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Dokumentenidentifikation DE19516089A1 15.05.1996
Titel Saug- und Druckaggregat
Anmelder Hans G. Werner GmbH & Co., 70176 Stuttgart, DE
Erfinder Marenbach, Günther, 53773 Hennef, DE
Vertreter Fechner, J., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 53773 Hennef
DE-Anmeldedatum 03.05.1995
DE-Aktenzeichen 19516089
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse F23K 5/04
Zusammenfassung Das Saug- und Druckaggregat für Heiz- oder Dieselöl besteht aus einer Baueinheit (1) mit a) wenigstens einem mit mehreren Heizölentlüftern (3) bestückten Anschlußgruppenstück (2) mit Zulauf-, Vorlauf- und Rücklaufstutzen (2a, 2b, 2c), von denen der Zulaufstutzen (2a) zum Anschluß des Aggregats an den Öltank (6) dient, und b) wenigstens einer Förderpumpe (4), deren Saugleitung (7) mit dem Vorlaufstutzen (2b) und deren Rücklaufleitung (8) mit dem Rücklaufstutzen (2c) des Anschlußgruppenstücks (2) verbunden sind und deren Druckleitung (16) zum Anschluß an einen Ölverbraucher (15) dient. Das Saug- und Druckaggregat kommt ohne einen Betriebsbehälter aus und wird als Einstrang-Baueinheit zwischen Öltank und Ölverbraucher eingesetzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Saug- und Druckaggregat für Heizöl oder Dieselöl.

Aggregate dieser Art dienen dazu, Heiz- oder Dieselöl aus entfernten Tanks, insbesondere Erdtanks, anzusaugen und einem oder mehreren Brennern zuzuführen. Diese Aggregate enthalten einen Betriebsbehälter von erheblichem Fassungsvermögen, der immer teilweise mit Öl gefüllt ist, und eine in der Leitung vom Tank zum Betriebsbehälter angeordnete, durch Motor angetriebene Pumpe. Die Betriebsbehälter stellen einen beachtlichen apparativen Aufwand dar, haben einen größeren Platzbedarf, erfordern je nach Größe die Beachtung von Brandschutzbestimmungen und haben zwischen dem Betriebsbehälter und dem Ölverbraucher zwei Ölleitungen, was bei der häufig anzutreffenden Entfernung der Ölverbraucher von dem Aggregat ebenfalls als Nachteil anzusehen ist. Hinzu kommt der Nachteil, daß aus dem Betriebsbehälter keine höherliegenden Zentralen/Verbraucher versorgt werden können, wenn nicht eine zweite Pumpe in der Leitung zwischen dem Betriebsbehälter und der Zentrale/dem Verbraucher installiert wird.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Saug- und Druckaggregat für Heizöl oder Dieselöl zu schaffen, das ohne einen Betriebsbehälter mit den damit verbundenen Nachteilen auskommt. Darüber hinaus soll ein Saug- und Druckaggregat geschaffen werden, das als Einstrang-Baueinheit zwischen Öltank und Ölverbraucher eingesetzt werden kann. Ferner soll ein Saug- und Druckaggregat für Heiz- und Dieselöl geschaffen werden, das wie bei einem Aggregat mit Betriebsbehälter die Abscheidung von bereits in der Ansaugleitung entbundenen Gasblasen erlaubt.

Schließlich soll ein Saug- und Druckaggregat für Heiz- und Dieselöl geschaffen werden, das auch zur Versorgung höher gelegener Zentralen/Verbraucher (z. B. höher als etwa 4,5 m über dem Aggregat gelegen) mit nur einer Pumpe auskommt. Weitere Vorteile ergeben sich aus dein nachfolgenden Beschreibung.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Saug- und Druckaggregat gelöst, das gekennzeichnet ist durch eine Baueinheit mit a) wenigstens einem mit mehreren Heizölentlüftern bestückten Anschlußgruppenstück mit Zulauf-, Vorlauf- und Rücklaufstutzen, von denen der Zulaufstutzen zum Anschluß des Aggregats an die Ansaugleitung vom Öltank dient, und b) wenigstens einer Förderpumpe, deren Saugleitung mit dem Vorlaufstutzen und deren Rücklaufleitung mit dem Rücklaufstutzen des Anschlußgruppenstücks verbunden sind und dessen Druckleitung zum Anschluß an den Ölverbraucher dient. Unter Ölverbraucher soll wenigstens ein Ölbrenner und/oder eine höher als das erfindungsgemäße Aggregat gelegene Verteilerzentrale für angeschlossene Ölbrenner verstanden werden. Die Heizölentlüfter sind vorzugsweise automatische Heizölentlüfter.

