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Dokumentenidentifikation DE4317556A1 01.12.1994
Titel Verfahren zum Erzielen von gemusterten Farbeffekten beim Färben von Leder
Anmelder Lange, Bernd, 83355 Grabenstätt, DE
Erfinder Kugler, Steffan, 83236 Übersee, DE
Vertreter Säger, M., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 81677 München
DE-Anmeldedatum 26.05.1993
DE-Aktenzeichen 4317556
Offenlegungstag 01.12.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.1994
IPC-Hauptklasse D06P 3/32
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzielen von gemusterten Farbeffekten beim Färben von Leder vermittels Spritzfärbung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die zu färbende Lederbahn auf einer Unterlage zu einer faltigen Struktur gerafft wird und die Lederfarbe auf die faltige Struktur aufgespritzt wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzielen von gemusterten Farbeffekten beim Färben von Leder vermittels Spritzfärbung gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

Das Färben von Leder durch Spritzfärbung ist bekannt. Dabei werden die trockenen Lederbahnen mit Spritzpistolen oder maschinellen Spritzbändern, die über das Lederband geführt werden, übersprüht. Zum Erzielen von gemusterten Farbeffekten war es dabei bisher erforderlich, den gewünschten Mustern entsprechende Schablonen zu verwenden, mit denen die Stellen der Lederbahn abgedeckt wurden, die von einer bestimmten Farbe nicht bedeckt werden sollten.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein einfaches Verfahren zu schaffen, mit denen gemusterte Farbeffekte bei der Spritzfärbung von Leder erzielt werden können.

Gelöst wird diese Aufgabe bei einem gattungsgemäßen Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs erfindungsgemäß durch dessen kennzeichnenden Merkmale.

Die Unteransprüche geben bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung wieder.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die zu färbende Lederbahn auf einer Unterlage ausgebreitet. Die Unterlage sollte vorzugsweise eben sein und Abflußmöglichkeiten für aufgesprühten Farbstoff enthalten, der von der Lederbahn nicht aufgenommen werden kann. Hierzu wird vorzugsweise eine Unterlage verwendet, die aus einem Spannrahmen besteht, beispielsweise in Form eines Lochblechs.

Die zu färbende Lederbahn wird auf der Unterlage zu einer faltigen Struktur gerafft, so daß sich ein Faltenmuster ergibt. Das Faltenmuster kann regelmäßig oder unregelmäßig gerafft werden, so daß sich eine geometrische Verteilung oder eine zufällige Verteilung der durch das Raffen entstandenen erhöhten Falten des Ledermaterials ergibt. Das Raffen der zu färbenden Lederbahn kann von Hand erfolgen, es können aber auch seitliche Schieber vorgesehen sein, die von Hand oder maschinell bedient werden und die zu färbende Lederbahn zu einer faltigen Struktur raffen.

Der Farbauftrag auf die Lederbahn kann mit einer Spritzpistole oder mit einem Spritzband durchgeführt werden, das von Hand oder maschinell über die zu färbende Lederbahn weggeführt wird. Spritzbänder zum Färben von Leder mittels Spritzfärbung sind bekannt.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich zum Auftrag beliebiger Farben bzw. Farbkompositionen. Insbesondere können auch Färbungen mit mehreren Farben durchgeführt werden, wobei sowohl eine Raffärbung auf bereits einheitlich vorgefärbtem Leder, aber auch eine mehrfache Raffärbung mit unterschiedlichen Farben nacheinander durchgeführt werden kann. Dadurch läßt sich ein sogenanntes Phantasieleder mit den unterschiedlichsten gemusterten Farbeffekten erzielen.

Zur Erzielung zusätzlicher bzw. andersartiger Farbeffekte kann zur Auftragung der Farbe auch ein peitschenartiger Farbquast verwendet werden, der aus einem Streifen aus elastischem Material, beispielsweise Leder, besteht, das an seine dem zu färbende Leder zugewandten Seite kammartig in Streifen geschnitten ist, so daß sich eine Farbpeitsche ergibt, mit der durch Eintauchen des peitschenartigen Farbquastes in die Farbe und Aufschlagen auf das zu färbende Leder streifenartige Strukturen erhalten werden. Dieser Peitschenauftrag der Lederfarbe kann zusätzlich zu der oben diskutierten Spritzfärbung durchgeführt werden, der Peitschenauftrag kann aber auch unabhängig von der Spritzfärbung in einem gesonderten Farbauftragsgang durchgeführt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figurenbeschreibung beispielhaft näher erläutert. Hierin zeigt:

Fig. 1 ein durch Raffen eines Lederstücks auf einem Spannrahmen erhaltenes Faltenmuster; und

Fig. 2 einen peitschenartigen Farbquast mit kammartigen Einschnitten an seiner Färbeseite.

Der peitschenartige Farbquast 16 wird am Handgriff 20 geführt, mit seinen kammartigen Einschnitten 18 in die Lederfarbe eingetaucht und auf das zu färbende Leder aufgeschlagen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Erzielen von gemusterten Farbeffekten beim Färben von Leder vermittels Spritzfärbung, dadurch gekennzeichnete daß die zu färbende Lederbahn auf einer Unterlage zu einer faltigen Struktur gerafft wird und die Lederfarbe auf die faltige Struktur aufgespritzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lederbahn auf einem Spannrahmen gerafft wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbauftrag auf die Lederbahn mit einer Spritzpistole oder einem Spritzband durchgeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche Farbeffekte durch Auftragen einer Lederfarbe mit einem peitschenartigen Farbquast erhalten werden.






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