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Dokumentenidentifikation DE19529540A1 15.05.1996
Titel Aufsattelmaschine
Anmelder Bohner, Karl, 72505 Krauchenwies, DE
Erfinder Bohner, Karl, 72505 Krauchenwies, DE
DE-Anmeldedatum 11.08.1995
DE-Aktenzeichen 19529540
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse A01B 51/00
IPC-Nebenklasse A01B 51/04   A01B 59/00   
Zusammenfassung In der Bodenbearbeitung im Ackerbau, insbesondere bei der Kombination von massivzertrümmernden Bodenbearbeitungsgeräten und Drillmaschine, kommt es aufgrund der ungünstigen Gewichtsverteilung im Heck von großen Schleppern zu Bodenverdichtungen mit all ihren bekannten nachteiligen Folgen. Die gleichen Bodenverdichtungen ergeben sich beim Einsatz von Pflanzenschutzgeräten und Mineraldüngerstreuern. Dies soll die Aufsattelmaschine vermeiden. Daneben sind mit dieser Maschine weitere Rationalisierungsmöglichkeiten gegeben, da vorhandene Technik effizienter eingesetzt werden kann; z. B. kann mit einem normalen Düngerstreuer kaum mehr als ca. 800 kg Dünger transportiert und ausgebracht werden. In Kombination mit der Aufsattelmaschine ist eine Ausweitung dieser Kapazität auf 4000 kg möglich, und dies, ohne daß eine größere Zugmaschine erforderlich ist.
Die Aufsattelmaschine besteht aus einem einfachen Rahmen, Rädern und Deichsel. Das besondere sind die Hubvorrichtungen, ähnlich wie die Frontkraftheber an Traktoren, sie ermöglichen den kombinierten Einsatz von beinahe allen bisher vorhandenen Maschinen. Insbesondere beim Einsatz von Kreiseleggen plus Drillmaschine sind übergroße Schlepper erforderlich, um diese Kombinationen auszuheben, sowie zu transportieren, nicht jedoch um sie anzutreiben. Dies hat zur Folge, daß entweder die großen Schlepper nicht ausgelastet sind, oder daß, wenn keine solch großen Schlepper auf dem Hof vorhanden sind, auf die 2,5 m breiten Kombinationen ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Aufsattelmaschine mit mehreren An- und Aufbauräumen, um die in der Landwirtschaft vorkommenden Arbeiten zu kombinieren und somit zu rationalisieren, sowie die bereits auf den landwirtschaftlichen Betrieben vorhandenen Maschinen effektiver einzusetzen.

Es ist bekannt, daß im Ackerbau nicht selten durch den Einsatz von Kombinationen aus Kreiselegge oder sonstigen massiv zertrümmernden Bodenbearbeitungsgeräten und Drillmaschine Bodenverdichtungen entstehen, die durch die ungünstige Gewichtsverteilung im Heckanbau von großen Schleppern bedingt sind. Dasselbe Problem tritt beim Düngerstreuen sowie beim Einsatz von Pflanzenschutzgeräten auf.

Insbesondere das Mitführen von Vorratstanks (z. B. auf MB-Trak, Unimog), um die Schlagkraft zu erhöhen, führt nicht nur zu unnötigen Bodenverdichtungen mit all ihren bekannten Folgen, sondern es werden auch häufig die erlaubten Achs- und Reifenlasten überschritten. Dies führt zu einer erheblichen Rechtsunsicherheit im Straßenverkehr.

Dem versuchen bereits viele Hersteller von aufgesattelten Geräten, wie z. B. aufgesattelte Saatbettkombinationen, Kreiselheuern, Großflächenstreuern, angehängten Pflanzenschutzgeräten usw., entgegenzutreten. Der elementare Nachteil dieser Lösungen ist, daß sie nicht universell einsetzbar sind, das heißt, mit jeder Maschine muß mit hohem Kostenaufwand ein neuer Rahmen, die Räder, Hydraulik, Beleuchtung usw. zugekauft werden.

Dies betrifft nicht nur die Bodenbearbeitung, sondern auch Düngungs-, Pflanzenschutz- sowie Bestellmaßnahmen. Auch im Grünland sind Einsätze der Aufsattelmaschine zweckmäßig.

