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Dokumentenidentifikation DE19509189C1 01.02.1996
Titel Schwimmender Sinterdrehkühler
Anmelder MAN Gutehoffnungshütte AG, 46145 Oberhausen, DE
Erfinder Fischer, Rudolf, 46286 Dorsten, DE;
Siegert, Erwin, 46145 Oberhausen, DE
DE-Anmeldedatum 14.03.1995
DE-Aktenzeichen 19509189
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.02.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.02.1996
IPC-Hauptklasse C22B 1/26
IPC-Nebenklasse F27B 21/08   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen schwimmenden Sinterdrehkühler, der aus einem kreisrunden Schwimmkörper (4) besteht, auf dem der Kühlerschacht (2) mit seinem Teller (3) befestigt ist, wobei mindestens drei elastisch bereifte Tragräder (5) mit horizontaler Drechachse unter dem Teller (3) des Sinterdrehkühlers angeordnet sind. Mindestens eines der Tragräder (5) ist mit einem Antrieb (7) ausgerüstet.
Unterhalb des Tellers (3) sind ferner mindestens drei elastisch bereifte Führungsräder (6) mit vertikaler Drehachse am Umfang des Schwimmkörpers (4) angeordnet.
Der Schwimmkörper (4) schwimmt auf einer Flüssigkeit (8) in einer Schwimmerwanne (9).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Sinterdrehkühler, der mit seinem kreisrunden Schwimmkörper in einer flüssigkeitsgefüllten Schwimmerwanne bewegt wird.

Sinterdrehkühler werden in einer Hüttenwerks- Sinteranlage im Anschluß an ein Sinterband angeordnet, um den bis zu ca. 1200°C heißen Erzsinter auf eine transportgerechte Temperatur abzukühlen. Dazu wird ein gasförmiges Kühlmedium, beispielsweise Luft, durch den Erzsinter geblasen oder gesaugt.

Sinterkühler bestehen im wesentlichen aus einem ringförmigen Schacht, in den der heiße Erzsinter von oben eingefüllt wird. Den Boden des Schachtes bildet ein Teller, von dem der abgekühlte Sinter durch einen Abstreifer nach außen abgezogen wird. Schacht und Teller sind um eine vertikale Achse drehbar gelagert, im allgemeinen entweder mit Laufrädern auf einer Kreisschiene oder auf einem großen Wälzlager.

Nach der DE-OS 26 40 986 ist ein Sinterkühler bekannt, bei dem unter dem Teller ein kreisrunder Schwimmkörper angeordnet ist, der in einer Flüssigkeit schwimmt. Dieser Kühler weist auch eine Kreisschiene auf, der horizontale Führungsrollen und Vertikalrollen an einem Rollenbock zugeordnet sind. Für den Antrieb ist ein Antriebsritzel vorhanden. Ferner weist der Kühler eine das Volumen des Auftriebsmediums steuernde Druckmeßvorrichtung auf.

Die Last der Sinterfüllung und das Eigengewicht des Drehkühlers ruhen mindestens teilweise auf dem Schwimmkörper. Die zusätzlich notwendigen Tragrollen und Führungsrollen liegen an der Kreisschiene an, wobei die Führungsrollen die Aufgabe übernehmen, den Sinterdrehkühler in horizontaler Richtung zu fixieren.

Die Kreisschiene muß wegen der wandernden Stützkrafteinleitung und der kleinen Auflageflächen hinreichend steif ausgebildet und genau bearbeitet sein. Sie muß auch auf die Dauer kreisrund bleiben und deshalb vielfältig nachrichtbar sein. Auch die Tragrollen und die Führungsrollen müssen genau ausgerichtet werden, weil sonst Schubkräfte auftreten, die mit hohem Verschleiß verbunden sind. Zum Antrieb des Drehkühlers ist ein formschlüssiger Drehantrieb mit Zahnrad bzw. Triebstockverzahnung erforderlich.

Aufgabe der Erfindung ist es, die Lagerung und den Antrieb eines schwimmenden Sinterdrehkühlers nach dem Stand der Technik so zu verbessern, daß die aufgeführten Nachteile vermieden, eine konstruktiv einfache Lagerung und ein energiesparender sowie verschleißarmer Antrieb geschaffen wird.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale des Hauptanspruches, die Merkmale der Unteransprüche dienen der weiteren, vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung.

Erfindungsgemäß wird daher ein Teil der Unterseite des Tellers, auf dem der Sinter zur Kühlung aufliegt, als ebene Laufbahn ausgebildet. Auf eine Schiene wie beim Drehkühler nach dem Stand der Technik wird verzichtet. Tragräder mit horizontaler Drehachse, die einen Teil der vertikalen Last des Sinterdrehkühlers aufnehmen, sind unter dieser ringförmigen Fläche des Tellers angeordnet. Die Führungsräder mit vertikaler Drehachse rollen direkt an der zylindrischen Wand des Schwimmkörpers ab.

Die vorhandenen Unebenheiten bzw. Rundheitsabweichungen sind unschädlich, wenn elastisch bereifte Räder, z. B. handelsübliche luftbereifte Fahrzeugräder, verwendet werden. Da diese sich elastisch verhalten und eine große Auflagefläche haben, sind die Steifigkeitsanforderungen an die jeweilige Laufbahn gering.

