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Dokumentenidentifikation DE4438736A1 15.05.1996
Titel Verfahren zur Herstellung von Gegenständen mit erhöhter Griffsicherheit
Anmelder Kuhn, Magnus P., Dr., 97082 Würzburg, DE
Erfinder Kuhn, Magnus P., Dr., 97082 Würzburg, DE
Vertreter Matschkur Götz Lindner, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 29.10.1994
DE-Aktenzeichen 4438736
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse C03C 17/42
IPC-Nebenklasse B05D 5/02   B05D 5/10   B05D 1/38   C03C 17/28   
Zusammenfassung Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zur Erhöhung der Griffsicherheit von Gegenständen, insbesondere von Behältnissen aus Glas wie Flaschen o. dgl., wobei zur Erzeugung einer rauhen Oberfläche auf die Außenflächen des Gegenstands ein Überzug aufgebracht wird, in dem neben einem Bindemittel Granulatpartikel enthalten sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Gegenständen mit erhöhter Griffsicherheit, insbesondere von Behältnissen aus Glas wie Flaschen od. dgl.

Glasgegenstände weisen im allgemeinen eine äußerst glatte Oberfläche auf, die insbesondere bei Gegenständen des täglichen Gebrauchs immer die Gefahr mit sich bringt, daß der betreffende Gegenstand bei einer unachtsamen Handhabung aus der Hand rutscht und zu Boden fällt. Infolge der zusätzlichen, hohen Bruchgefahr von Glasgegenständen müssen diese daher immer mit größter Sorgfalt gehandhabt werden. Denn einerseits sind die Glasgegenstände oftmals selbst von hohem Wert, in anderen Fällen wie bspw. bei Spirituosen- oder Parfümflaschen enthalten die Glasgegenstände eine kostbare Flüssigkeit, die beim Zerbrechen des Behältnisses unweigerlich verloren geht.

Zur Beseitigung der vorstehend beschriebenen Unzulänglichkeiten von Glasgegenständen ist es bekannt, die Oberflächen von Flaschen durch teil- oder vollflächiges Ätzen mikroskopisch aufzurauhen. Eine andere Methode zur Erzeugung einer derartigen Oberflächenbeschaffenheit besteht darin, die Außenflächen von Flaschen einer Sandstrahlbehandlung zu unterziehen. Schließlich ist es bekannt, durch Einschmelzen von Mustern oder Strukturen makroskopische Erhebungen und/oder Vertiefungen zu erzeugen, um beim Ergreifen einen gewissen Formschluß zu ermöglichen.

Alle diese relativ aufwendigen Bearbeitungstechniken haben den Nachteil, daß sie ausschließlich zur Erhöhung der Griffsicherheit dienen, im übrigen aber die Außenflächen derart bearbeiteter Flaschen nicht prinzipiell ändern, so daß trotz einer derartigen Behandlung sofort zu erkennen ist, daß es sich um einen Gegenstand aus Glas handelt. In den meisten Anwendungsfällen, bei denen die Griffsicherheit erhöht wird, ist die Ursache in dem hohen Wert des Inhalts zu suchen. Behältnisse für wertvolle Substanzen sollten aber bereits durch ihren ästhetischen Eindruck, insbesondere durch die Oberflächenbeschaffenheit, den hohen Wert der enthaltenen Substanz erkennen lassen oder gar Rückschlüsse auf den Charakter des Inhalts ermöglichen. So kann es beispielsweise von hohem Interesse sein, die regionale Herkunft und die daraus resultierenden, geschmacklichen Eigenheiten bestimmter Weinsorten hervorzuheben.

Aus diesen Überlegungen resultiert das Problem, ein Verfahren zur Erhöhung der Griffsicherheit von Gegenständen, insbesondere von Behältnissen aus Glas wie Flaschen od. dgl., zu schaffen, bei dem gleichzeitig der ästhetische Eindruck der Oberfläche verbessert wird, ohne daß hierbei zusätzliche Verfahrensschritte notwendig werden.

