy-diethylether), Butylglykol (1-Hydroxy-2-n-butoxy-ethan) und/oder Ethyldiglykol (2-Hydroxy-2-ethoxy-diethylether) und/oder Diacetonalkohol eingesetzt.

Als Lösungsvermittler werden anionenaktive oder kationenaktive, vorzugsweise jedoch nichtionische Tenside verwendet, welche die Wirkstoffe lösen und zusammen mit Wasser eine stabile Emulsion bilden.

Als Beispiele für anionische Tenside seien Alkyl-, Aryl- und/oder Alkylarylsulfonate, für kationische Tenside quaternäre Ammoniumverbindungen genannt. Als Beispiele für nichtionische Tenside sind Alkylpolyglykolether oder -ester und/oder Alkylarylpolyglykolether oder -ester, Polyoxyethylenderivate, ethoxyliertes Nonylphenol, Fettsäurester von Polyhydroxyverbindungen, wie insbesondere Mono- und Difettsäureester von Glycerin, Polyglycerin oder Glycerinpolyethylen- oder -polypropylenglykolethern, zu nennen.

Das erfindungsgemäße Mittel kann zusätzlich an sich bekannte Farbstoffe, Pigmente, wasserabweisende Mittel, Geruchskorrigentien und -inhibitoren bzw. Korrosionsschutzmittel und dgl. enthalten. Als weiterer Zusatz kann in dem erfindungsgemäßen Mittel ein Aminoalkohol zur pH-Wertregulierung und/oder als Co-Emulgator, vorzugsweise Monoethanolamin, enthalten sein.

Für bestimmte Rezepturen kann es zweckmäßig sein, Antischaummittel wie Siliconentschäumer oder Alkylphosphate, vorzugsweise n-Butylphosphat, zuzusetzen.

Weiterhin können andere Zusatzmittel, wie beispielsweise UV-Stabilisatoren, Verdickungsmittel sowie Sikkative zugefügt werden. Als Sikkative (Trockenstoffe), die vorzugsweise in Kombination mit einem Bindemittel auf der Basis eines pflanzlichen Öles eingesetzt werden, gelangen vorzugsweise Kobalt-, Zink-, Cer- und/ oder Manganoctoat und/oder -naphthenat zur Verwendung.

Als Rückverdünnungsmittel zur Herstellung von anwendungsfertigen Mitteln aus Konzentraten werden die vorgenannten Verdünnungsmittel oder Verdünnungsmittelgemische, gegebenenfalls in Kombination mit Bindemitteln, Zusatzstoffen, Verarbeitungshilfsmitteln, Farbstoffen, Farbpigmenten, UV-Stabilisatoren, Korrosionsinhibitoren und dgl., eingesetzt.

Zusätzlich kann das erfindungsgemäße Holzschutzmittel ein Stabilisierungsmittel oder Stabilisierungsmittelgemisch auf Basis mindestens eines Aryl-, Alkyl- oder Arylalkyl-Gruppen tragenden Phenols, eines Bisphenols oder Bisphenolderivates, eines Bis-hydroxyarylalkans oder Bis-hydroxyarylalkanderivates, eines Polyoxypolyphenylalkans und/oder mindestens eines Phosphatids enthalten.

Mit Hilfe des Stabilisierungsmittels oder Stabilisierungsmittelgemisches gelingt es, die Wirkstoffe chemisch und/oder physikalisch stabil in dem Holzschutzmittel zu halten, selbst wenn der Anteil an aliphatischen Kohlenwasserstoffen sehr hoch ist.

Das erfindungsgemäße Holzschutzmittel kann in Form eines Konzentrates oder als anwendungsfertiges Mittel, beispielsweise als Anstrichmittel in Form einer Lasur, insbesondere einer Farblasur, oder als Tränkmittel, vorliegen, wobei das anwendungsfertige Mittel eine entsprechende Menge mindestens eines Verdünnungsmittels sowie gegebenenfalls weitere Verarbeitungshilfs- und Zusatzstoffe enthält.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält das erfindungsgemäße Mittel als anwendungsfertiges Mittel

0,00005 bis 0,5 Gew.-%, vorzugsweise

0,0001 bis 0,2 Gew.-%,

der Komponente I,

0,05 bis 2 Gew.-%, vorzugsweise

0,25 bis 1,5 Gew.-%,

der Komponente II,

0,9 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise

3 bis 33 Gew.-%,

mindestens eines organisch-chemischen Bindemittels und/ oder Weichmachers und/oder Fixierungsmittels,

0 bis 8 Gew.-%, vorzugsweise

0,1 bis 4 Gew.-%,

mindestens eines wasserlöslichen und/oder wasserunlöslichen Farbstoffes, Farbpigmentes und/oder Korrosionsschutzmittels, Sikkatives und/oder Stabilisators und

44 bis 99 Gew.-%, vorzugsweise

58 bis 95 Gew.-%,

eines Verdünnungsmittels, bestehend aus einem organisch-chemischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch oder aus einem Gemisch aus Wasser und mindestens einem organisch-chemischen Lösungsmittel und mindestens einem Emulgator und/oder Netzmittel.

Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält das erfindungsgemäße Mittel als Konzentrat

0,002 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise

0,003 bis 2 Gew.-%,

der Komponente I,

0,01 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise

1 bis 8 Gew.-%,

der Komponente II und

2 bis 85 Gew.-%, vorzugsweise

8 bis 60 Gew.-%,

mindestens eines organisch-chemischen Bindemittels und/ oder Weichmachers und/oder Fixierungsmittels sowie einem Restbestandteil, bestehend aus einem organisch- chemischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch oder aus einem Gemisch aus Wasser und mindestens einem organisch-chemischen Lösungsmittel und mindestens einem Emulgator und/oder Netzmittel sowie gegebenenfalls Farbstoffen, Farbpigmenten, Korrosionsschutzmitteln, Sikkativen und/oder Stabilisatoren.

Die vorliegende Erfindung betrifft des weiteren ein Verfahren zum Schutz technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe, vor Schädigung oder Zerstörung durch biologische Schädlinge, insbesondere holzfressende Insekten, wobei man das Holz oder den Holzwerkstoff mit einer wirksamen Menge des erfindungsgemäßen Mittels behandelt.

Die Behandlung des Holzes erfolgt dadurch, daß das erfindungsgemäße Mittel nach bekannten Verfahren, wie beispielsweise Streichen, Spritzen, Sprühen, oder unter Anwendung von Imprägnierverfahren, wie beispielsweise Tauch-, Druck-, Vakuum- oder Doppelvakuumverfahren, auf das Holz aufgebracht wird.

Das Holz oder der Holzwerkstoff wird bevorzugt mit einer Menge von 0,5 bis 2000 g, bezogen auf die synergistische Wirkstoffkombination, pro Kubikmeter Holz behandelt.

Das erfindungsgemäße Mittel wird zur Bekämpfung larvaler Stadien holzschädigender und/oder holzzerstörender Insekten in technischen Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffen, die bereits durch Holzschädlinge befallen sind, verwendet.

Es kann aber auch zum vorbeugenden Schutz gegen den Befall technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe, durch larvale Stadien holzschädigender und/oder holzzerstörender Insekten eingesetzt werden.

Des weiteren kann das erfindungsgemäße Mittel zusätzlich fungizide Eigenschaften aufweisen, so daß es eine vorbeugende oder bekämpfende Wirkung gegen holzverfärbende, -schädigende und/oder -zerstörende Pilze hat, vorzugsweise gegen holzzerstörende Basidiomyceten, wie beispielsweise Serpula lacrimans, Gloeophyllum spec., Poria spec., Lentinus spec., Donkioporia expansa, insbesondere Coniophora puteana, Poria placenta, Gloeophyllum trabeum und Coriolus versicolor, sowie gegen andere holzzerstörende und/oder holzverfärbende Bläuepilze, wie beispielsweise Aureobasidium spec., Sclerophoma spec., Ceratocystis spec., Cladosporium spec., sowie Schimmelpilze, wie beispielsweise Aspergillus spec., Penicillium funicolosum und Trichoderma viride), und Moderfäulepilze, wie beispielsweise Chaetomium globosum, Glenospora graphii, Humicola grisea, Petriella setifera, Phialophora mutabilis und Trichurus spiralis.

In diesem Fall enthält das erfindungsgemäße Mittel vorzugsweise mehrmals 0,25 Gew.-% der fungiziden Komponente II.

Als Grundieranstrichmittel, Imprägnieranstrichmittel oder als Farblasur wird das erfindungsgemäße Mittel bevorzugt in einer Auftragsmenge von 0,002 bis 1 g, bezogen auf die synergistische Wirkstoffkombination, pro Quadratmeter Holzoberfläche angewendet.

Als Tauch- oder Tränkmittel wird es vorzugsweise in einer Menge von 30 bis 150 g, bezogen auf die synergistische Wirkstoffkombination, pro Kubikmeter Holz angewendet.

