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Dokumentenidentifikation DE69113849T2 04.04.1996
EP-Veröffentlichungsnummer 0451067
Titel Verfahren zum Übertragen einer Verzierung auf die Oberfläche eines Gegenstandes.
Anmelder Claveau, Jean-Noel, Arinthod, FR
Erfinder Claveau, Jean-Noel, Arinthod, FR
Vertreter Kern, Brehm & Partner, 81369 München
DE-Aktenzeichen 69113849
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 02.04.1991
EP-Aktenzeichen 914201124
EP-Offenlegungsdatum 09.10.1991
EP date of grant 18.10.1995
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.04.1996
IPC-Hauptklasse B44C 1/16
IPC-Nebenklasse B41M 5/035   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Übertragen eines auf ein Blatt Papier gedruckten Musters durch Sublimation auf einen Gegenstand beliebiger Form.

Es sind Vorrichtungen bekannt, die ein Verfahren dieser Art durchführen und gemäß der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 252 610 allgemein eine Einfassung aufweisen, die derart aus einem festen Träger und einer mit Löchern durchsetzten Abdeckung gebildet ist, daß bei einmal geschlossener Abdeckung einzig die Seite des zu verzierenden Gegenstandes nicht hindurchtreten kann. Dieser ist auf dem Boden des Trägers angeordnet, wohingegen ein Blatt Papier, das eine zum Sublimieren geeignete Verzierung trägt, auf der Abdeckung ebenso wie auf der zu verzierenden Fläche angeordnet ist.

Eine elastisch verformbare synthetische Membran bedeckt die Oberseite der Einfassung, was ein Auflegen des Blatt Papiers zum Sublimieren auf der Oberfläche des Gegenstandes enmögllcht, wenn die Einfassung unter Vakuum gesetzt wird.

Die gesamte, auf Unterdruck gehaltene Anlage wird in einen elektrischen Ofen eingeschoben, um die Sublimation der Zeichnung über einige Milimeter Tiefe durchzuführen.

Dieses Verzierungsverfahren durch Sublimation, welches gewöhnlich in der bisherigen Technik angewendet wurde, ist nur brauchbar für Teile mit ebener oder sehr leicht gewölbter Gestalt, da andernfalls das mit wenigstens einer zu sublimierenden Materialschicht überzogene Blatt Papier Falten wirft, was unter dem Gesichtspunkt der Verzierung nicht mehr zu akzeptierende Fehler nach sich zieht. Außerdem ermöglichen die verwendeten Vorrichtungen keine Verzierung eines Gegenstandes auf allen seinen Oberflächen.

Ferner ist aus dem französischen Patent Nr. 2 203 321 eine Vorrichtung bekannt, die die Übertragung einer Verzierung durch Sublimation auf die Oberfläche eines Gegenstandes gestattet. Diese Vorrichtung weist zwei Membranen auf die aus einem sehr elastischen Material, wie z. B. aus Paragummi oder natürlichem Latex, hergestellt sind. Die Membranen sind jeweils fest mit einem Rahmen oder einer Fassung verbunden, die einer in bezug auf den anderen zwecks Bildung einer dichten Einfassung gelenkig angebracht sind. Diese Einfassung wird auf Unterdruck gebracht, damit jede Membran mit dem Gegenstand zum Überziehen der zu sublimierenden Verzierung in Anlage kommt.

Die den Erfindungsgegenstand bildenden Verbesserungen ermöglichen, die vorstehend angegebenen Nachteile zu beseitigen, und zielen insbesondere ab auf ein Trägerblatt sowie dessen Anwendungsverfahren für die Wärme-Sublimation eines Musters auf sämtliche Seiten eines Gegenstandes beliebiger Form.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß es umfaßt:

- Aufkleben einer Isolierschicht auf die Seite des Trägerblatts, die der zu sublimierenden Verzierung gegenüberliegt,

- Anordnen des Trägerblatts derart, daß die bedeckte Seite der Isolierschicht mit der unteren Membran der Einfassung in Kontakt kommt;

- Anordnen wenigstens eines Gegenstandes beliebiger Form auf dem Trägerblatt,

- Abdecken des Gegenstandes durch ein weiteres, eine zu sublimierende Verzierung aufweisendes Trägerblatt derart, daß dessen verzierte Seite mit dem Gegenstand in Kontakt kommt;

- dichtes Schließen der Einfassung mittels einer oberen, undurchlässigen, elastischen Membran;

- Anlegen von Unterdruck an die Einfassung;

- und Hineinschieben der Einfassung in einen Ofen, der auf eine bestimmte, die Übertragung der Verzierung ermöglichende Temperatur eingestellt ist.

