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Dokumentenidentifikation DE4323154A1 12.01.1995
Titel Bodenbearbeitungsmaschine
Anmelder Franz Kleine Maschinenfabrik GmbH & Co, 33154 Salzkotten, DE
Erfinder Schulte, Reinold, Dipl.-Ing., 33106 Paderborn, DE
Vertreter Rehberg, E., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 37085 Göttingen
DE-Anmeldedatum 10.07.1993
DE-Aktenzeichen 4323154
Offenlegungstag 12.01.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.1995
IPC-Hauptklasse A01B 59/00
IPC-Nebenklasse A01B 59/042   A01B 63/24   A01B 63/32   
IPC additional class // A01C 7/00  
Zusammenfassung Eine an einen Schlepper 2 anhängbare Bodenbearbeitungsmaschine, insbesondere eine Sämaschine 2, weist einen Rahmen 3 und eine Mehrzahl von an dem Rahmen gelagerten Bodenbearbeitungswerkzeugen 9, 39 auf. Zwischen dem Rahmen 3 und dem Schlepper 2 ist eine vierachsige Lenkeranordnung mit parallel anhebbaren Unterlenkern 26 des Schleppers 2 und mit einem darüber angeordneten, verschwenkbaren Oberlenker 27 vorgesehen. Ein an der vierachsigen Lenkeranordnung angreifender Kraftgeber 30 ruft eine den Rahmen 3 nach unten beaufschlagenden Rückstellkraft zwischen dem Schlepper 2 und dem Rahmen 3 hervor.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine an einen Schlepper anhängbare Bodenbearbeitungsmaschine, insbesondere eine Sämaschine, mit einem Rahmen und einer Vielzahl von an dem Rahmen gelagerten Bodenbearbeitungswerkzeugen, wobei zwischen dem Rahmen und dem Schlepper eine vierachsige Lenkeranordnung mit parallel anhebbaren Unterlenkern des Schleppers und einem darüber angeordneten, verschwenkbaren Oberlenker vorgesehen ist. Unter der Bodenbearbeitungsmaschine ist dabei neben einer Sämaschine jede Vorrichtung mit in den Boden eingreifenden oder den Boden anderweitig bearbeitenden Bodenbearbeitungswerkzeugen zu verstehen. Inwieweit dabei Sägut, Dünger, Pflanzenschutzmittel o. dgl. auf den Boden aufgebracht oder in den Boden eingebracht werden, ist unerheblich. Es kommt nur darauf an, daß den Bodenbearbeitungswerkzeugen vom Boden eine Widerstandskraft entgegengebracht wird. Dieser Widerstandskraft wirkt über die Bodenbearbeitungswerkzeuge auf den Rahmen ein.

Konkret beschäftigt sich die vorliegende Erfindung mit dem Problemkreis der Direktsaat, d. h. der Einbringung von Sägut in nicht oder nur geringfügig vorbearbeitete Böden. Zumindest findet bei der Direktsaat vor dem Einbringen des Säguts kein Pflügen des Bodens statt. Auf diese Weise wird sowohl die natürliche Bodenstruktur im Inneren des Bodens als auch die beispielsweise durch Wurzelbildung stabilisierte Bodenoberfläche erhalten. Die stabilisierte Oberflächenstruktur zeigt gegenüber durch Pflügen auf die Einsaat von Saatgut vorbereiteten Böden eine deutlich verbesserte Resistenz gegenüber Wind- und Wassererosion. Darüberhinaus reduziert der entfallende Arbeitsschritt des Pflügens natürlich auch den Gesamtarbeits- und Energieaufwand beim Bestellen der Böden.

Die nicht gepflügte, vor allem durch Wurzelbildung stabilisierte Bodenoberfläche bringt jedoch den beim Einsäen in den Boden eingreifenden Werkzeugen, insbesondere den Säscharen, einen hohen Widerstand entgegen. Diesem Widerstand kann in aller Regel nicht dadurch begegnet werden, daß die Säschare eine sich selbsttätig in den Boden eingrabende Form aufweisen. Vielmehr ist die Verwendung von sogenannten rotierenden Säscharen erforderlich, um ein Auftürmen von Pflanzenresten vor den Säscharen zu vermeiden. Rotierende Säschare weisen jeweils zwei in einem spitzen Winkel zueinander angestellte, drehbar gelagerte und scharfkantig ausgebildete Drehscheiben auf. Diese werden schon allein aufgrund ihrer Formgebung bei einer Bewegung längs der Bodenoberfläche aus dem Boden herausgedrängt. Für eine ordnungsgemäße Saatgutablage ist jedoch ein Eingreifen der Säschare in den Boden erforderlich. Entsprechend müssen die rotierenden Säschare in den Boden eingedrückt werden. Die hierzu notwendigen Kräfte hängen stark von der Art des Bodens sowie dessen Zustand ab und können bei der Direktsaat durchaus eine Größenordnung von mehreren kN erreichen. Die Schwierigkeit besteht nun darin, die zum sicheren Eingriff der rotierenden Säschare in den Boden notwendigen Kräfte zuverlässig aufzubringen.

