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Dokumentenidentifikation DE3850106T2 06.10.1994
EP-Veröffentlichungsnummer 0359881
Titel Verfahren zum Stabilisieren von Florgarn von getufteten, gewebten oder gestrickten Erzeugnissen.
Anmelder Wool Research Organisation of New Zealand Inc., Lincoln, Canterbury, NZ
Erfinder Watt, John David, Christchurch, NZ;
Fowler, Ian James, Christchurch, NZ
Vertreter Kern, W., Dipl.-Ing.; Brehm, H., Dipl.-Chem. Dr.phil.nat.; Volpert, M., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anwälte, 81369 München
DE-Aktenzeichen 3850106
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 22.09.1988
EP-Aktenzeichen 883088098
EP-Offenlegungsdatum 28.03.1990
EP date of grant 08.06.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.10.1994
IPC-Hauptklasse D02G 3/40
IPC-Nebenklasse D02G 3/44   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Stabilisieren von Florgarnen von getufteten, gewebten oder gestrickten Florgarn-Textilerzeugnissen, insbesondere Teppichen, Brükken, Polstergeweben und anderen Textilerzeugnissen, bei welchen wenigstens einige der Fasern innerhalb des Flors miteinander verbunden werden, um die Abnutzungseigenschaften und die äußeren Eigenschaften zu verbessern.

Viele Textilerzeugnisse bestehen aus (a) Nadelfloren oder Schlingen, üblicherweise bekannt als Flor, und (b) einer Träger- oder Grundschicht, aus der das Flor hinausragt und die die strukturelle Vollständigkeit des gesamten Textilerzeugnisses aufrechterhält. Die Trägerschicht kann zur selben Zeit hergestellt werden, zu der der Flor mit der Trägerschicht zusammenkommt (wie bei Teppichbindungen des Typs, welche Axminster- und Wilton-Teppiche herstellen), sie kann aber auch vor dem Verfahrensschritt, mit welchem die Florstruktur (wie beim Herstellen von getufteten Teppichen) erzeugt wird, hergestellt werden. Der Flor kann in der Form eines (a) aufgeschnittenen Flors, bei dem nur ein Ende jedes Nadelflors des Garns an dem Träger befestigt ist, oder (b) eines schlingenförmigen Flors, bei dem beide Enden jeder Florschlinge an dem Träger befestigt sind, oder (c) sowohl eines aufgeschnittenen als auch eines schlingenförmigen Flors hergestellt werden.

Das gegenseitige Verbinden von Fasern, um im wesentlichen zwirnfreie Garne zu bilden, die während des Bindevorgangs falschdrahtgezwirnt (d. h. vorübergehend gezwirnt) worden sind oder nicht, ist aus der Industrie bekannt und z. B. in dem britischen Patent 1452964 beschrieben. Wie in der Industrie bekannt, kann die Anwendung von Bindeverfahren zur Garnherstellung einschließlich der Verfahren, welche thermisch schmelzbare Fasern als Haftmittel einsetzen, entweder (a) zum Herstellen eines Ersatzstoffes für den Zwirn als Mittel zum Ermöglichen des Herstellens einer kontinuierlichen Struktur (d. h. Garns) aus diskontinuierlichen Fasern, wie in dem britischen Patent 1346899 beschrieben, oder (b) zum Schaffen eines Verfahrens zum Herstellen von im wesentlichen verzwirnfreien Bauschstapelgarnen, wie in dem britischen Patent 1393712 beschrieben, verwendet werden.

Wie in der Industrie bekannt, kann die Anwendung der Bindeverfahren auf gezwirnte Garnstrukturen verwendet werden, um (a) den Zusammenhalt in Garnen und Fäden, die mit heißschmelzenden Pulverklebern verbunden wurden, wie in dem britischen Patent 1270174 zu erzeugen, oder (b) ein Anhaften an der Oberfläche der als Strukturglieder des Trägers des Teppichs verwendeten Garne zu ermöglichen, wodurch die Wirksamkeit der Bindung der Florgarne in den Teppich verbessert werden kann, die Florgarne aber anderwertig nicht beeinflußt werden, wie in dem britischen Patent 1352311 beschrieben ist.

