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Dokumentenidentifikation DE19524374A1 15.02.1996
Titel Vorrichtung zur Überwachung einer Wickelbildung an mindestens einem einen Faserverband führenden Walzenpaar in einer Spinnereimaschine, insbesondere Strecke
Anmelder Trützschler GmbH & Co KG, 41199 Mönchengladbach, DE
DE-Anmeldedatum 04.07.1995
DE-Aktenzeichen 19524374
Offenlegungstag 15.02.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.1996
IPC-Hauptklasse D01H 13/14
IPC-Nebenklasse D01H 5/60   D01H 13/18   D01G 31/00   
Zusammenfassung Bei einer Vorrichtung zur Überwachung einer Wickelbildung an mindestens einem einen Faserverband führenden Walzenpaar in einer Spinnereimaschine, insbesondere Strecke, bestehend aus einer Druckwalze und einer Antriebswalze und mit Anpreßmitteln für das Anpressen der Druckwalze gegen die Antriebswalze, sind mindestens ein Schaltmittel für das Stillsetzen der Antriebswalze bei einer Wickelbildung an der Druck- und/oder an der Antriebswalze und Mittel für die Aufnahme der Anpreßmittel und Druckwalze, mittels derer die Druckwalze von der Antriebswalze abhebbar ist, vorhanden.
Um eine Vorrichtung zu schaffen, die konstruktiv und montagemäßig einfach ist und auf sichere Weise die Überwachung einer Wickelbildung an der Spinnereimaschine, insbesondere Strecke ermöglicht, sind die Anpreßmittel mit einem gemeinsamen Betätigungselement verbunden, das das Schaltmittel betätigt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Überwachung einer Wickelbildung an mindestens einem einen Faserverband führenden Walzenpaar in einer Spinnereimaschine, insbesondere Strecke, bestehend aus einer Druckwalze und einer Antriebswalze und mit Anpreßmitteln für das Anpressen der Druckwalze gegen die Antriebswalze, sowie mit mindestens einem Schaltmittel für das Stillsetzen der Antriebswalze bei einer Wickelbildung an der Druck- und/oder an der Antriebswalze, sowie mit Mitteln für die Aufnahme der Anpreßmittel und Druckwalze, mittels derer die Druckwalze von der Antriebswalze abhebbar ist.

Bei einer bekannten Vorrichtung ist an einem Schwenkbügel ein Druckwalzenhalter mittels einer Schraube befestigt. Um auf das Druckwalzenlager einen Druck ausüben zu können, ist ein Druckkolben in einem im Druckwalzenhalter eingelassenen Führungslager vorgesehen, auf welchen ein Anpreßhebel mittels einer zwischen dem Anpreßhebel und dem Kolben liegenden Druckfeder Druck ausübt. Im weiteren trägt der Kolben ein verschieb- und mittels einer Feststellschraube feststellbares Verschiebeelement, an welchem ein Verschiebenocken vorgesehen ist. Weiterhin trägt das Verschiebeelement einen mittels einer Feststellschraube feststell- und verschiebbaren Kontaktring. Im weiteren ist am Schwenkbügel eine Führungsstange mittels eines Trägerelementes aus isolierendem Material befestigt. Diese Führungsstange dient zur Aufnahme einer Kontakthülse, welche auf der Führungsstange derart verschiebbar angeordnet ist, daß die Reibung zwischen Führungsstange und Kontakthülse derart ist, daß die Kontakthülse nicht durch das Eigengewicht verschiebbar ist. An der Kontakthülse ist ein Kontaktnocken vorgesehen, welcher sich zwischen dem Verschiebenocken und dem Kontaktring befindet. Dabei ist die Kontakthülse beispielsweise an einem positiven elektrischen Pol und der Kontaktring an einem negativen elektrischen Pol angeschlossen. Diese beiden Pole sind an einer elektrischen Steuerung angeschlossen.