Zu diesem Zweck ist es bei einer Sämaschine der eingangs beschriebenen Art bekannt, großzügig dimensionierte Kraftgeber für eine Rückstellkraft zwischen den Bodenbearbeitungswerkzeugen und dem Rahmen vorzusehen. Dabei sind die Bodenbearbeitungswerkzeuge gruppenweise über Parallelogrammlenkeranordnungen an dem Rahmen gelagert und gegen die Rückstellkraft zwischen den Bodenbearbeitungswerkzeugen und dem Rahmen nach oben verschwenkbar. Die Kraftgeber greifen zum Hervorrufen der Rückstellkräfte zwischen dem Rahmen und den Bodenbearbeitungswerkzeugen an den Parallelogrammlenkeranordnungen an. Jede Gruppe der Bodenbearbeitungswerkzeuge umfaßt ein Säaggregat mit einem rotierenden Säschar, einem die maximale Eindringtiefe des Säschars in den Boden bestimmenden Stützrad und einem dem Säschar nachgeschalteten Schließrad zum Wiederzudrücken der Saatfurche. An der Parallelogrammlenkeranordnung greift eine Spiralfeder, die zwischen den jeweiligen Oberlenkern und den jeweiligen Unterlenkern angeordnet ist, als Kraftgeber an und ruft die Rückstellkraft zwischen dem Rahmen und den Bodenbearbeitungswerkzeugen hervor, die die Bodenbearbeitungswerkzeuge auf den Boden hin beaufschlagt. Die auf diese Weise bereitstellbaren Kräfte sind jedoch begrenzt, da sie in der Summe sämtlicher Werkzeuge von dem Rahmen aufzunehmen sind und diesen nach oben drücken. Der nach oben gerichteten Kraft hat der Rahmen nur sein eigenes Gewicht und den Anhebwiderstand der vierachsigen Lenkeranordnung zwischen dem Schlepper und dem Rahmen entgegenzusetzen. Hiermit sind für die bereitstellbaren Rückstellkräfte zwischen dem Rahmen und den Werkzeugen enge Grenzen gesetzt. Darüberhinaus wirkt sich die Spiralfeder in einen vergleichsweise ungünstigen Weg- Kraft-Verlauf aus. Müssen die Werkzeuge beispielsweise einem Stein nach oben hin ausweichen, so steigt die von der Feder aufgebrachte Rückstellkraft an. Hierdurch wird die Gefahr von Beschädigungen der Werkzeuge durch den Stein vergrößert. Umgekehrt ist die Rückstellkraft bei der maximalen Eindringtiefe der Werkzeuge in den Boden, also in der normalen Arbeitsstellung, vergleichsweise gering. Darüberhinaus kann es aufgrund der Feder zu unerwünschten, ungedämpften Schwingungen zwischen den Werkzeugen einerseits und dem Rahmen andererseits kommen. Letztlich ist die von der Feder aufgebrachte Rückstellkraft nur mit großem Aufwand an die jeweiligen Bodenverhältnisse anpaßbar.