In dem Dokument WO88/03969 ist ein Synthesegarn mit einem geringeren Verhältnis einer wärmeaktiverten Bindefaser beschrieben. Ein aus dem gezwirnten Mehrfach- und zwirnfixierten Garn hergestellter Teppich zeigt eine erhöhte Knitterfestigkeit und ein verbessertes Aussehen.

Es ist normalerweise Ziel des Herstellungsverfahrens, ein Textilerzeugnis, einen Teppich oder eine Brücke mit guter Beibehaltung des Aussehens, d. h. ein Erzeugnis zu schaffen, das sein ursprüngliches Aussehen möglichst vollständig trotz der Einflüsse der Abnutzung, der Reinigungsbehandlungen oder der normalen Gefahrenmomente beim Gebrauch beibehält. Im Fall der Teppiche mit aufgeschnittenem Flor ist es häufig Ziel des Herstellungsverfahrens, einen Flor zu schaffen, bei dem die einzelnen Nadelflore bis zu einem gewünschten Grad optisch erkennbar sind. Die optische Eigenschaft, durch die Nadelflore individuell erkennbar sind, ist üblicherweise bekannt durch den Ausdruck Nadelflorbestimmtheit oder -definition und stellt einen wichtigen Gesichtspunkt des Aussehens eines Florerzeugnisses, insbesondere eines Teppichs, dar. Eine unzulängliche Nadelflorbestimmtheit bei neuen Erzeugnissen kann eine nachteilige Eigenschaft darstellen.

Eine Verringerung oder ein Verlust der Nadelflorbestimmtheit trägt zu einer Veränderung des Aussehens des Flors während oder auf Grund des Gebrauchs eines Florerzeugnisses, wie z. B. eines Teppichs, bei.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die oben angegebenen Nachteile auszugleichen und eine Verbesserung bei den Herstellungsverfahren, beim Aussehen und bei der Ausführung von Florerzeugnissen durch Anwenden eines thermisch schmelzbare Fasern einsetzenden Bindeverfahrens auf gezwirnte Garne anzugeben, um dadurch den Flor der Teppiche, Brücken, Polstergewebe oder anderer Florerzeugnisse, seien sie getuftet, gewebt oder gestrickt, zu stabilisieren.

Der Anteil des Zwirns in dem Florgarn und der Grad, bis zu dem das Garn gefestigt wird (d. h. in seiner gezwirnten Konfiguration durch ein oder mehrere Verfahren stabilisiert wird, welche das Garn einer hohen Temperatur, Wasser, Dampf oder chemischen Fixiermitteln aussetzen, um die Verformungsarbeit in der Faser auf Grund der durch das Verzwirnen verursachten Faserverformung zu verringern oder zu mimieren), sind normalerweise die wesentlichen sowohl die anfängliche Florbestimmtheit beim Herstellen als auch die Beibehaltung der Florbestimmtheit beim Gebrauch bestimmenden Faktoren.

Mit Hilfe der Erfindung soll außerdem ein Verfahren einer verbesserten anfänglichen Florbestimmtheit und der Beibehaltung der Florbestimmtheit bei den Florprodukten, insbesondere Teppichen, Brücken und Polstergeweben, angegeben werden, ohne auf erhöhte Grade an Florgarnzwirn ausweichen zu müssen.

Ein anderes Ziel der Erfindung besteht darin, ein Verfahren für eine annehmbare Florbestimmtheit anzugeben, welche bei Garntwiststufen erreicht werden kann, die geringer als üblich sind, so daß dadurch die Herstellungskosten verringert werden können.

Es ist ein weiteres Ziel der Erfindung, den Faserverlust oder die Faserabstoßung zu verringern, die infolge einer Abnutzung oder infolge von Reinigungsbehandlungen auftreten, welche beide zu unterbrochenen Fasern (seien es nun Naturfasern, Kunstfasern oder synthetische Fasern) führen können, welche locker in das Florgarn eingebunden sind und sich von der Teppichstruktur lösen können.

Es ist außerdem ein Ziel der Erfindung, die Fasermenge zu reduzieren, welche von der Floroberfläche der Florstruktur vorsteht, aber daran befestigt ist und ein haariges oder krauses Aussehen verursachen kann, das insbesondere bei schlingenförmigen Flor-Teppichen oder Brücken unerwünscht ist.

Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zum Verbessern der Nadelflorbestimmtheit unter Beibehaltung des Aussehens von Florgarn-Textilerzeugnissen, einschließlich Teppichen, vorgeschlagen, umfassend:

(a) Dispergieren oder Mischen eines thermisch schmelzbaren Zweikomponenten-Haftmittels in Faserform in nichtklebenden Tierfasern, welche zu dem Florgarn zusammengeschlossen werden,

(b) Bilden entweder eines echten Twist enthaltenden Einfachgarns oder wahlweise Bilden eines Mehrfachgarns durch Verwinden von zwei oder mehr Einfachgarnen,

(c) nachdem das Florgarn gebildet und wahlweise gezwirnt worden ist und bevor das Florerzeugnis hergestellt wird, Versehen der Oberflächenkomponente der Bindefaser mit Kleber, so daß nach dem Verbinden derselben mit einer benachbarten Faser oder Fasern die Struktur des gezwirnten Garns durch Faser-zu-Faser-Bindung stabilisiert wird.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden zumindest einige der Florgarne in einem Textilerzeugnis, einem Teppich oder einer Brücke, strukturiert, so daß einige der Fasern innerhalb des Florgarns absatzweise und zufällig im wesentlichen über die Länge des Nadelflors oder der von dem Florgarn ausgebildeten Schlinge miteinander verbunden sind.

Vorzugsweise ist die Bindefaser wärmeempfindlich, so daß durch ein zeitweises Erhöhen der zum vollständigen oder teilweisen Schmelzen zumindest eines Bruchteils des Haftmittels erforderlichen Temperatur beim Herstellungsverfahren nach dem Abkühlen die Flor- und Garnstruktur durch Faser-zu-Faser-Bindung innerhalb der Struktur stabilisiert ist.

Das Verfahren ist anwendbar auf alle gezwirnten Garnstrukturen, welche fortlaufende oder unterbrochene Fasern enthaken, und auf gezwirnte Garnstrukturen, welche fortlaufende Elementarfaden enthalten.

Das Haftmittel kann aus Bindefasern (in der Industrie bekannt) bestehen, von deren Oberfläche zumindest ein Teil geschmolzen werden kann. Die teilweise schmelzbaren Fasern sind miteinander oder mit angrenzenden, nicht klebenden Fasern, die in dem Garn enthalten sind, verbunden. Der hier verwendete Ausdruck nichtklebende Fasern beinhaltet Fasern, die bei der für die Bindung erforderlichen Temperatur oder unterhalb derselben nichtklebend sind. Die Bindefasern sind Zweikomponentenfasern, bei denen eine Komponente bei einer niedrigeren Temperatur schmilzt und klebend wird als die andere Komponente. Die Komponente mit der niedrigeren Schmelztemperatur bildet einen Teil oder die gesamte Oberfläche der Bindefaser.

Die vorliegende nichtklebende Faser ist eine Tierfaser, welche bei der für die Bindung erforderlichen Temperatur nicht schmilzt.

Die Verteilung der Bindefasern unter den nichtklebenden Fasern kann durch herkömmliche Gewebemischverfahren erreicht werden. Die Mischung aus Bindefasern und nichtklebenden Fasern kann zu der Garnform durch jedes der nachfolgenden Faser-Zu-Garn-Herstellungsverfahren verarbeitet werden: Wollspinn- (Verdichtungsspinn-), Halbkammgarnspinn-, Kammgarnspinn-, Wickelspinn-, Reibspinn-, Offen-End-Spinn-, Baumwollspinn- oder modifiziertes Baumwollspinn-Verfahren.

Der Einsatz von Wärme zum Erzeugen der Bindung kann am besten vor dem Herstellen des Textilerzeugnisses während der Produktion eines aufgeschnittenen Florerzeugnisses und vor oder nach dem Herstellen eines schlingenförmigen Florerzeugnisses vorgenommen werden. Das Heizmedium kann am wirksamsten ein heißes Fluid, z. B. Luft oder Dampf, sein.

Weitere Gesichtspunkte der Erfindung, welche bei allen ihren neuen Verwendungen betrachtet werden sollen, werden an Hand der nachfolgenden Beispiele deutlich.

