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Dokumentenidentifikation DE19500829C1 07.09.1995
Titel Zusatzgerät für ein Zielfernrohr für Gewehre zur Veränderung der Vergrößerung
Anmelder Horst Blaser Jagdwaffenfabrik, 88316 Isny, DE
Erfinder Blenk, Gerhard, 87497 Wertach, DE
Vertreter Liebau, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 86199 Augsburg
DE-Anmeldedatum 13.01.1995
DE-Aktenzeichen 19500829
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.09.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.09.1995
IPC-Hauptklasse G02B 23/00
IPC-Nebenklasse F41G 1/38   
Zusammenfassung Das Zusatzgerät (Z) für ein Zielfernrohr (3) für Gewehre (1) zur Veränderung der Vergrößerung besteht aus einer rohrförmigen Hülse (8) und einem kleinen Zusatzfernrohr (7) mit der Vergrößerung 2 bis 5. Die rohrförmige Hülse (8) ist mit dem okularseitigen Ende (5, 6) des Zielfernrohres (3) kraftschlüssig verbindbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Zusatzgerät für ein Zielfernrohr für Gewehre zur Veränderung der Vergrößerung, mit einer dem Zielfernrohr verbindbaren rohrförmigen Hülse zur Halterung eines optischen Linsensystems.

Die üblichen Zielfernrohre für Gewehre haben entweder eine konstante Vergrößerung (vergl. US 2,997,916), die meist zwischen 3 und 12 liegt oder eine variable Vergrößerung, mit der sich die Vergrößerung innerhalb dieses Bereiches stufenlos verändern läßt. Da die Vergrößerung eines Zielfernrohres häufig nicht ausreicht, um Wild genau beobachten zu können, verwenden Jäger zusätzlich ein Spektiv, auch Teleskopfernrohr genannt, welches eine höhere Vergrößerung als das Zielfernrohr aufweist. Abgesehen vom Preis belastet ein Spektiv, welches ein Gewicht von 1 bis 1,5 kg aufweist, einen Jäger im Gebirge oder auf längeren Touren ganz erheblich. Wegen der starken Vergrößerung muß das Spektiv sehr ruhig gehalten werden und es ist hierzu meist ein Stativ erforderlich. Durch dieses Stativ wird nicht nur das Gesamtgewicht der optischen Zusatzausrüstung erhöht sondern auch der Gebrauch des Spektivs recht umständlich, da immer erst das Stativ aufgestellt bzw. wieder abgebaut und verpackt werden muß. Außerdem ist es wegen des kleinen Gesichtsfeldes oft schwierig mit einem herkömmlichen Spektiv das zu betrachtende Objekt im Gelände aufzufinden.

In dem DE 80 03 279 U1 ist ein Zusatzgerät für ein Zielfernrohr für Gewehre der eingangs erwähnten Art beschrieben, welches dazu dient, das begrenzte Gesichtsfeld des Zielfernrohres zu erweitern. Zu diesem Zweck ist eine Vorsatzlinse in einer ersten Schutzkappe eingebaut, die auf den Objektivstutzen des Zielfernrohres aufsteckbar ist. Eine zweite, auf den Okularstutzen aufsteckbare Schutzkappe ist mit einer Acryl-Glasscheibe versehen und über zwei elastische Verbindungsbänder mit der ersten Schutzkappe verbunden. Durch diese elastischen Verbindungsbänder werden die beiden Schutzkappen auf den Objektiv- bzw. Okularstutzen gehalten. Wenn die erste, mit der Vorsatzlinse ausgerüstete Schutzkappe auf den Objektivstutzen eines Zielfernrohres aufgesteckt ist, wird durch die Vorsatzlinse das Gesichtsfeld zum Beispiel vervierfacht. Im gleichen Maß wird aber die Vergrößerung des Zielfernrohres verringert. Dieses Zusatzgerät ermöglicht es also nicht die Vergrößerung des Zielfernrohres zu erhöhen, um weit entfernte Objekte genauer beobachten zu können. Außerdem ist die Halterung der beiden Schutzkappen mittels elastischer Bänder umständlich in der Handhabung.

