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Dokumentenidentifikation DE3852475T2 20.04.1995
EP-Veröffentlichungsnummer 0317086
Titel Kantenabdeckung und deren Einbauverfahren.
Anmelder Schlegel (U.K.) Holdings Ltd., Leeds, GB
Erfinder Ray, Michael James, Twycross Leicestershire, GB;
Lister, David H., Loughborough Leicestershire, GB;
Castle, Robert, Hinckley Leicestershire, GB
Vertreter Moll, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Glawe, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., 80538 München; Delfs, K., Dipl.-Ing.; Mengdehl, U., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Niebuhr, H., Dipl.-Phys. Dr.phil.habil., 20148 Hamburg; Merkau, B., Dipl.-Phys., Pat.-Anwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 3852475
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 21.10.1988
EP-Aktenzeichen 883099053
EP-Offenlegungsdatum 24.05.1989
EP date of grant 14.12.1994
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.04.1995
IPC-Hauptklasse B60R 13/06

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anbringen einer Kantenverkleidung an einem Flansch um eine Tür oder eine Türöffnung herum an einem Kraftfahrzeug. Die Erfindung ist auch auf Dichtungsstreifen anzuwenden, die an solchen Kantenverkleidungen befestigt sind oder einstückig mit denselben ausgebildet sind.

Kantenverkleidungen für die Verwendung in der Kraftfahrzeugindustrie werden normalerweise aus einem Kunstharzmaterial extrudiert und weisen in sich einen metallischen Träger auf, wobei der Träger von geschlitztem Metallaufbau oder von einem Aufbau mit einem gewirkten Zickzackdraht ist, um so der Kantenverkleidung Festigkeit und Nachgiebigkeit zu geben. Häufig ist eine Behaarung, Samtstoff, Velour oder dergleichen oder eine elastomere Dichtung zusammen mit der Kantenverkleidung extrudiert oder an derselben befestigt. Normalerweise wird die Kantenverkleidung entweder mit oder ohne Dichtungsstreifen dem Kraftfahrzeughersteller in langen aufgerollten Längen geliefert und ist bereit für die Anbringung an einem Flansch um die Tür oder den Kofferraum oder den Rahmen der Tür oder den Kofferraum eines Fahrzeugs in einem Zustand, der für die Anbringung an dem Flansch bereit ist, d. h., daß sie allgemein U-förmigen Querschnitt hat, wobei der innere Ausbildung des U so ist, daß die Kantenverkleidung am Flansch verhältnismäßig einfach entweder von Hand oder mit einer Maschine angebracht werden kann und sich anschließend nicht vom Flansch lösen kann.

Es ist immer problematisch gewesen, solche U-förmigen Kantenverkleidungen anzubringen, egal ob diese einen Dichtungsstreifen aufweisen oder nicht, und zwar wegen der Herstellungstoleranzen sowohl der Kantenverkleidung als auch des Kraftfahrzeuges selbst. Zum Beispiel kann die Dicke des Metallträgers ein wenig variieren, was auch bei der Dicke des elastomeren Materials der Extrusion und den Abmessungen irgendwelcher Greifflossen der Fall sein kann, die an der inneren Oberfläche der U-Form vorgesehen sind. Außerdem kann der Flansch, an dem die Kantenverkleidung angebracht wird, eine Dicke haben, die aus einer, zwei oder noch mehr Schichten von Blech aufgebaut ist, die mit Punktverschweißungen aneinander geschweißt sind, die wiederum die Dicke des Flansches verändern können. In der Praxis ist es daher schwierig, für eine Person, die die Kantenverkleidung anbringt, oder eine Maschine, eine U-förmige Kantenverkleidung an einem Flansch auf solche Weise anzubringen, daß sie während der Lebensdauer des Fahrzeugs auf dem Flansch verbleibt. Das Problem ist natürlich, daß für eine Dicke aus einer einzigen Schicht von Blech die inneren Abmessungen der U-förmigen Kantenverkleidung beträchtlich geringer sein müssen als für den Teil des Flansches, der z. B. aus drei Schichten von Blech aufgebaut ist. Wird die Kantenverkleidung in ihre U-Form vorgeformt, um alle diese unterschiedlichen Dicken aufzunehmen, so ist es wahrscheinlich, daß sie ein wenig zu weit für Einzelschichtdicken und ein wenig zu eng für drei oder mehr Schichtendicken ist, und als Ergebnis hiervon klemmt die Kantenverkleidung möglicherweise nicht zufriedenstellend fest, wo der Flansch eine Dicke von einer Schicht hat, während dort, wo der Flansch eine Dicke von mehr als zwei Schichten hat, es extrem schwierig sein kann für die anbringende Person oder Maschine, die Kantenverkleidung am Flansch anzubringen, und als Ergebnis wird die Kantenverkleidung während des Anbringens mißhandelt und verhält sich beim Gebrauch nicht zufriedenstellend.

