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Dokumentenidentifikation DE4426235A1 21.12.1995
Titel Zirkel mit Feinminenführung
Anmelder Koerth, Reimar, 24937 Flensburg, DE
Erfinder Koerth, Reimar, 24937 Flensburg, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte BOEHMERT & BOEHMERT, NORDEMANN UND PARTNER, 24105 Kiel
DE-Anmeldedatum 23.07.1994
DE-Aktenzeichen 4426235
Offenlegungstag 21.12.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.12.1995
IPC-Hauptklasse B43L 9/22
IPC-Nebenklasse B43L 9/02   
Zusammenfassung Zirkel mit Feinminenführung mit einem ersten, eine Zirkelspitze (16) zu tragenden Schenkel (10), auf dem ein Verfahrelement (14) axial verstellbar gelagert ist, an dem verschwenkbar ein zweiter Schenkel (12) befestigt ist, wobei der zweite Schenkel (12) in seinem oberen Ende auf dem Fahrelement angelenkt ist, und in einem Mittenbereich mit einer Traverse (30) an den Spitzenbereich des ersten Schenkels angesetzt ist, wobei Traverse (30) und der zweite Schenkel (12) derart geformt sind, daß sich im Zusammenwirken beim Zusammenklappen mit dem ersten Schenkel (10) eine stiftförmige Form ergibt, in der der erste Schenkel (10) einen großen Teil des Umfangs darstellt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Zirkel mit Minenführung.

Zirkel werden üblicherweise zum Zeichnen von Kreisen verwandt. Derartige Zirkel jedoch immer zur Hand zu haben, ist aufwendig. Häufig rechtfertigt sich der Aufwand nicht, gesondert Zirkel mitzuführen, insbesondere wenn diese nur zum Zeichnen von Kreisen verwandt werden können, für andere Zeichenvorgänge jedoch nicht.

Ein Beispiel eines Zirkels, der bereits die Abmessungen des Zirkels vermindert, so daß dieser leichter mitgeführt werden kann, ist in der EP 0 536 857 B1 enthalten. Diese Konstruktion löst jedoch noch nicht das Problem, daß ein Zirkel im geschlossenen Zustand zwei gleichlange Spitzen hat, die ein Schreiben selbst mit der Schreibspitze nicht erlauben, da entweder die andere Spitze zwischen dem Papier und dieser Spitze liegt oder die Sicht auf diese Spitze verhindert.

Weiter ist die Handhabung ungewohnt, so daß kein schnelles deutliches Schreiben möglich ist.

Die Erfindung hat sich daher zur Aufgabe gesetzt, einen Zirkel derart zu konstruieren, daß der Platzbedarf im geschlossenen Zustand reduziert ist und eine Spitze zum Schreiben in ergonomisch günstiger Weise dargeboten ist.

Erfindungsgemäß wird dies durch die im Hauptanspruch aufgeführten Merkmale gelöst. Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung wieder.

Insbesondere ist vorteilhaft, daß der zweite Schenkel in eine entsprechende Nut im ersten Schenkel vollständig einführbar ist und daß sich ein im wesentlichen runder Querschnitt ergibt. Hierbei hat es sich als besonders günstig erwiesen, daß eine gebremste Mechanik eine Schnellverstellung durch Öffnen der Schenkel möglich macht, und zur Feinverstellung des Zirkels eine Betätigen der Schraubverstellung, durch Verdrehen vorgesehen ist. Die Zirkelspitze wird vorteilhafterweise vor dem Einzug in den geschlossenen Zustand hinter die Mine verschoben. Zudem kann der Zirkel ergonomisch günstiger gehandhabt werden, da er zentral und nicht schleppend geführt wird.

Durch eine Reduzierung der Teile können die Herstellungskosten gesenkt werden.