Aus dem DE 18 02 448 U1 ist ein Vorsatzsystem für ein monokulares Fernglas bekannt, welches ebenfalls dazu dient, die Vergrößerung zu verändern. Das Vorsatzsystem weist zwei in Abstand angeordnete Linsen mit der Gesamtvergrößerung 1,5 auf und ist in einer Halterung um eine Schwenkachse schwenkbar, die senkrecht zur optischen Achse des Linsensystems und des Fernglases verläuft. Die Halterung weist eine zangenartig ausgebildete Klemmhülse auf, die auf den Objektivstutzen aufschiebbar und mittels eines Gewinderinges am Objektivstutzen festklemmbar ist. Durch Verschwenken des Vorsatzsystems um die Schwenkachse, kann wahlweise die Sammellinse des Linsensystems oder die Zerstreuungslinse desselben vor das Objektiv gebracht und damit die Vergrößerung des Fernglases erhöht bzw. verkleinert werden. In einer Zwischenstellung des Vorsatzsystems befindet sich keine der beiden Linsen vor dem Objektiv, so daß freier Durchblick durch das Fernglas ohne Veränderung von dessen Vergrößerung möglich ist. Da jedoch das Vorsatzsystem vor dem Objektivstutzen angebracht wird, müssen die Linsen des Vorsatzsystems mindestens den Durchmesser des Objektivs aufweisen und dementsprechend groß muß auch die Halterung sein. Insgesamt ist dieses Vorsatzsystem deshalb relativ voluminös, schwer und teuer.

Ferner ist aus dem DE 1 61 652 ein Fernglas bekannt, bestehend aus zwei voneinander lösbaren Rohren, die identische Linsensysteme, das heißt gleiche Vergrößerungen, aufweisen. Durch seitlich an den Rohren angebrachte Verbindungsglieder können diese so miteinander verbunden werden, daß sie parallel zueinander sind, wodurch ein binokulares Fernglas gebildet wird. Die beiden Rohre weisen ferner an ihren Okular- und Objektivstutzen Schraubgewinde auf, so daß der Okularstutzen des einen Rohres in den Objektivstutzen des anderen Rohres eingeschraubt und somit ein monokulares Fernrohr gebildet werden kann. Hierdurch läßt sich die Vergrößerung der Linsensysteme der einzelnen Rohre verdoppeln. Abgesehen davon, daß das Verbinden und Lösen der Rohre durch Verschrauben umständlich und zeitraubend ist, weil hierfür immer mehrere Umdrehungen erforderlich sind, wäre dieses Prinzip der Hintereinanderschaltung zweier Rohre mit identischen Vergrößerungen für ein Zielfernrohr nicht brauchbar. Die Anwendung dieses Prinzips bei einem Zielfernrohr würde nämlich bedeuten, daß man ein zweites, gleich großes, gleich schweres und gleich teures Zielfernrohr mit dem ersten Zielfernrohr verschraubt. Dieses zweite Zielfernrohr wäre etwa genauso groß und schwer wie ein Spektiv und hätte die gleichen Nachteile wie sie eingangs erwähnt sind.

Schließlich ist es bei binokularen Ferngläsern bekannt, deren Vergrößerung dadurch zu erhöhen, daß an eines der Okulare ein sogenannter Konverter angesetzt wird, der beispielsweise eine 3-fache Vergrößerung aufweist. Das Fernglas kann dann zusammen mit dem Konverter monokular verwendet werden. Die Gesamtvergrößerung ist dann das Produkt aus Fernglasvergrößerung und Vergrößerung des Konverters.

Um die Vergrößerung bei Fernrohren verändern zu können, sind ferner sogenannte Wechselokulare mit unterschiedlicher Brennweite bekannt, die in einer am hinteren Ende des Fernrohrgehäuses vorgesehene Gewindebohrung wechselweise einschraubbar sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Zusatzgerät für ein Zielfernrohr für Gewehre zur Veränderung der Vergrößerung zu schaffen, mit dem sich im Bedarfsfalle die Vergrößerung rasch und in einfacher Weise so stark erhöhen läßt, daß das Zielfernrohr, am Gewehr verbleibend, zu genauen Beobachtungen wie ein Spektiv verwendet werden kann, wobei das Zusatzgerät klein, leicht und kostengünstig herstellbar sowie an Zielfernrohren üblicher Bauart, auch an bereits vorhandenen, angebracht werden kann.

Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß das Linsensystem ein Zusatzfernrohr mit der Vergrößerung 2 bis 5 ist und daß die rohrförmige Hülse leicht lösbar mit dem okularseitigen Ende des Zielfernrohres kraftschlüssig verbindbar ist.

