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Dokumentenidentifikation DE4423316A1 02.02.1995
Titel Weichenlagemelder
Anmelder Tiefenbach GmbH, 45257 Essen, DE
Erfinder Burghoff, Jürgen, 45529 Hattingen, DE;
Husel, Herbert, 45277 Essen, DE
Vertreter Pfingsten, D., Dipl.-Ing., Pat.-Ass., 5630 Remscheid
DE-Anmeldedatum 02.07.1994
DE-Aktenzeichen 4423316
Offenlegungstag 02.02.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.02.1995
IPC-Hauptklasse B61L 5/18
IPC-Nebenklasse B61L 5/10   G09F 13/04   
Zusammenfassung Es wird ein Weichelagemelder beschrieben, bei dem in einem Kasten (1) mehrere Lichtaustrittsöffnungen (3, 4, 5) angebracht sind, durch deren Beleuchtung bzw. Nichtbeleuchtung mit einer Glühlampe (8) oder Signallampe (11) die Lage der Weiche und der Belegtzustand des an die Weiche anschließenden Streckenabschnittes angezeigt wird. Um zu Irrtümern führende Fremdeinflüsse zu vermeiden wird das Licht durch Filter (9) polarisiert, wobei die Polarisationfilter (9) von miteinander fluchtenden Lichtaustrittsöffnungen (3.1, 3.2, 4.1, 4.2, 5.1, 5.2) auf der Vorder- und Rückseite des Kastens (1) so gegeneinander versetzt sind, daß von außen einfallendes Fremdlicht nach zweifacher Polarisation in zueinander senkrechter Polarisationsebenen gelöscht wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Weichenlagemelder nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Derartige Weichenlagemelder sind bei öffentlichen Eisenbahnen und Privatbahnen allgemein eingeführt. Sie dienen dazu, dem Lokomotiv- oder Rangierführer die Lage einer Weiche rechtzeitig anzuzeigen. Hierzu besitzt der Weichenlagemelder auf seiner Vorder- und Rückseite beleuchtete Symbole, die aus beiden Fahrtrichtungen sichtbar sind und die durch ihre Beleuchtung die Lage der Weiche markieren. Dabei ist es sicherheitstechnisch unbedingt erforderlich, daß die auf der Vorderseite und der Rückseite markierten Lagesymbole identisch sind. Aus diesem Grunde wird der Kasten so ausgestaltet, daß die markanten Punkte der auf der Vorder- und Rückseite dargestellten Symbole jeweils nur durch eine Glühlampe beleuchtet werden. Das bedeutet, daß auch der Defekt einer Glühlampe aus beiden Fahrtrichtungen in gleicher Weise dargestellt wird.

Die Erfindung löst die Aufgabe, bei einer solchen Konstruktion des Weichenlagemelders zu verhindern, daß durchscheinendes Licht, insbesondere bei Sonneneinstrahlung, den Eindruck erweckt, eine bestimmte Signalgebung würde vorliegen.

Die Lösung ergibt sich aus dem Kennzeichen von Anspruch 1.

Nach der Weiterbildung von Anspruch 2 wird insbesondere auch das Entstehen von Spiegelbildern auf den erforderlichen Linsen vermieden, die ebenfalls eine falsche Signalgebung vortäuschen können.

Diese Maßnahme ist insbesondere dann von Wichtigkeit, wenn die gewölbte Seite nach innen gekehrt ist. Allerdings macht sich in diesem Fall sehr schnell eine Verschmutzung der gewölbten mattierten Seite bemerkbar. Daher wird die gewölbte Seite vorzugsweise nach innen gedreht (Anspruch 3).

