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Dokumentenidentifikation DE19541836A1 15.05.1996
Titel Gummierungsvorrichtung
Anmelder G.D S.p.A., Bologna, IT
Erfinder Cavazza, Gianpaolo, Casalecchio di Reno, IT;
Mistroni, Claudio, Zola Predosa, IT;
Gamberini, Antonio, Bologna, IT
Vertreter Schaumburg und Kollegen, 81679 München
DE-Anmeldedatum 09.11.1995
DE-Aktenzeichen 19541836
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse B05C 1/08
IPC-Nebenklasse B65C 9/22   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Gummierungsvorrichtung (1) mit einem Behälter (10), der in seinem unteren Abschnitt als Wanne (14) für Klebstoff (2) ausgebildet ist, in dem eine Gummierungsrolle (15) untergebracht ist, von der ein oberer Abschnitt (18) außerhalb des Behälters (10) angeordnet ist und von der ein unterer Abschnitt (22) innerhalb des Behälters (10) in einer Stellung angeordnet ist, in der er Klebstoff (2) aufnehmen kann. Die Gummierungsrolle (15) hat eine außenseitig angeordnete Gummierungsoberfläche (17), auf der kegelstumpfförmige Aussparungen (27) für den Klebstoff (2) vorgesehen sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gummierungsvorrichtung, insbesondere zum Auftragen von Klebstoff auf blattförmiges Material, wie Steuermarken, mit einem Behälter, der in einem unteren Abschnitt als Wanne für Klebstoff ausgebildet ist, mit einer drehbar am Behälter gelagerten Gummierungsrolle, die zumindest teilweise außenseitig durch eine Gummierungsoberfläche mit mehreren Aussparungen begrenzt ist, wobei die Gummierungsrolle einen außerhalb des Behälters angeordneten oberen Abschnitt und einen unteren Abschnitt hat, der innerhalb des Behälters in einer solchen Stellung angeordnet ist, daß er Klebstoff aus der Wanne aufnehmen kann, und mit einem Schaber, der die Gummierungsoberfläche abziehen kann.

Diese bekannte Vorrichtung wird vorteilhafterweise zum Auftragen von Banderolen oder Steuermarken in Bearbeitungsmaschinen, die in der Tabakindustrie zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Zigarettenverpackungsmaschinen, verwendet, auf die sich die nachfolgende Beschreibung ausdrücklich bezieht, ohne dabei die Allgemeingültigkeit des Erfindungsgedankens zu verlieren.

Bei herkömmlichen Zigarettenverpackungsmaschinen werden die Steuermarken üblicherweise auf die fertigen Päckchen, die eine Verpackungsrolle verlassen, aufgetragen. Diese Steuermarken werden der Unterseite eines Stapels entnommen oder von einem fortlaufenden Band geschnitten und anschließend entlang eines Transportweges gefördert, der durch eine Gummierungsvorrichtung läuft, die für das Auftragen einer vorgegebenen Klebstoffmenge auf die Steuermarken ausgelegt ist.

Diese herkömmlichen Gummierungsvorrichtungen haben im allgemeinen einen Behälter mit einem unteren Abschnitt, der durch eine Wanne, die Klebstoff enthält, gebildet ist. Im Behälter ist ferner mindestens eine Gummierungsrolle untergebracht, die teilweise in die Wanne ragt. Die Gummierungsrolle hat eine äußere Gummierungsoberfläche, von der ein oberer Abschnitt außerhalb des Behälters tangential zum Transportweg der Steuermarken angeordnet ist.

Innerhalb des Behälters ist ferner eine Schabereinheit untergebracht, die im wesentlichen mit der Mantellinie der Gummierungsoberfläche in Berührung steht, um überschüssigen Klebstoff zu beseitigen und eine gleichmäßige Klebstoffschicht auf der Gummierungsoberfläche zu erzielen.

Um den Klebstoff ausschließlich auf vorgegebenen Punkten oder Bereichen auf der Oberfläche der Steuermarken auf zutragen, werden eine Gummierungsrolle, deren Gummierungsoberfläche mit Nuten oder Einkerbungen versehen ist, und eine Schabereinrichtung, die den nicht innerhalb dieser Einkerbungen enthaltenen Klebstoff von der Gummierungsoberfläche entfernt, verwendet.

Die oben beschriebenen herkömmlichen Gummierungsvorrichtungen haben jedoch das Problem, daß der Klebstoff häufig unzureichend in die Einkerbungen eindringt und aufgrund der hohen Rotationsgeschwindigkeit der Gummierungsrolle dazu neigt, relativ leicht aus den Einkerbungen zu entströmen und sich auf der Oberfläche der Gummierungsrolle außerhalb der Einkerbungen zu verteilen, mit der Folge, daß der nachfolgende Kontakt der Gummierungsrolle mit der zu gummierenden Oberfläche jeder Steuermarke ein Auftragen des Klebstoffes außerhalb der erwünschten Bereiche und Punkte bewirkt.

