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Dokumentenidentifikation DE4008980C2 28.03.1996
Titel Plastische Masse zum Kneten, Modellieren, Basteln und Dekorieren sowie Verfahren zu deren Herstellung
Anmelder J. S. Staedtler GmbH & Co, 90427 Nürnberg, DE
Erfinder Schnorrer, Heinrich, 8560 Schwandorf, DE;
Handl, Werner, 8503 Altdorf, DE
DE-Anmeldedatum 21.03.1990
DE-Aktenzeichen 4008980
Offenlegungstag 26.09.1991
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.03.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.03.1996
IPC-Hauptklasse C08L 33/10
IPC-Nebenklasse C08K 13/02   C08J 3/18   C08J 3/205   B44C 3/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft plastische Massen zum Kneten, Modellieren, Basteln und Dekorieren gemäß Hauptanspruch sowie Verfahren zu deren Herstellung.

Verwendet werden können diese Massen insbesondere zum Herstellen von Figuren und sonstigen plastischen Darstellungen, von Modellkörpern und Formen hierfür, von Schmuckstücken, Bildern und sonstigen kunstgewerblichen Gegenständen, als Aufnahmen für Blumen, Kerzen und sonstigen dekorativen Gegenständen sowie ggf. auch als therapeutische Knetmasse, beispielsweise für motorische Übungen mit den Händen. Es handelt sich somit insbesondere um dauerplastische oder härtbare Modellier- und Bastelmassen, um Form- und Modellbaumassen, um Steckmassen für Blumen und sonstige dekorative Gegenstände sowie um Knetmassen schlechthin, für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete.

Eine derartige plastische Masse ist beispielsweise aus (1) DE-PS 24 24 451 bekannt.

Diese i. d. R. von Hand verformbare, bei Raumtemperatur plastische und langzeitig dauerelastisch bleibende Masse ergibt keine Produkte, die langzeitig haltbar bzw. dauerhaft aushärtbar sind.

Demgegenüber kennt man aus (2) DE-OS 25 15 757 und aus (3) DE-PS 29 37 843 grundsätzlich gattungsgleiche plastische Massen, die Polyvinylchlorid (PVC) als Bindemittel enthalten und die bei erhöhter Temperatur, beispielsweise bei ca. 110-130°C, härtbare Produkte ergeben.

Von Nachteil ist bei diesen bekannten Massen, daß das ursprünglich i. d. R. als Plastisol vorliegende PVC thermisch relativ instabil ist und bei einer Erhitzung auf über 180°C bzw. bei einer Verbrennung, Chlorwasserstoff (HCl) abspaltet, wodurch sich Reizungen der Schleimhäute und Korrosion an Metallteilen ergeben können.

Darüber hinaus sind derartige Massen meist nicht langzeitig UV- und witterungsbeständig.

Darüber hinaus sind aus (4) DE PS 34 42 646, (5) DE PS 31 39 090 und (6) DE PS 31 38 625, unter anderem pvc-freie Plastisole und deren Verwendung bekannt, wobei zum Beispiel einer gegebenenfalls aus PMMA, Weichmacher und Füllstoff bestehenden Masse ein bestimmtes Isocyanat zugemischt werden soll, um gute Elastizität auch bei tiefen Temperaturen und eine ausgezeichnete Haftung z. B. auf Blechen zu erreichen. Derartige Plastisole sollen insbesondere auch als Dichtmassen für Schweißnaht-Abdichtungen, bzw. als deren Komponente diesen oder als Beschichtungsmittel schlechthin. Sie erscheinen daher - besonders auch wegen der guten Haftung, die sie gerade aufweisen sollen - für plastische Massen zum Kneten, Modellieren, Basteln und Dekorieren völlig ungeeignet. Eine gute Haftfähigkeit zum Beispiel ist bei Modelliermassen, nicht nur unerheblich, sondern auch absolut unerwünscht, da plastische Massen zum Kneten, Modellieren, Basteln und Dekorieren immer auch licht von den Händen oder den Bearbeitungsgeräten entfernbar sein müssen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine plastische Masse zum Kneten, Modellieren, Basteln und Dekorieren zu schaffen, diedie genannten Nachteile nicht aufweist, die insbesondere einerseits bei Raumtemperatur dauerhaft plastisch bleibt, die gut knet- und bearbeitbar ist und mit der zum anderen aber bedarfsweise härtbare Produkte mit erhöhter thermischer Stabilität und mit verminderter oder nicht vorhandener Reiz- oder Schadstoffemission bei unsachgemäßer Behandlung oder Verbrennung herstellbar sind.

Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 auf einfache Weise gelöst.

Bevorzugte Ausführungen, Weiterbildungen und Herstellungsverfahren sind in den Unter- und Nebenansprüchen umfaßt.

Erfindungsgemäß soll die plastische Masse zum Kneten, Modellieren, Basteln und Dekorieren als Bindemittel Polyalkylmethacrylat (PAMA), insbesondere ein PAMA- Plastisol aus einem bestimmten Anteil einer oder mehrerer PAMA-Komponente(n) und aus Weichmacher, enthalten.