Dadurch, daß eine Führung für die Stahlspitze des ersten Schenkels vorgeschlagen ist, kann beim Zusammenklappen diese Stahlspitze gegen einen Federdruck in den ersten Schenkel hineingeschoben werden und schiebt sich anschließend beim Aufklappen wieder soweit heraus, bis sie in entsprechenden Rastungen einrastet, aus denen sie leicht wieder eingeschoben werden kann. Eine Skala auf dem ersten Schenkel, die an einem entsprechenden Punkt des Verfahrelementes abgelesen wird, ermöglicht ein Ablesen des Öffnungswinkels bzw. des Öffnungsradius oder des Kreisdurchmessers, der mit dem Zirkel geschlagen werden kann.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus nachfolgender Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung. Dabei zeigt:

Fig. 1 den Zirkel teils in Draufsicht teils im Querschnitt im geöffneten Zustand,

Fig. 2 den oberen Teil des Zirkels im geschlossenen Zustand,

Fig. 3 den zweiten Schenkel im Schnitt,

Fig. 4 eine Draufsicht von oben auf einen geöffneten Zirkel,

Fig. 5 eine Ausschnittsdarstellung aus Fig. 1, in der die beiden Schenkelspitzen kurz vor dem Schließen des Zirkels dargestellt werden,

Fig. 6 einen Querschnitt durch den geschlossenen Zirkel im unteren Spitzenbereich des ersten Schenkels, und

Fig. 7 eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Zirkels in Draufsicht auf den geöffneten Zirkel.

Der in der Fig. 1 dargestellte Zirkel besitzt eine Spindel auf dem ersten Schenkel. Diese ist teils im geschnittenen Zustand dargestellt. Im oberen Bereich des ersten Schenkels 10 ist eine Bohrung 40 zur Aufnahme eines Radiergummis oder dergleichen mit einer Kappe vorgesehen.

In nahezu der gesamten Länge des ersten Schenkels 10 ist eine Nut zur Aufnahme des zweiten Schenkels 12 vorgesehen. Auf der Außenseite des ersten Schenkels ist eine Nutung vorgesehen, der ein Nutstein 18 axial verfahrbar ist. Der Nutstein 18 ist Bestandteil eines Lagerrings, auf dem die eigentliche Spindelmutter des Verfahrelementes 14 mit ihrem Gehäuse drehbar aufsitzt. Gewindeführungselemente, die innen auf der Spindelmutter 14 angebracht sind, bewirken bei einer den Zirkel öffnenden Kraft eine Drehung der Spindelmutter um das Lagerelement 18, an dem der zweite Schenkel 12 angelenkt ist. Zur Feinverstellung wird durch Drehen der Spindelmutter 14 oder des Rades 50 (Fig. 7) der Nutstein 18 in die entsprechende Position gebracht, in der der Zirkel mit richtigen Öffnungswinkeln geöffnet ist.

Weitere Möglichkeiten der Realisation der Schnellverstellung beim Öffnen durch Auseinanderziehen der Schenkel des Zirkels sind: ein Ausrasten der Gewindeführungselemente gegen einen Federdruck, beispielsweise durch Gummiringe, oder durch eine sehr starke z. B. 45° Steigung der Verzahnung, sowie durch die in Fig. 7 dargestellte Möglichkeit eines schrägverzahnten Rades.

Im oberen Bereich des Gehäuses der Spindelmutter ist eine Bremse vorgesehen, die in Form eines dreiteiligen Drehteils 34 (siehe Fig. 2 im Schnitt und Fig. 4 in Draufsicht von oben) ausgeführt ist, die durch Druckfedern 42 gespannt wird. Sie drückt auf die Mantelfläche des Schenkels 10, um einen gewissen Öffnungswinkel zu fixieren, gesichert gegen Herausfallen durch einen sperrenden Ring 43.

Im unteren Bereich erhält der Nutstein 18 eine Achse, mit der die Fallminenhülle eines zweiten Schenkels 12 befestigt ist. In dieser Hülle ist eine handelsübliche Minenmechanik verschraubt, wie in der Fig. 3 gezeigt.

Da diese Mechanik nicht an ihrem hinteren Ende zu betätigen ist, erfolgt die Betätigung durch einen Knebel 20. Oberhalb des Knebels 20 ist in einer bevorzugten Form ein Minenführungsrohr 22 zur Befüllung nach außen verschwenkbar. Zur Abstützung ist die Feinminenhülle mit einer Traverse 30 abgestützt, die auf halber Länge der Hülle und einer Spitze des ersten Schenkels jeweils um parallel zur ersten Schwenkachse verlaufende Achsen 44 verschwenkbar angelenkt ist. Bei Einschwenkung der Stifthülle in den ersten Schenkel wird diese axial neben der Stifthülle eingelagert.

