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Dokumentenidentifikation DE4431915C1 13.07.1995
Titel Verschiebevorrichtung für Brückenabschnitte
Anmelder Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Verteidigung, dieses vertreten durch den Präsidenten des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung, 56068 Koblenz, DE
Erfinder Morr, Werner, Dipl.-Ing., 56479 Liebenscheid, DE
DE-Anmeldedatum 08.09.1994
DE-Aktenzeichen 4431915
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.07.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.07.1995
IPC-Hauptklasse E01D 15/127
Zusammenfassung Verschiebevorrichtungen zur Verschiebung von Brückenabschnitten (40) entlang eines Vorbauträgers (30) sind bekannt. Der zuvor genannte Vorbauträger (30) ist mit einem Verlegefahrzeug verlegbar. Es umfaßt hierzu einen Verlegebalken (20) mit antreibbaren Mitnehmern (21) und einer Längsführung (22). Die neue Verschiebevorrichtung soll kostengünstig in der Herstellung und mit geringem Personalaufwand handhabbar sein.
Hierzu ist die Verschiebevorrichtung ein Schlitten (10), der
- in die Längsführung (22) des Verlegebalkens (20) einsetzbar und entlang dieser verschiebbar ist;
- mit den Mitnehmern (21) des Verlegebalkens (20) korrespondierende Eingriffsabschnitte (13) aufweist;
- eine Kupplung (14) zum Anschluß an einen zu verschiebenden Brückenabschnitt (40) aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verschiebevorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Eine derartige Verschiebevorrichtung ist aus der DE 31 38 853 A1 bekannt. Dort besteht die Verschiebevorrichtung aus einem Seilzug und Umlenkrollen. Um die Brückenabschnitte zu verlegen, ordnet man zunächst eine Umlenkrolle am hindernisseitigen Ende des bereits das Hindernis überspannenden Vorbauträgers an. Durch die Umlenkrolle wird ein Seil geführt, das mit seinem ersten Ende am ersten Brückenabschnitt der zu verlegenden Festbrücke und am anderen Ende mit dem Seilzug verbunden ist, der am Verlegefahrzeug angeordnet werden kann. Durch Betätigung des Seilzuges wird der erste Brückenabschnitt zunächst so weit vorgeschoben, daß der zweite Brückenabschnitt auf den Vorbauträger abgelegt und an den ersten Brückenabschnitt gekoppelt werden kann. Die vorgenannten Schritte werden solange durchgeführt, bis alle benötigten Brückenabschnitte verlegt sind. Um die Festbrücke abzubauen, koppelt man den zuletzt verlegten Brückenabschnitt ab und verlastet diesen. Anschließend werden die übrigen Brückenabschnitte mit dem Seilzug zurückgeschoben, um den nächsten Brückenabschnitt abzukoppeln und zu verlasten. Mit Nachteil ist die Verlegung der Brückenabschnitte schwierig und personalaufwendig in der Handhabung.

Eine weitere Verschiebevorrichtung zeigt die DE 31 09 022 A1 oder die EP 03 74 019 A1. Hierbei weist das Verlegefahrzeug einen Verlegebalken auf, der lediglich als Verschiebevorrichtung zur Verschiebung der faltbaren Brückenabschnitte dient.

Im Gegensatz zur Erfindung wird die Festbrücke ohne einen Vorbauträger verlegt. Hierzu werden zunächst alle erforderlichen Brückenabschnitte auf dem Verlegebalken zusammengekoppelt, um eine Festbrücke bestimmter Länge zu bilden. Anschließend wird die erhaltene Festbrücke über das Hindernis geführt und abgesetzt. Hierzu weist der Verlegebalken Führungen auf, entlang derer die Brückenabschnitte oder die hieraus zusammengesetzte Festbrücke verschiebbar sind. Am Verlegebalken sind umlaufende Eingriffselemente angeordnet. Diese korrespondieren mit Ausnehmungen an den faltbaren Brückenabschnitten, um eine formschlüssige Kraftübertragung zu erzielen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Antriebsvorrichtung der eingangs beschriebenen Gattung zu schaffen, die kostengünstig in der Herstellung und mit geringem Personalaufwand handhabbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

Ein Vorteil der Erfindung besteht zunächst darin, daß man den ohnehin mit antreibbaren Eingriffselementen versehenen Verlegebalken zusätzlich zur Verschiebung der faltbaren Brückenabschnitte entlang des Vorbauträgers heranzieht. Mit anderen Worten ausgedrückt, nützt man in kostengünstiger Weise eine vorhandene Einrichtung für einen Arbeitsschritt aus, für den bisher ein eigenständiges Antriebssystem zur Verfügung gestellt werden mußte. Lediglich ein einfach herzustellender Schlitten wird hierzu benötigt.

Ein weiterer Vorteil besteht in der einfachen Handhabung, da man den Schlitten im Betrieb über die vorhandenen Steuerungen und Einrichtungen bedienen kann.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung gibt Anspruch 2 an.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Hierbei zeigen

Fig. 1 ein System zur Verlegung einer Festbrücke, in perspektivischer Darstellung, und

Fig. 2 den in Fig. 1 dargestellten Verlegebalken im Längsschnitt, mit eingesetztem Schlitten zur Verschiebung der Brückenabschnitte.