Die beispielhaft beigefügte Zeichnung ermöglicht ein besseres Verständnis der Erfindung, sder die Erfindung darstelltenden Merkmale sowie der Vorteile, welche mit Hilfe der Erfindung erzielt werden können. Es zeigen;

Fig. 1 eine schematische perspektivische Ansicht einer Vorrichtung zum Durchführen des erfindungsgemaßen Verfahrens;

Fig. 2 und 3 das Anordnen der Gegenstände sowie die unterschiedlichen Phasen des erfindungsgemaßen Verfahrens;

Fig. 4 eine schematische Ansicht eines Ölbadofens zum Durchführen des Verfahrens.

Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung umfaßt im wesentlichen zwei Rahmen 1 und 2 mit rechteckigem Querschnitt, die aus Aluminium gefertigt und miteinander gelenkig derart verbunden sind, daß der eine fest und der andere beweglich ist.

Eine dünne, elastische und luftundurchlässige Membran 3, 4 ist an den Unterseiten der Rahmen 1 und 2 festgeklebt oder daran auf andere Weise befestigt. Die vorerwähnten Membranen können beispielsweise aus essigsaurem Silikon gefertigt sein, welches hohen Temperaturen und großen elastischen Verformungen standhält.

Die Oberseite des Rahmens 1 ist mit einer Flachdichtung 5 versehen, welche aus einem den Membranen 3 und 4 entsprechenden Material gefertigt ist, so daß eine dichte Verbindung gebildet wird, wenn die zwei Rahmen 1 und 2 mit Hilfe von an dem Rahmen 1 befestigten Verschlüssen 6 gegeneinander gepreßt werden. Diese Verschlüsse können in Form von Verschlüssen von Munitionskisten vorgesehen sein, wobei diese Verschlüsse mit von dem Rahmen 2 getragenen festen Bügeln 7 zusammenwirken.

Die Seitenränder des Rahmens 1 sind von Rohren 8, die an eine Vakuumpumpe 9 angeschlossen sind, derart durchquert, daß die Rohre in eine im Inneren des Rahmens 1 vorgesehene Rille 10 einmünden, um eine bessere Verteilung des Unterdrucks über den gesamten Umfang der geschlossenen Einfassung sicherzustellen.

Die erste Phase einer ersten Variante des erfindungsgemaßen Verfahrens besteht darin, eine Isolierschicht 11, wie z. B. aus Aluminiumpapier, auf einer der Seiten eines Trägers aufzukleben, welcher beispielsweise aus einem Blatt Papier 13 gebildet ist. Die gegenüberliegende Seite des Blatt Papiers ist mit einer Verzierung 12 überzogen, welche eine Schicht aus einem zum Sublimieren geeigneten Material darstellt. Diese Phase wird nur im Falle einer Sublimation unter Wärme gebraucht, um die völlige Ausbreitung der Farben der Verzierung 12 nach außen zu verhindern.

Der zweite Schritt des Verfahrens besteht darin, das Blatt Papier 13 derart auf der Membran 3 anzuordnen, daß das Aluminiumpapier 11 mit der Membran 3 in Kontakt kommt, wie es in Fig. 2 gezeigt ist.

Anschließend wird wenigstens ein Gegenstand 14 beliebiger Form auf dem Blatt 13 angeordnet. In dem in Fig. 2 dargestellten Beispiel werden zwei Gegenstände 14, 14' nebeneinander angeordnet.

Der Gegenstand wird mit einem weiteren Blatt Papier 13' derart abgedeckt, daß die sublimierbare Verzierung 12' des Blatts in Kontakt mit dem Gegenstand kommt, während das Aluminiumpapier 11' sich auf der Seite der Membran 4 des Rahmens 2 befindet.

Der Rahmen 2 wird mittels der Verschlüsse 6 bis 7 auf dem Rahmen 1 geschlossen, um eine vollkommen dichte Verbindung zwischen der Flachdichtung 5 und der Membran 4 zu erhalten.

Die Vakuumpumpe 9 wird eingeschaltet, um Unterdruck an die aus den zwei Rahmen 1 und 2 gebildete Einfassung anzulegen, so daß die Membranen 3 und 4 angesaugt werden und sich kräftig gegen die Papierblätter 13, 13' anlegen, deren Verzierungen 12, 12' auf sämtliche Umfangsflächen der Gegenstände 14, 14' (Fig. 3) aufgebracht werden.

Die unter Unterdruck stehende Einfassung wird in einen Widerstände 15 aufweisenden gewöhnlichen elektrischen Ofen eingeschoben. Diese Phase ermöglicht der Verzierung 12, 12' jedes Blattes 13, 13', sich zu sublimieren und einige Millimeter auf der Gesamtheit der Oberfläche des Gegenstandes 14, 14' einzudringen. Die Aufenthaltszeit der Einfassung in dem Ofen bestimmt sich in Abhängigkeit von dem Material des zu verzierenden Gegenstandes 14, 14' (Fig. 3), uin diesen nicht zu beschädigen.