Eine Lösung des oben genannten Problems ist die Verwendung einer Gummierungseinrichtung, wie sie beispielsweise in der GB-PS 1,172,914 beschrieben ist, bei der die Gummierungsrolle außenseitig durch eine zylindrische Oberfläche begrenzt ist, auf der Ausnehmungen mit der Form eines Pyramidenstumpfes verteilt sind.

Durch diese besondere Ausbildung der Ausnehmungen ist ein verbessertes Eindringen des Klebstoffes möglich, nachteilig sind jedoch der relativ hohe Fertigungsaufwand während der Herstellung und die Tatsache, daß die pyramidenstumpfförmigen Ausnehmungen nur durch radiales Eindringen einer Spitze in die Gummierungsoberfläche erzeugt werden können. Bei Gummierungsrollen aus Stahl ist der für das Eindringen der Spitze erforderliche Druck normalerweise so, daß er eine Verformung der Gummierungsoberfläche zur Folge hat, durch die die Gummierungsrolle unbrauchbar wird.

Ferner bewirkt die rechteckige Form der größeren Stirnfläche der pyramidenstumpfförmigen Ausnehmung bei jedem innerhalb jeder Aussparung aufgenommenen Klebstoff die Ausbildung eines Kanales, in dem, wenn der Klebstoff den durch die Rotation der Gummierungsrolle verursachten Zentrifugalkräften ausgesetzt ist, eine Konzentration der Kräfte erfolgt, die auf einfache Weise ein Aufbrechen des Kanals verursacht und ein sich daran anschließendes Loslösen durch die Zentrifugalkraft zur Folge hat, das die Ausbildung von Klebstofftropfen bewirkt, die einen Schmierfilm auf der Oberfläche der Steuermarken verursachen.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Gummierungsvorrichtung bereitzustellen, die ein definiertes Auftragen von Klebstoff auf Oberflächen sicherstellt.

Diese Aufgabe wird bei einer Gummierungseinrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß jede Aussparung kegelstumpfförmig ausgebildet ist, und daß die größere Stirnfläche der Aussparung an der Gummierungsoberfläche angeordnet ist.

Durch die kegelstumpfförmige Ausbildung der Aussparung hat die an der Gummierungsoberfläche vorgesehene Eintrittsöffnung eine kreisförmige Umfangsform, so daß der in der Aussparung aufgenommene, aufgrund der Oberflächenspannung tropfenförmig ausgebildete Klebstoff gleichmäßig an der Innenwandung der Aussparung anliegt und maximale Haftkräfte zwischen Klebstoff und Aussparung wirken. Dadurch ist sichergestellt, daß auch bei sehr hohen Rotationsgeschwindigkeiten der Gummierungsrolle der in der Aussparung aufgenommene Klebstoff nicht durch die Wirkung der Zentrifugalkräfte aus der Aussparung wandert und demzufolge ein definiertes Auftragen von Klebstoff auf den Oberflächen ermöglicht wird.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt:

Fig. 1 eine schematische geschnittene Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform einer Gummierungsvorrichtung,

Fig. 2 eine vergrößerte Teilansicht einer Abwicklung eines Details nach der Fig. 1, und

Fig. 3 u. 4 vergrößerte Darstellungen von Einzelheiten, die die Aussparungen auf der Gummierungsrolle in geschnittener Ansicht bzw. Draufsicht zeigen.

Fig. 1 zeigt eine Gummierungsvorrichtung, allgemein mit 1 bezeichnet, zum Auftragen eines Klebstoffes 2 auf ein blattförmiges Material, insbesondere auf Steuermarken 3. Diese Steuermarken 3 werden aufeinanderfolgend, mit einer Oberfläche 4 nach unten ausgerichtet und entlang eines Transportweges 5 gefördert, der durch den Umfang 6 einer ansaugenden Transportrolle 7 definiert ist. Die Transportrolle 7 kann sich, wie in Fig. 1 dargestellt, im Uhrzeigersinn um eine quer zur Förderrichtung entlang des Transportweges 5 der Steuermarken 3 angeordnete erste Achse 8 drehen.

Die Gummierungsvorrichtung 1 hat einen im wesentlichen ähnlich einem schalenförmigen rechtwinkligen Parallelepiped ausgebildeten Behälter 10 mit einer Vorderseite 11 und einer Rückseite 12, die vertikal und parallel zueinander angeordnet sind; mit zwei parallel zueinander und rechtwinklig zu der Vorderseite 11 und Rückseite 12 angeordneten Stirnflächen 13, wovon in Fig. 1 nur eine zu sehen ist; und mit einer Bodenwanne 14, die zur Aufnahme des Klebstoffes 2 dient.

Wie in Fig. 1 dargestellt, ist innerhalb des Behälters 10 eine Gummierungsrolle 15 angeordnet, die sich, wie in Fig. 1 dargestellt, im Uhrzeigersinn um eine zweite Achse 16 drehen kann, die parallel zur ersten Achse 8 der Transportrolle 7 bezüglich des Transportweges 5 auf der der Transportrolle 7 gegenüberliegenden Seite angeordnet ist.

