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Dokumentenidentifikation DE69018993T2 21.09.1995
EP-Veröffentlichungsnummer 0497838
Titel BEHÄLTER.
Anmelder Rhone-Poulenc Agriculture Ltd., Ongar, Essex, GB
Erfinder EDWARDS, David, Brian, Ongar Essex CM5 0HW, GB;
ALDRED, Alan, James, Ongar Essex CM5 0HW, GB
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Wuesthoff & Wuesthoff, 81541 München
DE-Aktenzeichen 69018993
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 23.10.1990
EP-Aktenzeichen 909159899
WO-Anmeldetag 23.10.1990
PCT-Aktenzeichen GB9001628
WO-Veröffentlichungsnummer 9105715
WO-Veröffentlichungsdatum 02.05.1991
EP-Offenlegungsdatum 12.08.1992
EP date of grant 26.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.09.1995
IPC-Hauptklasse B65D 65/38
IPC-Nebenklasse B05B 13/06   G01M 3/34   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Behälter, insbesondere Behälter, die zur Aufnahme von gefährlichen Substanzen geeignet sind, wie beispielsweise flüssigen oder gelförinigen Konzentraten, sowie deren Herstellung.

Zur Zeit werden gefährliche Flüssigkeiten in Metallfässern gelagert oder, soweit kleinere Mengen angesprochen sind, in Kunststoffbehältern. Solche Kunststoffbehälter müssen aus Materialien hergestellt werden, die gegenüber der zu lagernden Flüssigkeit undurchlässig und resistent sind, sie müssen aber auch ausreichend dick sein, um mechanischen Belastungen, die häufig während des Transports, der Lagerung und der Verwendung auftreten, zu widerstehen.

Sobald der Inhalt eingesetzt wurde, ist es jedoch erforderlich, den Behälter zu entsorgen und wo noch traditionell solche Behälter durch Verbrennung oder Lagerung entsorgt wurden, wird dies in zunehmendem Maße schwierig, da viele Kunststoffe nicht bioabbaubar sind und bei der Verbrennung schädliche Gase abgeben können. Aus diesen Gründen ist die Verwendung und die Art der Entsorgung bei bestimmten Kunststoffen, wie Polypropylen und PVC, in vielen Ländern eingeschränkt.

Ein wichtiges Ziel der Erfindung besteht darin, Behälter bereitzustellen, die an die Aufnahme agrochemischer Produkte angepaßt sind, das betrifft im wesentlichen chemische Produkte, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, insbesondere Pestizide und ganz besonders solche Produkte in festem, flüssigem oder gelförmigem Zustand.

Tatsächlich führt die Lagerung, der Transport und die Behandlung agrochemischer Produkte zu ganz besonderen Problemen und Schwierigkeiten zunächst einmal deshalb, weil beim Einsatz von solchen Chemikalien die Arbeiter in der Landwirtschaft nicht immer besondere Sorgfalt walten lassen oder routinemäßig vorsichtig sind. Zum zweiten ist es besonders notwendig, die Umwelt zu schützen. Folglich besteht in diesem Bereich ein ganz besonderes Bedürfnis nach Behältern, die an den gewünschten Einsatzzweck sorgfältig angepaßt sind. Darüber hinaus besteht bei agrochemischen Produkten, soweit sie flüssig sind und insbesondere wenn sie in flüssiger oder gelförmiger Form vorliegen (und noch einschneidender, wenn es sich um Flüssigkeiten handelt), das Risiko von Leckagen in beträchtlich größerem Maße, und hier ist es ganz besonders wichtig, Schritte zu unternehmen, um eine mögliche Umweltverschmutzung zu vermeiden.

Es wurde ein Behälter entwickelt, der eine geformte äußere Umhüllung aufweist, welche aus komprimiertem Fasermaterial hergestellt wurde, wobei dieses mit einem Barrierematerial verknüpft ist, das ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material umfaßt, das gegenüber den beabsichtigten Inhaltsstoffen resistent ist. Erfindungsgemäß wird ein Behälter bereitgestellt, der eine geformte äußere Umhüllung aufweist, welche aus komprimiertem Fasermaterial hergestellt wurde, wobei das Material ein wasserlösliches oder ein in Wasser dispergierbares polymeres Material umfaßt, um die Umhüllung gegenüber schädlichen chemischen Produkten resistent zu machen, wenn diese darin enthalten sind, und/oder die Umhüllung hat mindestens eine innere Oberfläche, die mit einer fest anhaftenden Beschichtung ausgestattet ist, welche ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material umfaßt, das gegenüber einem gefährlichen chemischen Produkt resistent ist, wenn dieses darin aufgenommen wird.