Die vorliegende Erfindung wurde geschaffen, um die obigen Probleme zu überwinden und auch die stetig wachsende Verwendung von Automatisierung bei der Herstellung von Kraftfahrzeugen auszunutzen.

DE-U-8 604 761 offenbart einen traditionellen Aufbau der Konstruktion der Kantenverkleidung oder eines Kantenstreifens mit einer speziellen Konstruktion von Flanschgreifvorsprüngen, welche Verkleidung oder welcher Streifen ursprünglich in leicht gespreizter Anordnung extrudiert wird - sonst ist Extrusion des Polymers nicht möglich - und dann nach dem Härten in eine gebrauchsfertige Form deformiert wird, in der die Arme des U nicht mehr gespreizt sind.

EP-A-0 233 552 offenbart andererseits eine flexible Dichtung zur Anbringung an einem Metallflansch, die nur aus Polymermaterial gebildet ist, das einen mittigen bogenförmigen Bereich und Seitenschenkel aufweist, an denen ein doppelseitiges Klebeband angebracht ist, wobei die Seiten des Bandes, die nicht mit den Seitenschenkeln verbunden sind, durch einen Abdeckfilm geschützt sind. Diese Dichtung wird mit Hilfe eines Roboters über einen Dorn gefaltet und dann an ihren Ort auf den Flansch gerollt. Es gibt keine Hinweise, wie die Dichtung an ihren Ort gerollt wird, und wegen der selbstklebenden Seitenschenkel ist dies sehr schwierig zu erreichen, und es ist fast unmöglich, die Dichtung auf dem Flansch genau anzubringen.

In US-A-4 311 747 sind eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Anbringen einer allgemein U-förmigen Kantenverkleidung mit einem innerhalb einer Umhüllung angeordneten Träger auf einen Flansch offenbart, wobei die Kantenverkleidung in einem ersten ausgebreiteten Zustand ist, in dem die Arme des U von dem Grundteil des U auseinanderzeigen, wobei die Kantenverkleidung dem Flansch in ihrem ersten Zustand dargeboten wird, in dem sie lose am Flansch angreift, wobei ihr Grundteil auf dem Rand des Flansches angeordnet ist; die Kantenverkleidung wird dann in einen zweiten Zustand mit Hilfe eines Werkzeugs deformiert, das zwei Bördelrollen aufweist, die auf einem Stützarm angebracht sind, um in entgegengesetzten Richtungen um beabstandete parallele Achsen zu rotieren, so daß die Umfangsflächen der Rollen in einem Abstand angeordnet sind, um einen Zwischenraum mit einem so vorbestimmten Abstand zu bilden, daß sie allmählich Druck auf die äußeren Oberflächen der ausgebreiteten Kantenverkleidung ausüben können, um Träger und Umhüllung so zu deformieren, daß die Kantenverkleidung sich am Flansch festgreift. Da die Rollen so angebracht sind, daß sie einen vorbestimmten Zwischenraum zwischen ihren Umfangsflächen bilden, kann die Vorrichtung nicht in zufriedenstellender Weise zum Anbringen von gespreizten Kantenverkleidungen auf Flansche von variierenden Dicken verwendet werden.