Die Lösung dieses Problems gelingt dadurch, daß zur Erzeugung einer rauhen Oberfläche auf die Außenflächen des Gegenstands ein Überzug aufgebracht wird, in dem neben einem Bindemittel Granulatpartikel enthalten sind. Auch hier wird demnach primär eine rauhe Oberfläche angestrebt, die aber im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik vorbekannten Verfahren nicht durch eine mechanische oder chemische Veränderung der Glasoberfläche selbst erreicht wird, sondern durch Auftrag eines zusätzlichen, rauhen Überzugs.

Der erfindungsgemäße Überzug erhält seine rauhe Struktur durch die eingeschlossenen Granulatpartikel, die sich überwiegend nebeneinander, teilweise auch übereinander innerhalb des Überzugs anordnen und durch ihre außenliegenden, unregelmäßig geformten Berandungsflächen eine unebene und dadurch griffsichere Oberflächenbeschaffenheit erzeugen. Das Bindemittel füllt die Zwischenräume zwischen den Granulatpartikeln und sorgt für eine innige Verbindung mit den dem zu beschichtenden Gegenstand eigenen Außenflächen, so daß auch bei einer stärkeren Beanspruchung ein Abplatzen des Überzugs ausgeschlossen ist.

Neben einer Verbesserung der Griffigkeit wie auch der Ästhetik hat der erfindungsgemäße Überzug eine Reihe weiterer Vorteile:

Der Überzug bildet eine äußere Hülle um den Gegenstand und bewirkt dadurch eine thermische Isolierung des Inhalts, so daß Temperaturschwankungen abgemildert werden. Dies ist bspw. bei Weinflaschen von Vorteil, die bei möglichst konstanter Temperatur gelagert werden sollen.

Die zusätzliche Schicht weist bei Wahl geeigneter Werkstoffe nach dem Aushärten des Bindemittels eine hohe Stabilität auf, so daß die bei Glasgegenständen immer vorhandene Bruchempfindlichkeit deutlich reduziert ist.

Die überzogenen Teile des Gegenstands sind von außen nicht mehr zugänglich, so daß die Gefahr von die Oberflächenspannung beeinträchtigenden Einritzungen, wie sie bspw. durch das Auftreffen scharfkantiger Gegenstände hervorgerufen werden können, vermieden ist.

Schließlich wird durch die Granulatpartikel die Lichteinstrahlung in das Innere des Behältnisses vermindert, was für die Lagerfähigkeit einer Vielzahl chemischer Substanzen unabdingbar ist.

Es hat sich als günstig erwiesen, daß das Bindemittel zur Verarbeitung durch ein Lösungsmittel in einen flüssigen oder zähflüssigen Zustand versetzt wird. Indem das Bindemittel vor dem Auftrag verflüssigt wird, kann es sich an die zumeist gewölbte Gestalt des Substratkörpers optimal anpassen, so daß der Einfluß von Luftblasen vermieden wird und eine besonders innige und dadurch dauerhafte Verbindung zwischen dem Überzug und dem Substratkörper erzeugt wird.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß zur Herstellung des Überzugs getrennte Schichten des Bindemittels sowie des Granulats aufgetragen werden. Indem die Vermischung dieser in unterschiedlichen physikalischen Aggregatzuständen vorliegenden Substanzen erst auf dem Substratkörper selbst erfolgt, sind die beiden Phasen des Überzugs während der Verarbeitung noch getrennt, mithin homogen, und können aus diesem Grund mit Hilfe von an ihre jeweiligen Aggregatzustände optimal angepaßten Vorrichtungen auf den Substratkörper aufgetragen werden.

In Fortbildung dieses Erfindungsgedankens wird das Bindemittel aufgesprüht. Infolge des flüssigen Aggregatzustandes des Bindemittels bildet sich hierbei ein Tröpfchennebel, der eine sehr gleichmäßige Dicke der aufgetragenen Bindemittelschicht zur Folge hat.

Andererseits ist es auch möglich, das Bindemittel mit Pinseln aufzutragen, insbesondere, wenn eine unregelmäßige Oberflächenbeschaffenheit erwünscht ist.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, das Bindemittel dadurch auf den Gegenstand zu applizieren, daß dieser in das flüssige Bindemittel eingetaucht wird. Dieses Verfahren ist sehr schnell, höchst zuverlässig und umweltfreundlich.