Nach einem bevorzugten Aspekt der Erfindung wird ein Behälter bereitgestellt, der eine geformte äußere Umhüllung aufweist, welche aus komprimiertem Fasermaterial hergestellt wurde und wobei die innere Oberfläche mit einer fest anhaftenden Beschichtung ausgestattet ist, welche ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material umfaßt, das gegenüber einem gefährlichen chemischen Produkt resistent ist, wenn dieses darin aufgenommen wird.

Die Erfindung stellt darüber hinaus Verfahren zur Herstellung solcher Behälter bereit.

Die äußere Umhüllung aus Fasermaterial ist Stoß-absorbierend, um den Behälterinhalt gegenüber mechanischen Stößen zu schützen. Diese wirkt auch in einem gewissen Umfang als Temperaturisolator, wobei die schnelle Übertragung plötzlicher Temperaturwechsel der Umgebung an den Behälterinhalt verhütet wird. Dies kann sehr wichtig sein, da plötzliche Temperaturwechsel manche Substanzen abbauen. Das Vorhandensein von stützenden und schützenden äußeren Maßnahmen um den Behälter bedeutet, daß das wasserlösliche oder in Wasser dispergierbare polymere Material nicht als Stützmaterial vorhanden sein muß, so daß insgesamt weniger Kunststoff zu entsorgen ist als bei den bisher eingesetzten Vollkunststoffbehältern.

Soweit das komprimierte Fasermaterial das polymere Material aufweist, kann dieses polymere Material beispielsweise im wesentlichen gleichförmig durch das komprimierte Fasermaterial vorhanden sein, oder es ist in Oberflächenschichten davon als Ergebnis einer Absorption in das Fasermaterial vorhanden, d.h. wenn der Behälter beispielsweise in eine Lösung des polymeren Materials eingetaucht wird. Ein Behälter mit sowohl einer fest anhaftenden Beschichtung des polymeren Materials auf der inneren Oberfläche und polymerem Material in den Wänden führt deshalb zu einer erhöhten Sicherheit bezüglich des Inhalts. Wenn sowohl polymeres Material in dem Fasermaterial und in der Beschichtung vorhanden ist, kann dieses das gleiche oder ein unterschiedliches sein.

Das eingesetzte Kunststoffmaterial sollte vorzugsweise für das Eintauchen oder Sprühen geeignet sein. Selbstverständlich muß es gegenüber dem Behälterinhalt resistent sein. Festigkeit ist keine Voraussetzung, was jedoch bedeutet, daß das Polymer "umweltfreundlicher" sein kann als die Kunststoffe, die bei Behältern des Standes der Technik gefordert waren. Soweit der Behälter zur Aufnahme von Flüssigkeiten oder Gelen dient, muß selbstverständlich die damit verknüpfte Barriere gegenüber der Flüssigkeit oder dem Gel undurchlässig sein. Der Behälter kann auch gasundurchlässig sein, um den Durchtritt von gefährlichen Dämpfen aus dem Inneren oder den Zutritt von gefährlichen Gasen oder Dämpfen in den Behälterinhalt zu verhindern. Der Behälter kann hermetisch versiegelt sein, um seinen Inhalt gegenüber beispielsweise veränderter atmosphärischer Luftfeuchtigkeit zu isolieren.

Das wasserlösliche oder in Wasser dispergierbare polymere Material kann beispielsweise sein: Polyethylenoxid, Methylcellulose oder Polyvinylalkohol. Polyvinylalkohol wird bevorzugt: im allgemeinen wird ein in heißem Wasser oder kaltem Wasser lösliches Material eingesetzt. In kaltem Wasser lösliches Material wird bevorzugt wegen der leichteren Auflösung und besseren Bioabbaubarkeit. Es wird ein zu 88-92 % hydrolysierter Polyvinylalkohol bevorzugt.

Das komprimierte Fasermaterial kann bioabbau sein, vorzugsweise kompostierbar, wie beispielsweise recyclierte Cellulosefaser aus Abfallpapier. Dies erleichtert weiterhin die Entsorgungsprobleme, da der Behälter im wesentlichen aus umweltfreundlichem Material hergestellt wurde.