Entsteht nun bei einer Druck- und Unterwalze ein Wickel, so wird die entsprechende Druckwalze von der gegenüberliegenden Unterwalze gegen den Widerstand des Kolbens wegverschoben, so daß der Kolben nach oben verschoben wird, bis das Schaltelement die Schalthülse berührt. Dadurch wird die vorgenannte Schaltfunktion ausgeübt, wodurch in der Steuereinheit das augenblickliche Stillsetzen der Strecke bewirkt wird. Dabei entspricht der Abstand zwischen dem Schaltelement und dem Kontaktrand dem Schaltweg des Kolbens. Gleichzeitig entspricht dieser Abstand der Dicke des entstandenen Wickels. Es versteht sich deshalb, daß dieser Abstand so klein als möglich gewählt wird, um bei entstehendem Wickel die Strecke möglichst rasch stillzusetzen. Dementsprechend kann die Schaltspannung keine hohen Werte aufweisen, um einen Überschlag zwischen dem Schaltelement und der Schalthülse auch bei sehr kleinem Abstand zu vermeiden. Muß nun aus irgendeinem an sich bekannten betrieblichen Grunde die Druckwalze an der den Faserverband führenden Oberfläche überschliffen werden, so reduziert sich zwangsläufig der Durchmesser dieser Druckwalze. Andererseits ist der Schwenkbügel unabhängig von einer solchen Durchmesser-Verkleinerung immer in derselben Betriebsstellung fixiert, so daß der Kolben sich beim Ausüben des Druckes gegen das Lager automatisch um die Hälfte der Druckmesser-Differenz der geschliffenen Druckwalze nachschiebt. Bei diesem Nachschieben wird ebenfalls automatisch die Schalthülse auf der Führungsstange mittels des deckelförmigen Abschlußteils um denselben Betrag nachgeschoben bzw. die Schalthülse auf der Kolbenstange über die Gleitbuchse. Dadurch wird der Abstand bei jedem Nachschleifen der Druckwalze automatisch auf den Sollwert verschoben. Bevor nun der Schwenkhebel vom Anschlag weggehoben wird, löst die Bedienungsperson mittels des Griffes die Festlegung des Anpreßhebels, so daß die Feder entlastet wird. Ist nun die Reibung zwischen dem Kolben und dem Führungslager derart gewählt, daß sich der Kolben nach dem Anheben des Schwenkbügels nicht durch das Eigengewicht nach unten bewegt so erreicht der Verschiebenocken und damit auch die Kontakthülse nach der neuen Positionierung des Anpreßhebels in seine Betriebsposition erneut die Lage. Muß jedoch aus bekannten Abnutzungsgründen die Druckwalze in ihrem Durchmesser verkleinert werden, so verschiebt der Verschiebenocken die Kontakthülse beim Festlegen des Anpreßhebels in seine Betriebslage nach unten, bis die Druckwalze auf der Unterwalze aufliegt. Dadurch wird der Abstand zwischen dem Kontaktnocken und dem Kontaktring in der ursprünglichen Größe beibehalten.

Die bekannte Vorrichtung ist anlagemäßig in mehrfacher Hinsicht aufwendig. Für jedes Walzenpaar ist eine eigene Überwachungseinrichtung vorgesehen, d. h. für die Strecke ist eine Mehrzahl von Überwachungseinrichtungen erforderlich. Außerdem ist nachteilig, daß jede einzelne Überwachungseinrichtung konstruktiv aufwendig ist und erheblichen Fertigungs- und Montageaufwand erfordert. Schließlich stört, daß eine Mehrzahl von Abständen jeweils zwischen Schaltelement und Schalthülse genau einzustellen ist, um einen elektrischen Überschlag auch bei sehr kleinem Abstand zu verhindern.

Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die die genannten Nachteile vermeidet, die insbesondere konstruktiv und montagemäßig einfach ist und auf sichere Weise die Überwachung einer Wickelbildung an der Spinnereimaschine, insbesondere Strecke, ermöglicht.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.

Dadurch, daß die Anpreßmittel mit einem gemeinsamen, auslenkbaren Element verbunden sind, ist anlagemäßig auf einfache Weise eine Überwachungseinrichtung für mehr als ein Walzenpaar der Maschine geschaffen. Erfindungsgemäß wird das Schaltmittel von dem einen auslenkbaren Element betätigt, so daß jedes Walzenpaar nur auf ein Element einzuwirken braucht, wodurch eine erhebliche konstruktive und montagemäßige Vereinfachung erreicht ist. In Kombination damit genügt es, daß nur ein Schaltmittel für die gesamte Maschine von dem gemeinsamen auslenkbaren Element betätigt zu werden braucht, wodurch ebenfalls konstruktive und montagemäßige Vorteile verwirklicht werden. Schließlich ist das erfindungsgemäße Überwachungsmittel konstruktiv erheblich einfacher als jedes der mehreren bekannten Einzel-Überwachungsmittel.