In GB-A-1 020 026 ist ein Werkzeug für die Verwendung bei der Anbringung eines Kantenverkleidungsstreifens an einem Flansch offenbart, wobei das Werkzeug von Hand gehalten wird und Glieder, die an den Seiten der Kantenverkleidung angreifen, und eine Rolle aufweist, die am Grundteil derselben angreift. In GB-A-1 588 213 sind mehrere verschiedene Ausführungsformen von Installierungseinrichtungen für Abdichtungen gezeigt, wobei alle diese Einrichtungen eine erste Rolle, die gegen den Grundteil der Abdichtung anliegt, um sie auf den Rand einer Platte zu drücken, und seitliche Führungsrollen aufweisen, um die Einrichtung entlang der Platte zu führen und/oder um unterschiedliche Dicken der Abdichtung aufzunehmen. Weder das Werkzeug noch die Installierungseinrichtung üben irgendeinen Deformierungsschritt auf die Kantenverkleidung oder die Abdichtung auf, und im Falle der Abdichtung kann es keine Frage sein, daß etwa irgendein Bördeln auftritt, da die Abdichtung völlig aus elastomerem Material besteht.

In GB-A-1 588 213 ist eine Vorrichtung zum Installieren einer Abdichtung offenbart, um eine flexible elastische Abdichtung an einem Rand einer Platte anzubringen. Die Vorrichtung weist eine Korrekturrollenanordnung mit zwei einander gegenüberstehenden horizontalen Seitenrollen und einer vertikalen mittigen Rolle auf, um die Abdichtung zu umfassen und sie auf dem Plattenrand auszurichten (wie dies in Fig. 12 gezeigt ist). Die Seitenrollen können in Richtung aufeinanderzu vorgespannt sein, wie dies in den Fig. 13 bis 16 gezeigt ist. Diese Vorrichtung ist speziell konstruiert zum Ausrichten von Abdichtungen auf Plattenrändern, könnte jedoch wegen des Vorhandenseins der durch Federmittel vorgespannten Seitenrollen verwendet werden, Kraft auf die Seiten der Abdichtung auszuüben und die Abdichtung zu deformieren. Die Vorrichtung ist jedoch für diesen Zweck nicht konstruiert, und es gibt keinen Hinweis, daß die Vorrichtung zum Bördeln einer Kantenverkleidung (die traditionell aufgrund des Vorhandenseins eines steifen, jedoch verformbaren Trägers in derselben deformierbar ist) in festklemmenden Eingriff mit einem Flansch verwendet werden kann, der eine nicht gleichförmige Dicke haben kann, um sich am Flansch gleichförmig unabhängig von der Dicke des Flansches festzuklemmen. Tatsächlich könnten kommerziell erhältliche Kantenverkleidungen, die steife Träger in sich aufweisen, nicht zufriedenstellend in festklemmenden Eingriff mit einem Flansch von nicht gleichförmiger Dicke unter Verwendung der in der GB-A-1 588 213 offenbarten Vorrichtung gebördelt werden.

Die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung ist besonders zum Bördeln einer Kantenverkleidung, in der ein steifer, jedoch verformbarer Träger angeordnet ist, auf einen Flansch ausgebildet, um am Flansch, unabhängig von der Dicke des Flansches, gleichförmig festzuklemmen.

Kein einziges der oben beschriebenen Dokumente des Standes der Technik schlägt in irgendeiner Weise vor, wie eine Kantenverkleidung auf einem Flansch, der ungleichförmige Dicke haben kann, in solcher Weise angebracht werden kann, daß unabhängig von der Dicke des Flansches die Kantenverkleidung gleichförmig über die Länge des Flansches am Flansch festklemmt.