BEISPIEL 1

In diesem Beispiel der Erfindung wurde ein Zweifach-Wollspinn-Florgarn (d. h. ein aus zwei miteinander verzwirnten Einfachgarnen bestehendes Garn), welches 85% Wollfasern und 15% einer Zweikomponenten-Polyester-Bindefaser enthält, unter Wärmebehandlung vor dem Tuften in einen aufgeschnittenen Florteppich verbunden. Die Bindefaser war eine Faser der Art 4 Denier 51 mm Schmelztyp 4080, hergestellt von der Firma Unitika Limited, 4-68 Kitakyutaro-Machi, Higashi-ku, Osaka, Japan. Das Mischen der Woll- und Bindefasern wurde durchgeführt mittels einer herkömmlichen Schicht- oder Sandwich-Mischung, an welche sich zwei Durchgänge der Fasern durch eine Wollöffnungsmaschine und ein herkömmliches Wollkardieren (Verdichtungskardieren) anschlossen. Nach dem herkömmlichen Wollspinnen und der Zweifadenbildung wurde das hergestellte R500/2 Tex-Garn durch Wärmebehandlung in Form einer Garnsträne in einem Dampfautoklaven bei 140ºC und 30 Sekunden verbunden. Der Einfachgarntwist zeigte 170 Windungen pro Meter (WPM); zwei Stufen des Doppeltwistes wurden verwendet, um (a) eine 160 WPM Doppeltwist enthaltende Probe und (b) eine 120 WPM Doppeltwist enthaltende Probe herzustellen.

Das Testen und subjektive Prüfen des verbundenen Garns und eines aus dem Garn hergestellten Teppichs zeigten die nachfolgenden Ergebnisse, welche nach Auffassung der Anmelder die Vorteile der Erfindung deutlich machen.

1. Wenn Schnipsel (12 mm Länge) des verbundenen Garns in einen WRONZ Set-Tester bei 50ºC und 500 Zyklen unter Verwendung einer Öffnungsgröße von 12 mm untersucht wurden, konnte kein Abreißen der Schnipsel beobachtet werden, was auf einen sehr hohen Stabilitätsgrad schließen läßt.

2. Wenn die Nadelflore des Garns von dem Träger (vor dem Aufbringen von Latex auf den Träger) zurückgezogen und 60 Sekunden einer Luft-Wirbelstromkammer ausgesetzt wurden, blieben die verbundenen Garntufte intakt, wohingegen auf ähnliche Weise erhakene und getestete Tufte aus einer vergleichbaren 100% Wolle eines nichtverbundenen, herkömmlichen, einem Autoklaven (bei 110ºC für 2 Minuten und nachfolgend für weitere zwei Minuten bei 110ºC in Dampf) ausgesetzten Garns in der Mehrzahl der Tufte größtenteils aufgelöst waren.

3. Wenn Proben des Teppichs optisch untersucht wurden, war die Nadelflor-Bestimmtheit der verbundene Florgarne enthaltenden Teppiche deutlicher als diejenige eines vergleichbaren Teppichs, welcher ein vergleichbares, einem Autoklaven ausgesetztes Garn aus 100% Wolle enthielt: Die Verbesserung hinsichtlich der Nadelflor-Bestimmtheit auf Grund der Bindung war größer als bei der niedrigeren Zwirnstufe.

4. Wenn die Proben des Teppichs einem simulierten Fleckentfernungstest ausgesetzt wurden, bei dem 100 ml Wasser einer Temperatur von 60ºC auf die Proben geschüttet und anschließend abgewischt wurde, büßten die ein verbundenes Florgarn enthaltenden Teppiche weniger an Nadelflor-Bestimmtheit ein als diejenigen, welche ein vergleichbares, einem Autoklaven ausgesetztes Garn aus 100% Wolle enthielten: Die Verbesserung hinsichtlich der Beibehaltung des Aussehens auf Grund der Bindung war größer als bei der niedrigeren Zwirnstufe.

