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Dokumentenidentifikation DE4336873A1 04.05.1995
Titel Verfahren zum Erzielen von gemusterten Farbeffekten beim Färben von Leder
Anmelder Lange, Bernd, 83355 Grabenstätt, DE
Erfinder Kugler, Steffan, 83236 Übersee, DE
Vertreter Säger, M., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 81677 München
DE-Anmeldedatum 28.10.1993
DE-Aktenzeichen 4336873
Offenlegungstag 04.05.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.05.1995
IPC-Hauptklasse D06P 3/32
IPC-Nebenklasse B05D 7/12   B05C 17/06   C14B 1/28   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzielen von gemusterten Farbeffekten beim Färben von Leder vermittels Spritzfärbung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die zu färbende Lederbahn auf einer Unterlage gelagert und teilweise mit Schablonen bedeckt wird, daß ein mehrfacher Spritzfärbe- und/oder Spritzlösevorgang durchgeführt wird, und die Anordnung der Schablonen bei den einzelnen Spritzfärbe- und/oder Spritzlösevorgängen zumindest teilweise verändert wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzielen von gemusterten Farbeffekten beim Färben von Leder vermittels Spritzfärbung gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

Das Färben von Leder durch Spritzfärbung ist bekannt. Dabei werden die trockenen Lederbahnen mit Spritzpistolen oder maschinellen Spritzbändern, die über das Lederband geführt werden, übersprüht. Zum Erzielen von farbigen Mustern hat man dabei den gewünschten Mustern entsprechende Schablonen verwendet, mit denen die Stellen der Lederbahn abgedeckt wurden, die von einer bestimmten Farbe nicht bedeckt werden sollten. Dabei wurden der Schablonenform entsprechende Farbmuster erhalten.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein einfaches Verfahren zu schaffen, mit denen andersartige gemusterte Farbeffekte bei der Spritzfärbung von Leder erzielt werden können, die von der Form der verwendeten Schablonen abweichen bzw. diese variieren.

Gelöst wird diese Aufgabe bei einem gattungsgemäßen Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs erfindungsgemäß durch dessen kennzeichnenden Merkmale.

Die Unteransprüche geben bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung wieder.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die zu färbende Lederbahn auf einer Unterlage ausgebreitet. Die Unterlage sollte vorzugsweise eben sein und Abflußmöglichkeiten für aufgesprühten Farbstoff enthalten, der von der Lederbahn nicht aufgenommen werden kann. Hierzu wird vorzugsweise eine Unterlage verwendet, die aus einem Spannrahmen bzw. Lochrahmen besteht, beispielsweise in Form eines Lochblechs.

Die zu färbende Lederbahn wird dann auf der Unterlage mit den Schablonen bedeckt und mit einer Farbe und/oder einem Farbenlösemittel besprüht. Nach dem ersten Sprühvorgang wird die Anordnung der Schablonen verändert und ein erneuter Spritzfärbe- und/oder Spritzlösevorgang durchgeführt. Die Sprühvorgänge können beliebig wiederholt werden, wobei sich durch die unterschiedlichen Anordnungen der Schablonen während der einzelnen Sprühvorgänge sehr effektvolle geometrische Muster ergeben.

Als Schablonen werden vorzugsweise solche verwendet, deren Grundfläche einfach darstellbare geometrische Flächen bedecken, z. B. Schablonen, die die folgenden Grundflächen aufweisen: Quadrate, Rechtecke, Trapeze, Dreiecke, Fünf- und Mehrecke, Kreise, Ovale Pentagramme, Hexagramme usw.

Es ist auch möglich, Schablonen in Form sehr langgestreckter geometrischer Flächen, z. B. Latten oder dergleichen mit rechteckiger Grundfläche zu verwenden, die teilweise oder über die gesamte Erstreckung des zu färbenden Lederstücks gelegt werden.

Der Farb- oder Lösemittelauftrag auf die Lederbahn kann mit einer Spritzpistole oder mit einem Spritzband durchgeführt werden, das von Hand oder maschinell über die zu färbende Lederbahn weggeführt wird. Spritzbänder zum Färben von Leder mittels Spritzfärbung sind bekannt.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich zum Auftrag beliebiger Farben bzw. Farbkompositionen. Insbesondere können auch Färbungen mit mehreren Farben durchgeführt werden, wobei sowohl eine Färbung auf bereits einheitlich vorgefärbtem Leder, aber auch eine mehrfache Färbung mit unterschiedlichen Farben nacheinander durchgeführt werden kann. Das gleiche gilt für das Auftragen von Lösungsmitteln. Dadurch läßt sich ein sogenanntes Phantasieleder mit den unterschiedlichsten gemusterten Farbeffekten erzielen.

