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Dokumentenidentifikation DE4341014A1 08.06.1995
Titel Verfahren zur Entfernung organischer Lösungsmittel aus Abwässern
Anmelder Hoechst AG, 65929 Frankfurt, DE
Erfinder Bach, Hanswilhelm, Dr., 46166 Duisburg, DE;
Bahrmann, Helmut, Dr., 46499 Hamminkeln, DE;
Weber, Jürgen, Dr., 46147 Oberhausen, DE
DE-Anmeldedatum 02.12.1993
DE-Aktenzeichen 4341014
Offenlegungstag 08.06.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.1995
IPC-Hauptklasse C02F 1/26
IPC-Nebenklasse C07B 63/04   
IPC additional class // B01D 11/04,C07C 67/58,29/86,31/125  
Zusammenfassung Abwässer, die bei der Herstellung oder Verwendung organische Lösungsmittel enthaltender Lacke auftreten, werden durch Extraktion mit höheren Monoalkoholen, das sind Alkohole mit 8 und mehr Kohlenstoffatomen im Molekühl, gereinigt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Abwässern, die bei der Herstellung oder Verwendung organischer Lösungsmittel enthaltender lösungsmittelhaltiger Lacke auftreten.

Lackfarben sind komplexe Gemische nichtflüchtiger und flüchtiger Bestandteile. Zu den nichtflüchtigen Komponenten gehören u. a. Farbstoffe und Pigmente, Filmbildner, Harze und Weichmacher. Flüchtige Komponenten sind die Lösungsmitteln die bei der Filmbildung aus dem Überzugsmittel, makromolekulare Stoffe oder Vorstufen makromolekularer Stoffe, verdampfen. Aufgabe der Lösungsmittel ist es, die festen oder zähflüssigen Bindemittelkomponenten zu lösen und die Viskosität des Lackes zu beeinflussen, so daß er die für den jeweiligen Anwendungszweck geeignete Konsistenz besitzt.

Neue Entwicklungen zielen darauf ab, lösungsmittelfreie und lösungsmittelarme Lacke herzustellen. Dennoch kann auch heute in zahlreichen Fällen noch nicht auf den Zusatz von Lösungsmitteln zu Lackzubereitungen verzichtet werden. Die Art der Lösungsmittel richtet sich nach der Zusammensetzung der Lacke. Zu den am meisten verwendeten zählen aliphatische Monoalkohole, insbesondere Alkohole mit 3 bis 5 Kohlenstoffatomen, z. B. Propanol oder Butanol und Ester niederer aliphatischer Monoalkohole mit niederen Monocarbonsäuren, z. B. Butylacetat.

In den Abwässern haben die Lösungsmittel eine Erhöhung des CSB-Wertes (die Abkürzung CSB steht für "chemischen Sauerstoffbedarf") zur Folge. Man versteht hierunter die als sauerstoffäquivalent ausgedrückte Menge Kaliumdichromat, die von den oxidierbaren Inhaltsstoffen eines Liters Wassers verbraucht wird. Die Bestimmung des CSB-Wertes erfolgt nach einer normierten Arbeitsweise. Sie ist z. B. in Ullmanns Encyclopädie der technischen Chemie, 4. Auflage (1981), Bd. 6, Seiten 376 ff, beschrieben.

Ehe die Abwässer in konventionelle Reinigungsanlagen, in Flußläufe oder andere Vorfluter eingeleitet werden, muß ihr Gehalt an organischen Verunreinigungen deutlich gesenkt werden, um den strengen Anforderungen des Gesetzgebers hinsichtlich der maximalen Schadstoffkonzentrationen in Abwässern zu genügen.

Es bestand daher die Aufgabe ein Verfahren zu entwickeln, mit dessen Hilfe die Konzentration organischer Verunreinigungen in den Abwässern der Lackherstellung und der Lackverwendung herabgesetzt werden kann.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Reinigung von Abwässern der Lackherstellung und der Lackverwendung. Es ist dadurch gekennzeichnete daß man die Abwässer mit Monoalkoholen, die 8 oder mehr Kohlenstoffatome im Molekül enthalten, extrahiert.

