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Dokumentenidentifikation DE4423977A1 11.01.1996
Titel Verfahren zur Herstellung von verarbeitungsfertigem Gußasphalt
Anmelder Silo-Estrich GmbH & Co. Vertriebs KG, 91301 Forchheim, DE
Erfinder Badum, Georg, 91301 Forchheim, DE
Vertreter Patentanwälte Rau, Schneck & Hübner, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 07.07.1994
DE-Aktenzeichen 4423977
Offenlegungstag 11.01.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.01.1996
IPC-Hauptklasse E01C 19/08
IPC-Nebenklasse E01C 19/05   E01C 7/22   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Herstellung von verarbeitungsfertigem Gußasphalt ist zur Erzielung einer Energieeinsparung und einer einfacheren, gefahrloseren und schnelleren Verarbeitung vorgesehen, daß die Gußasphaltkomponenten kalt in wenigstens einem Vorratsbehälter zur Baustelle transportiert werden, daß sie nach der Entnahme aus dem Vorratsbehälter einer Mischeinrichtung zugeführt und gemischt und anschließend über einen druckluftbeaufschlagten Transportschlauch zum Verarbeitungsbereich transportiert werden, wobei sie dort in wenigstens einer beheizbaren Mischschnecke aufgeheizt und in den flüssigen Zustand überführt werden und dann austragsseitig der verarbeitungsfertige Gußasphalt entsprechend dem anfallenden Bedarf entnommen wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zur Herstellung von verarbeitungsfertigem Gußasphalt.

Unter Gußasphalt versteht man eine hohlraumfreie und dichte Masse aus Füller (Steinmehl), Sand, Splitt und gegebenenfalls Kies sowie dem als Bindemittel verwendeten Bitumen. Der Bindemittelgehalt wird auf die Hohlräume der Mineralmasse so abgestimmt, daß diese im verarbeiteten Endzustand ausgefüllt sind und ein für die Verarbeitbarkeit erforderlicher geringer Überschuß an Bindemittel vorhanden ist. Beispielsweise wird eine Zusammensetzung von 10% Bitumen, 20% Kalksteinmehl, 30% Splitt und 40% Sand gewählt. Ein derartiges Gemisch ist im heißen Zustand gieß- und streichfähig. Eine Nachverdichtung ist nicht erforderlich.

Bitumen wird bei der Aufbereitung von Erdölen gewonnen. Füller besteht vorzugsweise aus gemahlenem Kalkstein mit einem Durchmesser < 0,09 mm.

Gußasphalt wird verwendet im Wohnungsbau, beim Bau von Kauf- und Geschäftshäusern, in Verwaltungs- und Militärbauten, Industrie- und Lagerhallen, für Naßräume, bei Stallanlagen, für Sport- und Mehrzweckhallen und schließlich für Tiefgaragen und Parkhäuser. Darüber hinaus findet Gußasphalt auch eine Anwendung im Freien, z. B. für Parkflächen und Dachbeläge.

Zum Zweck der Wärme- und Schalldämmung wird Gußasphalt als schwimmender Estrich in einer Mindestdicke von 20 bis 25 mm auf Dämm-Matten verlegt. Als Industriefußboden baut man Gußasphalt als einfachen Estrich je nach Beanspruchung in einer Dicke von 25 bis 50 mm ein. Hieraus wird deutliche, daß bei großflächigen Böden, wie z. B. für Lagerhallen od. dgl., ganz erhebliche Asphaltmengen transportiert und verarbeitet werden müssen.

Dies wird herkömmlicherweise so bewerkstelligt, daß eine herstellerseitige Mischung aller eingangs genannter Komponenten vorgenommen wird, wobei diese Mischung dann durch Erhitzen in einen fließfähigen Zustand versetzt und in beheizbaren Transportbehältern mittels Spezialfahrzeugen zur Baustelle gebracht wird. Dort wird der flüssige Asphalt eimerweise aus dem beheizten Vorratsbehälter entnommen und zum Ort der Verarbeitung getragen.

Gerade bei Großbaustellen bzw. bei mehrgeschossigen Baustellen erweist sich dieser von Hand bewerkstelligte Transport als außerordentlich zeit- und kostenaufwendig, wobei für die transportierenden Personen zudem die Gefahr besteht, daß sie sich Verbrennungen zuziehen oder aufgrund der auf die zu transportierenden Eimer verwendeten Aufmerksamkeit fallen.

Weiterhin ist ein relativ hoher Energieaufwand dafür erforderlich, daß ständig die gesamte zu verarbeitende Charge geheizt werden muß, und zwar ausgehend vom Zulieferbetrieb bis zur Verarbeitung des letzten Eimers. Letztlich wird noch die Verlegegeschwindigkeit dadurch begrenzt, daß das den Gußasphalt verlegende Personal auf eine Nachlieferung angewiesen ist.

Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß eine energiesparendere, einfachere und schnellere Aufbereitung und Verarbeitung des Gußasphalts realisierbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Gußasphaltkomponenten kalt in wenigstens einem Vorratsbehälter zur Baustelle transportiert werden, daß sie nach der Entnahme aus dem Vorratsbehälter einer Mischeinrichtung zugeführt und nochmals gemischt und anschließend über einen druckluftbeaufschlagten Transportschlauch zum Verarbeitungsbereich transportiert werden, wobei sie dort in wenigstens einer beheizbaren Mischschnecke aufgeheizt und in den flüssigen Zustand überführt werden und dann austragsseitig der verarbeitungsfertige Gußasphalt entsprechend dem anfallenden Bedarf entnommen wird.

Dementsprechend entfällt der herkömmliche von Hand bewerkstelligte Transport des heißen Asphalts mit den damit verbundenen Gefahren und dem damit einhergehenden Zeitaufwand und außerdem wird nicht ständig ein erheblicher Vorrat aufgeheizt, sondern nach Art eines Durchlauferhitzers nur diejenige Menge, die auch wirklich und unmittelbar anschließend verarbeitet wird.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß als wenigstens ein Vorratsbehälter ein Mehrkammersilo verwendet wird. Derartige Mehrkammersilos sind für die Bevorratung von Komponenten von Mörtel oder Estrich an sich bekannt. Dementsprechend stehen bewährte und praxiserprobte Transportsysteme zur Verfügung, wobei der Einsatz solcher Mehrkammersilos für die Herstellung von Gußasphalt neue Perspektiven eröffnet.

Günstigerweise ist vorgesehen, daß in einer Kammer bzw. einem Teil-Vorratsbehälter eine Vormischung von Bitumenpartikeln und Steinmehl, insbesondere Kalksteinmehl, vorrätig gehalten wird. Diese Mischung wird günstigerweise so erstellt, daß das Kalksteinmehl die Bitumenpartikel umgibt.

Hierdurch entsteht eine Masse, welche eine optimale Handhabbarkeit und Transportfähigkeit einerseits und andererseits ein besonders günstiges Verhalten beim Erwärmen und Verflüssigen aufweist.

Diese Vormischung kann so hergestellt werden, daß der Bitumen mittels einer Mühle od. dgl. aufgebrochen wird, und daß das Steinmehl dann in einem Mischer zugemischt wird.

Alternativ kann auch vorgesehen sein, daß der Bitumen verflüssigt wird, wobei der flüssige Bitumen dann tropfenförmig in Steinmehl eingebracht wird, welches während des Eintropfens des flüssigen Bitumens durch eine Mischeinrichtung bewegt wird. Dabei kann zur Erzeugung von Tropfen flüssigen Bitumens ein Sieb bzw. Gitter verwendet werden.

Die Komponenten dieser Teilmischung können, ohne zu verkleben, zusammen mit den anderen Komponenten, wie z. B. Splitt, über den Druckluftschlauch problemlos in den Verarbeitungsbereich transportiert werden.

Dort ist dann vorgesehen, daß die verarbeitungsseitige Mischeinrichtung auf Temperaturen über 250°, insbesondere elektrisch, beheizt wird, wodurch dann die Komponenten gleichzeitig vermischt und verflüssigt werden, so daß unmittelbar anschließend eine Verarbeitung erfolgen kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung von verarbeitungsfertigem Gußasphalt, dadurch gekennzeichnet, daß die Gußasphaltkomponenten kalt in wenigstens einem Vorratsbehälter zur Baustelle transportiert werden, daß sie nach der Entnahme aus dem Vorratsbehälter einer Mischeinrichtung zugeführt und gemischt und anschließend über einen druckluftbeaufschlagten Transportschlauch zum Verarbeitungsbereich transportiert werden, wobei sie dort in wenigstens einer beheizbaren Mischschnecke aufgeheizt und in den flüssigen Zustand überführt werden und dann austragsseitig der verarbeitungsfertige Gußasphalt entsprechend dem anfallenden Bedarf entnommen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als wenigstens ein Vorratsbehälter ein Mehrkammersilo verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Kammer bzw. einem Teil-Vorratsbehälter eine Vormischung von Bitumenpartikeln und Steinmehl, insbesondere Kalksteinmehl, vorrätig gehalten wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Kalksteinmehl die Bitumenpartikel umgibt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung aus Bitumen und Steinmehl dadurch hergestellt wird, daß der Bitumen mittels einer Mühle od. dgl. aufgebrochen wird, und daß das Steinmehl dann in einem Mischer zugemischt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Bitumen verflüssigt wird, wobei der flüssige Bitumen dann tropfenförmig in Steinmehl eingebracht wird, welches während des Eintropfens des flüssigen Bitumens durch eine Mischeinrichtung bewegt wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung von Tropfen flüssigen Bitumens ein Sieb bzw. Gitter verwendet wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die verarbeitungsseitige Mischeinrichtung auf Temperaturen über 250°, insbesondere elektrisch, beheizt wird.






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