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Dokumentenidentifikation DE19526076A1 15.05.1996
Titel Schreibgerät
Anmelder h & m gutberlet gmbh industrievertretungen c.d.h., 90471 Nürnberg, DE
Erfinder Gutberlet, Horst, 90471 Nürnberg, DE
Vertreter Patentanwälte Rau, Schneck & Hübner, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 18.07.1995
DE-Aktenzeichen 19526076
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse B43K 23/00
IPC-Nebenklasse B43K 23/02   B43L 15/00   
Zusammenfassung Bei einem Schreibgerät umfassend einen schlanken, langgestreckten Grundkörper mit einer Schreibeinrichtung nach Art eines Kugelschreibers, Füllfederhalters, Bleistiftes oder dergleichen und eine Haltehilfseinrichtung in Form eines mit dem Grundkörper verbundenen ring- oder klammerartigen Halteelements, welches von dem Grundkörper wegsteht, ist vorgesehen, daß das Halteelement (5) schräg seitlich zur Oberseite des Grundkörpers (2) des Schreibgerätes (1) hin geneigt angeordnet ist, vorzugsweise, derart, daß das Halteelement mit Hilfe eines Kugelgelenks schwenkbar und anpaßbar gelagert ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung richtet sich auf ein Schreibgerät umfassend einen schlanken, langgestreckten Grundkörper mit einer Schreibeinrichtung nach Art eines Kugelschreibers, Füllfederhalters, Bleistiftes oder dergleichen und eine Haltehilfseinrichtung in Form eines mit dem Grundkörper verbundenen ring- oder klammerartigen Halteelements, welches von dem Grundkörper wegsteht. Ein derartiges Schreibgerät ist beispielsweise bekannt aus der DE-PS 1 83 731.

Es sind zahlreiche Lösungen bekannt, die es körperlich an Hand behinderten Menschen erleichtern sollen, ein Schreibgerät festzuhalten bzw. dieses mit der Hand zu verbinden. Die vorbekannten Lösungen sind ganz überwiegend für sehr stark behinderte Personen gedacht und beinhalten dementsprechend aufwendige Mechanismen.

Demgegenüber liegt der folgenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Schreibgerät der gattungsgemäßen Art so auszugestalten, daß die Haltehilfseinrichtung extrem einfach ausgestaltet ist und nicht nur von Menschen benutzt werden kann, welche durch Krankheiten wie Gicht oder Rheuma an einer Fingerversteifung leiden bzw. die teilamputierte Finger aufweisen, sondern auch hilfreich ist für nichtbehinderte Menschen, welche z. B. in schnellem Wechsel Maße, Betriebsdaten oder dergleichen notieren müssen, um dann andererseits wieder mit der gleichen Hand Manipulationen auszuführen, wie z. B. eine Meßeinrichtung zu handhaben oder eine Verstellungen von Einstellungen an Meßgeräten vorzunehmen.

Insbesondere aber soll ein gattungsgemäß als bekannt vorausgesetztes Halteelement so ausgestaltet sein, daß es eine ergonomische Haltung ermöglicht und an die individuellen Wünsche unterschiedlicher Benutzer anpaßbar ist, vor allem auch von Rechts- und Linkshändern gleichermaßen benutzt werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Halteelement schräg seitlich zur Oberseite des Grundkörpers des Schreibgerätes hin geneigt angeordnet ist, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, daß das Halteelement mit Hilfe eines Kugelgelenks schwenkbar und anpaßbar gelagert ist.

Durch eine solche, insbesondere einstellbare, Schrägstellung und Verdrehbarkeit wird erreicht, daß eine völlig unverkrampfte Schreibhaltung realisiert wird, weil der Benutzer das Gerät an sich mit einer ganz natürlichen Schreibhaltung halten kann. Es kann eine beliebige Winkelstellung des Halteelements eingestellt werden, wobei es auch möglich ist, das Halteelement sowohl für Rechtshänder als auch für Linkshänder optimal anzuordnen.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß an dem Grundkörper im Griffbereich am vorderen Ende eine Haltehülse aus Kunststoff, Gummi, Holz, Kork oder dergleichen angebracht ist. Durch die Formgebung und Materialwahl einer solchen Haltehülse lassen sich optimale Angriffsbedingungen für das Vorderende des Zeigefingers schaffen.