Der Behälter kann weiterhin eine in Wasser lösliche oder dispergierbare Hülle zur Aufnahme des Inhalts aufweisen, wobei die Hülle einfach in dem Behälter ruht und durch Umkippen des Behälters entleert werden kann. Um eine Durchlöcherung der Hülle zu vermeiden, ist die Oberfläche der polymeren Beschichtung (oder allgemeiner, die innere Oberfläche der äußeren faserförmigen Umhüllung, insbesondere wenn das polymere Material in die Außenhülle aus faserförmigem Material eingearbeitet ist) vorzugsweise glatt. Die Vorsehung einer Hülle ist ganz besonders brauchbar, wenn der Behälter für schädliche Feststoffe oder flüssige Konzentrate, die einer Wasserverdünnung zugegeben werden, eingesetzt wird, da das Vorhandensein der in Wasser löslichen oder dispergierbaren Hülle die Möglichkeit eines zufälligen Kontakts eines Benutzers mit dem Konzentrat vermindert.

Der Behälter kann in verschiedene Abteilungen aufgeteilt sein durch mindestens eine Wand aus komprimiertem Fasermaterial, wobei das Material ein in Wasser lösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material umfaßt, um es gegenüber den beabsichtigten Inhaltsstoffen resistent zu machen, und/oder die Wände jeder Abteilung sind mit einer Sprühbeschichtung versehen, die durch Eintauchen oder Sprühen des in Wasser löslichen oder in Wasser dispergierbaren polymeren Materials aufgebracht wurde. Die Abteilungen können verschiedene Größen haben.

Der Behälter ist ganz besonders brauchbar zur Aufnahme von gefährlichen Materialien und insbesondere von flüssigen oder gelförmigen oder vergelten Agrochemikalien, wie beispielsweise flüssigem oder gelähnlichem Dünger oder Bioziden. Der Behälter kann auch für Feststoffe, Flüssigkeiten oder Gele eingesetzt werden, insbesondere für Flüssigkeiten oder Gele. Die Behälter sind brauchbar für Agrochemikalien, insbesondere Pestizide.

Die Stoßabsorptionsfähigkeit der äußeren Umhüllung aus faserförmigem Material dient dazu, den Inhalt des Behälters oder die Hülle (soweit vorhanden) innerhalb des Behälters gegenüber mechanischen Stößen zu schützen, wodurch das Risiko von Lecks oder Verletzungen einer vorhandenen Hülle, insbesondere wenn der Inhalt flüssig ist, vermindert wird. Wenn die Hülle eine beträchtliche Menge einer Flüssigkeit oder eines Gels enthält, d.h. beispielsweise 1/2 bis zu 3 l, vorzugsweise 1/2 l bis zu 2 l (wobei 1/2 l ganz besonders bevorzugt wird), führt der hydraulische Stoß, wenn die Verpackung fallengelassen wird, dazu, daß die Hülle brechen kann oder ein Leck auftritt. Dann hilft die äußere Stoßabsorption dabei, die Hülle zu schützen. Die Absorptionsfähigkeit gegenüber Stößen trägt auch dazu bei, für den äußeren Behälter (oder die verknüpfte Barriere aus polymerem Material) die Gefahr des Splitterns oder eines Lecks zu vermindern.

Der Raum zwischen der Hülle, soweit vorhanden, und dem äußeren Behälter (welche vorzugsweise mindestens etwa 5 Vol.-% des Behälters ausmacht) ist vorzugsweise nicht größer als etwa 30 %: größere Räume können eingesetzt werden, aber mit verminderter wirtschaftlicher Attraktivität: 20 bis 25 % sind bevorzugt und etwa 25 % wird ganz besonders bevorzugt. Der Raum ist vorzugsweise gegenüber der Atmosphäre isoliert, beispielsweise durch eine hermetische Dichtung auf dem äußeren Behälter. Die relative Luftfeuchtigkeit in dem Raum ist vorzugsweise zwischen 45 und 70 % (bevorzugter 50 bis 60 %, etwa 50 % werden am meisten bevorzugt) bei einer Temperatur Von 20ºC. Wenn das Hüllenmaterial PVA-Folie ist, werden die mechanischen Eigenschaften der Folie durch den Feuchtigkeitsgehalt beeinflußt: die Feuchtigkeit in der Folie ist im Gleichgewicht mit der Feuchtigkeit sowohl in einem beliebigen Luftraum innerhalb der Hülle und in einem beliebigen Raum zwischen der Hülle und dem äußeren Behälter. Der Gleichgewichtspunkt verändert sich mit der Temperatur, so daß die Folie entweder Feuchtigkeit absorbiert oder bei der Lagerung freisetzt. Es wurde festgestellt, daß eine relative Luftfeuchtigkeit von 45 bis 70 % bei 20ºC die Lagereigenschaften des Hüllenmaterials optimal erhielt.