Die nachfolgenden Ausführungsbeispiele sollen die vorliegende Erfindung erläutern. Ausführungsbeispiele

1. Bekämpfendes Holzbehandlungsmittel Flufenoxuron 0,03 Gew.-% Tebuconazol 0,7 Gew.-% Fixierungsmittel (Polyglykole) 3,0 Gew.-% Lösungsmittel (Testbenzin) 96,27 Gew.-%
2. Holzbehandlungsmittel mit grundierender Wirkung Flufenoxuron 0,05 Gew.-% Tebuconazol 0,9 Gew.-% Dichlofluanid 0,6 Gew.-% Alkydharz (fest) 12,0 Gew.-% Lösungsmittel (Testbenzin) 86,45 Gew.-%
3. Lasurartiges Holzbehandlungsmittel Flufenoxuron 0,05 Gew.-% Tebuconazol 0,9 Gew.-% Dichlofluanid 0,6 Gew.-% Pigment 3,0 Gew.-% Hilfsstoffe (Netzmittel, Sikkative usw.) 3,0 Gew.-% Alkydharz (fest) 23,0 Gew.-% Lösungsmittel (Testbenzin) 69,45 Gew.-%


In der beigefügten Fig. 1 ist die synergistische Wirksamkeit (Fraßgiftwirkung; Fraßtest mit Brettchen) der Kombinationen Flufenoxuron mit Propiconazol, Flufenoxuron mit Tebuconazol und Flufenoxuron mit Azaconazol innerhalb des erfindungsgemäß bevorzugt beanspruchten Gewichtsverhältnisses von Komponente I zu Komponente II von 1 : 10 bis 1 : 15 000 gegen den Holzschädling Hylotrupes bajulus (Hausbockkäfer) sowie (als Vergleich) die insektizide Wirksamkeit von Flufenoxuron allein gegen den vorgenannten Holzschädling graphisch dargestellt.

Die Komponente I, Flufenoxuron, wurde dabei mit verschiedenen Mengen der jeweiligen Triazol-Fungizide kombiniert, wobei sich die angegebenen Prozentwerte (= Gewichtsprozente) der fungiziden Komponente II auf das Gesamtgewicht des Mittels beziehen.

In der beigefügten Fig. 2 ist die synergistische Wirksamkeit (Fraßgiftwirkung; Fraßtest mit Brettchen) der Kombinationen Flufenoxuron mit Propiconazol, Flufenoxuron mit Tebuconazol und Flufenoxuron mit Azaconazol innerhalb des erfindungsgemäß bevorzugt beanspruchten Gewichtsverhältnisses von Komponente I zu Komponente II von 1 : 10 bis 1 : 15 000 gegen den Holzschädling Hylotrupes bajulus (Hausbockkäfer) sowie (als Vergleich) die insektizide Wirksamkeit von Flufenoxuron allein gegen den vorgenannten Holzschädling noch einmal tabellarisch dargestellt. Die Komponente I, Flufenoxuron, wurde dabei ebenfalls mit verschiedenen Mengen der jeweiligen Triazol-Fungizide kombiniert, wobei sich die angegebenen Prozentwerte (= Gewichtsprozente) der Wirkstoffkomponenten auf das Gesamtgewicht des Mittels beziehen. Die dimensionslosen Zahlenwerte der Tabelle geben die Mortalitätsraten der getesteten Prüfinsekten in Prozent an.

Eine besonders deutliche synergistische Wirkungssteigerung der insektiziden Benzoylharnstoffverbindung wurde bei den durchgeführten Versuchen bei der Kombination von Flufenoxuron (0,00063 Gew.-%) mit 0,6 Gew.-% Azaconazol bzw. mit 0,8 Gew.-% Azaconazol sowie von Flufenoxuron (0,00063 Gew.-%) mit 1,0 Gew.-% Tebuconazol festgestellt, wie die entsprechenden Mortalitätsraten, die in der Tabelle der Fig. 2 wiedergegeben sind, zeigen.

Bei der Kombination von Flufenoxuron (0,00063 Gew.-%) mit 1,0 Gew.-% Azaconazol ist außerdem bereits eine Abnahme des Synergismus-Effektes zu beobachten.