Günstigerweise ist das Halteelement an dem Grundkörper längsverschiebbar gelagert, wobei die Lagerung vorzugsweise reibschlüssig-endlagenstabil ausgeführt ist.

Dementsprechend kann jeder Benutzer die Position des Halteelements so wählen, wie es für seine individuelle Schreibhaltung und dem jeweiligen Benutzungszweck am günstigsten ist.

Mit Vorteil ist vorgesehen, daß das Halteelement an einer Gleithülse gelagert ist. Aus dem Stand der Technik ist es zwar bekannt, das Halteelement über eine hülsenartige Konfiguration mit dem Schreibgerät zu verbinden, jedoch dient diese Verbindung im wesentlichen einer in axialer Richtung ortsfesten Befestigung, wohingegen die erfindungsgemäß vorgesehene Gleithülse gerade die vorstehend angesprochene axiale Einstellung zu realisieren hilft.

Die Gleithülse kann an ihrer Innenseite eine Mehrzahl halbrunder Noppen aufweisen, um insbesondere bei einer metallischen Oberfläche des Schreibgeräts eine definierte Reibung zu erzielen und andererseits ein Verkratzen zu verhindern.

Die Gleithülse kann aus federndem Material bestehen, um eine Anpassung an unterschiedliche Durchmesser des Schreibgerätes zu ermöglichen.

Eine günstige Ausführungsform der Gleithülse besteht aus Kunststoff, wobei dann insbesondere vorgesehen ist, daß sie in Längsrichtung geschlitzt ist und einen auf den Schlitz zu abnehmenden Durchmesser aufweist.

Um sicherzustellen, daß die Gleithülse das Halteelement auch wirklich stabilisiert, ist vorgesehen, daß deren Länge ein Mehrfaches von deren Durchmesser beträgt.

Um trotz einer hieraus resultierenden relativ großen Länge der Gleithülse die Reibung nicht zu groß werden zu lassen, kann vorgesehen sein, daß die Gleithülse zwei über einen Steg miteinander verbundene, im Abstand zueinander angeordnete Gleithülsenabschnitte umfaßt.

Weiterhin kann bei einer Ausführungsform der Gleithülse mit Längsschlitz vorgesehen sein, daß in diesen eine an dem Grundkörper des Schreibgerätes ausgebildete Längsrippe eingreift, so daß eine Drehsicherung erreicht wird.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Dabei zeigt

Fig. 1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Schreibgerätes,

Fig. 2 einen Schnitt zur Veranschaulichung der schwenkbaren Lagerung des Halteelements an einer Gleithülse und

Fig. 3 einen gegenüber Fig. 2 um 90° gedrehten Schnitt und

Fig. 4 eine Fig. 2 entsprechende Darstellung einer abgewandelten Ausführungsform.

Ein in Fig. 1 dargestelltes Schreibgerät 1 umfaßt einen länglichen zylinderförmigen Grundkörper 2, an dessen unterem Ende eine Schreibeinrichtung in Form einer Kugelschreibermine 3 sichtbar ist. Oberhalb der Schreibeinrichtung 3 ist eine Griffhülse 4 aus Kunststoff aufgesetzt, die eine besonders bequeme Handhabung ermöglicht.

An dem Grundkörper 2 ist über eine Gleithülse 8 ein Halteelement 5 in Form eines Ringes befestigt, der gegenüber der Längsachse 6 zum oberen Ende 7 hin neigungseinstellbar ist, so daß ein ergonomisches Halten ermöglicht wird. Die Gleithülse 8 ist zur optimalen individuellen Anpassung reibschlüssig längs des Grundkörpers 2 verschiebbar.

Im Gebrauchszustand liegt der Daumen 9 des Benutzers an der Haltehülse 4 direkt an, wobei der Zeigefinger 10 im wesentlichen parallel zu der Längsachse 6 des Grundkörpers 2 verläuft und den Ring des Halteelements 5 durchsetzt und somit auf der anderen Seite der Haltehülse 4 gegenüber dem Daumen 9 zu liegen kommt. Der Grundkörper 2 des Schreibgerätes 1 liegt dann, wie ein in üblicher Weise gehaltenes Schreibgerät, im Bereich der Fingerwurzel des Zeigefingers 10 der Hand 11.