Zweckmäßig weist das Schaltmittel einen vorgegebenen Schaltweg auf, welcher unabhängig von der Lage des Anpreßmittels gleich bleibt. Vorzugsweise ist der Schaltweg derart einstellbar, daß dieser unabhängig vom Durchmesser der Druck- und/oder Antriebswalze gleich bleibt. Mit Vorteil ist der Anpreßkolben eine durch eine pneumatische oder hydraulische Kraft beaufschlagte Druckstange. Bevorzugt ist der Anpreßkolben eine durch Federkraft beaufschlagte Druckstange. Zweckmäßig ist das Betätigungselement radial zu den Walzen auslenkbar. Vorzugsweise ist das Betätigungselement längsbewegbar. Zweckmäßig ist das Betätigungselement ein elastisches Zugelement. Vorzugsweise ist das Betätigungselement ein Seil, Band o. dgl. Mit Vorteil ist das Betätigungselement kraftbelastet, z. B. durch eine Feder. Bevorzugt ist das Betätigungselement an einem Ende ortsfest befestigt. Nach einer weiteren bevorzugten Ausbildung läuft das Seil um eine Seilumlenkrolle um. Zweckmäßig ist das Betätigungselement durch Umlenkrollen, -zylinder, -bolzen o. dgl. umgelenkt. Vorzugsweise sind die Umlenkrollen jeweils durch ein Gleitlager, z. B. Kugellager, gelagert. Mit Vorteil ist jeweils an einem Kolben ein auslenkbares Umlenkelement angeordnet. Bevorzugt entspricht die Auslenkung der auslenkbaren Umlenkrolle der Dicke des entstandenen Wickels. Zweckmäßig ist das Betätigungselement ein Stab, Bogen o. dgl. Vorzugsweise ist jeder auslenkbaren Umlenkrolle mindestens eine nichtauslenkbare Umlenkrolle zugeordnet. Mit Vorteil sind jeder Halteeinrichtung für die Aufnahme der Anpreßmittel zwei nichtauslenkbare Umlenkrollen zugeordnet. Bevorzugt sind die auslenkbare Umlenkrolle und die nichtauslenkbaren Umlenkrollen im Betrieb in einem Abstand (b) zueinander angeordnet. Zweckmäßig ist die auslenkbare Umlenkrolle auf der der Druckwalze abgewandten Seite der nichtauslenkbaren Umlenkrolle angeordnet. Vorzugsweise ist das Betätigungselement mit einem beweglichen Schaltmittel verbunden. Mit Vorteil umfaßt das bewegliche Schaltmittel eine Metallfläche. Bevorzugt wirkt das bewegliche Schaltmittel mit einem ortsfesten Schaltmittel zusammen. Zweckmäßig ist das ortsfeste Schaltmittel eine Meßeinrichtung. Vorzugsweise ist die Meßeinrichtung ein Näherungsschalter. Mit Vorteil ist ein induktiver Näherungsschalter vorgesehen. Bevorzugt ist auf beiden Seiten des Streckwerks eine Überwachungsvorrichtung vorhanden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Es zeigt

Fig. 1 Seitenansicht eines Streckwerks mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung,

Fig. 1a Draufsicht auf Umlenkung, Befestigung und Federbelastung des Seils,

Fig. 1b das Seil mit Schaltmittel und induktivem Näherungsschalter,

Fig. 2a Teil von Fig. 1 im Schnitt entsprechend den Linien A-A (Fig. 1) dargestellt mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung und pneumatischer Belastung,

Fig. 2b Darstellung gemäß Fig. 2a mit abgehobener Oberwalze,

Fig. 3a ein Ausschnitt aus dem Streckwerk im Betrieb, in Achsrichtung der Walzen gesehen, mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung und mechanischer Belastung,

Fig. 3b Ansicht gemäß Fig. 3 mit abgehobener Oberwalze,

Fig. 4 perspektivisch eine Strecke mit einem Streckwerk für die erfindungsgemäße Vorrichtung und

Fig. 5 eine weitere Ausführungsform mit einem drehbaren Stab als gemeinsames Betätigungselement.