Neben der Meldung der Weichenlage ist es für den Lokomotivführer erforderlich, beim Überfahren einer Weiche auch eine Information über den Belegungszustand des hinter der Weiche liegenden Streckenabschnittes zu erhalten. Eine derartige Information erfolgt durch farbig erleuchtete Zeichen oder symbolische Darstellungen. Insbesondere stellt ein rot aufleuchtendes oder erleuchtetes Symbol nach internationaler Vereinbarung ein Verbot dar und zeigt auf, daß der Streckenabschnitt in Fahrtrichtung belegt ist und nicht befahren werden darf, während bei einem grün erleuchteten Symbol der Streckenabschnitt freigegeben ist. Diese Informationen können durch die Weiterbildung des Weichenlagemelders nach den Ansprüchen 4 bis 7 angezeigt werden. Dabei kann das farbige Signal durch die zwischen den Lichtaustrittsöffnungen des Kastens angeordnete Glühlampe erzeugt werden (eingefärbter Glaskolben). Alternativ kann auch ein farbiges Filter im Strahlengang einer "weißes" Licht erzeugenden Halogen- oder Signallampe benutzt werden. Das farbige Filter kann als eingefärbte Scheibe ausgebildet sein. Alternativ kann durch Einfärbung einer Linse im Strahlengang der Glühlampe ein Signal mit der gewünschten Information erzeugt werden.

Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel anhand der Fig. 1 bis 4 beschrieben.

Dabei zeigen:

Fig. 1 Vorderansicht, Rückansicht, Seitenansicht und Draufsicht des Weichenlagemelders;

Fig. 2 einen Teilschnitt durch den Weichenlagemelder;

Fig. 3 Ansicht und Schnitt einer Linse,

Fig. 4 einen Teilschnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel;

Fig. 5 ein Ausführungsbeispiel wie Fig. 2,

Fig. 6 bzw. Fig. 3, jedoch unter Verwendung von Signallampen.

Die folgende Beschreibung gilt für alle Ausführungsbeispiele, sofern nicht ausdrücklich auf das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 bzw. das Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 hingewiesen ist.

Die äußere Form des Weichenlagemelders wird bestimmt durch einen quaderförmigen Kasten 1. Dieser Kasten besitzt einen Ständer 2 auf seiner Unterseite. Mit diesem Ständer 2 wird der Kasten in der Nähe der Weiche aufgestellt. Dabei weist eine Vorderfront des Kastens, z. B. die in Fig. 1A dargestellte Forderfront, in die eine Fahrtrichtung und die andere in Fig. 1B dargestellte Front in die andere Fahrtrichtung. Der Kasten 1 besitzt auf beiden Frontseiten Lichtaustrittsöffnungen, und zwar auf der in Fig. 1A dargestellten Frontseite die Lichtaustrittsöffnungen 3.1, 4.1, 5.1 und auf der Rückseite die Lichtaustrittsöffnungen 3.2, 4.2 und 5.2. Die Lichtaustrittsöffnungen sind jeweils paarweise einander zugeordnet. Einander zugeordnete Lichtaustrittsöffnungen fluchten miteinander. Die Lichtaustrittsöffnungen werden durch Abschirmbleche 6nach oben hin abgeschirmt, insbesondere um das Entstehen von Schlaglichtern zu vermeiden. Jede Austrittsöffnung ist durch eine Linse 7 verschlossen. Diese Linsen werden später noch beschrieben. Im Inneren eines jeden Kasten sind Glühlampen 8 angeordnet. Es kann sich dabei um Halogen-Lampen, und zwar um Doppelfadenlampen handeln. Derartige Halogen-Lampen haben den Vorteil einer großen Leuchtkraft. Die Doppelfadenlampen haben den Vorteil, durch Redundanz der Leuchtfäden eine größere Betriebssicherheit zu bieten. Jede der Glühlampen 8 ist im wesentlichen in der Fluchtlinie der einander zugeordneten Austrittsöffnungen angeordnet. Die Glühlampe liegt jeweils im wesentlichen in der Kastenmitte zwischen den beiden zugeordneten Austrittsöffnungen. Die Linsen 7 beider einander zugeordneten Austrittsöffnungen 3, 4, 5 werden durch Polarisationsfilter 9 gegenüber der Glühlampe 8 verdeckt. Die Polarisationsfilter 9 sind so angeordnet, daß ihre Polarisationsebenen um 90° zueinander verdreht sind. Die Polarisationsfilter 9 sind durch Schraubenhalter 10 an dem Kasten 1 angebracht.

