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Dokumentenidentifikation DE19506189A1 07.09.1995
Titel Wasserkammer eines Trinkwasser-Hochbehälters
Anmelder VSB Vogelsberger Umwelttechnischer Anlagenbau GmbH, 36369 Lautertal, DE
Erfinder Scharenberg, H.-Dieter, Dipl.-Ing., 57577 Hamm, DE
Vertreter Zahn, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 76229 Karlsruhe
DE-Anmeldedatum 22.02.1995
DE-Aktenzeichen 19506189
Offenlegungstag 07.09.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.09.1995
IPC-Hauptklasse E03B 11/12
IPC-Nebenklasse E04H 7/18   B65D 90/34   
Zusammenfassung In Verbindung mit einem Hochbehälter für die Trinkwasserspeicherung, bestehend aus einer Bedienungs- und Schieberkammer (Kontrollgebäude) und einer kreisförmigen Wasserkammer, sowie mindestens einem Zulauf und mindestens einem Ablauf für das Trinkwasser, wobei die Wasserkammer als kreisringförmiges Rundbecken (Rundbauwerk) ausgebildet ist, und wobei die Bedienungs- und Schieberkammer als konzentrisch im Rundbecken angeordneter (im weiteren Rundturm genannter) Kreiszylinder ausgebildet ist, wird vorgeschlagen, daß der Rundturm (3) und das Rundbecken (2) auf einer gemeinsamen Bodenplatte (4) gegründet sind, und daß der Rundturm (3) dem Rundbecken (2) gegenüber hermetisch abgeschottet ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Hochbehälter für die Trinkwasserspeicherung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Hochbehälter der vorgenannten Art sind in Verbindung mit der Wasserversorgung zur Deckung des Wasserbedarfs mit Trinkwasser bekannt (vergleiche DE-PS 2 29 411). Dabei wird das Wasser von den Gewinnungsstellen dem Wasserwerk zugeführt, hier zu Reinwasser aufbereitet, in Wasserbehältern - beispielsweise in gattungsgemäßen Hochbehältern - gespeichert und in die Verteilungsanlagen (nämlich das Rohrnetz der kommunalen Wasserversorgungseinrichtungen) gefördert.

Bei den bekannten Hochbehältern zeigt es sich bauartbedingt immer wieder, daß die Bewegung und Zirkulation des Trinkwassers in der Wasserkammer mangelhaft ist. Selbst in Verbindung mit kreisförmigen Wasserkammern, bei denen das Trinkwasser vom Zulaufrohr zur Entnahmestelle aufgrund eines konstruktiv vorgegebenen Gefälles fließen soll, ist immer wieder festzustellen, daß sich relativ große Ruhezonen, um nicht zu sagen Totzonen, ausbilden, in denen praktisch kein Wasseraustausch stattfindet.

Ein besonderes Problem ist in Verbindung mit einem Hochbehälter nach dem Stand der Technik insbesondere dann zu erkennen, wenn dieser aus einer oder mehreren runden oder rechteckigen Wasserkammern besteht. Bei Setzungen einzelner Bauteile können dann unter Umständen in der über Dehnungsfugenwände und/oder elastische Rohrverbindungen angebauten Schieberkammer Schäden auftreten.

Da sich dabei in der Wasserkammer einerseits und in der Schieberkammer andererseits inhomogene Temperaturverhältnisse einstellen ist ferner zu beobachten, daß Kondenswasser beziehungsweise Schwitzwasser entsteht, was zu Rostschäden an den metallischen Armaturen in der Schieberkammer und gegebenenfalls gar zu Schäden in der elektrischen Energieversorgung und Steuerung in Folge von Kriechströmen führt.