Durch diese relativ einfachen Mittel, wird ein Zusatzgerät gebildet, mit dem sich die Vergrößerung eines Zielfernrohres einfach, rasch und kostengünstig so verstärken läßt, daß das Zielfernrohr wie ein Spektiv zu genauen Beobachtungen verwendet werden kann. Da das im Zusatzgerät verwendete Zusatzfernrohr nur die verhältnismäßig geringe Vergrößerung mittels der rohrförmigen Hülse am okularseitigen Ende des Zielfernrohres angebracht wird, ist das Zielfernrohr verhältnismäßig klein, leicht und wesentlich preisgünstiger als ein herkömmliches Spektiv. Da auch das Gewicht des Zusatzfernrohres und seine Größe nur einen Bruchteil des Gewichts und der Größe eines Spektives ausmachen, wird der Jäger durch das Zusatzgerät kaum belastet. Mittels unterschiedlich gestalteter rohrförmiger Hülsen, kann man Zusatzfernrohre gleicher Ausgestaltung und Größe mit herkömmlichen Zielfernrohren verschiedenster Bauart und Baugröße verbinden, so daß sich das Zusatzgerät auch an bereits im Gebrauch befindlichen Zielfernrohren verwenden läßt. Ohne das Zusatzgerät kann das mit dem Gewehr verbundene Zielfernrohr wie bisher zum Zielen verwendet werden. Ist jedoch eine genaue Beobachtung eines Objekts erforderlich, dann kann man durch einfaches Verbinden, zum Beispiel Aufstecken der rohrförmigen Hülse auf den Okularstutzen bzw. den Dioptrienring des Zielfernrohres dessen Vergrößerung um das 2- bis 5-fache erhöhen, je nach Vergrößerung des Zusatzfernrohres. Hierbei ist es auch wesentlich, daß das Zielfernrohr am Gewehr verbleiben kann und zweckmäßig auch sollte. Ein Gewehr ist nämlich infolge seines höheren Gewichtes und auch auf Grund seiner sonstigen Abmessungen wesentlich ruhiger zu halten als ein Spektiv. Das Gewehr kann auch leichter als ein Spektiv irgendwo aufgelegt und damit sehr ruhig gehalten werden. Dies ist bei der starken Vergrößerung, die sich durch das Zusatzgerät erreichen läßt, von entscheidender Bedeutung. Im Gegensatz zu einem Spektiv ist also auch kein zusätzliches Stativ erforderlich. Weiterhin kann man durch die Kombination Gewehr-Zielfernrohr- Zusatzgerät trotz des kleinen Gesichtsfeldes das zu betrachtende Objekt im Gelände wesentlich leichter auffinden als mit einem herkömmlichen Spektiv. Ein Jagdgewehr ist nämlich durch seine besondere Konstruktion und durch die Übung des Jägers wesentlich leichter auf sein Ziel zu richten, als ein Spektiv. Wesentlich ist ferner, daß sich das Zusatzgerät vom okularseitigen Ende des Zielfernrohres, zum Beispiel durch Abziehen der Hülse vom Okularstutzen, wieder rasch entfernen läßt, so daß dann das Zielfernrohr zum Zielen verwendet werden kann. Das schnelle Entfernen des Zusatzgerätes vor Abgabe eines Schusses ist besonders wichtig, um Gesichtsverletzungen des Schützen durch den Rückstoß des Gewehres zu vermeiden. Würde nämlich das Zusatzgerät bei Abgabe des Schusses noch am okularseitigen Ende des Zielfernrohres angebracht sein, dann wäre der Abstand zwischen dem hinteren Ende des Zusatzfernrohres und dem Auge zu gering und infolge des Rückstoßes würde das Okular des Zusatzfernrohres auf den Augenbereich des Schützen treffen.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Die Erfindung ist in folgendem anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Übersichtszeichnung eines Gewehres mit einem Zielfernrohr,

Fig. 2 eine Seitenansicht des okularseitigen Endes des Zielfernrohres mit angesetztem Zusatzgerät und eine erste Ausführungsform einer rohrförmigen Hülse im Längsschnitt,

Fig. 3 eine zweite Ausführungsform einer Hülse im Längsschnitt,

Fig. 4 eine dritte Ausführungsform einer Hülse im Längsschnitt,

Fig. 5 eine vierte Ausführungsform einer Hülse im Längsschnitt,

Fig. 6 eine fünfte Ausführungsform einer Hülse im Längsschnitt,

Fig. 7 einen Querschnitt nach der Linie VII-VII der Fig. 6,

Fig. 8 einen Längsschnitt dieser Ausführungsform vor dem Verbinden mit dem Zielfernrohr.