5. Wenn Proben des Teppichs einem apparativ simulierten Abnutzungstest (International Wool Sekretariat Test Verfahren 237: Tetrapod Abnutzungstest) und nachfolgend getestet und subjektiv durch eine Kommission erfahrener Bewerter untersucht wurden, hat sich ergeben, daß:

(a) der Verlust an Flordicke bei den verbundenen Teppichen geringer war als bei den vergleichbaren, einem Autoklaven ausgesetzten Teppichen mit 100% Wolle;

(b) die Verschlechterung beim Gewebeaussehen im Falle der verbundenen Teppiche geringer war als bei den vergleichbaren, einem Autoklaven ausgesetzten Teppichen mit 100% Wolle;

(c) der Farbwechsel der verbundenen Teppiche geringer war als derjenige der vergleichbaren, einem Autoklaven ausgesetzten Teppiche mit 100% Wolle; und

(d) die Menge an Faserverlust (von dem Flor des Teppichs abgelöste Faser) bei den verbundenen Teppichen geringer war als bei denjenigen aus einem vergleichbaren, einem Autoklaven ausgesetzten Garn mit 100% Wolle.

BEISPIEL 2

Vier wollgesponnene Einfachgarne wurden zu 500 Tex mit 100 Windungen pro Meter Zwirn gesponnen und enthielten jeweils 0, 5, 10 und 15% einer 4,4 dtex (4 Denier) 51 mm Schmelztyp 4080 Zweikomponenten-Polyester-Bindefaser. Die Nichtpolyester-Komponente des Garns war eine Mischung aus Neuseeland-Teppichwollen. Das vollständig aus Wolle bestehende Garn wurde im Autoklaven gesättigtem Dampf von 110ºC für einen Zyklus von 2 Minuten, nachfolgend für einen Zyklus bei 110ºC und 10 Minuten ausgesetzt. Die Bindefasern enthaltenden Garne wurden im Autoklaven unter gesättigten Dampf für 30 Sekunden bei 138ºC verbunden. Jedes der Garne wurde dann getuftet auf eine Florhöhe von 10 mm, 3 mm (1/8 inch) Gauge, einer aufgeschnittenen Florteppich-Konstruktion mit 310 Maschen pro (laufender) Meter. Nach herkömmlicher Latexverstärkung einschließlich einer Schicht aus einem Jute-Zweitträger auf den Teppich ergab das Testen und eine subjektive Bewertung des Teppichs die folgenden Ergebnisse.

1. Das Testen der Naßstabilität des Garns in dem WRONZ Set-Tester (wie in Beispiel 1) erbrachte, daß der prozentuale Anteil der Garnschnipsel, welche sich während des Tests im wesentlichen auflösten,

0% Bindefaser 100%

5% Bindefaser 64%

10% Bindefaser 1%

15% Bindefaser 0%

betrug, was darauf schließen ließ, daß die Bindung die Naßstabilität des Garns verbesserte.

2. Wenn Proben der Teppiche optisch durch 20 Sachverständige verglichen wurden, von denen jeder unabhängige Bewertungen durchführte, wurde herausgefunden, daß sich die Nadelflor-Bestimmtheit mit zunehmendem Anteil der Bindefaser in dem Teppich (a) für neue, nicht gebrauchte Teppichproben, (b) für abgenutzte und beschmutzte Teppichproben nach einem Bodenversuch, (c) für Teppichproben, die nach einem Zeitraum der Abnutzung und der Verschmutzung dampfgereinigt worden waren, und (d) für Teppichproben, die nach einem Zeitraum der Abnutzung und Verschmutzung mit einer Bürstenwalze shampoogereinigt worden waren, verbesserte.

3. Wenn die Proben der Teppiche einem simulierten Fleckentfernungstest (wie in Beispiel

1) ausgesetzt wurden, stieg die Beibehaltung der Nadelflor-Bestimmtheit mit zunehmendem Anteil der Bindefaser in der Mischung an. Nach Meinung erfahrener Sachverständiger konnte die Beibehaltung der Nadelflor-Bestimmtheit der Bindeflorteppiche als handelsüblich annehmbar und diejenige des nichtverbundenen Teppichs (aus 100% Wolle) als handelsüblich nicht annehmbar bezeichnet werden.