Eine andere bekannte Sämaschine mit einem Rahmen und einer Mehrzahl von an dem Rahmen gelagerten Bodenbearbeitungswerkzeugen, wobei die Bodenbearbeitungswerkzeuge über Parallelogrammlenkeranordnungen an dem Rahmen gelagert sind, weist besonders schwer ausgebildete Werkzeuge bzw. an den Werkzeugen angebrachte Zusatzgewichte auf, um das gewünschte Eingreifen der Werkzeuge in den Boden sicherzustellen. Das Gesamtgewicht der Sämaschine erreicht dabei die Größenordnung von mehr als einer Tonne. Entsprechend müssen sämtliche Bestandteile der Sämaschine in aufwendiger Weise sehr stabil ausgelegt sein, und ein Anheben der Sämaschine mit dem Schlepper ist erschwert. Darüberhinaus kommt es zu Schwierigkeiten, wenn der Boden die hohen Eindrückkräfte auf die Werkzeuge nicht erfordert. In diesem Fall müssen die Gewichtskräfte auf die Werkzeuge durch die die Eindringtiefe der Werkzeuge in den Boden bestimmenden Stützräder abgetragen werden. Dies führt zwangläufig zu einer unerwünschten Bodenverdichtung, der nur durch aufwendige breitflächige Stützräder entgegengewirkt werden kann. Breitflächige Stützräder sind jedoch eigentlich unerwünscht, da sie wenig geeignet sind, das Bodenniveau direkt an der Stelle des Säschars zu erfassen. Außerdem ist die Umrüstung zwischen den verschiedenen Stützrädern aufwendig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bodenbearbeitungsmaschine der eingangs beschriebenen Art derart weiterzuentwickeln, daß die zum Eindrücken der Bodenbearbeitungswerkzeuge in den Boden erforderliche Kraft zuverlässig zur Verfügung gestellt wird, ohne die Masse der Bodenbearbeitungsmaschine zu erhöhen.

Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß ein an der vierachsigen Lenkeranordnung angreifender Kraftgeber vorgesehen ist, der eine den Rahmen nach unten beaufschlagende Rückstellkraft zwischen dem Schlepper und dem Rahmen hervorruft. Die Unterlenker herkömmlicher Schlepper sind willkürlich nur anhebbar und senken sich durch ihr Eigengewicht bzw. an ihnen angelagerte Maschinen ab. Um den Rahmen der Bodenbearbeitungsmaschine gegenüber dem Schlepper dennoch nach unten mit einer Kraft beaufschlagen zu können, ist bei der neuen Bodenbearbeitungsmaschine der an der vierachsigen Lenkeranordnung angreifende Kraftgeber vorgesehen. Dabei ist die konkrete Art und Anordnung des Kraftgebers grundsätzlich unerheblich. Es kommt allein darauf an, daß der Kraftgeber so an dem Schlepper, dem Rahmen, den Unterlenkern des Schleppers und/oder dem Oberlenker angreift, daß der Rahmen gegenüber dem Schlepper nach unten beaufschlagt wird.

Der Kraftgeber kann zwar auch eine Spiralfeder sein, doch erweist es sich als vorteilhaft, wenn der Kraftgeber ein mit einem gasgefüllten Druckspeicher verbundener Hydraulikzylinder ist. Bei ausreichender Dimensionierung des Druckspeichers ergibt sich so eine vernachlässigbare Weg-Kraft-Abhängigkeit, d. h. der Kraftgeber führt zu einer konstanten Beaufschlagung des Rahmens in Richtung auf den Boden. Darüberhinaus wirkt die Kombination des Hydraulikzylinders mit dem gasgefüllten Druckspeicher als Dämpferanordnung, so daß ein Auftreten von Schwingungen zwischen dem Rahmen und dem Schlepper wirkungsvoll vermieden wird.

Das Gewicht herkömmlicher Schlepper beträgt typischerweise 2,5 bis 4 Tonnen, wobei die Masse zu etwa 40% auf die Vorderachse und zu etwa 60% auf die Hinterachse verteilt ist. Mit Hilfe des Kraftgebers wird von den auf die Hinterachse entfallenden 1,5 bis 2,4 Tonnen problemlos eine einer Tonne entsprechende Gewichtskraft, d. h. eine Gewichtskraft von ca. 100 kN auf den Rahmen übertragen. Dabei wird zugleich die Bodenverdichtung durch die Hinterräder des Schleppers verringert. Durch eine Einstellbarkeit des Kraftgebers ist gewährleistet, daß immer nur soviel von der Gewichtskraft des Schleppers auf den Rahmen übertragen wird, wie der Rahmen seinerseits an Kräften von den Werkzeugen aufzunehmen hat. In keinem Fall wird jedoch mehr Bodenverdichtung verursacht, als durch einen Schlepper mit einer angehängten herkömmlichen Bodenbearbeitungsmaschine einer leichten Baureihe.