Gemäß einem Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung stellen wir zur Verfügung ein Verfahren zum Anbringen einer allgemein U-förmigen Kantenverkleidung mit einem verformbaren Träger, der innerhalb einer Umhüllung angeordnet ist, an einem Flansch variabler Dicke, wobei die Kantenverkleidung vor dem Anbringen in einem ersten, ausgebreiteten Zustand ist, in dem die Arme des U vom Grundteil des U auseinander streben und nach außen voneinander weggespreizt sind, das die Schritte aufweist, die Kantenverkleidung dem Flansch in dessen ersten Zustand darzubieten, indem er lose am Flansch angreift und der Grundteil des U die ausgebreitete Kantenverkleidung am Flansch lokalisiert, und anschließend die Kantenverkleidung in einen zweiten Zustand mit Hilfe eines Paars von Bördelrollen zu bördeln, die an einem Tragarm um beabstandete parallele Achsen für Rotation angebracht sind, wobei die Anordnung so ist, daß die Rollen Druck auf die äußeren Oberflächen der ausgebreiteten Kantenverkleidung ausüben, um allmählich den Träger und die Umhüllung zu deformieren, so daß die auseinandergespreizten Arme in festklemmenden Eingriff mit dem Flansch gleichförmig über dessen Länge unabhängig von der Dicke des Flansches gebördelt werden, und wobei eine dritte Rolle an dem Tragarm für Drehung um eine Achse senkrecht zu den parallelen Achsen der Bördelrollen befestigt ist, wobei sich die dritte Rolle über den Zwischenraum zwischen den beabstandeten Bördelrollen erstreckt und so angeordnet ist, daß sie Druck auf die Außenseite des Grundteiles der Kantenverkleidung ausübt, während diese auf den Flansch aufgebördelt wird.

Das Verfahren kann den Schritt einschließen, die Dicke des Flansches zu er fühlen und einen Verformungsschritt auf die Kantenverkleidung durchzuführen, so daß sich die Kantenverkleidung am Flansch gleichförmig über dessen Länge unabhängig von der Dicke des Flansches festklemmt. Alternativ kann die Kantenverkleidung mit einer vorbestimmten Bördelkraft angebracht werden.

Es wird bevorzugt, daß die Kantenverkleidung Arme aufweist, die zueinander unter einem Winkel zwischen ungefähr 10 und 90º und vorzugsweise unter einem Winkel von ungefähr 45º geneigt sind.

Vorzugsweise wird die Abdeckung aus einem extrudierten synthetischen Harzmaterial gebildet, die den Träger völlig einschließt, der aus geschlitztem Metall oder einem gewirkten Draht hergestellt sein kann, wie dies an sich bekannt ist.

Vorzugsweise ist an der Kantenverkleidung ein Dichtungsstreifen befestigt oder einstückig mit derselben ausgebildet, und ist die Kantenverkleidung so geformt, daß sie am Flansch automatisch durch Roboter angebracht werden kann, d. h. der Tragarm ist robotergesteuert.

Ebenfalls erfindungsgemäß stellen wir zur Verfügung eine Bördelvorrichtung zum Durchführen des oben beschriebenen Verfahrens, wobei die Vorrichtung ein Mittel, das relativ zum Streifen, zur Leiste oder zur Kantenverkleidung bewegbar ist, wenn der Streifen oder die Kantenverkleidung auf dem Flansch montiert wird, und ein Paar von Bördelrollen aufweist, die für Drehung auf dem Mittel um parallele Achsen befestigt sind, wobei entsprechende Rollen des Paares von Bördelrollen bei der Benutzung in entgegengesetzten Richtungen rotieren, wobei weiter ein Mittel vorgesehen ist, so daß das Paar von Bördelrollen Druck auf die auseinandergespreizten Seitenwände des Streifens oder der Kantenverkleidung ausübt, um so diese Seitenwände aufeinanderzu zu schließen, wenn das Mittel entlang der Längenausdehnung des Streifens oder der Kantenverkleidung auf dem Flansch bewegt wird, wodurch die Seitenwände des Streifens oder der Kantenverkleidung sich in eine anschließend beibehaltene Anordnung bewegen, in der sie in Eingriff mit dem Flansch gebördelt sind, um sich am Flansch unabhängig von der Flanschdicke gleichförmig festzuklemmen, und wobei eine dritte Rolle an dem Mittel angebracht ist, um um eine Achse drehbar zu sein, die senkrecht zu den parallelen Achsen des Paares von Bördelrollen ist, wobei die dritte Rolle so angebracht ist, daß sie sich über den Zwischenraum zwischen dem Paar von Bördelrollen erstreckt und so in bezug auf das Paar von Bördelrollen positioniert ist, daß sie Druck auf die Außenseite des Grundteils des kanalförmigen Streifens oder der Kantenverkleidung ausübt, wenn dieser bzw. diese am Flansch angebracht wird.