Die Erfindung läßt sich dadurch weiter bilden, daß das Granulat aufgestäubt wird. Diese speziell auf die Granulatbeschaffenheit abgestellte Auftragstechnik dient ebenfalls dem Zweck, eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Granulatpartikel auf der Oberfläche des Substratkörpers herbeizuführen.

In Fortführung dieses Erfindungsgedankens sieht die Erfindung vor, daß das Granulat mittels eines Rüttelsiebs zerstäubt wird. Die Verwendung eines Siebs hat den zusätzlichen erwünschten Nebeneffekt, daß das Granulat nach der Partikelgröße gefiltert wird, so daß Verunreinigungen zurückgehalten werden und sich demzufolge eine höchst einheitliche Struktur des erfindungsgemäßen Überzugs erzielen läßt.

Andererseits liegt es auch im Rahmen der Erfindung, daß das Granulat mittels Druckluft zerstäubt wird. Bei dieser Auftragstechnik wird eine gleichmäßige Partikelverteilung durch eine starke Verwirbelung der Luft herbeigeführt. Da hierbei die Granulatpartikel je nach Richtung der Druckluftdüse beschleunigt werden, ist diese Auftragstechnik insbesondere für Gegenstände mit uneinheitlicher Gestalt, bspw. mit Hinterschneidungen, geeignet, indem der Luftstrom auf jeden beliebigen Punkt des Substratkörpers gerichtet werden kann.

Der Auftrag des Granulats kann auch durch Wälzen des Gegenstands in dem Granulat erfolgen, ähnlich dem Panieren von Schnitzeln. Hierbei kann bewußt eine unregelmäßige Oberfläche erzielt werden.

Es hat sich als günstig erwiesen, daß die Schichten des Bindemittels sowie des Granulats abwechselnd aufgetragen werden. Hierdurch lassen sich Überzüge mit mehreren, übereinander angeordneten Schichten des Granulats erzeugen, wobei die Schichtdicke im Hinblick auf die gewünschten Eigenschaften des fertigen Überzugs nahezu beliebig vorgegeben werden kann. Da zwischen den einzelnen Granulatschichten jeweils eine durchgehende Bindemittelschicht vorhanden ist, sind die Granulatpartikel der inneren Schichten vollständig in das Bindemittel eingebettet und erhöhen dadurch die Stabilität des Überzugs.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß zunächst eine Schicht des Bindemittels aufgetragen wird. Wenn das Bindemittel im flüssigen Zustand auf den Substratkörper aufgesprüht wird, ergibt sich eine vollständige Benetzung der betreffenden Oberflächen des Gegenstands, so daß sich als unterste Schicht ein lückenloser Bindemittelfilm ausbildet. Dieser Film sorgt im ausgehärteten Zustand für eine höchste Haftkraft des erfindungsgemäßen Überzugs und bildet gleichzeitig die Grundlage für die erste Granulatschicht.

Es hat sich als günstig erwiesen, daß die Granulatschichten vor dem Aushärten des Bindemittel aufgetragen werden. Gemäß diesem Merkmal der Erfindung werden zunächst alle Schichten des Überzugs in sehr kurzer, zeitlicher Abfolge übereinander gelegt, während in einem anschließenden Verfahrensschritt alle Bindemittelschichten gleichzeitig aushärten. Hierdurch ergibt sich einerseits ein einheitlicher Überzug, andererseits wird das Herstellungsverfahren so weit als möglich beschleunigt.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der abwechselnde Auftrag von Bindemittel- und Granulatschichten solange wiederholt, bis der Überzug blickdicht ist. Sofern ein transparentes Bindemittel verwendet wird, ergibt sich die sichtbare Oberfläche durch die Vielzahl über- und nebeneinander liegender Granulatpartikel, so daß der Überzug mit zunehmender Anzahl der Granulatschichten selbst für Lichtstrahlen immer undurchdringlicher wird. Demzufolge ist die Opazität des Überzugs ein Maß für dessen Dicke und demzufolge für seine Stabilität in ausgehärtetem Zustand. Andererseits ist in vielen Anwendungsfällen gerade eine vollständige, optische Isolation des Behälterinhalts erwünscht, bspw. bei bestimmten chemischen Substanzen.

