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Dokumentenidentifikation DE3908283C2 25.04.1996
Titel Steuerung einer sprachgesteuerten Sprechrichtungserkennung
Anmelder Siemens AG, 1000 Berlin und 8000 München, DE
Erfinder Krafft, Wolfgang, 8000 München, DE
DE-Anmeldedatum 14.03.1989
DE-Aktenzeichen 3908283
Offenlegungstag 20.09.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 25.04.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.04.1996
IPC-Hauptklasse H04M 9/10

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer sprachgesteuerten Sprechrichtungserkennung in einer Fernsprechstation gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches.

Aus der DE-27 14 132 C3 ist bekannt, bei Fernsprechstationen mit Freisprechbetrieb im Sende- und im Empfangskanal je ein variables Dämpfungsglied bzw. Verstärkerglied vorzusehen, welches von einer Sprechrichtungserkennung gesteuert wird. Dabei wird in dem in Betrieb zu nehmenden Sprechkanal (z. B. Sendekanal) die Dämpfung reduziert und in dem zur gleichen Zeit außer Betrieb befindlichen Sprechkanal (z. B. Empfangskanal) die Dämpfung erhöht. Dabei sind die absoluten Beträge der Entdämpfung und Bedämpfung aus Gründen der Kreisstabilität gleich.

Aus der Druckschrift Elektrisches Nachrichtenwesen, Band 53, Nr. 4, 1978, Seiten 288 bis 293; M. Slawik und H. Wiedmann: "Die neue sprachgesteuerte Freisprecheinrichtung für die Produktfamilie INTERMAT® (Registered Trademark der ITT-Firmengruppe)" ist eine Fernsprechstation mit Freisprechen bekannt, die eine Sprachsteuerung aufweist. Mit dieser Sprachsteuerung wird in Abhängigkeit von dem Sprachpegel die Verstärkung in den beiden Übertragungszweigen (Sende- und Empfangskanal) über in dem Sende- und Empfangskanal vorhandene variable Dämpfungsglieder geregelt. Eine Erhöhung der Verstärkung im Sendekanal hat eine gleichgroße Verminderung der Verstärkung im Empfangskanal zur Folge und umgekehrt. Um eine Kreisstabilität im Empfangskanal zu erreichen, wird dieser um einen festen Betrag gedämpft. Die für die Steuerung benötigten Steuerspannungen werden von Meßpunkten des Sende- und Empfangskanals abgenommen. Zum Umschalten der Fernsprechstation wird dabei je ein Meßpunkt auf der Leitungsseite der Dämpfungsglieder und je ein Meßpunkt auf der Stationsseite der Dämpfungsglieder angeschaltet, an dem die Steuerspannungen abgegriffen werden können.

Die Sprechrichtungserkennung muß aus Gründen der Steuersicherheit (Selbstunterbrechungsgefahr) an Meßpunkten mit konstanter Summendämpfung (Summenverstärkung) der Dämpfungsglieder (Verstärkungsglieder) durchgeführt werden. Normalerweise genügen dafür zwei paarig angeordneten Meßpunkte im Sende- und Empfangskanal (jeweils vor oder jeweils nach dem entsprechenden Dämpfungsglied).

Es kann sich jedoch ergeben, daß z. B. aus konstruktiven Gründen der Empfangskanal im Ruhezustand zusätzlich mit einem festen Betrag bedämpft werden muß, um z. B. ein "Pfeifen" zu vermeiden. Dabei zeigt sich, daß je nach Lage der Meßpunkte in den Sprechkanälen einer der an der Fernsprechverbindung beteiligten Fernsprechstationen beim Umschaltversuch von Empfangen auf Senden um den zusätzlichen Dämpfungsbetrag benachteiligt ist.

Die Aufgabe des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht daher darin, eine Möglichkeit zu finden, mit deren Hilfe eine solche Benachteiligung vermieden werden kann.

Diese Aufgabe wird ausgehend von dem im Oberbegriff des Patentanspruches definierten Verfahren durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches angegebenen Merkmale gelöst.

Hieraus ergibt sich der Vorteil, daß jede an der Fernsprechverbindung beteiligte Fernsprechstation mit dem gleichen Steuerhub von Empfangen auf Senden umschalten kann.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird anhand einer Figur näher erläutert.

