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Dokumentenidentifikation DE19540748A1 15.05.1996
Titel Längsteillinie mit Haupt- und Vorbremse
Anmelder Sundwiger Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH & Co, 58675 Hemer, DE
Erfinder Schulze, Kurt, 58675 Hemer, DE;
Frauenkron, Armin, 58638 Iserlohn, DE;
Koepe, Wilfried, 59368 Werne, DE
Vertreter Cohausz & Florack, 40472 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 02.11.1995
DE-Aktenzeichen 19540748
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse B23D 19/00
IPC-Nebenklasse B21B 15/00   
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine Linie zum Längsteilen eines gewalzten Metallbandes. Um die beim Längsteilen entstandenen Streifen (5) mit über die Bandbreite unterschiedlicher Dicke mit gleicher Rückhaltekraft auf einem Aufwickelhaspel (10) aufwickeln zu können, ist dem Aufwickelhaspel (10) ein Bremsaggregat (8, 9) vorgeordnet. Das Bremsaggregat (8, 9) umfaßt mindestens eine Gruppe von nebeneinander angeordneten, individuell gebremsten Bremsringen (8a), gegen die berührungslos oder mit Kontakt Andrückmittel (8b) einwirken, die beispielsweise als die Bremsringe im Umschlingungsbereich der Streifen (5) andrückende Riemen (8b) ausgebildet sein können. Besonders vorteilhaft ist, wenn diese Bremse als Vorbremse (8) dient und nur die für eine Hauptbremse (9) notwendige Rückhaltekraft aufzubringen braucht. In einem solchen Fall können hohe Bremsmomente ohne Schlupf auf die Streifen (5) übertragen werden. Ferner kann die Vorbremse (8) dieses Bremsaggregat (8, 9) bis zu entsprechenden, materialabhängigen Banddicken auch als alleiniges Bremsaggregat eingesetzt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Linie zum Längsteilen eines gewalzten Metallbandes mit einer Kreismesserscheiben aufweisenden Schere, einem in Bandlaufrichtung der Schere nachgeordneten Bremsaggregat und einer Aufwickelhaspel, wobei das Bremsaggregat mehrere nebeneinander angeordnete, individuell gebremste Bremsringe aufweist, über die die beim Längsteilen aus dem Metallband entstandenen Streifen mit Reibschluß möglichst schlupffrei laufen.

Längsteillinien dieser Art dienen dazu, die wegen des in der Regel bombierten Querschnittes des gewalzten Metallbandes unterschiedlich dicken Streifen, die beim Aufwickeln auf der Hapsel zu einem unterschiedlich dicken Wickelradius führen, mit gleicher Zugkraft aufzuwickeln.

Bei einer bekannten Längsteillinie dieser Art, die sich in der Praxis bestens bewährt hat, besteht das Bremsaggregat aus einer Hauptbremse und einer Vorbremse. Die Hauptbremse besteht aus einem Satz von ein, zwei oder mehr Gruppen von individuell gebremsten Ringen, die von den Streifen nach Art eines S-Rollensatzes umschlungen sind. Damit von diesen Bremsringen auf die Streifen ein Bremsmoment übertragen werden kann, ist die Vorbremse vorgesehen. Als Vorbremsen eignen sich Wirbelstrombremsen, Plattenbremsen oder Riemenbremsen. Wirbelstrombremsen haben den Nachteil, daß sie nur bei sehr leitfähigen Metallbändern, wie Aluminium oder Buntmetall, einen ausreichenden Rückzug aufbringen können. Plattenbremsen bringen den Nachteil mit sich, daß sie vor allem bei nicht glatten Oberflächen des Metallbandes einem erhöhten Verschleiß unterliegen. Darüber hinaus führt schon eine geringe Verschmutzung der Platten zum Verkratzen der Oberfläche des Metallbandes. Riemenbremsen unterliegen ebenfalls einem hohem Verschleiß und haben den weiteren Nachteil, daß sie den Streifen keine ausreichende Seitenführung geben können. Das führt dann dazu, daß die Streifen wegen ihrer unterschiedlichen Dicke über die Breite seitlich verlaufen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Längsteillinie der eingangs genannten Art zu schaffen, die sich für alle Arten von Metallbändern mit empfindlichsten Oberflächenstrukturierungen eignet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Längsteillinie der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß auf die Streifen im Umschlingungsbereich der Bremsringe Andrückmittel einwirken, die entweder berührungslos oder auf der den Bremsringen abgewandten Seite mit Kontakt, sowohl mit als auch ohne Übertragung einer Bremskraft an den Streifen schlupffrei angreifen.

