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Dokumentenidentifikation DE4338955A1 18.05.1995
Titel Fälschungssicheres Papier
Anmelder Mack, Peter, 69151 Neckargemünd, DE
Erfinder Mack, Peter, 69151 Neckargemünd, DE
Vertreter Meyer-Graf von Roedern, G., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 69115 Heidelberg
DE-Anmeldedatum 15.11.1993
DE-Aktenzeichen 4338955
Offenlegungstag 18.05.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.05.1995
IPC-Hauptklasse D21H 21/40
IPC-Nebenklasse D21H 27/00   B44F 1/12   
Zusammenfassung In das flächige Papiermaterial ist ein farbiges, allein in Durchlicht sichtbares Netz oder Gitter eingebettet und von dem Papiermaterial allseits umgeben. Das Netz oder Gitter hat vorzugsweise ein farbig transparentes Farbmuster. Es kann in Durchlicht ohne technische Hilfsmittel auf den ersten Blick erkannt, durch Fotokopieren aber nicht reproduziert werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein fälschungssicheres Papier.

Durch die zunehmende Verbreitung von Farbkopierern hoher Reproduktionsqualität steigen die Anforderungen an die Fälschungssicherheit von Papier z. B. für Banknoten, Aktien und andere Wertpapiere.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Papier mit einem Echtheitskennzeichen zu schaffen, das ohne technische Hilfsmittel auf den ersten Blick erkannt, durch Fotokopieren aber nicht reproduziert werden kann.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein farbiges, allein in Durchlicht sichtbares Netz oder Gitter in das flächige Papiermaterial eingebettet und von diesem allseits umgeben.

Die Erfindung nutzt aus, daß Papier von Haus aus durchscheinend ist. Das erfindungsgemäß in das Papier eingebettete farbige Netz oder Gitter ist in Auflicht nicht sichtbar und kann deshalb nicht mit einem Farbkopierer reproduziert werden. Sein Vorhandensein läßt sich auf einfache Weise dadurch prüfen, daß man das Papier in Durchlicht betrachtet. Da das Einbetten des Netzes oder Gitters in das Papier nur im Zuge seiner Herstellung erfolgen kann, ist eine Fälschung praktisch ausgeschlossen. Anders als ein Wasserzeichen, kann das feine Farbbild des Netzes oder Gitters auch nicht durch einen Aufdruck simuliert werden, weil es durch das überlagernde Papiermaterial wie durch einen Schleier erscheint und mit einem Scanner nicht abgetastet werden kann. Es versteht sich, daß das erfindungsgemäße Papier überdies herkömmliche Sicherheitsmerkmale aufweisen und insbesondere aufwendig bedruckt, mit einem Wasserzeichen, mit einem Metallstreifen versehen sein kann u. a. m.

Das erfindungsgemäß verwendete Netz oder Gitter ist vorzugsweise farbig transparent und so in Durchlicht farbig sichtbar. Seine Farbigkeit ist Eigenschaft eines per se lichtdurchlässigen Materials wie z. B. Glas oder Kunststoff und nicht durch den Auftrag von Farbpigmenten erhalten, die in Durchlicht schwarz erscheinen würden und sich durch einen schwarzen Aufdruck fälschen ließen. Eine Fälschung durch einen farbigen Aufdruck ist dadurch ausgeschlossen, daß das Netz oder Gitter allein in Durchlicht (farbig) sichtbar ist.

Vorzugsweise hat das erfindungsgemäß verwendete Netz oder Gitter ein Farbmuster. Daraus resultiert eine hohe Fälschungssicherheit.

Die Maschenweite des erfindungsgemäß verwendeten Netzes oder Gitters ist so dimensioniert, daß bei der Herstellung des Papiers eine Einbindung in dessen sich verfilzenden Papierhadernbrei stattfindet. Dadurch ist eine dauerhafte sichere Einbettung des Netzes oder Gitters in das Papier und eine gute Überdeckung mit dem Papiermaterial gewährleistet. Ein Freilegen des Netzes oder Gitters durch Abtragen von Papiermaterial im Zuge eines Fälschungsversuchs ist nicht möglich. Die Maschenweite des Netzes oder Gitters kann so eng sein, daß sich bei Betrachtung des Papiers in Durchlicht ein flächiger Farbeindruck ergibt.