Der Kraftgeber kann an dem Rahmen einerseits und an einem Hebelarm eines zweiarmigen Kraftübertragungshebels andererseits angreifen, wobei der Kraftübertragungshebel um die Drehachse zwischen dem Rahmen und den Unterlenkern des Schleppers verschwenkbar ist und sich mit seinem anderen Hebelarm an den Unterlenkern abstützt. Bei der Anordnung des Kraftgebers ist auf eine möglichst kompakte Bauweise der Bodenbearbeitungsmaschine zu achten. Weiterhin ist anzustreben, daß der Kraftgeber das Anbringen der Bodenbearbeitungsmaschine an den Schlepper nicht erschwert oder behindert. Beiden Aspekten wird die hier beschriebene Anordnung gerecht. Durch den Kraftübertragungshebel kann der Kraftgeber vertikal und damit parallel zu der Befestigungsebene des Rahmens an den Unterlenkern und dem Oberlenker angeordnet werden. Der Kraftübertragungshebel kann dabei um dieselbe Drehachse verschwenkbar sein, wie der Rahmen gegenüber den Unterlenkern des Schleppers. Eine besondere Befestigung des Kraftübertragungshebels an den Unterlenkern ist nicht erforderlich, da sich der Kraftübertragungshebel einseitig an den Unterlenkern abstützt. Bei einem sich ausdehnenden Kraftgeber erfolgt die Abstützung an der Unterseite der Unterlenker, bei einem sich zusammenziehenden Kraftgeber an der Oberseite der Unterlenker. Es versteht sich, daß zu einer einfachen Anbringung der Bodenbearbeitungsmaschine an den Schlepper der Kraftübertragungshebel bzw. der Kraftgeber zu entspannen ist. Dies ist bei Ausbildung des Kraftgebers als Hydraulikzylinder problemlos.

Bei der neuen Bodenbearbeitungsmaschine ist nicht nur die Art der Bodenbearbeitungswerkzeuge, sondern auch deren Lagerung an dem Rahmen unerheblich, solange eine vom Boden auf die Werkzeuge nach oben einwirkende Kraft auf den Rahmen übertragen wird. Wenn die Bodenbearbeitungswerkzeuge aber einzeln oder gruppenweise über Parallelogrammlenkeranordnungen nach oben verschwenkbar an dem Rahmen gelagert sind, wobei an den Parallelogrammlenkeranordnungen angreifende Kraftgeber die Bodenbearbeitungswerkzeuge nach unten beaufschlagende Rückstellkräfte zwischen dem Rahmen und den Bodenbearbeitungswerkzeugen hervorrufen, sind die Kraftgeber vorzugsweise als Hydraulikzylinder ausgebildet, die mit demselben Druckspeicher verbunden sind wie der an der vierachsigen Lenkeranordnung zwischen dem Schlepper und dem Rahmen angreifende Kraftgeber. Die Hydraulikzylinder als Kraftgeber für die Rückstellkraft zwischen dem Rahmen und den Werkzeugen sind auf einfachste Weise durch den in dem Druckspeicher herrschenden Druck hinsichtlich der Größe der Rückstellkraft einstellbar. Darüberhinaus bewirken die Hydraulikzylinder in Verbindung mit dem gasgefüllten Druckspeicher auch hier eine Dämpfung von zwischen den Werkzeugen und dem Rahmen auftretenden Schwingungen. Der einer Konstantkraft vergleichbare Weg-Kraft- Verlauf der Hydraulik-Zylinder führt zudem zu einer geringen Gefahr von Beschädigungen der Werkzeuge, wenn diese beispielsweise vor Steinen nach oben ausweichen müssen. Die Anordnung eines einzigen Druckspeichers, der über Stichleitungen mit den einzelnen Hydraulikzylindern verbunden ist, ermöglicht nicht nur eine zentrale Verstellbarkeit aller Rückstellkräfte. Er führt auch dazu, daß sich bei einer Tendenz zum Anheben der Werkzeuge beispielsweise aufgrund eines anwachsenden Bodenwiderstands die Vorspannung des Rahmens auf den Boden automatisch erhöht. Umgekehrt nimmt beim Anheben der Bodenbearbeitungsmaschine mit Hilfe der Unterlenker des Schleppers die Beaufschlagung des Rahmens auf dem Boden ab, da die einzelnen Werkzeuge beim Anheben der Bodenbearbeitungsmaschine nach unten ausweichen.

Die an den Parallelogrammlenkeranordnungen angreifenden Hydraulikzylinder können an den jeweiligen Oberlenkern einerseits und an den Werkzeugen angreifen, wobei der Angriffspunkt der Kraftgeber an den Bodenbearbeitungswerkzeugen vor der Ebene liegt, die durch die Drehachsen zwischen den Oberlenkern und den Bodenbearbeitungswerkzeugen und zwischen den jeweiligen Unterlenkern und den Bodenbearbeitungswerkzeugen definiert ist. Auf diese Weise ist eine kompakte Anbringung der Hydraulikzylinder in vertikaler Anordnung vor den eigentlichen Werkzeugen möglich.