Im einfachsten Fall braucht bei der Erfindung also nur einseitig ein Satz von Bremsringen angeordnet zu sein. Der für die Übertragung der Bremskraft notwendige Anpreßdruck wird von bremsend oder nicht bremsend auf das Band einwirkenden Mitteln aufgebracht. Die berührungslos arbeitenden Andrückmittel können magnetischer oder pneumatischer Art sein. So können auf der freien Seite die Streifen von einem Luftkissen beaufschlagt werden. Sofern es gilt, mit Kontakt die Andrückkraft aufzubringen, können dafür angetriebene Rollenkörbe oder umschlingende Riemen vorgesehen sein. Entscheidend ist, daß in keinem Fall die ggf. zusätzlich gewünschte Bremskraft unter Inkaufnahme von Schlupf von den umschlingenden Riemen übertragen wird. Die Bremsung der Riemen kann individuell generatorisch oder reibschlüssig an Umlenkscheiben erfolgen, über die die Riemen laufen.

In der Regel reicht es aus, wenn die Bremskraft von den Bremsscheiben aufgebracht wird. Sofern jedoch eine höhere Bremskraft gewünscht wird, für die die von den gebremsten Riemen aufbringbare Bremskraft nicht ausreicht, ist es im Rahmen einer Ausgestaltung der Erfindung möglich, die höheren Rückhaltekräfte durch den Einsatz einer Hauptbremse und einer Vorbremse aufzubringen. In diesem Fall kann die Hauptbremse, wie bekannt, aus einem nach Art eines S-Rollensatzes umschlungenen Ringensatzes aus zwei Gruppen von individuell gebremsten Ringen bestehen, wobei die Vorbremse aus einer Gruppe von Ringen mit den beschriebenen, ihnen zugeordneten Andrückmitteln besteht. Da von dieser Vorbremse nur die für die Hauptbremse benötigte Rückhaltekraft aufgebracht zu werden braucht, kann an der Vorbremse das Bremsmoment sehr klein gehalten werden, so daß es nicht zu einem Schlupf und damit zu einer Beschädigung der Oberfläche des Bandes kommt. Der Einsatz einer solchen Vorbremse ist besonders dann vom konstruktiven Aufwand her vorteilhaft, wenn die Streifen nach Durchlaufen einer Schlingengrube über eine Umlenkrolle geführt werden müssen. In diesem Fall kann die Umlenkrolle aus den individuell gebremsten Ringen bestehen.

Während bei berührungslos angreifenden Andrückmittel die über die Breite des Bandes unterschiedliche Dicke der Streifen für die Andrückkraft nicht besonders kritisch ist, sind die Verhältnisse bei mit Berührungskontakt angreifenden Andrückmittel kritischer. Deshalb ist nach einer Ausgestaltung der Erfindung für mit Berührungskontakt angreifende Andrückmittel vorgesehen, daß ihre Andrückkraft individuell einstellbar ist, um so für jeden Streifen einen optimalen Aufwickelrückzug einstellen zu können.

Um die Längsteillinie für verschiedene Bänder schnell umrüsten zu können, ist nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß bei mit Berührungskontakt angreifenden Andrückmitteln diese in einer Schnellwechselkassette eingebaut sind. Die einzelnen Kassetten können dann für unterschiedliche Bänder voreingestellt sein.

Im folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert.

Von einer Abwickelhapsel 1 wird gewalztes Metallband 2 mittels einer Vorziehpartie 3 abgezogen. Das Metallband 2 gelangt dann durch einen nicht dargestellten Linieneinlaufteil in eine Schere 4 zum Längsteilen, die aus oberen und unteren Kreismesserscheiben besteht. Die auf diese Art und Weise entstehenden Streifen 5 gelangen über eine Rollenführung 6 in eine als Bandspeicher dienende Schlingengrube 7, aus der sie über ein Bremsaggregat aus einer Vorbremse S und einer Hauptbremse 9 zu einer Aufwickelhaspel 10 gelangen. Damit die parallellaufenden Streifen auf diesem Weg nicht ineinanderlaufen, können Separiervorrichtungen 11, 12 vorgesehen sein, wie sie beispielsweise für die Vorbremse 8 dargestellt sind.