Für einen einwandfreien Betrieb eines gattungsgemäßen Hochbehälters ist es ferner erforderlich, daß sich das Luftvolumen über dem in der Wasserkammer gespeicherten Trinkwasser jeweils dem Wasserspiegel entsprechend einstellen kann. In Verbindung mit bekannten Hochbehältern wird dies dadurch erreicht, daß dezentral an irgendeiner Ecke der gesamten Anlage Be- und Entlüftungsstutzen vorgesehen sind, über die automatisch mit einem Anstieg oder einem Abfall des Wasserspiegels Luft nach außen gedrückt oder angesaugt wird. Der Be- und Entlüftungsanschluß führt dabei unmittelbar in die Wasserkammer, so daß etwa eingeführte Giftstoffe oder dergleichen unkontrolliert ins Trinkwasser gelangen können.

Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht mithin darin, einen Hochbehälter anzugeben, bei dem die vorstehend genannten Probleme eliminiert sind.

Der prinzipielle Lösungssatz ist durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebene Merkmalskombination gegeben.

Mit anderen als im vorstehend zitierten Anspruch 1 gebrauchten Worten besteht der Kern der vorliegenden Erfindung darin, die Bedienungs- und Schieberkammer und die Wasserkammer als koaxiale Rundbauwerke auszuführen, wobei die Wasserkammer als kreisringförmiges Becken die als Rundturm konfigurierte Schieberkammer einschließt und beide Bauwerke relativ zueinander hermetisch abgeschlossen sind. Die Schieberkammer und die Wasserkammer ruhen dabei auf einer homogenen einstückigen Bodenplatte, so daß letztlich nur eine relativ einfache Statik für das Gesamtbauwerk "Hochbehälter" erforderlich ist. Eventuelle unterschiedliche Setzungen des Geländes können somit - ohne daß überhaupt Dehnungsfugen erforderlich sind - ohne weiteres aufgefangen werden. Durch die am gesamten Umfang der Schieberkammer herrschende gleiche Temperatur ist gewährleistet, daß die Innenwände des Rundturms trocken sind und so die Schieberkammer insgesamt frei von Kondenswasser bleibt. Da während des Betriebs zwischen der Wasserkammer und der Schieberkammer keinerlei Luftaustausch stattfindet, sind einwandfreie hygienische Bedingungen gewährleistet.

Infolge der statisch vorteilhaften gemeinsamen Bodenplatte für die Wasserkammer und die Schieberkammer läßt sich auch bei wechselnden Bodenschichten ein Hochbehälter preiswert erstellen; die gemeinsame Bodenplatte hat darüberhinaus auch insoweit baustatische Vorteile, als die Decke der Wasserkammer so konzipiert werden kann, daß sie auf der äußeren und der inneren Ringwand der Wasserkammer aufliegt. Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Konzeption ist noch darin zu sehen, daß infolge der nur einen gemeinsamen Außenwand der Wasserkammer eine geringere Grundwasserhaltung erforderlich ist.

Global betrachtet läßt sich ein Hochbehälter der erfindungsgemäßen Konfiguration auch einfacher und damit preiswerter und schneller bauen. Letztlich steht damit ein Hochbehälter der gattungsgemäßen Art zur Verfügung, bei dem gleichermaßen - und zwar auch bei ungünstigen Geländeverhältnissen - eine statisch optimale Bodenbelastung gewährleistet und eine ganzjährige, witterungsunabhängige Kondenswasserfreiheit garantiert sind.

Damit bei einem Hochbehälter der gattungsgemäßen Art der erforderliche Luftaustausch zentral und kontrolliert erfolgen kann und etwa in einen Be- und Entlüftungsanschluß eingeführte Gift- beziehungsweise Schadstoffe nicht direkt ins Trinkwasser gelangen können, ist (vergleiche Ansprüche 2 bis 6) vorgesehen den Luftaustausch für die Wasserkammer über ein zentral angeordnetes Einrohr-Kontrollsystem vorzunehmen. Diese weist eine Meß- und Kontrollkammer auf, über die zuströmende Luft kontinuierlich gefiltert und meßtechnisch überwacht wird. Um zu verhindern, daß durch den Be- und Entlüftungsanschluß etwa flüssige Giftstoffe oder dergleichen unmittelbar in die Wasserkammer gelangen, ist vorgesehen, die Meß- und Kontrollkammer unterhalb der Durchführung des Lüftungsrohrs zur Wasserkammer anzuordnen, damit diese Flüssig-Giftstoffe nach unten in die Bedienungskammer ablaufen. In besonderer Ausgestaltung weist die Meß- und Kontrollkammer Sensoren auf, die gegebenenfalls dann einen Alarmgenerator aktivieren, wenn die zugeführte (nachströmende) Luft ein Übermaß an schädlichen Bestandteilen aufweist. Damit ist dann auch eine automatische Abschaltung der Trinkwasserversorgung möglich.