BEISPIEL 3

Wie in Beispiel 2 hergestellte und stabilisierte Garne wurden auf eine 10 mm Florhöhe, 4 mm (5/32 inch) Gauge, einer schlingenförmigen Teppichkonstruktion mit 360 Maschen pro Meter getuftet. Nach einem apparativ simulierten Teppich-Abnutzungstest (Tetrapod Test wie in Beispiel 1) ergab sich der gemessene Faserverlust zu:

0% Bindefaser 1,87 g/m²

5% Bindefaser 0,34 g/m²

10% Bindefaser kein wahrnehmbarer Verlust

15% Bindefaser kein wahrnehmbarer Verlust,

woraus folgt, daß die Florbindung den Faserverlust unter simulierten Abnutzungsbedingungen verminderte.

BEISPIEL 4

Zweifachgarne des Typs R500/2 Tex mit 170 Windungen pro Meter Einfachtwist und 140 Windungen pro Meter Doppeltwist (in der umgekehrten Twistrichtung), ansonsten aber ähnlich mit den in Beispiel 2 beschriebenen Garnen, wurden, wie in Beispiel 3 beschrieben, zu einem schlingenförmigen Florteppich getuftet. Nach einem apparativ simulierten Abnutzungstest ergab sich der gemessene Faserverlust zu:

0% Bindefaser 2,21 g/m²

5% Bindefaser 0,17 g/m²

10% Bindefaser kein wahrnehmbarer Verlust

15% Bindefaser kein wahrnehmbarer Verlust,

woraus folgt, daß die Florbindung den Faserverlust unter simulierten Abnutzungsbedingungen verringerte.

BEISPIEL 5

Wie in Beispiel 4 hergestellte und stabilisierte Zweifachgarne wurden zu einem wie im Beispiel 2 beschriebenen aufgeschnittenen Florteppich getuftet. Das Testen der Naßstabilität des Garns gemäß Beispiel 1 veranschaulichte, daß der prozentuale Anteil der Garnschnipsel, welche sich während des Testes auflösten,

0% Bindefaser 100%

5% Bindefaser 58%

10% Bindefaser 13%

15% Bindefaser 1%

betrug, woraus folgt, daß die Bindung die Naßstabilität des Garns erhöhte.

Wenn die Proben der Teppiche von 20 Sachverständigen verglichen wurden, von denen jeder unabhängige Bewertungen durchführte, wurde herausgefunden, daß sich die Nadelflor- Bestimmtheit mit zunehmendem Anteil an Bindefaser bei neuen, nicht abgenutzten Teppichen erhöhte. Es wurde herausgefunden, daß die Nadelflor-Bestimmtheit bei 10% und 15% Bindefaseranteil größer war als bei 5% Bindefaseranteil, welche wiederum größer war als bei nicht verbundenen Garnen aus 100% Wolle, (a) für Teppichproben, die in einem Bodenversuch abgenutzt und verschmutzt worden waren, (b) für Teppichproben, die nach Abnutzung und Verschmutzung in einem Bodenversuch dampfgereinigt worden waren, und (c) für Teppichproben, die nach Abnutzung und Verschmutzung in einem Bodenversuch mit einer Bürstenwalze shampoogereinigt worden waren.

BEISPIEL 6

Eine objektive Messung der Nadelflor-Bestinmitheit wurde unter Verwendung eines Bildanalyseverfahrens und einer Anzeige in Abhängigkeit eines Parameters (in den WRONZ-Nachrichten C105, 1987 als Mittelwert der lokalen Intensitätsvariabilität oder LW-Mittelwert definiert), wobei größere Werte eine größere Nadelflor-Bestimmtheit bedeuten, durchgeführt, um die in Beispiel 2 beschriebenen aufgeschnittenen Florteppiche aus Einfachgarn und die in Beispiel 5 beschriebenen aufgeschnittenen Florteppiche aus Zweifachgarn zu charakterisieren. Die gemessenen Werte für neue, unbenutzte Teppichproben und für Teppichproben, welche einem Tetrapod-simulierten Abnutzungstest (wie in Beispiel 1 beschrieben) unterzogen wurden, sind in den nachfolgenden zwei Tabellen gezeigt.

LW-Mittelwert für Einfachgarn-Teppich
Bindefaser in % Neu Abgenutzt
LW-Mittelwert für Zweifachgarn-Teppich
Bindefaser in % Neu Abgenutzt

Es wurde herausgefunden, daß die verbundenen Florteppiche eine größere Nadelflor-Bestimmtheit als diejenigen mit vergleichbaren Garnen aus 100% Wolle aufweisen, und zwar sowohl bei neuen Teppichen, als auch bei Teppichen, welche einer simulierten Abnutzung unterzogen wurden.