Das Gasvolumen des Druckspeichers ist in der Arbeitsstellung der Bodenbearbeitungsmaschine vorzugsweise mindestens viermal so groß wie das durch sämtliche Hydraulikzylinder verdrängbare Volumen. Eine solche Dimensionierung des Druckspeichers stellt sicher, daß bei allen Ausweichbewegungen der Werkzeuge eine nahezu konstante und damit unerwünschten Schwingungen sowie Beschädigungen des Werkzeugs entgegenwirkende Rückstellkraft vorliegt.

Der Druckspeicher kann mittels einer Hydraulikanlage des Schleppers mit Druck beaufschlagbar und gegenüber der Hydraulikanlage absperrbar sein. Es reicht aus, den Druckspeicher zu Beginn des Einsatzes der Bodenbearbeitungsmaschine auf den gewünschten Druck zu bringen und diesen Druck anschließend durch Absperren gegenüber der Hydraulikanlage des Schleppers zu fixieren. Damit ist das Drucksystem der Bodenbearbeitungsmaschine von Leckagen in der Hydraulikanlage des Schleppers unabhängig. Ein Verstellen des Drucks in dem Druckspeicher ist nur erforderlich, wenn sich die Bodenverhältnisse und damit der den Werkzeugen entgegengebrachte Widerstand des Bodens ändert. Gegebenenfalls ist Druck aus dem Druckspeicher abzulassen oder der Druck zu erhöhen.

Der Druckspeicher kann für einen Arbeitsdruck von 30 bis 300 bar vorgesehen sein, wobei ein Manometer den Arbeitsdruck anzeigt. Um das Innenvolumen des Druckspeichers möglichst klein zu halten, muß dort ein ausreichend hoher Druck vorliegen. Dieser hohe Druck ermöglicht gleichzeitig eine kompakte Bauweise der einzelnen zum Aufbringen der Rückstellkräfte verwendeten Hydraulikzylinder. Das Manometer zur Anzeige des Arbeitsdrucks ist erforderlich, um den jeweils gewünschten Arbeitsdruck einzustellen und zu überwachen.

Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispiels näher erläutert und beschrieben. Die Fig. 1 bis 3 zeigen jeweils eine Sämaschine als Ausführungsform der neuen Bodenbearbeitungsmaschine.