In Fig. 2 und 3 ist eine Variante dargestellt, bei der das Halteelement 5 über ein Kugelgelenk 12 schwenkbar an der Gleithülse 8 festgelegt ist.

Im Ausführungsbeispiel sind Halteelement 5 und Gleithülse 8 jeweils einstückig aus Kunststoff gespritzt.

Die Gleithülse 8 wird durch ein Kunststoffteil gebildet, welches an seiner Unterseite einen Schlitz 13 aufweist, welcher ein elastisches Aufweiten der Schenkel 14 und 15 zur Anpassung an unterschiedliche Durchmesser ermöglicht. Der Querschnitt der Schenkel 14, 15 nimmt, wie in Fig. 3 erkennbar, in Richtung auf den Schlitz 13 zu ab.

Abweichend von der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform kann gemäß Fig. 4 die Gleithülse 8 auch aus zwei Hülsenabschnitten 16, 17 bestehen, welche durch einen Steg 18 miteinander verbunden sind.

An der Oberseite der Gleithülse 8 bzw. des Stegs 18 ist eine Lagerpfanne 19 des Kugelgelenks 12 ausgebildet, welche eine mit dem Halteelement 5 verbundene Kugel 20 zu etwas mehr als 180° umschließt, so daß die Kugel 20 in die Pfanne 19 elastisch eingerastet werden kann. Um das elastische Einrasten zu erleichtern, kann die Kugelpfanne auch mit (in der Zeichnung nicht dargestellten) Schlitzen versehen werden.

In Fig. 3 ist veranschaulicht, wie der Ring des Halteelements 5 über einen Winkelbereich 21 schwenkbar und verdrehbar ist, so daß eine optimale Anpassung an die individuelle Hand und Handhaltung des jeweiligen Benutzers möglich ist. Dabei ist das Kugelgelenk 12 so ausgestaltet, daß zwar eine problemlose Verdrehung möglich ist, jedoch der Reibungswiderstand so hoch ist, daß ausgehend von einer eingestellten Position noch eine gewisse Stützwirkung gegeben ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Schreibgerät umfassend einen schlanken, langgestreckten Grundkörper mit einer Schreibeinrichtung nach Art eines Kugelschreibers, Füllfederhalters, Bleistiftes oder dergleichen und eine Haltehilfseinrichtung in Form eines mit dem Grundkörper verbundenen ring- oder klammerartigen Haltelements, welches von dem Grundkörper wegsteht, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement (5) schräg seitlich zur Oberseite des Grundkörpers (2) des Schreibgerätes (1) hin geneigt angeordnet ist.
  2. 2. Schreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement mit Hilfe eines Kugelgelenks schwenkbar und anpaßbar gelagert ist.
  3. 3. Schreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Grundkörper (2) im Griffbereich am vorderen Ende eine Haltehülse (4) aus Kunststoff, Gummi, Holz, Kork od. dgl. angebracht ist.
  4. 4. Schreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement (5) an dem Grundkörper (2) längsverschiebbar gelagert ist.
  5. 5. Schreibgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement (5) reibschlüssig-endlagenstabil am Grundkörper (2) gelagert ist.
  6. 6. Schreibgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement (5) an einer Gleithülse (8) gelagert ist.
  7. 7. Schreibgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleithülse (8) an ihrer Innenseite eine Mehrzahl halbrunder Noppen aufweist.
  8. 8. Schreibgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleithülse (8) aus federndem Material besteht.
  9. 9. Schreibgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gleithülse (8) aus Kunststoff vorgesehen ist, welche in Längsrichtung geschlitzt ist und einen auf den Schlitz (13) zu abnehmenden Durchmesser aufweist.
  10. 10. Schreibgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Gleithülse (8) ein Mehrfaches des Durchmessers beträgt.
  11. 11. Schreibgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleithülse (8) zwei über einen Steg (18) miteinander verbundene, im Abstand zueinander angeordnete Gleithülsenabschnitte (16, 17) umfaßt.
  12. 12. Schreibgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleithülse (8) einen Längsschlitz aufweist, wobei an dem Grundkörper (2) des Schreibgerätes (1) eine Längsrippe vorgesehen ist, die in den Längsschlitz (13) der Gleithülse (8) eingreift.






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