Die eingangs zuerst angesprochene Problematik besteht darin, einen Hochbehälter der gattungsgemäßen Art anzugeben, bei dem das (zwischenzu-) speichernde Trinkwasser zwangsläufig einmal durch die gesamte Wasserkammer bewegt wird, ehe es über die Ablauf- beziehungsweise Entnahmestelle ins Leitungsnetz abfließt.

Dieses Problem wird funktional dadurch gelöst (vergleiche Ansprüche 7 bis 12), daß das dem Hochbehälter zugeführte Trinkwasser auf dem Weg zur späteren Entnahme einer Zwangsbewegung beziehungsweise Zwangszirkulation ausgesetzt wird, und zwar ohne jede Ruhezone und ohne jede Kurzschlußströmung. Diese: Zwangszirkulation wird dadurch erzielt, daß die Wasserkammer mindestes einmal geteilt wird, wobei dann das Trinkwasser auf der einen Seite der Trennwand der Wasserkammer zugeführt und auf der zweiten Seite (wieder) abgeführt wird. Das zugeführte Trinkwasser muß die Wasserkammer hierbei also einmal ganz durchlaufen, so daß eine 100%-ige Zirkulation gewährleistet ist, und zwar zu jeder Uhrzeit und über die gesamte Ringraumbreite der Wasserkammer.

In einer besonderen und einfachen Ausgestaltung ist die Ringraumtrennwand radial angeordnet. Dabei weist das Zulaufrohr Zulaufdüsen auf der einen Seite der Ringraumtrennwand auf und das Entnahmerohr weist auf der zweiten Seite der Ringraumtrennwand einen Entnahmeschlitz auf.

In bevorzugter Ausgestaltung ist die Ringraumtrennwand schräg in der Wasserkammer angeordnet, um die Zirkulation des Trinkwassers zu maximieren. Dabei wird die Schrägstellung der Ringraumtrennwand in Abhängigkeit von der Anordnung der Zu- und Ablaufstelle gewählt, und es wird darüberhinaus die Bodensohle der Wasserkammer geneigt ausgebildet, und zwar gleichermaßen in Abhängigkeit von der Zu- und Ablaufstelle des Trinkwassers.

Eine besondere Konstruktion sieht zwei Ringraumtrennwände vor. Damit wird die Wasserkammer zweigeteilt und es ist für den Fall, daß beispielsweise während einer Grundreinigung des Hochbehälters gerade ein Brand ausbrechen sollte, die sogenannte Brandreserve, sowie auch die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet.

Die Einzelheiten der vorliegenden Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt in

Fig. 1 einen Hochbehälter in geschnittener Ansicht als Systemschnitt A-A entsprechend dem Grundriß nach Fig 2;

Fig. 2 eine Aufsicht auf den Grundriß des Hochbehälters nach Fig. 1.