Die Figur zeigt im wesentlichen die Sprechrichtungssteuerung von zwei Fernsprechstationen A und B. Im einzelnen sind dabei angedeutet: die Sprechrichtungserkennungen SREA/SREB, die Sendekanaldämpfungen SDA/SDB, die Empfangskanaldämpfungen EDA/EDB, die Sendeverstärker SVA/SVB, die Empfangsverstärker EVA/EVB, Netzverstärker V1 bis V8, die Mikrofone MA/MB, die Lautsprecher LA/LB, die leitungsseitigen Meßpunkte SLA/ELA/SLB/ELB, die stationsseitigen Meßpunkte STA/ETA/ STB/ETB und die Teilnehmerleitung TL.

Es sei angenommen, daß die Teilnehmerleitung eine maximale Leitungsdämpfung von -30 dB haben kann. Ohne Betrachtung einer zusätzlichen Dämpfung in einem der Empfangskanäle soll daher der mögliche Steuerhub der Dämpfungsglieder SDA/SDB/EDA/EDB von 0 bis 30 dB (bzw. 0 bis -30 dB) betragen. Im Sendekanal der Station A liegt das Dämpfungsglied SDA im Empfangskanal der Station A liegt das Dämpfungsglied EDA. Beide Dämpfungsglieder werden von der Sprechrichtungserkennung SREA gesteuert. Die Sprechrichtungserkennung SREA erhält ihre Informationen über zwei Meßpunkte in den Sprechkanälen. Von diesen Meßpunkten befindet sich bei bekannten Anordnungen der eine im Sendekanal und der andere im Empfangskanal und beide nach dem jeweiligen Dämpfungsglied. Für die Station B gilt die analoge Anordnung. Dort ist das Dämpfungsglied SDB im Sendekanal und das Dämpfungsglied EDB im Empfangskanal und beide werden von der Sprechrichtungserkennung SREB gesteuert.

Aus Gründen der Steuersicherheit werden die Dämpfungsglieder so gesteuert, daß in einer Station eine konstante Summendämpfung vorliegt. Angenommen ist auch, daß in bekannter Weise der in Betrieb befindliche Sprechkanal bedämpft wird.

Zunächst sei angenommen, daß von der Station A nach der Station B gesprochen wird und daß als Meßpunkte die leitungsseitigen Meßpunkte SLA/ELA/ELB/SLB vorgesehen seien. Damit ist das Dämpfungsglied SDA auf 0 dB geschaltet und das Dämpfungsglied EDA ebenfalls auf 0 dB (konstanter Summenpegel) (Ausgangspegel: 0 dB). Bei einer angenommenen Leitungsdämpfung von -30 dB wird das Dämpfungsglied EDB eine negative Dämpfung von +30 dB annehmen und dementsprechend das Dämpfungsglied SDB in Station B eine Dämpfung von -30 dB. Soll jetzt die Sprechrichtung umgeschaltet werden (von B nach A), dann muß ein durch das Mikrofon MB eingegebenes Signal zunächst die -30 dB des Dämpfungsgliedes SDB überwinden und über SLB und den Eingang f der Sprachrichtungserkennung SREB so anliegen, daß es ein dort eventuell am Eingang e anliegendes, von der Station A kommendes und mit ebenfalls -30 dB (Leitungsdämpfung) beaufschlagtes Signal übertrifft. Ist dies der Fall, dann wird die Station B auf Senden umschalten. Das Dämpfungsglied SDB nimmt den Wert 0 dB an und das Dämpfungsglied EDB ebenfalls den Wert 0 dB. An der Station A liegt über dem Meßpunkt ELA am Eingang d der Sprechrichtungserkennung SREA ein von B kommendes, mit der Leitungsdämpfung von -30 dB beaufschlagtes Signal an, wodurch bei fehlendem Signal an c eine Umschaltung der Sprechrichtung von Senden auf Empfang erfolgt. Das Dämpfungsglied EDA nimmt den Wert +30 dB und das Dämpfungsglied SDA nimmt den Wert -30 dB an. Dies bedeutet, daß ein von der fernen Station kommendes Signal zum Umschalten von Empfangen auf Senden immer die Leitungsdämpfung (hier -30 dB) überwinden muß, um die andere Station auf Empfangen umzuschalten. Läßt man Stör- oder sonstige Nebengeräusche außer Betracht, dann ist es gleich, ob als Meßpunkte die stationsseitigen (STA/ETA, STB/ETB) oder die leitungsseitigen (SLA/ELA, SLB/ELB) Meßpunkte vorgesehen werden. Da an der sendenden Station beide Dämpfungsglieder immer auf 0 dB eingestellt sind, ist zum Umschalten immer nur die Leitungsdämpfung zu überwinden.