Das erfindungsgemäße Aggregat kommt ohne Betriebsbehälter und dessen Überwachungsarmaturen aus. Der Zweistrangbetrieb zwischen dem Betriebsbehälter und dem Brenner entfällt, wodurch eine Verringerung des Energiebedarfs und der Geräuschentwicklung erreicht werden. Die Entgasung des Öls kann nicht nur auf wesentlich kleinerem Raum und automatisch durchgeführt werden, sondern auch die in der Ansaugleitung bereits gebildeten Gas blasen werden in den Heizölentlüftern des Anschlußgruppenstücks vom Öl abgetrennt.

Das in dem erfindungsgemäßen Saug- und Druckaggregat eingesetzte Anschlußgruppenstück ist aus DE 93 08 951 U der Anmelderin bekannt. Es besteht im wesentlichen aus einem Gehäuseblock mit einer ersten Durchgangsbohrung für den Anschluß der Zulaufleitung vom Öltank, einer zweiten Durchgangsbohrung für den Anschluß einer Rücklaufleitung und einer dritten durchgehenden Bohrung für den Anschluß einer Vorlaufleitung sowie Anschlußbohrungen an die drei Durchgangsbohrungen für den Anschluß von parallel geschalteten, in Reihe angeordneten Heizölentlüftern. Bezüglich weiterer Einzelheiten wird auf die Gebrauchsmusterschrift verwiesen. Im allgemeinen hat das Anschlußgruppenstück Anschlußbohrungen für die Anschluß von bis zu drei Heizölentlüftern. Entgegen den Angaben in DE 93 08 951 U werden bei der vorliegenden Erfindung die zweite und dritte Durchgangsbohrung des Anschlußgruppenstücks jedoch nicht an die Rücklaufleitung bzw. Vorlaufleitung des Brenners, sondern an die Rücklaufleitung bzw. Saugleitung der Förderpumpe angeschlossen, wodurch ein Saug- und Druckaggregat entsteht, das gegenüber dem mit Betriebsbehälter ausgestatteten Saugaggregat wesentliche Vorteile aufweist, wie z. B. den, daß mit einer Pumpe das Öl aus einem entfernt liegenden Tank angesaugt und zu entfernt und/oder hoch liegenden Ölverbrauchern gedrückt werden kann, die das Öl nicht von sich aus vom Aggregat ansaugen können. Das Anschlußgruppenstück nimmt den Überschuß der im Aggregat befindlichen Förderpumpe wieder zurück. Daher besteht zwischen dem erfindungsgemäßen Aggregat und dem Ölverbraucher eine Einstrang-Verbindung. Das Anschlußgruppenstück kann mit Heizölentlüftern unterschiedlicher Hersteller bestückt sein, wie z. B. WÖMA Flow-Control 3M oder TIGER-Loop.

Nach der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Saug- und Druckaggregats enthält die Baueinheit in der Ansaugleitung zum Zulaufstutzen des Anschlußgruppenstücks wenigstens einen Hahn und/oder ein Magnetventil und/oder einen Ölfilter. Das Magnetventil hat die Aufgabe, bei Störung oder Stillstand des Brenners zu schließen, so daß der Öl nicht vom Brenner her zurücklaufen kann.

Die Ansaugleitung hat im Tank kein Fußventil. Die Ölsäule kann daher bei einem Leck in der Leitung zum Öltank zurückfließen. Weiterhin kann die Baueinheit in der Druckleitung der Förderpumpe ein Druckminderventil und/oder einen Hahn enthalten. Mit dem Druckminderventil kann der am Ölbrenner anstehende Öldruck eingestellt werden.

Bei einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Aggregats enthält die Baueinheit mehrere parallel oder hintereinander geschaltete Anschlußgruppenstücke. Dieses Aggregat ist für größere Öldurchsätze geeignet. Insbesondere kann die Baueinheit zwei parallel geschaltete Anschlußgruppenstücke enthalten. Dieses Aggregat ist für einen Öldurchsatz von z. B. 120 l/h geeignet. Es ist natürlich auch möglich, statt der zwei parallel geschalteten Anschlußgruppenstücke auch zwei hintereinander geschaltete Anschlußgruppenstücke bzw. ein Anschlußgruppenstück mit doppelter Anzahl von Heizölentlüftern einzusetzen.

Weiterhin kann die Baueinheit, insbesondere die für größere Durchsätze, zwei parallel geschaltete Förderpumpen enthalten, die wechselweise einschaltbar sind. Eine Förderpumpe dient als stand-by-Pumpe; bei Ausfall einer Pumpe kann der Strang durch Magnetventile auf die zweite Förderpumpe umgeschaltet werden.

Die Erfindung wird nachfolgend an Hand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen

Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer Anlage zur Ölversorgung eines Brenners; und

Fig. 2 eine zweite Ausführungsform einer Anlage zur Ölversorgung eines Brenners.

Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform besteht das erfindungsgemäße Saug- und Druckaggregat aus einer fest verbundenen und verdrahteten Baueinheit, die in der Fig. 1 rechteckig eingerahmt und mit der Bezugszahl 1 bezeichnet ist. Die Baueinheit umfaßt ein Anschlußgruppenstück 2 mit drei Heizölentlüftern 3 und eine Förderpumpe 4. Der Zulaufstutzen 2ª des Anschlußgruppenstücks 2 ist an die Saugleitung 5 angeschlossen, die beispielsweise über eine Erdleitung in den Heizöltank 6 führt. Die Saugleitung 7 der Pumpe 4 ist an den Vorlaufstutzen 2b des Anschlußgruppenstücks 2 angeschlossen, und die Rücklaufleitung 8 der Pumpe 4 ist an den Rücklaufstutzen 2c des Anschlußgruppenstücks 2 angeschlossen. Die Baueinheit 1 enthält ferner in der Saugleitung 5 zwei Kugelhähne 9, ein Magnetventil 10 und ein Ölfilter 11. Ferner enthält die Baueinheit 1 abströmseitig der Förderpumpe ein Druckminderventil 12 sowie einen weiteren Kugelhahn 13.

Die Druckseite der Baueinheit 1 ist über eine Einstrang- Druckleitung 16 an einen Einstrang-Heizölfilter 14 mit Rücklaufzuführung eines Heizölbrenners 15 angeschlossen.

Es ist ersichtlich, daß die erfindungsgemäße Baueinheit 1 eine reine Einstrang-Einheit ist, also zwischen Baueinheit 1 und Heizölfilter 14 keine Rücklaufleitung existiert. Es besteht nur innerhalb der Einheit 1 ein geringer Ölrücklauf von der Pumpe 4 zum Anschlußgruppenstück 2. Die Saugleitung 5 wird auf Leckbildung überwacht; bei Auftreten eines Lecks fließt die Ölsäule von der Leckstelle aus in den Tank 6 zurück. Bei Störungen z. B. des Brenners schließt das Magnetventil 10, damit das Öl nicht vom Brenner 15 zurückfließen kann.

Die Fig. 2 zeigt eine modifizierte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Aggregats, bei der zwei Anschlußgruppenstücke 2, 2&min; mit je drei Heizölentlüftern 3 bzw. 3&min; parallel geschaltet sind, so daß die Durchflußmenge pro Zeiteinheit im Vergleich zur Ausführungsform nach Fig. 1 verdoppelt wird. Außerdem ist zu der Förderpumpe 4 eine zweite Förderpumpe 4&min; parallel geschaltet, die als Ersatzpumpe bei Ausfall der Pumpe 4 zur Verfügung steht. Die Erhöhung der Kapazität des erfindungsgemäßen Saug- und Druckaggregats durch baukastenartiges Zusammenschalten mehrerer Anschlußgruppenstücke 2, 2&min;, wie es in Fig. 2 beispielhaft dargestellt ist, bietet Kostenvorteile gegenüber der Kapazitätserhöhung bei einem Aggregat mit Betriebsbehälter, bei dem jeweils die Behältergröße verändert werden muß.

Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Aggregats ohne Betriebsbehälter ist es auch, daß die für Ölbehälter und die Räume, in denen sie stehen, bestehenden Vorschriften nicht beachtet zu werden brauchen.


Anspruch[de]
  1. 1. Saug- und Druckaggregat für Heizöl oder Dieselöl, gekennzeichnet durch eine Baueinheit (1) mit
    1. a) wenigstens einem mit mehreren Heizölentlüftern (3) bestückten Anschlußgruppenstück (2) mit Zulauf-, Vorlauf- und Rücklaufstutzen (2ª, 2b, 2c), von denen der Zulaufstutzen (2ª) zum Anschluß des Aggregats an den Öltank (6) dient, und
    2. b) wenigstens einer Förderpumpe (4), deren Saugleitung (7) mit dem Vorlaufstutzen (2b) und deren Rücklaufleitung (8) mit dem Rücklaufstutzen (2c) des Anschlußgruppenstücks (2) verbunden sind und dessen Druckleitung (16) zum Anschluß an einen Ölverbraucher (15) dient.
  2. 2. Saug- und Druckaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Baueinheit (1) in der Ansaugleitung (5) zum Zulaufstutzen (2ª) des Anschlußgruppenstücks (2) wenigstens einen Hahn (9) und/oder ein Magnetventil (10) und/oder einen Ölfilter (11) enthält.
  3. 3. Saug- und Druckaggregat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Baueinheit (1) in der Druckleitung (16) der Förderpumpe (4) ein Druckminderventil (12) und/oder einen Hahn (13) enthält.
  4. 4. Saug- und Druckaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Baueinheit (1) mehrere parallel oder hintereinander geschaltete Anschlußgruppenstücke (2) enthält.
  5. 5. Saug- und Druckaggregat nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Baueinheit (1) zwei parallel geschaltete Anschlußgruppenstücke (2, 2&min;) enthält.
  6. 6. Saug- und Druckaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Baueinheit (1) zwei parallel geschaltete Förderpumpen (4, 4&min;) enthält, die wechselweise einschaltbar sind.






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