Die in der Fig. 1 in einem Längsschnitt dargestellte Bodenbearbeitungsmaschine 1 ist an einen Schlepper 2 angehängt. Die Sämaschine 2 weist einen Rahmen 3 auf, der über zwei seitliche Laufräder 4 über den Boden 5 rollt. An dem Rahmen 3 sind mehrere Einzelkornsäaggregate 6 jeweils über eine Parallelogrammlenkeranordnung mit Oberlenkern 7 und Unterlenkern 8 in vertikaler Richtung verschwenkbar gelagert. Jedes Einzelkornsäaggregat 6 weist als Bodenbearbeitungswerkzeuge ein rotierendes Säschar 9 und ein Schließrad 10 für die von dem Säschar 9 bereitgestellte Saatfurche auf. Die Eingriffstiefe des Säschars 9 in den Boden 5 wird durch ein Stützrad 11 bestimmt, das bei Erreichen der gewünschten Eingriffstiefe auf dem Boden 5 abrollt. Das Schließrad 10 ist über einen Arm 12 verschwenkbar gegenüber den weiteren Bestandteilen des Einzelkornsäaggregats 6 gelagert und über den Arm 12 in Richtung auf den Boden 5 vorgespannt. Hierzu ist eine hier nicht dargestellte Spiralfeder vorgesehen. Das Einzelkornsäaggregat 6 weist weiterhin einen Vorratsbehälter 13 für das Sägut und eine Vereinzelungsvorrichtung 14 auf, von der einzelne Körner des Säguts in die von dem Säschar 9 geöffnete Saatfurche abgelegt werden. Die Vereinzelungsvorrichtung 14 weist eine getriebliche Verbindung zu dem Laufrad 4 des Rahmens 3 auf und wird durch das Laufrad 4 angetrieben. Es kann aber auch ein separater motorischer Antrieb für die Vereinzelungsvorrichtung 14 vorgesehen sein. Je nach Widerstand des Bodens 5 weist das Säschar 9 eine mehr oder weniger große Tendenz zum Ausweichen aus dem Boden 5 auf. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, greift an der Parallelogrammlenkeranordnung zwischen dem Rahmen 3 und dem Säaggregat 6 ein Hydraulikzylinder 15 an. Der erste Angriffspunkt 16 des Hydraulikzylinders 15 an der Parallelogrammlenkeranordnung befindet sich an den Oberlenkern 7. Der zweite Angriffspunkt 17 befindet sich an einem Verlängerungsarm 18, der starr mit dem Säaggregat 6 verbunden ist und mit diesem um eine gemeinsame Drehachse 19 um die Unterlenker 8 verschwenkbar ist. Der Hydraulikzylinder 15 steht über eine Stichleitung 20 mit einem gasgefüllten Druckspeicher 21 in Verbindung. Bei einem vergleichsweise großen Gasvolumen in dem Druckspeicher 21 im Verhältnis zu dem von dem Hydraulikzylinder verdrängten Volumen an Hydraulikflüssigkeit beaufschlagt der Hydraulikzylinder 15 das Einzelkornsäaggregat 6 mit einer nahezu konstanten, d. h. wegunabhängigen Rückstellkraft auf den Boden 5. Diese Rückstellkraft wirkt genauso auf den Rahmen 3, der durch die Rückstellkraft tendenziell angehoben wird. Der Rahmen 3 ist über eine vierachsige Lenkeranordnung an den Schlepper 2 angehängt. Die vier Drehachsen 22 bis 25 der Lenkeranordnung sind dabei an den Enden von anhebbaren Unterlenkern 26 des Schleppers 2 einerseits und an den Enden eines darüber angeordneten, verschwenkbaren Oberlenkers 27 andererseits angeordnet. Die Unterlenker 26 des Schleppers 2 sind über Hubstangen 28 und Hubarme 29 hydraulisch anhebbar und senken sich durch ihr Eigengewicht bzw. durch angehängte Gewichte ab. Der Oberlenker 27 ist in seiner Länge veränderlich, um die Neigung des Rahmens 3 gegenüber dem Boden 5 einzustellen. Um ein Anheben des Rahmens 3 durch die von dem Hydraulikzylinder 15 hervorgerufenen Rückstellkräfte zu vermeiden, womit auch ein Abheben der Laufräder 4 und damit ein Ausfall des Antriebs für die Vereinzelungsvorrichtung 14 verbunden wäre, sind zwei den Unterlenkern 26 zugeordnete Hydraulikzylinder 30 vorgesehen. Die Hydraulikzylinder 30 greifen an dem Rahmen 3 einerseits und an einem Hebelarm 31eines zweiarmigen Kraftübertragungshebels 31, 32 andererseits an. Der zweite Hebelarm 32 des Kraftübertragungshebels 31, 32 greift von unten an dem jeweiligen Unterlenker 26 an. Die Hebelachse des Kraftübertragungshebels 31, 32 fällt dabei mit der Drehachse 23 zusammen. Auf diese Weise ruft der Hydraulikzylinder bei Beaufschlagung eine den Rahmen 3 relativ zum Schlepper 2 nach unten drückende Rückstellkraft hervor. Diese Rückstellkraft verhindert ein Ausweichen des Rahmens 3 nach oben aufgrund der von den Einzelkornsäaggregaten 6 übertragenen Rückstellkräfte. Der Hydraulikzylinder 30 bewirkt dabei, daß ein Teil des auf den Hinterrädern 33 des Schleppers 2 lastenden Gewichts auf den Rahmen 3 übertragen wird. Beaufschlagt wird der Hydraulikzylinder 30 über eine Leitung 34 von dem Druckspeicher 21. Der Arbeitsdruck in dem Druckspeicher 21 wird von einem Manometer 35 angezeigt. Der Arbeitsdruck in dem Druckspeicher 21 wird über eine Druckleitung 36 von der Hydraulikanlage 37 des Schleppers 2 bereitgestellt. Die Druckleitung 36 ist eine Verlängerung der Leitung 34. Der Druckspeicher 21 muß jedoch nicht kontinuierlichem mit Druck versorgt werden, sondern es reicht aus, ihn ein einziges Mal aufzufüllen. Anschließend ist das Drucksystem aus den Hydraulikzylindern 15 und 30, den Stichleitungen 20, der Leitung 34, dem Manometer 35 und dem Druckspeicher 21 mit einem Sperrventil 38 verriegelbar. Damit ist das Drucksystem von Undichtigkeiten der Hydraulikanlage 37 unabhängig. Das Gasvolumen des Druckspeichers 21 ist vorteilhafterweise um ein vielfaches größer als die von den einzelnen Hydraulikzylindern 15, 30 verdrängbaren Volumina an Hydraulikflüssigkeit. Damit weisen die Rückstellkräfte eine nahezu konstante Größe über den Einfederweg der Hydraulikzylinder auf. Die Kombination der Hydraulikzylinder 15, 30 mit dem gasgefüllten Druckspeicher 21 führt weiterhin in vorteilhafter Weise zu einer Dämpfung von Schwingungen zwischen dem Rahmen 3 und dem Schlepper 2 einerseits und dem Rahmen 3 und den Einzelkornsäaggregaten 6 andererseits.