Der in Fig. 1 und Fig. 2 zeichnerisch dargestellte Hochbehälter 1 als Gesamtbauwerk besteht aus einer kreisringförmigen Wasserkammer, d. h. einem kreisringförmigen Rundbecken 2, und einem koaxial im Rundbecken eingesetzten, im folgenden Rundturm 3 genannten, Kreiszylinder. Dieser Rundturm 3 hat drei Ebenen und dient im unteren Bereich als Bedienungs- und Schieberkammer 3.1 und im darüber liegenden Bereich als Kontrollgebäude 3.2. Der Rundturm 3 enthält demzufolge sämtliche Installationen und Gerätschaften zur bestimmungsgemäßen Bedienung und Überwachung des Hochbehälters 1. Oberirdisch ist ein Eingangsbereich 8 angeordnet, wobei die einzelnen Stockwerke beziehungsweise Ebenen über radial, an der runden Schieberkammerwand befestigte Treppenstufen, oder wahlweise über eine Wendeltreppe erreicht werden. An der Decke des Eingangsbereichs kann eine Kranschiene für einen Hebezug angebracht werden; in der Mitte der Zwischendecken sind Öffnungen vorgesehen, durch die eine problemlose Montage und Wartung der Schieber und Geräte möglich ist. Im Rundturm 3 kann selbstverständlich auch eine Druckerhöhungsanlage für einzelne Häuser oder Baugebiete installiert werden; elektrische Einrichtungen und Schaltschränke oder dergleichen sind aus naheliegenden Gründen im oberen Eingangsbereich 8 untergebracht.

Das kreisringförmige Rundbecken 2 und der Rundturm 3 gründen auf einer gemeinsamen homogenen Bodenplatte 4, wobei der Kreisring zwischen dem Rundturm 3 und einer konzentrischen Außenwand 5 des Rundbeckens 2 dieses Rundbecken 2 dimensionsmäßig bestimmen. Da das Gesamtbauwerk auf einer einheitlichen Bodenplatte 4 gegründet ist, die nur durch einen tieferliegenden Teil der Bedienungs- und Schieberkammer unterbrochen ist, scheiden Schäden, die sonst durch Setzungen einzelner Bauteile und nur durch aufwendige Dehnungsfugen und elastische Rohrverbindungen verhindert werden können von vornherein aus.

Die Wasserkammer, d. h. das Rundbecken 2, weist eine Deckplatte 6 auf, auf der zwecks geologischer Einbettung im Gelände Erdreich 7 abgelagert ist. Somit steht letztlich nur der Eingangsbereich 8 für den Rundturm 3 dem Erdreich 7 gegenüber vor, so daß vom gesamten Hochbehälter 1 - anders als bei den bekannten Hochbehältern - nur ein relativ kleiner Teil sichtbar ist (und die Landschaft stört). Insoweit ist noch besonders darauf hinzuweisen, daß keinerlei Be- und Entlüftungsstutzen an irgendeiner Stelle des Erdreichs vorragen.

Die bisherige Beschreibung des in der Zeichnung dargestellten Hochbehälters 1 betrifft alleine dessen konzeptionelle Grundaufgabe. Bautechnisch betrachtet ist der vorbeschriebene Hochbehälter 1 noch insoweit ergänzt beziehungsweise modifiziert, als das kreisringförmige Rundbecken 2 durch zwei schräg liegende Ringraumtrennwände 10.1/10.2 separiert wird.

Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die beiden Ringraumtrennwände 10.1/10.2 etwa so angeordnet, daß sie in zwei sich gegenüberliegenden Quadranten des Rundbeckens 2 zwischen dem Rundturm 3 und der Außenwand 5, und zwar vom Rundturm 3 ausgehend, etwa im Winkel von etwa 60° zur Außenwand 5 hin liegen; beide Ringraumtrennwände 10.1/ 10.2 liegen parallel zueinander.