Es sei nun angenommen, daß vor allem aus konstruktiven Gründen (Lautsprecher zu nah am Mikrofon) der Empfangskanal einer Fernsprechstation (A) bei Sendebetrieb zusätzlich bedämpft werden muß (z. B. zusätzlich -12 dB). Dies bedeutet, daß im Sendebetrieb das Dämpfungsglied SDA einen Wert von 0 dB (Ausgang immer 0 dB) und das Dämpfungsglied EDA einen Wert von -12 dB aufzeigt.

Geht man beispielsweise davon aus, daß die stationsseitigen Meßpunkte (ETA/STA) an Station A abgetastet werden, dann liegt zwar in bekannter Weise ein Sendesignal mit 0 dB am Eingang a der Sprechrichtungserkennung SREA, aber ein über die Teilnehmerleitung TL ankommendes, die Umschaltung auf Empfang bewirkendes Signal muß nun -42 dB überbrücken. Erfolgt eine Umschaltung auf Empfang, dann nimmt das Dämpfungsglied EDA einen Wert von +30 dB an und hat damit einen Gesamthub von +42 dB. Das Dämpfungsglied SDA nimmt damit einen Wert von -42 dB an.

Geht man davon aus, daß an der Station B keine zusätzliche Dämpfung im Empfangskanal notwendig war, dann muß ein bei STA abgenommenes Signal zum Umschalten auf Senden von A nach wie vor nur -30 dB (Leitung) überwinden. Damit ist die Station B beim Umschalten auf Senden um -12 dB benachteiligt. Die Benachteiligung entfällt jedoch, wenn die Meßpunkte SLA/ELA an der Station A verwendet werden. In diesem Fall gelangt ein Signal von B über den Eingang d direkt (-30 dB) an die Sprechrichtungserkennung SREA. Damit wäre allerdings die Station A beim Umschalten auf Senden benachteiligt, indem sie zum Ansteuern des Einganges c der Sprechrichtungserkennung SREA die bei Empfangsbetrieb vorliegenden -45 dB von SDA überbrücken muß. Deshalb ist das erfindungsgemäße Verfahren vorgesehen, bei einer Fernsprechstation mit zusätzlicher Dämpfung im Empfangskanal beim Umschalten von Senden auf Empfangen die leitungsseitigen Meßpunkte (STA/ETA bzw. STB/ETB) zu verwenden. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert werden, daß der jeweiligen Sprechrichtungserkennung eine Einheit zugeordnet ist, die die jeweils letzte Sprechrichtung speichert und dementsprechend vorbereitend die notwendigen Meßpunkte für eine Umschaltung anschaltet.

Die in der Figur gezeigten Verstärker V1 bis V8 und SVA/EVA/EVB/SVB sind nur der Vollständigkeit wegen aufgezeigt und dienen zum individuellen Einstellen der Lautstärke bzw. der Kreisstabilität.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Steuerung einer sprachgesteuerten Sprechrichtungserkennung in einer Fernsprechstation, wobei
    1. (a) die Sprechrichtungserkennung je ein variables Dämpfungsglied im Empfangskanal und im Sendekanal in umgekehrt proportionalem Dämpfungsverhältnis steuert,
    2. (b) der Empfangskanal zum Erreichen der Kreisstabilität zusätzlich um einen festen Betrag gedämpft ist,
    3. (c) die Steuerspannungen für die Sprechrichtungserkennung von je einem Meßpunkt des Empfangs- und des Sendekanals abgenommen werden,
    4. (d) zum Umschalten der Fernsprechstation von Senden auf Empfangen je ein Meßpunkt (SLA/ELA, SLB/ELB) auf der Leitungsseite der Dämpfungsglieder (SDA/EDA, SDB/EDB) und beim Umschalten von Empfangen auf Senden je ein Meßpunkt (STA/ETA, STB/ETB) auf der Stationsseite der Dämpfungsglieder (SDA/EDA, SDB/EDB) zum Abgreifen der Steuerspannungen angeschaltet wird, dadurch gekennzeichnet,
  2. daß die Anschaltung der Meßpunkte jeweils durch die die momentane Sprechrichtung speichernde Sprechrichtungserkennung (SREA, SREB) erfolgt.






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