Die in Fig. 2 wiedergegebene Sämaschine 2 unterscheidet sich von derjenigen gemäß Fig. 1 durch zusätzliche, starr an dem Rahmen 3 gelagerte Düngerlanzen 39. Die Düngerlanzen 39 sind jeweils einem Säaggregat 6 zugeordnet und dienen zum Einbringen von Düngemitteln in die jeweilige Säspur. Die Düngerlanzen 39 sind wie die rotierenden Säschare 9 in den Boden 5 eindringende Bodenbearbeitungswerkzeuge, die tendenziell nach oben aus dem Boden 5 herausgedrängt werden. Entsprechend übertragen auch die Düngerlanzen 39 eine nach oben gerichtete Kraft auf den Rahmen 3. Dieser Kraft wirken die Hydraulikzylinder 30 in der vierachsigen Lenkeranordnung 26, 27 zwischen dem Schlepper 1 und dem Rahmen 3 entgegen, um ein Ausweichen des Rahmens 3 nach oben zu verhindern.

Anhand der Sämaschine 2 mit den Düngerlanzen 39 gemäß Fig. 2 wird deutlich, daß es für die vorliegende Erfindung nicht auf die Parallelogrammlenkeranordnung 7, 8 zwischen dem Rahmen 3 und den Bodenbearbeitungswerkzeuge ankommt. Vielmehr ist die Beaufschlagung des Rahmens 3 über die vierachsige Lenkeranordnung 26, 27 zwischen dem Rahmen 3 und dem Schlepper 1 auch bei ausschließlich starr an dem Rahmen 3 gelagerten Bodenbearbeitungswerkzeugen nutzbar.

Die Sämaschine gemäß Fig. 3 unterscheidet sich von derjenigen gemäß Fig. 1 durch die Anordnung der Hydraulikzylinder 30 in der vierachsigen Lenkeranordnung 26, 27. Während die Hydraulikzylinder 30 gemäß Fig. 1 als Druckzylinder mit einer von der Hydraulikflüssigkeit beaufschlagten Kreisflächen ausgebildet sind, handelt es sich bei den Hydraulikzylindern 30 gemäß Fig. 3 um Zugzylinder mit von der Hydraulikflüssigkeit beaufschlagten Ringflächen. Dabei greifen die Hydraulikzylinder 30 gemäß Fig. 3 an den den Unterlenkern zugekehrten Hebelarmen 32 der hier nur einarmig ausgebildeten Kraftübertragungshebel 32 an. So werden auch hier die Kraftübertragungshebel 32 von unten an die Unterlenker 26angedrückt und führen zu einer Beaufschlagung des Rahmens 3 auf den Boden 5.

Auch die Hydraulikzylinder 15 in der Parallelogrammlenkeranordnung 7, 8 sind gemäß Fig. 3 im Gegensatz zu Fig. 1 als Zugzylinder mit von der Hydraulikflüssigkeit beaufschlagter Ringfläche ausgebildet. Darüberhinaus unterscheiden sie sich durch die Lage ihrer Angriffspunkte. Gemäß Fig. 3 greifen die Hydraulikzylinder 15 ausschließlich an den Oberlenkern 7 und den Unterlenkern 8 der Parallelogrammlenkeranordnungen 7, 8 an. Die hieraus resultierende Beaufschlagung der Säaggregate 6 ist aber auch hier nach unten auf den Boden 5 gerichtet.