Bezüglich der bestimmungsgemäßen Funktion sind nun einerseits ein Zulauf für das Trinkwasser, also ein Zulaufrohr 11, und andererseits für die Entnahme ein Entnahmerohr 12 vorgesehen. Das Zulaufrohr 11 und das Entnahmerohr 12 führen parallel zueinander radial zum Rundturm 3, d. h. zur Schieberkammer 3.1, und werden von hier radial zum Ringraum des Rundbeckens 2 verlängert. Zulaufrohr 11 und Entnahmerohr 12 werden so diametral zueinander jeweils getrennt in Form von zwei Zulaufstutzen 13.1/13.2 und in Form von zwei Entnahmestutzen 14.1/14.2 ins Rundbecken 2 geführt. Die Zulaufstutzen 13.1/13.2 sind jeweils bis in die Nähe der Außenwand 5 geführt, und zwar derart, daß sie die jeweils zugehörige Ringraumtrennwand 10.1 beziehungsweise 10.2 kreuzen. Die Entnahmestutzen 14.1/14.2 sind ihrerseits so geführt, daß sie in den inneren Zwickeln zwischen dem Rundturm 3 und den Ringraumtrennwänden 10.1/10.2 in Ablaufseihern 15.1/15.2 enden.

Im Betrieb wird so das vom Wasserwerk über das Zulaufrohr 11 zugeleitete Trinkwasser über die Enden der Zulaufstutzen 13.1/13.2 in die Wasserkammer (Rundbecken 3) eingeführt (vergleiche Pfeil X). Nach einer 180°-Zirkulation, wird sodann das Trinkwasser über die Ablaufseiher 15.1/15.2 (vergleiche Pfeil Y), die Entnahmestutzen 14.1/14.2 und das Entnahmerohr 12 in das kommunale Wasserversorgungsnetz eingespeist.

Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, daß in Verbindung mit dem vorher erwähnten Ausführungsbeispiels, die Bodensohle 4.1 der Wasserkammer zur Mitte hin abfallend ausgebildet sein kann (vergleiche Pfeil Z). Damit verbessern sich die Strömungsverhältnisse weiter.

Auch soll angemerkt werden, daß die Zu-/Ablaufrichtung beziehungsweise die Zu-/Ablaufstelle geändert werden können. In diesem Falle ist jedoch auch die Neigung der Bodensohle der Wasserkammer zu invertieren.

Die beiden Wasserkammern können bei entsprechender Rohrinstallation in der Beckenkammer auch hintereinander durchflossen werden, womit dann die Feuerlöschreserve ordnungsgemäß in die Zirkulation eingebunden ist.

In der Darstellung nach Fig. 2 ist neben dem Zulaufrohr 11 und dem Ablaufrohr 12 ein drittes Rohr 20 gezeichnet. Die Aufgabe dieses Rohrs besteht darin, für eine Grundentleerung der Wasserkammer und für einen etwaigen Überlauf im Falle einer Betriebsstörung zur Verfügung zu stehen. Dieses dritte Rohr 20 ist dem dargestellten Ausführungsbeispiels entsprechend zu den Zwickeln zwischen dem Rundturm 3 und den Ringraumtrennwänden 10.1/10.2 geführt und schließt an eine relativ zur Bodensohle 4.1 der Wasserkammer tiefer liegende Rinne fit einem Ablauf 21.1, 21.2 an. (Im Falle einer gegenläufigen Trinkwasser-Zu-Abführung ist dieses dritte Rohr 20 zur dann außen liegenden Ablaufstelle zu führen).

Bei der vorliegenden Trinkwasser-Speicheranlage ist so eine zwangsweise Durchströmung der gesamten Wasserkammer gewährleistet. Das Wasser wird über Düsen in der einen Spitzecke zugeführt und muß bis zur Entnahme, die über einen Ablaufseiher in der gegenüberliegenden Spitzecke erfolgt, zwangsweise die gesamte Kammer durchfließen. Damit wird eine hundertprozentige Zirkulation erreicht.

Im Hinblick auf die vorliegende Erfindung ist der vorbeschriebene Hochbehälter 1 - vergleiche Fig. 1 - gerätebeziehungsweise installationstechnisch weiter wie folgt ausgestattet:

Im oberen Bereich des Eingangsbereichs 8 der Bedienungs- und Schieberkammer ist eine Zu- und Ablufteinrichtung 30 angebaut, an die zur Belüftung der Wasserkammer eine erste Lüftungsleitung 31 anschließt. Diese erste Lüftungsleitung 31 führt senkrecht nach unten zu einer Meß- und Kontrollkammer 32, die mit Filtern und Luftanalysegeräten (Sensoren) ausgerüstet ist. Die zugeführte Luft wird so kontinuierlich von der Meß- und Kontrollkammer 32 analysiert und ausgangsseitig wiederabgegeben, und zwar über einen Lüftungsrohrstutzen 33, der ins Innere der Wasserkammer führt.