Verlegesystem

Die Fig. 1 zeigt ein System zur Verlegung einer Festbrücke. Es setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

a) Verlegefahrzeug mit Verlegebalken 20

Der Verlegebalken 20 ist, was nicht mit dargestellt ist, über Hydraulikzylinder und Schwenkarme am hinteren Aufbau des Verlegefahrzeuges angelenkt. Dadurch kann man den Verlegebalken 20 in einer Ebene bewegen.

b) Vorbauträger 30

Mit dem Vorbauträger 30 überspannt man zuerst das Hindernis. Endseitig stützt sich der Vorbauträger 30 jeweils über einen Uferbalken 31 ab.

c) Brückenabschnitt 40

Nach der Errichtung des Vorbauträgers 30 verlegt man die Brückenabschnitte 40. Hierbei erfolgen folgende Arbeitsschritte:

  • - Absetzen eines ersten Brückenabschnittes auf den Vorbauträger 30.
  • - Vorschieben des ersten Brückenabschnittes, um Platz für den nächsten Brückenabschnitt zu schaffen.
  • - Absetzen eines zweiten Brückenabschnittes auf den frei gewordenen Platz.
  • - Kopplung des ersten mit dem zweiten Brückenabschnitt.
  • - Verschieben der zusammengekoppelten ersten und zweiten Brückenabschnitte.
  • - Absetzen eines dritten Brückenabschnittes, und so weiter.

d) Verschiebevorrichtung

Für die vorgenannten Arbeitsschritte, die das Verschieben der Brückenabschnitte 40 betreffen, dient eine Vorrichtung in Form eines Schlittens 10.

Dieser Schlitten 10 muß zunächst in den Verlegebalken 20 eingesetzt werden. Der Verlegebalken 20 ist eigentlich zum Aufbau des Vorbauträgers 30 ausgebildet und weist hierzu

  • - eine Längsführung 22 für den Vorbauträger 30 und
  • - antreibbare, entlang der Längsführung 22 bewegbare Mitnehmer zur Verschiebung des Vorbauträgers 30 auf.


Der Schlitten 10 ist so ausgebildet, daß er in die Längsführung 22 des Verlegebalkens 20 einsetzbar und entlang dieser verschiebbar ist. Ferner weist er mit den Mitnehmern des Verlegebalkens 20 korrespondierende Eingriffsabschnitte auf, worauf später anhand Fig. 2 näher eingegangen wird. Zur mechanischen Kopplung an einem zu verschiebenden Brückenabschnitt 40 dient eine Kupplung 14. Zur Automatisierung des Verlegevorganges eignet sich besonders eine elektrisch betätigbare Kupplung.

Der Schlitten 10 selbst ist eine einfach herstellbare Konstruktion. Sie besteht aus einem länglichen Träger 15, der sich in einen Führungsteil und einen Verlängerungsteil gliedert. Zu beiden Seiten des Führungsteiles sind jeweils gegenüberliegend Achsstummel 16 angeordnet. Endseitig haltern die Achsstummel 16 jeweils eine Führungsrolle 11. Am Ende des starr ausgebildeten Verlängerungsabschnittes ist die Kupplung 14 zum Andocken an die Brückenabschnitte 40 angeordnet.

Einzelheiten zum Antrieb des Schlittens 10 zeigt die Fig. 2. Dargestellt ist zunächst der Verlegebalken 20 im Schnitt, bei dem die antreibbaren, umlaufbaren Mitnehmer 21 auf einer Endloskette angeordnet sind. Diese Endloskette wird von zwei Rollen 23 unter Spannung gehalten, von denen mindestens eine antreibbar ist. In gleichem Abstand zueinander sind die Mitnehmer 21 auf der Kette angeordnet. Hiermit korrespondierende Eingriffsabschnitte 13 des Schlittens 10 sind auf der Unterseite des zentralen Trägers 15 angeordnet. Die Führungsrollen 11 des Schlittens 10 werden auf jeder Seite des zentralen Trägers 15 in einer Längsführung 22 mit einer oberen und unteren Begrenzung gehalten.


Anspruch[de]
  1. 1. Verschiebevorrichtung zur Verschiebung von Brückenabschnitten (40) entlang eines Vorbauträgers (30), der mit einem Verlegefahrzeug verlegbar ist, das hierzu einen Verlegebalken (20) mit antreibbaren Mitnehmern (21) und einer Längsführung (22) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebevorrichtung ein Schlitten (10) ist, der
    1. - in die Längsführung (22) des Verlegebalkens (20) einsetzbar und entlang dieser verschiebbar ist;
    2. - mit den Mitnehmern (21) des Verlegebalkens (20) korrespondierende Eingriffsabschnitte (13) aufweist;
    3. - eine Kupplung (14) zum Anschluß an einen zu verschiebenden Brückenabschnitt (40) aufweist.
  2. 2. Verschiebevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (10) einen zentralen, länglichen Träger (15) aufweist, der sich in einen Führungsteil und einen Verlängerungsteil gliedert, derart,
    1. - daß der Führungsteil sich zu beiden Seiten hin erstreckende, jeweils gegenüberliegend angeordnete Achsstummeln (16) aufweist, die endseitig Führungsrollen (11) haltern,
    2. - daß am freien Ende des Verlängungsabschnittes die Kupplung (14) angeordnet ist,
    3. - daß an der Unterseite des Führungsteiles die Eingriffsabschnitte (13) angeordnet sind.






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