Zur Erzielung zusätzlicher bzw. andersartiger Farbeffekte kann zur Auftragung der Farbe auch ein peitschenartiger Farbquast verwendet werden, der aus einem Streifen aus elastischem Material, beispielsweise Leder, besteht, das an seine dem zu färbende Leder zugewandten Seite kammartig in Streifen geschnitten ist, so daß sich eine Farbpeitsche ergibt, mit der durch Eintauchen des peitschenartigen Farbquastes in die Farbe und Aufschlagen auf das zu färbende Leder streifenartige Strukturen erhalten werden. Dieser Peitschenauftrag der Lederfarbe kann zusätzlich zu der oben diskutierten Spritzfärbung durchgeführt werden, der Peitschenauftrag kann aber auch unabhängig von der Spritzfärbung in einem gesonderten Farbauftragsgang durchgeführt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figurenbeschreibung beispielhaft näher erläutert, in der ein Färbevorgang mit Lattenschablonen gezeigt ist. Hierin zeigt:

Fig. 1 ein zu färbendes Lederstück mit Lattenschablonen, das auf einen Lochrahmen aufgespannt ist;

Fig. 2 eine geänderte Anordnung der Lattenschablonen;

Fig. 3 eine weitere geänderte Anordnung von kürzeren Lattenschablonen;

Fig. 4 das fertiggefärbte Lederstück.

Die zu färbende Lederbahn (10) ist auf einen Lochrahmen (20) aufgespannt.

Die Muster wurden dadurch erzeugt, daß Schablonen mit rechteckförmigem Querschnitt, beispielsweise in Form von hölzernen Lattenstücken (12), auf die Lederbahn (10) aufgelegt wurden und die Lederbahn anschließend in mehreren Farbspritz- und Farblösevorgängen mit Farben und Lösemitteln nacheinander besprüht wurde. Dabei wurde die Anordnung der als Schablonen dienenden Lattenstücke (12) verändert, wie in Fig. 2 gezeigt ist. Farbspritz- und Lösevorgänge wurden dann nach Auflegen weiterer Schablonen mit rechteckiger Grundfläche wie in Fig. 3 gezeigt, wiederholt. Eine rautenförmige Farbgebung ist dadurch erreichbar, daß die Schablonen bei einer späteren Farbspritzgebung eine andere winkelmäßige Ausrichtung auf der Lederoberfläche hatten. Seitliche Schattierungen sind durch Anlösen mit einem Lösungsmittel erreichbar, wobei an der Schablonenkante mehr Lösungsmittel aufgesprüht werden kann, so daß hier ein hellerer Farbton entsteht.

Fig. 4 zeigt das Endprodukt, das aufgrund verschiedener Farbeindringtiefen und verschiedener Farbschichten über- und untereinander eine dreidimensionale Wirkung hat.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Erzielen von gemusterten Farbeffekten beim Färben von Leder vermittels Spritzfärbung, dadurch gekennzeichnet,

    daß die zu färbende Lederbahn auf einer Unterlage gelagert und teilweise mit Schablonen bedeckt wird;

    daß ein mehrfacher Spritzfärbe- und/oder Spritzlösevorgang durchgeführt wird; und

    die Anordnung der Schablonen bei den einzelnen Spritzfärbe- und/oder Spritzlösevorgängen zumindest teilweise verändert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schablonen eine geometrisch einfach darstellbare Fläche bedecken.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schablonen mit folgenden geometrischen Flächen eingesetzt werden:

    Quadrate, Rechtecke, Trapeze, Dreiecke, Fünf- oder Mehrecke, Kreise, Ovale, Pentagramme, Hexagramme usw.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbauftrag auf die Lederbahn mit einer Spritzpistole oder einem Spritzband durchgeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche Farbeffekte durch Auftragen einer Lederfarbe mit einem peitschenartigen Farbquast erhalten werden.






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