In der Zeichnung ist mit 1 ein Gewehr bezeichnet, mit dessen Lauf 2 ein Zielfernrohr 3 über eine geeignete Halterung 4 in herkömmlicher Weise verbunden ist. Das Zielfernrohr 3 weist an seinem okularseitgen (hinteren) Ende einen Okularstutzen 5 und einen hierzu koaxialen, gegenüber dem Okularstutzen 5 drehbaren Dioptrienring 6 auf. Dieser Dioptrienring 6 dient üblicherweise zur Bildschärfeeinstellung. Es gibt auch Zielfernrohre, bei denen der ganze Okularstutzen gegenüber dem übrigen Zielfernrohrgehäuse drehbar ist und damit selbst den Dioptrienring zur Bildschärfeeinstellung bildet. Der Okularstutzen 5 von Zielfernrohren ist meist zylindrisch ausgebildet und der Dioptrienring 6 weist an seinem Außenumfang üblicherweise eine Rändelung auf, um die Griffigkeit zu erhöhen. Der Dioptrienring 6 kann auch mit einem Gummiüberzug versehen sein.

Um die Vergrößerung des Zielfernrohres 3 zu vervielfachen, um dieses zur genauen Beobachtung weit entfernter Objekte wie ein Spektiv verwenden zu können, ist ein Zusatzgerät Z mit einem kleinem Zusatzfernrohr 7 vorgesehen. Je nach der Vergrößerung des Zielfernrohres 3 hat dieses Zusatzfernrohr 7 eine Vergrößerung von 2 bis 5. Das Zusatzfernrohr 7 ist dank seiner verhältnismäßig geringen Vergrößerung und seines kleinen Objektivdurchmessers preiswert und von geringem Gewicht. Trotzdem kann durch das Zusatzfernrohr 7 die Vergrößerung des Zielfernrohres 3 vervielfacht werden, denn die Gesamtvergrößerung ist das Produkt aus Zielfernrohrvergrößerung und Vergrößerung des Zusatzfernrohres 7. Weist letzteres z. B. eine Vergrößerung von 3 auf und das Zielfernrohr eine Vergrößerung von 8, dann ist die Gesamtvergrößerung, die sich durch das Ansetzen des Zusatzfernrohres 7 erreichen läßt 24.

Zur einfachen und raschen Verbindung des Zusatzgerätes Z mit dem Zielfernrohr 3 ist eine rohrförmige Hülse 8vorgesehen, der in den Fig. 2 bis 5 in verschiedenen Ausführungsformen gezeigt ist. Die Hülse 8 weist vorne eine vordere, auf den Okularstutzen 5 und/oder den Dioptrienring 6 passende, Aufnahmebohrung 9 auf, so daß sie axial auf den Okularstutzen 5 bzw. den Dioptrienring 6 aufgesteckt und auch von diesen wieder abgezogen werden kann. An ihrem hinteren Ende ist die Hülse 8 mit einer hinteren Aufnahmebohrung 10 versehen, die zur Aufnahme des Objektivstutzens 7a des Zusatzfernrohres 7 dient.

Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist die vordere Aufnahmebohrung 9 der Hülse 8 so bemessen, daß sie mit Schiebesitz auf den Okularstutzen 5 bzw. den Dioptrienring 6 paßt. Diese Passung ist derart, daß sich die Hülse 8 von Hand unter leichtem Kraftaufwand auf den Okularstutzen 5 bzw. den Dioptrienring 6 aufschieben läßt und sich bei Erschütterungen keinesfalls lösen kann. Ebenso ist bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel die hintere Aufnahmebohrung 10 so bemessen, daß der Objektivstutzen 7a des Zusatzfernrohres 7 mit Schiebesitz in die Aufnahmebohrung 10 paßt. Diese Passung ist vorzugsweise etwas enger als die Passung der vorderen Aufnahmebohrung 9, damit die Hülse 8 und das Zusatzfernrohr 7 beim Abziehen von dem Okularstutzen 5 bzw. dem Dioptrienring 6 stets zusammenbleiben.

