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Dokumentenidentifikation DE4425176A1 18.01.1996
Titel Rangiertechnisches Verfahren für das Fördern der Wagen und Bilden der Züge mit gleisfahrbaren Fördermaschinen
Anmelder Deutsche Bahn AG, 10365 Berlin, DE
Erfinder Peter, Jürgen, Dr.-Ing., 31515 Wunstorf, DE;
Paech, Ralf, 49419 Wagenfeld, DE;
Holtz, Reinhold, 32130 Enger, DE
DE-Anmeldedatum 16.07.1994
DE-Aktenzeichen 4425176
Offenlegungstag 18.01.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.01.1996
IPC-Hauptklasse B61J 3/12
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein rangiertechnisches Verfahren, mit dem es ermöglicht wird, das Sammeln der Wagen in den Richtungsgleisen und die Fertigstellung der Züge wirtschaftlicher und schneller zu gestalten.
Dies wird erreicht durch den Einsatz gleisfahrbarer, funkferngesteuerter, mit eigenem Antrieb ausgerüsteter Fördermaschinen, die sich an der Talseite der Wagensäule befinden und die Wagen in den Richtungsgleisen der Zugbildungsanlage fördern, beidrücken, für das Anlaufen weiterer Wagen positionieren, bremsen, gegen Entlaufen halten und gegebenenfalls in die Ausfahrgruppe umsetzen.
Die Fördermaschinen sind zudem mit Anlagen für das Befüllen der Bremsanlagen, das Betätigen der Bremsen der Eisenbahnwagen sowie über Funk steuerbaren oder automatisch arbeitenden Rangierkupplungen ausgerüstet. Die Fördermaschinen verfügen ferner über Einrichtungen zur Geschwindigkeits- und Wegmessung.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein rangiertechnisches Verfahren, mit dem das Sammeln der Wagen in den Richtungsgleisen und die Fertigstellung der Züge wirtschaftlicher gestaltet werden können.

In den Richtungsgleisen der Zugbildungsanlagen müssen die Abläufe gefördert, kuppelreif beigedrückt und gekuppelt werden. Danach erfolgt - entweder bereits in den Richtungsgleisen oder sonst nach Überführung in die Ausfahrgruppe in den Ausfahrgleisen - die Fertigstellung der Züge. Dazu gehören das Füllen der Bremsanlagen der Eisenbahnwagen, die Bremsprobe und gegebenenfalls die wagentechnische Untersuchung.

Das kuppelreife Sammeln in den Richtungsgleisen kann durch Anlaufen an die bereits stehende Wagensäule, durch Beidrücken mit Loks oder durch Fördern und Beidrücken mit Förderanlagen bewirkt werden. In Gefälle-Bahnhöfen laufen die Wagen durch die Schwerkraft kuppelreif zusammen und müssen dabei gebremst werden.

Das Kuppeln kann erst erfolgen, wenn die Wagen kuppelreif stehen und größere Verschiebungen der Wagensäule während des Kuppelns ausgeschlossen werden können.

Nach dem Kuppeln wird der Wagenzug in der Regel in die Ausfahrgruppe überführt. Dort - oder auch in der Richtungsgruppe, wenn die Züge aus ihr direkt ausfahren - werden die Züge fertiggestellt.

Die bisher angewandten Verfahren, welche beispielsweise in den Aufsätzen

  • - Rangiertechnik, Sonderausgabe der Eisenbahntechnischen Rundschau, Hefte 12 (1952) bis 23 (1963),
  • - Rangiertechnik, Hefte 24 (1964) bis 31 (1971),
  • - Rangiertechnik und Gleisanschlußtechnik, Hefte Ausgabe 1972 bis 1975 und Hefte 36 (1965/77 bis 51 (1991) und
  • - Transport und Umschlagtechnik, Hefte 52 (1992) bis 54 (1994) erläutert sind, sind zeit- und kostenaufwendig.


Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Sammeln der Wagen in den Richtungsgleisen und die Fertigstellung der Züge wesentlich wirtschaftlicher zu gestalten sowie den Zeitaufwand und damit die Wagenumlaufzeiten erheblich zu reduzieren. Dies wird mit dem Verfahren "Fördern und Zugbilden mit Fördermaschinen" erreicht.

Die Fördermaschinen sind gleisfahrbare, mit einem Antrieb und einer Bremsanlage ausgerüstete, funkferngesteuerte Fahrzeuge. Sie werden in den Richtungsgleisen so positioniert, daß die Abläufe nach kurzem freien Lauf in den Richtungsgleisen an sie oder an die von ihnen gehaltenen Wagensäulen anlaufen. Dabei müssen die Abläufe am Anfang der Richtungsgleise so gebremst werden, daß sie mit einer zulässigen Geschwindigkeit, bei der keine Schäden an den Wagen und Ladungen entstehen, anlaufen.