Bevorzugt wird abschließend eine schützende Schicht des Bindemittels aufgetragen. Diese Schicht sorgt dafür, daß auch die Partikel in der obersten Granulatschicht vollständig von Bindemittel umhüllt werden und sich demzufolge nachträglich nicht aus dem Überzug lösen können.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß das Bindemittel durch Entweichen des Lösungsmittels aushärtet. Indem das Lösungsmittel aus dem Überzug ausgetrieben wird, verbleibt das reine Bindemittel, welches bei Raumtemperatur in festem Aggregatzustand vorliegt und dem erfindungsgemäßen Überzug den eigentlichen Zusammenhalt verleiht. Indem das Bindemittel durch Austreiben des Lösungsmittels ausgehärtet wird, entfällt die Notwendigkeit einer zusätzlichen Härtersubstanz. Dies hat den Vorteil, daß als Bindemittel eine reine und homogene Substanz verbleibt, und nicht - bspw. infolge unvollständiger Vermischung von Bindemittel und Härter - Inhomogenitäten innerhalb des Überzugs auftreten können.

Weitere Vorteile lassen sich dadurch erreichen, daß das Lösungsmittel etwa bei Raumtemperatur verdunstet. Bei Auswahl eines derartigen Abbindeprozesses muß keinerlei thermische Energie zugeführt werden, was die Herstellungskosten weiter reduziert.

Es hat sich als günstig erwiesen, daß als Bindemittel ein Lack verwendet wird. Lacke werden üblicherweise zum Herstellen von Überzügen auf den mannigfaltigsten Gegenständen verwendet und haben aus diesem Grund auch für den vorliegenden Anwendungszweck besonders vorteilhafte Eigenschaften: Sie eignen sich für die erfindungsgemäßen Auftrags- und Abbindetechniken und haben im ausgehärteten Zustand günstige Werkstoffeigenschaften, wie bspw. hohe Reißfestigkeit etc.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß ein farbloser Lack verwendet wird. Bei Verwendung eines transparenten Lacks tritt die Oberfläche der Granulatpartikel deutlich sichtbar hervor und verleiht dem erfindungsgemäßen Überzug sein charakteristisches Aussehen. Mit anderen Worten, für den Betrachter ist kaum noch zu erkennen, daß der Gegenstand mit einem Überzug versehen ist; vielmehr wird der Eindruck erweckt, es handle sich um einen Gegenstand, der aus eben dem Werkstoff der Granulatpartikel massiv gefertigt ist. Dieser Eindruck ist dazu geeignet, den hohen Wert des Behälterinhalts weithin sichtbar kundzutun und für den nahen Betrachter noch zu unterstreichen.

Die Erfindung sieht weiter vor, daß ein thixotroper Lack verwendet wird. Je nach dem Werkstoff und der Korngröße des Granulats kann eine mehr oder weniger hohe Dicke des erfindungsgemäßen Überzugs erforderlich werden. Damit sich trotz hoher Schichtdicke in dem Zeitraum bis zum Aushärten des Bindemittels keine unerwünschten Tränen bilden können, kann ein thixotroper Lack eingesetzt werden, dessen Viskosität sofort nach dem Auftrag deutlich heraufgesetzt ist.

Andererseits ist es auch denkbar, daß als Bindemittel ein Klebstoff verwendet wird. Ein solches Bindemittel kann insbesondere bei Verwendung von Granulat mit einem hohen spezifischen Gewicht und/oder einem großen Korndurchmesser notwendig sein, um ein Ausbrechen einzelner Partikel auszuschließen.

Die Erfindung sieht weiterhin vor, daß ein mineralisches Granulat verwendet wird. Aufgrund des häufigen Auftretens von Mineralien in der Natur sind derartige Partikel besonders gut geeignet, den Eindruck, man habe es mit einem ausschließlich aus einem Naturstoff gefertigten Gegenstand zu tun, zu verstärken. Hierdurch läßt sich eine besonders ansprechende Ästhetik erreichen, ohne jedoch die Herstellungskosten eines derartigen Gegenstands übermäßig zu erhöhen. Darüber hinaus sind mineralische Substanzen im allgemeinen sehr widerstandsfähig sowohl gegenüber Chemikalien als auch gegenüber mechanischen Einwirkungen und verleihen dem erfindungsgemäßen Überzug dadurch ein Höchstmaß an Dauerhaftigkeit.