Da die Toleranzen von Okularstutzen und/oder Dioptrienringen nicht genormt sind und auch bei ein und demselben Fabrikat weit streuen können, ist es zweckmäßig, wenn gemäß Fig. 3 und 4 in der Wandung der vorderen Aufnahmebohrung 9 ein oder auch mehrere gummielastische Ringe 11 vorgesehen sind. Es kann sich hierbei um O-Ringe handeln, die in den entsprechenden Ringnuten der Wandung der Aufnahmebohrung 9 angeordnet sind. Gegebenenfalls könnte die Aufnahmebohrung 9 auch vollständig mit einer gummielastischen Schicht ausgekleidet sein.

Aus den gleichen Gründen könnte auch die Wandung der hinteren Aufnahmebohrung 10, wie es in Fig. 4 dargestellt ist, mit einem oder mehreren Gummiringen 12 versehen sein, wobei bezüglich Abwandlungen das vorstehende gilt. Die gummielastischen Ringe 11, 12 dienen einerseits zum Ausgleich von Toleranzen und andererseits zur Erhöhung der Reibung. Durch sie wird auch verhindert, daß die Oberfläche des Objektivstutzens und darauf angebrachte Markierungen oder dergleichen beschädigt werden. Durch gummielastische Ringe kann auch das Beschlagen der einander zugekehrten Linsen von Zielfernrohr 3 und Zusatzfernrohr 7 durch Kodenswasserbildung bei plötzlichen Temperaturschwankungen vermieden werden. Gummielastische Ringe können dann entfallen, wenn die Hülse durch den Dioptrienring gehalten werden soll und letzterer selbst gummiummantelt ist oder aus gummielastischem Kunststoff besteht.

Wie es aus Fig. 3 ersichtlich ist, besteht auch die Möglichkeit, daß die Hülse 8 an ihrem hinteren Ende ein Muttergewinde 10&min; aufweist. In diesem Fall weist dann der Objektivstutzen 7a des Zusatzfernrohres 7 ein hierzu passendes Außengewinde auf, mit welchem er in das Muttergewinde 10&min; eingeschraubt werden kann. Auf diese Weise können das Zusatzfernrohr 7 und die Hülse 8 fest miteinander verschraubt werden und es besteht nicht die Gefahr, daß sich beim Abziehen der Hülse 8 von dem Objektivstutzen 5 das Zusatzfernrohr 7 von der Hülse 8 löst. Diese Art der Verbindung zwischen Zusatzfernohr 7 und Hülse 8 könnte auch bei den in Fig. 2 und 5 dargestellten Ausführungsformen anstelle der dort dargestellten Steckverbindungen zwischen Zusatzfernrohr und Hülse 8 vorgesehen sein.

Bei dem in Fig. 5 dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Hülse 8 im Bereich ihrer vorderen Aufnahmebohrung 9 mehrere Federzungen 8a auf, die durch Längsschlitze 13 gebildet sind. Jede Federzunge ist zweckmäßig mit einer radial nach innen gerichteten Nase 14 versehen. Diese Nase 14 dient zum Eingriff in eine Ringnut 15, welche bei vielen Zielfernrohren zwischen dem Okularstutzen 5 und dem Dioptrienring 6 vorhanden sein kann. Beim Aufschieben der Hülse 8 rasten die Nasen 14 der Federzungen 8a in diese Ringnut 15 ein. Eine ähnliche Ausgestaltung kann auch am hinteren Ende der Hülse 8 vorgesehen sein, sofern das Zusatzfernrohr 7 an seinem Objektivstutzen 7a eine entsprechende Ringnut bzw. einen radial nach außen vorspringenden Ringabsatz aufweist.