Bezugszeichenliste

1 Sämaschine

2 Schlepper

3 Rahmen

4 Laufrad

5 Boden

6 Einzelkornsäaggregat

7 Oberlenker

8 Unterlenker

9 Säschar

10 Schließrad

11 Stützrad

12 Arm

13 Vorratsbehälter

14 Vereinzelungsvorrichtung

15 Hydraulikzylinder

16 Angriffspunkt

17 Angriffspunkt

18 Verlängerungsarm

19 Drehachse

20 Stichleitung

21 Druckspeicher

22 Drehachse

23 Drehachse

24 Drehachse

25 Drehachse

26 Unterlenker

27 Oberlenker

28 Hubstange

29 Hubarm

30 Hydraulikzylinder

31 Hebelarm

32 Hebelarm

33 Hinterrad

34 Leitung

35 Manometer

36 Druckleitung

37 Hydraulikanlage

38 Sperrventil

39 Düngerlanze


Anspruch[de]
  1. 1. An einen Schlepper anhängbare Bodenbearbeitungsmaschine, insbesondere Sämaschine, mit einem Rahmen und mit an dem Rahmen gelagerten Bodenbearbeitungswerkzeugen, wobei zwischen dem Rahmen und dem Schlepper eine vierachsige Lenkeranordnung mit parallel anhebbaren Unterlenkern des Schleppers und einem darüber angeordneten, verschwenkbaren Oberlenker vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein an der vierachsigen Lenkeranordnung (22-27) angreifender Kraftgeber vorgesehen ist, der eine den Rahmen (3) nach unten beaufschlagende Rückstellkraft zwischen dem Schlepper (2) und dem Rahmen (3) hervorruft.
  2. 2. Bodenbearbeitungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftgeber ein mit einem gasgefüllten Druckspeicher (21) verbundener Hydraulikzylinder (30) ist.
  3. 3. Bodenbearbeitungsmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftgeber an dem Rahmen (3) einerseits und an einem Hebelarm (31) eines zweiarmigen Kraftübertragungshebels (31, 32) andererseits angreift, wobei der Kraftübertragungshebel (31, 32) um die Drehachse (23) zwischen dem Rahmen (3) und den Unterlenkern (26) des Schleppers (2) verschwenkbar ist und sich mit seinem anderen Hebelarm (32) an den Unterlenkern (26) abstützt.
  4. 4. Bodenbearbeitungsmaschine nach Anspruch 2, wobei die Bodenbearbeitungswerkzeuge einzeln oder gruppenweise über Parallelogrammlenkeranordnungen nach oben verschwenkbar an dem Rahmen gelagert sind und wobei an den Parallelogrammlenkeranordnungen angreifende Kraftgeber die Bodenbearbeitungswerkzeuge nach unten beaufschlagende Rückstellkräfte zwischen dem Rahmen und den Bodenbearbeitungswerkzeugen hervorrufen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftgeber Hydraulikzylinder (15) sind, die mit demselben Druckspeicher (21) verbunden sind wie der an der vierachsigen Lenkeranordnung (22 - 27) zwischen dem Schlepper (2) und dem Rahmen (3) angreifende Kraftgeber.
  5. 5. Bodenbearbeitungsmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die an den Parallelogrammlenkeranordnungen (7, 8) angreifenden Hydraulikzylinder (15) an den jeweiligen Oberlenkern (7) einerseits und an den Bodenbearbeitungswerkzeugen andererseits angreifen, wobei der Angriffspunkt der Kraftgeber an den Bodenbearbeitungswerkzeugen vor der Ebene liegt, die durch die Drehachsen zwischen den Oberlenkern (7) und den Bodenbearbeitungswerkzeugen und zwischen den jeweiligen Unterlenkern (8) und den Bodenbearbeitungswerkzeugen definiert ist.
  6. 6. Bodenbearbeitungsmaschine nach Anspruch 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gasvolumen des Druckspeichers (21) in der Arbeitsstellung der Bodenbearbeitungsmaschine mindestens viermal so groß wie das durch sämtliche Hydraulikzylinder (15, 30) verdrängbare Volumen ist.
  7. 7. Bodenbearbeitungsmaschine nach Anspruch 2, 4 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckspeicher (21) mittels einer Hydraulikanlage (37) des Schleppers (2) mit Druck beaufschlagbar und gegenüber der Hydraulikanlage (37) absperrbar ist.
  8. 8. Bodenbearbeitungsmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckspeicher (21) für einen Arbeitsdruck von 30 bis 300 bar vorgesehen ist, wobei ein Manometer (35) den Arbeitsdruck angezeigt.






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