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Dokumentenidentifikation DE69018928T2 21.12.1995
EP-Veröffentlichungsnummer 0425353
Titel Rüttler und Maschine zur Traubenernte mit einem solchen Rüttler.
Anmelder Etablissements Gregoire S.A., Cognac, FR
Erfinder Gregoire, James, F-16100 Cognac, FR
Vertreter Grättinger und Kollegen, 82319 Starnberg
DE-Aktenzeichen 69018928
Vertragsstaaten AT, CH, DE, ES, IT, LI
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 19.10.1990
EP-Aktenzeichen 904029527
EP-Offenlegungsdatum 02.05.1991
EP date of grant 26.04.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.12.1995
IPC-Hauptklasse A01D 46/28

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schüttler, der insbesondere zur Ausstattung einer Weinleseiaschine bestimmt ist. Aus dem Stand der Technik sind viele Modelle von Schüttlern bekannt, die im allgemeinen von einer flexiblen Stange aus Glasfaser oder Kunststoff gebildet sind. Diese flexible Stange ist mit einer schwingenden Halterung verbunden. Das freie Endstück dieser Stange wirkt gegen die Trauben oder Früchte in der Weise, daß es deren Herunterfallen verursacht. Solche Schüttler sind üblicherweise auf selbstfahrenden Weinlesemaschinen montiert. Der Arbeitstakt der Schüttler ist selbstverständlich an die Fortbewegungsgechwindigkeit der mit ihnen ausgestatteten Weinlesemaschinen gebunden, und es ist üblich, daß die schwingende Halterung mit hohen Geschwindigkeiten von etwa 350 bis 450 Zyklen je Minute angetrieben wird.

Bei solchen Geschwindigkeiten sind die Bewegungen des freien Endstücks des flexiblen Schüttlers schlecht zu kontrollieren und dieses Endstück verhält sich gegenüber der Pflanze in sehr aggressiver Weise. Die eine aus dem Stand der Technik bekannte flexible Stange verwendenden Schüttler verursachen insbesondere schwere Schäden wie z.B. übermäßiges Entlauben, Bruch der Rebe oder der Weinstockzweige. Dies führt selbstverständlich zu einer Verkürzung der Lebensdauer der Pflanze.

Bei bestimmten, aus dem Stand der Technik bekannten Schüttlern wird diese Erscheinung durch die Verwendung eines Ansatzstücks aus Stahl verstärkt, das die Abnutzung des den aktiven Bereich bildenden freien Endstücks begrenzen soll.

Im Stand der Technik, insbesondere in der französischen Patentanmeldung 2.605.488 ist auch vorgeschlagen worden, den flexiblen Schüttler an einer senkrechten, mit einer Schwingbewegung angetriebenen Halterung zu montieren. Die beiden Endstücke einer flexiblen Stange sind mit dieser senkrechten Halterung verbunden. Zwar ermöglicht es diese Vorrichtung, die unkontrollierte Bewegungen des freien Endstücks eines flexiblen Schüttlers zu vermeiden, weist aber eine große Trägheit auf, welche sie mit den kurzen, bei schnellen Maschinen erforderlichen Arbeitstakten kompatibler macht. Außerdem macht diese Ausführungsform eine parabelförmige Krümmung notwendig, die zu einer Mittelebene zwischen den beiden Befestigungsflanschen der flexiblen Stange an der senkrechten Halterung zentriert ist, eine Gestalt, die für einen Schüttler nicht optimal ist.

Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, die Aggressivität der flexiblen Schüttler zu mindern und den Wirkungsgrad der auf diese Weise ausgestatteten Weinlesemaschine zu erhöhen.

Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere einen Schüttler, dessen flexible Stange einen sich im wesentlichen in Längsrichtung erstreckenden ersten Abschnitt aufweist, von dem ein Ende mit der schwingenden Halterung verbunden ist und das andere, freies Ende genannte Ende durch einen zweiten Abschnitt verlängert ist, welcher um etwa 180º auf die dem Bewuchs abgewandte Seite gebogen ist, wobei dieser zweite Abschnitt seinerseits durch einen dritten Abschnitt verlängert ist, welcher sich im wesentlichen in Längsrichtung erstreckt und dessen Ende mit einem Festpunkt an der Schwingachse verbunden ist. Der auf diese Weise ausgebildete Schüttler weist ein einziges flexibles Bauteil auf, was seine Herstellung vereinfacht und eine größere Betriebssicherheit sicherstellt. Der erste Abschnitt ist, vom Bewuchs her gesehen, vorzugsweise konvex, wobei sein freies Endstück bei Berührung mit dem Bewuchs zu diesem im wesentlichen tangential ist.