Die an sich bekannte Hauptbremse 9 besteht aus einem Satz Bremsringen 9a, 9b, der nach Art eines S-Rollensatzes von den Streifen 5 umschlungen ist. Der ersten Gruppe von Bremsringen 9a ist eine mitlaufende, segmentierte Umlenkrolle 9c vorgeordnet. Von dieser wird kein Bremsmoment auf die Streifen 5 übertragen. Die Bremsringe 9a, 9b haben eine für die Übertragung eines Bremsmomentes geeignete Oberfläche. Sie sind individuell gelagert und ihr Bremsmoment ist einstellbar. Da in axialer Richtung mehrere solcher Bremsringe 9a, 9b nebeneinander angeordnet sind, können die Streifen 5 individuell gebremst werden, so daß sie mit gleicher Spannung aufgewickelt werden können. Die Anzahl der Bremsringe 9a, 9b ist in der Regel geringer als die Anzahl der Streifen 5. Dies genügt, da die Dickenunterschiede zwischen benachbarten Streifen 5 nicht groß sind, so daß die daraus resultierenden Toleranzen beim Aufwickeln hingenommen werden können.

Um die an der Hauptbremse 9 für die Übertragung des Bremsmomentes notwendige Rückhaltekraft zur Verfügung zu stellen, dient die Vorbremse 8. Sie besteht aus mehreren nebeneinander angeordneten, individuell gebremsten Bremsringen 8a, deren Aufbau dem der Bremsringe 9a, 9b entspricht. Die Bremsringe 8a dienen gleichzeitig als Umlenkung für die aus der Schlingengrube 7 kommenden Streifen 5. Die Oberfläche der Bremsringe 8a hat eine für die Übertragung des hier aufzubringenden Bremsmomentes ausreichenden Reibewert. Damit das Bremsmoment übertragen werden kann, sind die Streifen 5 auf ihrer freien Seite im Umschlingungsbereich von Riemen 8b umschlungen, die über Umlenkrollen 8c laufen. Diese Riemen 8b laufen gebremst oder ungebremst mit den Streifen 5 mit. Statt der Riemen 8b können auch Rollen oder andere Andrückelemente vorgesehen sein. Auch kann im Bereich der Riemen ein Luftkissen vorgesehen sein. Da die Riemen 8b vorrangig die Anpreßkraft für eine schlupffreie Übertragung des Bremsmomentes von den Bremsringen 8a auf die Streifen 5 aufzubringen haben, kann das allenfalls zusätzlich von ihnen zu übertragende Bremsmoment klein gehalten werden, daß sie schlupffrei mit den Streifen 5 mitlaufen, praktisch keinem Verschleiß unterliegen. Auch brauchen sie keine Führungsaufgaben zu übernehmen. Deshalb sind sie in dieser Form ohne die sonst üblichen Nachteile in einem Bremsgerüst einsetzbar.


Anspruch[de]
  1. 1. Linie zum Längsteilen eines gewalzten Bandes (2) mit einer Kreismesserscheiben aufweisenden Schere (4), einem in Bandlaufrichtung der Schere (4) nachgeordneten Bremsaggregat (8) und einer Aufwickelhaspel (10), wobei das Bremsaggregat (8) mehrere nebeneinander angeordnete, individuell gebremste Bremsringe (8a) aufweist, über die die beim Längsteilen aus dem Metallband (2) entstandenen Streifen (5) mit Reibschluß möglichst schlupffrei laufen, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Streifen (5) im Umschlingungsbereich der Bremsringe (8a) Andrückmittel (8b) einwirken, die entweder berührungslos oder auf der den Bremsringen (8a) abgewandten Seite mit Kontakt mit oder ohne Übertragung eines Bremsmomentes an den Streifen (5) angreifen.
  2. 2. Längsteillinie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremsaggregat (8, 9) aus einer Hauptbremse (9) mit einem nach Art eines S-Rollensatzes umschlungenen Satz aus individuell gebremsten Bremsringen (9a, 9b) und aus einer Vorbremse (8) besteht, die von den Ringen (8a) mit den ihnen zugeordneten Andrückmitteln (8b) gebildet wird.
  3. 3. Längsteillinie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Kontakt angreifenden Andrückmittel (8b) aus einem oder mehreren nebeneinander angeordneten mitlaufenden, die Bremsringe (8a) umschlingenden Riemen (8b) oder einem Rollenkorb bestehen.
  4. 4. Längsteillinie nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei mit Berührungskontakt angreifenden Andrückmitteln (8b) deren Anstellkraft individuell einstellbar ist.
  5. 5. Längsteillinie nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei mit Berührungskontakt angreifenden Andrückmitteln (8b) diese in einer Schnellwechselkassette eingebaut sind.






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