Vorzugsweise weist die Vorrichtung zwei Paare von Bördelrollen auf, die für Drehung auf dem Mittel befestigt sind, wobei entsprechende Rollen jedes der Paare von Bördelrollen so angebracht sind, daß ihre Umfangsflächen einen Abstand aufweisen, um den Zwischenraum zu definieren.

Vorzugsweise weist die Vorrichtung auch eine spannende Rolle und eine Führungsrolle auf, von denen jede für Drehung um eine Achse senkrecht zu den parallelen Achsen des Paars von Bördelrollen montiert ist, wobei die Achsen der Führungs- und spannenden Rollen parallel zueinander sind.

Das weitere Mittel kann eine Fühleinrichtung aufweisen, um sicherzustellen, daß die Bördelrollen die Seitenwände des Streifens oder der Kantenverkleidung so deformieren, daß sich die letzteren am Flansch gleichförmig unabhängig von dessen Dicke festklemmen.

Die Erfindung soll nun beispielsweise unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben werden. Es zeigen:

Fig. 1 eine Kantenverkleidung mit einem Dichtungsstreifen und anderen Dichtmitteln, die an einem Flansch angebracht ist, jedoch nicht in festklemmendem Eingriff damit ist;

Fig. 2 die Kantenverkleidung von Fig. 1, nachdem sie in festklemmenden Eingriff mit dem Flansch verformt ist; und

Fig. 3 die Kantenverkleidung von Fig. 1, die am Flansch angebracht und anschließend in festklemmenden Eingriff mit demselben mit Hilfe eines Roboterarms deformiert ist.

Wie dies in der Zeichnung gezeigt ist, hat die dargestellte Kantenverkleidung großenteils konventionellen Aufbau mit einem metallischen Träger (nicht gezeigt), der innerhalb einer Umhüllung 1 angeordnet ist, wobei ein Dichtungsstreifen oder ein Witterungsstreifen 3 an einem Teil der Kantenverkleidung und eine weitere Dichtung 5 an einem anderen Teil derselben befestigt ist. Ein Flansch 7, an dem die Kantenverkleidung angebracht werden soll, ist als aus zwei Schichten von Metall gebildet dargestellt und weist nach oben gerichtete Randbereiche von zwei Blechen auf, die Teil der Karosserie eines Kraftfahrzeuges bilden, und Fig. 1 zeigt eine allgemein U-förmige Kantenverkleidung in einem ersten Zustand, wobei ein Grundteilbereich 9 der Kantenverkleidung auf dem äußeren Rand des Flansches 7 aufliegt und zwei Arme 11 und 13 der Kantenverkleidung vom Grundteil des U auseinanderstreben und einen Winkel von ungefähr 45º miteinander bilden und jeweils lose an einer bzw. der anderen Seite des Flansches 7 anliegen. Der Flansch 7 wird normalerweise in seiner Dicke variieren.