Der erfindungsgemäße Behälter wird dadurch hergestellt, daß eine geformte Umhüllung aus faserförmigem Material bereitgestellt wird, die selber nicht den Flüssigkeiten oder gefährlichen Materialien widerstehen kann, wobei dieses mit einer Beschichtung aus einem in Wasser löslichen oder in Wasser dispergierbaren polymeren Material versehen wird, oder das polymere Material wird in das komprimierte Fasermaterial eingearbeitet.

Wenn die verknüpfte Barriere eine Beschichtung ist, wird diese Beschichtung vorzugsweise durch Sprühen aufgebracht. Folglich stellt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Behälters bereit, wobei eine aus komprimiertem Fasermaterial hergestellte äußere geformte Umhüllung mit einer inneren Beschichtung versehen wird, indem eine Flüssigkeit, die ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material aufweist, durch eine Sprühdüse hindurchgeleitet wird, deren Auslaß so befestigt ist, daß sie innerhalb der Umhüllung rotiert, wobei eine Beschichtung des polymeren Materials auf der inneren Oberfläche der Umhüllung gebildet und eine Beschichtung erhalten wird, die gegenüber dem beabsichtigten Inhalt des Behälter resistent ist.

Der Sprühkopf kann einfach rotieren oder rotieren und entlang der Rotationsachse sich vorwärts bewegen. Dies führt dazu, daß das polymere Material, das aus der Düse austritt, die innere Oberfläche der Umhüllung entlang eines im wesentlichen helixförmigen Wegs kontaktiert.

Die Beschichtung kann auch dadurch aufgebracht werden, daß die geformte äußere Umhüllung durch Eintauchen in eine Flüssigkeit aufgebracht wird, die ein in Wasser lösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material aufweist: ein solches Material kann auch in die Umhüllung selber durch Absorption eingebracht werden. Die Flüssigkeit, in die die äußere geformte Umhüllung eingetaucht oder die zum Sprühen eingesetzt wird, besteht im allgemeinen aus einer wäßrigen Lösung, umfassend 5 bis 50 %, beispielsweise 15 bis 40 %, vorzugsweise 20 bis 30 %, Polyvinylalkohol.

Das polymere Material kann auch in die geformte äußere Umhüllung eingebaut werden während der Herstellung desselben, wobei das polymere Material in die Aufschlämmung aus faserförmigem Material, das in Form gebracht wird, eingeschlossen ist. Die geformte äußere Umhüllung umfaßt dann vorzugsweise 0,2 bis 30 %, beispielsweise 0,5 bis 20 %, vorzugsweise 1 bis 15 %, beispielsweise 1 bis 10 %, des polymeren Materials. Die Aufschlämmung umfaßt vorzugsweise Füllstoffe wie Ton, beispielsweise Kaolin und Töpferton, und Stärken, welche den Raum zwischen den Fasern und der äußeren Umhüllung aus Fasern auffüllen können. Die Füllstoffe können auch als Bindemittel fungieren, um die Fasern aneinander zu binden. Die Aufschlämmung kann auch ein wachsartiges Material umfassen, um die Wasserresistenz der Umhüllung zu steigern.

Die Beschichtung kann auch aufgebracht werden, indem die geformte äußere Umhüllung mit einer Flüssigkeit (beispielsweise eine solche, die zum Eintauchen eingesetzt wird) aufgefüllt und im Anschluß daran die Umhüllung entleert wird. Dabei wird eine Beschichtung nur auf der Innenseite der Umhüllung erhalten.

Es ist wichtig, daß es innerhalb der Barriere des Behälters, die durch das polymere Material gebildet wird, keine Diskontinuitäten gibt, die zu Lecks führen könnten. Aus diesem Grund wird der Behälter typischerweise einer Qualitätskontrolle unterworfen, die darin besteht, den Sprühkopf (soweit eingesetzt) aus dem Inneren des Behälters zu entfernen, den Druck innerhalb des Behälters zu vermindern oder zu erhöhen und zu bestimmen, ob ein verminderter oder erhöhter Druck innerhalb desselben aufrechterhalten wird. Falls dies nicht der Fall ist, zeigt es an, daß sehr wahrscheinlich ein Leck vorhanden ist, beispielsweise in der Beschichtung. Der Behälter wird deshalb verworfen und neu verarbeitet, wobei eine zweite Beschichtung auf der ersten aufgebracht wird, beispielsweise durch Sprühen oder Eintauchen und unter Durchführung mit anschließender Qualitätskontrolle zum zweiten Male. Dieses Verfahren kann so oft wiederholt werden wie erforderlich, um einen leckfreien Behälter zu erhalten.