Anspruch[de]
  1. 1. Mittel zum Schutz technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe, vor Schädigung oder Zerstörung durch biologische Schädlinge, insbesondere holzfressende Insekten, auf Basis mindestens eines insektiziden Wirkstoffes neben mindestens einem Verdünnungs- und/oder Lösungsmittel sowie gegebenenfalls mindestens einem organisch- chemischen Bindemittel, gegebenenfalls mindestens einem weiteren Wirkstoff sowie gegebenenfalls weiteren Verarbeitungshilfs- und Zusatzmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß der insektizide Wirkstoff (Komponente I) mindestens eine Benzoylharnstoffverbindung der allgemeinen Formel



    in der die Substituenten folgende Bedeutung haben:

    R1 ist ein Halogen- oder Wasserstoffatom,

    R2 ist ein Halogenatom,

    X ist ein Wasserstoffatom, Halogenatom, eine Alkylgruppe, eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe, eine Alkoxygruppe und/oder eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkoxygruppe,

    wobei Halogen jeweils für Fluor, Chlor und/oder Brom steht,

    m hat den Wert 1, 2 oder 3, wobei die Substituenten X gleich oder verschieden sind,

    Y stellt ein Wasserstoffatom, Halogenatom, eine Alkylgruppe, eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe und/oder eine Alkoxygruppe dar, wobei Halogen für Fluor, Chlor und/oder Brom steht,

    n weist den Wert 1, 2, 3 oder 4 auf, wobei die Substituenten Y gleich oder verschieden sind,

    R3 steht für ein Halogenatom oder eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe, wobei Halogen für Fluor, Chlor und/oder Brom steht, oder R3 ist eine Gruppe der Formel -OR, in der R eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe darstellt und Halogen für Fluor, Chlor und/oder Brom steht, oder R ist ein substituierter Phenylrest der Formel



    worin Z ein Wasserstoffatom, Halogenatom, eine Alkyl-, Halogenalkyl-, Polyhalogenalkyl-, Alkoxy-, Halogenalkoxy- und/oder Polyhalogenalkoxygruppe bedeutet und p den Wert 1, 2, 3 oder 4 hat, wobei die Substituenten Z gleich oder verschieden sind und Halogen für Fluor, Chlor und/ oder Brom steht; R4 ist ein Halogenatom oder eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe, wobei Halogen Fluor, Chlor und/oder Brom bedeutet, und Q steht für die Gruppe CH oder ein Stickstoffatom,

    ist und im Gemisch mit einer eine synergistische Wirkung erzeugenden Menge mindestens eines Triazol- Fungizides (Komponente II) in dem Mittel enthalten ist.
  2. 2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Triazol-Fungizid Azaconazol, Tebuconazol und/oder Propiconazol ist.
  3. 3. Mittel nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente I eine Benzoylharnstoffverbindung der allgemeinen Formel



    ist, in der die Substituenten folgende Bedeutung haben:

    R1 ist ein Fluor-, Chlor- oder Wasserstoffatom,

    R2 bedeutet ein Fluor- oder Chloratom,

    X steht für Wasserstoff, wobei m den Wert 3 hat,

    Y stellt ein Wasserstoff-, Fluor und/oder Chloratom dar,

    n weist den Wert 1, 2, 3 oder 4 auf, wobei die Substituenten Y gleich oder verschieden sind,

    R3 steht für ein Fluor- oder Chloratom oder eine Gruppe der Formel -OR, in der R eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe mit bis zu 6 C-Atomen darstellt, oder R ist ein substituierter Phenylrest der Formel



    worin Z ein Wasserstoff, Fluor- und/oder Chloratom bedeutet und p den Wert 1, 2, 3 oder 4, wobei die Substituenten Z gleich oder verschieden sind; R4 steht für eine durch mindestens ein Halogenatom substituierte Alkylgruppe mit bis zu 6 C-Atomen, wobei die vorgenannten Halogenatome vorzugsweise Fluor und/oder Chlor sind, und Q steht für die Gruppe CH oder ein Stickstoffatom.
  4. 4. Mittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente I Flufenoxuron, Hexaflumuron und/oder Trifluron ist.
  5. 5. Mittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis von Komponente I zu Komponente II