Es ist dargestellt, daß die Kantenverkleidung eine Vielzahl von Greiferflossen 15 allgemein bekannter Konstruktion aufweist; die Anzahl, Form und Aufbau derselben ist jedoch für die Erfindung nicht wichtig, und sie brauchen sogar gar nicht vorgesehen zu sein.

Fig. 2 zeigt die Randverkleidung von Fig. 1, nachdem sie von dem in Fig. 1 gezeigten Zustand in festklemmenden Eingriff mit dem Flansch 7 verformt ist. Dieser Verformungsschritt wird in Übereinstimmung mit der Erfindung durchgeführt, nachdem die Kantenverkleidung am Flansch 7 durch den Kraftfahrzeughersteller lose angebracht ist, und eine Form einer Vorrichtung, die zum Durchführen der Aufgabe geeignet ist, ist in Fig. 3 gezeigt. Die Vorrichtung schließt einen Roboterarm 21 ein, auf dem die Schließanordnung 23 befestigt ist, wobei die Schließanordnung zwei Paare von abgeschrägten Bördelrollen 25, wenigstens eine Führungsrolle 26 und eine spannende Rolle 27 und irgendeine Form von Fühleinrichtung (nicht gezeigt) aufweist, um sicherzustellen, daß die Bördelrollen die Arme 11 und 13 der Kantenverkleidung so deformieren, daß die Kantenverkleidung am Flansch gleichförmig unabhängig von der Dicke des Flansches festgeklemmt wird. Dies kann entweder darin bestehen, die Dicke des Flansches zu erfühlen und ein Bördeln im geeigneten Ausmaß zu bewirken, oder eine gleichförmige Bördelkraft der Kantenverkleidung auf dem Flansch sicherzustellen.

Man wird natürlich verstehen, daß die Kantenverkleidung irgendeinen anderen Aufbau als die dargestellte haben könnte; zum Beispiel braucht es keinen Dichtungsstreifen oder Witterungsstreifen oder eine Dichtung aufzuweisen, die an derselben befestigt oder mit derselben einstückig ist, und sie könnte eine extrudierte Kantenverkleidung mit einem Metallträger innerhalb eines Kunstharzhauptteils sein. Alternativ könnte der Hauptteil aus Textilmaterial gebildet sein, das um einen Träger gewickelt ist. Viele andere Konstruktionen sind möglich.

In Fig. 1 ist gezeigt, daß die Arme 11 und 13 der Kantenverkleidung zueinander unter einem Winkel von ungefähr 45º geneigt sind, wobei dies der bevorzugte Winkel ist. Weiter ist in Fig. 1 der Zustand gezeigt, in dem der Hersteller der Kantenverkleidung diese dem Fahrzeughersteller liefern würde. Man wird jedoch verstehen, daß andere Winkel möglich sein würden, obwohl idealerweise der Winkel irgendwo zwischen einigen wenigen Grad und 90º sein sollte. Es besteht sogar die Möglichkeit, daß die Kantenverkleidung dem Kraftfahrzeughersteller in flacher Form geliefert wird und daß der Hersteller entweder die Kantenverkleidung an den Flansch anbringen könnte und sie bis zu der in Fig. 2 gezeigten Konstruktion in einem einzigen Arbeitsschritt bördeln könnte, oder aber anfänglich die Kantenverkleidung in einen Zustand deformieren könnte, der ähnlich demjenigen in Fig. 1 ist, und dann dieselbe an den Flansch anbringen und anschließend wieder bis in den in Fig. 2 gezeigten Zustand deformieren könnte.

Man wird auch verstehen, daß das Verfahren und die Vorrichtung zum Deformieren der Kantenverkleidung, die in Fig. 3 gezeigt sind, nur ein Beispiel vieler verschiedener Verfahren und Vorrichtungen sind, die verwendet werden könnten.

Man wird natürlich verstehen, daß, obwohl die vorliegende Erfindung besonders für Kantenverkleidungen für die Verwendung bei der Automobilindustrie geschaffen worden ist, sie auch für Kantenverkleidungen verwendet werden könnte, die andere Verwendungen haben.