Das gesamte Zu- und Abluftsystem besteht somit aus der zentralen ersten Lüftungsleitung 31 (zuzüglich Lüftungsrohrstutzen 33), in dessen Verlauf die Meß- und Kontrollkammer 32 integriert ist, die die Zuluft ständig überwacht und im Falle einer Störung entsprechende (Alarm-) Signale zu generieren vermag. Damit kann gegebenenfalls eine automatische Abschaltung der Trinkwasserentnahme gesteuert werden.

Zur Funktion sei noch auf folgendes hingewiesen: Mit dem Ansteigen und Abfallen des Wasserspiegels W in der Wasserkammer, d. h. im Rundbecken 2, wird jeweils Luft nach außen gedrückt oder von außen angesaugt. Diese angesaugte Luft wird dann jeweils meßtechnisch untersucht.

Um auch für den Fall einer etwa eingeführten oder eingespritzten Flüssigkeit gewappnet zu sein, ist die Meß- und Kontrollkammer 32 unterhalb des Niveaus des Lüftungsrohrstutzens 33 angeordnet. Damit ist gewährleistet, daß unzulässigerweise zugeführte Flüssigkeiten über ein Ablaufrohr 34 nach unten wegströmen und so nicht in das gespeicherte Trinkwasser gelangen können. Gegebenenfalls kann an dem in der Meß- und Kontrollkammer 32 liegenden Rohranfang des Luftrohrstutzens 33 eine Schließkugel angesetzt werden, die bei einem Ansteigen des Flüssigkeitspegels in der Meß- und Kontrollkammer 32 den Lüftungsrohrstutzen 33 automatisch schließt.

Die Wasserkammer ist gänzlich verschlossen (verkapselt) und sie kann visuell quasi nur durch Bullaugen 40 überwacht und über Drucktüren 42 im entleerten Zustand betreten werden. Da der Luftaustausch ausschließlich über die Meß- und Kontrollkammer 32 erfolgt, ist somit eine optimale Betriebssicherheit gegeben. Es gelangt stets nur soviel Luft ans Trinkwasser, wie zu dessen Frischhaltung und zum physikalischen Druckausgleich notwendig ist und die Wassertemperatur ihrerseits kann übers ganze Jahr weitgehend konstant gehalten werden.

An dieser Stelle ist noch anzumerken, daß zur Optimierung des Temperaturausgleichs zwischen der Wasserkammer und der Bedienungs- und Schieberkammer ein zweite Lüftungsleitung 41 vorgesehen ist, die die zum unteren Bereich des Rundturms 3 geleitete Luft aufgrund einer Leitungsführung durch die Wasserkammer infolge des Wärmeaustauscheffekts auf die gleiche Temperatur wie die Wassertemperatur bringt. Damit wird jeder unerwünschte Temperatursprung zwischen der Wasserkammer und dem Rundturm 3 minimiert beziehungsweise kompensiert. Die Bildung von Schwitzwasser kann nicht stattfinden, so daß in der Bedienungs- und Schieberkammer stets trockene Wände gewährleistet sind.

Gemäß einer besonderen konstruktiven Ausführungsform ist vorgesehen, die Deckplatte 6 auf der Außenwandung 5 und auf den beiden unteren Etagen/Ebenen des Rundturms 3 aufzulagern, so daß - statisch betrachtet - insgesamt ein einheitlicher Baukörper vorhanden ist.