Es hat sich als günstig erwiesen, daß das Granulat durch Mahlen von Gestein erhalten wird. Indem das Granulat durch Zerkleinern von Gestein gewonnen wird, läßt sich sowohl die Korngröße als auch die Reinheit technisch beeinflussen und gemäß den Forderungen des konkreten Anwendungsfalls vorgeben.

Daneben ist es jedoch auch möglich, daß das Granulat aus Gesteinssand gebildet ist. Hierbei entfällt der Verfahrensschritt des Mahlens, woraus ein besonders preisgünstiges Herstellungsverfahren resultiert.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zeichnen sich dadurch aus, daß als Gestein Keuper- oder Buntsandstein oder Schiefer verwendet wird. Derartige Gesteinssorten haben einerseits den Vorteil einer sehr homogenen Beschaffenheit ohne sichtbare Textur, so daß ein naturgetreues Aussehen des erfindungsgemäßen Überzugs ohne Schwierigkeiten erreicht werden kann. Weiterhin haben diese Gesteinssorten sehr intensive Färbungen - Keuper-Sandstein: Rot, graugrün; Buntsandstein: Dunkelrot; Schiefer: Schwarz - und sind daher in der Lage, einem Substratkörper auf höchst natürliche Art eine intensive, vorzugsweise kräftig leuchtende Färbung zu verleihen. Schließlich sind diese Gesteinssorten relativ weich, so daß sie ohne großen Aufwand gemahlen werden können.

Alternativ hierzu kann das Granulat auch aus Vulkanasche gebildet sein. Auch hierbei handelt es sich um einen mineralischen Stoff, der sich zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens eignet.

Schließlich entspricht es der Lehre der Erfindung, daß das Granulat eine Korngröße von bis zu 3 mm aufweist. Derartige Partikel sitzen aufgrund ihrer geringen Größe sehr fest innerhalb des Bindemittels und können sich daher auch bei äußeren, mechanischen Einwirkungen, bspw. Stößen, nicht aus dem Überzug lösen. Darüber hinaus kann bei kleinem Korndurchmesser des Granulats bereits mit einer relativ dünnen Überzugsschicht eine optische Isolierung des Behälterinhalts bewirkt werden.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile auf der Basis der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung sowie anhand der Zeichnung. Deren einzige Figur zeigt ein Flußdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Erhöhung der Griffsicherheit von Gegenständen.

In dem Flußdiagramm 1 sind die einzelnen Verfahrensschritte durch Kästchen 2 und ihre logische Aufeinanderfolge durch Verbindungspfeile 3 dargestellt. Die gestrichelten Kästchen deuten optionale Verfahrensschritte an.

In einem ersten Verfahrensschritt 4 wird ein Substratkörper, bspw. eine Glasflasche, nach einem dafür üblichen Verfahren hergestellt.

Zur Gestehung einer weiteren Ausgangssubstanz wird in einem anderen Verfahrensschritt 5 eine bestimmte Menge des gewünschten Gesteins zu Partikeln mit einem vorgegebenen Korndurchmesser gemahlen. Bei der Verwendung von Gesteinssand kann dieser Verfahrensschritt 5 entfallen.

Außerdem wird in einem Verfahrensschritt 6 das Bindemittel, z. B. ein thixotroper Transparent-Lack, in flüssiger Form zur Verfügung gestellt.

Im Verfahrensschritt 7 wird eine erste Schicht des Bindemittels auf den Substratkörper aufgetragen, bspw. aufgesprüht. Nachdem sich ein geschlossener Film des Bindemittels auf dem Substratkörper befindet, wird in dem sofort anschließenden Verfahrensschritt 8 eine erste Schicht des in Schritt 5 gewonnenen Granulats aufgestäubt, bspw. mittels eines Rüttelsiebes. Hierbei werden die Granulatpartikel von dem Bindemittel-Film benetzt und kleben an den mit Bindemittel besprühten Teilen der Oberfläche des Substratkörpers fest.

Nun wird die Entscheidung 9 getroffen, ob der Überzug blickdicht ist. Diese Entscheidung kann entweder von geschultem Personal getroffen werden, oder aber mittels einer speziellen Sensorvorrichtung, die den gläsernen Substratkörper durchleuchtet und die Dämpfung des Lichtstrahls infolge des erfindungsgemäßen Überzugs mißt.