Nach Fig. 1 ist das Streckwerk als 4-über-3-Streckwerk konzipiert, d. h. es besteht aus drei Unterwalzen I, II, III (I Ausgangs-Unterwalze, II Mittel-Unterwalze, III Eingangs-Unterwalze) und vier Oberwalzen 1, 2, 3, 4. Im Streckwerk erfolgt der Verzug des Faserverbandes 38. Der Verzug setzt sich zusammen aus Vorverzug- und Hauptverzug. Die Walzenpaare 4/III und 3/II bilden das Vorverzugsfeld, und die Walzenpaare 3/II und 1, 2/I bilden das Hauptverzugsfeld.

Die Ausgangsunterwalze 1 wird vom Hauptmotor 59 (Fig. 1b) angetrieben und bestimmt damit die Liefergeschwindigkeit. Die Eingangs- und Mittel-Unterwalze III bzw. II werden über einen Regelmotor 60 (Fig. 1b) und Vorverzugswechselräder angetrieben. Die Oberwalzen 1 bis 4 werden durch Druckelemente 5 bis 8 (Belastungseinrichtung) in Druckarmen 13a, 13b (nur 13a dargestellt) gegen die Unterwalzen I, II, III gedrückt und erhalten über Reibschluß so ihren Antrieb. Die Drehrichtung der Walzen I, II, III; 1, 2, 3, 4 ist durch gebogene Pfeile gekennzeichnet. Der Faserverband 38, der aus mehreren Faserbändern 53a bis 53c (Fig. 4) besteht, läuft in Richtung G. Die Unterwalzen I, II, III sind in Stanzen 11 (sh. Fig. 2a, 2b) gelagert, die am Maschinenrahmen 12 angeordnet sind. Zwei Schwenkbügel 13a, 13b (in Fig. 1 nur einer gezeigt) dienen zur verschiebbaren Aufnahme von je zwei Druckwalzenhaltern 14 (in Fig. 2 und 3 nur einer gezeigt) zur Aufnahme der Druckwalzen 1, 2, 3 bzw. 4. An jedem Druckwalzenhalter 14 sind zwei nichtauslenkbare Umlenkrollen 34a, 34b; 35a, 35b; 36a, 36b bzw. 37a, 37b angebracht, deren Mittelpunkte einen Abstand a zueinander aufweisen. An jeder Druckstange 23 ist eine auslenkbare Umlenkrolle 29, 30, 31 bzw. 32 angebracht. Der Abstand jeweils zwischen den Mittelpunkten der beiden nichtauslenkbaren Umlenkrollen und dem Mittelpunkt der auslenkbare Umlenkrolle im Betrieb ist mit b bezeichnet. Alle nichtauslenkbaren und auslenkbaren Umlenkrollen werden auf ihrer Außenseite von einem Seil 39 umschlungen. Das Seil 39 ist an seinem einen Ende an einem Bolzen 47 ortsfest befestigt. Im Bereich stromauf des Eingangswalzenpaares III/4 wird das Seil 39 um eine Seilumlenkrolle 48 umgelenkt. Das andere Ende des Seils 39 greift an ein Ende einer Zugfeder 49 (sh. Fig. 1a) an, deren anderes Ende an einem Festlager 50 befestigt ist. Auf diese Weise sind die vier verschiebbaren Druckstangen 23a bis 23d mit nur einem Betätigungselement verbunden, welches das Schaltmittel (Blattfeder 41, induktiver Näherungsschalter 42) betätigt. Wenn bei Wickelbildung nur eine auslenkbare Umlenkrolle ausgelenkt wird, wird jeweils das Schaltmittel 41, 42 betätigt.