In Fig. 2 und Fig. 4 ist ein Teilschnitt durch den Kasten 1 dargestellt. Der Teilschnitt ist durch den Kasten längs der Linie I in der Ansicht nach Fig. 1A gelegt.

Bei den Linsen 7 handelt es sich um einseitig konvexe Linsen, die als Stufenlinsen ausgeführt sind. Sie besitzen beispielsweise eine Brennweite von 35 mm bei einem Durchmesser von 70 mm.

Die Linsen sind auf ihrer konvexen Seite mattiert. Dies kann z. B. durch ein Glas-Ätzmittel geschehen. Auf der anderen Seite (Stufenseite), die eine konkave Hüllfläche besitzt, ist die Linse außerdem mit kreisförmigen Riefen oder Stufen ausgestattet, die zu der Linsenachse konzentrisch liegen. Die Stufenseite der Linse ist in Fig. 3 (linke Seite) dargestellt.

Aus Fig. 3 (rechte Seite) ergibt sich auch ein Radialschnitt der Linse 7.

In der Ausführung nach Fig. 2 sind die konvexen Seiten der Linsen 7 dem Kasteninneren und der Glühlampe 8 zugekehrt. Dies gibt optisch einen sehr guten Effekt im Sinne der Vermeidung von Blendung und von Phantombildern. Bei der Ausführung nach Fig. 4 sind die gewölbten Seiten der Linsen 7 nach außen gekehrt. Auch hierdurch läßt sich der gewünschte Effekt, insbesondere Vermeidung von Blendung und von Phantombildern erreichen. Es wird zusätzlich vermieden, daß sich in den Riefen und Stufen Schmutz absetzt, der die Klarheit des optischen Signals beeinträchtigt.

Infolge der fluchtenden Anordnung der Austrittsöffnungen 3, 4, 5 kommt der Weichenlagemelder für Austrittsöffnungen mit gleichem Symbolwert mit nur einer Glühlampe 8 aus. Bei vollständigem Ausfall der Glühlampe 8 erscheinen die beiden zugeordneten Lichtaustrittsöffnungen 3.1 und 3.2 identisch als dunkel. Wenn also die Glühlampe 8 ausfällt, kann die Geradeaus-Lage der Weiche nicht mehr angezeigt werden. Der Lokomotivführer erkennt daran, daß die Weiche nicht befahren werden darf. Die um 90° gegeneinander verdrehten Polarisationsfilter 9 verhindern, daß eine Durchleuchtung stattfindet, daß also z. B. die Sonne von der Rückseite her durch den Kasten und die einander zugeordneten Lichtaustrittsöffnungen 3.1 und 3.2 hindurchleuchtet, denn hierbei wird das einfallende Fremdlicht am ersten Polarisationsfilter entsprechend dessen Stellung polarisiert und am zweiten, um 90° gedrehten Polarisationsfilter ausgelöscht. Dieser Effekt, das Hindurchleuchten zu verhindern, wird verstärkt durch die Umkehrung der Stufenlinsen 7 mit der konvexen Linsenfläche nach innen. Die Riefen und die Umkehrung der Stufenlinsen, ebenfalls aber auch die Mattierung, haben darüber hinaus den Vorteil, daß keine Phantombilder auftauchen können. Phantombilder sind Spiegelungen, Schlaglichtern oder dergl., die an der Linse durch Lichter, Sonne, o. ä. Objekte hervorgerufen werden und die sich in der Linse 7 spiegeln.

In Fig. 5 bzw. Fig. 6 ist ein abgeändertes Ausführungsbeispiel gezeigt, bei dem die Glühlampe 8 gemäß Fig. 2 und Fig. 3 durch eine Signallampe 11 ersetzt ist. Diese Signallampe 11 ist als 2-Faden Halogenlampe oder als Signallampe mit zwei Glaskolben 11.1 und 11.2 ausgebildet, die auf einem gemeinsamen Sockel sitzen. Die Glaskolben sind eingefärbt, so daß sich eine zusätzliche Information für den Lokführer, und zwar über den Belegungszustand des auf die Weiche folgenden Streckenabschnittes, ablesen läßt. Die Farbe der Glaskolben 11.1, 11.2 entspricht internationalen Vereinbarungen und richtet sich danach, hinter welcher Lichtaustrittsöffnung 3, 4, 5 die Signallampe 11 im Gehäuse 1 des Weichenlagemelders angeordnet ist und ob eine Freigabe oder Sperrung des Streckenabschnittes angezeigt werden soll. Die üblichen Signallampen gibt es in den Farben rot, gelb und grün. Der zweite Glaskolben der Signallampe 11 dient einer erhöhten Betriebssicherheit.