Im industriellen Maßstab werden Behälter, die als mit unbefriedigender Beschichtung oder Barriere zurückgewiesen werden, einfach aus der Produktionslinie entfernt, typischerweise indem sie weggeblasen und durch das System neu durchgeleitet werden, um eine zweite Beschichtung aufzubringen.

Die Erfindung wird durch die folgenden nicht beschränkenden Beispiele mit Bezugnahme auf die anhängenden Zeichnungen weiter erläutert, wobei:

Fig. 1 eine graphische Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Behälterausgestaltung ist;

Fig. 2 eine graphische Querschnittsansicht einer zweiten Ausgestaltung des Behälters ist;

Fig. 3 eine graphische Querschnittsansicht einer Ausgestaltung nach einem ersten Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, und

Fig. 4 eine graphische Querschnittsansicht einer Ausgestaltung nach einem zweiten Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist.

Wie man Fig. 1 entnehmen kann, umfaßt der Behälter eine äußere Umhüllung 1 von etwa zylindrischer Form, der sich beständig von einem geschlossenen Boden nach einem offenen Ende zu neigt. Dieser Behälter ist so gezeigt, daß er an dem oberen Ende einen Flansch aufweist, der einen Rand bildet. Er kann aber auch alternativ ohne einen Flansch vorgesehen sein, wobei die Kante des Behälters am oberen Ende durch die Dicke der beschichteten Umhüllung alleine gebildet wird, wie in Fig. 2 gezeigt. In einem solchen Fall ist die Kante gegebenenfalls eine geschnittene Kante. Das Äußere ist aus komprimiertem Cellulosefasermaterial hergestellt worden, was aus recycliertem Papier gewonnen wurde. In dem Verfahren zu dessen Herstellung, die im folgenden beschrieben wird, wird die innere Oberfläche 21 glatt gemacht im Vergleich zu der äußeren Oberfläche 19, welche rauh ist. Die Äußere Rauheit steigert die stoßabsorbierenden Eigenschaften des Äußeren und macht es darüber hinaus einfacher, den Behälter handzuhaben. Die trichterförmige Ausgestaltung des Behälteräußeren ermöglicht es, äußere Vertiefungen vorzusehen, so daß der Behälter leichter gelagert und transportiert werden kann.

Die geformte äußere Umhüllung und insbesondere die innere Oberfläche davon ist im allgemeinen so ausgestaltet und angepaßt, daß sie einen gleitenden Austritt des Inhalts aus dem äußeren Behälter ermöglicht. Die Hülle, soweit vorhanden, oder der Behälterinhalt sind dann gleitbar aus dem Behälter zu verbringen, wobei der Behälter invertiert (umgekippt) wird.

Die geformte äußere Umhüllung kann im Querschnitt zylindrisch sein, und sie kann zur Basis hin verjüngend verlaufen, um das Ineinanderstapeln von leeren Behältern zu ermöglichen und auch um etwas Stützung gegenüber einer Abwärtsbewegung der gegebenenfalls vorhandenen Hülle vorzusehen. Der Behälter kann zum oberen Ende hin konisch erweitert sein und weist vorzugsweise keine Verengung oder keinen Hals auf, der das Austreten der Hülle oder des Inhalts aus der äußeren Umhüllung beeinträchtigen könnte. Eine solche Konfiguration ist ganz besonders brauchbar und erforderlich, um die Handhabbarkeit zu erleichtern und ein Zurückhalten des Produktes zu vermeiden, soweit das nicht erwünscht wird.

Der Behälter ist weiterhin mit einer Beschichtung 3 aus einem polymeren Material versehen, das in einem direkten klebenden Kontakt mit der äußeren Umhüllung 1 steht. Die obere Oberfläche des Randes der äußeren Umhüllung ist leicht gebogen oder flach, um eine Abdeckung (nicht abgebildet) zu ermöglichen, wobei es sich um eine Metallfolie oder ein Kunststoff laminat handelt, das damit nach Befüllung des Behälters dicht verbunden wird.

Die Beschichtung kann ein beliebiges polymeres Material umfassen und, wie weiter im folgenden beschrieben, vorzugsweise durch Sprühen aufgebracht werden. Das polymere Material wird so ausgewählt, daß es gegenüber der in dem Behälter zu lagernden Flüssigkeit undurchlässig und resistent ist. Ein typisches Material ist Polyvinylalkohol, aber andere sprühfähige wasserlösliche oder in Wasser dispergierbare Polymere können ebenfalls eingesetzt werden.