Gemäß Fig. 1a ist an beiden Seiten des Streckwerks eine Überwachungsvorrichtung vorhanden. Die Seile 39a und 39b werden um eine Seilumlenkrolle 48a bzw. 48b umgelenkt. Das eine Ende der Seile 39a und 39b ist an einer Zugfeder 49a bzw. 49b befestigt. Die Zugfedern 49a, 49b sind an Festlagern 50a bzw. 50b befestigt.

Entsprechend Fig. 2a, 2b setzt sich der Druckwalzenhalter 14 aus einem Oberteil 15 und einem Unterteil 16 zusammen. Das Oberteil 15 bildet eine Zylindereinheit mit einem Zylinderhohlraum 17, in dem ein Kolben 18 mittels einer Druckstange 23 in einer Gleitbüchse 20 geführt ist. Die Druckstange 23 ist in einer Gleitbüchse 24 geführt, die ihrerseits im Unterteil 16 angeordnet ist.

Ein die Druckwalze 4 aufnehmendes Lager 25 erstreckt sich in eine Durchgangsöffnung 26 des Druckwalzenhalters 14. Dabei drückt die Druckstange 23 mit ihrem anderen Ende auf das Lager 25, um die erwähnte Pressung zwischen der Druckwalze 4 und der Antriebswalze III zu erzeugen.

Eine Membran 29 unterteilt den Zylinderhohlraum 17 druckmäßig. Um den Druck im oberen Teil des Zylinderhohlraums 17 zu erzeugen, ist dieser mittels eines Druckluftanschlusses mit Druckluft beschickbar. Der untere Teil des Zylinderhohlraums 17 wird durch eine Entlüftungsbohrung entlüftet.

Weiterhin ist im Unterteil 16 eine Durchgangsöffnung 27 vorhanden, durch die ein Bolzen 28 durchgreift, der mit seinem einen Ende in der Druckstange 23 befestigt ist. An seinem anderen Ende ist eine auslenkbare Umlenkrolle 31 angeordnet, die mit einem Kugellager gelagert ist. Zwei weiteren Bolzen 33a, 33b (nur 33a ist gezeigt) sind durchgreifend im Unterteil 16 befestigt, an deren einem Ende jeweils eine nichtauslenkbare Umlenkrolle 36a, 36b (nur 36a gezeigt) angeordnet sind, die auf einem Kugellager gelagert sind. Die Bolzen 28, 33a, 33b sind achsparallel zu den Walzen 4, III angeordnet. Der Abstand zwischen der auslenkbaren Umlenkrolle 31 und den nichtauslenkbaren Umlenkrollen 36a, 36b beträgt gemäß Fig. 2a im Betrieb b.

Im Betrieb wird, nachdem ein Faserverband 38 über die Unterwalzen I, II, III geführt wurde, der Schwenkbügel 13 in die in Fig. 1 gezeigte Arbeitsposition geschwenkt und in dieser Position fixiert, so daß die Druckwalzen 1, 2, 3, 4 den Faserverband 38 auf die Unterwalzen 1, II, III pressen können. Diese Pressung entsteht einerseits dadurch, daß die Druckstangen 23a bis 23d jeweils auf dem entsprechenden Lager 25a bis 25d aufliegen und andererseits, indem der Hohlraum oberhalb der Membran 29 in Überdruck versetzt wurde.

Entsteht nun an einer Druck- (1, 2, 3, 4) oder Unter- (I, II, III)-Walze ein Wickel 38a, so wird die entsprechende Druckwalze 4 von der gegenüberliegenden Unterwalze III in Richtung A gegen den Widerstand der Druckstange 23 in die Position 4&min; (Fig. 2b) wegverschoben, so daß auch das Lager 25 und damit die Druckstange 23 in Richtung A verschoben werden. Dadurch wird zugleich die an dem Bolzen 28 angeordnete auslenkbare Umlenkrolle 31 gem. Fig. 2b in Richtung A verschoben. Der Abstand b (Fig. 2a) vergrößert sich dadurch auf den Abstand c (Fig. 2b). Wie Fig. 1b zeigt, werden dadurch das Seil 39 und der am Seil 39 befestigte Mitnehmer 40 in Richtung C gezogen. Infolgedessen wird die mit ihrem einen Ende am Mitnehmer 40 angebrachte Blattfeder 41 in Richtung E verschoben. Dadurch nähert sich die metallische Oberfläche der Blattfeder 41 dem induktiven Näherungsschalter 42, so daß eine Schaltfunktion ausgeübt wird, wodurch eine Steuereinheit 43 das augenblickliche Stillsetzen der Strecke (Antriebsmotoren 59, 60) bewirkt. Dabei entspricht die Differenz der Abstände c-b der Dicke d des entstandenen Wickels 38a.