    1 : 2 bis 1 : 20 000, vorzugsweise

    1 : 10 bis 1 : 15 000,

    beträgt.
  6. 6. Mittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel

    bis zu 99,94995 Gew.-%

    eines Gemisches, bestehend aus mindestens einem organisch-chemischen Bindemittel und mindestens einem Verdünnungsmittel und/oder Lösungsmittel und/oder mindestens einem Emulgator und/oder Netzmittel, enthält.
  7. 7. Mittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdünnungs- und/oder Lösungsmittel ein organisch-chemisches Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch, vorzugsweise ein öliges oder ölartiges schwerflüchtiges organisch-chemisches Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch oder ein Gemisch aus Wasser und/oder mindestens einem organisch-chemischen Lösungsmittel, vorzugsweise mindestens einem öligen oder ölartigen, schwerflüchtigen, organisch-chemischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch, und/oder mindestens einem Emulgator und/oder Netzmittel enthält oder daraus besteht.
  8. 8. Mittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das organisch-chemische Bindemittel ganz oder teilweise durch mindestens ein Fixierungsmittel und/oder mindestens einen Weichmacher ersetzt ist.
  9. 9. Mittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es als anwendungsfertiges Mittel

    0,00005 bis 0,5 Gew.-%, vorzugsweise

    0,0001 bis 0,2 Gew.-%,

    der Komponente I,

    0,05 bis 2 Gew.-%, vorzugsweise

    0,25 bis 1,5 Gew.-%,

    der Komponente II,

    0,9 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise

    3 bis 33 Gew.-%,

    mindestens eines organisch-chemischen Bindemittels und/oder Weichmachers und/oder Fixierungsmittels,

    0 bis 8 Gew.-%, vorzugsweise

    0,1 bis 4 Gew.-%,

    mindestens eines wasserlöslichen und/oder wasserunlöslichen Farbstoffes, Farbpigmentes und/oder Korrosionsschutzmittels, Sikkatives und/oder Stabilisators und

    44 bis 99 Gew.-%, vorzugsweise

    58 bis 95 Gew.-%,

    eines Verdünnungsmittels, bestehend aus einem organisch-chemischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch oder aus einem Gemisch aus Wasser und mindestens einem organisch-chemischen Lösungsmittel und mindestens einem Emulgator und/oder Netzmittel, enthält.
  10. 10. Mittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es als Konzentrat

    0,002 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise

    0,003 bis 2 Gew.-%,

    der Komponente I,

    0,01 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise

    1 bis 8 Gew.-%,

    der Komponente II und

    2 bis 85 Gew.-%, vorzugsweise

    8 bis 60 Gew.-%,

    mindestens eines organisch-chemischen Bindemittels und/oder Weichmachers und/oder Fixierungsmittels sowie einen Restbestandteil, bestehend aus einem organisch-chemischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch oder aus einem Gemisch aus Wasser und mindestens einem organisch-chemischen Lösungsmittel und mindestens einem Emulgator und/oder Netzmittel sowie gegebenenfalls Farbstoffen, Farbpigmenten, Korrosionsschutzmitteln, Sikkativen und/ oder Stabilisatoren, enthält.
  11. 11. Verfahren zum Schutz technischer Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffe, vor Schädigung oder Zerstörung durch biologische Schädlinge, insbesondere holzfressende Insekten, dadurch gekennzeichnet, daß man das Holz oder den Holzwerkstoff mit einer wirksamen Menge eines Mittels gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 behandelt.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Holz oder der Holzwerkstoff mit einer Menge von 0,5 bis 2000 g, bezogen auf die synergistische Wirkstoffkombination, pro Kubikmeter Holz behandelt wird.
  13. 13. Verwendung des Mittels nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 zur Bekämpfung larvaler Stadien holzschädigender und/oder holzzerstörender Insekten in technischen Materialien, insbesondere Holz und Holzwerkstoffen.
  14. 14. Verwendung des Mittels nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 zum vorbeugenden Schutz gegen den Befall technischer Materialien, insbesondere Holz oder Holzwerkstoffe, durch larvale Stadien holzschädigender und/oder holzzerstörender Insekten.
  15. 15. Verwendung des Mittels nach den Ansprüchen 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel zusätzlich fungizide Eigenschaften aufweist und gegen holzverfärbende, -schädigende und/oder -zerstörende Pilze eingesetzt wird.
  16. 16. Verwendung des Mittels nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel mehr als 0,25 Gew.-% der fungiziden Komponente II enthält.
  17. 17. Verwendung des Mittels nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 als Grundieranstrichmittel, Imprägnieranstrichmittel oder als Farblasur in einer Auftragsmenge von 0,002 bis 1 g, bezogen auf die synergistische Wirkstoffkombination, pro Quadratmeter Holzoberfläche.
  18. 18. Verwendung des Mittels nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 als Tauch- oder Tränkmittel in einer Menge von 30 bis 150 g, bezogen auf die synergistische Wirkstoffkombination, pro Kubikmeter Holz.






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