Dieses Gesamtbauwerk kann einheitlich aus Ortbeton erstellt werden; denkbar ist auch, die Bodenplatte 4 aus Ortbeton herzustellen und die Ringwände 5 des Rundbeckens 2 sowie den Rundturm 3 einschließlich Eingangsbereich 8 aus Betonfertigteilen zu erstellen.


Anspruch[de]
  1. 1. Hochbehälter für die Trinkwasserspeicherung, bestehend aus einer Bedienungs- und Schieberkammer (Kontrollgebäude) und einer kreisförmigen Wasserkammer, sowie mindestens einem Zulauf und mindestens einem Ablauf für das Trinkwasser,

    wobei die Wasserkammer als kreisringförmiges Rundbecken (Rundbauwerk) ausgebildet ist, und

    wobei die Bedienungs- und Schieberkammer als konzentrisch im Rundbecken angeordneter (im weiteren Rundturm genannter) Kreiszylinder ausgebildet ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Rundturm (3) und das Rundbecken (2) auf einer gemeinsamen Bodenplatte (4) gegründet sind, und

    daß der Rundturm (3) dem Rundbecken (2) gegenüber hermetisch abgeschottet ist.
  2. 2. Hochbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberseite der Wasserkammer über eine zur Oberseite der Bedienungs- und Schieberkammer führende erste Lüftungsleitung (31) mit der Außenwelt verbunden ist.
  3. 3. Hochbehälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Verlaufe der ersten Lüftungsleitung (31) eine Meß- und Kontrollkammer (32) integriert ist.
  4. 4. Hochbehälter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Meß- und Kontrollkammer (32) Filter zur Reinigung der über die erste Lüftungsleitung (31) zur Wasserkammer geführten Luft vorgesehen sind.
  5. 5. Hochbehälter nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der Meß- und Kontrollkammer (32) Sensoren zur Überwachung der über die erste Lüftungsleitung (31) zur Wasserkammer geführten Luft vorgesehen sind.
  6. 6. Hochbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Belüftung des Bodenbereichs der Bedienungs- und Schieberkammer eine durch die Wasserkammer geführte zweite Lüftungsleitung (41) vorgesehen ist.
  7. 7. Hochbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine den Kreisringraum des Rundbeckens (2) separierende Ringraumtrennwand (10.1, 10.2) vorgesehen ist, auf deren einer Seite mindestens ein Zulauf und auf deren anderer Seite mindestens ein Ablauf vorgesehen sind.
  8. 8. Hochbehälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringraumtrennwand/Ringraumtrennwände (10.1, 10.2) radial angeordnet ist/sind.
  9. 9. Hochbehälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringraumtrennwand/Ringraumtrennwände (10.1, 10.2) schräg angeordnet ist/sind.
  10. 10. Hochbehälter nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringraumtrennwand/Ringraumtrennwände (10.1, 10.2) einerseits ein Zulaufrohr mit einer Mehrzahl von Zulaufdüsen und andererseits ein Entnahmerohr mit einem Ablaufschlitz aufweist/aufweisen.
  11. 11. Hochbehälter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringraumtrennwand/Ringraumtrennwände (10.1, 10.2) derart schräg angeordnet ist/sind, daß die radial äußere/n Kante/n relativ zur Strömungsrichtung nacheilt/nacheilen, wobei einerseits der Zulauf (vergleiche X) im radial äußeren Bereich und der Ablauf (vergleiche Y) im radial inneren Bereich vorgesehen sind und andererseits die Bodensohle (4.1) der Wasserkammer konisch nach innen abfällt (Fig. 2).
  12. 12. Hochbehälter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringraumtrennwand/Ringraumtrennwände (10.1, 10.2) derart schräg angeordnet ist/sind, daß die radial äußere/n Kante/n relativ zur Strömungsrichtung voreilt/voreilen, wobei einerseits der Zulauf im radial inneren Bereich und der Ablauf im radial äußeren Bereich vorgesehen sind und andererseits die Bodensohle der Wasserkammer konisch nach außen abfällt.






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