Die drei Abschnitte sind mit Vorteil durch Thermoverformung einer flexiblen Stange hergestellt.

Gemäß einer Variante ist die flexible Stange aus einem mehrschichtigen Glasfaserverband hergestellt. Entsprechend einer anderen Variante ist die flexible Stange aus einer Platte quer flexiblen Werkstoffs herausgeschnitten.

In einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Stange aus Polyamid, Glasfaser, KEVLAR (eingetragenes Warenzeichen), Ertalon (eingetragenes Warenzeichen) oder aus einem elastisch verformbaren Metall wie Federstahl oder korrosionsbeständiger Stahl hergestellt.

Vorteilhafterweise weist die schwingende Halterung eine erste Haltemuffe für das Endstück des ersten Abschnitts und eine zweite Haltemuffe für das Endstück des dritten Abschnitts auf.

Gemäß einer weiteren Variante ist wenigstens eine der Haltemuffen axial beweglich und weist Mittel zum Verriegeln auf der schwingenden Halterung auf.

Entsprechend einer anderen Variante ist das in die entsprechende Muffe eindringende Stück vom Endstück wenigstens eines der Abschnitte einstellbar und verriegelbar.

Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Weinlesemaschine, die solche Schüttler verwendet.

Ein besseres Verständnis der vorliegenden Erfindung ergibt sich aus der Lektüre der nachstehenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnung, in der die Fig. 1 eine Draufsicht eines Schüttlers in einer Variante zur Verbesserung der Kinematik dieses Schüttlers darstellt.

Der in Fig. 1 dargestellte Schüttler ist von einer flexiblen Stange 1 gebildet, die einen im wesentlichen geraden ersten Abschnitt 20, einen um etwa 180º gekrümmten zweiten Abschnitt 21 und einen im wesentlichen geraden dritten Abschnitt 22 umfaßt.

Der erste Abschnitt 20 weist an seinem freien Endstück 23 einen, vom Bewuchs 24 her gesehen, konvexen Abschnitt auf. Dieser konvexe Abschnitt 23 ist bei Anlage des Schüttlers am Bewuchs im wesentlichen tangential zur Mittellinie 25 des Bewuchses 24 gerichtet. Dieser erste Abschnitt 20 setzt sich in einem zweiten Abschnitt 21 fort, der einen Winkel von etwa 180º bildet, welcher gegen die dem Bewuchs abgewandte Seite gerichtet ist. Der dritte Abschnitt 22 ist an diesen gekrümmten zweiten Abschnitt 21 angeschlossen und weist ein mit der schwingenden Halterung 2 fest verbundenes Endstück auf.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel besteht die flexible Stange aus ERTALON (eingetragenes Warenzeichen), das insbesondere von der Firma Cestidur vertrieben wird. Die Krümmung der flexiblen Stange wird durch thermische Verformung erreicht, indem die Stange aus ERTALON in kochendes Wasser getaucht wird. Die schwingende Halterung weist eine erste Muffe 27 auf, in die eines der Endstücke der flexiblen Stange eingeschoben ist. Das andere Endstück ist in einer zweiten Muffe 28 aufgenommen. Die Muffen weisen Verriegelungsschrauben 29, 30 auf, die eine feste Verbindung der flexiblen Stange mit der schwingenden Halterung ermöglichen, wenn letztere in Stellung gebracht ist. Durch Längsverschieben des einen oder des anderen Endstücks kann die Krümmung des ersten Abschnitts 20 der flexiblen Stange und somit der Eingriffswinkel des freien Endstücks am Bewuchs verändert werden.

Außerdem weist die schwingende Halterung eine Einstellschraube 31 auf, welche die Einstellung des Relativwinkels zwischen der Längsachse 32 des ersten Abschnitts 20 der flexiblen Stange und der Längsachse 33 des dritten Abschnitts 22 der flexiblen Stange ermöglicht. Durch das Einstellen dieses Winkels 34 wird selbstverständlich auch der Winkel zwischen jeder der Längsachsen 32, 33 und der Mittellängsachse 35 des Schüttlers 1 eingestellt.