Das Netz oder Gitter kann aus Naturfasern oder Kunstfasern, insbesondere Glasfasern oder Kunstoffasern bestehen. Letztere Fasern können mit einem Durchmesser von wenigen µ hergestellt werden. Bevorzugt ist ein Faserdurchmesser zwischen ca. 1 µ und ca. 40 µ. Es ist so eine überdeckte Einbettung z. B. in für Banknoten typische Papierbahnen von ca. 100 µ Dicke möglich. Zur Bildung des Netzes oder Gitters können die Fasern miteinander verschweißt, verklebt, verwoben oder verflochten sein.

Das Netz oder Gitter kann sowohl abschnittsweise als auch insgesamt farbig sein. Für seine Färbung gibt es verschiedene Varianten. So können schon seine Fasern vorzugsweise homogen eingefärbt sein und beispielsweise aus farbigem Glas oder Kunststoff bestehen. Netze oder Gitter lassen sich aus gleichfarbigen oder verschiedenfarbigen Fasern in wohldefinierten Farbmustern herstellen. Das kann insbesondere webtechnisch geschehen. Bevorzugt sind also Netze oder Gitter mit einem gewebten Farbmuster. Volle Farbtöne erhält man in Gewebebereichen, in denen gleichfarbige Webfasern mit festem Abstand, d. h. konstanter Maschenweite, zusammentreffen. Es besteht die Möglichkeit, verschiedenfarbige Webfasern zusammentreffen zu lassen und/oder den Abstand der Webfasern, d. h. die Maschenweite des Netzes oder Gitters, zu variieren, um so neben vollen Farbtönen auch Halbtöne zu erzeugen.

Es können aber auch die kompletten Netze oder Gitter mit einem Farbauftrag versehen sein, was durch Bedrucken, Aufsprühen oder Aufdampfen, insbesondere Vakuumaufdampfen, vorzugsweise unter Verwendung geeigneter Masken geschehen kann. Herstellungstechnisch bevorzugt ist ein Farbmusteraufdruck des Netzes oder Gitters.

Das erfindungsgemäße Papier hat eine bevorzugte Anwendung für Banknoten, Aktien und andere Wertpapiere.

Beispiel

Ein quadratisches Gittergewebe aus 5 µ dicken Polypropylenfasern mit einer Maschenweite von 0,1 mm wird bei der Herstellung von Banknotenpapier während des Schöpfprozesses vollflächig und mit allseitiger Überdeckung in das Papiermaterial eingebracht. Die Polypropylenfasern sind in verschiedenen Farben homogen eingefärbt. Das Gittergewebe hat ein farbiges Gewebemuster.


Anspruch[de]
  1. 1. Fälschungssicheres Papier, dadurch gekennzeichnet, daß ein farbiges, allein in Durchlicht sichtbares Netz oder Gitter in das flächige Papiermaterial eingebettet und von diesem allseits umgeben ist.
  2. 2. Fälschungssicheres Papier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Netz oder Gitter farbig transparent und so im Durchlicht farbig sichtbar ist.
  3. 3. Fälschungssicheres Papier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Netz oder Gitter ein Farbmuster hat.
  4. 4. Fälschungssicheres Papier nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Netz oder Gitter eine Maschenweite hat, die bei der Herstellung des Papiers eine Einbindung des Netzes oder Gitters in den sich verfilzenden Papierhadernbrei gewährleistet.
  5. 5. Fälschungssicheres Papier nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Netz oder Gitter aus Naturfasern oder Kunstfasern, insbesondere Glasfasern oder Kunststoffasern, vorzugsweise Polypropylenfasern, besteht.
  6. 6. Fälschungssicheres Papier nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern des Netzes oder Gitters miteinander verschweißt, verklebt, verwoben oder verflochten sind.
  7. 7. Fälschungssicheres Papier nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Netz oder Gitter abschnittsweise oder insgesamt farbig ist.
  8. 8. Fälschungssicheres Papier nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern des Netzes oder Gitters vorzugsweise homogen gefärbt sind.
  9. 9. Fälschungssicheres Papier nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Netz oder Gitter aus verschiedenfarbigen Fasern besteht.
  10. 10. Fälschungssicheres Papier nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Netz oder Gitter ein eingewebtes Farbmuster hat.
  11. 11. Fälschungssicheres Papier nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Webfasern des Netzes oder Gitters insbesondere zur Erzeugung von Farbhalbtönen variiert.
  12. 12. Fälschungssicheres Papier nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Netz oder Gitter mit einem Farbauftrag versehen ist.
  13. 13. Banknote, Aktie, Wertpapier o. ä. aus fälschungssicherem Papier nach einem der Ansprüche 1 bis 12.






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