Da der größere Teil des Kühlergewichts durch den Flüssigkeitsauftrieb kompensiert wird und der Kühler sich nur langsam dreht, ist der Reibungswiderstand klein und ebenso die zur Drehung des Kühlers erforderliche Umfangskraft.

Auf den bei Sinterdrehkühlern üblichen formschlüssigen Drehantrieb, beispielsweise eine Triebstockverzahnung, wird verzichtet. Wenn einige der elastisch bereiften Tragräder angetrieben wird, genügt deren Umfangsreibkraft zur Drehung des Kühlers.

Aus der DE-OS 24 40 986 ist grundsätzlich eine das Volumen des Auftriebsmediums für den Schwimmkörper steuernde Druckmeßvorrichtung bekannt. Für den erfindungsgemäßen schwimmenden Sinterdrehkühler zeigt sich somit eine gute Möglichkeit, die Last der Tragräder der gegebenenfalls veränderlichen Nutzlast durch unterschiedliche Sinterfüllung des Drehkühlers anzupassen bzw. sie konstant zu halten. Dazu müssen die Tragräder elastisch gelagert, ihr Einfederungsweg registriert und davon abhängig die Flüssigkeitsfüllung der Schwimmerwanne verändert werden.

Diese Regelungsmöglichkeit kann auch dazu verwendet werden, die Belastung der Antriebsräder einem möglicherweise wechselnden Abstreiferwiderstand anzupassen, weil die übertragbare Umfangskraft mit der radialen Radlast steigt.

Die Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegen im einfacheren Aufbau des Sinterdrehkühlers, im geringeren Gewicht der drehenden Teile und in den geringeren Kosten für Herstellung und Wartung. Es entfällt die Schiene und ihre Halterung sowie ein gesonderter Antrieb. Die leicht zugänglichen, elastischen- bzw. gummibereiften Räder sind in der Fahrzeugindustrie übliche Serienerzeugnisse.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer einzigen schematischen Patentfigur näher erläutert.

Der schwimmende Sinterdrehkühler besteht aus einem kreisrunden Schwimmkörper (4), auf dem der Kühlerschacht (2) mit seinem Teller (3) befestigt ist, wobei mindestens drei elastisch bereifte Tragräder (5) mit horizontaler Drehachse unter dem Teller (3) des Sinterdrehkühlers angeordnet sind.

Mindestens eines der Tragräder (5) ist mit einem Antrieb (7) versehen.

Der Drehkühler schwimmt mit seinem Schwimmkörper (4) auf einer Flüssigkeit (8) in einer Schwimmerwanne (9).

Die elastische Lagerung der Tragräder (5) erfolgt über Schraubenfedern (11). Der Einfederungsweg der Schraubenfedern (11) wird registriert. Davon abhängig läßt sich die Flüssigkeitsfüllung (8) in der Schwimmerwanne (9) verändern.

Unterhalb des Tellers (3) sind ferner mindestens drei elastisch bereifte Führungsräder (6) mit vertikaler Drehachse am Umfang des Schwimmkörpers (4) angeordnet.

Im Ausführungsbeispiel erfolgt die Zufuhr der Kühlluft (10) unter Druck entsprechend der Pfeilrichtung von oben.

Im übrigen ist die Zuführung der Kühlluft nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Außer der Zuführung der Kühlluft von oben ist auch eine Zuführung unter Druck von unten bekannt und nach entsprechender konstruktiver Anpassung des erfindungsgemäßen Sinterdrehkühlers möglich. Dies gilt auch für die saugende Kühlluftführung nach dem Stand der Technik.

Bezugszeichenliste

1 Sinterfüllung

2 Kühlerschacht

3 Teller

4 Schwimmkörper

5 Tragrad

6 Führungsrad

7 Antrieb von 5

8 Flüssigkeit, z. B. Wasser

9 Schwimmerwanne

10 Kühlluftzuführung

11 Schraubenfedern


Anspruch[de]
  1. 1. Sinterdrehkühler, der mit seinem kreisrunden Schwimmkörper in einer flüssigkeitsgefüllten Schwimmerwanne bewegt wird, dadurch gekennzeichnet,

    daß mindestens drei elastisch bereifte Tragräder (5) mit horizontaler Drehachse unter dem Teller (3) des Sinterdrehkühlers (2) angeordnet sind,

    daß mindestens drei elastisch bereifte Führungsräder (6) mit vertikaler Drehachse am Umfang des Schwimmkörpers (4) angeordnet sind,

    daß mindestens eines der elastisch bereiften Tragräder (5) mit einem Antrieb (7) versehen ist.
  2. 2. Sinterdrehkühler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die elastisch bereiften Tragrader (5) federnd gelagert sind und der Einfederungsweg registriert wird.
  3. 3. Sinterdrehkühler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeitsmenge (8) in der Schwimmerwanne (9) in Abhängigkeit vom Einfederungsweg der Tragräder (5) veränderbar ist.
  4. 4. Sinterdrehkühler nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die radiale Belastung der elastisch bereiften Tragräder (5) in Abhängigkeit von der Flüssigkeitsfüllmenge (8) in der Schwimmerwanne (9) einstellbar ist.






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