Der Schubmodul, insbesondere der Elastizitätsmodul in der waagerechten Ebene der den Schüttler bildenden flexiblen Stange ist so gewählt, daß die durch die Berührung des freien Endstücks mit dem Bewuchs hervorgerufenen Stöße von der flexiblen Stange aufgenommen werden, letztere aber im wesentlichen ihre Anfangsgestalt bewahrt. Der Schubmodul in der senkrechten Ebene ist so gewählt, daß die flexible Stange 1 sich selbst trägt, und daß ihr freies Endstück im wesentlichen in der Ebene bleibt, die durch die Längsachsen 32 und 33 der Muffen 28 und 29 geht. Die beiden Schubmodule sind gleich, wenn die Stange aus einem homogenen Werkstoff hergestellt ist, können aber verschieden sein, wenn sie aus einem Schichtwerkstoff oder aus Vielschicht- oder Vielfaserverbänden geschnitten ist.

Die vorliegende Erfindung wurde im Vorstehenden anhand eines nicht einschränkenden Beispiel beschrieben. Es versteht sich, daß der Fachmann in der Lage ist, viele Varianten der vorliegenden Erfindung herzustellen, ohne daß Weiterentwicklungen notwendig wären. Insbesondere können die Mittel zum Einstellen der Länge der Verbindungsstange durch ein Gewindesystem ersetzt werden, das mit dem Gewinde der Befestigungsschale oder mit einer Einstellmutter zusammenwirkt, die am Endstück der Verbindungsstange befestigt ist.


Anspruch[de]

1. Schuttler, insbesondere für Weinlesemaschine vom Typ umfassend eine flexible Stange, deren eines Ende mit einer schwingende Halterung (2) verbunden ist, welche von einer vertikalen Achse angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, daß die flexible Stange einen ersten, sich im wesentlichen in Längsrichtung erstreckenden ersten Abschnitt (20) aufweist, dessen eines Ende mit der schwingenden Halterung (2) zusammenwirkt und dessen anderes Ende sich um einen zweiten Abschnitt (21) verlängert, welcher um etwa 180º auf der dem Bewuchs (24) abgewandten Seite gebogen ist, und wobei dieser zweite Abschnitt sich seinerseits um einen dritten Abschnitt (22) verlängert, welcher sich im wesentlichen in Längsrichtung erstreckt und dessen Ende mit der Schwingachse zusammenwirkt.

2. Schüttler, insbesondere für eine Weinlesemaschine, gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die dtei Abschnitte (20, 21, 22) durch Thermoformung einer flexiblen Stange gebildet sind.

3. Schüttler, insbesondere für eine Weinlesemaschine, gemäß einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die flexible Stange aus ,Glasfaser, Polyamid, KEVLAR, ERTALON oder einem elastisch verformbaren Metall hergestellt ist.

4. Schüttler, insbesondere für eine Weinlesemaschine, gemäß einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die flexible Stange aus einer Platte aus quer flexiblem Material herausgeschnitten ist.

5. Schüttler, insbesondere für eine Weinlesemaschine, gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die schwingende Halterung (2) eine erste Haltemuffe (27) zum Zusammenwirken mit dem Ende des ersten Abschnitts (20) und eine zweite Haltemuffe (28) zum Zusammenwirken mit dem Ende des dritten Abschnitts (22) aufweist.

6. Schüttler, insbesondere für eine Weinlesemaschine, gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die schwingende Halterung (2) Mittel (31) zum Verstellen des Winkels aufweist, welcher von der Längsachse (32) der mindestens einen Haltemuffe (27, 28) und der mittleren Längsachse (35) des Schüttlers gebildet ist.

7. Schüttler, insbesondere für eine Weinlesemaschine, gemäß einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der Muffen (27, 28) axial beweglich gegenüber der schwingenden Halterung (2) ist und Verriegelungsmittel aufweist.

8. Schüttler, insbesondere für eine Weinlesemaschine, gemäß einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Ende eines der Abschnitte (20, 22) in die entsprechende Haltemuffe (27, 28) um eine einstellbare Länge hineindringt, wobei das Ende des genannten Abschnitts gegenüber der entsprechenden Haltemuffe verriegelt werden kann.

9. Weinlesemaschine umfassend wenigstens einen Schüttler gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche.







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