Die Aufsattelmaschine ist an eine Zugmaschine oder Schlepper anzuhängen bzw. anzuschließen.

Die Problematik der heutigen Bodenbearbeitung wird. u. a. in den Gebrauchsmustern Nr. 91 14 455 sowie 93 12 364 sehr treffend beschrieben, jedoch nur teilweise gelöst. Dies insofern, als daß diese Geräte nur für diesen einen Einsatzzweck geeignet sind und somit für den gesamten Maschinenpark eines Betriebes ein erheblicher Kapitaleinsatz erforderlich ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Aufsatteleinrichtung der eingangs erwähnten Art so auszubilden, daß diese zum einen mit nur geringem Aufwand den vielfältigen Anforderungen in unterschiedlichen Einsatzbereichen, jedoch kombiniert mit herkömmlichen landwirtschaftlichen Geräten, gerecht werden kann, einfach in ihrer Konstruktion ist und somit günstig in der Herstellung ist, eine angepaßte Baulänge hat und einen Schwerpunkt deutlich vor dem Fahrwerk hat, und vor allem in einem Arbeitsgang mehrere Arbeiten erledigt werden können.

Es ist vorteilhaft, wenn die beiden Hubvorrichtungen (vergleichbar mit den bekannten Frontkrafthebern an Traktoren) baugleich sind, so daß die Herstellungs- und Ersatzteilkosten niedrig bleiben.

Vorteilhaft ist es des weiteren, wenn das jeweils an einem Abbauraum angebrachte Gerät bzw. Zusatzeinrichtung über eine eigene Aushubvorrichtung verfügt und entsprechend einzeln angesteuert ist. Dadurch wird der Arbeitsablauf vor allem am Vorgewende optimiert.

Erreichte Vorteile

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß statt einer Vielzahl von aufgesattelten Maschinen, Großflächenstreuern, gezogenen Pflanzenschutzgeräten, übergroßen Traktoren sowie sonstiger Maschinen nur unsere Aufsattelmaschine angeschafft und unterhalten werden muß und trotzdem die Rationalisierungsmöglichkeiten eben dieser Spezialmaschinen erreicht werden.

Daneben werden nur die bisher vorhandenen Maschinen benötigt, es kann also der alte Düngerstreuer, Pflanzenschutzgerät, Rototiller, Kreiselegge, Drillmaschine, Kreiselmäher usw. weiterverwendet werden.

Die Verwendungsmöglichkeiten sind in den folgenden Zeichnungen näher beschrieben.

Die Aufsattelmaschine wird im folgenden kurz "AM" genannt.

Es zeigt:

Fig. 1 die "nackte" Aufsattelmaschine,

Fig. 2 die AM in Kombination mit Kreiselegge und Drillmaschine,

Fig. 3 die AM in Kombination mit Zusatztank und Düngerstreuer = Großflächenstreuer,

Fig. 4 die AM in Kombination mit Zusatztank, Wassereinsatz und herkömmlicher Pflanzenschutzspritze (nachgerüstet mit Fernbedienung) = gezogenes Großflächenpflanzenschutzgerät,

Fig. 5 die AM in Kombination mit Antriebseinheit, zwei Kreiselmähwerken (der Zugschlepper muß hierbei mit Frontmähwerk fahren) = 6,5 m Arbeitsbreite,

Fig. 6 die AM in Kombination mit Aufsatteltank, Kreiselegge und Drillmaschine = 20 Hektar Nonstopdrillen.