Die äußere umhüllung 1 wurde aus recyclierter Cellulosefaser hergestellt, welche aus Abfallpapier durch Einweichen des Papiers in Wasser, Aluminiumsulfat (als pH-Einsteller) und Harz und durch Ziehen derselben durch ein grobes Netz erhalten wurde. Das Harz dient dazu, die Fasern zusammenzubinden und es steigert die Festigkeit und Wasserresistenz des Endprodukts. Es kann ein Deflacker zur Unterstützung beim Faseraufbrechen eingesetzt werden. Die so erhaltene Aufschlämmung wird auf einem Band getrocknet und auf eine Form aus feinem Drahtnetz aufgebracht, gegen das sie gedrückt wird, um die Flüssigkeit auszudrücken. Bei dieser Ausgestaltung wird die Form in einer Gestalt vorgesehen, die derjenigen des Inneren der äußeren Umhüllung 1 entspricht, was eine relativ glatte innere Oberfläche mit einem eingedrückten Muster des verwendeten Netzes ergibt. Das Ausmaß der in dem Formgebungsverfahren aufgebrachten Kraft und auch die Netzfeinheit, die zum Auftrennen des Papiers zu Fasern eingesetzt wurde, haben einen Einfluß auf das Produkt und folglich dessen Festigkeit und Stoßabsorptionseigenschaften. Ein dichteres Material kann eingesetzt werden, um die Festigkeit zu steigern. Dies führt aber zu einer Verminderung der Effektivität bei der Stoßabsorption, und das Endprodukt ist dann ein ausgewählter Kompromiß zwischen zweien, wobei das erwünschte Resultat für den jeweiligen Einsatzzweck erreicht wird.

Die äußere Umhüllung 1 kann auch polymeres Material, wie beispielsweise Polyvinylalkohol, umfassen, welches in die Aufschlämmung eingeschlossen wird, aus der die äußere Umhüllung geformt wird.

Der Behälter kann auch eine in Wasser lösliche oder dispergierbare Hülle für den Behälterinhalt aufweisen, welche befüllt und dicht abgeschlossen und einfach in dem Behälter angeordnet wird, bevor der Verschluß abgedichtet wird. Die Beschichtung 3 sorgt dafür, daß der Behälter eine glatte innere Oberfläche hat, und dies führt dazu, daß die Hülle nicht verletzt wird. Beim Einsatz kann der (nicht abgebildete) Verschluß und die Hülle dann leicht, beispielsweise in einen Tank mit Wasserverdünnungsmittel, im Einsatz entladen werden. Der Behälter ist ganz besonders geeignet für gefährliche Konzentrate aus z.B. Agrochemikalien, da für einen Verwender die Möglichkeit, mit dem Konzentrat in Kontakt zu treten, vermindert wird. Die abgedichtete Hülle wird einfach in das Wasser entladen, in dem sie sich dann auflöst und das Konzentrat zur Vermischung mit dem Verdünnungsmittel zurück läßt.

Der Behälter kann in einer Vielzahl von Größen hergestellt werden, beispielsweise 1 l, 2 l und 3 l, die man als "Einheitsmengen"-Größen ausgewählt hat, beispielsweise in der Weise, daß der vollständige Inhalt für einen Durchlauf eingesetzt wird. Dies verhindert, daß der Verwender einen halbvollen Behälter zurückbehält, der eine Gefahrenquelle darstellt.

Nach einer weiteren in Fig. 2 gezeigten Ausgestaltung ist der Behälter so konstruiert, daß er verschiedene Abteile aufweist, beispielsweise 31 und 33, wobei die inneren Wände von diesen jeweils mit einer fest haftenden Beschichtung versehen sind. Der Behälter, der an dem oberen Ende bei dieser Ausgestaltung nicht mit einem Flansch ausgestattet ist, wird an seinem oberen Ende mit einem (nicht abgebildeten) Verschluß dicht abgeschlossen, so daß Produkte aus mehreren Bestandteilen gelagert werden können, jeweils mit einem Bestandteil in einer Kammer. Die Kammern sind von einer solchen Größe, daß sie die geeigneten Anteile der Bestandteile enthalten.