BEISPIEL 7

Wollgesponnenes Einfachgarn, welches 90% Teppichwolle und 10% 4,4 dtex (4 Denier) einer 51 mm Zweikomponenten-Polyester-Bindefaser enthielt, wurde gesponnen zu 250 Tex mit 170 Windungen pro Meter Twist. Zweifachgarn mit 500 Tex und 140 Windungen pro Meter Twist (in der umgekehrten Twistrichtung) wurde durch Verzwirnen von zwei der Einfachgarne hergestellt.

Das Zweifachgarn wurde wärmebehandelt (um die Bindung zu bewirken) an einer fortlaufenden Garnkörper-zu-Garnkörper-Wärmebehandlungsmaschine eines Typs, wie er in der Industrie bekannt ist und üblicherweise für heißfixierte Nylon-Teppichgarne und andere Fasern enthaltende Teppichgarne verwendet wird. Die Garnproben wurden derart bei 600 Metern pro Minute Garngeschwindigkeit, entsprechend 67 Sekunden Verweilzeit in der Luft und überhitzten Dampf bei Temperaturen zwischen 145 C und 190 C enthaltenden Kammer behandelt. Es wurde herausgefunden, daß sämtliche Proben einen hohen Grad an Twiststabilität und Widerstand gegen Auflösen aufwiesen, wenn sie dem in Beispiel 1 beschriebenen WRONZ Set-Test unterzogen wurden.

BEISPIEL 8

Halbkammgarngesponnenes Einfachgarn, welches 90% Teppichwolle und 10% 16.7 dtex (15 Denier) 76 mm Zweikomponenten-Polyester enthält, wurde zu 310 Tex mit 136 Windungen pro Meter Twist gesponnen. 620 Tex Zweifachgarn wurde dann durch Verzwirnen zweier Enden der Einfachgarne mit 100 Windungen/Meter (in umgekehrter Twistrichtung) hergestellt. Nach der Wärmebehandlung in einem Autoklaven bei 140 C und 30 Sekunden in gesättigtem Dampf wurde das Garn zu einer Florteppichhöhe von 11 mm in einer 4 mm (5/32 inch) Gauge aufgeschnittenen Florkonstruktion mit 290 Maschen pro Meter getuftet. Das Garn und der Teppich wurden mit einem ähnlich aufgebauten Garn aus 100% Wolle und einem solchen Teppich verglichen.

Das bindungsstabilisierte Garn zeigte einen höheren Grad an Twiststabilität und einen Widerstand gegen Auflösen in dem WRONZ Set-Test als das dem Autoklaven ausgesetzte Garn aus 100% Wolle, wie durch die nachfolgenden Prozentsätze der Garnschnipsel, welche sich unter den Testbedingungen auflösten, angedeutet wird:

(a) das bindungsstabilisierte Garn aus 90% Wolle hatte 25% aufgelöste Schnipsel nach 400 Zyklen,

(b) das dem Autoklaven ausgesetzte Garn mit 100% Wolle hatte 100% aufgelöste Schnipsel nach 50 Zyklen.

Eine objektive Messung der Nadelflor-Bestimmtheit unter Verwendung eines in Beispiel 6 beschriebenen Bildanalyseverfahrens ergab, daß der bindungsstabilisierte Teppichflor weniger Nadelflor-Bestimmtheit verlor als das dem Autoklaven ausgesetzte Garn mit 100% Wolle, (a) nach Abnutzung und Verschmutzung in einem Bodenversuch, (b) dem Bodenversuch nachfolgender Dampfreinigung, und (c) dem Bodenversuch nachfolgender Shampooreinigung mit Bürstenwalze.

Wenn der bindungsstabilisierte Florteppich einem Test zum Bestimmen des Faserverlustes (Faserabstoßung genannt) ausgesetzt wurde, welcher aus einem ständigen Abrieb und einem Absaugen für zwei Stunden durch Aufpressen eines querbewegten Saugschlitzes auf den Teppichflor bestand, verlor der bindungsstabilisierte Florteppich weniger Fasern als der dem Autoklaven ausgesetzte Florteppich aus 100% Wolle.