Gegebenenfalls können auch gemäß Fig. 6 - 8 die Hülse 8&min; und der Objektivstutzen 7a des Zusatzfernrohres 7 auch aus einem Stück bestehen. Die Verwendung einer lösbaren Verbindung zwischen Hülse 8 und Zusatzfernrohr 7 hat jedoch den Vorteil, daß Zusatzfernrohre 7 einer bestimmten Baugröße mittels unterschiedlich gestalteter Hülsen 8 mit Zielfernrohren verschiedenster Fabrikate und Größen verbunden werden können. Auch ist es möglich ein und dasselbe Zusatzfernrohr 7 durch Austausch unterschiedlich gestalteter Hülsen an verschiedenen Zielfernrohren zu verwenden. Wenn das Zielfernrohr so beschaffen ist, daß die Hülse klemmend auf dem Dioptrienring aufsteckbar ist, braucht das Zusatzfernrohr 7 keine Bildschärfeeinstellvorrichtung aufzuweisen. Es kann dann die Bildschärfe der gesamten Einheit, bestehend aus Zielfernrohr 3 und Zusatzgerät Z durch Drehung der Hülse 8 eingestellt werden, die gleichzeitig den Dioptrienring 6 mitnimmt. Wenn sich jedoch die Hülse nicht klemmend auf den Dioptrienring aufschieben läßt, weil z. B. der Dioptrienring kleiner ist als der Okularstutzen, dann ist es vorteilhaft, wenn das Zusatzfernrohr 7 selbst eine Bildschärfeeinstellvorrichtung besitzt.

Üblicherweise ist nur das Zielfernrohr 3 mit dem Lauf 2 des Gewehrs verbunden. Wenn jedoch ein entferntes Objekt genauer beobachtet werden soll, kann man die Vergrößerung des Zielfernrohres 3 in einfacher Weise vervielfachen, indem man einfach die Hülse 8 auf den Okularstutzen 5 bzw. den Dioptrienring 6 axial aufsteckt. Das Zusatzfernrohr 7 kann schon vorher in die hintere Aufnahmebohrung 10 der Hülse 8 eingesteckt oder eingeschraubt worden sein. Mit dem auf diese Weise angesetzten Zusatzgerät Z kann das Zielfernrohr 3 am Gewehr verbleibend wie ein Spektiv verwendet werden, wobei jedoch das Gewehr durch sein Gewicht und seine Form die Handhabung wesentlich erleichtert, wie es eingangs beschrieben wurde. Soll nach der genauen Beobachtung sofort ein Schuß abgegeben werden, so ist lediglich ein Abziehen der Hülse 8 von dem Okularstutzen 5 bzw. Dioptrienring 6 nach hinten notwendig, damit einerseits der Jäger beim Rückstoß des Gewehres nicht durch das Zusatzfernrohr 7 verletzt wird und andererseits die volle Öffnung des Okulars freigegeben wird. Das Zielfernrohr kann dann wieder in üblicherweise und mit seiner normalen Vergrößerung zum Anvisieren des Zieles verwendet werden.

Bei dem in Fig. 6 bis 8 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Hülse 8&min; mit dem Okularstutzen 7a des Zusatzfernrohres, wie es bereits oben angegeben wurde, aus einem Stück. Es könnte jedoch die Hülse 8&min; separat gefertigt sein und mit dem Okularstutzen 7a des Zusatzfernrohres 7 durch eine Steckverbindung gemäß Fig. 2, 4 und 5 oder durch eine Schraubverbindung gemäß Fig. 3 verbunden sein. Bei der in Fig. 6 bis 8 dargestellten Ausführungsform weist die Hülse 8&min; an ihrem vorderen Ende das eine Teil 16 einer Bajonettverbindung auf. Dieses eine Teile der Bajonettverbindung ist durch zwei radial nach innen gerichtete Klauen 16gebildet. Ferner ist ein Zwischenring 17 vorgesehen, der das hierzu passende andere Teil 18 der Bajonettverbindung trägt. Dieses andere Teil der Bajonettverbindung umfaßt einen radial nach außen vorstehenden Bund, der zwei diametral gegenüberliegende Ausnehmungen 18a aufweist. Die nach vorne gerichtete Stirnfläche 18b dieses Bundes steigt von jeder Ausnehmung 18a in Achsrichtung geringfügig an. Der Zwischenring 17 wird mit dem Okularstutzen 5 des Zielfernrohres 3 fest verbunden, was zum Beispiel dadurch geschehen kann, daß der Zwischenring auf den Okularstutzen 5 aufgeklebt oder aufgeschrumpft wird. Der Zwischenring 17 verbleibt dann immer am Okularstutzen.