Anhand einiger Ausführungsbeispiele wird die Erfindung nachfolgend näher beschrieben. Rahmenbeispiel 40-70 Gew.-% Polyalkylmethacrylat (PAMA)

10-30 Gew.-% Weichmacher

2-30 Gew.-% Füllstoff

0-5 Gew.-% Farbsoff

0-10 Gew.-% Gleitmittel und/oder sonstige Zusätze Beispiel 1 65 Gew.-% Polymethylmethacrylat (PMMA)

25 Gew.-% Di-(2-ethylhexyl)-phthalat (Weichmacher)

6 Gew.-% Calciumstearat (Gleitmittel)

3,9 Gew.-% amorphe Kieselsäure (Füllstoff)

0,1 Gew.-% Pigment (Farbmittel) Beispiel 2 52 Gew.-% Polybutylmethacrylat (PBMA)

20 Gew.-% Di-n-(C&sub6;-C&sub1;&sub0;)-alkylphthalat (Weichmacher)

3,5 Gew.-% Calciumstearat

24 Gew.-% Kaolin (Füllstoff)

0,5 Gew.-% Pigment Beispiel 3 70 Gew.-% Polyethylmethacrylat (PEMA)

20 Gew.-% Diisononylphthalat (Weichmacher)

9,9 Gew.-% Methylmethacrylat/n-Butylmethacrylat-Copolymer

0,1 Gew.-% Pigment Beispiel 4 40 Gew.-% Polypropylmethacrylat (PPMA)

20 Gew.-% Alkylsulfonsäureester (C&sub1;&sub2;-C&sub2;&sub0;) des Phenols (Weichmacher)

3,5 Gew.-% Calciumstearat (Gleitmittel)

36 Gew.-% Calciumcarbonat (Füllstoff)

0,5 Gew.-% Farbmittel (Pigment oder Farbstoff)

Die Herstellung erfindungsgemäßer plastischer Massen kann mit üblichen Vorrichtungen, insbesondere mit herkömmlichen Mischern, erfolgen, wobei vorteilhafterweise zunächst das PAMA-Plastisol hergestellt wird, in das dann die übrigen Komponenten, unter Berücksichtigung der gewünschten Konsistenz, eingemischt werden.

Alternativ hierzu kann aber auch zunächst eine Mischung aller trockenen Komponenten, also des PAMA-Pulvers, des Füllstoffes und ggf. weiterer fester Bestandteile, wie z. B. eines Gleitmittels und/oder der Pigmente hergestellt werden, der dann der Weichmacher unter inniger Vermischung, bis zur Erzielung einer homogenen plastischen Masse, zugegeben wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Plastische Masse zum Kneten, Modellieren, Basteln und Dekorieren aus Bindemittel, Weichmacher und Füllstoffen sowie gegebenenfalls Farbmitteln und/oder sonstigen Zusätzen dadurch gekennzeichnet, daß sie als Bindemittel, Füllstoff und/oder als weiteren Zusatz Polyalkylmethacrylat (PAMA) enthält.
  2. 2. Plastische Masse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel ein Plastisol aus PAMA-Partikeln und Weichmacher ist.
  3. 3. Plastische Masse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das PAMA ein Polymethylmethacrylat (PMMA), ein Polyethylmethacrylat (PEMA), ein Polypropylmethacrylat (PPMA) und/oder ein Polybutylmethacrylat (PBMA) ist.
  4. 4. Plastische Masse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das PAMA ein Copolymer ist.
  5. 5. Plastische Masse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das PAMA ein Methylmethacrylat/n-Butylmethacrylat- Copolymerisat ist.
  6. 6. Plastische Masse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Weichmacher ein Di-(2-ethylhexyl) -phthalat und/oder ein Di-n-(C6-C10)-alkylphthalat ist.
  7. 7. Plastische Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Weichmacher ein Diisononylphthalat und/oder ein Alkylsulfonsäureester (C12-C20) des Phenols ist.
  8. 8. Plastische Masse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Füllstoff Calciumcarbonat, amorphe Kieselsäure und/oder Kaolin enthält.
  9. 9. Plastische Masse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie
    1. a) 40-70 Gew.-% Polyalkylmethacrylat, insbesondere Polymethylmethacrylat und/oder Polybutylmethacrylat,
    2. b) 10-30 Gew.-% Weichmacher,
    3. c) 2-30 Gew.-% Füllstoff,
    4. d) 0-5 Gew.-% Farbmittel, insbesondere Pigmente,
    5. e) 0-10 Gew.-% Gleitmittel und/oder sonstige Zusätze
  10. enthält.
  11. 10. Plastische Masse nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß sie 50-65 Gew.-% Polymethylmethacrylat, Polyethylmethacrylat, Polypropylmethacrylat und/oder Polybutylmethacrylat enthält.
  12. 11. Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

    daß zunächst ein Plastisol aus feinkörnigem Polyalkylmethacrylat und Weichmacher gebildet wird und

    daß diesem Plastisol dann die Füllstoffe sowie ggf. Gleitmittel, Farbmittel und/oder sonstige Zusätze beigemischt werden.
  13. 12. Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,

    daß zunächst das PAMA-Pulver, der Füllstoff sowie die ggf. weiteren trockenen Komponenten wie Gleitmittel, Pigmente usw. trocken innig vermischt werden und

    daß dieser Mischung dann der flüssige Weichmacher zugesetzt und eingemischt bzw. eingeknetet wird.






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