Der Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß sie ein Problem löst, unter dem insbesondere Kraftfahrzeughersteller viele Jahre gelitten haben, nämlich dem zufriedenstellenden Anbringen einer Kantenverkleidung oder eines Dichtungsstreifens oder Witterungsstreifens auf einem Flansch variabler Dicke an einem Fahrzeug, und daß es nun möglich ist, sicherzustellen, daß der Dichtungsstreifen mit gleichförmiger Festklemmung am Flansch unabhängig von den Abmessungen des Flansches angebracht wird.

Man wird natürlich verstehen, daß die vorliegende Erfindung oben ausschließlich beispielsweise beschrieben worden ist und daß Abwandlungen von Einzelheiten innerhalb des Bereichs der Erfindung vorgenommen werden könnten, wie er durch die Ansprüche definiert ist.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Anbringen einer allgemein U-förmigen Kantenverkleidung (1) mit einem verformbaren Träger (in den Zeichnungen des vorliegenden Patents nicht gezeigt), der innerhalb einer Umhüllung angeordnet ist, an einem Flansch (7) variabler Dicke, wobei die Kantenverkleidung vor dem Anbringen in einem ersten, ausgebreiteten Zustand (Fig. 1) ist, in dem die Arme (11,13) des U vom Grundteil (9) des U auseinanderstreben und nach außen voneinander weggespreizt sind, das die Schritte aufweist, die Kantenverkleidung dem Flansch (7) in dessen ersten Zustand (Fig. 1) darzubieten, in dem er lose am Flansch angreift und der Grundteil (9) des U die ausgebreitete Kantenverkleidung am Flansch (7) lokalisiert, und anschließend die Kantenverkleidung in einen zweiten Zustand mit Hilfe eines Paars von Bördelrollen (25) zu bördeln, die an einem Tragarm (21) um beabstandete parallele Achsen für Rotation angebracht sind, wobei die Anordnung so ist, daß die Rollen (25) Druck auf die äußeren Oberflächen der ausgebreiteten Kantenverkleidung (1) ausüben, um allmählich den Träger und die Umhüllung zu deformieren, so daß die auseinandergespreizten Arme (11,13) in festklemmenden Eingriff mit dem Flansch (7) gleichförmig über dessen Länge unabhängig von der Dicke des Flansches (7) gebördelt werden, und wobei eine dritte Rolle (27) an dem Tragarm (21) für Drehung um eine Achse senkrecht zu den parallelen Achsen der Bördelrollen (25) befestigt ist, wobei sich die dritte Rolle (27) über den Zwischenraum zwischen den beabstandeten Bördelrollen (25) erstreckt und so angeordnet ist, daß sie Druck auf die Außenseite des Grundteiles der Kantenverkleidung (1) ausübt, während diese auf den Flansch (7) aufgebördelt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, das den Schritt aufweist, die Dicke des Flansches (7) zu erfühlen und einen Verformungsschritt auf die Kantenverkleidung (1) auszuüben, so daß sich die Kantenverkleidung (1) am Flansch (7) gleichförmig über ihre Länge unabhängig von der Dicke des Flansches festklemmt.

3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem eine vorbestimmte Bördelkraft auf die Kantenverkleidung (1) angewendet wird, um sie in ihren zweiten Zustand (Fig. 2) unabhängig von der Dicke des Flansches zu deformieren.

4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, bei dem die Kantenverkleidung (1) mit Hilfe von zwei Paaren von beabstandeten Bördelrollen (25) deformiert wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die Rollen (25,27) durch einen Roboterarm (21) getragen sind.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die dritte Rolle (27) vor dem Paar von Rollen (25) angeordnet ist und eine Führungsrolle (26) einschließt, die für Drehung um eine Achse angebracht ist, die parallel zu derjenigen der dritten Rolle (27) ist und von derselben einen Abstand aufweist, wobei die Führungsrolle (26) die Kantenverkleidung (1) auf den Flansch (7) führt.