Um das Zusatzgerät Z bei dieser Ausführungsform mit dem Zielfernrohr 3 zu verbinden, wird die Hülse 8&min; gemäß Fig. 8 in eine Drehstellung gebracht, in welcher die Klauen 16 mit den Ausnehmungen 18a fluchten. In dieser Stellung wird die Hülse 8&min; auf den Zwischenring 17 aufgeschoben, wobei die Klauen 16 durch die Ausnehmungen 18a hindurchgeschoben werden. Anschließend wird die Hülse 8&min; in Umfangsrichtung gedreht. Hierbei gleiten die Klauen 16 an den geringfügig ansteigenden Stirnflächen 18b und werden durch diese axial nach vorne geschoben, bis die Hülse 8&min; mit ihrem vorderen Ende an dem Bund 19 des Zwischenringes 17 anliegt. Dies ist nach etwa einer viertel Umdrehung der Hülse 8&min; der Fall. Das Zusatzgerät Z kann also durch eine Vierteldrehung seiner Hülse 8&min; in einfacher Weise mit dem Zielfernrohr 3 verbunden bzw. von diesem wieder gelöst werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Zusatzgerät für ein Zielfernrohr für Gewehre zur Veränderung der Vergrößerung mit einer mit dem Zielfernrohr verbindbaren rohrförmigen Hülse zur Halterung eines optischen Linsensystems, dadurch gekennzeichnet, daß das Linsensystem ein kleines Zusatzfernrohr (7) mit der Vergrößerung 2 bis 5 ist und daß die rohrförmige Hülse (8, 8&min;) leicht lösbar mit dem okularseitigen Ende (5, 6) des Zielfernrohres (3) kraftschlüssig verbindbar ist.
  2. 2. Zusatzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (8) eine auf den Okularstutzen (5) bzw. den Dioptrienring (6) des Zielfernrohres (3) passende, vordere Aufnahmebohrung (9) und eine hierzu koaxiale, hintere Aufnahmebohrung (10) für den Objektivstutzen (7a) des Zusatzfernrohres (7) aufweist.
  3. 3. Zusatzgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die vordere Aufnahmebohrung (9) mit Schiebesitz auf den Okularstutzen (5) bzw. den Dioptrienring (6) des Zielfernrohres (3) paßt.
  4. 4. Zusatzgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Wandung der vorderen Aufnahmebohrung (9) mindestens ein gummielastischer Ring (11) vorgesehen ist.
  5. 5. Zusatzgerät nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die hintere Aufnahmebohrung (10) mit Schiebesitz auf den Objektivstutzen (7a) des Zusatzfernrohres (7) paßt.
  6. 6. Zusatzgerät nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Wandung der hinteren Aufnahmebohrung mindestens ein gummielastischer Ring (12) vorgesehen ist.
  7. 7. Zusatzgerät nach Anspruch 4 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der gummielastische Ring (11, 12) ein in einer Ringnut der Wandung der Aufnahmebohrung (9, 10) angeordneter O-Ring ist.
  8. 8. Zusatzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (8) an ihrem hinteren Ende ein Muttergewinde (10&min;) aufweist, in welches der mit einem entsprechenden Außengewinde versehene Objektivstutzen (7a) des Zusatzfernrohres (7) einschraubbar ist.
  9. 9. Zusatzgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (8) im Bereich ihrer vorderen Aufnahmebohrung (9) durch mehrere am Umfang verteilte Längsschlitze (13) gebildete Federzungen (8a) aufweist.
  10. 10. Zusatz nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß jede Federzunge eine radial nach innen gerichtete Nase (14) aufweist, die zum Eingriff in eine am Okularstutzen (5) des Zielfernrohres (3) vorhandene Ringnut (15) dient.
  11. 11. Zusatzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die rohrförmige Hülse (8&min;) an ihrem vorderen Ende das eine Teil (16) einer Bajonettverbindung aufweist und daß ein Zwischenring (17) vorgesehen ist, der das hierzu passende andere Teil (18, 18a, 18b) der Bajonettverbindung trägt und der auf dem Okularstutzen (5) des Zielfernrohres (3) befestigbar ist.
  12. 12. Zusatzgerät ach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenring (17) auf den Okularstutzen (5) aufgeklebt ist.
  13. 13. Zusatzgerät nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenring (17) auf dem Okularstutzen (5) aufgeschrumpft ist.
  14. 14. Zusatzgerät nach den Ansprüchen 1 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (8&min;) mit dem Objektivstutzen (7a) des Zusatzfernrohres (7) einstückig ausgebildet ist.
  15. 15. Zusatzgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß die Bildschärfe des Zusatzfernrohres (7) einstellbar ist.






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