Der Mehrkammerbehälter kann auch so konstruiert sein, daß er Wände aus komprimiertem Fasermaterial aufweist, welche ein in Wasser lösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material, wie beispielsweise Polyvinylalkohol, aufweisen. In diesem Fall kann die fest anhaftende Beschichtung als zusätzlicher Sicherheitsfaktor vorgesehen oder ausgelassen werden.

Fig. 3 zeigt nach einer Ausgestaltung das erfindungsgemäße Verfahren, wobei die äußere Umhüllung 1 des Behälters durch Versprühen einer polymeren Beschichtung auf deren innere Oberfläche 21 wasserdicht ausgestattet ist. Die äußere Umhüllung 1 wird kopfüber festgehalten, wobei ein Sprühkopf 4 in diesen eingeführt wird. Die Düse insgesamt umfaßt eine Speiseleitung 41, durch die ein polymeres Material in der Richtung des Pfeiles B zugeleitet wird, und einen Sprühkopf 43, der einen oder mehrere Auslässe 45 (zwei sind nach dieser Ausgestaltung abgebildet) einschließt.

Die Düse ist so befestigt, daß sie in beide Richtungen rotieren kann, wie angezeigt durch die Pfeile A, A', was es möglich macht, daß die aus den Auslässen 45 austretenden Sprays 5 aus polymerem Material das Innere des Behälters spülen und dadurch eine gleichmäßige Polymerbeschichtung erhalten wird, die auf der inneren Oberfläche 21 abgeschieden wird, wo diese austrocknet.

Die Düse kann alternativ die Rotation mit einer Bewegung in longitudinaler Richtung kombinieren, so daß das aus den Düsenauslässen von der longitudinalen Achse sich wegsetzende versprühte Material die innere Oberfläche des Behälters entlang eines im wesentlichen helixförmigen Verlaufs kontaktiert. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Beschichtung der inneren Oberfläche des Behälters.

Um die Wirksamkeit des Sprühverfahrens zu optimieren, wird es vorgezogen, daß der Winkel, den die sich auswärts neigende Wand 2 des Behälters mit der Vertikalen bildet, wobei dieser Winkel als Θ bezeichnet wird, mindestens 1,50 beträgt.

Fig. 4 zeigt eine Ausgestaltung des Verfahrens zum Testen der inneren Beschichtung auf Lecks. Der Behälter 1 mit der inneren Beschichtung 3 wird auf einem Block 7 mit der Oberfläche 71 umgekippt, wobei diese Oberfläche so angepaßt ist, daß sie das offene Ende des Behälters aufnimmt, so daß eine im wesentlichen luftdichte Abdichtung zwischen den zweien gebildet wird. Die Oberfläche 71 ist darüber hinaus glatt, so daß die Beschichtung 3 nicht verkratzt oder punktiert wird, wenn der Behälter an der Stelle steht. Die Blockoberfläche hat Schultern 73, die sich der Rundung 53 der Behälteröffnung und des Randes 51 anpassen.

Die Dichtung zwischen Block und Behälter wird durch das Aufbringen von Druck auf den Behälterrand 51 verstärkt, wie durch Pfeile D angezeigt, über eine ringförmige Vorrichtung 9, die über den Behälter gestülpt wird, sobald dieser auf dem Block 7 angeordnet ist. Der Block kann aus einem beliebigen Material bestehen, ist aber typischerweise ein Kunststoffmaterial, wie beispielsweise Polytetrafluorethylen (PTFE).

Es gibt eine enge Öffnung 75 in dem Block 7, durch die Luft abgesaugt wird, wie durch den Pfeil C angezeigt, um den Druck innerhalb des Behälters zu erniedrigen. Der Behälter wird unter diesen Bedingungen über eine vorbestimmte Zeit gehalten, und dann wird der Druck über dem Behälter gemessen. Aus dem erhaltenen Wert läßt sich bestimmen, ob oder ob nicht ein Leck in der Beschichtung wahrscheinlich ist.

Dieses Verfahren zur Untersuchung kann auch bei Behältern eingesetzt werden, bei denen das polymere Material durch Eintauchen oder durch Einbringen des polymeren Materials in die Behälterwand aufgebracht wurde.


Anspruch[de]

1. Behälter, welcher eine geformte äußere Umhüllung aufweist, welche aus komprimiertem Fasermaterial hergestellt wurde, wobei das Material ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material umfaßt, um die Umhüllung gegenüber schädlichen chemischen Produkten resistent zu machen, wenn diese darin enthalten sind, und/oder die Umhüllung hat mindestens eine innere Oberfläche, die mit einer fest haftenden Beschichtung ausgestattet ist, welche ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material umfaßt, das gegenüber einem gefährlichen chemischen Produkt resistent ist, wenn dieses darin aufgenommen wird.