Wie in der Fig. 5 dargestellt, ist das untere Ende des ersten Schenkels 10 schräg geschlitzt, wobei in dieser Schlitzung die Führung 28 für die Spitze 16 des ersten Schenkels 10, insbesondere einer Stahlspitze 32, vorgesehen ist. Eine Druckfeder wirkt auf die Stahlspitze 32 zur Ausschiebung dieser nach unten, wobei jedoch die obere Schlitzungsfläche verzahnt ist und ein Festhalten der Spitze in der ausgefahrenen Endposition bewirkt. Wird jedoch beim Einschwenken eine entsprechend ausgebildete Nase 26 an der Stifthülle in den ersten Schenkel hereingeschwenkt, so wird ein Spitzenhalter aus der Verzahnung 28 gedrückt und ein Verschieben des Spitzenhalters gegen den Federdruck nach innen ist möglich.

Damit verbleibt als einzige nach außen wirksame Spitze die Spitze 24 des vormals zweiten Schenkels 12, der nun in den ersten Schenkel 10 eingelagert ist. Mit dieser kann man wie mit einem normalen Feinminenbleistift schreiben.

In der Fig. 7 ist eine Ausführungsform mit weniger Teilen dargestellt. Der Eingriff der Gewindeführungselemente wird durch ein verzahntes Profil in der Nut und ein in dieser Nut laufendes schrägverzahntes Rad 50 eines Gewindeführungselementes zur Schnellverstellung bewirkt. Der Nutstein, der in der Nut in Längsrichtung verfährt, kann als Blechkäfig ausgeführt werden und lagert das Gewindeführungselement und den Bremsknebel 54, der um den Stifthüllenanlenkpunkt dreht. Somit läßt sich der Bremsknebel 54 zum Arretieren in die Nutung drehen.

Der Spindelmantel ist nur im mittleren Funktionsbereich geschnitten dargestellt und zeigt oben die entsprechende Skala 52, mit der der Öffnungsbereich ablesbar ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Zirkel mit Feinminenführung mit einem ersten, eine Zirkelspitze (16) zu tragenden Schenkel (10), auf dem ein Verfahrelement (14) axial verstellbar gelagert ist, an dem verschwenkbar ein zweiter Schenkel (12) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Schenkel (12) in seinem oberen Ende auf dem Fahrelement angelenkt ist, und in einem Mittenbereich mit einer Traverse (30) an den Spitzenbereich des ersten Schenkels angesetzt ist, wobei Traverse (30) und der zweite Schenkel (12) derart geformt sind, daß sich im Zusammenwirken beim Zusammenklappen mit dem ersten Schenkel (10) eine stiftförmige Form ergibt, in der der erste Schenkel (10) einen großen Teil des Umfangs darstellt.
  2. 2. Zirkel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Schenkel (10) mit einer Gewindeführung versehen ist, die das Verfahrelement (14) bei Verdrehung axial verlagert, wobei der Nutstein (18) durch Gewindeführungselemente mit einer definierten Kraft ausrückbar auf die Spindelgewindenutung gedrückt ist, so daß bei Öffnung des Schenkels (12) sich das Verfahrelement axial schnell verlagert.
  3. 3. Zirkel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem zweiten Schenkel (12) eine Fallminenmechanik mit einem seitlich aus dem zweiten Schenkel (12) herausragenden Knebel (20) zur Betätigung vorgesehen ist.
  4. 4. Zirkel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fallminenmechanik mit einem aus dem zweiten Schenkel herausklappbaren Minenführungsrohr (22) zur Befüllung mit Bleistiftminen versehen ist.
  5. 5. Zirkel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem ersten Schenkel (10) eine Kennzeichnung (52) vorgesehen ist, die gegen einen farbigen Punkt ausgerückt, den Öffnungswinkel darstellt.
  6. 6. Zirkel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Spitze (24) des zweiten Schenkels (12) mit einem Vorsprung (26) versehen ist, der die in einer Führung (28) beweglich gelagerte Spitze (32) des ersten Schenkels (10) beim Zusammenklappen der Schenkel (10 und 12) weiter in den ersten Schenkel (10) hinein verlagert.
  7. 7. Zirkel nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch ein Federelement, das die Stahlspitze (32) des ersten Schenkels (10) nach vorn vorgespannt in der Führung aus der Spitze (16) des ersten Schenkels (10) herausdrängt, bis die entsprechend mit einer Verzahnung versehene Stahlspitze (32) in einer entsprechenden Gegenverzahnung der Führung (28) blockiert.






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