Muß aus betrieblichen Gründen die Druckwalze 1, 2, 3, 4 an der den Faserverband 38 führenden Oberfläche überschliffen werden, so reduziert sich der Durchmesser dieser Druckwalze. Der Kolben 18 und damit die Druckstange 23 verschieben sich beim Ausüben des Druckes gegen das Lager 25 automatisch um die Hälfte der Durchmesserdifferenz nach. Bei diesem Nachschieben wird ebenfalls automatisch die Position der verlagerbaren Umlenkrolle 31 um denselben Betrag nachgeschoben.

In den Fig. 3a, 3b ist eine mechanische Lösung dargestellt, bei der im wesentlichen dieselben Funktionen wie diejenigen in Fig. 2a, 2b gezeigten durchführbar sind. Um auf das Druckwalzenlager 25 Druck ausüben zu können, ist eine Druckstange 23 in einem im Druckwalzenhalter 14 eingelassenen Führungslager 24 vorgesehen, auf deren eines Ende eine Platte 44 mittels einer zwischen der Platte 44 und der Druckstange 23 liegenden Druckfeder 45 Druck ausübt. Um die Druckfeder 45 nicht direkt an der Druckstange 23 anliegen zu lassen, ist zwischen der Druckfeder 45 und der Druckstange 23 ein Zwischenstück 46 vorhanden.

Fig. 4 zeigt bei einer Strecke, z. B. Trützschler Hochleistungsstrecke HS 900, daß Rundkannen 51 unterhalb des Bandeinlaufs 52 angeordnet sind und die Vorlagebänder 53a bis 53c über Walzen abgezogen und dem Streckwerk 54 zugeführt werden. Nach dem Passieren des Streckwerkes 54 gelangt das verstreckte Band 55 in den Drehteller 56 des Kannenstocks und wird in Ringen in der Kanne 57 abgelegt. Das Streckwerk 54 und der Drehteller 56 sind durch die Streckwerkabdeckung 61 gegen Berührung gesichert. Das darin befindliche Fenster 58 gestattet eine Beobachtung des Ablage- und Verstreckvorganges.