Es wurde ferner herausgetunden, daß der bindungsstabilisierte Florteppich eine bessere Deckschicht (d. h. weniger Zwischenraum zwischen den Nadelfloren), einen aufrechteren Nadelflor aufwies und bei der Abnutzung einen geringeren Dickenverlust zeigte als das dem Autoklaven ausgesetzte Garn mit 100% Wolle.

BEISPIEL 9

255 Tex wollgesponnenes Einfachgarn, welches 9% einer Zweikomponenten-Polyester- Bindefaser und 91% Teppichwolle enthält und 190 Windungen pro Meter Twist aufweist, wurde zu drei Zweifachgarnen von 510 tex mit jeweils 150, 180 und 210 Windungen pro Meter Zweifachtwist gezwirnt. Die Garne wurden im Autoklaven bei 131 C für 20 Sekunden verbunden und anschließend zu einer Florteppichhöhe von 14 mm bei 3 mm (1/8 inch) Gauge einer aufgeschnittenen Florkonstruktion mit 360 Maschen pro Meter getuftet.

Die nichtverstärkten Teppiche wurden auf der Kufe gefärbt (auch Haspelfärbung genannt, ein dem Verkehr bekanntes Verfahren), mit fein verteilten Farbstoffen und Säureausgleichs- Farbstoffen, wobei beide Polyester- und Wollkomponenten des Teppichs eingefärbt wurden. Es ist in der Industrie bekannt, daß das Färbeverfahren auf der Kufe einen hohen Grad an Florgarnstabilität erfordert, um der Neigung der Nadelflore entgegenzuwirken, die Bestimmtheit während des Verfahrens einzubüßen und dementsprechend eine optisch unerwünschte Struktur anzunehmen.

Die sich ergebenden Teppiche, welche einen bindungsstabilisierten Flor aufwiesen, zeigten eine außergewöhnlich gute Nadelflor-Bestimmtheit, welche so gut oder besser war als diejenige von Teppichen desselben Aufbaus, welche chemisch fixierte Garne aus 100% Wolle derselben Konstruktion enthielten.

Durch die Erfindung wird deshalb ein Verfahren zum Stabilisieren der Florstruktur von getufteten, gewebten oder gestrickten Florgarn-Erzeugnissen geschaffen.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Verbessern der Nadelflor-Bestimmtheit und der Beibehaltung des Aussehens von Florgarn-Textilerzeugnissen, einschließlich Teppichen, umfassend:

(a) Dispergieren oder Mischen eines thermisch schmelzbaren Zweikomponenten- Haftmittels in Faserform in nichtklebenden Tierfasern, welche zu dem Florgarn zusammengeschlossen werden,

(b) Bilden entweder eines echten Twist enthaltenden Einfachgarns oder wahlweise Bilden eines Mehrfachgarns durch Verwinden von zwei oder mehr Einfachgarnen,

(c) nachdem das Florgan gebildet und wahlweise gezwirnt worden ist und bevor das Florerzeugnis hergestellt wird, Versehen der Oberflächenkomponente der Bindefaser mit Kleber, so daß nach dem Verbinden derselben mit einer benachbarten Faser oder Fasern die Struktur des gezwirnten Garns durch Faser-zu- Faser-Bindung stabilisiert wird.

2. Verfahren zum Stabilisieren des Flors von aufgeschnittenen Florerzeugnissen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teil der Oberfläche der Bindefasern durch ein Erwärmen und dadurch bedingtes Schmelzen mit Kleber versehen werden kann, und die Bindefasern 3 bis 25% der bindungsstabilisierten Florgarne aufweisen.

3. Verfahren zum Stabilisieren des Flors von aufgeschnittenen und schlingenförmigen Florerzeugnissen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Florgarn gemäß dem Wollspinn-, Halbkammgarnspinn-, Kammgarnspinn-, Wickelspinn-, Reibspinn-, Offen-End-Spinn-, Baumwollspinn- oder modifizierten Baumwollspinnverfähren aufgebaut ist.

4. Florerzeugnis hergestellt durch ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einige nicht verbundene Garne, um einen Gewebekontrast zwischen verbundenen und nicht verbundenen Garnen zu erzeugen.

5. Florerzeugnis nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Flor ein aufgeschnittener oder schlangenförmiger Flor ist.







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