2. Behälter nach Anspruch 1, wobei dessen Inhalt eine Agrochemikalie umfaßt.

3. Behälter nach Anspruch 1 oder 2, dessen Inhalt ein Pestizid umfaßt.

4. Behälter nach Anspruch 1, 2 oder 3, dessen Inhalt fest, flüssig oder gelförmig ist.

5. Behälter nach Anspruch 1, 2 oder 3, dessen Inhalt eine Flüssigkeit oder ein Gel ist.

6. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, der eine geformte äußere Umhüllung aufweist und welcher aus komprimiertem Fasermaterial hergestellt wurde, wobei dessen innere Oberfläche mit einer fest haftenden Beschichtung versehen ist, die ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material umfaßt und das gegenüber einer gefährlichen chemischen Verbindung resistent ist, wenn diese darin enthalten ist.

7. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Beschichtung in situ aufgesprüht wurde.

8. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das polymere Material Polyvinylalkohol umfaßt.

9. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das komprimierte Fasermaterial bio-abbaubar ist.

10. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das komprimierte Fasermaterial kompostierbar ist.

11. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das komprimierte Fasermaterial recyclierte Zellulosefaser ist.

12. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, der darüber hinaus eine wasserlösliche oder wasserdispergierbare Umhüllung zur Aufnahme des Inhalts aufweist und zum Ausfahren des Behälters durch Invertierung des Behälters.

13. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, der in einer Vielzahl von Abteilungen aufgeteilt ist mittels mindestens einer Wand, die aus dem komprimierten Fasermaterial hergestellt wurde, und mit einer assoziierten Grenzschicht, welche ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material aufweist.

14. Eine agro-chemikalische Packung, welche einen Behälter nach irgendeinem der vorstehenden Ansprüche aufweist und welche ein agro-chemisches Düngemittel oder Biocid enthält.

15. Verfahren zur Herstellung eines Behälters, welches die Vorsehung einer geformten äußeren Umhüllung, hergestellt aus einem komprimierten Fasermaterial, mit einer inneren Beschichtung umfaßt, wobei eine Flüssigkeit, die ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material uinfaßt, durch eine Sprühdüse geführt wird, deren Auslaß so montiert ist, daß sie innerhalb der Umhüllung rotiert, wobei eine Beschichtung des polymeren Materials auf der inneren Oberfläche der Umhüllung gebildet wird und wobei die Beschichtung gegenüber einem gefährlichen chemischen Produkt resistent ist, wenn dieses in dem Behälter enthalten ist.

16. Verfahren nach Anspruch 15, wobei der Auslaß der Sprühdüse so ausgerichtet ist, daß das polymere Material nach außen weg von einer Achse, um die die Düse rotiert, während der axialen Fortbewegung während des Versprühens versprüht wird.

17. Verfahren zur Herstellung eines Behälters, das die Vorsehung einer äußeren geformten Umhüllung, hergestellt aus einem komprimierten Fasermaterial, wobei das Fasermaterial ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material einschließen kann, um die Umhüllung resistent gegenüber einem gefährlichen chemischen Produkt zu machen, wenn dieses in dem Behälter enthalten ist, umfaßt, und Eintauchen der Umhüllung in eine Flüssigkeit, die das polymere Material enthält, oder Sprühen einer inneren Oberfläche auf die Umhüllung gemäß Anspruch 15 oder 16, um zu erreichen, daß mindestens die innere Oberfläche der Umhüllung eine fest haftende Beschichtung aufweist, die ein wasserlösliches oder in Wasser dispergierbares polymeres Material umfaßt, das gegenüber einem gefährlichen chemischen Produkt resistent ist, wenn dieses in dem Behälter vorhanden ist.

18. Verfahren nach Anspruch 15, 16 oder 17, wobei die aufgebrachte Beschichtung anschließend auf das Vorhandensein eines Leckes untersucht wird, wobei die Düse, falls vorhanden, aus dem Inneren des Behälters entfernt, der Druck innerhalb des Behälters erhöht oder vermindert und bestimmt wird, ob ein verminderter oder erhöhter Druck darin aufrechterhalten wird.

19. Verfahren nach Anspruch 18, das die Wiederverarbeitung des Behälters umfaßt, falls ein Leck festgestellt wird, wobei dieser wieder dem Verfahren, wie in Anspruch 15, 16 oder 17 beansprucht, unterworfen wird.







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