Nach Fig. 5 ist als gemeinsames Betätigungselement 39 eine Stange 63 vorgesehen, die mit ihrem einen Ende an einem Drehgelenk 64 in Richtung der Pfeile H, I drehbar ist. Die Stange 63 ist oberhalb der und in einem Abstand zu den Bolzen 67, 68, 69 angeordnet, die an den Druckstangen 23b, 23c bzw. 23d befestigt sind. Die Stange 63 liegt gegen ein ortsfestes Anschlagelement 66 an. Unterhalb des anderen Endes der Stange 63 ist der ortsfeste induktive Näherungsschalter 42 angeordnet. Bei einer Wickelbildung weicht die Stange 63 in Richtung 1 aus, und der Näherungsschalter 42 gibt einen elektronischen Impuls an die Maschinensteuerung ab.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Überwachung einer Wickelbildung an mindestens einem einen Faserverband führenden Walzenpaar in einer Spinnereimaschine, insbesondere Strecke, bestehend aus einer Druckwalze und einer Antriebswalze und mit Anpreßmitteln für das Anpressen der Druckwalze gegen die Antriebswalze, sowie mit mindestens einem Schaltmittel für das Stillsetzen der Antriebswalze bei einer Wickelbildung an der Druck- und/oder an der Antriebswalze sowie mit Mitteln für die Aufnahme der Anpreßmittel und Druckwalze, mittels derer die Druckwalze von der Antriebswalze abhebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Anpreßmittel (23; 23a bis 23d, 23&min;) mit einem gemeinsamen Betätigungselement (39) verbunden sind, das das Schaltmittel (41, 42) betätigt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaltmittel (41, 42) einen vorgegebenen Schaltweg aufweist, welcher unabhängig von der Lage des Anpreßmittels gleich bleibt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaltweg derart einstellbar ist, daß dieser unabhängig vom Durchmesser der Druck- und/oder Antriebswalze gleich bleibt.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßmittel eine durch eine pneumatische oder hydraulische Kraft (18, 26) beaufschlagte Druckstange (23; 23a bis 23d; 23&min;) ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Anpreßmittel eine durch Federkraft (45) beaufschlagte Druckstange (23; 23a bis 23d; 23&min;) ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement (39) radial (A, B) zu den Walzen (1, 2, 3, 4; I, II, III) auslenkbar ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement (39) in Längsrichtung bewegbar (C, D) ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement ein Zugelement ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement ein Seil (39) Band o. dgl. ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement (39) kraftbelastet ist, z. B. durch eine Feder (49; 49a, 49b).
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement (39) an einem Ende ortsfest befestigt (47) ist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Seil (39) um eine Seilumlenkrolle (48; 48a, 48b) umläuft.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement (39) durch Umlenkrollen (29, 30, 31, 32; 31&min;; 34a, 34b, 35a, 35b, 36a, 36b, 37a, 37b), -zylinder, -bolzen o. dgl. umgelenkt ist.
  14. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkrollen (29, 30, 31, 32; 31&min;; 34a, 34b, 35a, 35b, 36a, 36b, 37a, 37b) jeweils durch ein Gleitlager, z. B. Kugellager gelagert sind.
  15. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils an einer Druckstange (23; 23a bis 23d; 23&min;) ein auslenkbares Umlenkelement angeordnet ist.
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslenkung der auslenkbaren Umlenkrolle (29, 30, 31, 32; 31&min;) der Dicke (d) des entstandenen Wickels (38a) entspricht.
  17. 17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement ein Stab (63), Bogen o. dgl. ist.
  18. 18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß jeder auslenkbaren Umlenkrolle (29, 30, 31, 32; 31&min;) mindestens eine nicht auslenkbaren Umlenkrolle (34a, 34b; 35a, 35b; 36a, 36b; 37a, 37b) zugeordnet ist.
  19. 19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Halteeinrichtung für die Aufnahme der Anpreßmittel (5 bis 8; 14; 16) zwei nichtauslenkbare Umlenkrollen (34a, 34b; 35a, 35b; 36a, 36b; 37a, 37b) zugeordnet sind.
  20. 20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die auslenkbare Umlenkrolle (29, 30, 31, 32; 31&min;) und die nichtauslenkbaren Umlenkrollen (34a, 34b; 35a, 35b; 36a, 36b; 37a, 37b) im Betrieb in einem Abstand (b) zueinander angeordnet sind.
  21. 21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die auslenkbare Umlenkrolle (29, 30, 31, 32; 31&min;) auf der der Druckwalze (1 bis 4) abgewandten Seite der nichtauslenkbaren Umlenkrollen (34a, 34b; 35a, 35b; 36a, 36b; 37a, 37b) angeordnet ist.
  22. 22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement (39, 40) mit einem beweglichen Schaltmittel (41) verbunden ist.
  23. 23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Schaltmittel (41) eine Metallfläche umfaßt.
  24. 24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Schaltmittel (41) mit einem ortsfesten Schaltmittel (42) zusammenwirkt.
  25. 25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß das ortsfeste Schaltmittel (42) eine Meßeinrichtung ist.
  26. 26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung ein Näherungsschalter (42) ist.
  27. 27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß ein induktiver Näherungsschalter (42) vorgesehen ist.
  28. 28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß ein induktiver Wegaufnehmer mit Tauchspule und Tauchkern vorgesehen ist.
  29. 29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß auf beiden Seiten des Streckwerks (54) eine Überwachungsvorrichtung vorhanden ist.
  30. 30. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß der gemeinsame Stab (63), Stange, Schiene, Bügel o. dgl. an einem Ende an einem Drehgelenk (64) drehbar befestigt ist.
  31. 31. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung (42) dem anderen Ende der Stange (63) zugeordnet ist.
  32. 32. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 31, dadurch gekennzeichnet, daß der Stange (63) ein Anschlagelement (66) zugeordnet ist.






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