7. Bördelvorrichtung zum Ausführen des Verfahrens von Anspruch 1, wobei die Vorrichtung ein Mittel (21), das relativ zum Streifen, zur Leiste oder zur Kantenverkleidung (1) bewegbar ist, wenn der Streifen oder die Kantenverkleidung (1) auf dem Flansch montiert wird, und ein Paar von Bördelrollen (25) aufweist, die für Drehung auf dem Mittel (21) um parallele Achsen befestigt sind, wobei entsprechende Rollen des Paares von Bördelrollen (25) bei der Benutzung in entgegengesetzten Richtungen rotieren, wobei weiter ein Mittel vorgesehen ist, so daß das Paar von Bördelrollen (25) Druck auf die auseinandergespreizten Seitenwände (11,13) des Streifens oder der Kantenverkleidung (1) ausübt, um so diese Seitenwände (11,13) aufeinanderzu zu schließen, wenn das Mittel (21) entlang der Längenausdehnung des Streifens oder der Kantenverkleidung (1) auf dem Flansch (7) bewegt wird, wodurch die Seitenwände (11,13) des Streifens oder der Kantenverkleidung (1) sich in eine anschließend beibehaltene Anordnung bewegen, in der sie in Eingriff mit dem Flansch (Fig. 2) gebördelt sind, um sich am Flansch unabhängig von der Flanschdicke gleichförmig festzuklemmen, und wobei eine dritte Rolle (27) an dem Mittel (21) angebracht ist, um um eine Achse drehbar zu sein, die senkrecht zu den parallelen Achsen des Paares von Bördelrollen (25) ist, wobei die dritte Rolle (27) so angebracht ist, daß sie sich über den Zwischenraum zwischen dem Paar von Bördelrollen (25) erstreckt und so in bezug auf das Paar von Bördelrollen (25) positioniert ist, daß sie Druck auf die Außenseite des Grundteils (9) des kanalförmigen Streifens oder der Kantenverkleidung (1) ausübt, wenn dieser bzw. diese am Flansch (7) angebracht wird.

8. Vorrichtung nach Anspruch 7, die zwei Paare von Bördelrollen (25) aufweist, die für Drehung an dem Mittel (21) angebracht sind, wobei entsprechende Rollen jedes Paars von Bördelrollen (25) so angebracht ist, daß ihre Umfangsflächen einen Abstand aufweisen, um den Zwischenraum zu begrenzen.

9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, die eine spannende Rolle (27) und eine Führungsrolle (26) aufweist, die jeweils für Drehung um eine Achse angebracht sind, die senkrecht ist zu den parallelen Achsen des Paares von Bördelrollen (25), wobei die Achsen der Führungsrolle und spannenden Rolle (26,27) parallel zueinander sind und die spannende Rolle (27) vor dem Paar von Rollen (25) in Richtung der Bewegung des Mittels (21) angeordnet ist.

10. Vorrichtung nach Anspruch 7, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel (21) ein Roboterarm ist.

11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, bei dem die Bördelrollen (25) abgeschrägt sind.

12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, bei dem das weitere Mittel eine Fühlereinrichtung aufweist, um sicherzustellen, daß die Bördelrollen (25) die Seitenwände (11,13) des Streifens oder der Kantenverkleidung (1) so deformieren, daß sich derselbe bzw. dieselbe am Flansch (7) gleichförmig unabhängig von dessen Dicke festklemmt.

13. Vorrichtung nach Anspruch 7, 8 oder 9, die Tragmittel (26) zum Aufnehmen einer Länge des Streifens oder der Kantenverkleidung (1), wobei sich deren Seitenwände (11,13) in der ursprünglich auseinandergespreizten Anordnung (Fig. 1) befinden, von einer Zuführung derselben aufweist, wobei das Tragmittel (26) die Länge (1) trägt und auf den Flansch (7) führt.







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