Der neue Prozeß ist technisch einfach durchzuführen, läßt sich leicht unterschiedlichen Gegebenheiten anpassen und zeichnet sich durch hohe Wirtschaftlichkeit und Effektivität aus. Er ermöglichte 90 und mehr Prozent der in den Abwässern enthaltenen organischen Verunreinigungen ab zutrennen.

Als Extraktionsmittel werden erfindungsgemäß höhere Monoalkohole, das sind Alkohole mit 8 und mehr Kohlenstoffatomen im Molekül eingesetzt. Bevorzugt werden aliphatische Alkohole mit 8 bis 16 Kohlenstoffatomen. Sie können geradkettig oder verzweigte gesättigt oder ungesättigt sein. Es ist nicht erforderlich, reine Alkohole zu verwenden. Geeignet sind auch Gemische aus isomeren Alkoholen oder aus Alkoholen unterschiedlicher Molekülgröße. Bewährt haben sich 2-Ethylhexanol, 3,5,5-Trimethylhexanol, Isooctylalkohol, Nonylalkohol, Decylalkohol und Isodecylalkohol und die Gemische der isomeren C&sub8;-, C&sub9;- und C&sub1;&sub0;-Alkohole, insbesondere 2-Ethylhexanol.

Die Extraktion der organischen Verunreinigungen aus den Abwässern nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt in den für die Solventextraktion üblichen Vorrichtungen. Bewährt haben sich Extraktoren, die einstufig oder mehrstufig als Extraktionsbatterien aus mehreren hintereinander geschalteten Mischer-Scheider-Paaren ausgestaltet sind. Ebenso können Extraktionskolonnen mit ruhenden Einbauten, wie Füllkörperkolonnen oder mit bewegten Einbauten, wie Rührkolonnen, verwendet werden, wobei Extraktionsmittel und Trägerflüssigkeit im Gleichstrom oder bevorzugt im Gegenstrom geführt werden. Üblicherweise arbeitet man unter normalen Druck- und Temperaturbedingungen.

Das Extraktionsmittel läßt sich in einfacher Weise durch Destillation regenerieren und kann daher wiederholt eingesetzt werden.

Das neue Verfahren ermöglicht die Aufarbeitung von Abwässern der Lackherstellung und Lackverwendung, die Lösungsmittel der genannten Art enthalten, unabhängig von sonstigen Bestandteilen der Lacke.

Durch das nachfolgende Beispiel wird das neue Verfahren näher beschrieben, jedoch nicht auf die dargestellte Ausführungsform beschränkt.

Beispiel

100 g einer Lösung von 0,58 g n-Butylactat, 0,70 g n- Butanol und 0,71 g n-Propanol in 98,01 g Wasser wird bei Raumtemperatur über einen Zeitraum von 5 min in einem 500 ml-Scheidetrichter intensiv mit 100 g 2-Ethylhexanol extrahiert. Nach Beendigung der Extraktion trennen sich wäßrige und organische Phase innerhalb 1 min.

Die organische Phase wird gaschromatographisch analysiert; sie enthält 0,556 g n-Butylacetat, 0,628 g n-Butanol und 0,494 g n-Propanol, d. h. aus der wäßrigen Lösung werden 95,9% Butylacetat, 89,7% n-Butanol und 69,6% Propanol entfernt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Reinigung von Abwässern der Lackherstellung und der Lackverwendung, dadurch gekennzeichnet, daß man die Abwässer mit Monoalkoholen, die 8 oder mehr Kohlenstoffatome im Molekül enthalten, extrahiert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Alkohole 8 bis 16 Kohlenstoffatome im Molekül enthalten.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Abwässer mit 2-Ethylhexanol extrahiert.






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