Nach dem Anlaufen werden die Wagen gekuppelt und die Luftleitungen verbunden. Bei Wagen mit Schraubenkupplung werden dafür Kuppler eingesetzt. Wagen mit automatischer Kupplung kuppeln selbsttätig. Bis zur Einführung einer automatischen Kupplung für die Güterwagen werden die Fördermaschinen mit einer Rangierkupplung ausgerüstet, die über Funk ferngesteuert wird oder automatisch kuppelt.

Nach dem Kuppeln zieht die Fördermaschine die Wagensäule weiter und positioniert sie für das Anlaufen der nächsten Abläufe. Die Fördermaschine wird dabei über Funk ferngesteuert, und zwar entweder von einem Mitarbeiter über ein Steuerpult oder prozeßgesteuert von einem Rechner. Der Rechner erhält die erforderlichen Daten aus der Zerlegeliste, errechnet die Bewegungen der Fördermaschine und löst - gegebenenfalls nach Freigabe durch den an der Wagensäule tätigen Mitarbeiter - die Bewegung der Fördermaschine automatisch aus.

Für die Positionierung und die Ermittlung der freien Gleislänge sind die Fördermaschinen mit Geschwindigkeits- und Wegmeßeinrichtungen ausgerüstet.

Die Geschwindigkeits- und Wegmeßdaten werden funktechnisch übertragen. Die Grundstellung der Wegmessung und die Spitzensicherung werden durch Kontakte in den Gleisen gewährleistet.

Sobald die ersten Wagen an die Fördermaschine und untereinander gekuppelt sind, werden die Luftleitungen verbunden und die Bremsanlagen der Wagen gefüllt. Die Fördermaschinen sind dazu mit Kompressoranlagen ausgestattet. Auch alle anderen Arbeiten für das Fertigstellen der Züge werden während des Sammelns der Wagen in den Richtungsgleisen ausgeführt.

In Richtungsgleisen mit stärkerem Gefälle kann die Gefällekraft schwerer Züge so groß werden, daß die Bremskraft einer Fördermaschine allein nicht ausreicht. Dann muß zusätzlich mit den Bremsen bereits gekuppelter Wagen gebremst werden. Dazu sollen die Fördermaschinen mit einer geeigneten Bremseinrichtung ausgestattet werden, die ebenfalls über Funk ferngesteuert oder automatisch ausgelöst wird.

Das Verfahren "Fördern und Zugbilden mit Fördermaschinen" ist in Richtungsgleisen mit unterschiedlichen Neigungen anwendbar. Dadurch werden die Aufwendungen für größere Gradientenänderungen der Richtungsgleise sowie für die Bremsung der Güterwagen mit Bremselementen eingespart.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil des Verfahrens "Fördern und Zugbilden mit Fördermaschinen" gegenüber den bisher angewandten Verfahren besteht darin, daß die Fertigstellung der Züge in den Richtungsgleisen während des Zulaufes von Wagen erfolgt. Dadurch kann die Aufenthaltszeit der Wagen in den Rangierbahnhöfen entscheidend verkürzt werden.

Schließlich können alle Züge, die nicht entgegen der Arbeitsrichtung der Zugbildungsanlage ausfahren müssen, unmittelbar aus der Richtungsgruppe ausfahren. Dadurch kann ein Teil der Ausfahrgleise entfallen.


Anspruch[de]
  1. 1. Rangiertechnisches Verfahren für das Fördern der Wagen und Bilden der Züge, dadurch gekennzeichnet, daß die Wagen in den Richtungsgleisen der Zugbildungsanlage durch gleisfahrbare, mit Antrieben ausgerüsteten Fördermaschinen, die sich an der Talseite der Wagensäule befinden, gefördert, beigedrückt, für das Anlaufen weiterer Wagen positioniert, gebremst und gegen Entlaufen gehalten werden.
  2. 2. Rangiertechnisches Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fördermaschinen für die Positionierung, Spitzensicherung und Laufwegverfolgung mit Geschwindigkeits- und Wegmeßeinrichtungen ausgerüstet sind.
  3. 3. Rangiertechnisches Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fördermaschinen mit Anlagen für das Befüllen und Betätigen der Bremsanlagen der Eisenbahnwagen ausgestattet sind.
  4. 4. Rangiertechnisches Verfahren, nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fördermaschinen mit über Funk steuerbaren oder automatisch kuppelnden Rangierkupplungen ausgestattet sind.
  5. 5. Rangiertechnisches Verfahren, nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Fördermaschinen die Züge, soweit erforderlich, in die Ausfahrgruppe umsetzen.
  6. 6. Rangiertechnisches Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß alle Funktionen der Fördermaschinen über Funk gesteuert und alle Meßdaten der Fördermaschinen funktechnisch übertragen werden.






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