Anspruch[de]
  1. 1. Aufsattelmaschine, bestehend aus einem Rahmen, Tragachse, zwei unabhängig voneinander zu betätigenden Hydraulikkrafthebern (zweimal ein Paar), einem Stützrad oder -vorrichtung sowie einer Deichsel.
  2. 2. Aufsattelmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Koppelpunkte (1) vorhanden sind, die die Aufnahme von einem Vorratstank und/oder Antriebseinheit erlauben. Der Vorratstank ist hydraulisch kippbar.
  3. 3. Aufsattelmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die unterschiedlichsten Hydraulikfunktionen durch der Aufsattelmaschine zugeordnetes oder aufgebautes ferngesteuertes Vielfachsteuergerät ausgeführt werden, dadurch ist schlepperseitig nur ein Vor- und Rücklauf erforderlich. Dieses Vielfachsteuergerät kann auch manuell bedienbar sein.
  4. 4. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die hydraulischen Funktionen jeweils extra angesteuert werden (direkt vom Schlepper).
  5. 5. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorratstank in verschiedenen Ausführungen - insbesondere den unterschiedlichen Bedürfnissen anpaßbar - ausgebildet ist.
  6. 6. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in den Vorratstank ein Wasserbehälter gestellt wird.
  7. 7. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Antriebseinheit aufgesattelt wird, welche einen Teil oder den gesamten Energiebedarf der anzutreibenden Maschinen liefert.
  8. 8. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschine auflauf- oder druckluftgebremst ist.
  9. 9. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit gelenkten Achsen ausgestattet ist.
  10. 10. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die erforderlichen Abgrenzungs-, Beleuchtungs-, Warn-, Schutz-, Brems- und Fahrtrichtungsanzeigevorrichtungen eingebaut sind.
  11. 11. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftheber pendeln können.
  12. 12. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit einer Rückfahrautomatik ausgestattet ist.
  13. 13. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine begehbare Pritsche montiert wird.
  14. 14. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß Zapfwellendurchtriebe den Krafthebern zugeordnet sind.
  15. 15. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß eine Übertragungseinheit die Energie von der Antriebseinheit zum Zapfwellendurchtrieb bzw. zu den angebauten Maschinen leitet.
  16. 16. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß eine eigene Bordhydraulik installiert wird. Angetrieben entweder durch die Antriebseinheit oder durch den Schlepper über eine Zapfwelle.
  17. 17. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß weitere Geräte und Zusatzfunktionen angebaut und angebracht werden können.
  18. 18. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Hydraulikkraftheber so ausgestattet werden, daß eine Arbeitsbreite von über 3 Metern mit den angekoppelten Geräten erreicht werden kann.
  19. 19. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Anhängung an die Zugmaschine wahlweise durch das Zugpendel, die Unterlenker und/oder in Verbindung mit einer Ackerschiene oder die Anhängekupplung erfolgt.
  20. 20. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterlenker (Hydraulikkraftheber) nach einer der Kategorien I, II oder III genormt sind.
  21. 21. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß hinten eine zusätzliche Anhängevorrichtung angebracht wird.
  22. 22. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß am Rahmen Vorrichtungen angebracht sind, die die Halterungen der Zusatzgeräte aufnehmen und diese somit fest angebaut werden können.
  23. 23. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß insbesondere beim Einsatz mit zwei bzw. insgesamt drei Kreiselmähwerken im Heck des letzten Kreiselmähwerkes zusätzlich mit einer Vorrichtung ein Kreiselheuer gezogen und angetrieben sowie mit entsprechender Ausstattung, ohne abzusteigen, in Arbeitsstellung gebracht werden kann.
  24. 24. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß unterschiedliche Bereifungen (Pflege-, Breit-, Zwillingsreifen oder sonstige) verwendet werden.
  25. 25. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß im Heck per Fernbedienung, die Hydraulikfunktionen ausgeführt werden können, die erforderlich sind (insbesondere beim Umfüllen des Betriebsmittels aus dem Vorratstank in die im Heck angebaute Maschine bzw. beim Ankuppeln des Heckgerätes).
  26. 26. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß unterschiedliche Spurweiten möglich sind.
  27. 27. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatztank in verschiedenen Ausführungen gebaut wird.
  28. 28. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß ein Elevator oder sonstige Fördereinrichtung angebaut wird, die ein Umladen aus einem Transportfahrzeug direkt in den Vorratstank bzw. angebaute bzw. angehängte Zusatzgeräte ermöglicht.
  29. 29. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die unterschiedlichsten Geräte in allen möglichen Kombinationen angebaut bzw. angehängt werden können.
  30. 30. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß der in Fahrtrichtung gesehen vorne liegende Hydraulikkraftheber so umgerüstet bzw. ergänzt wird, daß zwei nebeneinander arbeitende Geräte links und rechts hochgeklappt werden können (z. B. 2×3 m Kreiselegge = 6 m Arbeitsbreite; hinten pneumatische Drillmaschine in der gleichen Breite).
  31. 31. Aufsattelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß ein Knickdeichsel angebracht ist (vgl. Deichsel am Silierladewagen).






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