Wenn das Material des Gegenstandes 14, 14' den im Hinblick auf das Risiko der Deformation zu langen Durchlaufzeiten nicht standhält, werden die Rahmen 1 und 2 der unter Unterdruck stehenden Einfassung bevorzugt in einen Sack 100 eingeführt, welcher gemäß Fig 5 fest mit einem starren Rahmen 101 verbunden ist.

Der Sack 100 besteht aus einem Material, das demjenigen der Membranen 3 und 4 der Einfassung ähnlich ist, d. h. aus essigsaurem Silikon, das hohen Temperaturen ebenso wie großen Verformungen standhält. Der Sack 100 wird anschließend in einen Ölbadofen 102 eingetaucht, wo das Öl 103 mit Hilfe von Widerständen 104 auf eine Temperatur zwischen 200 und 250 ºC gehalten wird. Der in den Ofen 102 eingetauchte Sack 100 verformt sich unter dem Druck des Öls 103 und legt sich an dem Außenumfang der Membranen 3 und 4 der Einfassung an. Diese Verformung ermöglicht die sofortige Übertragung der Temperatur auf das Blatt 13, 13' und auf die Oberfläche des Gegenstandes 14, 14' im Hinblick auf eine Übertragung der Verzierung 12, 12' auf die gesamte Oberfläche des Gegenstandes 14, 14'. Diese Übertragung geschieht während einiger Sekunden und ermöglicht eine vollkommene Reproduktion der Verzierung 12, 12', ohne eine Verformung des Gegenstandes nach sich zu ziehen.

Der letzte Arbeitsgang besteht in einem Öffnen der Einfassung und Zurückziehen des Blatt Papiers 13', welches fest mit dem Aluminiumpapier 11' verbunden bleibt, wobei die Verzierung 12' auf nicht zu entfernende Weise mit dem Gegenstand 14, 14' auf einem Teil von dessen Umfang verbunden ist.

Anschließend wird der Gegenstand 14, 14' sowie das Blatt Papier 13 herausgenommen, welches mit dem Aluminiumblatt 11 fest verbunden bleibt. Die Verzierung 12 des Papiers wurde auf den Gegenstand auf dessen sämtliche Teile übertragen, die von der oberen Verzierung 12 nicht verziert worden sind.

Das mit Hilfe einer Vorrichtung durchgeführte Verzierungsverfahren ermöglicht, eine Verzierung von Gegenständen beliebiger Fonn, falls nötig auf deren gesamtem Umfang, auszuführen.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Verzieren der Oberfläche eines Gegenstandes durch Übertragung einer Verzierung mit Hilfe einer Vorrichtung, welche gelenkig miteinander verbundene Rahmen aufweist, deren eine Seiten fest mit einer elastisch verformbaren Membran zwecks Bildung einer dichten Einfassung verbunden sind, welches Verfahren umfaßt:

- Anordnen wenigstens eines Gegenstandes beliebiger Form auf dem Trägerblatt mit Kontakt zu der Verzierung;

- Bedecken des Gegenstandes derart mit einem weiteren Trägerblatt, daß dessen verzierte Seite mit dem Gegenstand in Kontakt steht;

- dichtes Schließen der Einfassung, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren umfaßt:

- Aufkleben einer Isolierschicht (11, 11') auf die der Verzierung (12, 12') gegenüberliegende Seite jedes Trägerblatts (13, 13');

- Anordnen des Trägerblatts (13) derart, daß seine verzierte Seite (12) nach außen gerichtet ist;

- Anordnen wenigstens eines Gegenstandes (14, 14') auf dem Trägerblatt (13), insbesondere auf der zu übertragenden Verzierung (12);

- Bedecken des Gegenstandes (14, 14') mit einem zweiten Trägerblatt (13') derart, daß dessen verzierte Seite (12') mit dem Gegenstand in Kontakt kommt;

- Einsetzen der Anordnung aus Trägerblatt (13, 13') und Gegenstand (14, 14') in eine dichte Einfassung;

- Anlegen von Unterdruck an die Einfassung;

- und Hineinschieben der Einfassung in einen auf eine bestimmte Temperatur eingestellten Ofen, damit die verzierten Seiten (12, 12') der Trägerblätter (13, 13') durch Sublimation in die Masse des Gegenstandes (14, 14') eindringen.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolierschicht (11, 11') aus Aluminiumpapier gebildet ist.

3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekernzeichnet, daß die unter Unterdruck stehenden Rahmen (1 und 2) in einen aus essigsaurem Silikon bestehenden Sack (100) eingeführt werden, damit sie zum Durchführen der Übertragung der Verzierung (12, 12') auf die Oberfläche des Gegenstandes (14, 14') ohne Verformung des letzteren in einen Ölbadofen (102) eingetaucht werden können.







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