Die Gummierungsrolle 15 ist außenseitig durch eine zylindrische Gummierungsoberfläche 17 begrenzt, von der ein oberer Abschnitt 18 an einer Gummierungsstation 19 tangential zum Transportweg 5 der Steuermarken 3 angeordnet ist und aus einem Spalt 20 hervorragt, der durch eine am oberen Ende der Seiten 11, 12 und 13 befestigte, den Behälter 10verschließende Abdeckung 21 durchgängig ausgebildet ist und von der ein unterer Abschnitt 22 in die Bodenwanne 14 ragt.

Ferner ist in Fig. 1 ein innerhalb des Behälters 10 angeordneter Schaber 23 dargestellt, dessen eines Ende 24 an der Vorderseite 11 befestigt ist, während das entgegengesetzte Ende als U-förmige Klinge 25 ausgebildet ist, von der eine Kante 26 im wesentlichen mit der Mantellinie der Gummierungsoberfläche 17 der Gummierungsrolle 15 in Berührung steht.

Wie in den Fig. 2, 3 und 4 dargestellt, sind mehrere kegelstumpfförmige Aussparungen 27 auf der Gummierungsoberfläche 17 ausgebildet. Sie sind in gleichmäßig über die Gummierungsoberfläche 17 verteilte Gruppen 28 untergliedert, die durch die Gummierungsrolle 15 in Abstimmung mit den Steuermarken 3 durch die Gummierungsstation 19 bewegt werden und im wesentlichen die gleiche Länge wie die Steuermarken 3 haben.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist jede Gruppe 28 in zwei Paare 29 aus von Aussparungen 27 gebildeten Reihen 30 untergliedert, die Klebstoff 2 entlang den gegenüberliegend angeordneten seitlichen Kanten jeder Steuermarke 3 auftragen.

Da die Aussparungen 27 kegelstumpfförmig ausgebildet sind, sind sie einfach und unter geringem Aufwand durch spanende Bearbeitung herzustellen. Ferner sind die Aussparungen 27 in der Lage, den Klebstoff 2 wirksam zurückzuhalten, da der sich an ihrer größeren Stirnfläche ausbildende Kanal eine Kreisform hat, die eine im wesentlichen gleichmäßige Verteilung der Kräfte sicherstellt. Während des Einsatzes haftet als Folge der Rotation der Gummierungsrolle 15 Klebstoff 2 an der Gummierungsoberfläche 17 der Gummierungsrolle 15, dringt in die Aussparungen 27 ein und wird anschließend in Richtung Klinge 25 angehoben, deren Kante 26 den Klebstoff 2 entfernt, der sich außerhalb der Aussparungen 27 auf der Gummierungsoberfläche 17 befindet.

Demzufolge ist die Gummierungsoberfläche 17, nach der Berührung mit der Klinge 25, im wesentlichen sauber, so daß in der Gummierungsstation 19 nur der in die Aussparung 27 eingedrungene Klebstoff 2 auf die Oberflächen 4 der Steuermarken 3 aufgetragen wird, die mittels der Transportrolle 7 mit den entsprechend ausgerichteten Oberflächen 4, wie bereits erläutert, mit der entsprechenden Gruppe 28 perfekt abgestimmt durch die Gummierungsstation 19 gefördert werden.

Die bei der Gummierungsvorrichtung verwendeten Werkstoffe als auch deren Dimensionen können entsprechend den an die Gummierungsvorrichtung gestellten Anforderungen ausgewählt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Gummierungsvorrichtung, insbesondere zum Auftragen von Klebstoff auf blattförmiges Material, wie Steuermarken, mit einem Behälter (10), der in einem unteren Abschnitt als Wanne (14) für Klebstoff (2) ausgebildet ist, mit einer drehbar am Behälter (10) gelagerten Gummierungsrolle (15), die zumindest teilweise außenseitig durch eine Gummierungsoberfläche (17) mit mehreren Aussparungen (27) begrenzt ist, wobei die Gummierungsrolle (15) einen außerhalb des Behälters (10) angeordneten oberen Abschnitt (18) und einen unteren Abschnitt (22) hat, der innerhalb des Behälters (10) in einer solchen Stellung angeordnet ist, daß er Klebstoff (2) aus der Wanne (14) aufnehmen kann, und mit einem Schaber (23), der die Gummierungsoberfläche (17) abziehen kann, dadurch gekennzeichnet, daß jede Aussparung (27) kegelstumpfförmig ausgebildet ist, und daß die größere Stirnfläche der Aussparung (27) an der Gummierungsoberfläche (17) angeordnet ist.
  2. 2. Gummierungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gummierungsoberfläche (17) zylinderförmig ausgebildet ist.
  3. 3. Gummierungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aussparungen (27) auf der Gummierungsoberfläche (17) in Gruppen (28) unterteilt sind, die gleichmäßig auf der Gummierungsoberfläche (17) verteilt sind.
  4. 4. Gummierungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede Gruppe (28) mehrere Reihen (30) von Aussparungen (27) hat.






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