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Dokumentenidentifikation DE4439720A1 15.05.1996
Titel Vorrichtung zum Vulkanisieren von Schläuchen, insbesondere Feuerlöschschläuchen
Anmelder Phoenix AG, 21079 Hamburg, DE
Erfinder Hebel, Heinz, Dipl.-Ing., 99891 Schwarzhausen, DE
DE-Anmeldedatum 09.11.1994
DE-Aktenzeichen 4439720
Offenlegungstag 15.05.1996
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.1996
IPC-Hauptklasse B29C 35/02
IPC-Nebenklasse B29D 23/24   
IPC additional class // B29L 23:24  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vulkanisieren von Schläuchen, insbesondere Feuerlöschschläuchen, umfassend eine starre Klemmeinrichtung für das feste Schlauchende und eine verschiebbare und verdrehbare Klemmeinrichtung für das freie Ende des Schlauches.

Beschreibung[de]

Feuerlöschschläuche bestehen im wesentlichen aus der gewebten Schlauchhülle und einer meist elastomeren Innenauskleidung.

Die Schlauchhüllen werden auf mehrschützigen Rundwebmaschinen hergestellt, wobei die Schußfäden spiralförmig eingewebt werden. Bedingt durch dieses Verfahren neigen insbesondere Schläuche kleiner Nennweiten und sogenannte formstabile Schläuche, bei denen das Schußfadenmaterial aus PE-Draht besteht, infolge der relativ großen Steigung der Schußspirale dazu, sich bei ansteigendem Innendruck in ihrer Längsachse zu verdrehen (Drall). Dieses Verhalten wirkt sich nachteilig auf die Gebrauchseigenschaften aus, weshalb die Schlauchhersteller versuchen, den Schläuchen in der Anfangsphase der Vulkanisation den durch den Webvorgang verursachten Drall zu nehmen.

Es sind Verfahren bekannt, bei denen die auf großen Trommeln aufgewickelten Schläuche beim Vulkanisieren über die Querachse dieser Trommeln verdreht werden. Diese Methode erfordert einen hohen technischen Aufwand und hat den Nachteil, daß die Schläuche entsprechend dem Trommelradius vorgekrümmt ihre endgültige Form erfahren.

Weiterhin werden Methoden paktiziert, bei denen das freie Ende des Schlauches total abgeklemmt wird und diese Klemmeinrichtung beim Vulkanisieren mit Dampf dem Drall entsprechend von Hand mehrfach verdreht wird. Dabei ist die Handhabung der sich erwärmenden Klemmeinrichtung nicht ungefährlich und der Entdrallvorgang bleibt subjektiv beeinflußbar.

Bei allen Vulkanisationsverfahren mit abgeklemmtem freien Schlauchende besteht der Nachteil, daß sich zunächst beim Füllen der kalten Schläuche mit Dampf, als auch während der Vulkanisationszeit durch Wärmeverlust nach außen, zwangsläufig Kondensat bildet, das nicht abgeführt werden kann. Damit entsteht eine ungleichmäßige Temperaturverteilung sowohl über die gesamte Länge des Schlauches als auch über seinen Querschnitt und es können auf diese Weise Vulkanisationsfehler, z. B. Blasen oder untervulkanisierte Stellen entstehen, die der hohe Sicherheitsanspruch an derartige Schläuche nicht zuläßt.

Die im folgenden beschriebene Vorrichtung vermeidet die genannten Nachteile und ist bei relativ geringem technischen Aufwand sowohl hinsichtlich der Vermeidung von Drall als auch von Vulkanisationsfehlern infolge Kondensatanfalls zuverlässig und sehr variabel.

Die Vorrichtung verfügt über eine starre Klemmeinrichtung für das feste Schlauchende und eine verschiebbare und verdrehbare Klemmeinrichtung für das freie Ende des Schlauches. Vom festen zum freien Ende besteht ein Gefälle von ca. 1,5%. Der Schlauch liegt zwischen beiden Klemmeinrichtungen auf seiner gesamten Länge in einer Rinne.

Das Einspannen der zu vulkanisierenden Schläuche 1 erfolgt sowohl am festen als auch am freien Ende über Spannkonen 2; 3 und Spannbrillen 4; 4a; 5, die pneumatisch, hydraulisch oder mechanisch über Spannstangen 6; 6a betätigt werden.