Es sei noch darauf hingewiesen, daß anstelle der farbigen Signallampe 11 auch Filterscheiben verwendet werden können, die in den Schraubenhalter 10 zwischen Linse 7 und Polarisationsfilter 9 in den Strahlengang des Lichtes der Glühlampe 8 eingesetzt werden und die gleichen Informationen liefern.

Bezugszeichenliste

1 Kasten

2 Ständer

3.1 Lichtaustrittsöffnung, Frontseite

3.2 Lichtaustrittsöffnung, Rückseite

4.1 Lichtaustrittsöffnung, Frontseite

4.2 Lichtaustrittsöffnung, Rückseite

5.1 Lichtaustrittsöffnung, Frontseite

5.2 Lichtaustrittsöffnung, Rückseite

6 Abschirmbleche

7 Linse, Stufenlinse

8 Glühlampe

9 Polarisationsfilter

10 Schraubenhalter

11 Signallampe, Glühlampe

11.1 Glaskolben

11.2 Glaskolben


Anspruch[de]
  1. 1. Weichenlagemelder, bei dem an der Vorder- und Rückseite eines Kastens (1) mehrere Lichtaustrittsöffnungen angebracht sind, durch deren Beleuchtung bzw. Nichtbeleuchtung die Lage der Weiche angezeigt wird, wobei die Beleuchtung durch ein- und ausschaltbare elektrische Glühlampen (8) geschieht, die im Inneren des Kastens angeordnet und jeweils einer Austrittsöffnung (3, 4, 5) zugeordnet sind,

    dadurch gekennzeichnet, daß

    die Lichtaustrittsöffnungen (3, 4, 5) der Vorder- und Rückseite fluchten,

    daß jedem Paar von fluchtenden Lichtaustrittsöffnungen (3, 4, 5) der Vorder- und Rückseite jeweils eine ein- und ausschaltbare elektrische Glühlampe (8) zugeordnet ist, daß vor jeder Lichtaustrittsöffnung (3, 4, 5) - von innen nach außen - zunächst ein Polarisationsfilter (9) und sodann eine einseitig gewölbte Stufenlinse (7) vorgeordnet sind, wobei vorzugsweise die Polarisationsebenen der Polarisationsfilter (9) eines jeden Paars von Lichtaustrittsöffnungen (3, 4, 5) zu einander um 90° verdreht sind.
  2. 2. Weichenlagemelder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stufenlinsen (7) auf der gewölbten Seite mattiert sind.
  3. 3. Weichenlagemelder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einseitig gewölbten Stufenlinsen (7) mit der gewölbten Seite nach außen und mit der flachen, gestuften Seite zu der Glühlampe (8) weisen.
  4. 4. Weichenlagemelder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Linse, insbesondere Stufenlinse (7), eine den Belegtzustand der Weiche anzeigende Farbe aufweist.
  5. 5. Weichenlagemelder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine den Belegtzustand der Weiche anzeigende farbige Filterscheibe in den Schraubenhalter (10) der Linse, insbesondere Stufenlinse (7), zwischen Polarisationsfilter (9) und Linse (7) eingesetzt ist.
  6. 6. Weichenlagemelder nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Glühlampe (8) als Signallampe (11) mit vorzugsweise mehr als einem Glaskolben (11.1, 11.2) oder als Mehrfaden-Halogenlampe ausgebildet ist.
  7. 7. Weichenlagemelder nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Signallampe (11) farbige Glaskolben (11.1, 11.2) aufweist.






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