Sofern die Entscheidung 9 negativ ausfällt, mithin der Überzug noch nicht blickdicht ist, wird zum Verfahrensschritt 7 zurückgesprungen und je eine weitere Schicht des Bindemittels und des Granulats aufgetragen. Demzufolge werden die Verfahrensschritte 7 und 8 sowie der Entscheidungsprozeß 9 so oft durchlaufen, bis durch eine positive Entscheidung 9 festgestellt ist, daß der Überzug blickdicht ist.

In diesem Fall verzweigt 11 der weitere Verfahrensablauf zu einem den Schichtauftrag abschließenden Schritt 12, in welchem eine abschließende Bindemittelschicht aufgesprüht wird, um auch die äußerste Schicht des Granulats vollständig in das Bindemittel einzuschließen.

Die Verfahrensschritte 7 und 8 werden auch bei mehrmaligem Durchlauf der Schleife 10 in einem sehr kurzen Zeitraum durchgeführt, so daß nach Auftrag der letzten Bindemittelschicht im Verfahrensschritt 12 auch die zuerst aufgetragene Bindemittelschicht noch nicht gehärtet ist. Dadurch können die einzelnen Bindemittelschichten miteinander verlaufen und bilden einen einheitlichen Überzug, in dem die Granulatpartikel etwa gleichmäßig verteilt eingeschlossen sind.

Damit der erfindungsgemäße Überzug die gewünschte Festigkeit erhält, wird in dem abschließenden Verfahrensschritt 13 das Bindemittel ausgehärtet. Dies kann durch Trocknen, d. h. Austreiben des verflüssigenden Lösungsmittels, erfolgen. Diese Trocknung kann unter Zuführung thermischer Energie, vorzugsweise jedoch bei Raumtemperatur stattfinden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung von Gegenständen mit erhöhter Griffsicherheit, insbesondere von Behältnissen aus Glas wie Flaschen od. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung einer rauhen Oberfläche auf die Außenflächen des Gegenstands ein Überzug aufgebracht (7, 8, 12) wird, in dem neben einem Bindemittel Granulatpartikel enthalten sind.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel zur Verarbeitung durch ein Lösungsmittel in einen flüssigen oder zähflüssigen Zustand versetzt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung des Überzugs getrennte Schichten des Bindemittels sowie des Granulats aufgetragen werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel aufgesprüht (7) wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel mit Pinseln aufgetragen wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenstand in das Bindemittel eingetaucht wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulat aufgestäubt (8) wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulat mittels eines Rüttelsiebs zerstäubt wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulat mittels Druckluft zerstäubt wird.
  10. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenstand in dem Granulat gewälzt wird.
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichten des Bindemittels sowie des Granulats abwechselnd aufgetragen werden.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst eine Schicht des Bindemittels aufgetragen (7) wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Granulatschichten vor dem Aushärten (13) des Bindemittels aufgetragen (8) werden.
  14. 14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der abwechselnde Auftrag (7, 8) von Bindemittel- und Granulatschichten so lange wiederholt (10) wird, bis der Überzug blickdicht (9) ist.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß abschließend eine schützende Schicht des Bindemittels aufgetragen (12) wird.
  16. 16. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel durch Entweichen des Lösungsmittels aushärtet (13).
  17. 17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittel etwa bei Raumtemperatur verdunstet.
  18. 18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel ein Lack verwendet wird.
  19. 19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß ein farbloser Lack verwendet wird.
  20. 20. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß ein thixotroper Lack verwendet wird.
  21. 21. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel ein Klebstoff verwendet wird.
  22. 22. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein mineralisches Granulat verwendet wird.
  23. 23. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulat durch Mahlen (5) von Gestein erhalten wird.
  24. 24. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulat aus Gesteinssand gebildet ist.
  25. 25. Verfahren nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, daß als Gestein Keuper- oder Buntsandstein oder Schiefer verwendet wird.
  26. 26. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß als Granulat Vulkanasche verwendet wird.
  27. 27. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulat eine Korngröße von bis zu 3 mm aufweist.






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