Beide Spannkonen 2; 3 sind durchbohrt. Die Spannbrille 4, 4a am festen Ende ist starr ausgeführt, die am freien Ende 5 ist über das Wälzlager 7 und die Spannhülse 8 in der Schlauchachse verdrehbar. Der Spannkonus 3 ist über weitere Wälzlager 9; 10 im Gehäuse 11 drehbar gelagert und kann über die Paßfeder 12 durch einen speziellen Motor 13 mittels Zahnriemenscheiben 14, 15 und Zahnriemen 16 verdreht werden. In den Spannkonus 3 ist eine Drehdurchführung 17 eingebaut, deren verdrehfester Teil über ein Rohr 19 mit einem Ventil 20 verbunden ist. Den Abgang von diesem Ventil 20 bildet ein hochflexibler Dampfschlauch 21. Der Motor 13 enthält eine Stelleinrichtung 23 zur Variation der Antriebsdrehzahl. An der Zahnriemenscheibe 15 ist ein Stift 24 angebracht, der an einem feststehenden Sensor 25 vorbeidreht. Am Gehäuse 11 sind ein Arbeitszylinder 18 und ein zugehöriges Wegeventil 18a montiert. Die Ausfahrseite des Arbeitszylinders 18 ist entgegen der Schlauchklemmeinrichtung eingeordnet.

Alle Bauteile befinden sich auf einem leichtlaufenden und längsgeführten Wagen 26 mit Handbremseinrichtung 27. Die Zufuhr des Spannmediums erfolgt über einen hochflexiblen Schlauch 28.

Über die gesamte Länge der Vulkanisiereinrichtung sind in festen Abständen Koppelstellen angebracht, an denen über den Schlauch 28 Spannmedium zugeführt, über den Schlauch 21 Dampf und Kondensat abgeführt und weggeleitet wird und über Kabel Elektroenergie und Steuersignale eingebracht bzw. ausgegeben werden.

Zweck der Erfindung ist es, Feuerlöschschläuchen beim Vulkanisiervorgang den durch den Webvorgang verursachten Drall zu nehmen, indem das eingespannte freie Ende des Schlauches noch vor der bei der Vulkanisation der elastomeren Innenauskleidung einsetzenden Vernetzungsphase mit einer vorgegebenen Anzahl von Umdrehungen verdreht wird, wobei der Schlauch für die ebenfalls während dieser Phase zunächst eintretende Dehnung und anschließende Schrumpfung in Längsrichtung ausreichend Bewegungsfreiheit hat und anfallendes Kondensat entweder kontinuierlich oder auch gezielt schubweise aus dem Schlauch abgeführt werden kann.

Der Zeitpunkt für das Einsetzen der Entdrallbewegung wird über Druckschalter und Zeitbaustein variabel gehalten. Geschwindigkeit und Anzahl der Drehbewegungen werden je nach Schlauchtyp und Schlauchlänge vorgewählt. Aufstellung der Einzelteile


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Vulkanisieren von Schläuchen, insbesondere Feuerlöschschläuchen, umfassend
    1. a) eine starre Klemmeinrichtung für das feste Schlauchende und
    2. b) eine verschiebbare und verdrehbare Klemmeinrichtung für das freie Ende des Schlauches.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vom festen zum freien Ende ein Gefälle von ca. 1,5% besteht.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch zwischen beiden Klemmeinrichtungen auf seiner gesamten Länge in einer Rinne liegt.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Einspannen des Schlauches sowohl am festen als auch am freien Ende über Spannkonen (2; 3) und Spannbrillen (4; 4a; 5), die pneumatisch, hydraulisch oder mechanisch über Spannstangen (6; 6a) betätigt werden, erfolgt.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannkonen (2; 3) durchbohrt sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Spannkonus (3) über Wälzlager (9; 10) im Gehäuse (11) drehbar gelagert ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Spannkonus (3) eine Drehdurchführung (17) eingebaut ist, deren verdrehfester Teil über ein Rohr (19) mit einem Ventil (20) verbunden ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Abgang des Ventils (20) ein hochflexibler Dampfschlauch (21) ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Spannkonus (3) über die Paßfeder (12) durch einen speziellen Motor (13) mittels Zahnriemenscheiben (14; 15) und Zahnriemen (16) verdrehbar ist.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor (13) eine Stelleinrichtung (23) zur Variation der Antriebsdrehzahl enthält.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß an der Zahnriemenscheibe (15) ein Stift (24) angebracht ist, der an einem feststehenden Sensor (25) vorbei dreht.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannbrille (4; 4a) am festen Ende starr ausgeführt ist, während die am freien Ende (5) über das Wälzlager (7) und die Spannhülse (8) in der Schlauchachse verdrehbar ist.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß alle Bauteile sich auf einen leicht laufenden und längsführenden Wagen (26) mit Handbremseinrichtung (27) befinden.
  14. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß über die gesamte Länge der Vulkanisiereinrichtung in festen Abständen Koppelstellen angebracht sind.






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